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Jede Geburt schreibt ihre einzigartige Geschichte, schlägt ein neues Kapitel des Lebens auf.

Geburtsberichte...

...das sind Geschichten, Erlebnisse und Gedanken von Eltern, die im s'Hebammenhaus oder in unserer Begleitung ihr Kind geboren haben. Manches wird von uns gekürzt (...), aber was zu lesen steht, ist ausschließlich die Meinung und das Erleben der Autor/innen!

Wenn Fragen zu den Texten auftauchen oder Sie/ Ihr das Gefühl habt, etwas dazu sagen zu wollen, freuen wir uns über Rückmeldungen per Mail oder auch direkt!

09.09.18

Lina

Lina hat Ihre Eltern komplett überrumpelt und wollte als viertes Kind der Familie einfach zuhause geboren werden :-)

Sonntagskind – Lina – geboren am 09.09.2018

Nach 3 Klinikgeburten und der letzten leider nicht so tollen Erfahrung dort (eigentlich sogar einer ganz schlimmen, die Gott sei Dank gut ausging) sollte zum Abschluss, bei unserm 4.Kind alles ganz anders werden....

Nach vielen Vorsorgeterminen im Hebammenhaus war ich immer gespannter auf diese 4.Geburt, obwohl ich eigentlich ja schon wusste was so auf mich zukommt. Ich war so ruhig und hatte so viel Vertrauen in mich und meinen Körper und war daher auch relativ entspannt. Klar die 4.Schwangerschaft ist nicht immer leicht zumal man den älteren Geschwistern ja gerecht werden muss, aber ich fand es trotzdem toll das noch einmal erleben zu dürfen.

Nach und nach wuchs der Bauch und ich lernte im Laufe der Schwangerschaft alle Hebammen kennen, die ALLE sehr sympatisch waren. Ich habe alle als sehr liebevoll empfunden die sich Zeit nehmen und sich wirklich für jede Frau und Familie mit der dazugehörigen Geschichte interessieren!!!

10 Tage vor dem letztendlichen Geburtstermin hatte ich das erste Mal immer wieder vereinzelt Wehen und von da ab immer wieder. Mal mehr mal weniger.
Am Freitag den 7.09.2018 wachte ich mit einem kleinen Ziehen, das sich mehr wie ein pieksen anfühlte auf. Auf der toilette bemerkte ich dann ein bisschen Blut. Ich freute mich sehr denn ich wusste nun kann es nicht mehr allzu lange dauern.

Nachts um halb 12 rief ich wegen Wehen im 4 Minuten Abstand bei der Rufbereitschaft an. Ich freute mich sehr Monjas Stimme zu hören. Sie sagte wir sollen in einer halben Stunde kommen. Als wir dort ankamen, brannten überall Kerzen und wir wurden ganz lieb von Monja empfangen. Leider ließen die Wehen nach einiger Zeit etwas nach und Monja meinte wir sollen uns mal etwas hinlegen um zu sehen ob sie wieder stärker werden. Ich lief die ganze Nacht auf Toilette um danach wieder zu meinem Mann ins Bett zu liegen der schon geschlafen hatte. Gegen halb 6 weckte uns Monja. Mit den "Wehen" war nichts mehr gewesen was mich richtig fertig gemacht hat. Ich hatte ein schlechtes Gewissen weil ich nun alle (Oma und auch Monja) umsonst geweckt hatte. Sie schlug uns vor die Kinder am Samstag einfach bei der Oma zu lassen und mal den Kopf vom Thema Geburt abzulenken. Deshalb sind wir dann Frühstücken gegangen und haben auch noch einen langen Spaziergang gemacht. Abends sind wir dann früh schlafen gegangen.

Wieder Nachts um 23:30uhr plötzlich eine heftige auch recht lange Wehe. .ok dachte ich mal sehen. Die nächste dann um 00:00uhr. Genauso stark und lange. Wieder verging dann eine halbe Stunde und ich wusste nicht was ich von diesem halbstundentakt zu halten hatte. Nun ging es im 8 Minutentakt weiter und mein Mann stand auf und zog sich an. Allerdings dachte ich, ich möchte jetzt nicht wieder jemanden umsonst rausklingeln und bin deshalb erst noch in die Badewanne. Ich hatte extra kaltes Wasser eingelassen weil ich dachte vielleicht wird es dann nicht so heftig.
Eingestiegen und sofort 2 Wehen gehabt. Mein Mann holte ich raus während es plötzlich sehr schnell ging. Ich hatte nun im 2 Minutentakt Wehen und das alles innerhalb einer halben stunde. Während ich auf dem Badezimmerteppich mit veratmen beschäftigt war, rief Mein Mann die Rufbereitschaft und seine Mutter zum erneuten Kinderhüten an. Melanie meldete sich (als ich das hörte machte ich einen Luftsprung; innerlich natürlich ;-), sie war mein absoluter Favorit, ich verstand mich mit allen sehr gut, aber zwischen uns war irgendetwas, ich hatte von Anfang an bei ihr das Gefühl dass sie mich einfach besonders gut versteht )

Sie fragte wie lange meine Wehen sind und mein Mann gab weiter was ich ihm sagte. 1 Minute ca... Sie meinte sie brauche ca 40 Minuten,dann treffen wir uns im Hebammenhaus. Das wäre dann um 01:30 uhr.
Meine Schwiegermutter war nun auch informiert und sie sagte sie käme gleich. Zwischenzeitlich kam ich die Treppe hinunter, zog mich an (mithilfe meines Mannes) und veratmete die sehr starken Wehen. Ich wurde nun auch sehr laut und er wies mich an mir ein Kissen vor den Mund zu halten dass die Kinder nicht aufwachen :-D
Die Schwiegermutter kam um 01:05 Uhr. Ich stand nun am Esstisch um dort meine Schuhe anzuziehen was nicht ganz klappte. Sie nahm mich unter einem Arm und mein Mann unterm anderen um mich ins Auto zu befördern. Ich schaffte ca 2-3 Schritte und merkte wie der Kopf tiefer rutschte und sagte ich kann nirgends mehr hin. Also wurde Melanie wieder informiert dass wir es nicht mehr schaffen sie muss zu uns kommen. Meine Schwiegermutter fragte ob sie mich hinlegen soll, aber ich konnte nicht mehr.
Ich rief nur sie muss mir die Hose ausziehen und 2 Minuten später hielt ich das kleine Köpfchen unserer Tochter in der Hand. Ich fragte mich wirklich was ich hier eigentlich grade mache. kurz darauf kam der Körper hinterher und die Oma fing die kleine auf. In diesem Moment stand gerade Melanie in der Tür, zusammen mit meinem Mann der sie eingewiesen hatte da unsere Straße nicht im Navi erkannt werden kann. (Garagenhof) ...Da war sie nun, unser 4.Kind, unsere Lina, warm weich und klebrig. Und supersüß. 2560gramm und 51cm. Wir waren überwältigt, dass wir das so einfach geschafft hatten, von einer so wahnsinnig schnellen Geburt und wie einfach alles sein kann wenn man einfach vertrauen hat. Wir waren so stolz auf uns. Melanie versuchte dann unsere Lina noch etwas mehr zum schreien zu bewegen was sie dann auch tat. Im selben Moment standen dann auch die beiden ältesten auf der Treppe die von dem ganzen Geschehen natürlich doch was mitbekommen hatten. Gleich wurde die neue Schwester begutachtet und für süß befunden :-) Die Oma zog sich dann mit den beiden aufs Sofa zurück während Melanie mit mir die Plazenta und alles weitere erledigte. Meinen Mann konnte ich nach seinem rumgewusele endlich auch mal davon überzeugen sich mal zu uns zu setzen um seine Tochter zu begrüßen. Das tat er dann auch und er weinte vor Rührung und vor Erschöpfung ein paar kleine Tränen. Es war einfach schön das alles nocheinmal zu erleben. So ganz anders als beim letzten mal in der Klinik. Er und meine Schwiegermutter wurden dann hochgeschickt um mein Bett etwas herzurichten weil Melanie mich dann demnächst hochbringen wollte. Als ich hochkam saß der rest der Familie schon auf dem Bett und wartete. Besonders schön war, dass ich kein einziges mal von der kleinen getrennt war; ich hielt sie ganz fest wir konnten uns so lange beschnuppern, viel länger als ich das aus der Klinik kannte. Irgendwann brachte die Oma die Kinder wieder ins Bett und setzte sich dann nochmal zu uns. Sie war ja schließlich auch ein teil des ganzen ;-) Melanie saß unten und machte noch einiges schriftliches. Gegen Morgen kam sie dann mit einem Törtchen und einer Kerze ins Schlafzimmer und gratulierte nochmal ganz herzlich.

Schade ist nur ,dass wir euch erst beim 4.und somit für uns letztem Kind für uns entdeckt haben. Aber umso toller dass ihr uns immerhin dieses mal begleitet und uns diese schöne Geburt ermöglicht habt. Es war die schönste Belohnung nach der letzten, nicht so tollen Geburt, nun noch so einen schönen Abschluss von dem ganzen zu bekommen. Und das noch an einem Sonntag. Da hat uns auch der liebe Gott nun für alles entschädigt was beinahe schief gelaufen wäre.

Danke liebes Hebammenteam für euer stets offenes Ohr,
Danke Monja für deine Geduld mit mir und Entschuldigung fürs umsonst wecken-hab immer noch ein schlechtes Gewissen ;-)

Und danke Melanie für dein Kommen, deine Ruhe die du ausstrahlst, deine Sicherheit die du uns gabst, dein Verständnis für alles was eine Geburt so mit sich bringt. Deine liebe Art, auch den Kindern gegenüber (auch die schwärmen heute noch von dir ) ...Danke dass du da warst ...Immer werde ich mich durch dieses schöne Erlebnis das du uns gabst mit dir verbunden fühlen :-)

Danke euch allen für so eine schöne Zeit ,
Es grüßen euch herzlich, Carolin & Matthias mit Lina und natürlich auch den 3 großen

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19.07.18

Jakob Rajesh

Der Bericht von Jakob wurde von seinem Papa fertig formuliert. Jakob hat seine Mama extrem lange warten lassen, da sie sich soooo sicher war, ihn schon lange vor dem errechneten Termin in den Armen halten zu dürfen ;-)

(fertigformuliert vom Papa)
Für mich, als werdende Mutter, war von Anfang an der Schwangerschaft klar, ich möchte in einem Hebammenhaus entbinden (dies stand für mich auch schon lange bevor wir schwanger wurden mehr oder weniger fest).
Ich bin Krankenhäusern eher abgeneigt und greife auf die Schulmedizin, wenn es geht erst im Notfall zurück. Meiner Meinung nach ist eine Schwangerschaft keine Krankheit. Diese Meinung vertrete ich auch weiterhin, obwohl mir während fast der gesamten Schwangerschaft immer übel war und ich viel spucken musste.
Bei zukünftigen Schwangerschaften werde ich definitiv wieder eine Betreuung durch s’Hebammenhaus in Anspruch nehmen (mehr dazu am Ende dieses Berichtes).

Hier ein kurzer Rückblick auf die „letzten“ Tage vor und nach dem errechneten Entbindungstermin:
Bei mir traten ab etwa der 32. Schwangerschaftswoche leichte Senkwehen zu den vorhandenen
Übungswehen ein, da sich Jakob bereits ohne große Hilfe vor der 31. SSW mit dem Kopf Richtung Becken gedreht hatte. Dieser Zustand änderte sich außer der Intensität der Wehen nicht größer.
Viele Senkwehen, Übungswehen und zwei tatsächlichen Fehlalarmen später trat bereits der 9. Tag nach dem errechneten Termin ein und ich wurde langsam etwas aufgeregter und zittrig. (…) An diesem Tag machte Monja mir wieder eine Akupunktur, heftete Magneten zur Stimulans an meine kleinen Zehen und gab mir Nelkenöl für Nelkenöltampons und einen Einlauf mit. Damit war ich dann den restlichen Tag erst mal beschäftigt.
Am späten Nachmittag setzten wieder Wehen ein, die auch stärker wurden. Dennoch wollte ich aber auch bis in den Abend hinein nicht recht glauben, dass es dieses Mal kein Fehlalarm werden könnte.
Bis ca. 1:20 Uhr blieben die Wehen relativ konstant und gleich stark, ich hatte mir im Wohnzimmer ein einigermaßen bequemes Plätzchen aus Decken bereitet und versuchte mich so durchzuatmen. So habe ich mich entschieden die Bereitschaft anzurufen. Melanie war am Telefon, die mir sagte, sie brauche zwischen 45 min bis 1h, um das Geburtshaus vorzubereiten. Melanie wollte mich gerne sehen, auch wenn es sein könnte, dass wir wieder nach Hause geschickt werden.
Also waren wir um 2:40 Uhr am s‘Hebammenhaus und alles war vorbereitet. Ich durfte wie im
Voraus gewünscht in die Wanne, das war herrlich, in der ich dann auch für eine längere Zeit
geblieben bin. Die Wehen kamen regelmäßig wurden auch deutlich stärker. In den Wehenpausen habe ich die Gelegenheit genutzt und habe kurze Schlafpausen zur Regeneration eingelegt. Da wir im Aufklärungsgespräch zugestimmt hatten, dass Hebammenschülerinnen bei den Terminen und Geburt dabei sein dürfen, fragte uns Melanie, ob eine der Schülerin bei der Entbindung dabei sein dürfe. Wir waren damit einverstanden. Da die Wehen schwächer wurden, holte mich Melanie aus der Wanne raus. Im Vierfüßlerstand vor dem Bett ging es nach einer Liegepause weiter und Melanie und Johanna haben kräftig „die Äpfel geschüttelt“, um mir zu helfen, den Kopf durchs Becken zu bekommen. Das waren die schlimmsten Schmerzen rückblickend betrachtet. Da mein Mann während der Wehen nicht viel tun konnte, beschäftigte sich dieser selbst und ließ den Dingen ihren Lauf. Er war wenn notwendig aber immer für mich/uns da.
Irgendwann sprang ich plötzlich auf und rief Johanna zu, ich müsse aufs Klo und rannte in das Bad. (…) In meinem Zustand der „Trance“ war mir nicht klar, was aber Melanie und Johanna schon wussten, dass die Presswehen einsetzen werden. In der Tat ging es mit einem Schemel unter den Füßen, auf dem Klo sitzend und die Hände an den Griffen in der Wand festgekrallt weiter. Melanie fühlte immer wieder nach. Als das Köpfchen auf dem besten Weg war ging es wieder ans Bett und auf alle Viere.
Meinem Mann hatte nicht mitbekommen, dass die Presswehen begonnen hatten und zog parallel in der Annahme es wird noch dauern, kurz zur Tankstelle in der Nähe los, um ein paar Brezn/Brezeln zu besorgen. Da es inzwischen 07:20 Uhr geworden war, hatte er Hunger. Er kam gerade noch rechtzeitig zur Geburt unseres kleinen Jakob Rajeshs.
Die Fruchtblase war immer noch in Intakt. Quasi erst im letzten Moment vor der Geburt des Kopfes habe ich gespürt wie es plötzlich nass wurde und ein Großteil des Druckes auf das Becken ließ nach.
Es ging danach alles ganz schnell und da lag er vor mir der kleine wunderbare Erdenbürger, ich habe es kaum fassen können. Abschließend kann ich sagen, es war wundervoll. Ein paar Tage nach der Geburt viel mir auf, dass Melanie sowohl die Schwangerschaft festgestellt hatte, als auch mir geholfen hat Jakob auf die Welt zu bringen. Nach dieser Geburt und Begleitung während der Schwangerschaft kann ich nur eines sagen: „Heute weiß ich, ich würde jederzeit bzw. werde ich wieder in s’Hebammenhaus gehen“.
Vielen Dank für alles.

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23.06.18

Samuel

... Nun wussten wir, dass es nicht mehr lange gehen würde, bis unser Sohn geboren sein wird...

Am Freitagmorgen um circa 3:00 Uhr wachte ich auf und spürte wie es plötzlich ganz nass zwischen meinen Beinen wurde. Da war mir sofort klar, dass meine Fruchtblase gesprungen war. Ich weckte David neben mir und sagte ihm, er solle schnell ein Handtuch holen. Als ich mit dem Handtuch zwischen den Beinen aufstand und zur Toilette ging, lief erneut ein Schwall warmer Flüssigkeit an meinen Beinen hinunter. Nun wussten wir, dass es nicht mehr lange gehen würde, bis unser Sohn geboren sein wird.
Da jedoch keine Wehentätigkeit einsetze, riefen wir im Hebammenhaus an, um uns zu vergewissern, dass wir noch einmal weiterschlafen können. Christina Hügel versicherte uns, dass alles in Ordnung sei und wir versuchten noch etwas zu schlafen, um so viel Kraft wie möglich für die bevorstehende Geburt zu sammeln. Es gelang uns trotz Nervosität etwas weiter zu schlafen. Ich spürte jedoch immer wieder, dass erneut warmes Wasser austrat. Morgens um kurz vor 9 rief ich nochmals im Hebammenhaus an, weil ich mich wunderte nach 5 h immer noch keine Wehen zu haben. Christina meinte, wir dürften einfach abwarten. Das beruhigte uns sehr. Wir frühstückten in Ruhe und bereiteten schon langsam das Schlaf-, Wohn- und Badezimmer für die Geburt vor, indem wir abdunkelten und überall Kerzen aufstellten.
Immer wieder nahm ich ein Ziehen im Unterleib wahr, wusste aber nicht, dass dieses Ziehen Wehen waren. Als es jedoch immer stärker wurde und David die Zeit stoppte, bemerkten wir, dass es sich bei einem regelmäßigen Abstand von 8 Minuten einpendelte und es sich somit höchstwahrscheinlich um Wehen handelte. Der Vormittag verflog innerhalb kürzester Zeit. Die Intensität der Wehen nahm langsam zu, die Abstände wurden kürzer.
David rief nun im Hebammenhaus an und Christina Hügel sagte, sie würde sich nun auf den Weg zu uns machen. Etwas später um circa 15:00 traf sie ein. Ich befand mich im Wohnzimmer, kniete auf dem Schafswoll-Teppich und stütze mich auf dem Sofa ab. Christina machte sich ein Bild und sagte, es wäre alles gut, so wie wir das machen und dass sie nochmal geht, da wir das auch ohne sie gut machen würden.
Ich veratmete den Nachmittag weiterhin Wehen, wechselte immer wieder die Position bzw. den Raum, legte mich mal ins Bett, mal in die Badewanne. Dann musste ich mich übergeben und mir wurde abwechselnd kalt und heiß. Ich hatte ständig Durst. Zwei Stunden später rief David erneut bei Christina Hügel an, da die Wehen noch stärker geworden waren.
Christina kam um ca. 18:00 Uhr wieder und auch Grit, die zweite Hebamme traf ein. An mir flog der Abend vorbei und ich bekam alles um mich herum kaum mit. Christina Hügel machte dann Übergabe an Christina Decker. Ich veratmete weiter die Wehen. Mal eine kurze Wehe, die es aber in sich hatte und sehr stark war. Dann wieder eine etwas längere Wehe, die zwar nicht so stark war, aber so lange dauerte bis gleich die nächste Wehe folgte, sodass kaum Zeit zum Ausruhen blieb. Ich merkte wie mir die Kräfte ausgingen. In der Wehenpause zitterten meine Beine vor Erschöpfung und mir wurde kalt. Während der Wehe lief mir der Schweiß hinab und mir war heiß. Irgendwann kam ich an einen Punkt, an dem ich dachte, wenn es nicht bald soweit ist, dann kann ich nicht mehr. Aber Christina Decker sprach mir immer wieder Mut zu. Auch David hielt mich die ganze Zeit fest, holte mir Wasser oder half mir, durch tiefe Töne die er machte, die Wehe besser zu veratmen, da ich dann von lautem unbewusstem Schreien in das tiefe bewusste Brummen einsteigen konnte.
Da es irgendwie nicht voranging, sagte Christina Decker, sie würde mich mit meiner Zustimmung vaginal untersuchen. Mir war das sehr recht, da ich wissen wollte, wie weit es war. Dabei stellte sich heraus, dass der Muttermund zwar vollständig geöffnet war, das Baby aber im Becken festhing und die letzte „Biegung“ noch nicht geschafft hatte. Trotz starker Presswehen, bei denen ich versuchte mit aller Kraft mitzuschieben, ging es nicht voran. Wir probierten alle möglichen Positionen aus. Ich lief im Storchenschritt durch die Wohnung, ging in die tiefe Hocke, lehnte mich auf dem Schreibtisch ab, Christina Decker schüttelte oder massierte mein Becken, ich ging auf Toilette und wieder zurück ins Wohnzimmer. Jede Bewegung sollte dabei helfen, dass sich das Baby richtig ins Becken drehte.
So langsam machte ich mir etwas Sorgen, vor allem, weil ich auch wusste, dass mir die Kraft ausgehen würde, wenn ich so weiter machte. Auch für mein Baby war es sehr anstrengend, wie sich herausstellte, als Christina nach der Wehe immer seinen Herzschlag abhörte. Er erholte sich nach jeder Wehe nur langsam von der Anstrengung. Christina und Grit zogen sich dann in die Küche zurück, um sich zu besprechen, wie es weiter geht. Als sie zurückkamen, meinte Christina, ich solle versuchen die Wehen zu veratmen ohne zu pressen oder mitzuschieben. Das war gar nicht so einfach, da der Pressdrang da war. Ich lag seitlich auf dem Teppich im Wohnzimmer und versuchte ganz ruhig zu atmen und dem Drang zu pressen zu widerstehen. Ich fühlte mich wie in Trance. Ich befand mich in einem halbwachen Zustand und nickte in den Wehenpausen immer wieder ein.
Irgendwann hatte ich das Gefühl, auf Toilette zu müssen. Ich hatte den ganzen Abend sehr viel getrunken, war aber nie auf Toilette gewesen. Meine Blase musste also sehr voll sein. Evtl. ein weiterer Grund, warum das Baby nicht so viel Platz hatte und es schwierig war, im Becken voranzukommen. Als ich jedoch auf Toilette war, konnte ich nicht Wasser lassen, so sehr ich es versuchte. Christina meinte, sie könne mir einen Einmalkateter legen. Das wollte ich auf keinen Fall. Plötzlich (vielleicht gerade deshalb) verspürte ich eine enorme Presswehe und schob mit aller Kraft mit. Ich spürte wie sich etwas getan hatte und konnte nun deutlich das Köpfchen spüren. Auf einmal war ich wieder voller Energie und Vorfreude, weil ich wusste, dass es jetzt nicht mehr lange gehen würde, bis unser Kind geboren war.
Wir liefen zurück ins Wohnzimmer, unterwegs im Flur veratmete ich eine Wehe und kniete dann wieder vor das Sofa. Mit jeder weiteren Wehe spürte ich, dass es weiter voran ging. Christina legte mir ein Tuch mit warmem Kaffee auf den Damm, was enorm wohltuend war. Mit jeder weiteren Wehe, kam der Kopf weiter voran. Ich nahm einen brennenden Schmerz wahr, der aber gut auszuhalten war. Der Abstand zwischen den Wehen wurde nun länger, was mich irritierte, da ich dachte, jetzt wo ich die Wehe brauche, um mitzuschieben und mein Kind zu gebären kommt sie nicht. Im Nachhinein denke ich jedoch, dass es nun langsamer voran ging, damit sich alles langsamer öffnen und dehnen konnte und somit weniger Geburtsverletzungen entstanden. Der Körper weiß eben genau, was er wann tun muss. Das beeindruckte mich bei der Geburt am meisten.
Als das Köpfchen endlich geboren war, war auch eine Hand und ein Ärmchen mitgeboren. Das Baby hatte also den ganzen Geburtsverlauf über, sein Fäustchen am Köpfchen. Dies war wahrscheinlich der Grund, warum es im Becken schwierig war, voran zu kommen und warum die Austreibungsphase so lange ging. Mit drei weiteren starken Presswehen war auch der Körper meines Babys geboren.
Es war ein unglaubliches Glücksgefühl, dass mein Sohn, auf den ich neun Monate lange gewartet hatte, nun endlich da war. Er lag unter mir auf dem Boden, ich kniete über ihm und David saß direkt vor uns auf dem Sofa. In diesem Moment war nichts anderes in diesem Raum zu spüren, als Erleichterung, Staunen und Glück. Ich spürte, dass Christina, Grit und Nathaly hinter mir standen und auch den neuen Erdenbürger bewunderten. Ich nahm dieses kleine Wesen hoch, drückte es fest an mich und lief, gestützt von David und Christina, ins Schlafzimmer, wo ich mich ins Bett legte, meinen kleinen Sohn auf meinem Bauch und meinen Mann an meiner Seite spürte. Nie werde ich diesen Moment vergessen.
Ich möchte meinen herzlichsten Dank an alle Hebammen vom s´Hebammenhaus aussprechen, ohne die wir diese wunderschöne Geburt zu Hause in unseren vier Wänden nie hätten erleben können. Das Vertrauen, das sie in die Kräfte einer Frau haben, schenkt einem selbst Vertrauen in die eigene Fähigkeit, ein Kind ganz natürlich zur Welt zu bringen. Die Ermutigung und den Rückhalt, den ich während der Geburt erfahren durfte, werde ich immer in Erinnerung behalten. Wir freuen uns jetzt schon auf die nächste Schwangerschaft, Geburt und die Begleitung durch Euch.

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07.06.18

Rika

Rikas Mama hat ihr erstes Kind aus der Beckenendlage spontan geboren - dieses Mal konnte sie eine spontane Geburt im s'Hebammenhaus erleben :-)

Halb eins musste ich zur Toilette. Leichte Bauchschmerzen. Halb zwei schon wieder. Da fingen auch die Wehen an. Gleich im 5min Abstand. Sehr gut zu veratmen, also legte ich mich wieder hin. Die Woche vorher hatte ich auch mal abends alle 5 min Wehen, die aber wieder aufhörten. Da ich schon 9 Tage über Termin war, war die Chance ja groß das es nun endlich los geht. Gegen drei bin ich wieder aufgestanden und entschied mich zu duschen. Das warme Wasser tat gut. Ich tigerte unruhig in der Wohnung umher. Die Wehen waren gleichbleibend ich konnte nebenher gut laufen. Entschied mich aber doch meinen Mann zu wecken um zu baden. ( Der Wickeltisch steht auf der Badewanne) unser großer 2. Jähriger Sohn lag friedlich schlafend in unserem Bett und bekam nichts mit. Nach dem Baden setzen wir uns ins Wohnzimmer. Wir entschieden uns die Rufbereitschaft anzurufen. Melanie. Wie schön. Wir freuten uns sehr über ihre Stimme. Da ich auch während den Wehen relativ gut telefonieren konnte entschieden wir alle noch etwas zu warten. Ganz allmählich wurden die Wehen etwas stärker. Gegen sechs weckten wir Melanie erneut und meinten wir wollen doch so langsam los. Eine halbe Stunde später saßen wir im Auto. Während der Fahrt wurden die Wehen stärker aber weiterhin gut erträglich. Im Auto dachte ich das erste Mal, gut dass wir unterwegs sind. Im Geburtshaus angekommen, kurz vor sieben, freute ich mich über die tolle Atmosphäre, die Kerzen und den schönen Raum. Er wirkte ganz anders als bei den Untersuchungen davor. Melanie begrüßte uns freundlich und richtete noch etwas. Nach dem Klogang hockte ich mich vor das Bett und veratmete die Wehen. Melanie wollte auf dem Bett nach den Herztönen und der Lage des Babys schauen. Im Liegen wurden die Wehen wirklich stark und ich hatte schon einen leichten Pressdrang oder doch nochmal aufs Klo? Auf dem Weg zum Klo kam die nächste starke Wehe und Melanie wollte, dass ich wieder vors Bett knie und meine Hose ausziehe. Sie strahlte eine Sicherheit und Ruhe aus, die ich total aufnehmen konnte und mich sicher fühlte. Irgendwann zwischendrin hatte Melanie telefoniert und Kerstin und Nathaly angerufen. Es waren tatsächlich schon Presswehen und ich spürte wie sich das Köpfchen seinen Weg bahnte. Melanie und mein Mann unterstützen mich super. Dir Fruchtblase platzte und Melanie sagte schon sie sehe das Köpfchen. So schnell. Dank ihrer guten Anweisungen schob ich während den Wehen etwas mit. Das Köpfchen war geboren und wir alle hörten ein quieken. Das Baby machte Geräusche; voller Emotionen und Freude wartete ich auf die nächste Wehe. Die Kleine war geboren. Wir waren keine 50 Minuten im s‘Hebammenhaus. So viel Freude, Glück und Liebe überströmten mich, ich nahm das kleine Bündel in den Arm und kuschelte mich ins Bett. Ein Gefühl, schwer zu beschreiben, einfach ein vollkommener Moment. Ich durfte die Nabelschnur durchtrennen, dies war ein weiterer schöner und aufregender Moment, das Kind war nun ein selbstständiges kleines Wesen.
Vielen Dank dem ganzen s’Hebammenhausteam für die Geburt im s’Hebammenhaus. Nach meiner ersten Geburt dachte ich nie, dass ich jemals so etwas schreiben kann und habe auch nur über die, die so etwas schreiben den Kopf geschüttelt, aber es war wirklich eine SCHÖNE GEBURT. Das gibt es wirklich. Danke, dass ich bei euch diese Erfahrung machen konnte.

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29.04.18

Joy

"Liebe Joy, ich möchte dir von dem Tag deiner Geburt erzählen, doch beginne ich ein paar Tage davor. Ich schreibe es nieder, um nichts von diesem außergewöhlichem Tag zu vergessen..."

Deine Geburt bei Kerzenlicht am 29.04.2018

Durch die Frauenärztin haben wir erfahren, dass der 19. April 2018 dein errechneter Geburtstermin ist. Was die Ärztin nicht wusste war, dass du andere Pläne hattest.
Du hast dich entschieden, uns noch ein bisschen warten zu lassen oder, wie viele sagten, dass du dich noch schick machen musstest. Nach dem 19.04. (und auch schon davor) hatte ich regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen im s'Hebammenhaus. Die verschiedenen Hebammen haben sich in der ersten Woche über dem errrechneten Termin jeden zweiten Tag und nach dem 7. Tag „drüber“ täglich um uns gekümmert. So konnten wir viele potenzielle Geburtsbegleiterinnen kennenlernen. Ich freute mich jedes Mal auf diese Termine, um mir bestätigen zu lassen, was ich schon wusste und zwar, dass es dir gut geht, dass wir noch Zeit haben, und dass du entscheidest, wann du dich auf den Weg machen möchtest.
Am Freitag und Montag nach dem errechneten Termin trafen wir Melanie. Ihr bin ich besonders dankbar, denn sie zeigte mir andere Wege auf (statt Krankenhaus) und sie hat sich für uns eingesetzt, damit wir eine Wochenbetthebamme (Christina) bekommen. Obwohl wir eigentlich in der 25. SSW zu spät dran waren. Nachdem wir 7 Tage über dem Termin waren, haben wir Versuche gestartet, dich auf den Weg zu bringen. Akupunktur bei Heike (Donnertstag, 26.04.2018), Schüssler Salze und Senfkernmehl für ein heißes Fußbad von Monja (Samstag, 28.04.2018) sowie Kügelchen und Eipolablösung (Fruchtblase wird per Hand vorsichtig vom Gebärmutterhals gelöst) am Sonntag, den 29.04.2018 durch Christiane. Bei jeder Vorsorge wurde mein Bauch abgetastet um zu fühlen wo du liegst, deine Herztöne und mein Blutdruck wurden konntrolliert und Urin hab ich meistens abgegeben. Du warst putzmunter, doch machtest keine Anstalten, herauszukommen. Auch Daddy´s tolle Fußmassagen, die ich jeden Abend bekam, konnten dich nicht raus locken.
Christiane hat uns dann empfohlen nochmals ins Solemar zu gehen nach unserem Termin. So sind wir also gegen 13 Uhr ins Solemar gegangen, doch nach 30 Minuten im Wasser wurde es mir furchtbar übel und schwindelig. Ich befürchtete, im Becken zu kollabieren und so bat ich Daddy, ob wir nach Hause gehen könnten. Für ihn war das kein Problem. Zuhause angekommen haben wir zu Mittag gegessen und ein Mittagsschläfchen gemacht.

17.20 Uhr... Als ich aufwachte musste ich (mal wieder) auf die Toilette, und wie immer kam nicht viel Urin. Ich beugte mich vor um das Klopapier zu erreichen und plötzlich entlud sich, ohne Schmerzen, sehr viel Wasser über den üblichen Weg. Zuerst war ich unsicher aber dann dämmerte es mir... meine Fruchtblase war geplatzt... du warst jetzt endlich bereit, die Welt mit eigenen Augen zu sehen.
Ich ging zurück ins Wohnzimmer, wo Daddy sich gerade auf dem Sofa streckte und sagte, er habe so gut geschlafen. Ich war froh, das zu hören, denn mit einem Mann, der erstmal herausfinden muss, welches Jahr es ist, wollte ich keine Geburt beginnen. Vorsichtig sagte ich: „I think my water just broke“, und Daddy machte ziemlich große Augen, gleichzeitig grinste er, denn auch er konnte es nicht mehr abwarten, dich endlich in seinen Armen halten zu können. Ich entschied mich, nochmal auf die Toilette zu gehen, doch schon in der Wohnzimmertür lief mir das Wasser die Beine herunter. Auf der Toilette sitzend versuchte ich herauszufinden, was ich nun als nächstes tun möchte. Daddy hat ein paar Handtücher auf das Sofa gelegt und ich habe dann Christiane angerufen (17.50 Uhr). Lang und breit erzählte ich ihr, wie der Tag nach unserem Treffen weiter verlief (Daddy verdrehte neben mir die Augen) bis ich erklärte, dass ich vermute, das meine Fruchtblase geplatzt sei. Sie fragte, ob wir uns um 19.15 Uhr im Geburtshaus treffen könnten, dem stimmte ich zu. Granny und Opa waren in der Sauna, die versuchte ich zuerst anzurufen. Da ich sie nicht erreichen konnte (auch 30 Minuten später nicht, diese verbrachten wir damit, dass Daddy das Geschirr spülte und ich Wäsche zusammen legte), rief ich Auntie Mandy um 18.30 Uhr an. Sie war informiert, dass falls ich Granny und Opa nicht erreichen könne, sie mich fahren würde. Daddy hat nämlich noch keinen Führerschein. Auntie Mandy war total relaxed am Telefon (innerlich wahrscheinlich himmelhoch jauchzend) und wir vereinbarten, dass sie uns um 19 Uhr abholen könne. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich seit 10 Minuten Wehen (wie starke Periodenschmerzen) in 3 Minuten Abständen. 5 Minuten später rief Granny zurück und fragte ob sie noch vorbei kommen könnten. Ich antwortete ganz entspannt „Na klar!“ und verriet nichts von der geplatzen Fruchtblase oder den Wehen. Auntie Mandy wurde dann auch informiert, dass sie nicht kommen brauche. Als deine Großeltern zehn vor 7 bei uns zuhause ankamen war ich gerade (schon wieder) auf der Toilette. Prompt zur Begrüßung wieder eine Wehe. Deine Granny konnte es kaum glauben und Opa war so nervös, dass er keinen Satz mehr zusammen bekam. Wir nahmen also die gepackte Tasche und den NOCH leeren MaxiCosi und fuhren nach Villingen. Im Auto hatte ich alle 2 Minuten Wehen ca. 40-50 Sekunden.

19.15 Uhr... Dort angekommen wurden wir von Christiane im Geburtshaus in Empfang genommen. Viel zu sagen gab es nicht, da meine Wehen für sich sprachen. Sie kontrollierte sofort deine Herztöne (super) und meine Binde, da ich mir unsicher war, ob das Fruchtwasser grün, gelb oder braun war (grün, ja). Gegen 20 Uhr (schätze ich mal, da ich jegliches Zeitgefühl verloren hatte) kam Elke und die Schülerin Kathrin um Christiane abzulösen. Sie stellten sich mir vor und kontrollierten auch sogleich wieder deine Herztöne (immer noch super). An die nächsten zwei Stunden kann ich mich nur noch wage erinnern (schon jetzt nach „nur“ 3 ½ Wochen). Daddy stand bei jeder Wehe vor mir und hielt mich fest und ich hielt mich an ihm fest (Arme und Schultern). Gelegentlich unterstütze mich Elke durch leichtes Drücken mit den ganzen Handflächen auf mein Becken und den Steißbereich am Rücken. Nach fast jeder Wehe trank ich auf Ermutigung der Schülerin einen Schluck Wasser. Mir war abwechselnd heiß und kalt. Einmal versuchten wir für 2 Wehen den Vierfüßlerstand, das war nichts für mich. Alle ca. 30 Minuten (vielleicht auch 45 oder 60 Minuten, hatte ja kein Zeitgefühl) kontrollierte Elke deine Herztöne (sehr gut) und ich wurde auch regelmäßig zur Toilette geschickt. Fruchtwasser und Blut war nach vielen Wehen in den Einlagen welche Daddy, Elke und Kathrin mir dann in den Verschnaufpausen wechselten. Auch hat Daddy mir ein Öl auf dem Rücken einmassiert. Ich habe das weder als positiv noch negativ empfunden. Und so stand ich da, jede Wehe an Daddy geklammert, geschrien, lautiert, gebrummt und gebrüllt (von „Oh mein Gott, oh mein Gott!“ bis hin zu später „Was ist das?“) bis ich mich völlig erschöpft fühlte und das Gefühl hatte, ich könnte nicht mehr stehen. Mittlerweile war die Sonne untergegangen (war ja ein warmer, sonniger Tag) und Kerzen wurden angezündet. Auf Elke´s Vorschlag hin, habe ich mich dann ins Bett auf die linke Seite gelegt. Daddy saß an neben meinem Kopf, links auf dem Bett die Schülerin und rechts Elke. Die nächsten Wehen (wahrscheinlich Presswehen) stemmte ich meinen rechten Fuß gegen die Schulter der Schülerin Kathrin und den linken Fuß gegen ihre Hand. Mit meinen beiden Händen umklammerte ich Daddy´s rechten Arm. Ich brüllte und schrie gegen seinen Oberarm. Wir versuchten ein paar Wehen auf der rechten Seite, Daddy wechselte dafür die Seite und Elke übernahm den Part der Schülerin. Doch auf der rechten Seite fühlte es sich nicht richtig an, also drehte ich mich wieder auf die linke Seite, Daddy folgte. Nach zwei oder drei Wehen (auch hier keine genaue Angabe, da ich keine Ahnung habe wie viele es wirklich waren) ermutigte Elke mich, mal zu fühlen. Und „Oh mein Gott!“, da war etwas zwischen meinen Beinen, dass versuchte raus zu kommen. Nochmals (ca.) drei Wehen später, wollte ich es genau wissen. Wie lange muss ich diese Schmerzen noch aushalten? Ich fühlte und „Oh mein Gott, oh mein Gott!“ dein Kopf war fast da. Elke informierte mich, dass sie dir ein warmes Tuch auf den Kopf legen würde, um dir zu signalisieren, dass es hier warm ist. Ich beschloss, in Gedanken einen Deal mit mir zu machen, alles zu geben, was ich kann und wenn es mich da unten zerreißt! Und dann... weitere (ca.) 3 Wehen später war dein Kopf draußen. Jetzt hieß es nochmals Kräfte sammeln um deinen Körper zu gebären. Mein Körper gönnte mir derweil ein Mini-Pause zum Durchatmen (vielleicht ca. 1-2 Minuten) und dann wieder Wehen... eins, zwei oder drei... und plötzlich rief ich vor Freude aus: „No more pain, no more pain!!!“ Keine Schmerzen mehr, denn du warst da... 22.27 Uhr... 2 Sekunden später... du schreist... Sofort legte man dich mir auf die Brust... du hattest die Augen auf und schautest mich an.

Im Kerzenlicht konnte ich dich betrachten. Verschmiert mit Blut und Käseschmiere... doch so wunderschön. So lagen wir beide in den Augen des anderen versunken da und betrachteten einander. Daddy küsste mich auf die Stirn (wie er es die ganze Geburt über immer wieder getan hatte) und dann dich. Wir waren sprachlos, nur Lächeln in unseren Gesichtern. Nach ca. 15 Minuten ermutigte Elke mich dich anzulegen. Ich wählte die rechte Brust aus und zack, es klappte auf Anhieb. Während du trankst rief Daddy deine Großeltern an. Zu Opa sagte er: „Du bist seid 43 Minuten Opa!“ und er telefonierte auch kurz mit Nanna in Wales. Nach dieser unglaublichen ersten Stunde wurde es Zeit, die Plazenta zu gebären. Wir waren ja die ganze Zeit noch miteinander verbunden – über die Nabelschnur. Dafür übergab ich dich zum ersten Mal an Daddy und hob meinen Oberkörper leicht an, hielt die Hände von Elke und Kathrin, während Elke mit der freien Hand eine Schale vor meinen Scheide stellte. Einmal drücken und flutsch – ohne Schmerz - kam viel Blut und die Nachgeburt heraus. Daddy durfte die Nabelschnur durchschneiden. Nun warst du frei und Mummy sollte etwas essen... nur was? Denn auf die mitgebrachte Dose Ravioli hatte ich mal so gar keine Lust. Ich wollte Gebäck... irgendwas süßes. Ich schickte Daddy zur Tankstelle um die Ecke, doch die war geschlossen. Zu meiner Rettung hatte Elke einen Zopf dabei. Die Schülerin schmierte mir also zwei Scheiben Zopf mit Marmelade, und dann wollte ich die Ravioli doch noch essen, also machte sie mir die Dose auch noch heiß. Daddy genoß derweil die erste Zweisamkeit mit dir. Noch während ich aß wurde bei dir die U1 gemacht. Stolze 4080g bei einer Länge von 52 cm und einem Kopfumfang von 36cm. Elke kontrollierte auch hinter deinen Ohren und deine Reflexe. Auch ich wurde untersucht und zu meinem Erstaunen war mein Damm nicht gerissen. Dann durften wir Granny und Opa anrufen, um abgeholt zu werden. Die konnten es kaum fassen, dass wir schon bereit waren. Ich zog mich an und half anschließend Daddy dabei, dich anzuziehen. Zu unserer großen Überraschung kamen Elke und die Schülerin mit einem Tablett, auf dem vier Sektgläser gefüllt mit Orangensaft und einem Küchlein, in dem eine brennenden Kerze steckte, herein, und Elke sagt, dass sie gerne mit uns Geburtstag feiern würden. Wir feierten deine Geburt auf die unbezahlbarste Weise, du in unserer Mitte auf dem Bett mit den zwei wundervollen Hebammen, die mir und Daddy geholfen haben, dich auf die Welt zu bringen. Es folgte auch noch bürokratisches, aber das gehört auch dazu. Dann klingelte es, und deine Großeltern konnten es nicht erwarten dich kennenzulernen.

Wir bedankten uns bei Elke und der Schülerin für diese einmalige Reise und freuen uns heute (3 ½ Wochen später) auf das Nachgespräch, denn an diesem Abend konnte ich noch nicht ausdrücken wie dankbar ich ihnen für ihre Hilfe war. Deine Geburt bei Kerzenlicht rührt mich heute zu Tränen, wenn ich nur daran denke, wie wir drei – Daddy, du und ich – mit liebevoller Unterstützung der beiden Hebammen es geschafft haben, dich auf die Welt zu bringen. Denn wenn einer von uns fünf gefehlt hätte, wäre es sicherlich nicht so ein unglaublich schönes Erlebnis gewesen. Ich kann nicht in Worten ausdrücken, wie dankbar ich bin, deinen Daddy als meinen Ehemann bezeichnen zu können. Durch die ganze Geburt hindurch hat er mich immer wieder motiviert und mir Kraft gegeben.

Daddy und ich würden jedes Mal wieder den Weg einer Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett mit den Hebammen gehen. So viel Vertrauen in uns, Verständnis für uns und liebevolles Wegweisen habe ich nie erlebt. 

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29.04.18

Joy (Dad's story)

I want to preface this by saying that I have a poor memory for times, so I cannot remember the exact time that Marina went into labour, ...

Joy's Birth – 29.04.2018

I want to preface this by saying that I have a poor memory for times, so I cannot remember the exact time that Marina went into labour, but I had just woken up from a small afternoon sleep to the announcement of „sweetie, I think my waters have broken“.

Not five hours before we were at the s'hebammenhaus with Christiane for a check up, as Joy was 10 days overdue by this point, I was on edge from the 39th week, so by this point I was ready for her arrival. After trying Accupuncture, massage, Solemar, clove oil tampons, Maisbarthaaretee, another tea with a mix of herbs, a hot mustard foot bath and some salt tablets, our baby was being stubborn and refusing to come out. That's when Christiane gave Marina a membrane sweep and told us that the cervix was dilated and Joy would be on her way any day now and we should go to Solemar to relax.

We had been sat in the water for about 30 minutes when Marina declared that she did not feel very well and I suggested that we leave and go home. A good friend of mine back in the UK had told me that when his partner went into labour, she had sent him a text message saying that she did not feel very well and it turned out her waters had broken, so I was excited but not getting my hopes up yet.

So there we are, me waking up at around 5pm to the news that Marinas waters had broken. A quick call to Christiane later and we were told to come in at 1915. I don't have a driving license so we were relying upon Marina's parents to drive us in, but as luck would have it they were at Solemar and were unreachable for the time being. About 45 minutes to an hour later they called to visit us, at which point they were told too that Marina's waters had broken and the contractions had also started and were now about 45 seconds in duration 3 minutes apart. After spending the last 9 months reading everything I could get my hands on about pregnancy, labour and birth, I knew that things were really starting to progress now.

We arrived at the birth house where we were once again welcomed by Christiane who brought us into the birth room and checked Marina and the baby over. Contractions were starting to get really strong by this point and Marina was in pain, something that will stay with me for the rest of my life was the look in her eyes when a contraction came. I knew right then that it was the two of us in this together and as much as it broke my heart seeing my wife in so much pain, I knew I had to be strong for her. After a quick lower back massage with some essential oils, the contractions were getting longer and stronger. A quick handover to Elke then took place and we were introduced to the trainee who would also be present for the birth. It was absolutely the best decision we could have made to allow the trainee to be present as she was an absolute star (although I have forgotten her name). Another check on both mum and baby assured us that all was progressing well and at an established pace.

It took a while of trying different positions for Marina to find one she was comfortable with, which to my surprise was laying down on the bed. The atmosphere was very relaxed, I assisted in any way I could, such as swapping pads out in between contractions and being there to hold Marina's hand throughout.

As the contractions started to get stronger and more painful, it was obvious that our baby was making her way through the birth canal. I don't remember exactly when but Elke announced that the baby's head was visible and that Marina could reach down and touch it. I too also touched the baby's head, such a surreal feeling! A few pushes later and baby's head was nearly out. Elke held a warm towel to Joy's head to assure her that it was warm outside of Mummy too and that she should come out. Not a few seconds later the baby had emerged and her face was out. This gave Marina a chance to take a quick break and recoup her strength ready for the final push, which came about a minute and a half later when the baby had turned her body. Next thing I knew Marina was shouting that she had no more pain but I couldn't take my eyes off of my daughter laying on the bed, not a few seconds old and already letting out a cry (a cry that has progressively gotten stronger the past few weeks).

The next part is a bit of a blur, due to the overwhelming feelings of joy and relief that my daugther was finally here after months of waiting, Joy was given to Marina who put her to her breast to feed and we waited for the Placenta to be born. Once this had taken place I was allowed to cut the umbilical cord. A quick check over later, some food for Marina and some paperwork completed Elke and the student came back into the room with a small cake with a candle, four Sekt glasses filled with Orange Juice and a gift for the baby, where we then celebrated the birth of our baby.

After a quick phone call to my inlaws, they arrived to safely transport all of us back home.

All in, it was a fantastic experience for our baby to be born at s'hebammenhaus, the professionalism, knowledge and friendliness of all of the staff has ensured a healthy mother and baby and has put us off following a medical route for our next pregnancy.

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15.03.18

Vivian

Aus der geplanten Geburtshausgeburt von Töchterchen Nr. 2 wurde im Eiltempo eine Hausgeburt, die alle überraschte. Vivian war gerade geboren, als Hebamme Melanie dazukam.

Nachdem ich unser erstes Kind schon im s’Hebammenhaus zur Welt gebracht hatte, war für mich klar, dass es beim zweiten Kind genauso sein würde. Die Grosse bleibt mit Oma und Opa zu Hause, und ich gehe mit meinem Mann ins Geburtshaus. So der Plan.

Ja. Und dann kam alles anders. Vier Tage vor errechnetem ET quartierte ich meine Schwiegereltern auf unserem Schlafsofa ein, da alle Verwandten mindestens 100km weg wohnen, und der Fahrtweg war mir für den Fall der Fälle zu lange. So konnte ich mich auch noch ein wenig ausruhen und Oma und Opa beschäftigten die große Tochter. Der ET kam und verstrich. Ein Woche später wachte ich nachts auf und hatte einen großen Druck in Bauch und Rücken. Keine Wehen, aber ich war sehr unruhig und konnte nicht schlafen. Etwas Übelkeit stieg in mir auf und ich setzte mich vorsichtshalber ins Badezimmer, um Mann und Tochter nicht zu wecken. Nach etwa drei Stunden legte ich mich wieder ins Bett und konnte tatsächlich einschlafen. Als um 5.40 Uhr dann der Wecker klingelte, ging ich zur Toilette und merkte, dass die Schlafanzughose nass war. Hmm. Ich vermutete einen Blasensprung und sagte meinem Mann Bescheid. Der ging wie gewohnt arbeiten und ich legte mich nochmal ins Bett. Nachdem immer wieder etwas Flüssigkeit austrat war ich mir dann doch sicher, dass es ein Blasensprung sein musste, schrieb meinem Mann eine Mail und informierte über die Rufbereitschaft Elke und Christina, die zu der Zeit Dienst hatten. Es hieß hinlegen, ausruhen, vielleicht etwas vorschlafen und abwarten. Ausruhen oder gar Schlafen war etwas schwierig mit Kleinkind im Haus, bzw. unmöglich, aber dank Oma und Opa konnte ich doch etwas ruhen. Gegen halb elf rief Elke an, um sich nach dem Stand der Dinge zu erkundigen. Da ich bisher keine Wehen verspürte verabredeten wir, dass sie gegen 17 Uhr nochmals anruft und wir uns zu einer Untersuchung treffen. Ich sollte noch regelmäßig Temperatur messen und aufschreiben. Kurz danach kam dann auch mein Mann wieder nach Hause. Um halb fünf rief Elke wieder an, es gab bisher keine Veränderung bei mir, bis auf selten ein leichtes Ziehen im Rücken. Also kam Elke vorbei, besprach mit mir alles, nahm Blut ab (wegen dem Blasensprung) und machte ein CTG. Auf dem CTG waren die Herztöne des Babys regelmäßig mit leichtem (gewünschtem) Ausschlag und auch Wehen meinerseits wurden aufgezeichnet, wobei ich diese nicht alle spürte. Nachdem alles in Ordnung war, machte sie noch eine Bauchmassage, war begeistert über die Reaktion meiner Gebärmutter und meinte noch, dass sie glaubt, dass es nacht wird, bis das Kind kommt, und dass es schnell gehen wird. Wie recht sie hatte….. Da Elke’s Dienst dann vorbei sein würde, gab sie Melanie Bescheid, dass ich „in der Pipeline“ stehe und verabschiedete sich.

Im nun folgenden Text kann ich die Uhrzeiten teilweise nur schätzen, da ich dann doch keine genauen Aufzeichnungen geführt habe. Ab etwa 20 Uhr verspürte ich leichte Wehen, aber unregelmäßig und ich größeren Abständen. Gut, dachte ich, dann kann mein Mann noch die Tochter ins Bett bringen und dann können wir in Ruhe ins Hebammenhaus starten. Aber die Tochter merkte natürlich, dass irgendwas ist, und dass Mama sich irgendwie seltsam verhält. Dann gegen halb zehn kamen die Wehen im Abstand von 8-15 Minuten und ich rief Melanie an. Bei der zweiten Geburt heißt dass noch nicht viel, sprich es könnte wieder aufhören, doch wir verabredeten, dass wir uns in etwa einer halben Stunde bis Stunde im Hebammenhaus treffen. Die (bisher noch nie mit jemand anders eingeschlafene Tochter) war natürlich immer noch wach. Etwa 10 Minuten nach dem Telefonat gingen die Wehen richtig los. Ganz anders als bei der ersten Geburt, die sich über Stunden gezogen hatte. Ich legte mich ins Bett, um ein wenig zu ruhen und die Wehen nicht noch mehr voranzutreiben. Doch das nutzte nichts, kurze Zeit später überrollten mich die Wehen und ich bat meinen Mann, nochmals Melanie anzurufen. Sie solle bitte zu uns kommen, ich wollte in kein Auto mehr steigen, da ich spürte, dass es dafür nun doch schon zu spät sei. Melanie instruierte meinen Mann übers Telefon, was vorzubereiten war, und glücklicherweise hatten wir alles da. Ich bekam davon nur am Rande was mit, die Wehen kamen ohne Pause, und ich arbeitete mit. Seltsamerweise war ich ganz ruhig und wusste genau, was zu tun war. Die Erinnerung an die erste Geburt kam in mir hoch, und wie Katja mich damals angeleitet hatte. Damals konnte ich mit allem recht wenig anfangen da ich nur sehr schwache Wehen hatte. Nun aber hatten mich die Wehen so stark im Griff, dass ich noch nicht einmal mehr die Position wechseln konnte. Ich atmete und schrie mit den Wehen mit. Und relativ schnell kam dann der Druck in der Steißbein-Gegend. Da ich noch meine Klamotten an hatte zog ich mir soweit es möglich war die Hose aus. Ich erinnerte mich an Katjas Frage ob ich den zur Toilette müsse. Jetzt wusste ich genau was sie meinte. Das Baby kam. Ich presste mit und klammerte mich an mein Bettlaken. Auf einmal war mein Mann da und unterstütze mich. Und mit einem Mal gab es einen richtigen Ruck und einen kurzen Schmerz. Das Köpfchen des Babys war geboren. Und kurz darauf flutsche das Baby aus mir heraus und machte sich auch gleich lautstark bemerkbar. Mein Mann nahm es hoch, ich zog mir die Oberteile aus und wir legten das Baby auf meinen Brustkorb. Die Nabelschnur war gerade lang genug.

Mein Mann rief Melanie an, dass das Baby nun auf der Welt sei. Sie war gerade in unseren Hof gefahren und kam kurz darauf in unser Schlafzimmer. Die Nachgeburt ließ dann auch nicht lange auf sich warten. Melanie untersuchte Baby (es ist ein Mädchen, topfit) und Nachgeburt (alles vollständig da), mein Mann durchtrennte die Nabelschnur. Dann spürte ich wie ich anfing zu zittern. Meine Arme und Beine machten sich selbständig und verarbeiteten so die Anstrengung. Ich konnte nichts dagegen tun, außer Melanie’s Hilfe und Halt anzunehmen. Nachdem sich meine Muskeln nach einer gefühlten Ewigkeit beruhigt hatten und die Nachwehen weniger wurden, legten wir das Baby zum Trinken an die Brust. Melanie sah sich mit meinem Mann die Plazenta genau an und erklärte ihm alles. Ich fühlte mich zu schwach, um dazu zu kommen, wusste ja aber von der ersten Geburt wie eine Plazenta aussah und was sich alles erkennen lässt. Melanie erledigte die Formalitäten und was alles dazu gehört. Mein Mann und ich verbrachten die Zeit mit dem neuen Familienmitglied. Die große Tochter, die bis zum ersten Schrei des Babys zur Ablenkung Fernsehen durfte, schlief mit Oma und Opa auf dem Sofa ein. Gegen halb drei in der Nacht verabschiedeten wir Melanie und kuschelten uns auf dem frisch gemachten Bett zusammen. Glücklicherweise hatte ich wegen der Befürchtung eines Blasensprunges mein Bett entsprechend „präpariert“, so dass hier nicht viel zu reinigen war. Am nächsten Morgen kam dann die große Tochter ins Schlafzimmer und konnte die kleine Schwester begrüßen. „Endlich ist das Baby raus gekommen“ meinte sie und kam mit zu uns ins Bett.

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15.03.18

Vivian (von Papa erzählt)

Die Geburt aus Sicht des Partners, der dachte, er sei auf alles vorbereitet, und der dann von seiner zweiten Tochter Vivian und seiner Frau und ihrer enormen Kraft und Stärke überrascht wurde.

Vor nicht ganz vier Jahren kam unsere erste Tochter in einer langen und anstrengenden Nacht im Hebammenhaus zur Welt. Auf ein entsprechendes Ereignis stellt ich mich diesmal auch ein, mit dem elementaren Unterschied, dass es nicht die erste Geburt war und ich sicher war, dass ich alles schon mal mitgemacht hatte. Die Taschen standen schon seit Wochen gepackt und gerichtet, der Crashkurs „Geburtsvorbereitung“ wurde ohne besondere Neuerungen durchlaufen, alles war noch präsent. Eigentlich alles klar, tiefentspannt warten, dass es losgeht. Meine Kollegen auf der Arbeit fragten mich jeden Tag, ob es denn jetzt soweit sei und konnten zu keinem Zeitpunkt verstehen, wie ich eigentlich so locker täglich zur Arbeit erscheinen konnte, auch als der errechnete Termin schon vorbei war.

Dann kam der 15.03.2018. Morgens gegen 6 Uhr erfuhr ich von meiner Frau dass die Fruchtblase wohl geplatzt sei, aber die Teststreifen etwas alt seien und daher nichts vernünftiges anzeigten. Kein Grund zur Panik, so fing es beim ersten Kind auch an. Etwas später gegen 8 Uhr erreichte mich auf der Arbeit die Nachricht meiner Frau, dass es ein Blasensprung war und ich doch „geregelt“ nach Hause kommen sollte. Kein Problem, Chef war schon lange vorher informiert gewesen, also noch schnell ein paar Mails geschrieben und die offenen Themen geregelt. Gegen 12 Uhr war ich dann wieder zuhause und fühlte mich gut, meiner Frau ging es auch gut und ich wiegte mich in dem Glauben, dass es wirklich gleich laufen würde wie letztes mal. Der frühe Nachmittag verging ohne grössere Veränderungen, dann setzten leichte Wehen ein. Also Meldung an die Hebammen-Hotline und gegen 17 Uhr bekamen wir Besuch von Elke zur Prüfung, ob es Kind und Frau gut ging. Alles war positiv, Elke meinte, dass wir nochmal schlafen gehen werden, bevor das Kind kommen will. Also alles nach Plan. Dachten wir zumindest.

An den genauen zeitlichen Ablauf kann ich mich heute nicht mehr erinnern, aber auf jeden Fall überlegte sich Kind Zwei, dass es per Express geboren werden wollte. Ich denke es war kurz nach 20 Uhr, dass die Wehen meiner Frau schnell in Intensität und Häufigkeit anwuchsen. Meine Frau signalisierte klar, dass es los ging und dass ich die Hebammen informieren sollte. Daher wieder die Hotline angerufen und mit Melanie alles abgestimmt. Sie sagte, dass Sie ca. eine Stunde benötige, um ins Hebammenhaus zu kommen und alles soweit zu richten, dass wir kommen konnten. Also stellten ich mich entsprechend darauf ein. Immer die Uhr im Auge, merkte ich sehr bald, dass der Plan irgendwie wohl diesmal anders war, denn meine Frau hatte schon sehr mit den Wehen zu kämpfen. Ich merkte irgendwie, dass alles knapp werden könnte, und fing im Eilgang an zu organisieren. Mit wenigen Kommandos befehligte ich Oma und Opa, die sich um unsere erste Tochter kümmerten, das Auto vor die Haustüre zu parken und uns quasi „fluchtbereit“ zu machen. Ich wollte meine Frau möglichst wenig allein lassen, da mittlerweile offensichtlich war, dass sie schon mitten unter Geburt war. Alles wurde getan und stand bereit. Kurz darauf sagte meine Frau mir dann klar und deutlich, Sie steige in kein Auto mehr ein, ich solle schnell die Hebammen anrufen, dass der Plan geändert werden muss. Gesagt getan, mit Melanie telefoniert und ihr alles erklärt. Auf Ihre Frage „Ja macht ihr dann eine Hausgeburt?“ wusste ich keine vernünftige Antwort, da wir das weder geplant noch je in Betracht gezogen hatten. Melanie sprach daher dann in einer kurzen Wehenpause mit meiner Frau und sagte mir dann, dass es wohl eine Hausgeburt werden würde und ob ich wüsste, was wir alles brauchen. Ich verneinte, denn das war nie der Plan gewesen, und Melanie diktierte mir, was ich alles richten sollte. Schon beim zuhören wusste ich, dass ich alles in der Wohnung hatte und ging, nach kurzer Info an Oma und Opa, auf die Sammeltour in der Wohnung. Irgendwie kümmerte ich mich auch noch um meine Frau, die voll unter Geburt war und eine Wehe nach der anderen nahm. Wobei was sage ich „kümmern“, ich erzählte ihr halt was ich mache und vorbereite, sprach auch mal gut zu und versuchte, sie wie bei der ersten Geburt mit Mantra-mässigem „Wir schaffen das, das machst du super“ irgendwie zu stützen. Ich flitzte also wie ein Wilder durch die Wohnung bzw. das Haus, vom Keller bis zum Dachboden und retour. Dabei bekam ich trotz allem voll mit, wie laut meine Frau in die Wehen ging und wie stark sie kämpfen musste. Und dann ging es auf einmal ganz schnell. Ich ging ins Schlafzimmer mit einigen Handtüchern und Molton-Tüchern und sah, dass das Köpfen schon fast geboren war. In Windeseile legte ich das Bett noch mit den Tüchern aus und dann war das Köpfchen auch schon draussen. Da stand ich nun, am Fussteil unseres Bettes, der Kopf des Kindes geboren, alleine, und war für den Bruchteil eines Augenblicks wie neben mir und beobachtete mich aus der Personen eines Dritten, da kam die nächste Wehe, und mit der Wucht der Realität lag auf einmal ein kleines, glibberiges Menschlein vor mir auf den ausgebreiteten Tüchern.

Ohne zu überlegen griff ich mir das kleine Menschenwesen, hob es vorsichtig auf und realisierte, dass es atmete, hustete und offensichtlich am Leben war. Meine Frau atmete auch noch, im Dämmerlicht sah es auch nicht danach aus, als ob Sie stark blutete oder irgendwas „kaputt“ sei. Daher legte ich das kleine Menschlein einfach auf den Bauch meiner Frau und deckte beide notdürftig mit einem Handtuch zu. Nach kurzem Durchatmen informierte ich kurz Oma und Opa, die mit Kind Eins am Fernseher saßen, dass alles gut war und in Kürze wohl die Hebamme aufschlagen würde. Dann ging ich wieder nach oben zu Frau und Kind. Beide lagen noch da, wo ich sie verlassen hatte, und waren eindeutig am Leben und, soweit mir erkenntlich, wohl auf, wenngleich auch sehr erschöpft. Zu diesem Zeitpunkt fing zum ersten mal seit Stunden mein Kopf an, mit mir zu reden. Ich realisierte, dass wir gerade ohne „Betreuung“ ein Kind geboren hatten, ich voll mit irgendwelcher Geburtssosse war, ebenso das Bett, und der Kopf sagte mir nun, dass ich mal ein wenig nervös sein sollte, weil keine Hebamme da ist und die Geburt mit dem „gebären“ des Kindes noch nicht vorbei ist. Nach einer gefühlten Ewigkeit, exakt waren es glaube ich sieben Minuten, traf dann Melanie ein und übernahm die Führung und die Betreuung meiner Frau. Ich begann, Tücher zu tauschen und diverse Sachen zu richten. Dann brachten wir gemeinsam die Plazenta zur Welt, nabelten nach dem Auspulsieren das Kind ab und waren auf einmal wieder in „normalem“ Fahrwasser. Immer noch wie in leichter Trance funktionierte ich einfach. Aufräumen, wechseln, Müll verräumen,…… Bis Melanie irgendwann auch mal sagte, dass ich jetzt mal langsam machen soll damit es mich nicht doch noch „lupft“.

Wenn mir das, was ich in diesen Stunden erlebt habe, jemand vorab mitgeteilt hätte, hätte ich ihn für mehr als verrückt erklärt, denn es war weder wie erwartet noch als wie geplant. Aber es war richtig und gut. Jeder, dem ich von unserer Geburt erzählte, hält mich für einen „Helden“ oder etwas ähnliches, weil es ja eine Hausgeburt war und auch kein Arzt da war und so. Diese Ansicht teile ich bis heute nicht. Die wahre „Heldin“ und Löwin ist meine Frau. Sie hat die ganze Zeit über die Entscheidungen getroffen und mit einer Kraft und Ausdauer unser Kind in einer Art und Weise zur Welt gebracht, die ich, und sie, nie für möglich gehalten haben. Ihr gebührt meine unendliche Liebe und ein Respekt, den sich sonst niemand verdienen kann. Ich wüsste nicht, wie ich es anders beschreiben sollte, um ihrer Leistung gerecht zu werden.

In der Findung, was ich als letztes Schreiben soll, habe ich den Geburtsbericht unserer ersten Tochter nochmals gelesen. Und dem, was ich dort geschrieben habe, bleibt wenig hinzuzufügen, daher möchte ich sie wiederholen und ergänzen: Die Erfahrungen, die ich während der Geburt unserer Tochter gemacht habe, waren einmalig und prägend, und trotz des ungeplanten Charakters der Nacht möchte ich keine Minute missen. Ich glaubte, ich sei auf alles vorbereitet, ich glaubte ich sei abgebrüht und rational genug, die richtigen Dinge zur rechten Zeit zu entscheiden und "das werde ich schon schaukeln". Nein, vorbereitet auf das was kam war ich nicht, aber voller Vertrauen in mich, meine Frau und die Kräfte der Natur und des Geistes, die uns leiten, die richtigen Dinge zur richtigen Zeit zu tun und zu entscheiden. Jedem Partner und jedem Paar, das diesen Bericht liest, möchte ich zurufen: Vertraut auf euch, vertraut auf eure Partner und auf euren „inneren“ Kompass. Dies wird euch zu den richtigen Entscheidungen führen und euch alle Aufgaben meistern lassen.

Mein tiefer Dank geht an dieser Stelle auch an unsere Geburtshebamme Melanie Pfeiffer. Deine Ruhe, deine Führung, deine sachte aber bestimmte Art, uns durch den zweiten Teil der Geburt zu führen und zu leiten, war genau das richtige für uns. Ich hätte mir keine bessere Begleitern für diese Nacht vorstellen können.

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01.02.18

Februarkind

Über google fanden wir schnell s'Hebammenhaus in Villingen. Ich las fleißig die Geburtsberichte auf der Homepage, wir besuchten im 4. Monat den Infoabend und dann war schnell klar: Trotz fast 1h Anfahrt, hier soll unser Sohn geboren werden.

Seit Beginn der Schwangerschaft wusste ich, dass ich mein Baby an einem Ort gebären will, an dem ich mich wohlfühle, selbstbestimmt sein kann, aber auch weiß, dass ich immer Unterstützung an meiner Seite habe. Ich hatte zu große Bedenken, dass mich die Krankenhausatmosphäre zu sehr stört und unnötige Interventionen stattfinden. Eine Hausgeburt war für meinen Mann keine Option, nur wenn es wirklich keine Alternative gäbe, mit der ich mich wohlfühle. Für mich kam ein Krankenhaus defintiv nur im Notfall in Frage. Aber mir war es wichtig, dass wir uns beide wohlfühlen. Also suchten wir nach einem Geburtshaus. Über google fanden wir schnell s'Hebammenhaus in Villingen. Ich las fleißig die Geburtsberichte auf der Homepage, wir besuchten im 4. Monat den Infoabend und dann war schnell klar: Trotz fast 1h Anfahrt, hier soll unser Sohn geboren werden.
Die Vorsorgeuntersuchungen hatte ich ab dort auch regelmäßig im s'Hebammenhaus statt beim Frauenarzt, der war nämlich leider überhaupt nicht begeistert von meiner selbstbestimmten Schwangerschaft und dem Plan genau so selbstbestimmt zu gebären. Ich durfte mir bei meinem letzten Termin eine ganze Reihe an angstmachenden Geschichten und Vorwürfen anhören. Da wollte ich defintiv nicht mehr hin.
Die Schwangerschaft war völlig komplikationslos und entspannt, ich hatte außer der Übelkeit bis Ende des 5. Monats keine weiteren "Wehwehchen". Der errechnete Termin rückte näher, aber Vorzeichen für die nahestende Geburt hatte ich keine. Ich hoffte, dass ich nicht über den Termin (15.02) gehe, denn sonst hätten wir leider zu einem Kontrolltermin ins Krankenhaus gemusst und das wollte ich eigentlich auf keinen Fall.
Am 14.02. bekam ich dann das erste mal Wehen, Nachts um vier bis ca acht Uhr morgens, alle 20 min. Dann war wieder Ruhe. Also machte ich mir keine weiteren Gedanken und fuhr nochmal in den Stall um meine zwei Ponys zuversorgen. Da es ein Mittwoch war hatte mein Mann wie immer mittags frei und war dann ab 14 Uhr Zuhause. Gegen 15.30 Uhr bekam ich wieder ganz zaghafte Wehen. Sehr unregelmäßg zwischen 20 und 15 min. Ich machte einfach mal meine Wehenapp an, damit ich im Fall der Fälle auch weiß wie sie funktioniert. Die Abstände wurden unregelmäßig kürzer. So richtig glaubte ich noch nicht dran, dass es jetzt ernst werden sollte, vorallem weil die Wehen morgens auch wieder verschwanden. Ich hatte Lust einen Kuchen zu backen und fing also die Zutaten für einen Zitronenkuchen zusammenzusuchen. Mir fiel irgendwann auf, dass ich anfing in der Wehe innezuhalten bis sie vorbei war. Mein Mann saß am PC und ich hielt ihm ab und zu mal mein Handy mit der Wehenapp unter die Nase. Er wurde dann doch langsam nervöser und fragte, ob ich nicht mal die Rufbereitschaft anrufen möchte. Ich wollte aber noch etwas warten. Es war ungefähr 20 Uhr und mein Kuchen war fertig. Die Wehen hielten an und waren fast immer eine Minute lang. Ich beschloss irgendwann, dass das wirklich Geburtswehen sind und kümmert mich um die Suppe, die wir mit ins Geburtshaus nehmen wollten. Kurz vor 21 Uhr rief ich dann die Rufbereitschaftsnummer an und Melanie ging ans Telefon. Da freute ich mich sehr, denn ich hatte gehofft, dass sie die Geburt begleiten kann, weil wir uns mehrmals gesehen hatten zur Vorsorge und ich einfach ein gutes Gefühl bei ihr hatte. Außerdem hat sie das Vorbereitungsgespräch geführt, bei dem auch mein Mann dabei war. Er kannte sie also auch schon. Ich war noch sehr entspannt, die Wehen kamen nur im 8-10min Takt. Kein Grund für uns schon ins s'hebammenhaus zu fahren. Wir sollten uns einfach nochmal melden, wenn wir das Bedürfniss danach haben.
Ich kniete dann zwischendurch immer mal wieder auf den Wohnzimmerboden und stützte mich auf dem Sofa ab. Im Wohnzimmer war es kuschlig warm, dank Kamin, Kerzen brannten und mein Mann legte mir eine Wärmflasche auf die Füße. Und so konzentrierte ich mich einfach auf meine Wehen. Mein Mann suchte derweil noch ein paar Sachen zusammen, Trinken, Snacks für ihn, die Suppe, ein Buch und packte alles ins Auto.
Gegen 22.30 Uhr rief ich wieder bei Melanie an und wir beschlossen, dass wir jetzt losfahren. Ich war schon sehr in die Wehen vertieft, die ca alle 5-8 min kamen und wir hatten noch 50 min Fahrt vor uns. Die Wehen veramete ich so gut es ging im Vierfüßlerstand auf dem Beifahrersitz. Die Fahrt ging für mich schnell vorbei und war nicht so schlimm wie erwartet.
Am s'Hebammenhaus angekommen veratmete ich eine Wehe direkt am Auto und danach wurde mir unglaublich übel. Melanie wartete schon an der Tür und lobte meine Übelkeit ;-) Ein gutes Zeichen für die Geburt, es ging voran!
Der Geburtsraum war richtig gemütlich, mit Kerzenschein, dunkel und schön warm. Ich kniete mich direkt wieder vor das große Bett, wo schon eine Unterlage bereitlag und veratmete meine Wehen. Melanie hielt sich im Hintergrund und lies mich einfach machen. Nach ein paar Wehen haben wir auf dem Bett kurz die Herztöne des Babys abgehört. Alles bestens! Ich kniete wieder vor das Bett, es kam eine sehr schmerzhafte Wehe und mir wurde wieder Übel. Diesmal musste ich auch erbrechen. Die Wehenpausen konnte ich gut zur Erhohlung nutzen. Melanie fragte mich dann kurze Zeit später, ob ich gerne in die Badewanne möchte. Ich bejahte und sie bereitete schonmal alles vor. Mein Mann und ich machten noch ein letztes Babybauchfoto zwischen den Wehen und dann war die Wanne auch schon fast vorbereitet. Im warmen Wasser war es sehr angenehm. Ich blieb relativ lange in der Wanne, die Wehen wurden sehr stark. Ich vertönte die Wehen und war sehr laut, vorallem wenn die Wehe ihren Höhepunkt erreicht. Ich hatte ja immer gehofft, ich würde zu den "lautlos Gebärenden" gehören, weil einem die Vorstellung so laut zu sein vorher immer irgendwie peinlich ist. Aber laut sein half mir sehr und ich nahm einfach alles wie es kam. Zu dem Zeitpunkt war mir nichts mehr peinlich. Mein Mann saß neben der Wanne und hiel meine Hand. Melanie schaut dann einmal kurz nach meinem Muttermund. Sie sagte aber nicht, wie weit er geöffnet war und ich fragte nicht nach, um nicht frustiert zu werden, sollten es erst wenige Zentimeter sein. Mir wurde von Melanie immer wieder das Kreuzbein massiert oder sie drückte in der Wehe dagegen, das tat sehr sehr gut! Irgendwann kam die zweite Hebamme, Kerstin, dazu und hielt sich erstmal im Hintergrund. Sie begrüßte mich nur kurz, wahrscheinlich hätte ich sie sonst nicht mal bemerkt. Ich hatte fast immer meine Augen geschlossen.
So richtig gefiel es mir in der Wanne irgendwann nicht mehr, obwohl ich mir eine Wassergeburt ganz schön vorgestellt habe. Wir ließen nochmal warmes Wasser nachlaufen, aber Melanie fragte dann trotzdem, ob wir nicht die Schwerkraft nochmal nutzen sollen und ich aus der Wanne raus möchte. Sie musste mich glaube ich mehrmals fragen, denn ich war sehr unschlüssig. Die Wehen konnte ich gerade nicht mehr gut vertönen und sie waren sehr schmerzhaft. Ich war mir unsicher, was nun besser war, Wanne oder nicht? Aber ich bin dann doch wieder "an Land" gekommen. Melanie und Kerstin haben mich ganz fix trocken gerubbelt und mich angezogen. In der Hocke vor dem Bett waren die Wehen viel angenehmer und einfacher zu vertönen, ich konnte mich besser bewegen als in der Wanne. Ich ließ meinen Atmen einfach strömen und konnte mit einem langezogenen A teilweise unglaubliche lange Ausamten. Daheim habe ich die Hypnobirthing Atmung einmal geübt und konnte nicht annährend so lange ausamten. Während der Geburt ging es plötzlich wunderbar. Immer wieder wurde ich gelobt und bestärkt, auch an meine Atmung in den Bauch während der Wehenpause erinnerte mich Melanie immer wieder. Zwischendurch bekam ich eine Rückenmassage mit Öl. Mich verließ nach kurzer Zeit aber leider die Kraft in den Beinen und ich kam nach der Wehenpause, die ich mit dem Oberkörper abgestützt auf dem Bett verbrachte, fast nicht mehr in die Hocke. Wir versuchten es mit dem Tuch von der Decke, aber ich brauchte eine Pause. Es war inzwischen sicherlich schon 3 oder 4 Uhr und ich war, wahrscheinlich auch durch die Zeit in der Wanne, richtig platt. Melanie und Kerstin packten mich also ins Bett, die Wehen waren zwar viel schmerzhafter, trotz Seitenlage, aber ich konnte in den Pausen gut dösen, einmal bin ich sogar kurz eingeschlafen. Mein Mann war inzwischen auch sehr müde und döste neben mir auf dem gemütlichen Sessel.
Melanie wollte nach einiger Zeit, dass ich mal wieder auf die Toilette gehe. Und ich konnte ja auch nicht ewig so liegen bleiben, die Wehen waren sehr schmerzhaft, ich bekam manchmal auch einen Pressdrang und drückte automatisch mit. Ich kam gar nicht dagegen an mit meiner Atmung. Mein Körper arbeitete automatisch.
Ich blieb dann auf der Toilette sitzen, die zwei Griffe an der Wand waren perfekt zum festhalten. Der Pressdrang blieb und ich drückte mit. Melanie schaute nochmal wie weit das Baby schon unten war und meinte, dass ich die Wehen auch veratmen könne. Das Baby muss noch ein bisschen weiter runterrutschen. Aber das mitdrücken tat gut und kam ganz automatisch. Die Herztöne des Babys waren sehr gut. Ich fing an zu jammern und zu fragen, obs denn noch lang geht. Melanie spornte mich an, mit jeder Wehe spürte ich wie das Baby weiter nach unten rutschte. Ich erhielt mit warmen Kaffeekompressen einen Dammschutz, die Wärme tat unglaublich gut. Melanie erklärte mir, ich müsse dahin pressen, wo ich ihre Hand spürte. Und tatsächlich gelang es mir viel besser nach unten zu pressen. Ich wurde auch gefragt, ob ich mal nach dem Kopf fühlen möchte und ich hatte mir das vor der Geburt fest vorgenommen, aber in dem Moment war mir überhaupt nicht danach. Vielleicht beim nächsten mal :-) Die Herztöne wurden nochmal abgehört. Ich hörte selbst, dass sie langsamer waren, als die Male zuvor. Melanie blieb aber total ruhig und meinte nur, dass wir jetzt schauen sollte, dass das Baby geboren wird und ich solle doch mal aufstehen. Ich spürte schon den Kopf deutlich zwischen den Beinen, er war aber noch nicht geboren. Im Stehen hatte ich das Gefühl, dass ich nicht richtig mitschieben konnte, wir wechselten die Position und versuchten es mit dem Tuch. Am Ende ging ich dann wieder in die Hocke. Da ich wusste, dass die Herztöne schlechter waren, mobiliserte ich nochmal alle Kraft. Es tat kurz weh, brannte leicht und ich hielt inne, Melanie sagte nur "Trau dich!" und ich presste nochmal kurz, der Moment war so schnell vorbei wie er gekommen war und der Kopf war geboren. Die Nabelschnur war einmal um den Hals, was mir aber keine Sorgen machte, das war keine Seltenheit und nicht immer ein Problem. Melanie wickelte sie ab und mit der nächsten Wehe kam ganz leicht der Körper. Melanie fing das Baby auf und rubbelte es kurz ab, es schrie nach ein paar Sekunden und ich durfte es selbst hochnehmen. Wie lange wir da so vor der Toilette saßen weiß ich nicht mehr, irgendwann gingen wir in den Nebenraum und legten uns zu dritt ins vorbereitete Bett zum kuscheln. Das Baby lag auf meiner Brust und hat sofort angefangen kräftig zu trinken. Ich spürte schon die Nachwehen und die Plazenta wurde wenige Minuten später mit Melanies Hilfe geboren. Jetzt war die Geburt wirklich geschafft! Es wurde noch kurz nach Geburtsverletzungen geschaut. Dadurch, dass es am Ende der Geburt noch etwas schneller gehen musste, musste ich minimal genäht werden. Es wurde erstmal ein betäubendes Gel aufgetragen und wir wurden allein gelassen, um uns kennenzulernen, unsere mitgebrachte Suppe zu essen und zu kuscheln. Nach einer Weile kam Melanie und die Geburtsverletzungen wurden versorgt.(völlig schmerzfrei! Ich hatte etwas Bammel davor, aber es tat überhaupt nicht weh).
Dann sollte ich noch einmal auf die Toilette, da ging mir beim Aufstehen aber erstmal der Kreislauf in den Keller. Melanie und Kerstin waren aber vorbereitet und beide haben mich schon vorher gestützt und dann schneller wieder aufs Bett gesetzt und die Beine hochgelegt. Ich bekam Tropfen für den Kreislauf, gesüßten Tee und etwas Traubenzucker. Nach kurzer Zeit gings dann wieder.
Wir haben dann noch mit Saft angestoßen und bekamen einen Geburtstagskuchen mit Kerze. Nach knapp 3h durften wir dann, dick eingepackt und bestens versorgt den Heimweg antreten.
Direkt der Geburt war ich mich erstmal nicht sicher, ob ich das nochmal erleben will. Es war gewaltig, anstrengend, kraftvoll, schmerzaft, aber oft auch fast schmerzfrei. Ich habe so allerhand Flüche von mir gegeben, war laut unter der Geburt, ich habe nichts mehr gedacht und nur noch gefühlt. Ich erinnere mich auch an manches nicht mehr 100%, ein Zeitgefühl hatte ich überhaupt nicht mehr. Im Wochenbett habe ich die ersten Tage oft an die Geburt im Ganzen und an einzelne Momente gedacht. Und habe festgestellt, dass sie wunderbar war und fing an, mich auf das nächste mal schon etwas zu freuen :-) Ich hatte eine tolle Begleitung, was so unglaublich viel ausgemacht hat, vorallem Sicherheit gegeben hat. Unser Sohn ist ein sehr zufriedenes Baby, der gut in dieser Welt angekommen ist.

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08.01.18

Lotta Marlies

Die Geburt meiner Tochter Lotta dauerte ein ganzes Wochenende – im Geburtsbericht stehen trotzdem nur zwölf Stunden. Es war ein unglaublicher Kraftakt, und ich will nicht behaupten, dass es einfach oder schmerzfrei war – trotzdem war diese Geburt eine der wichtigsten Erfahrungen meines Lebens, und ich bin wahnsinnig dankbar, dass sie mir durch das Hebammenhaus und die wundervolle Betreuung der Hebammen dort ermöglicht wurde!

Lotta Marlies – geboren am 8.1.2018

Die Geburt meiner Tochter Lotta dauerte ein ganzes Wochenende – im Geburtsbericht stehen trotzdem nur zwölf Stunden. Es war ein unglaublicher Kraftakt, und ich will nicht behaupten, dass es einfach oder schmerzfrei war – trotzdem war diese Geburt eine der wichtigsten Erfahrungen meines Lebens, und ich bin wahnsinnig dankbar, dass sie mir durch das Hebammenhaus und die wundervolle Betreuung der Hebammen dort ermöglicht wurde!

Es war Freitag Nacht als es begann. Beim nächtlichen Toilettengang bemerkte ich ein seltsames Ziehen, ähnlich wie Regelschmerzen. Es wird wohl nichts sein, dachte ich und legte mich wieder hin. Doch die nächsten anderthalb Stunden kam dieses Ziehen immer wieder und ließ mich nicht mehr so richtig zur Ruhe kommen. Ich beschloss, meinen Partner zu wecken, und tat dies mit den Worten „irgendwas is komisch..“. Also standen wir gegen halb 4 auf, warteten ab und tranken Tee, beschlossen, dass ich mal den „Badewannentest“ machen sollte, um zu sehen, ob es sich um Übungswehen oder echte Wehen handelte. Tatsächlich ging das Ziehen zurück im warmen Wasser, und wir legten uns in den frühen Morgenstunden noch etwas hin und fanden einige Stunden Schlaf.

Für dieses Wochenende hatten wir uns vorgenommen, nochmal so richtig schön Pärchenzeit zu machen, nach Freiburg zu fahren, Freunde zu treffen, auf ein Konzert zu gehen und uns eine Hotelübernachtung zu gönnen. Nach der Erfahrung der Nacht waren wir uns allerdings etwas unsicher, ob das wohl noch so eine gute Idee wäre. Ein Anruf bei der Bereitschaftsnummer sollte Klarheit bringen. Julia meldete sich und beruhigte uns: wenn wir uns danach fühlen nach Freiburg zu fahren, sollen wir das ruhig tun. Wir fühlten uns so – und schließlich waren die Konzertkarten gekauft, das Hotel gebucht und die Vorfreude groß. Schon auf der Fahrt bemerkte ich, dass das Ziehen wiederkam, verbuchte es aber als Übungswehen. Das Frühstück bei Freunden haben wir genossen, beim anschließenden Spaziergang auf den Schlossberg wurde aber langsam klar, dass das Ziehen wieder regelmäßiger und stärker wurde. Trotzdem freuten wir uns über die Januarsonne und ließen uns auch nicht davon abhalten, nachmittags ins Kino zu gehen. Während des Films drückte ich die Hand meines Partners in regelmäßigen Abständen, hielt es aber weiterhin gut im Kino aus.

Nach dem Kino wollte ich mich nochmal kurz im Hotel ausruhen, bevor es dann weiter zum Abendessen und zum Konzert gehen sollte. Dort angekommen verging mir jedoch zunehmend die Lust auf weiteren Ausgang, da das wellenartige Ziehen weiter auf dem aufsteigenden Ast war. Sollten wir vielleicht doch so schnell wie möglich heim fahren, weil die Geburt naht? Zur Sicherheit nochmal ein Anruf bei der Bereitschaftsnummer. Die Antwort war wieder: ich muss auf mein Gefühl hören. Tatsächlich hatte ich langsam nicht mehr das Gefühl aufs Konzert gehen zu wollen. Mit einigem Widerwillen ließen wir dann schlussendlich von unseren Pärchenplänen ab, verschenkten die Konzertkarten und zogen aus dem bereits bezahlten Hotelzimmer aus, hinein ins Auto, und ab nach Hause.
Dort angekommen machten wir es uns auf dem Sofa bequem, eine weitere telefonische Absprache klärte uns auf, dass wir immer noch Zeit hätten und uns so gut es geht ausruhen sollten. Mein Partner schlief noch einmal ein paar Stunden, während die Wehen (mittlerweile habe ich sie so bezeichnet) mich nicht wirklich Schlaf finden ließen. So zog sich die nächste Nacht hin, mittendrin wurde Pizza gebacken, und unsere Katzen waren ganz verstört über die nächtliche Unruhe, die ich, mittlerweile regelmäßig durch die Wohnung tigernd verbreitete. Gegen Morgen wollte ich Klarheit haben: wo stehe ich denn jetzt, was wird das nun hier? Also wieder bei der Bereitschaft angerufen, im Hebammenhaus war gerade eine andere Geburt im Gange; Grit bot an vorbei zu kommen, sobald sie beendet wäre. Allerdings ging sie länger als gedacht. Am Morgen schaffte ich es dann doch mal etwas zu schlafen, wenngleich mit regelmäßigen Unterbrechungen. Um elf am Samstag Vormittag kam Grit dann vorbei, meinte es ginge wohl schon auf jeden Fall gegen Geburt und nicht mehr zurück, aber so richtig intensiv sei das ganze noch nicht – sie würde gegen 16 Uhr wiederkommen wenn sie bis dahin nichts von uns gehört hätte. Langsam aber stetig nahm die Intensität der Wehen weiter zu, gegen 15 Uhr hielt ich es dann nicht mehr zu Hause aus, und wir brachen nach Absprache mit Grit ins Hebammenhaus auf, wo eine Kerze vor der Tür brannte und sie schon auf uns wartete.

Der Nachmittag verging zügig, ich wehte weiter so vor mich hin, mein Partner unterstützte mich, mal in der Wanne, mal im Stehen, in Bewegung, auf dem Ball,…. Und es wurde Abend, um 20 Uhr übernahm Kerstin. Sie hat sich das eine Weile mitangeschaut, bis sie dann gegen 22 Uhr ganz ehrlich sagte, dass die Wehen immer noch nicht stark und lang genug seien um wirklich zu eröffnen, und dass wir nun eine Entscheidung treffen müssten: entweder es geht jetzt richtig los, oder wir sollten nochmal nach Hause und uns ausruhen. Leider war Ausruhen für mich überhaupt keine Option mehr, dafür waren die Wehen dann doch schon seit Langem zu intensiv – hatte ich ja schon in den beiden Nächten zuvor nicht mehr wirklich viel schlafen können.

Also blieb nur die Flucht nach vorn! Trotz langsam extremer Müdigkeit wurden die Wehen weiterhin intensiver. Wir schliefen in den Pausen; mithilfe meines Partners, der mich für jede neue Wehe in den Vierfüßlerstand ziehen musste, veratmete ich die Wehen mit zunehmender Lautstärke. In den kleinsten Stunden verließen mich jedoch immer mehr die Kräfte und bald auch der Mut – was wenn ich das nicht mehr schaffe? Welche Alternativen gibt es, wird es doch die Klinik? Nach Absprache mit Kerstin und meiner Einwilligung führten sie und Melanie eine Untersuchung durch um zu sehen wo wir stünden: das Köpfchen ist schon tastbar, aber der Muttermund noch nicht weit genug eröffnet. Und das nach so langer Zeit! Ich war wirklich kurz davor aufzugeben, als Melanie dann nochmal ganz klar formulierte: der Geburtsprozess ist physiologisch, es besteht keine Gefahr weder für das Kind noch für mich, es gibt also keinen Grund für eine Überweisung in die Klinik, außer ich wünsche das ausdrücklich. Da dies wirklich nie mein Wunsch war, willigte ich ein weiterzumachen und dem Maßnahmenkatalog den die beiden Hebammen vorschlugen zu folgen: etwas essen, etwas trinken, ein Entspannungszäpfchen, ausruhen in den Pausen und während der Wehen sollte mein Partner „Äpfel schütteln“, das heißt in Seitenlage mein Becken hin und her rütteln .

Diese Maßnahmen waren wirklich Gold wert, durch das „Äpfel schütteln“ war ich dazu gezwungen, mich in der Wehe zu entspannen statt dagegen zu halten. Gegen 8 Uhr morgens dann das erste Erfolgserlebnis: die Fruchtblase platze. Und weiter ging es so im Takt, und ging auch tatsächlich voran. Bald setzte die erste Presswehe ein – ein brachiales Gefühl! Ähnlich wie beim Brechen ergreift es die Kontrolle über einen, und trotzdem geht es darum, richtig mitzumachen, zuzulassen, mitzuschieben, jedoch langsam und kontrolliert und nur während der Wehe. Da ich mir vorher eine Wassergeburt gut hätte vorstellen können, ging ich in die Wanne. Leider konnte ich dort aber nur für kurze Zeit bleiben, da mir vor Erschöpfung schnell kalt wurde, und ich in den Wehenpausen zu zittern begann.

Also wieder an Land. Mein Partner saß auf dem Bett und ich kniete die Arme um ihn geschlungen davor. Ich war mittlerweile so müde, dass ich selbst in dieser letzten Phase der Geburt, die enorm anstrengend ist, noch in den Pausen drohte einzuschlafen. Kerstin half mit zuckerhaltigen Getränken und sogar einem Schluck Kaffee. Die Presswehen erreichten bald ihren Höhepunkt, ich gab unglaubliche Laute von mir und zerriss das Unterhemd meines Partners. Als ich Kerstin sagen hörte, dass das Köpfen nun anschlagen würde und mit der nächsten Wehe kommen würde, bündelte ich nochmal alle Kräfte und schob mit – und flatsch! Plötzlich kam das ganze Kindchen mit einem Schwall heraus. Das war um 11 Uhr 20 am Montag Vormittag. Mein Partner weinte vor Freude, Anspannung und Erleichterung, und ich konnte es kaum fassen, dass unser Kind nun wirklich geboren war.

Wir zogen uns aufs Bett zurück, die kleine Lotta suchte und fand, machte mir ein paar Knutschflecke um die Brustwarze und trank. Doch leider endet die Geschichte hier immer noch nicht – die Plazenta war ja noch nicht geboren. Und kam auch irgendwie nicht. Nachdem die Nabelschnur aufgehört hatte zu pulsieren, wurde also erst mal abgenabelt. Diverse weitere Versuche die Plazenta hervorzubringen scheiterten, mir fehlte jedes Zeitgefühl und auch die Kontrolle über meinen Körper. Erst als ich dann nach 2,5 Stunden mal ganz allein auf der Toilette saß, mit geschlossener Tür, schaffte ich es loszulassen, und schwups, war die Plazenta draußen. Da war es 14 Uhr.

Nun wurden noch Geburtsverletzungen angeschaut, ich kam mit kleinen Schürfwunden und einem unblutigen Miniriss davon, hatte allerdings nach allem was passiert war wirklich keine Lust mehr, diese nähen zu lassen, zumal sie mit guter Pflege auch so heilen würden, bzw. ein rein kosmetisches Problem bleiben würden. Kochen wollten wir auch nicht mehr, nur noch heim und ins Bett und unsere Lotta kennenlernen. Es war Montag um 16 Uhr als wir schließlich als frisch gebackene junge Familie nach Hause kamen – nach einem Geburtsprozess der Freitag Nacht begann.

Ich möchte mich an dieser Stelle ganz herzlich bei allen bedanken, die mir diese Geburt genau so wie sie war ermöglicht haben, vor allem natürlich bei meiner Geburtshebamme Kerstin, aber auch bei Melanie für ihren wichtigen Rat und festen Glauben im richtigen Moment, bei meinem Partner, der mir so wundervoll und ausdauernd zur Seite stand und half wo er konnte, und nicht zu vergessen allen Hebammen, die mich durch eine wundervolle und ganz unkomplizierte Schwangerschaft begleitet haben, insbesondere auch Monja, die uns auch im Wochenbett ganz fantastisch betreute.

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03.01.18

Sabrina

Sabrina's Geburt verlief schnell und unkompliziert zuhause, denn für den Weg ins s'Hebammenhaus ließ sie ihren Eltern keine Zeit mehr. Sie kam als zweites Kind in ihre Familie.

Nach dem unser erstes Kind 2015 schon im Hebammenhaus so wundervoll zur Welt kam, war uns schnell klar das zweite soll auch dort geboren werden. So wie schon die erste Schwangerschaft verlief, war auch die zweite total schön und ohne Beschwerden. Da der Geburtstermin auf den 5.Januar errechnet war, wurden wir schon zur Weihnachtszeit nervös. An einigen Tagen hatte ich spürbares Ziehen im Bauch, aber getan hat sich nichts. So ging auch Silvester vorbei.

Am Abend des 2. Januars bin ich noch schön baden gegangen. Um 21 Uhr ist mein Mann zur Nachtschicht los und ich bin mit unserm Sohn ins Bett gegangen. Er ist sehr schnell eingeschlafen, während ich mich hin und her gedreht habe. Gegen 23:45 Uhr bin ich noch mal auf die Toilette. Danach habe meinem Mann eine Nachricht geschrieben und ihm mitgeteilt dass ich schlafen gehe. Ich hatte das Gefühl ich sollte mir ein Handtuch mit ins Bett nehmen...

Um 3:24 Uhr hat mich wieder die Blase geweckt, was in diesen Tagen ja üblich war (wer muss schwanger nachts nicht häufig auf die Toilette? :-) ). Wie sonst auch haben mein Mann und ich kurz miteinander Nachrichten geschrieben. Er fragte humorvoll ob er denn heim kommen sollte. Da sich bei mir nicht s regte, verneinte ich. Wieder im Bett konnte ich erst mal nicht einschlafen. Um 3:47 Uhr schaute ich noch immer auf die Uhr. Da merkte ich, dass ich Wasser verliere. Nicht viel, paar Tröpfchen, die ich nicht halten kann. Also wieder zur Toilette.

Abwartend, wann das Getropfe aufhört kam mir das Fruchtwasser in den Sinn. Aber wen kann man nachts um 4 Uhr anrufen, um sicher zu gehen? Ich entschied mich für meine Schwester in Kanada. Durch die Zeitverschiebung hatten sie erst mal 21 Uhr. Da sie auch schon gute Erfahrung im Hebammenhaus gemacht hat und auch wusste, dass wir dorthin wollen, riet sie mir einfach die Bereitschaft anzurufen und dort Rat einzuholen. Um 4:19 Uhr wählte ich die Nummer. Christina Decker war dran. Ihr erklärte ich kurz, dass ich vermute Fruchtwasser zu verlieren. Da ich noch keine Wehen hatte sagte sie mir ich solle versuchen auszuruhen und Kraft zu sammeln.

Nach einigen Minuten um 4:26 Uhr hatte ich meine erste Wehe. Nach dieser rief ich meinen Mann an und bat ihn so schnell es geht heim zu kommen.

Mit meiner Freundin war schon lang ausgemacht, dass, wenn es nachts los geht, sie zu uns kommt und auf unseren großen Jungen aufpasst. Diese rief ich nach der dritten Wehe um 4:34 Uhr an. Direkt danach habe ich wieder Christina Decker angerufen und gesagt, ich will kommen.

Als mein Mann endlich da war, hatte ich noch eine kräftige Wehe zu verarbeiten. In dieser Zeit kam auch unsere Freundin. Grad als mein Mann mir beim Anziehen helfen wollte, bemerkte ich das ich blutete. Vorsichtig tastete ich mich ab und spürte die kleine Wölbung des Köpfchens. Sofort rief mein Mann die Hebamme an. Es war mittlerweile 4:46 Uhr, und er sagte ihr, dass wir nicht los fahren können, da wir bis ins Hebmmenhaus nach Villingen gute 20 bis 25 Minuten brauchen und das nicht schaffen werden. Sie sagte sofort, dass sie zu uns heim kommt. Währenddessen habe ich die Hose ausgezogen und mich in die Wanne gehockt. Mein Mann und unsere Freundin legten Handtücher unter mich. Die erste Presswehe folgte auch schon, und das Köpfchen war da. Vier Minuten später hielt ich unser kleines Mädchen im Arm. Wohlauf und so schön war sie. So gut ich konnte machte ich es mir in der trockenen Wanne bequem, wurde warm eingepackt und habe auch schon zum ersten Mal das Kind angelegt. Durch das Stimmengewirr ist unser Sohn wach geworden, blieb aber im Bett liegen. Als die Kleine eingepackt war und ich zugedeckt brachte der stolze Papa ihn mit rein. Er war so fasziniert von seiner Schwester. Zwischendurch hatte mein Mann immer wieder mit Christina telefoniert. Sie traf etwa gegen 5:20 Uhr ein.

Unsere Freundin zog sich mit dem Sohn ins Kinderzimmer zurück, während mein Mann die Tochter auf dem Arm hielt und die Hebamme sich um mich kümmerte. Es war eine wunderschöne Geburt. Besser und leichter hätte ich es mir nicht wünschen können.

Vielen Dank Christina für dein schnelles Handeln und dass du zu uns gekommen bist.

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01.12.17

Haru

Haru's Geburt sollte in der Klinik eingeleitet werden, weil bei ihm eine der beiden Nabelschnurarterien fehlte. Doch seine Eltern wünschten sich eine natürliche Geburt, und so kam ihr erster Sohn trotz dieser Besonderheit kerngesund im s'Hebammenhaus zur Welt.

Da der ganzen Schwangerschaft eine gewisse Überraschung innewohnte, hatte ich mich nie mit dem Gedanken beschäftigt, wo man am besten ein Kind zur Welt brachte. Normalerweise geht man ja ins Krankenhaus und davon ging ich anfangs, ohne es weiter zu hinterfragen, auch aus. Die Idee, dass man in ein Geburtshaus gehen kann, bekam ich erst durch meine Hebamme, die mich durchs Wochenbett begleiten sollte. Ich informierte mich und da ich einen Hang zum Natürlichen habe, begeisterte mich das Konzept sofort. Beim Infoabend von S'Hebammenhaus wurde der Gedanke auch schnell fester, dass mein Mann und ich zur Entbindung hierher wollten.

Beim zweiten großen Ultraschall hatte meine Gynäkologin jedoch leider zwei Auffälligkeiten bei unserem Kind entdeckt, und so waren wir unsicher, ob wir überhaupt außerklinisch ein Kind bekommen konnten. Die eine Auffälligkeit lag in der fehlenden zweiten Nabelschnurarterie, die das Ungeborene mit frischem Blut versorgt, die andere waren zwei weiße Flecken in einer Herzkammer. Man konnte während der gesamten Schwangerschaft nicht sagen, ob das nun Softmarker für größere Erkrankungen (z.B. das Down-Syndrom) waren, oder ob es einfach eine Laune der Natur war, dem man keine größere Bedeutung beimessen musste. Unsere Gynäkologin riet jedoch strikt von einer außerklinischen Geburt ab, auch wenn man gar nicht sagen konnte, ob sich das Kind nicht doch normal entwickeln sollte.

Wir waren natürlich sehr verunsichert und gingen trotzdem zu einem Beratungstermin im s'Hebammenhaus. Diese Verunsicherung konnten wir auch bis zum errechneten Geburtstermin nicht abschütteln. Ich hatte aber im Gefühl, dass soweit alles gut mit mir und meinem Baby war. Es war sehr aktiv, und ich hatte nie Probleme in der Schwangerschaft, wenn man mal von ein bisschen Sodbrennen oder schmerzenden Bauchbändern u.ä. absah. Das Geburtshaus mit seinen ganzen Grundsätzen war mir einfach so sympathisch, dass ich mich mit den Abläufen und standardmäßig verabreichten Medikamenten im Krankenhaus nicht anfreunden wollte. Und so kämpfte ich die großzügig gestreuten Sorgen meiner Gynäkologin immer wieder nieder. Mein Kind war gut versorgt und die Organe arbeiteten wie sie sollten, auch wenn es ab der 25. Schwangerschaftswoche immer hieß, das Kind sei halt sehr zierlich. Trotzdem lag es immer im unteren Bereich der Norm.

Ich ging nach dem ersten Gespräch im s'Hebammenhaus noch zu weiteren Terminen dort, wo ich immer beruhigt wurde. Die Hebammen vor Ort konnten mich auf der seelischen Ebene einfach viel besser abholen, als meine Gynäkologin. In der Schwangerschaft schleppt man ja so einige Sorgen mit sich herum, die man vorher noch gar nicht kannte... Ich denke, jede Frau, die schon einmal schwanger war, wird ein Lied davon singen können. Trotz aller Sorgen meiner Gynäkologin, wollte ich mir die Option frei halten, im s'Hebammenhaus zu entbinden.

Schwierigkeiten hatte ich schließlich noch damit, einen Termin bei einem Gynäkologen für den errechneten Geburtstermin zu bekommen. Damit die Krankenkassen die außerklinische Geburt bezahlen, ist das ja Voraussetzung. Meine Gynäkologin war so strikt dagegen, dass sie mich für diesen Tag nicht behandeln wollte und schickte mich zur Einleitung der Geburt ins Krankenhaus. Ihrer Meinung nach sollte das Kind besser früher als später kommen, da bei kleinen Kindern das Risiko für auftretende Probleme während der Geburt und speziell nach dem ET wohl größer sei.

Da sich unser kleiner Mann leider nicht vor dem ET dazu überreden lassen wollte, auf die Welt zu kommen, fanden wir uns an diesem Tag im Krankenhaus ein. Wir hofften, dass sie uns nicht gleich dabehalten würden, sondern erst einmal eine genaue Untersuchung machten, ob es überhaupt dringend notwendig war. Auch die Ärztin im Krankenhaus riet zum Einleiten, da alles darauf hinwies, dass es bald losgehen könnte. Sie meinte, das Kind sei jetzt außerhalb meines Körpers besser dran. Ich konnte die Sorge der Ärztin nicht so recht nachvollziehen, da unser Kind auf 3150g geschätzt wurde. Fruchtwasser und die Versorgung durch die Plazenta nahmen gerade zwar ab, was aber gegen Ende der Schwangerschaft recht normal ist.

Mein Mann und ich entschieden uns erst einmal gegen die Einleitung. Wir riefen sofort auf der Bereitschaftsnummer im s'Hebammenhaus an und bekamen auch umgehend einen Termin bei Christina. Sie beruhigte uns wieder, wertete noch einmal das CTG aus und meinte, dass sie nach wie vor keine Probleme von ihrer Seite sehen würde, noch abzuwarten. Uns wurde aber natürlich jederzeit die Entscheidung freigelassen. Ich sollte jetzt zur engmaschigen Kontrolle ins s'Hebammenhaus kommen, zur Sicherheit.

Drei Tage später, nachdem ich Tags zuvor noch unser neues Auto angemeldet (wir hatten zwei Wochen vorher einen Autounfall mit Totalschaden) und einen Kontrolltermin im S'Hebammnehaus hatte, ging es ganz plötzlich ohne Vorwarnung los. Ich stand nachts gegen 3.30 Uhr auf, um aufs Klo zu gehen, und nachdem ich mich wieder hingelegt hatte, schlug mein Kind einmal kräftig nach allen Seiten aus, so dass ich richtig erschrak. Ich ging aufs Klo um nachzusehen und entdeckte auch etwas in meiner Unterhose, was vermutlich der Schleimpfropf war. Das Blut verunsicherte mich, aber ich legte mich trotzdem wieder hin. Jedoch wurde ich nach nur wenigen Minuten von starken Schmerzen aus dem Bett getrieben. Ich veratmete sie und fing an zu googeln, was das alles bedeuten konnte. Als ich mich wieder ins Bett legte, kam der Schmerz wieder und ich stand wieder an der Wand, wo ich den Schmerz jetzt schon recht laut veratmete.

Mein Mann war mittlerweile wach geworden und rief auf der Bereitschaftsnummer vom s'Hebammenhaus an. Es war wieder Christina, die Bereitschaft hatte und sie riet uns, uns noch einmal hinzulegen. Das taten wir auch, ich stand aber schon zwei Minuten später wieder tönend auf und stützte mich an der Wand ab. Von da an ging alles recht schnell. Die Wehen kamen in immer kürzeren Abständen und mein Mann rief wieder Christina an, während ich im Hintergrund das ganze Haus weckte. Zuerst meinte sie, sie käme vorbei um sich anzuschauen, wie weit wir wirklich schon waren, nur um uns fünf Minuten später doch gleich ins s'Hebammenhaus nach Villingen zu rufen.

Mir graute es vor der Autofahrt und den Wehen im Sitzen, geschneit hatte es auch noch und der Berufsverkehr war gegen 6 Uhr morgens in vollem Gange. Wir hatten es glücklicherweise nicht allzu weit. Als mein Mann das Auto freikratzte, schrie ich die ganze Nachbarschaft zusammen, das Sitzen im Auto ging aber einigermaßen und vor dem Geburtshaus veratmete ich noch eine Wehe, während der Schneepflug darauf wartete, dass wir von der Straße verschwanden.

Uns empfing eine brennende Kerze vorm Geburtshaus und auch drinnen waren diverse Kerzen aufgestellt, wodurch wir uns willkommen fühlten. Christina half mir aus Jacke und Schuhen und brachte uns ins Geburtszimmer. Sie bot mir nach zwei/drei Wehen die Wanne an, was ich einfach mal ausprobierte. Das warme Wasser tat gut, auch wenn sie mir in meiner kauernden Haltung nicht tief genug war. Bald kam, nach meiner Zustimmung, eine Hebammenschülerin dazu und irgendwann bemerkte ich auch die zweite Hebamme, Grit. Sie saßen alle still in gebührendem Abstand zu mir bzw. im Raum nebenan, und Christina hörte immer mal wieder die Herztöne unseres Babys ab. Relativ am Anfang waren diese einmal sehr langsam, was mir schon ein bisschen Angst machte. Christina blieb jedoch ruhig, schallte etwas später wieder und die Herztöne bereiten uns von da an keine Sorgen mehr. Ich konnte mich gut gehen lassen und mir war relativ egal, was da nach einer Weile so alles in der Wanne trieb. Christina gab mir ab und zu sanfte Anweisung, wie ich atmen sollte, ließ mich aber ansonsten machen. Zwischen drin fragte ich vorsichtig nach Schmerzmitteln, mit dem Wissen, dass sie hier nicht viel hatten. Christina meinte, dass leider nur weiter machen helfe, womit ich mich zufrieden gab, da ich eigentlich eh nix nehmen wollte. Mein Mann strich mir ab und an mit der Hand über den Rücken. Mir war aber jede Art von Nähe während der Wehen unangenehm und so schüttelte ich ihn ab. So musste der Arme tatenlos daneben sitzen. Ich war froh, dass er währenddessen so frei gewesen war und sich um sich selbst gekümmert hatte, in dem er was aß. Ich hatte daheim noch nicht mal geschafft, mir meine löchrigen Schlafklamotten auszuziehen und so waren wir natürlich zu Wehenbeginn auch nicht zum Essen gekommen. Wie Christina auf die Nachfrage meines Mannes aber treffend meinte, hatte ich keinen Hunger, während der Geburt.

Die Presswehen gaben mir schließlich Hoffnung, dass es bald geschafft sein würde und um 8.55 Uhr rief mir Christina zu, ich solle nach vorne zwischen meine Beine schauen und mir trieb unser Sohn aus dem Wasser entgegen. Sie half mir, ihn auf meine Brust zu legen, er krähte nur zwei mal und mein Mann, unser Sohn und ich konnten uns gegenseitig bestaunen. So warteten wir ab, bis die Nachgeburt zögernd kam. Als auch das vorüber war, legten wir uns zu dritt ins Bett, und wir bekamen viel Zeit allein, um uns kennenzulernen.

Irgendwann kamen Christina und Grit wieder ins Zimmer, vernähten schmerzlos meinen (zum Glück kleinen) Dammriss. Ich hatte zum Schluss einfach keine Lust mehr gehabt und gepresst was das Zeug hielt. Da war mir schon klar gewesen, dass ich nicht um die Geburtsverletzungen herum kommen konnte. Dann machten sie die U1, bei der sie keine Auffälligkeiten entdeckten. Auch wenn der Nabelschnur eine Arterie fehlte, hatte das wohl keine Auswirkungen auf unseren Sohn gehabt. Das Abhören des Herzens verriet ebenfalls keine Probleme und dass er fit und agil war, sahen wir alle. Er turnte schon durchs Bett. Außerdem zeigten sie uns die Plazenta sehr genau, erklärten was wo war und schauten mit uns nach den nur zwei Gefäßen der Nabelschnur.

Danach brachten Grit und Christina O-Saft in Sektgläsern und einen „Mutterkuchen“ mit Geburtstagskerze und wir stießen auf die gut verlaufene Geburt an. Nachdem wir noch Zeit zum Essen bekommen hatten und mein Mann unsere unausgepackten Taschen wieder im Auto deponiert hatte, packten wir unseren Sohn in seine ersten Klamotten und in den Autositz und zogen euphorisiert von Dannen.

An dieser Stelle möchten wir uns herzlich für die Geduld und die gute Betreuung bedanken, die all die Hebammen vom S'Hebammenhaus für uns aufbrachten, auch wenn wir immer so schrecklich unentschlossen waren. Vielen Dank auch an die gute Betreuung während der Geburt.

Bei einem weiteren Kind würde ich mich sofort vom S'Hebammenhaus betreuen lassen und weniger zum Arzt gehen. Wie heißt es so blöd: „Schwangerschaft ist schließlich keine Krankheit.“

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29.11.17

Laurin

Viel Yoga und sich den Wellen der Geburt hingebe - Laurin's Mama wählte eine sehr intuitive Vorbereitung auf die Geburt und die frischgebackenen Eltern nahmen ihr erstes Kind ganz entspannt im Wasser in Empfang.

Nach einer frühen Fehlgeburt im Oktober 2016 hatten mein Mann und ich uns umfassend über die verschiedenen Möglichkeiten zur Entbindung informiert. Die Schwester von meinem Mann hatte ihr zweites Kind in einem Geburtshaus in Stuttgart zur Welt gebracht und war ganz begeistert davon. Im März 2017 war ich dann schon wieder schwanger. Zunächst befassten wir uns jedoch nicht weiter mit der Entbindung, da wir erst mal abwarten wollten, ob dieses Mal wirklich alles gut läuft. Im Juli besuchten wir dann die Info-Veranstaltung im s’Hebammenhaus. Anschließend waren wir beide bereits überzeugt von der Philosophie und vom Konzept eines Geburtshauses.

Parallel fing ich an, mich mit den Vorgängen im Körper während der Geburt auseinanderzusetzen. Für mich schien es irgendwann einfach nur noch logisch, dass jegliche Einwirkung von Außen – sei es durch Schmerzmittel oder verschiedene Messungen am Körper – diesen natürlichen Vorgang nur stören kann. Vorausgesetzt natürlich, dass die Schwangere gesund ist und sich ansonsten im Vorfeld keine Komplikationen ankündigen. Gleichzeitig weigerte ich mich, Wehen als Schmerzen zu bezeichnen. Es sind ganz einfach Muskelkontraktionen, ohne die das Baby niemals den Weg auf die Welt schaffen würde. Ich sprach daher fortan nur noch von „Wellen“. Und wer, wenn nicht ich selbst, soll in der Lage sein, diese Wellen voranzutreiben? Und da ich selbst im Inneren diese Wellen erzeuge, können diese doch gar nicht falsch, störend oder schmerzhaft sein. Alles was ich tun muss, ist mich in diese Wellen fallen zu lassen und diese voll und ganz anzunehmen.

Der Yoga-Kurs im s'Hebammenhaus half mir dabei, die Bauchatmung zu trainieren. Ich kann Yoga grundsätzlich jeder Schwangeren empfehlen. Es ist nämlich gar nicht so, dass man mit fortschreitender Schwangerschaft immer unbeweglicher wird. Wenn man die richtigen Übungen kennt, kann man mit Yoga bis zur Geburt herrlich entspannen und sich fokussieren. Aufgrund meiner intensiven mentalen Vorbereitung hatte ich zu keinem Zeitpunkt Angst vor der Geburt selbst. Lediglich der Besuch beim Frauenarzt zwei Tage vor der Geburt brachte mich etwas aus der Ruhe. Er stellte fest, dass mein Blutdruck erhöht war und vereinbarte einen Termin in der Klinik mit dem Hinweis, dass eventuell die Geburt eingeleitet werden müsste, wenn der Wert weiterhin so hoch bleibt und dass dies ein Zeichen für eine drohende Schwangerschaftsvergiftung sein könnte. Am Tag danach war ich nochmal im s'Hebammenhaus zum Gespräch. Die Hebammen beruhigten mich erst mal und sagten mir, dass ein erhöhter Blutdruck allein kein Ausschlusskriterium für die Geburt im Geburtshaus sei. An diesem Abend war ich auch beruhigt, wir kochten noch in Ruhe zusammen und ich machte meine täglichen Yoga-Übungen.

Am nächsten Morgen stand ich um 7.30 Uhr auf, frühstückte in Ruhe und erledigte noch einige Dinge am Schreibtisch. Zwischen Zähneputzen und Duschen bemerkte ich etwas Fruchtwasser, was mich jedoch nicht weiter beunruhigte. Gleichzeitig spürte ich jedoch ein Ziehen in den Oberschenkeln, dass ich so während der Schwangerschaft noch nicht gespürt hatte. Nach dem Duschen ging dann relativ viel Fruchtwasser ab und das Ziehen wurde stärker. Mein Mann rief auf der Nummer der Rufbereitschaft an. Die Hebamme sagte uns, wir sollen zunächst ganz normal in den Tag starten und uns um 16 Uhr wieder melden. Mein Mann ging kurz danach aus dem Haus und ich konnte mich ab diesem Zeitpunkt nicht mehr hinsetzen. Ich machte meine Geburts-Playlist an und fokussierte mich ab diesem Zeitpunkt auf nichts anderes mehr als auf die Wellen. Bei jeder Welle ging ich in die Hocke und stütze mich auf den Oberschenkeln ab. Diese Haltung hatte ich vorher nicht geübt, diese kam ganz intuitiv. Ich stellte mir dabei vor, auf einem schwierigen Klettersteig kurz vor dem Gipfel zu gehen. Als ich spürte, dass der intensivste Punkt der Welle erreicht war, konnte ich in Gedanken mit leichten Schritten vom Gipfel wieder bergab laufen. In den Pausen lief ich auf und ab und sagte immer wieder „Lass los“ vor mich hin. Zudem notierte ich mir, wie oft die Wellen kamen. Zu Beginn waren es schon 5-7 Minuten. Als mein Mann zurück kam, rief er erneut der Hebamme an und erzählte von der regelmäßigen Frequenz – mittlerweile 3-4 Minuten - und der immer stärker werdenden Intensität.

Um halb zwölf stiegen wir dann schließlich ins Auto, da ich die 30-minütige Fahrt unbedingt hinter mich bringen wollte. Überraschenderweise ging das „Veratmen“ jedoch auch im Auto ganz gut. Um zwölf Uhr kamen wir im s’Hebammenhaus an, wo mich die ruhige und gelassene Atmosphäre sofort beruhigte. Monja nahm uns in Empfang, ließ Wasser in die Wanne ein und hielt sich ansonsten sehr zurück, da sie gleich erkannte, dass ich schon selbst wusste, wie ich mich bewegen und atmen sollte. Als die Wanne voll war, stieg ich gleich hinein. Sofort hatte ich den Vierfüßlerstand als angenehme Haltung entdeckt. So blieb ich eine ganze Weile lang. In den Pausen legte ich meinen Kopf und meine Arme auf ein Kissen im Wasser ab. Während der Wellen massierte mein Mann permanent mein Kreuzbein, was mir extrem half. Irgendwann sagte Monja, dass sie sich sicher ist, dass mein Muttermund schon bei unserer Ankunft komplett geöffnet war. Diese Aussage hat mir nochmal Mut gegeben. Ganz egal, ob das der Wahrheit entsprach oder nicht. Ansonsten hat Monja zwischendurch immer wieder die Herztöne des Babys kontrolliert, was mir natürlich auch immer wieder Sicherheit gab. Als die Pressphase losging, wechselte ich in die Hocke, da hier laut Monja die Wellen nochmal intensiver kommen würden. So konnte ich auch schon bald das Köpfchen fühlen. Ich merkte, dass sich die Pressphase relativ lange hinzog, dachte mir aber, dass dies meinem Gewebe sicher „zu Gute“ kommen würde und dass das jetzt schon in Ordnung ist. Irgendwann positionierte sich mein Mann so an der Wanne, dass er das Baby auffangen konnte. Um 16.41 Uhr tat es dies dann auch und wir ließen das Baby ein paar Sekunden unter Wasser schwimmen. Ich hob es dann am Po und am Kopf aus dem Wasser und legte es mir auf die Brust. Es gibt im Leben wohl keinen überwältigenderen Moment.

Anschließend packten mich die beiden Hebammen Monja und Julia warm ein und ich durfte mich ins Bett legen. Nun schauten wir dann doch zur Sicherheit nach dem Geschlecht des Babys und verkündeten dann seinen Namen – Laurin. Laurin blieb noch etwa eine Stunde bei mir liegen, bis er abgenabelt wurde. Kurz danach kam auch die Plazenta – die Geburt war damit geschafft. Um 20.30 Uhr nahm ich meinen ersten Atemzug an der frischen Luft als Mama und wir fuhren aufgewühlt und glücklich nach Hause.

Sicherlich hatte ich neben der intensiven Vorbereitung einfach auch noch viel Glück gehabt – ich war ausgeschlafen und hatte zuvor gut gefrühstückt. Ich bin jedoch davon überzeugt, dass die Geburt selbst zu einem wesentlichen Teil Kopfsache ist und dass jede gesunde Schwangere einen Weg finden kann, dem Geburtserlebnis mit einer positiven Grundhaltung zu begegnen.

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09.11.17

Fabian

Das zweite Mal sollte es anders werden! – Fabian – geboren am 09.11.2018
Schon bei unserem ersten Kind hatten wir mit dem Gedanken gespielt, ins Geburtshaus zu gehen.

Das zweite Mal sollte es anders werden! – Fabian – geboren am 09.11.2018
Schon bei unserem ersten Kind hatten wir mit dem Gedanken gespielt, ins Geburtshaus zu gehen. Da wir zu der damaligen Zeit die Gewissheit brauchten, dass auch direkt nach der Geburt für die ersten Tage immer jemand zur Stelle ist, hatten wir uns für das Krankenhaus entschieden. Dieses war auch schneller für uns zu erreichen (25-30 min) als das s‘Hebammenhaus (45 min). Deshalb hatten wir damals leider uns nicht weiter mit dem s‘Hebammenhaus beschäftigt.
Während der zweiten Schwangerschaft merkte ich, wie ich immer mehr und mehr Angst vor der Geburt bekam. Mein Mann und ich versuchten unsere erste Geburt (von der wir bisher immer eigentlich zufrieden waren) aufzuarbeiten und stellten dabei fest, dass es die einzelnen Maßnahmen im Krankenhaus waren, die mir Unbehagen bereiteten: die ständige CTG-Überwachung, die vielen Untersuchungen auch von ärztlicher Sicht, die drei Schichtwechsel, die schwer zu veratmenden Wehen nach dem Wehentropf, der Dammschnitt, die Kristeller-Hilfe durch die Hebamme (dadurch hoher Scheidenriss und sehr starke Schmerzen im Wochenbett und lange Probleme darüber hinaus). Diesmal wollte ich es anders! Denn ich wusste, ich schaff das ohne das ganze drum herum!
Also besuchten wir den Infoabend im s‘Hebammenhaus und fühlten uns hier von Anfang an gut aufgehoben. Wir lernten Stück für Stück fast alle Geburtshebammen kennen, die in Frage kommen könnten. Alle waren sehr einfühlsam und gaben mir das Gefühl für Verständnis und Geborgenheit, aber genauso auch Zuversicht und Vertrauen. Die langen Autofahrten waren es wert: ich konnte meine Ängste loslassen.
Am Dienstagmorgen hatte ich eine Vorsorgeuntersuchung bei meiner Frauenärztin, fünf Tage vor dem errechneten Termin. Der Muttermund war bereits 2-3 cm auf und alles deutete drauf hin, dass es nun jederzeit losgehen könnte. Ungefragt hatte meine Frauenärztin während der Untersuchung den Eipol gelöst, was nicht nur unangenehm war, sondern auch dazu führte dass ich paar Stunden später leichte Wehen verspürte. Diese waren nicht häufig, vielleicht jede Stunde eine, aber ich wusste, dass das noch nicht der richtige Startschuss war. Am Mittwoch hatte ich noch einen letzten Termin um Melanie kennenzulernen (das hatte sich davor einfach nicht ergeben). Ich überlegte am Morgen noch, ob ich überhaupt nach VS fahren sollte. Da Melanie aber die nächsten Tage ziemlich oft Dienst hatte, wollte ich sie doch auch noch kennenlernen. Auch sie bestätigte, dass es jederzeit losgehen könnte, aber auch noch paar Tage dauern könnte. Melanie empfahl mir zuhause ein warmes Bad zu nehmen. Dann würde ich sehen, ob diese unkoordinierten Wehen wieder verschwinden oder doch zu Geburtswehen werden.
Zuhause angekommen genoss ich gegen 15 Uhr ein warmes Bad mit meinem Sohn und merkte schon bald drauf, dass sich unser zweites Kleines nun doch auf den Weg zu uns machte. Die Wehen wurden regelmäßiger, ca. alle 15 min. Ich konnte noch alles ganz normal verrichten. Mein Mann kam gegen 17 Uhr von der Arbeit nach Hause. Wir kochten und aßen zusammen. Ich rief die Bereitschaftsnummer an, um uns schon mal anzukündigen. Julia empfahl uns, den Großen zu versorgen, um den Kopf frei zu kriegen. Sie erklärte, dass ich merke, wenn DIE Wehe kommt, um mir zu zeigen, dass wir nun aufbrechen sollen. Melanie und Elke würden dann für uns da sein. Kurz vorm Schlafengehen erklärten wir unserem Sohn, dass das Baby nun heut Nacht kommen wird und wir nicht zuhause sein würden, sondern die Oma. Nachdem ich ihn versorgt wusste, gingen wir noch eine Runde spazieren. Die Wehen kommen alle 5-7 min. Nachdem sich mein Darm entleert hatte, fühl ich mich soweit um ins `s Hebammenhaus loszufahren. Zudem Zeitpunkt wusste ich eigentlich, dass ich noch etwas warten könnte. Aber da wir 45 min fahren müssen, wollte ich nicht zu lange warten, da das Sitzen während den Wehen absolut nichts für mich war.
Um 22.30 Uhr rufe ich nochmals die Bereitschaftsnummer an, um Bescheid zu geben, dass wir nun losfahren. Julia erklärt uns, dass Melanie uns bis dahin schon erwartet und Elke zwar noch bei einer Hausgeburt ist, aber dann auch demnächst kommen würde.
Als wir gegen 23.15 Uhr im ´s Hebammenhaus ankommen, heißt uns Melanie herzlich willkommen. Der rote Raum wurde für uns vorbereitet und nur mit Kerzen erleuchtet. Die ganze Atmosphäre ist so zauberhaft, ich fühle mich gleich sehr wohl und geborgen. Melanie ertastet den Bauch und misst die Herztöne. Da nebenan noch eine andere Geburt stattfindet, ist die Wanne noch nicht frei. Sie empfiehlt mir solang den Gymnastikball. Grit begleitet die andere Geburt, sodass Melanie immer wieder nach uns sehen kann. Es ist eine perfekte Mischung zwischen „Ich lass dich in Ruhe machen“ und „Ich bin für dich da“.
Kurz nach 0.00 Uhr kam Elke von der Hausgeburt zurück und übernahm dann unsere Geburt. Ich freute mich sehr! Elke bereitete mir die Wanne vor. Das warme Wasser tat mir sehr gut. Hin und wieder kontrollierte Elke die Herztöne. Sie zeigte meinem Mann wie er mir aktiv helfen kann, indem er mein Becken während den Wehen leicht zusammendrückt und mir das Kreuzbein massiert. Sie fand die richtigen aufbauenden Worte, war sehr verständnisvoll und munterte mich auf. Der Muttermund war irgendwann komplett auf und ich konnte das Köpfchen tasten. Elke schlug vor noch einmal auf die Toilette zu gehen. Also stieg ich aus der Wanne. Während Elke kurz ins Zimmer verschwand hatte ich schon die erste Presswehe und spürte wie das Köpfchen rauskam. Nun ging alles ziemlich schnell. Wir schafften es gerade noch vor das Bett und zwei Presswehen später konnte ich unseren zweiten Sohn in Händen halten. Ein überwältigendes Gefühl!
Elke half uns ins Bett und deckte uns gut zu. Danach ließ sie uns drei dieses Wunder genießen. Nach viel Kuschel- und Schnupperzeit kamen Melanie und Elke, um uns zu gratulieren. Wir warteten die Nachgeburt ab, die auf Vollständigkeit überprüft wurde. Danach wurde ich mit einem kleinen Stich versorgt. Die U1 wurde direkt neben mir im Bett gemacht, was ich total toll fand. Wir feierten die Geburt mit einem Sektglas O-Saft und einem Küchle. Mein Mann kochte in der Küche eine Dinkelsuppe, da er die Dose mit dem vorbereiten Essen zuhause vergessen hatte. Gestärkt konnten wir gegen 6.15 Uhr die Heimreise antreten, wo unser Großer uns schon ganz gespannt erwartete.
Vielen Dank an das Hebammenhaus für die liebevolle Begleitung und die wunderschöne Geburtserfahrung!

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14.10.17

Lavinia

Lavinia's Papa beschreibt die ungeplante und schnelle Hausgeburt seiner zweiten Tochter aus Sicht des entspannten "Hebammerich" - mit dem ein oder anderen Augenzwinkern.

Stammkundengewinnung à la Hebammenhaus oder „Wo bleibt mein Yes-Törtchen?“

Wahre Freunde der guten und leichten Unterhaltung kennen Stephen Kings Romanverfilmung „Shining“. Da gibt es diese eine Szene, wo sich flutartig Blut in einen Halle ergießt. So hatte ich mir bis vor kurzem eine Hausgeburt vorgestellt, doch nach meiner Feldbeförderung zum Hebammerich beziehungsweise Geburtshelfer, kann ich mit bestem Gewissen sagen, dass es auch anders geht.

Nachdem wir nach der Geburt unserer Ältesten vor rund vier Jahren im Hebammenhaus auf den ältesten Marketingtrick der Welt reingefallen waren, welcher in Form eines Yes-Törtchens, das serviert wurde, als alles vorüber war, entschieden wir uns erneut für dieses dubiose Etablissement. Ach ja, nebenbei ist zu erwähnen, dass die Erfahrungen, die wir damals machen durften, sehr angenehm und positiv waren.

Wiederum hatten wir während der Schwangerschaft mit der ablehnenden Haltung einer Ärztin zu kämpfen. Diese warf meine Frau regelrecht aus der Praxis, nahm sich jedoch freundlicherweise noch die Zeit, ihr am Telefon ihre Gründe darzulegen: Sie fürchtete Regressansprüche von Seiten der Krankenkasse im Fall einer „Doppelbetreuung“. Daher wollte sie als alleinig Verantwortliche für die Vorsorge gelten und es müssten alle von ihr angeordneten Untersuchungen durchgeführt würden. Durch die Hebamme wäre dann ja noch Beratung oder dergleichen möglich und die Kassen würden da anstandslos zweifach bezahlen. Natürlich waren wir damit nicht einverstanden und eine Rücksprache mit der Krankenkasse ergab, dass diese (angeblich) nichts von solchen Umständen wüsste… Wie dem auch sei, haben sich die Zustände in den letzten vier Jahren diesbezüglich nochmals verschlechtert und frau soll zu Dingen gezwungen werden, die „man halt so macht“… Nun denn, es ergab sich glücklicherweise noch ein Wechsel zu einem Frauenarzt, welcher keine Probleme damit hatte nur ein Minimum an Vorsorgeterminen zu übernehmen – und natürlich auch den durch den Schiedsspruch erzwungenen Untersuchungstermin bei 40+0. Die Schwangerschaft lief erwartungsgemäß gut und das kleine Wesen entwickelte sich bestens.

Am 14.10.2017 wachte meine Frau morgens gegen sieben Uhr auf und merkte, dass es sich anders anfühlte, als während der ganzen Schwangerschaft. Gegen acht Uhr weckte sie mich und unsere Älteste und meinte, dass es heute wohl nichts mit dem Marktbesuch würde und ich Kind Nummer Eins, wie ausgemacht, zu ihrem Freund bringen solle. Sie kontaktierte Christina Hügel, welche gerade Dienst hatte und riet ihr, sich heute mal nichts vorzunehmen.

Gegen viertel nach Neune kehrte ich zurück. Inzwischen hatte sich meine Frau ein Bad eingelassen und war in der Wanne. Ich guckte nach, ob sie noch warmen Kaffee hatte und rasierte mich. Schließlich sollte mich der oder die neue Erdenbürger/in wenigsten am Tage der Geburt mal mit einem ordentlichen Gesicht sehen. Als ich dies ohne allzu großes Massaker vollbracht hatte, begann ich die fertige Wäsche aufzuhängen, welche meine Frau noch in die Maschine gemacht hatte.

Währenddessen nahmen die Wehen zu und ich überlegte nochmal kurz, ob ich denn alles in die Tasche fürs Hebammenhaus eingepackt hätte, was ich persönlich brauchte und entschied mich, noch ein Buch über die Imkerei mitzunehmen. Ich dachte, dass ich sicherlich genug Zeit hätte, dieses durchzulesen um endlich zu verstehen, wieso Bienen und nicht Wespen die besseren Honigproduzenten wären. Selbstverständlich hatte ich das getrocknete Krötenblut und die Klaue eines schwarzen Gockels, welche man mir nach der Geburt unserer ersten Tochter im Hebammenhaus vor vier Jahren zugesteckt hatte und für welche ich nach wie vor keinen Verwendungszweck gefunden hatte, ebenfalls eingepackt.

Dann ging auf einmal alles ziemlich schnell. Rund viertel vor Zehne bat mich meine Frau im Hebammenhaus anzurufen und Christina zu informieren, dass wir uns nun auf den Weg machen würden. Kaum hatte ich aufgelegt, rief sie mir hinterher, ich solle nochmals anrufen und bitten, dass man ein Bad einlasse. Rund weitere fünf Minuten später erneuter Anruf, dass wir es nicht mehr schaffen würden. Christina meinte, sie würden gleich losfahren und zu uns kommen. Dann nochmals ein Anruf meinerseits, dass das Köpfchen bereits kommen würde. Christina gab mir Anweisungen, das Kind aufzufangen und warm zuzudecken, was ich um 10:00 Uhr auch machte, als unsere zweite Tochter, Lavinia, geboren war.

Da sich meine Frau dazu entschied, in der Wanne zu bleiben, wechselte ich das Wasser, kümmerte mich darum, dass es schön warm blieb und deckte das Neugeborene mit Handtücher zu. Nun warteten wir, bis rund eine halbe Stunde später die beiden Hebammen ankamen, welche übernahmen. Ich durfte, wie bei der Älteren auch schon, die Nabelschnur, welche komplett auspulsiert war, durchtrennen und dachte kurz in einem Anfall eines animalischen Triebes, ob ich diese wohl mit meinen Zähnen durchbeißen solle. Doch eine Schere war in diesem Moment zweckmäßiger.

Sie versorgten Frau und Kind und begannen, als wir alle ins Schlafzimmer umgesiedelt worden waren, mit dem Papierkram, was über den Daumen gepeilt länger dauerte, als die Geburt selber. Mit unserer Einwilligung haben wir gemeinsam noch die Plazenta begutachtet. Auf meine Frage, ob sie nun eigentlich die Zukunft meiner Tochter daraus lesen würde, guckte Christina etwas komisch, machte aber weiter. Da ich den Grill zwei Wochen vor Lavinias Geburt in die Winterpause versetzt hatte, hatte ich keinen sinnvollen Verwendungszweck für die Plazenta.

Nach etwa zwei Stunden war das Ganze vorüber und wir blieben zu Dritt glücklich daheim zurück. Gegen Abend kamen unsere Freunde, bei welchen unsere ältere Tochter den Tag verbracht hatte und da konnte eine Vierjährige noch glücklicher gemacht werden, da sie nun eine kleine Schwester hatte.

Fazit: Wenn eine Hausgeburt so abläuft, wie wir es erleben durften, ist es ein einmaliges, unvergessliches Erlebnis. Wir waren beide vollkommen entspannt, vielleicht auch aus dem Grunde, dass die ganze Schwangerschaft ohne besondere Vorkommnisse durchlaufen wurde. Ich weiß nicht, ob wir aufgeregter oder gar panisch gewesen wären, wenn wir uns auf eine Hausgeburt eingestellt hätten. Ich denke jedoch, dass der Mensch in solchen Ausnahmesituationen instinktiv richtig reagiert und einfach handelt.

Im Nachhinein werden wir teilweise nach wie vor gefragt, ob wir denn nach der Geburt ins Krankenhaus gegangen wären oder den Notarzt gerufen hätten. Das es sich definitiv nicht um einen Notfall gehandelt hatte und alles bestens lief, hatten wir dies natürlich nicht gemacht. Ich bin froh und dankbar, dass es diese Einrichtungen gibt, aber diese sind bloß dann zu beanspruchen, wenn es denn auch wirklich notwendig ist.

Unser Dank gilt den Hebammen aus dem Hebammenhaus, welche aufgrund der Entscheidung unserer Lavinia, zuhause zur Welt zu kommen, gegebenenfalls weniger zu tun hatten. Allerdings muss ich hier nochmals meine Enttäuschung dokumentieren: Nach der Geburt unserer Älteren wurde ein eingangs erwähntes Yes-Törtchen serviert, welches diesmal ausfiel. Sind das erste Anzeichen von Sparmaßnahmen oder war das damals billiger Kundenfang?

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30.09.17

Linnéa

Nach einer ersten Entbindung im Krankenhaus mit Geburtsstillstand und folgendem Kaiserschnitt war für mich klar: ein weiteres Kind soll nach Möglichkeit nicht im Krankenhaus geboren werden. So habe ich mich, als ich wieder schwanger wurde, auf die Suche nach einer Alternative gemacht, die trotz des Labels: Zustand nach Sectio möglich wäre. Im s´Hebammenhaus bin ich – sind wir - auf offene Ohren , Zuspruch und Unterstützung gestoßen und so waren mein Mann und ich uns einig, dass wir unser zweites Kind dort auf der Welt begrüßen wollen.

Geburtsbericht Linnéa 30.09.17

Nach einer ersten Entbindung im Krankenhaus mit Geburtsstillstand und folgendem Kaiserschnitt war für mich klar: ein weiteres Kind soll nach Möglichkeit nicht im Krankenhaus geboren werden. So habe ich mich, als ich wieder schwanger wurde, auf die Suche nach einer Alternative gemacht, die trotz des Labels: Zustand nach Sectio möglich wäre. Im s´Hebammenhaus bin ich – sind wir - auf offene Ohren , Zuspruch und Unterstützung gestoßen und so waren mein Mann und ich uns einig, dass wir unser zweites Kind dort auf der Welt begrüßen wollen.
Ich entschied mich in dieser zweiten Schwangerschaft für noch weniger Durchleuchtung und Ausleuchtung und habe die Vorsorge im s´Hebammenhaus und der Hebammenpraxis bei uns vor Ort durchführen lassen und einen Arzt ausschließlich für die drei US Untersuchungen aufgesucht. So konnte ich einen Teil der Hebammen des sHebammenhaus schon etwas kennenlernen und fühlte mich mit allen sehr wohl. Am Vorabend von Linnéas Geburt habe ich gegen 18.00 ihrem Bruder gerade die Schuhe ausgezogen und in diesem Moment etwas gespürt, das ich nicht benennen könnte, aber in dem Moment wusste ich: genau so hat die Geburt ihres Bruders sich auch angekündigt. Ich habe ihm also gesagt, dass es sein kann, dass Mama und Papa heute Nacht noch wegfahren müssen und dann am Morgen mit Baby zurückkommen. Der Opa würde aber kommen und sich kümmern. Als nächstes habe ich besagten Opa informiert, der sich 400 km entfernt auf Abruf hielt. Danach habe ich den werdenden Papa informiert, der sich gerade aus der Arbeit auf den Heimweg machte. Irgendwann setzten Wehen ein, anfangs noch sehr unregelmäßig. Der Papa war inzwischen zu Hause, der Sohn im Bett und irgendwann wurde auch dem Opa mitgeteilt, er solle sich bitte auf den Weg machen. Gegen 23.00 habe ich im s´Hebammenhaus angerufen und war ganz glücklich, dass Christiane am Telefon war. Auch wenn ich mir mit allen Hebammen, die ich kennengelernt hatte die Geburt sehr gut hätte vorstellen können, so hat sie mich mit ihrer ruhigen und zupackenden Art doch sehr beeindruckt und ich wusste, dass ich trotz der Vorgeschichte nun völlig angstfrei in die Geburt gehen würde. Sie riet mir zu Wärmflasche und noch mal hinlegen, da die Wehen immer noch unregelmäßig waren. Meinen Mann schickte ich auch noch mal ins Bett, da ich ja wusste, dass er uns nicht nur eine Stunde ins s´Hebammenhaus würde fahren müssen, sondern auch wieder eine Stunde zurück, nach wer weiß wie vielen Stunden Geburt. Die Wehen wurden nicht weniger, sondern pendelten sich auf alle 3 bis 5 Minuten ein, waren aber noch gut auszuhalten. Also wartete ich noch die Ankunft des Opas gegen 1.00 ab und rief dann noch mal im sHebammenhaus an. Christiane entschied, dass wir uns nun doch langsam mal auf den Weg machen sollten, da die Fahrzeit ja auch recht lang wäre.
Also habe ich meinen Mann geweckt und wir sind mit Koffer und Musik losgefahren. Auf der Fahrt blieben die Wehenabstände gleich und auch auch die Intensität nahm nicht zu. Christiane begrüßte uns im vorbereiteten Zimmer und meinte zu meinem Zustand: „du siehst nicht so aus, als würden die Presswehen gleich losgehen“, ich stimmte ihr zu. Wir machten Musik an, die wir mitgebracht hatte und ich bewegte mich zunächst im Zimmer und veratmete die Wehen. Christiane fragte, ob ich die Wanne ausprobieren wolle, ich sagte, dass ich etwas skeptisch sei, aber es gerne mal probieren wolle. Während sie die Wanne einließ, wippte ich auf dem Pezziball und ließ mir von meinem Mann den Rücken massieren.
Als die Wanne fertig war, suchte ich noch mal die Toilette auf und ging dann in die Wanne. Dort nahmen die Wehen schnell an Intensität zu und mit dem Veratmen war es aus. Statt dessen begann ich zu tönen und suchte auch immer wieder die Hand meines Mannes zum Drücken. In den Wehenpausen setzte ich mich tiefer ins Wasser. Mein Mann massierte immer wieder meinen Rücken. Christiane fragte von Zeit zu Zeit, ob sie die Herztöne messen dürfte und kontrollierte meine Kaiserschnittnarbe. Alles war in Ordnung.
Irgendwann meine Christiane, dass sie schon mal Kerstin, die andere Hebamme informieren wollte, da sie einen weiteren Weg hätte.
Dann begannen die Presswehen. Dieser Teil der Geburt war völlig neu für mich und absolut überwältigend. Ich hörte eine leises „Klack“ und Christiane teilte mir mit, dass die Fruchtblase nun geplatzt sei. Der Druck der Wehen war unbeschreiblich, ich brüllte und blickte immer wieder in das Gesicht meines Mannes, der etwas hilflos und immer wieder mitleidend neben der Wanne kniete. Christiane tastet nach dem Köpfchen und teilte mir mit, dass es sich bereits zwei Finger über den Beckenboden befindet und forderte mich auf, selbst zu spüren. Das tat ich und es gab mir einen kurzen Motivationsschub. Bei einer der nächsten Wehen begann ich dann aber zu jammern: „ ich kann nicht mehr“, ich fühlte mich wie nach einem kilometerlangen Marsch. Aber der Kopf meines Kindes kam mit jeder Wehe weiter nach unten.
In der Wanne fühlte ich mich langsam unwohl, und so bat ich, diese zu verlassen. Christiane wägte das Für und Wider ab und es wurde entschieden, dass ich vor das Bett in die tiefe Hocke umziehen sollte. Mein Mann saß auf dem Bett und hielt mich von hinten. Christiane meinte bei der nächsten Wehe, dass sie das Köpfchen und ganz viele dunkle Haare bereits sehen könnte und setzte eine Akupunkturnadel am Damm. Mit der nächsten Wehe war es soweit, das kleine Wesen rutschte in einem Schwung aus mir heraus, wurde von Christiane und Kerstin behutsam aufgefangen und auf den Boden gelegt. Bis zu diesem Zeitpunkt war das Geschlecht ein Geheimnis gewesen, nun lag dort ein Mädchen, dass mir winzig klein vor kam und erstmal nicht so recht aktiv sein wollte. Hinter mir war mein Mann, ob dieses überwältigenden Ereignisses in Tränen ausgebrochen.Christiane und Kerstin stimulierten die Kleine ein wenig und ich nahm sie selbst hoch z mir auf die Brust und legte mich mit der Hilfe von Christiane, Kerstin und meinem Mann ins Bett. Und da wurde sie dann bald sehr aktiv und schrie aus Leibeskräften. Es dauerte etwas, bis sie sich beruhigte. Auch die Plazentageburt zog sich etwas hin und erforderte einen kurzen Umzug auf die Toilette.
Wenig später durfte mein Mann die Nabelschnur durchschneiden und Christiane untersuchte unsere kleine Linnéa bei uns im Bett. Und: der Winzling war keiner: stolze 55cm und 3940g! Und dies ganz ohne Sectio.
Ich wurde noch sehr liebevoll von den beiden Hebammen umsorgt, wir feierten noch gemeinsam Geburtstag und Christiane und Kerstin versorgten meine kleinen Verletzungen, bevor wir den Heimweg antraten um mit dem großen Bruder und Opa zu frühstücken.
Wir sind dankbar, dass wir unsere zweite Geburt im s`Hebammenhaus erleben durften und hoffen, dass die außerklinische Geburtshilfe Zukunft hat. Danke Christiane, danke Kerstin und dem ganzen Team 

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04.09.17

Emilia

Emilia Noemi forderte viel Bewegung von ihrer Mama. Sie kommt als Nesthäkchen zu zwei großen Brüdern in ihre Familie. Für ihre Eltern war es die zweite Geburt im s'Hebammenhaus.

Mit großer Dankbarkeit dürfen wir auf zwei wundervolle Geburten an einem der liebevollsten Orte zurückblicken. Im s'Hebammenhaus zu entbinden, war eine unserer besten Entscheidungen, trotz einer Entfernung von fast 60 km. Das Glücksgefühl der letzten Geburt vor zwei Jahren hielt ewig an. Jetzt wurde es durch die Geburt unserer Tochter erneuert…

Nach einem positiven Schwangerschaftstest freute ich mich mitunter, nochmal im s'Hebammenhaus entbinden zu dürfen. Drei Ultraschalluntersuchungen ließ ich bei meiner Frauenärztin durchführen, bei allen weiteren Vorsorgeuntersuchungen begleitete mich Kerstin aus dem s'Hebammenhaus, die mich auch anschließend im Wochenbett kompetent und sehr lieb betreute. Die Schwangerschaft verlief komplikationslos und das Baby begab sich frühzeitig in die richtige Position, so dass der Geburt im s'Hebammenhaus nichts mehr im Wege stand. Etwa zwei Wochen vor der Geburt hatte ich immer wieder Senkwehen und Rückenschmerzen, was mich sicher machte, dass es bald los ging. Zwei Tage vor dem errechneten Termin war es dann soweit.

Um kurz nach 5 Uhr wurde ich durch einen Blasensprung geweckt. Nachdem ich die Spur zur Toilette gereinigt und mich neu eingekleidet hatte, nahm ich mir vor, nochmal zu schlafen. Doch durch die nächtliche Unruhe erwachte mein Mann und die gemeinsame Vorfreude machte uns mehr wach als müde. Langsam begannen sich die Wehen im Rücken bemerkbar zu machen. Weil es doch wesentlich mehr verlorenes Fruchtwasser war, als bei der letzten Geburt, rief ich um kurz vor 6 Uhr die Bereitschaftsnummer an, hauptsächlich um zu fragen, ob ich laufen und baden könne. Die Hebamme hatte keine Bedenken, da bei den letzten Untersuchungen das Köpfchen schon sehr tief im Becken steckte. Ich solle alles machen, wonach mir ist und auf die Geburtswehen warten. Erst im Laufe des Gesprächs erkannte ich Elkes Stimme und war außer mir vor Glück, da ich sie schon bei der letzten Geburt hatte. Und das war so toll! In der Badewanne wurden die Wehen schnell regelmäßiger und intensiver. Um 7.30 Uhr rief ich wieder bei Elke an. Sie meinte, wir sollen langsam los, immerhin hatten wir einen weiten Weg vor uns. Nach der halben Fahrstrecke wurden die Wehen kräftiger und kamen alle 3 Minuten.

Kurz vor 9 Uhr kamen wir im s´Hebammenhaus an. Zwischenzeitlich war der große Geburtsraum durch eine andere Geburt belegt, so dass wir mit dem kleinen, grünen Zimmer vorlieb nehmen durften. Dafür hielt uns Elke das angrenzende Badezimmer frei, mit der Option, in der Wanne zu entbinden. Ich setzte mich aufs Bett. Die Wehenabstände waren plötzlich wieder sehr lang, 8 bis 10 Minuten. Elke meinte, wenn uns danach sei, können wir auch etwas im Park spazieren gehen, was wir auch taten. Es war ein herrlicher sonniger Spätsommertag. Im Schatten war es dennoch sehr kalt. Während ich mich bewegte, stellten sich die Wehen wieder regelmäßig ein. Unangenehm war nur, dass ich immer wieder einen Schwall Fruchtwasser verlor. Vor dem s´Hebammenhaus auf einer Bank verweilten wir einige Zeit in der Sonne. So um 10 Uhr waren wir zurück im grünen Raum und kaum setzte ich mich dort wieder aufs Bett, wurden die Wehen schwächer. Das Baby nebenan wurde zwischenzeitlich geboren. Etwas Frust stellte sich bei mir ein. Ich war dann auch ganz froh, dass die Hebammen nebenan zu tun hatten, sonst hätte ich mich noch mehr unter Druck gesetzt. Mein Mann servierte mir Tee, wir legten uns aufs Bett, dabei wurde ich müde und wir ruhten uns aus. Der ständige Gang zur Toilette beeinflusste meine Wehentätigkeit positiv, denn immer, wenn ich mich bewegte, kamen die Wehen. Bald waren sie wieder regelmäßig da und wurden auch plötzlich heftig. Mein Mann unternahm alles, dass es mir gut ging, von Rücken massieren und Lappen auflegen bis unsere CD's einlegen (Mana & Christina Stürmer). Ich kämpfte mich durch die Wehen, die ich heftiger empfand, als bei der letzten Geburt. Immer wieder kam die Badewanne zur Sprache und ich war lange unentschlossen, ob ich darin entbinden wollte. Doch mit dem Voranschreiten der Wehen merkte ich, dass ich Bewegung und harte Untergründe brauchte… und das Klo. Elke konnte inzwischen die junge Familie von nebenan verabschieden und war nun ganz bei uns. Mit ihrer angenehmen Art wusste sie zu jedem Zeitpunkt was ich brauchte, meist ohne Worte: Trinken, kühler Lappen an der richtigen Stelle, mich machen lassen, wenn ich wieder nach einer erträglichen Position suchte… Schweißausbrüche und Schüttelfrost kamen im Wechsel. Es wurde allmählich unangenehm und ich wollte Elke schon seit längerem fragen, was sie meint, wie lange es noch geht. Doch die Wehen vereinnahmten mich sehr. Gefühlsmäßig dachte ich, dass ich noch weit von der Geburt entfernt bin. Ich hörte wie Elke zu meinem Mann sagte, dass es schöne Eröffnungswehen sind und das Köpfchen langsam drückt. Da musste ich auch schon wieder aufs Klo. Ich solle ruhig mal eine Weile sitzen, das tut auch gut, so Elke. Mein Mann war bei mir, während Elke sich ein paar Notizen machte. Ich saß nicht lange, dann rief ich: „Es koooommt!!!!!“ Elke war sofort zur Stelle. Ja, ein Stück des Köpfchens war bereits sichtbar. Sie half mir von der Toilette, runter auf den Boden. Ich solle mich über sie lehnen, während Elke unten unser Kind um 13.07 Uhr in Empfang nahm. Das brauchte zwei Presswehen. Wahnsinn, wir konnten es alle nicht glauben. Elke legte mir unser Töchterchen in die Arme, während sie die Nabelschnur hielt und zusammen mit meinem Mann uns zum Bett begleitete. Ich wurde bestens mit Zudecke und Wärmflasche versorgt. Unser Mädchen lag ganz zufrieden auf meiner Brust, saugte an ihren Fingern, so dass ich sie schon kurze Zeit später anlegte. Grit, die Zweithebamme kam derweil dazu. Zur Geburt hatte sie es, obwohl sie bereits im Haus war, nicht geschafft ;)

Als die Nabelschnur auspulsiert war und mein Mann sie durchschnitt, löste sich die Plazenta bald darauf problemlos. Nun wollten wir uns auch endlich für einen Namen festlegen. Die ganze Schwangerschaft begleitete mich diese schwere Entscheidung, doch jetzt als sie da war, war es eindeutig eine EMILIA NOEMI. Die Hebammen ließen uns in trauter „Dreisamkeit“ für einige Zeit unser Glück genießen und regelten währenddessen die Formalitäten. Mein Mann erwärmte mir das mitgebrachte Mittagessen. Wir fühlten uns einfach nur wohl und beglückt, fast wie Zuhause. Trotz der zum Ende hin schnellen Geburt hatte ich keine Geburtsverletzungen. Darüber war ich sehr froh. Nach der U1 direkt am Bett und dem Geburtstagsfestchen, machten wir uns fertig für die Heimfahrt.

Neun Stunden später waren wir wieder Zuhause. Die zwei großen Brüder freuten sich sehr über unser Mitbringsel. Mein Mann hatte noch eine Woche frei, welche wir nun zu Fünft genießen konnten.

Wir schätzen die Arbeit der Hebammen sehr. Das s´Hebammenhaus mit seinem tollen Team ist wie ein Schatz rund um Schwangerschaft und Geburt. Wir möchten uns für diese überaus liebevolle Menschlichkeit und Fürsorge herzlichst bedanken, ganz besonders bei Elke, Kerstin und Grit… und sind sehr glücklich, diesen Schatz gefunden zu haben.

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25.08.17

Ben

Mit seinen blaue Augen hat Ben sofort nach der Geburt seine Mama angeblickt. Er kam als erstes Kind seiner Eltern ganz entspannt in der Wanne im s'Hebammenhaus zur Welt.

Nach einer unkomplizierten und angenehmen Schwangerschaft hat sich unser kleiner Ben schneller auf den Weg zu uns gemacht, als wir damit gerechnet hatten. Es war ein herrlicher Sommertag, zwei Wochen vor dem Termin, wir saßen mittags noch gemütlich im Café. Irgendwie war mir aber den Tag über nicht so ganz wohl. Sitzen war nicht recht und der Kleine hat sich immer wieder zu breit gemacht. Trotzdem wollte ich am Abend nochmal mit meiner Freundin was trinken gehen. Es könnte ja vorerst das letzte Mal sein.

Abends - mein Mann hat sich gerade hingelegt um für seine Nachtschicht vorzuschlafen - ist dann um 19:00 Uhr meine Fruchtblase geplatzt. Nachdem ich ihn gerufen habe, war klar, dass er heute nicht mehr arbeiten gehen wird und wir riefen gleich dem Bereitschaftsdienst an. Christina meinte, da ich keine Wehen habe, sollen wir uns hinlegen, schlafen und ausruhen. Beim ersten Kind haben wir noch Zeit und ich werde meine Kräfte noch brauchen. Wir, irgendwie leicht überfordert mit der Situation, legten uns aufs Sofa und überlegten wie es jetzt wohl weiter gehen wird. 45 Minuten später begann es bei mir stark zu ziehen und mir war klar, dass dies nicht die üblichen Senk- oder Übungswehen sind. Dieses noch "leichte" Ziehen wurde von mal zu mal immer stärker und die Abstände immer kürzer. Also riefen wir nochmal beim s'Hebammenhaus an. Jetzt hatte Julia Nachtdienst, sie beruhigte uns trotzdem und bot an vorbei zu kommen, bräuchte allerdings noch ca. eine Dreiviertelstunde bis sie bei uns sei. Wir warteten, aber meine Wehen wurden immer stärker und als ich das Gefühl hatte pressen zu müssen, rief mein Mann Julia nochmal an und wir einigten uns, uns in Villingen im s'Hebammenhaus zu treffen, da wir ja noch eine 40-minütige Anfahrt haben. An die Autofahrt können wir beide uns im Nachhinein kaum noch erinnern. Um 21:45 Uhr im Geburtshaus angekommen, hat Julia schon alles, inklusive einer warmen Wanne, vorbereitet und uns herzlich empfangen. Ich war erleichtert dort zu sein und konnte mich ab da an auch richtig gehen lassen. Im warmen Wasser habe ich mich wohl gefühlt und bereits um 22.36 Uhr war ich dort nicht mehr alleine. Unser kleiner Ben hat mich direkt mit seinen blauen Augen unter Wasser angeschaut und wir waren einfach nur glücklich.

Die nächsten Stunden waren gemütlich, der frisch gebackene Papa hatte gleich Gelegenheit zum kuscheln und auch die U1 wurde bei uns am Bett gemacht. Wir waren die ganze Zeit zusammen. Von den Hebammen gab es noch ein kleines Geburtstags-Törtchen mit Kerze, eine schöne Karte, kleines Geschenk und O-Saft zum Anstoßen. Ben's erste Geburtstagsfeier. Als dann klar war, dass es mir und dem Kleinen gut geht, konnten wir noch in der gleichen Nacht gegen 1:45 Uhr nach Hause. In unseren eigenen vier Wänden hatten wir jede Menge Zeit uns zu beschnuppern, auszuruhen und nach und nach alles realisieren zu können. Für uns war es die absolut richtige Entscheidung gewesen, unser kleines Wunder im s'Hebammenhaus zu bekommen, und wir haben uns rundum versorgt und gut aufgehoben gefühlt. Ein großes DANKE nochmal an alle!!!

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17.08.17

Samuel

„Am Ende hatte er es dann doch ganz schön eilig.“ - Samuel kam überraschend und kerngesund im Auto auf dem Weg ins s'Hebammenhaus zur Welt. Damit hat er seine Eltern und seine beiden älteren Brüder überrascht.

Am Abend des 16.08.2017 hatte ich schon zu Hause ab 22 Uhr alle fünf Minuten Wehen. Die waren aber noch total locker. Ich konnte nebenher reden, herumlaufen und mein Mann wusste bis dahin noch gar nicht, dass ich Wehen hatte. Das wollte ich ihm auch noch nicht sagen, weil ich ihn nicht schon jetzt unruhig machen wollte. Also bin ich nochmal wie gewohnt ins Bett, weil ich mir nicht sicher war , ob es wirklich los geht, und um nochmal Kraft zu tanken. Denn schon die letzten paar Wochen hatte ich immer wieder abends Wehen, die dann aber wieder in der Nacht aufhörten. Um halb drei bin ich dann wieder wach geworden. Da waren die Wehen immer noch da, aber immer noch nicht merklich stärker. Zu diesem Zeitpunkt war ich mir dann aber doch sicher, dass die Geburt nun los geht, weil die Wehen immer noch da waren und nicht, wie an den letzten Abenden, wieder aufgehört hatten. Mein Mann schlief neben mir tief und fest. Ich ließ ihn weiterschlafen, weil ich das Gefühl hatte, dass es noch eine Weile dauern würde. Nachdem ich auf der Toilette war und leichte Schmierblutungen hatte war ich mir sicher, dass sich unser dritter Sohn nun auf den Weg machen wollte.

Um halb vier rief ich dann die Bereitschaftsnummer vom Hebammenhaus an. Da waren die Wehen aber immer noch nicht arg viel stärker geworden. Vielleicht ein bisschen, aber Grit, die Hebamme, die in dieser Nacht Dienst hatte, meinte: „Wer noch während einer Wehe so mit mir reden kann, hat schon noch ein bisschen Zeit. Aber wenn du jetzt schon kommen willst, darfst du natürlich auch schon los fahren.“ Ich hatte zu diesem Zeitpunkt immer noch das Gefühl, dass es noch eine Weile dauern würde. Und da ich nicht noch einen halben Tag im Hebammenhaus verbringen wollte, bis es richtig zur Sache geht und es mitten in der Nacht war, entschied ich mich noch ein wenig zu warten. So konnten alle noch ein bisschen weiterschlafen. Ich vereinbarte mit Grit, dass ich mich nochmal bei ihr melden sollte, wenn wir los fahren wollten.

Um halb fünf rief ich meine Eltern an, dass sie schon mal losfahren sollten, um auf unsere beiden großen Jungs aufzupassen. Da sie eine Stunde brauchen, dachte ich, dass wir dann los fahren, wenn sie da sind. Anschließend weckte ich meinen Mann, damit wir uns in Ruhe anziehen und die letzten Sachen packen konnten. Um fünf Uhr waren die Wehen so, dass ich schon mal mitatmen musste. Aber noch nicht tönen, oder mehr. Zu dieser Zeit hab ich gedacht : wenn wir jetzt los fahren, haben wir noch gut Zeit und das Kind ist vermutlich in 3 Stunden da.

Um 5.45 Uhr entschied mein Mann dann doch, dass wir jetzt schon losfahren sollten. Als er gerade auf dem Weg zu den Nachbarn war, um ihnen die Babyphones von unseren beiden Jungs zu bringen, kam meine Mutter an. Ich habe noch schnell Grit Bescheid gegeben, und um 5.50 Uhr sind wir los gefahren. (Dauer bis zum Hebammenhaus: ca. 25 Minuten. )

Nach zehn Minuten Autofahrt wurden die Wehen heftiger. Ich musste tönen. Einige Wehen später hatte ich schon plötzlich das Gefühl zu pressen. Ich habe ständig versucht nicht mitzupressen, um es noch bis zum Hebammenhaus zu schaffen. Also habe ich gehechelt was das Zeug hält. Mittlerweile waren wir beim Industriegebiet von Bad Dürrheim. Die Ampel schaltete gerade auf Rot und ich schrie meinen Mann nur noch an: „Fahr, fahr, fahr!“ Mit 160 km/h auf der B33 (zum Glück war es früh am Morgen und noch sehr wenig Verkehr) fuhr mein Mann Richtung Villingen. Jede Minute gab er mir laut Navi durch, wie lange ich noch durchhalten musste. Er fragte mich immer wieder, ob wir nicht doch ins Krankenhaus fahren sollten. Aber ich wollte auf jeden Fall ins Hebammenhaus. Es folgten zwei weitere Wehen. Dann spürte ich den Druck des Kopfes auf den Damm. Von den anderen beiden Jungs wusste ich, dass der Kopf bei der nächsten Wehe kommt. Also hab ich nur noch zu meinem Mann geschriehen : "Der Kopf kommt! Es kommt jetzt! Hilf mir die Hose auszuziehen!" Mittlerweile waren wir an der Ausfahrt Villingen-Süd angekommen. Er ist nur noch rechts ran auf den Grünstreifen gefahren und hat mir noch geholfen aus dem einen Hosenbein raus zu kommen. Dann kam die nächste Wehe. Da rief er: "Ich sehe die Fruchtblase!" Diese ist dann im selben Moment geplatzt und Samuel mit einem Rutsch hinterhergeschossen - kein 'zuerst der Kopf und dann die Drehung für die Schultern', wie man das so schön im Geburtsvorbereitungskurs lernt! Da er so schnell kam, ist er direkt in den Fußraum geplumpst (Hat ihm aber nichts ausgemacht). Er hat sofort geweint und war rosig. Ich habe ihn hoch genommen und mein Mann hat ihm eine Decke umgelegt. Wieder fragte mein Mann, ob wir jetzt nicht lieber ins Krankenhaus fahren sollten. Doch von den anderen beiden wusste ich, dass alles in Ordnung war, weil der Kleine sofort geweint hatte und überhaupt nicht blau, oder sonst irgendwie auffällig war. Deshalb sagte ich: „Nein, wir fahren weiter ins Hebammenhaus. Er weint und es geht ihm gut.“ Also sind wir weitergefahren. Mit Nabelschnur und allem Drum und Dran. Ich war so froh, dass ich jetzt keine Wehen mehr hatte. Der Kleine sah gut aus, hat sich an mich gekuschelt und sofort aufgehört zu weinen. Und ich wusste, dass alles geschafft und gut ist. Ab da war ich total relaxt. Und noch voller Adrenalin.

Beim Hebammenhaus angekommen ist mein Mann aus dem Auto gesprungen und zu Grit gelaufen. Grit hat ganz schön gestaunt, als mein Mann angerannt kam und rief : „Es ist schon da.“ Nach einem Kontrollblick von Grit, ob es uns beiden auch wirklich gut geht, wurde dann alles ganz ruhig und gelassen. Halb nackt und nur mit einer Unterlage umwickelt bin ich ins Bett „umgezogen“. Dort haben wir in Ruhe auf die Nachgeburt gewartet und sind erst mal in der neuen Welt angekommen. Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass es so schnell geht. Sonst wären wir erst gar nicht losgefahren. Unser ältester Sohn hat danach gesagt: „Samuel ist eine Kanone.“ Und da hat er es wohl genau auf den Punkt gebracht. Wir sind Gott, unserem himmlischen Vater, sehr dankbar, dass er uns auf der Fahrt und bei der Geburt so gut bewahrt hat. Und wir sind dem Hebammenhaus dankbar, für die kompetente, ruhige und zurückhaltende Betreuung, nach unserer, doch sehr außergewöhnlichen, Geburt.

Nachtrag: Alle fragen uns immer was denn nun in der Geburtsurkunde als Geburtsort steht. Der offizielle Geburtsort ist Villingen-Schwenningen. Also das Hebammenhaus. Es gilt nämlich der Ort, an dem man dann tatsächlich mit dem Kind ankommt und weiter versorgt wird. Wenn es das Ordnungsamt genehmigt, würden wir gerne als Erinnerung einen Storch an den eigentlichen Geburtsort stellen.

Nachtrag zwei: Dank eines Wasserstaubsaugers hat mein Mann er tatsächlich geschafft, alle Geburtsspuren zu beseitigen. Nur die Fußmatte musste dran glauben.

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16.08.17

Luca

Auf den Weg machen - und ankommen. Die Kerze am Hauseingang und ein beleuchtetes Haus erwarten uns. Im Haus die gewohnt entspannte Atmosphäre, alles läuft in einer gewissen Ruhe, wie sie uns guttut.

Luca - geboren am 16.08.2017
Auf den Weg machen - und ankommen. Die Kerze am Hauseingang und ein beleuchtetes Haus erwarten uns. Im Haus die gewohnt entspannte Atmosphäre, alles läuft in einer gewissen Ruhe, wie sie uns guttut. Und dann warten die Hebammen gemeinsam mit uns - nach und nach wird klar, es ist unsere Geburt und die Hebammen geben den Rahmen und die Hilfestellung dazu, ohne dass wir uns eine Minute allein gelassen fühlen. Wir bekommen die Ruhe und die Zeit, die wir brauchen. Eingriffe in den Verlauf, wie Herztöne hören, nehmen die Geburtshelferinnen nur ganz behutsam vor. Auch Vorschläge zu Stellungen zur Beförderung der Geburt sind wohl dosiert. Alles geschieht in großer Achtung uns und dem gegenüber, was gerade bevorsteht - einer Geburt eines kleinen Menschen.
Dann die eigentliche Geburt - überwältigend in ihrer ureigenen Kraft und unbeschreiblich. Unsere zwei Hebammen mit ihren Zauberhänden ganz eng an unserer Seite.
Als es geschafft ist, bleibt sie für einen Moment stehen, die Welt, um unseren Luca willkommen zu heißen. In Ruhe und Geborgenheit darf er hier ankommen und dürfen wir uns begrüßen. Das Licht gedämpft, das Handtuch, in das er gewickelt ist in dunkelrot der Bauchraumwohnung nachempfunden. Einige Zeit später die U1 auf Mama's Bauch und noch einmal später die kleine Geburtsfeier mit Saft, Mutterkuchen mit Kerzchen, bevor wir schließlich nach Hause entlassen werden.
Unwirklich, aber so wohltuend, wie wir nach ausgiebiger Ruhe am Nachmittag des selben Tages alle zusammen in unserem Wohnzimmer zu Hause sitzen und staunen.
Die mitgebrachte Ruhe bleibt auch in den kommenden Tagen und macht es uns leicht, anzukommen und uns zu erholen.
Ganz besonders auch der Geburtsbericht, der die ganze Geburt dokumentiert und den wir beim Abschlussgespräch überreicht bekommen.
Wir sind sehr dankbar und glücklich, wie wir die Geburt unseres Lichtleins erleben durften - danke für alles, liebe Christiane, liebe Elke, liebe Friederike - danke s'Hebammenhaus!

Die Geburt unseres Schatzes Julian - oder NICHTS im Leben ist planbar

Wir haben uns für diese Überschrift entschieden, weil wir (vor allem die Mama) absolute Planer sind. Eigentlich ist alles bei uns gut durchgetaktet und geplant. Unser kleiner Schatz Julian hat uns aber eines gelehrt: Die wichtigen Dinge im Leben sind niemals plan- oder kontrollierbar. Und auch eingeschlagene Wege können und dürfen sich jederzeit ändern.
So auch die Geburt unseres Sohnes. In einer Klinik sollte sie stattfinden. So war unsere Vorstellung zum Anfang meiner Schwangerschaft. Warum? Weil Ärzte und auch viele Bekannte leider immer wieder darauf pochen, dass man in einer Klinik doch am besten und sichersten aufgehoben sei. Ein Geburtshaus könne die kompetente Betreuung und Sicherheit einer Klinik ja niemals bieten und was tun die Hebammen denn überhaupt im Ernstfall ohne tausend Hightech-Geräte und so weiter und sofort. Somit stand also definitiv fest: Julian - unser erstes Kind - soll in der sichersten Umgebung die es gibt geboren werden...im Krankenhaus.

Meine erste Lektion über solche festen Pläne habe ich dann im ca. 5 Monat meiner Schwangerschaft gelernt:
Es war der Ostersamstag am Abend. Ich wurde von einem sehr unangenehmen Druck nach unten geplagt, der sich einfach nicht bessern wollte und der uns von Minute zu Minute mehr Angst machte. Könnte das etwas Schlimmes sein, vielleicht vorzeitige Wehen oder sonst etwas? Der rasche Gang ins Krankenhaus war für uns daher unabdingbar. Im Kreissaal angekommen war ich schockiert von der lieblosen und kalten Behandlung der Ärztin, die mit mir Sprach wie ein Roboter, wenig Verständnis für mein Problem hatte und zum Schluss keine klare Diagnose stellen konnte. Auch die generelle Abfertigung im Kreisssaal (wir wurden eine Stunde ohne jegliche Betreuung oder zumindest jemandem der ab und zu mal nach dem rechten schaut vor der Türe sitzen gelassen und sogar fast vergessen) hat uns an diesem Abend drastisch umdenken lassen. Wollen wir so wirklich ein Kind bekommen, in dieser Kälte unter lauter Hebammen und Ärzten die nur Hektik kennen, überarbeitet und teilweise sogar gestresst / unfreundlich sind? Schnell war klar, dass dies nicht unser Weg ist und wir eine Alternative möchten. Durch meine Wochenbetthebamme wurde ich auf das Hebammenhaus aufmerksam gemacht. Also zack auf die Homepage geschaut und gleich den Infoabend wahr genommen. Die warme, herzliche und liebevolle Atmosphäre bei der Infoveranstaltung hat mich gleich begeistert. Selbst die Tatsache dass ich, wenn wir uns für eine Geburt im Hebammenaus entscheiden, unser Kind komplett ohne jegliche Hilfsmittel wie PDA, Schmerzmittel etc auf die Welt bringen soll, machten mir nichts aus. Durch die einfühlsame Art der Hebammen dort bekam ich nämlich vor allem eines vermittelt: Ich KANN das durchstehen und mein Körper (wie der jeder Frau) ist perfekt geschaffen für die Geburt. Nur braucht jeder weibliche Körper und jedes Kind das geboren wird seine Zeit und seinen Rhytmus.Das ist alles. Und allein diese Zuversicht macht so viel Mut, dass man diesen Schritt gerne wagt. Auch mein Mann war sehr schnell überzeugt, dass dies genau das Richtige für uns ist. Die einfühlsame Betreuung der Schwangerschaft durch Gespräche mit den Hebammen Monja, Julia, Melanie und Christiane hat uns so viel bei den Sorgen werdender Eltern geholfen und auch diese tolle Behandlung gibt es bei keinem Gynäkologen! Da meine erste Schwangerschaft leider in einem Frühabort endete, wurde vor allem ich von vielen Ängsten geplagt, die mir die Hebammen durch ihre kompetente und liebevolle Betreuung nehmen oder zumindest erleichtern konnten. Ein großes Dankeschön hier nochmal an das komplette Team für euer Verständnis, den Mut und die Tipps!

Somit war also Der erste feste Plan mit der Klinikgeburt schon mal hinfällig. Den zweiten Plan, nämlich schön entspannt im Hebammenhaus zu gebären, hat dann unser kleiner Sonnenschein Julian komplett umgeschmissen. Der hatte es nämlich gute zwei Wochen vor Termin plötzlich so eilig, dass wir nicht mal mehr dorthin fahren konnten. Es endete also spontan in einer Hausgeburt. Etwas, das ich mir niemals hätte vorstellen können! Aber wie kam es dazu? In der Nacht auf den 12.08.17 verspürte ich immer wieder ein Ziehen im Rücken, das vor zum Bauch hin strahlte. Unerfahren wie ich war dachte ich einfach nur an Senkwehen. Die Schmerzen waren ja nicht wirklich riesengroß. Am frühen Vormittag wurden die Schmerzen aber langsam konstanter und wellenartiger, sodass ich zum ersten Mal zu meinem Mann sagte: "ich glaube wir halten unseren Kleinen bereits schon heute Abend im Arm." Ganz sicher war ich, als ich ca eine Stunde später bei diesen Wellen hinknien musste. Also schnell auf der Rufnummer der Hebammen angerufen, wo sich Christina gleich meldete. Auch für sie klang das ganz nach Eröffnungsphase der Geburt. Aber wir vermuteten beide noch etwas Zeit. Also verblieben wir so, dass ich mich nochmal melde, wenn die Wehen in regelmäßigeren Abständen kommen. Ich beschloss also, mich mit einem guten Buch noch etwas in die Badewanne zu legen und zu entspannen. Doch schon in der Wanne empfand ich den Schmerz als heftiger und regelmäßiger. Nach einer knappen halben Stunde hielt ich es in der Wanne nicht mehr aus und wollte nur noch hinknien. Also raus und durch die Wohnung getigert und immer wieder in die Hocke und hoch. Da mir das langsam zu heftig wurde rief ich Christina nochmal an. Christina schlug vor in einer knappen Stunde bei uns vorbeizukommen und sich den Muttermund anzusehen, da sie noch genügend Zeit vermutete. Das war auch für mich ok. Jedoch setzten sehr plötzlich und rasch nach unserem Telefonat auf einmal die ersten Presswehen ein. Wieder ein Anruf bei Christina. Diesmal stand für uns beide fest, dass der kleine Mann es eiliger hat als erwartet. Wir sollten uns also gleich auf den Weg ins Hebammenhaus machen wo Christina auf uns warten würde. Noch als mein Mann meinen kleinen Koffer runter ins Auto brachte bekam ich jedoch einen unbändigen Drang mitzupressen und meine Fruchtblase riss. Ich fühlte mich mit diesem riesigen Pressdrang zu keiner Autofahrt mehr in der Lage. Also bat ich meinen Mann Christina nochmals zu kontaktieren. Für Christina kein Problem. Sie würde sich gleich auf den Weg machen. Eine Viertelstunde später war sie auch schon da und half mir beim veratmen der Wehen und hörte die Herztöne des Kleinen immer wieder ab. Bald darauf kam auch Christiane zur weiteren Unterstützung. Recht schnell war klar, dass ich sehr viel Energie fürs Pressen aufbrachte, aber nicht mehr viel vorwärts ging. Unser kleiner Julian konnte oder wollte sich noch nicht so richtig ins Becken drehen. Also begleitete mich Christiane auf die Toilette, wo ich in der Position die Wehen etwas besser veratmen konnte. Doch auch dies brachte den Vorgang nicht so richtig in Gang. Da Christiane spürte, dass mich die Kräfte etwas zu verlassen drohten, schlug sie die Schaukellage im Liegen auf unserem Sofa vor. Dies bedeutet, dass immer drei Wehen jeweils auf der linken und dann wieder auf der rechten Seite verarmet werden müssen. Durch diesen regelmäßigen Positionswechsel ist es auch für das Baby leichter, sich ins Becken zu drehen. Das wollte ich auf jeden Fall versuchen. In dieser Zeit wurde Christina von Grit abgelöst, die zusammen mit Christiane unsere Geburt weiter begleitete. Während der Schaukellage hatte ich außerdem wunderbare Unterstützung von meinem Mann, der sich liebevoll um mich kümmerte, mir immer wieder Mut zusprach und dessen Hand ich drücken konnte, um die Wehen besser aushalten zu können. Nach einer Stunde wollte Christiane nochmal die Lage des Köpfchens fühlen um zu schauen, was sich getan hat. Sie begleitete mich zur Toilette, damit mein Körper so gut wie möglich in Bewegung bleibt. Beim Tasten des Köpfchens sprang meine Fruchtblase dann komplett. Christiane ermunterte mich mit der schönen Nachricht, dass der Kleine durch die Schaukelbewegungen ein ganzes Stückchen tiefer gerutscht ist. Mein Durchhaltevermögen wurde also entsprechend belohnt und das gab mir Kraft. Ich bat, wieder zurück ins Wohnzimmer gehen und mich hinknien zu dürfen. Ich hatte das Gefühl dass mir das helfen würde. Christiane und Grit überließen mir das Zepter komplett. Ich ging vor unserem Sessel in die Hocke und mein Mann stützte mich auf Anraten von Christiane unter den Armen. Dies ermöglichte es mir, mich voll und ganz auf das Pressen zu konzentrieren. Christiane motivierte mich während und zwischen der Wehen immer wieder und massierte meinen Damm mit Öl und Kaffeesatzlösung, um mir die Dehnung so gut wie möglich zu erleichtern. Grit schlug vor, mich in den Wehenpausen aufzurichten und das Becken etwas zu kreisen, was ich auch versuchte. Dies brachte den gewünschten Effekt: Christiane konnte auf einmal die dunkeln langen Haare unseres Schatzes sehen und bat mich selbst einmal zu fühlen. Als ich das Köpfchen zwischen meinen Beinen tasten konnte war dies der größte Energieschub meines Lebens. Ich wollte endlich mein Kind in den Armen halten, es bestaunen, sehen, riechen und fühlen. Ich nahm alle meine Kräfte zusammen und schob bei jeder Wehe mit was mein Körper hergab. Ich werde nie vergessen wie Christiane zu mir sagte:" Noch maximal fünf Wehen dann hast du es geschafft!" Ich glaube es war die dritte Wehe,als etwas in mir nachgab und unser kleiner Schatz in Grits Arme purzelte. Ich kann das Glücksgefühl mein Kind zu sehen und seinen ersten Schrei zu hören einfach nicht beschreiben. Aber das muss ich auch nicht. Jede Mutter kennt das Gefühl und jede werdende Mutter darf sich von ganzem Herzen darauf freuen. Denn es gibt nichts Schöneres auf der Welt! Grit half mir Julian aufzuheben und ging mit uns und meinem Mann zum Sofa, wo wir in aller Ruhe unseren Kleinen begrüßen und uns freuen konnten. Grit und Christiane ließen uns alle Zeit und blieben im Hintergrund, um dieses einmalige Ereignis nicht zu stören. Sie freuten sich beide von ganzem Herzen mit uns und das war absolut zu spüren und tat mir sehr gut. Nach einer halben Stunde hatte auch die Nabelschnur auspulsiert und mein Mann durfte diese stolz durchtrennen. Dann wurde mit wenigen Male pressen die Plazenta geboren, die bei mir zwar etwas klein war, aber dafür um mehrere Nebenplazenten verfügte. Grit erklärte uns dieses komplette Wunderwerk, welches knappe zehn Monate lang unseren Sohn in meinem Bauch mit allem versorgt hat, was er zum Leben und wachsen braucht. Zum Schluss nähte Christiane noch meinen Damm, der durch den Druck des Köpfchens leicht angerissen war. Ich spürte nicht einen einzigen Nadelstich, so glücklich war ich.

Die ganze Geburt war trotz Schmerzen und Kraft ein wunderbares und schönes Erlebnis, welches ich so in keinem Krankenhaus hätte erleben dürfen. Alles war entspannt und vor allem absolut selbstbestimmt. Die Hebammen haben und hätten nichts von mir verlangt, was ich nicht wollte, haben nur Tipps gegeben und unterstützt wo sie nur konnten. Vor allem moralisch. Ich werde auch meine zweite Geburt im Hebammenhaus oder sogar wieder zu Hause verbringen. Und auch die komplette Schwangerschaftsbetreuung inklusive Vorsorge nur noch dort machen lassen. Es gibt keinen Ort liebe Frauen, wo ihr besser betreut und aufgehoben wärt!

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12.08.17

Julian

"Die Geburt unseres Schatzes Julian - oder NICHTS im Leben ist planbar." Wie aus einer geplanten Klinikgeburt eine geplante Geburtshausgeburt und schließlich eine Hausgeburt wird.

Wir haben uns für diese Überschrift entschieden, weil wir (vor allem die Mama) absolute Planer sind. Eigentlich ist alles bei uns gut durchgetaktet und geplant. Unser kleiner Schatz Julian hat uns aber eines gelehrt: Die wichtigen Dinge im Leben sind niemals plan- oder kontrollierbar. Und auch eingeschlagene Wege können und dürfen sich jederzeit ändern.

So auch die Geburt unseres Sohnes. In einer Klinik sollte sie stattfinden. So war unsere Vorstellung zum Anfang meiner Schwangerschaft. Warum? Weil Ärzte und auch viele Bekannte leider immer wieder darauf pochen, dass man in einer Klinik doch am besten und sichersten aufgehoben sei. Ein Geburtshaus könne die kompetente Betreuung und Sicherheit einer Klinik ja niemals bieten und was tun die Hebammen denn überhaupt im Ernstfall ohne tausend Hightech-Geräte und so weiter und sofort. Somit stand also definitiv fest: Julian - unser erstes Kind - soll in der sichersten Umgebung die es gibt geboren werden...im Krankenhaus.

Meine erste Lektion über solche festen Pläne habe ich dann im ca. 5 Monat meiner Schwangerschaft gelernt: Es war der Ostersamstag am Abend. Ich wurde von einem sehr unangenehmen Druck nach unten geplagt, der sich einfach nicht bessern wollte und der uns von Minute zu Minute mehr Angst machte. Könnte das etwas Schlimmes sein, vielleicht vorzeitige Wehen oder sonst etwas? Der rasche Gang ins Krankenhaus war für uns daher unabdingbar. Im Kreissaal angekommen war ich schockiert von der lieblosen und kalten Behandlung der Ärztin, die mit mir Sprach wie ein Roboter, wenig Verständnis für mein Problem hatte und zum Schluss keine klare Diagnose stellen konnte. Auch die generelle Abfertigung im Kreissaal (wir wurden eine Stunde ohne jegliche Betreuung oder zumindest jemandem der ab und zu mal nach dem rechten schaut vor der Türe sitzen gelassen und sogar fast vergessen) hat uns an diesem Abend drastisch umdenken lassen. Wollen wir so wirklich ein Kind bekommen, in dieser Kälte unter lauter Hebammen und Ärzten, die nur Hektik kennen, überarbeitet und teilweise sogar gestresst/unfreundlich sind? Schnell war klar, dass dies nicht unser Weg ist und wir eine Alternative möchten. Durch meine Wochenbetthebamme wurde ich auf das Hebammenhaus aufmerksam gemacht. Also zack auf die Homepage geschaut und gleich den Infoabend wahrgenommen. Die warme, herzliche und liebevolle Atmosphäre bei der Infoveranstaltung hat mich gleich begeistert. Selbst die Tatsache, dass ich, wenn wir uns für eine Geburt im Hebammenaus entscheiden, unser Kind komplett ohne jegliche Hilfsmittel wie PDA, Schmerzmittel etc. auf die Welt bringen soll, machten mir nichts aus. Durch die einfühlsame Art der Hebammen dort bekam ich nämlich vor allem eines vermittelt: Ich KANN das durchstehen und mein Körper (wie der jeder Frau) ist perfekt geschaffen für die Geburt. Nur braucht jeder weibliche Körper und jedes Kind, das geboren wird, seine Zeit und seinen Rhythmus. Das ist alles. Und allein diese Zuversicht macht so viel Mut, dass man diesen Schritt gerne wagt. Auch mein Mann war sehr schnell überzeugt, dass dies genau das Richtige für uns ist. Die einfühlsame Betreuung der Schwangerschaft durch Gespräche mit den Hebammen Monja, Julia, Melanie und Christiane hat uns so viel bei den Sorgen werdender Eltern geholfen und auch diese tolle Behandlung gibt es bei keinem Gynäkologen! Da meine erste Schwangerschaft leider in einem Frühabort endete, wurde vor allem ich von vielen Ängsten geplagt, die mir die Hebammen durch ihre kompetente und liebevolle Betreuung nehmen oder zumindest erleichtern konnten. Ein großes Dankeschön hier nochmal an das komplette Team für euer Verständnis, den Mut und die Tipps!

Somit war also der erste feste Plan mit der Klinikgeburt schon mal hinfällig. Den zweiten Plan, nämlich schön entspannt im Hebammenhaus zu gebären, hat dann unser kleiner Sonnenschein Julian komplett umgeschmissen. Der hatte es nämlich gute zwei Wochen vor Termin plötzlich so eilig, dass wir nicht mal mehr dorthin fahren konnten. Es endete also spontan in einer Hausgeburt. Etwas, das ich mir niemals hätte vorstellen können! Aber wie kam es dazu? In der Nacht auf den 12.08.17 verspürte ich immer wieder ein Ziehen im Rücken, das vor zum Bauch hin strahlte. Unerfahren wie ich war dachte ich einfach nur an Senkwehen. Die Schmerzen waren ja nicht wirklich riesengroß. Am frühen Vormittag wurden die Schmerzen aber langsam konstanter und wellenartiger, sodass ich zum ersten Mal zu meinem Mann sagte: "Ich glaube, wir halten unseren Kleinen bereits schon heute Abend im Arm." Ganz sicher war ich, als ich ca. eine Stunde später bei diesen Wellen hinknien musste. Also schnell auf der Rufnummer der Hebammen angerufen, wo sich Christina gleich meldete. Auch für sie klang das ganz nach Eröffnungsphase der Geburt. Aber wir vermuteten beide noch etwas Zeit. Also verblieben wir so, dass ich mich nochmal melde, wenn die Wehen in regelmäßigeren Abständen kommen. Ich beschloss also, mich mit einem guten Buch noch etwas in die Badewanne zu legen und zu entspannen. Doch schon in der Wanne empfand ich den Schmerz als heftiger und regelmäßiger. Nach einer knappen halben Stunde hielt ich es in der Wanne nicht mehr aus und wollte nur noch hinknien. Also raus und durch die Wohnung getigert und immer wieder in die Hocke und hoch. Da mir das langsam zu heftig wurde rief ich Christina nochmal an. Christina schlug vor in einer knappen Stunde bei uns vorbeizukommen und sich den Muttermund anzusehen, da sie noch genügend Zeit vermutete. Das war auch für mich ok. Jedoch setzten sehr plötzlich und rasch nach unserem Telefonat auf einmal die ersten Presswehen ein. Wieder ein Anruf bei Christina. Diesmal stand für uns beide fest, dass der kleine Mann es eiliger hat als erwartet. Wir sollten uns also gleich auf den Weg ins Hebammenhaus machen wo Christina auf uns warten würde. Noch als mein Mann meinen kleinen Koffer runter ins Auto brachte bekam ich jedoch einen unbändigen Drang mitzupressen und meine Fruchtblase riss. Ich fühlte mich mit diesem riesigen Pressdrang zu keiner Autofahrt mehr in der Lage. Also bat ich meinen Mann Christina nochmals zu kontaktieren. Für Christina kein Problem. Sie würde sich gleich auf den Weg machen. Eine Viertelstunde später war sie auch schon da und half mir beim Veratmen der Wehen und hörte die Herztöne des Kleinen immer wieder ab. Bald darauf kam auch Christiane zur weiteren Unterstützung. Recht schnell war klar, dass ich sehr viel Energie fürs Pressen aufbrachte, aber nicht mehr viel vorwärts ging. Unser kleiner Julian konnte oder wollte sich noch nicht so richtig ins Becken drehen. Also begleitete mich Christiane auf die Toilette, wo ich in der Position die Wehen etwas besser veratmen konnte. Doch auch dies brachte den Vorgang nicht so richtig in Gang. Da Christiane spürte, dass mich die Kräfte etwas zu verlassen drohten, schlug sie die Schaukellage im Liegen auf unserem Sofa vor. Dies bedeutet, dass immer drei Wehen jeweils auf der linken und dann wieder auf der rechten Seite verarmet werden müssen. Durch diesen regelmäßigen Positionswechsel ist es auch für das Baby leichter, sich ins Becken zu drehen. Das wollte ich auf jeden Fall versuchen. In dieser Zeit wurde Christina von Grit abgelöst, die zusammen mit Christiane unsere Geburt weiter begleitete. Während der Schaukellage hatte ich außerdem wunderbare Unterstützung von meinem Mann, der sich liebevoll um mich kümmerte, mir immer wieder Mut zusprach und dessen Hand ich drücken konnte, um die Wehen besser aushalten zu können. Nach einer Stunde wollte Christiane nochmal die Lage des Köpfchens fühlen um zu schauen, was sich getan hat. Sie begleitete mich zur Toilette, damit mein Körper so gut wie möglich in Bewegung bleibt. Beim Tasten des Köpfchens sprang meine Fruchtblase dann komplett. Christiane ermunterte mich mit der schönen Nachricht, dass der Kleine durch die Schaukelbewegungen ein ganzes Stückchen tiefer gerutscht ist. Mein Durchhaltevermögen wurde also entsprechend belohnt und das gab mir Kraft. Ich bat, wieder zurück ins Wohnzimmer gehen und mich hinknien zu dürfen. Ich hatte das Gefühl, dass mir das helfen würde. Christiane und Grit überließen mir das Zepter komplett. Ich ging vor unserem Sessel in die Hocke und mein Mann stützte mich auf Anraten von Christiane unter den Armen. Dies ermöglichte es mir, mich voll und ganz auf das Pressen zu konzentrieren. Christiane motivierte mich während und zwischen der Wehen immer wieder und massierte meinen Damm mit Öl und Kaffeesatzlösung, um mir die Dehnung so gut wie möglich zu erleichtern. Grit schlug vor, mich in den Wehenpausen aufzurichten und das Becken etwas zu kreisen, was ich auch versuchte. Dies brachte den gewünschten Effekt: Christiane konnte auf einmal die dunkeln langen Haare unseres Schatzes sehen und bat mich selbst einmal zu fühlen. Als ich das Köpfchen zwischen meinen Beinen tasten konnte war dies der größte Energieschub meines Lebens. Ich wollte endlich mein Kind in den Armen halten, es bestaunen, sehen, riechen und fühlen. Ich nahm alle meine Kräfte zusammen und schob bei jeder Wehe mit, was mein Körper hergab. Ich werde nie vergessen wie Christiane zu mir sagte:" Noch maximal fünf Wehen dann hast du es geschafft!" Ich glaube es war die dritte Wehe, als etwas in mir nachgab und unser kleiner Schatz in Grits Arme purzelte. Ich kann das Glücksgefühl, mein Kind zu sehen und seinen ersten Schrei zu hören, einfach nicht beschreiben. Aber das muss ich auch nicht. Jede Mutter kennt das Gefühl und jede werdende Mutter darf sich von ganzem Herzen darauf freuen. Denn es gibt nichts Schöneres auf der Welt!

Grit half mir Julian aufzuheben und ging mit uns und meinem Mann zum Sofa, wo wir in aller Ruhe unseren Kleinen begrüßen und uns freuen konnten. Grit und Christiane ließen uns alle Zeit und blieben im Hintergrund, um dieses einmalige Ereignis nicht zu stören. Sie freuten sich beide von ganzem Herzen mit uns und das war absolut zu spüren und tat mir sehr gut. Nach einer halben Stunde hatte auch die Nabelschnur auspulsiert und mein Mann durfte diese stolz durchtrennen. Dann wurde mit wenigen Male pressen die Plazenta geboren, die bei mir zwar etwas klein war, aber dafür um mehrere Nebenplazenten verfügte. Grit erklärte uns dieses komplette Wunderwerk, welches knappe zehn Monate lang unseren Sohn in meinem Bauch mit allem versorgt hat, was er zum Leben und wachsen braucht. Zum Schluss nähte Christiane noch meinen Damm, der durch den Druck des Köpfchens leicht angerissen war. Ich spürte nicht einen einzigen Nadelstich, so glücklich war ich.

Die ganze Geburt war trotz Schmerzen und Kraft ein wunderbares und schönes Erlebnis, welches ich so in keinem Krankenhaus hätte erleben dürfen. Alles war entspannt und vor allem absolut selbstbestimmt. Die Hebammen haben und hätten nichts von mir verlangt, was ich nicht wollte, haben nur Tipps gegeben und unterstützt wo sie nur konnten. Vor allem moralisch. Ich werde auch meine zweite Geburt im Hebammenhaus oder sogar wieder zu Hause verbringen. Und auch die komplette Schwangerschaftsbetreuung inklusive Vorsorge nur noch dort machen lassen. Es gibt keinen Ort liebe Frauen, wo ihr besser betreut und aufgehoben wärt!

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10.07.17

Joschua

Für viele Gebärende ist ihre unmittelbare Umgebung und die Stimmung im Raum sehr wichtig. Joschua's Mutter konnte sich durch die liebevolle und individuelle Begleitung ihrer Hebamme endlich entspannen und ihr erstes Kind in Ruhe und Kraft im Geburtshaus gebären.

Schon lange vor meiner ersten Schwangerschaft war für mich und meinen Mann klar, dass wir unsere zukünftigen Kinder nicht im Krankenhaus auf die Welt bringen möchten. Durch das Internet wurde ich auf s'Hebammenhaus aufmerksam und als ich schließlich schwanger war, besuchten wir dort einen Informationsabend. Schnell war klar, dass wir auch die Vorsorgeuntersuchungen im s'Hebammenhaus machen lassen und so hatten wir nur einen Ultraschall zum Feststellen der Schwangerschaft. Zu jeder Zeit fühlten wir uns gut aufgehoben. Die Hebammen zeigten uns in einer persönlichen Atmosphäre, wie wir selbst unser Kind im Bauch ertasten können und standen uns bei allen Fragen oder Unsicherheiten beiseite.

Als der Entbindungstermin näher rückte, setzte mich die Pflichtuntersuchung am Entbindungstermin durch einen Arzt unter Druck. Ich hätte dafür in das Krankenhaus fahren müssen und wollte mich durch die Gesetzeslage nicht gezwungen sehen einen Ultraschall durchführen zu lassen. Schon seit einigen Wochen spürte ich immer wieder Wehen die teilweise auch über mehrere Stunden regelmäßig kamen, doch nach einer Ruhepause immer aufhörten.

Als nun die Wehen am errechneten Termin um drei Uhr in der Früh begannen, hatte ich die Sorge, dass sie, wenn ich mir Ruhe gönne, wieder aufhören. Dadurch verkrampfte ich mich sehr und fieberte jeder noch so zarten Wehe entgegen. Gegen sechs Uhr, begannen sie langsam schmerzhafter zu werden und die Freude stieg, als sie gegen zwölf in kurzen Abständen kamen und an Intensität zunahmen. Inzwischen hatte ich mit der Bereitschaftshebamme telefoniert. Wir verblieben so, dass ich mich wieder melde, wenn ich wieder das Bedürfnis dazu hätte. Nach einer Dusche blieben die Wehen bei drei Minuten Abständen und langsam rächte sich die kurze Nacht. Die Wehen überforderten mich, sodass ich weinen musste und gegen 15 Uhr beschloss, erneut die Hebamme zu kontaktieren. Eine dreiviertel Stunde später war sie bei uns um sich einen Überblick zu verschaffen. Sie bestätigte uns, dass es nach effektiven Wehen aussehen würde. Da besonders die erste Geburt meist sehr lange andauert, einigten wir uns, dass wir uns in einer Stunde im Geburtshaus treffen.

Die Autofahrt war sehr unangenehm, weil ich die sitzende Position und den Druck meiner Kleidung furchtbar fand. Dort angekommen musste mein Mann noch einmal gehen, um das Auto um zu parken, sodass ich mich plötzlich allein gelassen fühlte. Obwohl mir der Geburtsraum sehr bekannt war und ich ihn sehr schön finde, wusste ich nicht wohin mit mir. Nach kurzer Zeit kam mein Mann wieder und ich stieg in die Badewanne. Dort entspannte ich etwas und die Wehen Abstände wurden plötzlich länger. Dadurch stieg die Sorge, dass es sich doch nur um einen Fehlalarm handelte. Auch die Hebamme notierte die größer werdenden Abstände und die Frage stand im Raum, ob wir noch einmal nach Hause müssen. Daher riet uns die Hebamme, dass ich mich im Bett entspannen sollte. Also legte ich mich auf das Bett. Mein Mann lag hinter mir, um bei den Wehen einen Gegendruck auf meinen Rücken ausüben zu können. Leider empfand ich die Position als furchtbar, sodass ich relativ schnell wieder aufstand und umher ging.

Um 20 Uhr gab es einen Schichtwechsel und (meine) Melanie kam, die mich schon überwiegend in der Vorsorge betreut hatte und auch später meine Nachsorgehebamme sein sollte. Meine Freude darüber wurde getrübt, da ich durch meine unregelmäßigen Wehen die Sorge hatte, dass es sich doch nur um einen Fehlalarm handeln könnte und wir wieder nach Hause geschickt werden. Als ich plötzlich leichte Blutungen hatte, wurde vermutet, dass sich erst jetzt der Muttermund zu öffnen beginnt und ich war kurz vor dem Weinen und sah mich schon bei einem Kaiserschnitt und PDA. Melanie fing mich in meiner Verzweiflung wunderbar auf und sagte, dass sie sich jetzt erst mal ein Bild von meinen Wehen verschaffen möchte. Ich danke Gott dafür, dass Melanie Bereitschaft hatte, den plötzlich änderte sich sehr viel. Sie verdunkelte die Räume, zündete Kerzen an und schaffte eine behagliche Atmosphäre. Auch meine Ängste beschwichtigte sie. Dann gab sie mir den Hinweis, der alles änderte. Ich sollte die Wehe bewusst gehen lassen um mich in den Pausen entspannen zu können. Erst dann ist mir aufgefallen, dass ich die ganze Zeit über total verkrampft war. Mein Tönen veränderte sich und plötzlich hatte ich das Gefühl, mit den Wehen klar zu kommen. Bis dahin fand ich den Geburtsverlauf schrecklich, aber dadurch entstand der Wendepunkt. Auch Melanie empfahl uns, dass ich mich im Bett ausruhen sollte. Doch dieses Mal kuschelte ich mich an meinen Mann und Melanie saß neben dem Bett und drückte bei jeder Wehe gegen den Schmerz im Rücken und gab mir an meinen Füßen halt. An dieser Stelle noch einmal ein riesiges Dankeschön an Melanie, die bestimmt zwei Stunden lang, alle zwei bis sieben Minuten mir den Gegendruck gab. Das war mit Sicherheit sehr anstrengend und anstatt sich auf die langen Wehenpausen zu konzentrieren, bestärkte sie mich, indem sie sagte, dass mein Körper das doch toll mache und immer noch Wehen produziert. Endlich konnte ich mich entspannen.

Melanie empfahl mir dann in die Wanne zu gehen. Mein Mann machte Tee, reichte Wasser und fächelte mir Luft zu. Melanie strickte ein wenig und ich fühlte mich einfach richtig wohl! Die Wehen waren sehr unregelmäßig. Aber all meine Sorgen wiegelte Melanie ab. Aufgrund meiner vielen Gedanken setzte sie mir eine Akkupunkturnadel am Kopf und später zündete sie eine Eisenkrautkerze an um meine Wehen anzuregen. Einige Male ging ich zur Toilette und irgendwann musste ich mich erbrechen. Nach einiger Zeit änderten sich die Wehen und der Druck auf den After irritierte mich. Melanie bestärkte mich darin dem Druck nachzugeben, da dass das Köpfchen war, welches sich langsam nach unten schiebt. Doch lange Zeit konnte ich das nicht und Melanie drängte auch nicht. So konnte ich selbstbestimmt dem Druck nachgeben und dann ging es für mich relativ schnell. Melanie tastete in der Wanne nach dem Köpfchen und ich tat dasselbe. Noch war er recht hoch, aber mit jeder Wehe trat er tiefer, was ich gespannt verfolgte. Immer wieder wurden die Herztöne des Babys überprüft und in einer Wehe öffnete sich die Fruchtblase. Mittlerweile hielt ich mich in jeder Wehe an einem Tuch, welches von der Decke hing, fest und entspannte mich danach im Wasser. Melanie erinnerte mich immer wieder daran, auch die Gesichtsmuskulatur zu entspannen. Nach einer Wehe jauchzte ich vor Freude, als ich die weichen Haare unseres Babys spürte. In der nächsten Wehe um 03:42 Uhr, war das Köpfchen geboren und gleich darauf folgte der Körper. Die Geburt auch mit den Händen zu begleiten war für mich mit Abstand die emotionalste Erfahrung. An meiner Brust angeschmiegt, in Handtüchern umwickelt, erkannte ich, dass wir einen Sohn empfangen haben. Er schrie lautstark und wir schwelgten in Freude und Erleichterung. So verharrten wir, bis die Nabelschnurr auspulsiert war.

Dann legten wir uns auf das Bett und unternahmen die ersten Stillversuche. Erst jetzt nahm ich bewusst, die noch vor der Geburt eingetroffene, zweite Hebamme wahr. Die Plazenta wurde geboren und ich freute mich zu hören, dass ich keine Geburtsverletzungen davon getragen hatte. Wir schauten uns gemeinsam die Plazenta an und Melanie erklärte uns, wie man sicherstellen kann, dass sich die Plazenta vollständig abgelöst hat. Später erwärmte mein Mann die Kartoffelsuppe, die wir während der U1, die direkt neben uns stattfand, aßen. Wir zogen uns an und verließen um kurz vor sechs das Haus, indem wir eine wundervolle und selbstbestimmte Geburt erleben durften.

Vielen Dank an den Einsatz und die Unterstützung der Hebammen. Mein Mann und ich können jedem das s'Hebammenhaus als Geburtsort absolut weiterempfehlen.

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Sommer 2017

Mädchen

Wie glücklich war ich, als wir die Frist der Rufbereitschaft und die Frist der möglichen Geburt im Hebammenhaus erreicht hatten! Wir fühlten uns dort gut begleitet und von der Zuversicht der Hebammen sozusagen anstecken ;-) Jetzt hieß es 'nur noch' sehnsüchtig auf den so unmittelbar bevorstehenden Start des großen Abenteuers zu warten...

Mit einem nächtlichen Blasensprung meldete unsere Tochter kurz vor ET, dass sie bereit war für die Welt. Wir informierten die Rufbereitschaftshebamme und sollten erst einmal weiterschlafen. Sagt sich so leicht. Ich versuchte, meine Gedanken zu ordnen, die Vorfreude knipste mich an, aber mein Kopf mahnte mich auch zum Sammeln der Kräfte. Mein Mann ging wie mit der Hebamme abgesprochen arbeiten (er ist ruckzuck Zuhause) und ich nahm noch eine geburtsvorbereitende Akupunktursitzung wahr. „Volle Dröhnung“, es war ja eh klar, dass der gesamte Körper nun in die Geburt geht. Es war so nah und dennoch fühlte es sich noch so unrealistisch an...!?

Nachmittags wurden die Wehen langsam stärker, am frühen Abend auch regelmäßiger, aber die gerufene Hebamme empfahl uns, noch ein wenig Zuhause zu bleiben und sich hier abzulenken oder noch zu schlafen (konnte allerdings nur mein Mann ;)). Als die Wehentätigkeit so stark wurde, dass ich sicher am Entbindungsort und mit möglicher Anleitung einer Hebamme sein wollte, verabredeten wir uns mit Hebamme Julia kurz vor Mitternacht im Geburtshaus.

Die Ankunft war wunderschön. Eine willkommensheißende offene Tür, Kerzenlicht, leise Musik. Es war eine ruhige, wohlige Atmosphäre und ich konnte völlig selbstbestimmt in verschiedenen Positionen die nächsten Stunden der Geburt erleben. Als nach einer schon ziemlich schmerzintensiven Phase, in der ich dann auch TNS bekam, die Wehenintensität ab- und die Pausen dazwischen zunahmen, empfahl Julia einen Wechsel zurück in die Wanne. Doch leider ging es auch dort nicht wirklich voran, außer dass meine Kräfte schwanden und ich morgens schließlich fix und fertig um eine Pause bat. Doch die ist unter der Geburt nicht vorgesehen... Inzwischen waren seit dem Blasensprung gute 25 Stunden vergangen, in denen ich eigentlich durchgehend wach war und nun versuchte, Höchstleistung zu vollbringen. Es kam zu der Situation, die ich nie wollte: es war nicht sicher, dass ich im Geburtshaus fertig entbinden konnte. Alles war prima, aber der Muttermund hatte noch einen letzten Rand, gegen den ich so lange ankämpfte. Und Julia und die Hebammenschülerin Charlotte informierten mich, dass ich im Geburtshaus auf jeden Fall noch die Kräfte für 2-3 Stunden Geburt haben müsste. Oder sie würden mich jetzt in die Klinik fahren. Sie sagten, dass es allen gut geht, kein Grund zur Sorge besteht und sie mir eine Geburt im Geburtshaus zutrauen. Aber dieser Rand verhindert momentan die nächste Phase.

Geburtshaus oder Klinik? Meine körperliche Schwäche machte mich unsicher und unfähig, das zu entscheiden. Würde ich es im Geburtshaus schaffen? Was, wenn ich nach zwei Stunden Kampf dann doch noch verlegt werden muss? Konnte ich mich für unser Kind „falsch“ entscheiden? Hatte ich mir und meinem Körper zu viel zugetraut? Aber wie wäre es im Klinikum? Plötzlich ein völlig anderes Umfeld, eine andere Stimmung, andere Hebammen und Co. Was passiert nach einer Verlegung zu einem so „späten“ Zeitpunkt, mitten in der Geburt? Was passiert in mir als gebärender Frau, würde die Geburt vielleicht nicht erst einmal stoppen? Musste der Traum unserer ersten Geburt im kleinen Rahmen aufgegeben werden? Ich war am Ende und unfähig, zu entscheiden. Aber mein (inzwischen auch sehr mitgenommener) Mann sagte sofort und 100%ig sicher: „Du schaffst das hier“. Sein tiefes Vertrauen in mich und meine Fähigkeiten, obwohl er all die Stunden miterlebt hatte, gaben mir Zuversicht. Sie ließ in mir das Vertrauen zurückkommen in mich und mein Kind, in uns als Team. Mit der Entscheidung „wir bleiben“ durfte mein Mann eine Stunde im Hebammenhaus nebenan schlafen und zu Kräften kommen und für mich war klar: „volle Kraft voraus“ (wobei ich nach wie vor auch gerne geschlafen hätte ;-)).

Nun kündigte Julia an, was jetzt geschehen und mir helfen werde: zwei Zäpfchen für das Aufweichen des Muttermundes, raus aus der Wanne und ab an die frische Sommermorgenluft, raus, „spazieren gehen“. Wie sie das anstellen wollte, war mir unbegreiflich. Ich hatte in so kurzen Abständen Wehen, dass ich mir keine fünf Schritte zutraute. Die Bewegung sollte den Muttermundrand überwinden, „die Kälte“ das Adrenalin und meine letzten Kraftreserven herauslocken. Und so geschah es auch. Nur die (jetzt noch heftiger werdenden) Wehen konnte ich nicht an ihr, der nächsten Laterne oder dem nächsten Baum veratmen, sondern ich musste mich jedes Mal auf den Boden setzen. Aber sie richtete mich anschließend wieder auf, es ging fünf Schritte weiter und nach 20m schließlich wieder zurück ins Geburtshaus. Aber die Wehen hatten sich draußen verändert. Sie verliefen anders und noch stärker: wir hatten die Presswehen erreicht. Während mein Mann sich wieder Kräfte anschlief, kämpfte ich gemeinsam mit den beiden Hebammen. Diese letzte Phase war heftig, der Morgen kam, die Vögel sangen, aber ich wusste, dass das Ende irgendwann nahen musste. Und dass die Hebammen dann meinen Mann natürlich wieder dazuholen würden. Aber ich war froh, dass mein Mann nicht die ganze Länge dieses Kampfes erleben musste. Er saß zuvor schon so blass an meiner Seite, hilflos und ohnmächtig, mich so leiden zu sehen. Und so musste ich mir nicht noch um ihn Sorgen machen, sondern konnte mich komplett auf mich konzentrieren. Außerdem würden wir seine Kraft danach schon auch noch brauchen... ;-) Nach einer gefühlten Ewigkeit (=einer Stunde) kam der Moment, als Julia ihn wieder holte. Ich wusste, dass es nun nicht mehr lange dauern konnte. Und dann war nach einer letzten heftigen Phase unsere Tochter da. Unfassbar. „Einfach so da“. Wahnsinn.

Wenig später auch ohne Komplikationen die Nachgeburt. Traumhaft. Wir durften unser kleines Wunder in aller Ruhe willkommen heißen, kuscheln, das erste Mal stillen, schlafen, versuchen zu realisieren. Dieser kleine so sehr ersehnte Mensch, fit und fidel, ließ die vorigen Stunden fast vergessen. 90 min nach der Geburt erfolgte die U1 bei uns im Bett. Während bei mir leichte Geburtsverletzungen versorgt werden mussten, kuschelte unsere Tochter längst weiter auf Papas nackter Brust. Wir aßen anschließend Suppe, aber mein Kreislauf benötigte zusätzlich eine Infusion. Währenddessen nabelte mein Mann unsere Kleine ab, zog sie an und dann feierten wir alle gemeinsam mit den Hebammen Geburtstag. Vier Stunden nach der Entbindung verließ unsere kleine Familie das Geburtshaus und fuhr selig, wie wir es uns immer gewünscht hatten, ins Familienabenteuer. Kraftvoll, stolz und unfassbar dankbar. Nachmittags kam unsere Wochenbetthebamme das erste Mal vorbei und freute sich, dass es uns allen gut ging.

Rückwirkend bin ich unendlich froh, dass alles so war, wie es war. Ich danke meinem Mann, dass er so sehr an mich glaubte, als ich es brauchte. Wir danken all unseren Hebammen und Unterstützern und würden uns bei jedem Geschwisterchen (hihi) wieder für das Geburtshaus entscheiden. Hätte man mir dies vor ein paar Jahren gesagt, hätte ich ihn/sie für verrückt erklärt. Ich selber hätte als extremes Frühchen damals schon in einem Krankenhaus ohne Frühchenintensivpflegestation fast keine Überlebensschance gehabt. Und so dachte ich zuvor auch immer, dass ich die maximal mögliche medizinische Ausstattung vor Ort haben möchte für mich und unser Neugeborenes. Aber der größtenteils problemlose Verlauf der Schwangerschaft, die lebensbejahende Herangehensweise der s'Hebammenhaus-Hebammen, die Atmosphäre im Geburtshaus und das Vertrauen in mich als schwangere Frau ließen in uns den Wunsch reifen, unser Kind in diesem kleinen behüteten Rahmen so geschützt und natürlich wie möglich zu bekommen mit der Gewissheit, für größte Notfälle das Klinikum so nah zu haben. Und wir haben diese Entscheidung nie bereut.

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04.06.17

Hannes

Dass sie nach der Geburt ihres dritten Sohnes die Kraft hatte, ihn in der Wanne selbst in Empfang zu nehmen, macht die Mutter von Hannes besonders stolz. Am Vorabend waren sie noch zu Viert, ein paar Stunden nach der Geburt saß die Familie bereits zu Fünft am Frühstückstisch.

Dass unser dritter Sohn im s'Hebammenhaus zur Welt kommen soll stand für uns von Anfang an fest. Auch die Vorsorgeuntersuchungen und Geburtsvorbereitungskurs nahm ich im s'Hebammenhaus vor.

In der Nacht zum Sonntag, den 4. Juni ging es dann endlich so langsam los. Die Wehen, die ich seit einiger Zeit hatte, wurden regelmäßiger, aber waren nicht besonders stark. Um sie im Gang zu bringen, sind mein Mann und ich noch vor dem Frühstück spazieren gegangen. Es war ein wunderschöner sonniger warmer Morgen. Die Wehen kamen nun alle 5-7 Minuten ohne jedoch an Intensität zuzunehmen. Mittags gegen 13:30 Uhr rief ich die Rufbereitschaft an. Melanie riet mir in die Badewanne zu gehen. Leider ließen die Wehen im warmen Wasser nach... Etwas frustriert gingen wir noch einmal spazieren. Die Wehen kamen dann wieder alle 5-7 Minuten, aber immer noch nicht stärker. So ging es dann den ganzen Nachmittag weiter. Die Kinder spielten im Garten und ich ruhte mich ein wenig aus. Die ständigen Wehen zehrten ziemlich an den Nerven. Gegen 17:30 Uhr nahmen die Wehen dann endlich etwas an Kraft zu. Nun war mir klar dass die Geburt endlich losgehen würde. Abends bereiteten wir die Kinder darauf vor, dass heute Nacht womöglich ihr kleiner Bruder zu uns kommen möchte. Wir waren gerade dabei die Kinder den Großeltern zu übergeben, als gegen 20:45 Uhr schließlich die Fruchtblase platzte. Ab diesem Zeitpunkt wurde alles plötzlich ziemlich hektisch. Ich rief wieder die Rufbereitschaft an. Diesmal war Julia am Telefon. Wir verabredeten uns für 22 Uhr im s'Hebammenhaus. Ich fing an mich langsam umzuziehen und mein Mann brachte die Tasche und den Maxi Cosi ins Auto. Auf einmal ging es dann so richtig los. Die Wehen wurden sehr stark und kamen alle 2 Minuten. Um 21:30 Uhr machten wir uns dann auf den Weg. Die 35 minütige Fahrt war die längste unseres Lebens. Die Wehen wurden immer stärker, und ich verspürte bereits einen starken Druck. Das Sitzen im Auto war sehr unangenehm.

Als wir im s'Hebammenhaus ankamen, waren wir sehr erleichtert. Julia hatte bereits alles ganz liebevoll vorbereitet. An der Eingangstüre leuchtete schon die Kerze. Drinnen war das Licht gedimmt, es leuchteten ebenfalls Kerzen und es lief schöne Entspannungsmusik. Julia hatte die Geburtswanne schon vorbereitet. Gerade angekommen schlug Julia gleich vor in die Wanne zu gehen. Sie war etwas überrascht dass es dann doch so schnell ging. Mein Mann bekam einen Platz an der Wanne und unterstütze mich während der Wehen. Kurz darauf kam dann auch schon Kerstin dazu. Mittlerweile überrollten mich die Wehen mit einer Kraft, wie ich es nicht einmal ansatzweise von den beiden anderen Geburten kannte. Dann kamen auch schon die Presswehen. Es brauchte drei Wehen, um Hannes um 22:45 Uhr auf die Welt zu bringen. Es hat mich unendlich stolz gemacht, dass ich diesmal die Kraft aufbringen konnte, mein Baby selbst in Empfang zu nehmen. Ich hielt unseren kleinen Jungen im Arm und konnte es nicht fassen. Es ging so schnell. Wir bekamen einige Minuten Zeit uns noch in der Badewanne zu beschnuppern. Dann zogen wir ins Geburtszimmer um und warteten auf die Plazenta, die sich etwas Zeit ließ. Solange bestaunten wir unser drittes kleines Wunder und unternahmen die ersten Stillversuche. Kerstin machte die U1 direkt bei uns am Bett. Julia zeigte uns noch die Plazenta und erklärte uns alles. Während mein Mann das Baby anzog half Kerstin mir, mich für die Heimfahrt fertig zu machen. Wir feierten dann noch bei einem Glas Orangensaft und einem Törtchen den Geburtstag unseres Schatzes.

Vier Stunden nach Ankunft im s'Hebammenhaus machten wir uns überglücklich auf den Heimweg. Zu Hause warteten die großen Brüder müde und ungeduldig auf den kleinen Neuankömmling. Nach einer kurzen Nacht saßen wir nun zu fünft am Frühstückstisch.

Es war eine einzigartig schöne Erfahrung die Geburt im s'Hebammenhaus erleben zu dürfen. Ich möchte mich ganz herzlich für die Menschlichkeit und den Respekt bedanken, den Ihr mir in der Schwangerschaft, während der Geburt und auch danach entgegengebracht habt! Vielen Dank, ihr seid ein wunderbares Team beeindruckender Frauen die großartiges Leisten. Ich würde mich jederzeit wieder in die Hände der Hebammen im s'Hebammenhaus begeben , und kann es werdenden Eltern nur ans Herz legen, ihr Baby in dieser einzigartigen Umgebung zur Welt zu bringen.

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14.05.17

Manoah

Gerade beim ersten Kind fragen sich werdenden Eltern: "Krankenhaus oder Geburtshaus?". Manoah's Eltern entschieden sich für s'Hebammenhaus, weil sie die persönliche Betreuung und die heimelige Atmosphäre überzeugte.

„Krankenhaus oder Hebammenhaus?“ - Mit dieser Frage muss sich jedes werdende Elternpaar irgendwann beschäftigen. So auch wir. Nachdem wir an beiden Orten die Info-Abende besucht hatten war uns klar, dass wir uns für das Hebammenhaus entscheiden werden. Für uns war wichtig, von Anfang an eine persönliche Betreuung zu haben, die Hebammen zu kennen und die Geburt so heimelig wie möglich gestalten zu können. Unsere Erwartungen wurden übertroffen!

Schwangerschaft: Als Erstgebärende war ich schon in der Schwangerschaft oft unsicher, aber bei jedem Hebammengespräch, die zusätzlich zu den Vorsorge-Terminen beim Frauenarzt stattfinden, konnten alle Fragen geklärt werden. Auch der Paar-Geburtsvorbereitungskurs hat sehr dazu beigetragen unsere Unsicherheiten und Ängste zu beschwichtigen.

Geburt: Als dann um den Geburtstermin herum die Wehen mitten in der Nacht anfingen und ich nicht einschätzen konnte, wie weit ich bin, konnte mich die Hebamme am Telefon schnell beruhigen und mir versichern, dass es bis zur Geburt noch etwas dauert und ich mich entspannen soll. Im Laufe des Vormittags kam eine Hebamme bei uns vorbei und hat sich selber einen Überblick über den Stand der Dinge gemacht und mich weiter beruhigt. Es dauerte dann noch bis zum Abend bis wir ins Hebammenhaus fuhren. Während der Geburt im Hebammenhaus kümmerten sich alle rührend um mich und schafften es, dass ich trotz der Schmerzen auch mal lächeln konnte. Ein langes entspannendes Bad, viele verschiedene Stellungen und sehr viele ermunternde Worte gaben mir immer wieder neue Kraft um durchzuhalten. Mein Mann wurde während der Geburt mit eingebunden, er musste mir den Rücken massieren, sich mit mir unterhalten und mich bei den verschiedenen Positionen halten und unterstützen. Für ihn war es sehr angenehm, nicht einfach nur hilflos daneben sitzen zu müssen, sondern aktiv helfen zu können. Als Manoah das Licht der Welt erblickte, gaben die Hebammen uns genügend Zeit um ihn zu bestaunen und uns gegenseitig kennen zu lernen. Während wir Eltern etwas zu Essen bekamen, wurde Manoah in unserem Beisein untersucht und alle Formalitäten geklärt. Glücklich und gestärkt konnten wir knapp zwei Stunden nach der Geburt als kleine Familie nach Hause fahren.

Wochenbett: Meine Hebamme kam gleich am nächsten Morgen zu uns nach Hause und hat uns geholfen, mit den kleinen Dingen des Eltern-Alltags fertig zu werden. Sie hat bei jedem Besuch den Gesundheitszustand von Manoah überprüft und unsere unzähligen Fragen beantwortet. Sie hat sich auch sehr um mein Wohlergehen gekümmert und mir geholfen, bald wieder auf die Beine zu kommen.

Zusammengefasst können wir sagen, dass wir mit viel Liebe und noch viel mehr Zeit perfekt betreut und umsorgt wurden und dass die Geburt im Hebammenhaus für uns die absolut richtige Entscheidung war!

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19.02.17

Eleah

Eleah's Mutter glaubte nach vielen, vielen Übungswehen erst gar nicht daran, dass die Geburt tatsächlich losging. Das kleine Mädchen machte sich dann aber doch schnell auf den Weg und die Familie erlebte ihre 'Traumgeburt' auf völlig natürlichem Weg.

Unsere kleine Tochter Eleah schien sich schon einige Wochen vor ihrer Geburt auf das große Ereignis vorzubereiten. Immer wieder hatte ich Wehen, die manchmal schon in eine gewisse Regelmäßigkeit übergingen. Eleah schien sich aber immer wieder für ihr warmes, ruhiges Plätzchen im Bauch und gegen die Geburt zu entscheiden. So kam es, dass ich die Wehen am Samstagnachmittag nicht weiter ernst nahm. Auch nach mehreren Stunden mit wiederkehrenden Wehen schien mir die Geburt noch in weiter Ferne. Nach einem ausgiebigen Spaziergang blieben die Wehen wieder aus, was mich in der Annahme bestärkte, dass Eleah wieder nur übte. Die darauffolgende Nacht sollte mich aber eines Besseren belehren. Um ca. 3 Uhr wurde ich von einer etwas stärkeren Wehe geweckt, worauf auch zügig eine zweite und eine dritte folgten. Da mich aber auch diese Wehen an vorangegangene erinnerten, hielt ich es weiterhin nicht für nötig den Bereitschaftsdienst der Hebammen in Anspruch zu nehmen. Erst als gegen 5 Uhr die Fruchtblase platze, realisierte ich, dass sich unsere Tochter nun wohl doch langsam auf den Weg machte. Nachdem ich die diensthabende Hebamme Elke über den aktuellen Stand informiert hatte, sie mich beruhigte und auf eine Geburt in den nächsten 24 Stunden vorbereitete, wollte ich gerade wieder ins Bett steigen, als mich eine heftige Wehe davon abhielt. Nur wenige Minuten später folgte schon die nächste. Als die Abstände der Wehen immer kürzer wurden, entschieden wir uns dazu doch noch einmal bei Elke anzurufen, die sich daraufhin auf den Weg zu uns machte. In der Zwischenzeit musste ich meine Wehen schon sehr konzentriert und nach vorne gebeugt veratmen.

Als Elke bei uns ankam, war uns allen recht schnell klar, dass wir zeitnah ins Hebammenhaus wechseln sollten. Elke fuhr voraus und bat uns, ihr für die Vorbereitungen etwas Vorsprung zu lassen. Etwa 15 Minuten später eröffnete ich meinen Mann, dass ich so langsam den Drang zu pressen verspürte, was diesen verständlicherweise dazu antrieb, mich schnellstmöglich auf die Rückbank unseres Autos zu verfrachten und in Rekordzeit nach Villingen zu fahren. Meine Übergangsphase durchlebte ich somit auf der zwanzigminütigen Autofahrt. Um ca. 8 Uhr morgens kamen wir im Hebammenhaus an, wo Elke schon ein nettes Plätzchen für mich vorbereitet hatte. Nach weiteren zwei Wehen bekam ich auch schon die ersten Presswehen. Mit einer unglaublichen Ruhe, die sich selbst in dieser Situation auf mich übertrug, wurde ich von Elke in dieser Situation begleitet. Genau das richtige Maß von hilfreichen Tipps und der Zurückhaltung ihrerseits, ließen meine Tochter und mich das Tempo der Geburt bestimmen. Als nach einiger Zeit die zweite Hebamme Christiane mit den Worten „Das Kind ist ja bald schon da!“ dazustieß, verhalf mir dies zu neuen Kräften. Um 9.43 Uhr erblickte Eleah dann mit ihrer schwarzen Haarpracht bei strahlendem Sonnenschein das Licht der Welt.

Unendlich dankbar konnten wir dann zu dritt die darauffolgenden Stunden in einer wunderbaren Atmosphäre genießen. Nicht ein einziges Mal wurde Eleah dabei von mir getrennt. Jegliche Kontrollen wurden direkt neben mir durchgeführt. Durch die liebevolle Art von Christiane und Elke fühlten wir uns von Anfang an bis hin zur Verabschiedung sehr wohl. Um 12 Uhr machten wir uns mit einer Person mehr im Auto auf den Heimweg.

Ich bin unendlich dankbar, dass ich unsere Tochter auf völlig natürlichem Wege, ohne jeglichen Eingriff auf die Welt bringen durfte. Nun sind wir eine glückliche, kleine Familie und schauen immer wieder lächelnd auf unsere Traumgeburt zurück.

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17.02.17

Anton

Die Geburt von Anton aus der Sicht seines Vaters, der es besonders genoss, dass die eigene Geburtsgestaltung bestärkt wurde und die Hebammen eine große Ruhe ausstrahlten.

Am 17.02.2017 war gegen 3 Uhr Morgens Schluss mit dem entspannten Liegen zu
Hause. Wir machten uns mit dem Auto auf den gemeinsamen Weg ins Geburtshaus.
Vier Stunden zuvor signalisierte die geplatzte Fruchtblase die bevorstehende Geburt.

Dort angekommen wurden wir von Hebamme Christiane freundlich begrüßt und ins
Hebammenhaus begleitet. Wir legten unsere Sachen ab und schlüpften in die für uns jeweils passende und bequeme Kleidung. Damit wir den Flüssigkeitshaushalt nicht vernachlässigen, wurde uns Tee, Wasser und Kaffee bereitgestellt. Nachdem das Wasser in die Wanne eingelaufen war, war diese von nun an der Ort des
Geschehens. Die Wehen nahmen rasch an Stärke und Frequenz zu. Christiane verstand es, den natürlichen Verlauf der Geburt zuzulassen. Sie war immer aufmerksam und gab wertvolle Tipps, beispielsweise zur Position und zur Atmung. Mit der nötigen Ruhe hörte Christiane regelmäßig auf die Herztöne unseres Kindes. Immer wieder gab sie uns eine Rückmeldung, wir wurden in unserer Art und Weise der (eigenen) Geburtsgestaltung bestärkt und gleichzeitig beruhigt. Zu den jeweiligen Zeitpunkten der stabilen Eröffnungsphase und relevanten Austreibungsphase wurden die Hebammenschülerin (Anne) und die zweite Hebamme (Christina) hinzugerufen. Dabei wurde speziell im Falle der Schülerin unsere Zustimmung eingeholt, wir fühlten uns durch sie nicht gestört. Als Team funktionierten die examinierten Hebammen und die Schülerin sehr
professionell.

Nach der Geburt von Anton wechselten wir von der Badewanne zum Bett. Nachfolgend liefen das Bonding und auch die Nachgeburt sowie die U1 problemlos und angenehm und entspannt ab. Erschöpft aber glücklich verließen wir etwa drei Stunden nach der Geburt das Geburtshaus. Wir sind froh um diese Entscheidung, dass unser Kind im Hebammenhaus zur Welt kommen sollte.

Allen angehenden Eltern können wir dies sehr empfehlen, unter der Voraussetzung,
dass die Schwangerschaft ohne Probleme verlaufen ist und das Kind in Lage und
Gesundheitszustand die Erfordernisse erfüllt. Vielen Dank nochmal dem Hebammenhaus für die Begleitung vor, während und nach der Geburt von Anton.

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17.02.17

Merle

Weil im Nebenzimmer bereits ein Neugeborenes zu hören war, fühlte sich Merle's Mutter noch einmal besonders ermutigt, ihre erste Tochter in der Wanne zur Welt zu bringen.

Nach einer schönen und komplikationslosen Schwangerschaft ging es in großen Schritten auf den errechneten Entbindungstermin zu. Ich war noch super entspannt (vor allem weil ich DEN Ort für die Entbindung gefunden habe, an dem ich mich wohl fühlen kann) und war mir auch ziemlich sicher, dass unsere Kleine noch eine Weile in meinem Bauch bleibt. Am Tag vor dem ET war irgendwas anders, ich konnte es nicht richtig sagen, es fühlte sich einfach anders an. Ein Spaziergang mit meinem Mann bestärkte das Gefühl, mein Bauch fühlte sich so schwer an und wurde auch hart, aber Wehen hatte ich keine. Jetzt hatte ich meine ersten Anzeichen und fühlte mich bestätigt, dass es wohl erst in der folgenden Woche los geht. Abends beim Film schauen hatte ich dann das erste leichte Ziehen im Bauch, hab mir aber dabei nichts gedacht und bin ins Bett, um sehr unruhig zu schlafen. Morgens war das Ziehen immer noch da und war auch regelmäßig, aber noch recht schwach, so habe ich mich dann auf den Weg zu einem Vorsorgetermin bei meiner Frauenärztin gemacht (bei außerklinischen Entbindungen ist das am ET Pflicht), auf dem CTG waren kleine Ausschläge zu sehen, aber auch meine Ärztin meinte, das seien wohl erste Vorboten. Nach diesem Termin ging es zu meiner Wochenbetthebamme zur geburtsvorbereitenden Akkupunktur. Dort haben wir dann beschlossen, einen weiteren Akkupunkturpunkt dazuzunehmen, der die Wehentätigkeit unterstützt, falls es tatsächlich Geburtswehen werden sollten.

Und so kam es dann auch, kaum zu Hause wurden die Wehen stärker, ich konnte mich aber noch gut ablenken und habe dann noch aufgeräumt und gesaugt. Als dann um vier mein Mann von der Arbeit gekommen ist, wusste ich, dass wir heute Nacht oder am nächsten Morgen unsere Tochter begrüßen dürfen. Eine Stunde später habe ich dann im Hebammenhaus angerufen und uns mit meiner Situationsbeschreibung mal vorangemeldet. Christiane war am Telefon und meinte, ich sollte mich mal in die Badewanne legen und schauen, ob das warme Wasser die Wehen mildert oder ob es weiter geht. Bevor ich diesem Tipp gefolgt bin, haben mein Mann und ich noch eine Suppe gekocht, die wir dann mit ins Geburtshaus nehmen würden. In der Wanne konnte ich dann super während der Wehenpausen entspannen, aber die Stärke blieb gleich. Als ich wieder angezogen war und zu meinem Mann ins Wohnzimmer gegangen bin, war er schon ganz unruhig und meinte, wir sollten schon nach Villingen fahren. Mein Gefühl sagte mir aber noch daheim zu bleiben, und so tigerte ich dann im Wohnzimmer auf und ab und veratmete eine Wehe nach der anderen. Ein Gutes hatte es ja, mein Mann konnte so noch den Sieg vom VfB „genießen“ (wenn er nicht gerade besorgt nach mir geschaut hat). Um acht Uhr habe ich dann in einer Wehenpause im Hebammenhaus angerufen um die Situation zu beschreiben, Christina war am Telefon und meinte wir sollen uns auf den Weg machen.

Um neun Uhr sind wir dann nach einer sehr unangenehmen und lauten Autofahrt im Hebammenhaus angekommen. Da Christina bei der frisch gebackenen Familie war, wurden wir von Grit empfangen und in die für uns vorbereiteten Räumlichkeiten begleitet. Dort haben wir ihr dann unseren Tag geschildert, so wie meine Wehen es zuließen, denn die Abstände wurden immer kürzer. Grit ließ mir dann Wasser in die Badewanne ein. Dort ist dann meine Fruchtblase geplatzt, Grit hat mich darauf vorbereitet, dass die nächsten Wehen vermutlich stärker werden. Und so kam es dann auch, ich wurde dann auch lauter, während der Wehe hörte man im Nachbarzimmer das Neugeborene schreien, was mich anspornte, die stärker werdenden Schmerzen auszuhalten, um bald unser Wunder im Arm zu haben.

Nach weiteren Wehen und fast verdrückten Händen meines Mannes konnten wir unsere Tochter begrüßen, ein unglaubliches Gefühl, sein Kind zum ersten Mal im Arm zu haben. Diesen Moment konnten wir dann auch voll auskosten, da Grit sich zurückgezogen hat und wir Merle einfach ankommen lassen konnten. Relativ bald kam dann auch die Plazenta und die Nabelschnur hatte auspulsiert, sodass mein Mann sie dann durchschneiden konnte. Er ist dann mit unserer Tochter rüber ins Bett und konnte dann so mit ihr kuscheln, solange ich ein wenig abgeduscht wurde und aus der Wanne raus bin. Als wir dann alle zusammen im Bett lagen waren wir wieder total ungestört und konnten einfach die Zeit zu dritt genießen! Nach einer ganzen Weile Kuschelzeit kamen dann Grit und Christina, um sich um mich zu kümmern und meine Wunden zu versorgen. Grit blieb dann noch bei uns und hat mit uns zusammen im Bett Merle untersucht. Nachdem dass dann geschafft war holte sie dann drei Gläser Orangensaft und ein Yes-Törtchen, um die Geburt unserer Maus zu feiern. Nach einer wirklich schönen Entbindung sind wir mit unserem neuen Familienmitglied nach Hause gefahren um dort dann einfach weiter zu kuscheln und uns kennen zu lernen.

Ein riesen Dankeschön an das Team vom s’Hebammenhaus, es ist einfach toll, dass Ihr einen so tollen Ort geschaffen habt, an dem es möglich ist, sein Kind in einer heimeligen Atmosphäre auf die Welt zu bringen. Ganz besonders danken wir natürlich Grit, die einfach die ganze Zeit bei uns war und uns so in den passenden Momenten unterstützen konnte und wir/ich super aufgehoben waren!!! (und das alles ohne Untersuchungsstress!!!)

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08.02.17

Oliver

"Noch wenige Stunden zuvor hatte ich mit keinem Gedanken an die Geburt gedacht, war ich mir doch sicher, dass wir noch locker zwei Wochen Zeit hatten... manchmal geht alles schneller, als man denkt..."

Im September war ich das erste Mal im Hebammenhaus und habe mich dort gleich wohl gefühlt. Anfangs war ich zwar noch etwas unsicher was den Geburtsort unseres ersten Kindes betraf, aber je mehr Termine ich im Hebammenhaus hatte, desto stärker reifte bei mir der Wunsch, dort zu entbinden, und spätestens nachdem mein Mann und ich das Aufklärungsgespräch bei Katja hatten, war für uns beiden klar: hier soll unser Kind auf die Welt kommen. Die Wochen vergingen, der Bauch wuchs und nach und nach lernten wir bzw. ich auch die anderen Hebammen im Team kennen. Im Januar bekamen wir dann die Nummer der Rufbereitschaft und insgeheim fieberte ich still dem Termin entgegen, ab dem wir im Hebammenhaus entbinden durften. Vielleicht wusste mein Unterbewusstsein da schon mehr als ich...

Am 08.02.17, 19 Tage vor ET um 4:18 Uhr, wachte ich auf und wollte eigentlich nur aufs Klo gehen, als meine Fruchtblase platzte. Ich blieb erst einmal ganz ruhig, da ich aus dem Geburtsvorbereitungskurs ja wusste, dass das kein Grund war, um in Panik zu geraten und noch einige Zeit bis zur tatsächlichen Geburt verstreichen konnte. Nach kurzem hin und her überlegen, da ich noch keine Wehen hatte, entschloss ich mich um halb 5 doch, die Rufbereitschaftsnummer anzurufen und schildert meine Situation. Grit Schwirz, die an diesem Morgen Dienst hatte, empfahl mir, weiterhin ruhig zu bleiben und mich noch einmal hinzulegen. Wir sollten am Morgen dann ins Hebammenhaus kommen, um zusehen, wie es weitergeht, falls sich bis dahin keine Wehen einstellen sollten. Bei einem kurzen Telefonat um 8 Uhr sagte Grit, dass sie um 9.30 Uhr bei uns vorbei kommen würde, damit wir bei dem Wetter nicht unnötig raus in die Kälte müssten. Als Sie und eine Hebammenschülerin dann vorbei kamen, hatte ich bereits regelmäßige Wehen, die aber erst die Anfangsphase einläuteten. Die Lage unseres Babies bestätigte diese Vermutung, und auch die Herztöne waren völlig entspannt, und nach ein paar Tipps und Hinweisen verabschiedeten sich beide wieder. Grit meinte, dass sie sich am frühen Nachmittag wieder bei uns melden würde und wir eventuell gegen später dann ins Hebammenhaus kommen könnten, um die Badewanne auszuprobieren, wenn die Wehen stärker werden würden.

Doch von da an ging alles sehr schnell. An Ausruhen bzw. Kräfte sammeln war von meiner Seite nicht mehr zu denken. Die Wehen wurden immer stärker und kamen gefühlt ohne große Abstände, und nachdem ich um kurz vor halb eins das Köpfchen auf dem Klo schon fühlen konnte fuhren wir schnell ins Hebammenhaus. Dort angekommen blieb gerade noch genug Zeit um "Hallo" zu sagen, die Matte auf dem Boden hinzurichten, und keine halbe Stunde und ein paar Presswehen später um 12:59 Uhr war unser Sohn geboren.

Mein Mann und ich genossen die ersten gemeinsamen ruhigen Momente mit Oliver ohne jeden Stress und Hektik. Ich war immer noch total erstaunt, wie schnell sich unsere Welt in den letzten Stunden auf einmal komplett verändert hatte. Noch wenige Stunden zuvor hatte ich mit keinem Gedanken an die Geburt gedacht, war ich mir doch sicher, dass wir noch locker 2 Wochen Zeit hatten... manchmal geht alles schneller als man denkt... Nachdem die Nabelschnur auspulsiert hatte, fehlte jetzt nur noch die Nachgeburt, doch leider sollte sich die Plazenta trotz Tablette und Tropf nicht von selbst lösen, Da ich bereits einiges an Blut verloren hatte, entschieden Christina Hügel und Grit, dass eine Verlegung ins Krankenhaus unumgänglich war. Ich dachte nur "schade - jetzt wo alles scheinbar so schnell und reibungslos funktioniert hatte - doch noch in die Klinik", aber ich wusste ja von den vielen Gesprächen vorher, dass es bei manchen Frauen so kommen kann und waren gleichzeitig auch sehr froh, dass ich der Grund war und unser Sohn die entspannte Wunschgeburt außerhalb der Klinik erleben durfte.

Mein Mann blieb mit unserem Sohn und Christina im Hebammenhaus, während Grit mit mir ins Krankenhaus fuhr. Sie informierte die Ärzte und Schwestern über den Verlauf der Geburt und erklärte mir, wie schon die ganze Zeit zuvor, sehr ruhig und einfühlsam die nächsten Schritte und was passiert, so dass ich voller Überzeugung sagen kann, dass ich mich zu keinem Zeitpunkt unsicher oder auch nur einen Hauch von Angst verspürt habe, worüber ich sehr dankbar bin. Um 16 Uhr wurde ich aus dem OP wieder in den Kreissaal geschoben, und da warteten dann auch schon mein Mann mit unserem entspannten und zufriedenen Sohn auf mich. Aufgrund der Narkose entschied ich mich gemeinsam mit Oliver eine Nacht in der Klinik zu bleiben und erst am nächsten Morgen, als sich mein Kreislauf wieder stabilisiert hatte, nach Hause zu gehen.

Auch wenn es Komplikationen gab, und wir anders als geplant doch noch im Krankenhaus gelandet sind, war es für mich eine wunderschöne, angstfreie Geburt, und wir würden uns wieder für das Geburtshaus entscheiden. Wir danken dem ganzen Team des Hebammenhauses für die super Betreuung von Anfang an, während der Geburt und auch anschließend im Wochenbett. Eure Arbeit ist wirklich Gold wert, und vielleicht haben wir noch einmal das Glück diese erleben zu dürfen.

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09.01.17

Emma-Sophie

Trotz einer rasanten Geburt im s'Hebammenhaus erlebte Emma-Sophie's Mutter die Geburt ihres zweiten Kindes sehr ruhig: "So entspannt, selbstbestimmt und angstfrei ein Kind zur Welt zu bringen ist wirklich ein Geschenk!"

Seit Beginn der Schwangerschaft unseres zweiten Kindes war mir klar, dass für mich eine Geburt im Krankenhaus und die Betreuung durch den Arzt mit ständigen überflüssigen Vorsorgeuntersuchungen nicht in Frage kommen sollte. So führte mich meine Suche ins Hebammenhaus Villingen. Vom ersten Gespräch mit Melanie Pfeiffer an und der ersten Vorsorge bei ihr war mein Entschluss noch bestärkt. Also erfolgten alle Vorsorgen im Hebammenhaus – lediglich die drei Ultraschalluntersuchungen ließ ich vom Arzt durchführen. Der 16.01.17 wurde als ET errechnet – so waren wir seit Ende Dezember in freudiger Erwartung, wann es denn wohl losgehen würde (unser Sohn kam nämlich ca. 3 Wochen vor ET).

Am Tag der Geburt hatte ich irgendwie so ein Bauchgefühl, dass es losgehen könnte – und prompt hatte ich am späten Abend gegen 22:30 einen Blasensprung. Da ich aus Erfahrung vom ersten Kind wusste, dass es dauern könnte, bis die Wehen einsetzen, rief ich ganz entspannt die Hebammenrufbereitschaft an – nur zur Vorwarnung. Ich war total glücklich, als Melanie Pfeiffer selber ans Bereitschaftstelefon ging. Da sie mich die Schwangerschaft über ja hauptsächlich betreut hatte, war ich überglücklich, dass sie meine Geburtshebamme sein würde.
Mein Mann und ich legten uns erstmal entspannt schlafen. Die Wehen kamen dann aber doch recht flott – von Anfang an recht regelmäßig, aber noch recht schwach. Tja… gegen 3:15 überredete mein Mann mich dann doch, dass wir mal langsam alles für die Fahrt ins Geburtshaus in die Wege leiten sollten. Also verabredeten wir uns mit Melanie innerhalb der nächsten 40-60 Minuten im Geburtshaus.

Hier kamen wir um 04:22 Uhr an, wo Melanie schon alles gemütlich vorbereitet hatte. Unterwegs waren die Wehen deutlich stärker und die Abstände kürzer geworden. Da der Muttermund kurz nach der Ankunft bei ca. 3-4 cm war, stellte ich mich eigentlich auf weitere Stunden Wehentätigkeit ein. Tja… es sollte von da an aber alles total schnell gehen. Die Wehen kamen plötzlich Schlag auf Schlag, und die erste Presswehe war im Nu da. Melanie half mir, mich vor das Bett zu begeben, wo mein Mann mich stützen konnte und schwupps… 2 Presswehen später war unsere Tochter Emma-Sophie geboren – um 05:06!

Da alles so schnell ging, konnte Melanie die zweite Hebamme Elke Hohner erst jetzt dazu rufen. Mein Mann und ich konnten somit erstmal ganz gemütlich mit unserer Tochter kuscheln und uns ein wenig ausruhen. Als Elke da war, erledigten die beiden den notwenigen Papierkram, führten die U1 durch, versorgten die Nachgeburt und verbreiteten weiter einfach eine total heimelige und entspannte Atmosphäre. Etwa zwei Stunden nach der Geburt stießen wir alle nochmal auf unsere kleine Tochter an, und dann machten mein Mann, Emma und ich uns schon wieder auf den Weg nach Hause.

Abschließend kann ich mich nur herzlichst bei allen Beteiligten bedanken. Melanie hat trotz der raschen Geburt zu jeder Zeit eine absolute Ruhe ausgestrahlt und mir optimal zu einer tollen Geburt verholfen. Auch Elke hat mich und unsere Tochter toll versorgt. Wir sind einfach nur überglücklich, uns für die Variante „Geburtshaus“ entschieden zu haben. Ich kann nur alle werdenden Eltern dazu ermutigen, sich für diesen Weg zu entscheiden. So entspannt, selbstbestimmt und angstfrei ein Kind zur Welt zu bringen ist wirklich ein Geschenk!

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08.01.17

Maximilian

Das Gefühl leitet einen auf den richtigen Weg! - Maximilian's Eltern fühlten sich im s'Hebammenhaus genau richtig. Ihr erstes Kind kam gan natürlich in der Wanne zur Welt.

Unser Gefühl war seit dem ersten Besuch im s'Hebammenhaus, dass wir hier genau richtig sind für die Geburt unseres ersten Kindes. Alle Hebammen haben sich ehrlich für uns interessiert, haben sich genügend Zeit genommen und geduldig alle unsere Fragen beantwortet.

Die Betreuung während der Geburt war wirklich gekonnt - sie haben meinen Mann und mich beobachtet und uns einfach machen lassen! Das klingt für den ein oder anderen vielleicht etwas komisch, doch dieses Gefühl ist unbeschreiblich schön, zu wissen, dass man sein Kind alleine mit seinem Mann zur Welt bringen konnte. Selbstverständlich waren sie dann bei der Geburt da und haben uns liebevoll umsorgt! Nachdem es dann zunächst nach einer Hausgeburt aussah, hat sich unser Wunsch doch erfüllt unseren Maximilian ganz natürlich im Wasser im s'Hebammenhaus zu bekommen. Die Zeit kurz nach der Geburt im s'Hebammenhaus war wirklich ein Geschenk. Maximilian lag eine lange Zeit auf meiner Brust, noch verbunden mit der Nabelschnur. Ein wunderschönes Gefühl!

Meine größte Angst vor der Geburt war, zwei Stunden danach nach Hause zu fahren und ganz alleine mit dem Baby zu sein! Und genau das war das größte Geschenk für mich, meinen Mann und Maximilian. In Ruhe konnten wir uns ins Familienbett kuscheln und die gemeinsame Zeit so richtig genießen.

Ob ich wieder ins s'Hebammenhaus gehen würde? Auf jeden Fall! Ich bin unheimlich stolz auf mich und meinen Mann, dass wir gemeinsam unseren Engel Maximilian zur Welt bringen durften. Christina & Kerstin - vielen Dank für die tolle Unterstützung während der Geburt!

Stephanie & Olaf mit Maximilian

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10.12.16

Aaron

"Ich habe unser Kind auf dem Schoß meines Mannes geboren. Wieviel Liebe kann man eigentlich empfinden? Mein Mann und ich teilen dieses unglaubliche Geburtserlebnis, es verbindet uns ganz neu und gibt uns Kraft."

Vier Tage nach der Geburt unseres kleinen Sohnes versuche ich, meine Gedanken zu ordnen und die vielen Gefühle der Schwangerschaft und der Geburt zu beschreiben. Es war meine erste Schwangerschaft, mein Mann und ich waren unfassbar glücklich und freuten uns auf unser Baby. Ich ließ mich von Anfang an von meiner Frauenärztin betreuen- alles sah bei Baby und mir gesund aus. Mich hatte die ersten sieben Monate die Ganztagsübelkeit fest im Griff, sobald die weg war, hatte ich starke Schmerzen an der Schambeinfuge. Das nahm ich gern in Kauf für ein gesundes Baby, ich war glücklich und freute mich, dass sich mein Baby so gesund entwickelte. Ab der zehnten Woche war ich auf der Suche nach einer Hebamme. Wir wohnen auf dem Dorf, ich wollte keine langen Wege, da war die Auswahl begrenzt. Die Hebamme im Nachbarort bot mir die Vorsorgebetreuung an, die Hebamme in unserem Ort übernimmt die Nachsorge.

Beim ersten Gespräch war klar, dass für mich eine Entbindung im Krankenhaus nicht in Frage kommt. Ich bin jung, Erstgebärende und hatte trotzdem schon zu Beginn der Schwangerschaft ganz genaue Vorstellungen, wie ich mein Kind auf die Welt bringen will. Ich wollte keine Hektik, keine piepsenden Geräte, keine Schmerzmittel, nur vertraute Gesichter. Ich wollte mein Baby so natürlich und selbstbestimmt wie nur möglich bekommen. Meine Hebamme empfahl mir, mich in den Geburtshäusern in Freiburg und Villingen vorzustellen und zu gucken, ob ich mich da wohl fühle. Ich fing an mich über Geburtshäuser zu belesen und war begeistert. Die Geburtshäuser in Freiburg empfingen mich herzlich. Aber es war für mich ein Problem, dass die beiden Geburtshäuser über Weihnachten geschlossen haben. Es konnte durchaus passieren, dass sich unser Baby bis Weihnachten Zeit lässt, und dann müsste ich doch ins Krankenhaus gehen. Das wollte ich nicht.

Als nächstes hatte ich einen Termin im s‘Hebammenhaus in Villingen. Ich kam zwar vorbereitet, aber trotzdem mit unzähligen Fragen und einem guten Bauchgefühl. Ich wurde herzlich und kompetent beraten, und am Ende des Gespräches war ich mir sicher, die weiteren Vorsorgen sowie die Geburtsvorbereitung und die Geburt im Hebammenhaus machen zu wollen. Ich meldete mich gleich an und freute mich darauf, wie es weiter geht. Meinen Mann von der außerklinischen Geburt zu überzeugen war kein Problem, er möchte vor allem, dass ich mich wohl fühle, und nach kurzer Recherche sah er auch keine Risiken bei einer Geburt im Geburtshaus.
Ich war glücklich. Wir hatten den Ort der Geburt gefunden, lernten vorher alle Hebammen kennen, die bei der Geburt dabei sein könnten, und konnten uns so ganz gezielt auf die Geburt vorbereiten. Ich plane gerne, es gibt mir Sicherheit, das möchte ich auch für die Geburt. Und die Hebammen (…) vermittelten uns von Anfang an das Gefühl von Geborgenheit, Kompetenz und Unterstützung. Mein Mann kam, so oft es geht, mit zu den Vorsorgeuntersuchen, wir fragten den Hebammen Löcher in den Bauch und wurden immer ernst genommen und gut beraten. Nie wurde uns etwas aufgedrängt, viel mehr wurden wir bei der Suche nach dem für uns richtigen Weg kompetent unterstützt. Genauso hatte ich mir die Betreuung erhofft.
Bei meiner Frauenärztin war ich für die großen Ultraschalluntersuchen, Baby und ich waren komplett gesund, und so sprach nichts gegen die Geburt im Geburtshaus. Ich war in der glücklichen Lage, dass meine Frauenärztin die außerklinische Geburt unterstützte und mich dazu ermutigte.

Den Geburtsvorbereitungskurs im Hebammenhaus bei Melanie genossen wir in vollen Zügen. Wir waren fünf Paare, wir verstanden uns prächtig, und Melanie sorgte für viele tolle Gesprächsthemen. Wir fanden Zeit, uns ein ganzes Wochenende auf die bevorstehende Geburt und unser Baby zu konzentrieren, das machte alles noch realer. Auf der Heimfahrt vom Kurs sagte mein Mann zu mir, wie glücklich er jetzt ist, dass wir nicht einfach ins Krankenhaus gehen, und dass er dankbar ist, dass ich so lange nach dem für uns richtigen Weg der Entbindung gesucht habe- er fühlte sich rundum wohl in der Atmosphäre des s‘Hebammenhauses.

Ein paar Wochen vor dem errechneten Termin bekam ich das starke Gefühl, dass mein Baby nicht so lange in meinem Bauch bleiben wird. Mein Baby fühlte sich einfach schon so fertig an, es gibt mir Rückmeldung zu Essen, Musik und meinen Aktivitäten und war schon so präsent, es ist einfach reif. Bei einem Vorsorgetermin erzählte ich Melanie davon, sie nahm mich ernst und sagte, dass körperlich bei mir schon alles auf die Geburt vorbereitet sei. Das gefiel mir. In der 38. SSW übergab ich mich einen halben Tag lang, dann kam noch Durchfall dazu. Ich war etwas verunsichert- sollte das vielleicht der Geburtsbeginn sein? Ich rief zum ersten Mal die Rufbereitschaftsnummer im s‘Hebammenhaus an und bekam den Rat, mich auszuruhen und so viel wie möglich zu trinken. Egal ob Geburtsbeginn oder Magen-Darm, ich brauchte meine Kräfte. Als ich mich abends erholt hatte und mein Mann über der Kloschüssel hing, war ich mir sicher- das hatte noch nichts mit der Geburt zu tun. Allerdings löste sich am nächsten Tag der Schleimpfropf- vielleicht eine Reaktion auf das wenige Essen und die Strapazen vom Vortag? Ich wurde etwas aufgeregt, immerhin ist das ein sicheres Zeichen für eine baldige Geburt. Mein Bauch hatte sich auch schon vor ein paar Tagen abgesenkt, ich hatte immer wieder Übungswehen, alles sah gut aus. Meine Nachsorgehebamme tat mir den Gefallen und kam zu mir nach Hause, um mich zu untersuchen. Der Muttermund hatte sich 2 cm geöffnet, mein Körper bereitete sich also auf die anstehende Geburt vor. Aber ob es in zwei Tagen oder zwei Wochen so weit ist, konnte mir niemand sagen. Ich wartete- mal etwas ungeduldiger, mal entspannter. Mein Mann ging weiter normal auf Arbeit, rechnete aber jederzeit mit meinem Anruf. Mehrmals rief er mich in seiner Mittagspause an, um zu fragen, wie es mir geht. Ich fühlte mich gut umsorgt.
Am Freitag, den 09.12. ging ich wie jeden Freitag in die Sauna. In der Schwangerschaft tat das vor allem meinen Rückenschmerzen gut. Mein Kreislauf war stabil und die Wärme und Entspannung sollten meinem Körper hoffentlich helfen, sich auf die Geburt vorzubereiten. Der Bademeister guckte immer kritischer auf meinen großen Bauch, er hatte wohl Angst, spontan zum Geburtshelfer zu werden. Da ich mich aber fit fühlte und es noch keine neuen Anzeichen für die Geburt gab, genoss ich die Saunazeit nochmal in vollen Zügen- wer weiß, wann ich wieder dazu komme.

In der Nacht zum 10.12. wache ich ungewöhnlich oft auf und muss zur Toilette. Danach lege ich mich ins Bett und schlafe schnell wieder ein, trotzdem bin ich irgendwie aufgewühlt. Ab 3 Uhr morgens habe ich alle 10 Minuten ein kleines Ziehen im Bauch. Es ist regelmäßig über mehrere Stunden, tut allerdings überhaupt nicht weh. Ich fange irgendwann an zu glauben, dass es die ersten Wehen sind, gehe aber davon aus, dass die Geburt noch viele, viele Stunden auf sich warten lässt. Die Nacht verbringe ich auf dem Sofa, ich will meinen Mann nicht durch mein ständiges Aufstehen wecken und gucke ein bisschen fern, dann schlafe ich noch eine Runde. Morgens um 7 Uhr klingelt der Wecker meines Mannes, eigentlich muss er auf Arbeit gehen, aber ich bin mir mittlerweile sicher, dass unser Sohn in den nächsten Stunden auf die Welt kommen wird. Also sagt mein Mann Bescheid, dass er zu Hause bleibt. Wir überlegen, was wir machen und entscheiden uns, im s‘Hebammenhaus anzurufen. Christina Hügel hat Bereitschaft und empfiehlt mir ein warmes Bad zu Hause. So würden die Wehen, wenn es echte sind, verstärkt, und ich könnte mich nochmal im warmen Wasser entspannen. Das gefällt mir gut, wir probieren es aus. Sobald ich im Wasser bin, werden die Wehen deutlich stärker und die Abstände kürzer. Normalerweise kann ich stundenlang in der Badewanne liegen, jetzt will ich nach 10 Minuten nur noch raus aus dem Wasser. Ich lege mich aufs Bett und muss schon kräftig mit atmen, um die Wehen auszuhalten. Mein Kopf sagt mir, dass die Wehenabstände vor kurzem noch 10 Minuten betragen haben, ich bin also ganz am Anfang, es kann nicht sein, dass ich schon so heftige und häufige Wehen habe. Mein Körper sagt mir etwas anderes. Mein Mann stoppt die Abstände zwischen den Wehen, es sind 3 Minuten. Ich bin überfordert, das geht doch viel zu schnell und wir sollen doch ins s‘Hebammenhaus fahren, wenn die Wehen alle 5 Minuten kommen. Wir überlegen kurz und rufen wieder die Nachsorgehebamme an, sie ist so lieb und kommt mich nochmal untersuchen. Als sie da ist, bin ich nicht mehr in der Lage, mich zu unterhalten. Ich liege auf dem Bett, habe meine Augen geschlossen und konzentriere mich aufs Atmen und meinen Körper. Mein Mann erzählt der Hebamme, wie es mir geht. Ich werde untersucht und die Hebamme sagt, wenn wir noch ins Geburtshaus fahren wollen, dann sofort. Die Geburt ist in vollem Gange und meine Wehen sind effektiv. Ich bekomme alles mit, möchte aber selber nicht reden. Ich bin kurz panisch. Wie soll ich eine Stunde Autofahrt mit so heftigen Wehen überstehen- unvorstellbar. Ich sage meinem Mann, er soll im Geburtshaus anrufen, die Hebamme soll zu uns kommen, wir machen eine Hausgeburt. Meine Nachsorgehebamme ist noch da und redet auch kurz mit Christina, es wird entschieden, dass wir doch wie geplant ins s‘Hebammenhaus fahren, ich werde nicht nochmal genau gefragt, ob ich das wirklich will. Das ist auch zu diesem Zeitpunkt für mich in Ordnung, wir haben so lange und so genau die Geburt im Geburtshaus geplant, auch wenn ich mir die Autofahrt nicht vorstellen mag, möchte ich doch unser Kind im Geburtshaus zur Welt bringen. Mein Mann und die Nachsorgehebamme packen unsere Sachen, ich werde ins Auto gesteckt und los geht die Fahrt. Ich habe wenige, verschwommene Erinnerungen daran. Ich weiß noch, dass ich mir Ruhe gewünscht habe, das akzeptiert mein Mann und bittet mich, ich soll ihm sagen, was ich brauche. In der Zwischenzeit fährt er uns vorsichtig und entspannt zum s‘Hebammenhaus. Ich habe während der Fahrt meine Augen geschlossen, ich bin mit mir beschäftigt, ich atme.

Als wir in Villingen ankommen, bin ich unglaublich erleichtert. Ich habe die Fahrt hinter mir, ich bin an dem Ort, den wir für die Geburt unseres Babys ausgesucht haben, die Geburt unseres Kindes ist heute und jetzt, Christina empfängt uns, es kann richtig losgehen. Schon Wochen vor der Geburt habe ich im s‘Hebammenhaus meine Geburtswunschliste abgegeben. Ich habe darin aufgeschrieben, was ich mir für die Geburt meines Kindes wünsche- unter anderem das Vertrauen der Hebammen, dass ich merke, was mir und meinem Baby gut tut, Ruhe, Entspannungsmusik, eine Duftlampe, meinen Mann an meiner Seite und vor allem eine Wassergeburt, unterstützt von der Hypnobirthing-Methode. Zu Wassergeburten habe ich ein tolles Buch gelesen, die Vorteile für Mutter und Kind haben mich bestärkt, die Geburt in der Badewanne zu verbringen. Nicht eine Sekunde habe ich an diesem Plan während der Schwangerschaft gezweifelt, ich war oft baden und es tat mir gut. Zu Hypnobirthing habe ich auch ein Buch gelesen. Die Vorstellung einer sanften, natürlichen Geburt sprach mich sofort an. Außerdem konnte ich mir gut vorstellen, dass das Üben von Entspannungstechniken während der Schwangerschaft bei der Geburt hilfreich sein kann, also habe ich mir ein paar Techniken ausgesucht und geübt. Außerdem habe ich in unserer Wohnung ganz viele Mutmachsprüche aufgehangen- etwa: Am Ende der Geburt darf ich mein Baby im Arm halten- und mir diese so oft durchgelesen, bis sich diese positiven Gedanken fest in meinem Kopf verankert hatten. Die Sprüche habe ich mir ausgedruckt und auch für die Geburt mitgenommen, ich wollte sie mir wieder und wieder durchlesen.
Die Hebammen im s‘Hebammenhaus sagten mir zu, dass meine Geburtswunschliste umsetzbar ist, sie werden meine Wünsche respektieren. Als wir also im s‘Hebammenhaus ankommen, es ist etwa 10.30 Uhr, wissen mein Mann, Christina und ich, wie ich die Geburt geplant habe, welche Wünsche ich habe, was ich mir erhoffe. Die Autofahrt hat die Wehen nicht abgeschwächt, im Gegenteil, sie sind weiter kräftig und verlangen meine ganze Aufmerksamkeit. Christina fragt, ob ich gleich in die Badewanne gehen will, es wäre alles bereit. Aber das überfordert mich für den Moment. Ich möchte mich ins Bett legen, erstmal im s‘Hebammenhaus ankommen, mich ausziehen und realisieren: Ich bin hier, weil mein Baby auf die Welt kommen will. Heute, jetzt, hier. Mein Mann ist weiter entspannt, er räumt unser Auto aus, unterhält sich mit Christina und ist einfach für mich da. Nach etwa einer halben Stunde möchte ich dann doch in die Badewanne wechseln. Im Bett finde ich keine Möglichkeit, mich zwischen den Wehen zu entspannen, ich hoffe auf das warme Wasser. Also ziehen wir alle ins Bad um. Ich gehe in die Badewanne und verbringe die nächsten zwei Stunden überwiegend im Vierfüßlerstand, meinen Oberkörper auf eine Ablage gestützt, den Bauch im warmen Wasser. Es fühlt sich richtig so an. Mein Mann sitzt bei meinem Kopf, er hält meine Hand, wenn ich es brauche, er gibt mir zu trinken, wenn ich Durst habe, er tupft mich mit einem kalten Waschlappen ab, wenn es mir zu warm wird. Er ist einfach für mich da, stellt mir keine Fragen, gibt mir Ruhe. Genau das, was ich brauche. Christina sitzt neben der Badewanne, sie ist ruhig, fragt nach meinen Wünschen und misst hin und wieder die Herztöne meines Babys. Alles sieht gut aus, die Geburt verläuft ohne Komplikationen. Ich bin überrascht, als plötzlich die Zweithebamme, Christina Decker, zu uns kommt. Sind wir nicht gerade erst im s‘Hebammenhaus angekommen? Geht die Geburt wirklich so schnell vorwärts? Ich bin aber nicht in der Lage, mir lange darüber Gedanken zu machen. Die Wehen erfordern meine ungeteilte Aufmerksamkeit. Atmen, tönen, meinen Körper bei seiner Arbeit unterstützen, kurz entspannen, und wieder von vorne. Ich habe die Augen geschlossen und konzentriere mich auf meinen Körper. Ich fühle mich trotz der Schmerzen gut. Ich habe das Gefühl, dass die Geburt zügig vorwärts geht, die Wehen bewirken etwas. Mir fallen ein paar meiner Mutmachsätze ein, sie helfen mir. Viele andere Punkte meiner Geburtswunschliste sind mir aber momentan egal oder ich will sie gar nicht. Keine Musik, keine Duftlampe, keine Gespräche- einfach Ruhe, das brauche ich. Christina Hügel gibt mir immer wieder positive Rückmeldung. Sie sagt, ich mache das gut, ich soll genauso weiter machen. Das hilft mir. Irgendwann schlägt mir Christina vor, mich auf die Toilette zu setzen. Ich bin kurz irritiert, das passt so gar nicht zu meinem Plan. Aber es klingt verlockend. Kurz aus dem Wasser raus, eine andere Position, vielleicht bringt mich das vorwärts. Und langsam wird mir der Vierfüßlerstand sowieso zu viel. Dann werde ich auf die Toilette verfrachtet. Ich habe für beide Hände einen festen Griff, an dem ich mich in den Presswehen halten kann. Ich lehne mich nach hinten, das gibt mir auch Halt. Plötzlich höre ich eine Toilettenspülung. Ich bin total irritiert, höre in der Wehe auf zu Pressen und mache die Augen auf. Mir wird klar, dass ich selber die Spülung ausgelöst haben muss… Christina meinte nach der Geburt zu mir: Du hättest mal deinen Gesichtsausdruck sehen sollen! Die Geburt geht auf der Toilette zügig voran, ich will gar nicht mehr zurück ins Wasser. Mein Mann sitzt vor mir, seine Anwesenheit beruhigt mich immer noch sehr. Christina guckt ab und zu nach mir, hält sich ansonsten im Hintergrund, das tut mir gut. Ich frage Christina, wie weit mein Kind schon ist. Sie kann das aus ihrer Position schlecht beurteilen, also gehen wir ins Geburtszimmer, ich lege mich kurz auf das Bett und werde untersucht. Die Geburt ist schon weiter vorangeschritten als gedacht, ich darf selber das Köpfchen fühlen und werde kurz von meinen Gefühlen überwältigt. Ich will nicht liegen bleiben, deswegen gehe ich zurück auf die Toilette. Christina sagt mir, ich soll laufen wie ein Storch, damit sich das Baby noch weiter nach unten bewegt. Ich frage mich kurz, wie um Himmels Willen ein Storch läuft, Christina macht es mir vor, wir waten zurück ins Bad. Ich bin froh, wieder auf der Toilette zu sitzen, hier lassen sich die Wehen gut veratmen, ich töne und presse und merke, wie es vorwärts geht. Dann höre ich, wie besprochen wird, dass ich langsam von der Toilette runter muss, weil mein Baby kurz davor steht, geboren zu werden. Das wird nichts auf der Toilette. Also gehen wir ins Geburtszimmer. Ich bekomme nicht mit, was die beiden Hebammen und mein Mann besprechen, bin nur damit beschäftigt, eine gute Position zu finden. Mein Mann setzt sich breitbeinig an die Bettkante, ich soll mich auf seine Schoß setzen. Er ist also mein „Geburtshocker“. Ich muss mich irgendwo festhalten, nehme mir ein von der Decke hängendes Tuch und sinke mit meinem ganzen Gewicht darein. Mein Mann hält mich von hinten fest, er hält meine Beine auseinander und stützt mich. Ich merke, dass ich langsam ans Ende meiner Kräfte komme. Meine Beine zittern, meine Arme schaffen es kaum, mich zu halten. Aber die Wehen sind toll. Ich merke genau, wie sich mein Baby das letzte Stück nach unten arbeitet. Das gibt mir unglaublich viel Kraft, ich presse und merke dabei den Schmerz kaum. Die beiden Christinas knien vor mir, sie warten darauf, unser Baby in Empfang zu nehmen. Eigentlich wollte ich mein Kind als erste selber anfassen, aber ich kann unmöglich das Tuch loslassen. Ich bin froh, dass die Hebammen sich bereit machen, mein Kind in Empfang zu nehmen.

In einer Wehe werden der Kopf und der Körper geboren, ich merke, wie mein Baby aus mir hinausgleitet. Christina nimmt es und legt es mir sofort auf die Brust. Ich lasse das Tuch los, halte mein Baby im Arm, bin überwältigt von meinen Gefühlen.
Es ist 13.24 Uhr. Ich sehe dieses kleine Kind und kann nicht begreifen, dass es mein Kind ist. Ein Teil von mir, ein Teil von meinem Mann, ein eigener kleiner Mensch. Es schreit, das beruhigt mich irgendwie. Ein lebendiges kleines Wesen, mein Kind.
Tatsächlich ist bei mir der Geburtsschmerz wie weggeblasen. Ich weiß, dass die Geburt harte Arbeit war, ich bin an meine körperlichen Grenzen gekommen, die Wehen waren heftig. Aber ich habe zu keinem Zeitpunkt gedacht: Das schaffe ich nicht. Und jetzt, wo mein Baby in meinem Arm liegt, ist der Schmerz unwichtig und schon vorbei. Mein Mann, ich sitze immer noch auf seinem Schoß, wird auch von seinen Gefühlen überwältigt. Wir weinen nicht, wir sind zu fassungslos. Dann werden unser Baby und ich von den Hebammen aufs Bett gelegt. Wir schauen nach, es ist ein Junge, wie wir vom Ultraschall schon wussten. Also wirklich ein kleiner Aaron. So lange haben wir auf diesen Moment gewartet und können jetzt trotzdem nicht begreifen, was passiert. Aaron ist stark. Er schreit, er bewegt sich ein bisschen, er ist wunderbar lebendig. In der ganzen Aufregung müssen wir trotzdem noch auf die Nachgeburt warten. Ich knie im Vierfüßlerstand über meinem Aaron, die beiden Christinas warten auf die Plazenta. Ich soll nochmal pressen. Das habe ich nach der Geburt so nicht erwartet, aber es ist gut auszuhalten. Nachdem die Plazenta geboren wurde, ich habe in der Zwischenzeit ziemlich viel Blut verloren, untersuchen mich die Hebammen genau. Aaron liegt bei meinem Mann auf der nackten Brust, da scheint er sich wohl zu fühlen und mein Mann ist seelig. Ich habe nur minimale Geburtsverletzungen, ein kleiner Riss wird mit einem Stich genäht. Nicht angenehm, aber es lässt sich gut aushalten und ich weiß: Gleich habe ich es geschafft, gleich darf sich mein Körper ausruhen. Während ich genäht werde, unterhalte ich mich mit den Hebammen. Ich sage ihnen, dass ich auf jeden Fall noch mehr Kinder haben möchte. Sie lachen zufrieden. Nachdem die Nabelschnur auspulsiert ist, schneidet mein Mann sie durch. Aaron ist jetzt körperlich nicht mehr mit mir verbunden, er muss selber atmen. Wir werden gefragt, ob wir uns die Plazenta in Ruhe angucken wollen- wollen wir. Also erklären uns die Hebammen ganz in Ruhe, wo die Plazenta mit mir, und wo sie mit Aaron verbunden war, wo die Fruchtblase war, wo die Nabelschnur. Wir staunen. Ich fühle mich fit, was den Kreislauf betrifft, werde jedoch beim Aufstehen eines Besseren belehrt. Plötzlich liege ich auf dem Bett und höre, wie die Christinas meinen Namen rufen. Ich war wohl für ein paar Sekunden ohnmächtig, fühle mich aber schnell wieder gut. Aufstehen lassen sie mich trotzdem nicht. Wir bleiben also länger im s‘Hebammenhaus, als nach der Geburt üblich. Ich bekomme noch eine Infusion (erstaunlicherweise kann ich trotz der gerade erlebten Geburt nicht dabei zugucken, wie mir eine Nadel in die Hand gesetzt wird), die Hebammen untersuchen mich nochmal genau und dann überlegen wir, wie es weiter geht. Wir haben eine Heimfahrt von einer Stunde vor uns, und wenn wir zu Hause sind, ist das nächste Krankenhaus 30 Minuten entfernt. Da ich immer noch mit dem Kreislauf kämpfe, auch wenn ich mich im Liegen wirklich fit fühle, entscheiden wir alle zusammen, dass mein Mann, Aaron und ich die Nacht im s‘Hebammenhaus verbringen, während die Christinas nach Hause gehen. Sollten wir ein Problem haben, rufen wir einfach an. Das ist für uns eine wunderbare Lösung. Wir fühlen uns wohl im Geburtshaus und bekommen die Gelegenheit, uns in Ruhe kennen zu lernen. Kurz war eine Verlegung ins Krankenhaus im Gespräch, aber niemand von uns Erwachsenen war angetan von der Idee.

Während mein Mann und ich immer noch versuchen zu verstehen, dass wir gerade Eltern geworden sind, erledigen die Hebammen ein bisschen Papierkram und kommen uns dann mit einem kleinen Geburtstagskuchen besuchen. Wir stoßen auf die Geburt von Aaron an, wir sind glücklich, wir danken den Hebammen.
Am nächsten Morgen guckt Christina Decker nochmal kurz nach uns. Wir fühlen uns gut, die Nacht war zwar unruhig aber sehr schön so zu dritt und meinem Kreislauf geht es schon deutlich besser. Also dürfen wir nach Hause fahren. Zu dritt. Als kleine Familie. Wir bringen Aaron nach Hause. Während der einstündigen Autofahrt versuchen mein Mann und ich die Geburt zu begreifen. Wir sind glücklich und dankbar, wie schnell und unkompliziert die Geburt verlaufen ist. Wir haben ein gesundes Baby, das ist die Hauptsache. Von der Arbeit der beiden Hebammen sind wir absolut begeistert. Sie haben uns so viel Freiraum gegeben, hatten im richtigen Moment die richtigen Ideen und haben Ruhe und Sicherheit ausgestrahlt. Im Geburtshaus haben wir uns rundum wohl gefühlt, die Atmosphäre ist einfach toll. Und obwohl so viele Punkte von meiner Geburtswunschliste nicht umgesetzt wurden, war die Geburt perfekt. Man kann eben noch so viel planen und sich ausmalen, eine Geburt hat ihren ganz eigenen Weg. Es war alles genauso richtig, wie wir das gemacht haben. Ich kann wirklich sagen: Ich hatte eine schöne, erfüllende Geburt. Alles hat gepasst und ich würde nichts anders machen wollen. Wir verlassen das s‘Hebammenhaus und sagen aus tiefstem Herzen Danke. Ihr habt uns eine selbstbestimmte, natürliche Geburt ermöglicht, ihr habt uns den Raum und die Ruhe gegeben, die wir gebraucht haben und habt mit eurer kompetenten Arbeit dazu beigetragen, dass Aaron gesund auf die Welt kommen konnte. Danke.

Am dankbarsten bin ich nach der Geburt aber meinem Mann. Es ist unglaublich, was er geleistet hat. Vor der Geburt hat er mehrfach gesagt, ich muss das Kind bekommen, er kann nicht viel machen außer zugucken. Das stimmt nicht. Seine Anwesenheit hat mich unglaublich beruhigt, ich wusste, er ist für mich da und passt auf mich auf. Ich habe mich so geliebt gefühlt, so unglaublich geborgen. Es ist unser gemeinsames Kind, was sich auf den Weg in unsere Welt gemacht hat und mein Mann ist genauso ein Teil der Geburt wie ich, er hat alles ganz nah miterlebt. Ich habe unser Kind auf dem Schoß meines Mannes geboren. Wieviel Liebe kann man eigentlich empfinden? Mein Mann und ich teilen dieses unglaubliche Geburtserlebnis, es verbindet uns ganz neu und gibt uns Kraft. Jetzt sind wir mit unserem Aaron zu Hause. Wir verlieben uns täglich mehr in ihn, er hat es jetzt schon geschafft, unser Leben komplett zu verändern. Wir werden so oft von unseren Gefühlen überwältigt und können unser Glück immer noch nicht in Worte fassen. Liebe und Dankbarkeit erfüllen uns.

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05.12.16

Emma

Als wir zu Beginn meiner Schwangerschaft zum Info-Abend ins s'Hebammenhaus fuhren, war mir eigentlich schon klar, dass ich dort entbinden wollte. Auf dem Heimweg war dann auch mein Mann überzeugt. Mir gab die Gewissheit, immer eine Hebamme zur Seite zu haben die Sicherheit, die ich als Erstgebärende brauchte.

Emma - geboren am 05.12.2016

Als wir zu Beginn meiner Schwangerschaft zum Info-Abend ins s'Hebammenhaus fuhren, war mir eigentlich schon klar, dass ich dort entbinden wollte. Auf dem Heimweg war dann auch mein Mann überzeugt. Mir gab die Gewissheit, immer eine Hebamme zur Seite zu haben die Sicherheit, die ich als Erstgebärende brauchte. In der angenehmen Atmosphäre würde sich auch mein Mann wohlfühlen können, der ja wie wir vermuteten viele lange Stunden dort mit mir durchstehen müsste. Gleich am nächsten Tag machte ich einen ersten Termin im s'Hebammenhaus aus.
In den folgenden Monaten hatte ich immer wieder einen Vorsorgetermin bei einer der Hebammen. Die Gespräche empfand ich immer als mutmachend und bestärkend. Meine größte Sorge war, dass unser Baby in Beckenendlage bleiben könnte und ich deshalb im Krankenhaus entbinden müsste. Das konnte ich mir inzwischen nämlich gar nicht mehr vorstellen.
In der 36. Schwangerschaftswoche gab der Frauenarzt Entwarnung, unsere Emma lag genau in der richtigen Position.
4 Tage vor dem errechneten Geburtstermin fühlte ich mich noch so fit, dass ich überhaupt nicht damit rechnete, es könnte schon los gehen. Nach einem langen Spaziergang ging ich in die Badewanne und wollte danach mit meinem Mann den Abend vor dem Fernseher verbringen. Ich bekam menstruationsartige Bauchschmerzen, wie ich sie schon öfter während der Schwangerschaft gehabt hatte, so dass ich doch lieber im Bett lesen wollte. Kaum dort angekommen bekam ich Schüttelfrost. Mit einer Wärmflasche wurde es etwas besser, allerdings fiel mir nun auf, dass die stärker werdenden Bauchkrämpfe alle 10 Minuten kamen, ca. eine Minute anhielten und wieder nachließen. Als ich nun auch noch dauernd zur Toilette musste und mit Übelkeit zu kämpfen hatte, dachte ich mir schon, dass das der Beginn der Wehen sein könnte. Zum Glück hörten alle Symptome bis auf die Bauchkrämpfe bald wieder auf. Inzwischen war 23 Uhr nachts und mein einziger Gedanke war, dass ich wenigstens noch ein paar Stunden schlafen sollte. An Liegen war allerdings nicht mehr zu denken. Ich lief im Flur auf und ab. Mein Mann ging schlafen, aber schon eine halbe Stunde später weckte ich ihn und bat ihn die Tasche nochmal zu überprüfen und den Wehenabstand zu stoppen. Er kam auf 5 Minuten und wir riefen um 1 Uhr nachts zum ersten Mal die Rufbereitschaftsnummer an. Elke ging sofort dran, vertröstete uns aber. Sie sagte mit, dass ich noch genug Stunden im Geburtshaus verbringen würde und wir noch eine Stunde mit dem Losfahren warten sollten. Sie klang dabei völlig gelassen und versicherte mir, dass ich die Fahrt auch in einer Stunde noch schaffen würde. Nachdem sie mich so beruhigt hatte, setzte ich mich im Dunkeln auf die Bettkante. Mein Bewegungsdrang war verschwunden. Ich versuchte, wenn an Schlaf auch nicht zu denken war, wenigstens zwischen den Wehen wegzudämmern. Das gelang mir ziemlich gut, so dass ich völlig die Zeit vergaß. Als mein Mann eine Stunde später ins Schlafzimmer kam um nach mir zu sehen, kamen die Wehen alle 2 Minuten und wir riefen nochmal bei Elke an. Sie gab uns das OK und wir fuhren los.
Während der Fahrt versuchte ich eine Position zu finden, in der ich die Schmerzen aushalten könnte. Es tat inzwischen so weh, dass ich bei jeder Wehe vor mich hin jammerte. Mein Mann half mir, indem er mir immer wieder vorgab, wie ich atmen sollte. Plötzlich hatte ich den Drang, mit der Wehe mitzuschieben. Vorsichtig gab ich dem nach und mit einem Plopp platzte die Fruchtblase. Kurz machte ich mir Sorgen, ob die Wehen jetzt noch schlimmer werden würden, aber das Gegenteil war der Fall. Ich hatte nun bei jeder Wehe diesen Drang zu schieben und den Eindruck, dass die Schmerzen nachließen sobald ich das tat.
Im s'Hebammenhaus angekommen wurden wir schon von Elke erwartet. Es brannten Kerzen und das Licht war gedimmt. Wir setzten uns auf das Bett und ich erzählte Elke davon, dass ich das Gefühl hätte bei den Wehen mitschieben zu müssen. Ich machte mir Sorgen, dass es dafür noch zu früh sei. Sie sagte mir jedoch, das sei in Ordnung so. Mit dieser Sicherheit konnte ich nun beruhigt weiter machen.
Elke schlug vor, ich solle mich vor das Bett knien und den Oberkörper auf dem Bett ablegen. Endlich hatte ich nun eine Position, die sich richtig anfühlte. Mein Mann saß neben mir, half mir beim Atmen und legte die Hand auf meinen Rücken. Auch Elke kam immer wieder dazu und drückte mir auf den unteren Rücken um mir die Wehen erträglicher zu machen. So verging die Zeit, ohne dass ich eine Veränderung spürte. Doch immer wenn ich unsicher wurde, ob ich vielleicht etwas falsch machte und sich deshalb nichts tut, kam Elke, sah nach mir und sagte mir dass ich das gut mache.
Nach ca 2 Stunden, die ich größtenteils vor dem Bett kniend verbracht hatte, begann mein Bauch weh zu tun. Ich hatte das Gefühl, er sei zu schwer um weiter in dieser Position unter mir zu "hängen" und setzte mich in den Wehenpausen immer wieder auf den Boden. Elke sah, dass ich mich nicht mehr wohl fühlte und schlug mir vor, ich sollte mich in Seitenlage auf das Bett legen.
In der neuen Position fühlte ich mich gleich viel besser, obwohl die Bauchschmerzen nicht aufhörten. Dafür bemerkte ich plötzlich, dass sich beim Schieben tatsächlich etwas in mir bewegte. Ich wollte von Elke wissen, ob sie den Kopf schon sehen könne, aber so weit war es erst ein paar Wehen später. Aber in der Wehenpause rutschte unser Baby wieder zurück. Elke tröstete mich, dass Emma bei der nächsten Wehe wieder genausoweit voran käme. So war es dann auch und bald war zuerst der Kopf und eine Wehe später der restliche Körper draußen. Es war 6 Uhr morgens, wir waren gerade mal seit 2 1/2 Stunden im Hebammenhaus.
Elke reichte mir unser kleines Wunder und legte sie auf meinem Bauch ab. Die nächsten zwei Stunden verbrachten mein Mann und ich damit, unsere Emma zu bestaunen, während die Hebammen (inzwischen waren Christina und Grit gekommen um Elke abzulösen) auf die Nachgeburt warteten. Bald war auch das geschafft und wir feierten die Geburt mit Orangensaft und Törtchen. Wir waren völlig fertig, aber so glücklich!

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28.11.16

Amrei

Eine Geburt ist und bleibt ein einmaliges, grenzen-erfahrendes Ereignis – und ich bin mir sicher: Bei einer Geburt wird „nicht nur“ ein Kind durch die Mutter geboren, sondern auch die Mutter durch das Kind nochmal neu.

Amrei - geboren am 28.11.2016

Deine Geburt
Kleine Amrei, gestern kamst du auf die Welt. Es fühlt sich jedoch länger her an. Da du um Punkt 1 Uhr nachts kommen wolltest, haben wir schon zwei Nächte hinter uns. Gefühlt bist und bleibst du ein Sonntagskind, ein „Erster-Advents-Kind“. Das passt doch auch gut zu deinem Namen: Geliebtes Gottesgeschenk (meine Auswahl der vielen Bedeutungen von Anna Maria).
Ein Geburtsbericht will ich schreiben, einen der für die Öffentlichkeit lesbar sein soll, weil er auf der s´Hebammenhaus-Website veröffentlicht werden soll, einen der aber vor allem für Dich bestimmt sein soll, um dir zu beschreiben, wie du auf die Welt kamst: Ich selbst lese immer wieder die Zeilen, die meine Mutter über meine Geburt geschrieben hat und noch öfters die, die ich über die Geburt Deiner Schwester Solvei schrieb. Und immer wieder kommen mir dann die Tränen in die Augen.
Eine Geburt ist und bleibt ein einmaliges, grenzen-erfahrendes Ereignis – und ich bin mir sicher: Bei einer Geburt wird „nicht nur“ ein Kind durch die Mutter geboren, sondern auch die Mutter durch das Kind nochmal neu. Zumindest ist dies bei mir so. (Lest mal hierzu das Buch von Nora Imlau – „Das Geburtsbuch. Vorbereiten – Erleben – Verarbeiten“ – es war eine tolle Begleitung für mich).
Also: Los geht´s…
Nach einem positiven Schwangerschaftstest gingen mir viele Gedanken durch den Kopf. Nach kurzer Zeit war dieser freudige dabei… Ich freue mich so auf eine erneute Begleitung durch s´Hebammenhaus! Die Dankbarkeit, wie alles rund um Solveis Schwangerschaft, Geburt und die Zeit danach verlief ist tief. Weil sie so durch und durch gut war, wegen der tollen Hebammen, insbesondere Elke, die mich begleitet haben.
Und so ging es dieses Mal früh los mit der Hebammenbegleitung. Die Schwangerschaftsvorsorge sollte öfters durch Elke stattfinden, statt durch meine Frauenärztin. Für mich ist die Mischung das Perfekte. Um die Möglichkeiten der Medizin Risiken auszuschließen durch Ultraschall, CTG oder Blutbilder bin ich dankbar. Genauso wichtig erscheint es mir aber, in der Schwangerschaft „guter Hoffnung“ zu bleiben und davon auszugehen, dass der Körper seine Sache so macht, wie es seit Jahrtausenden von Jahren vorgesehen ist. Und genau dieser Geist war in der Vorsorge durch Elke spürbar. Alles ist gut. Und es war auch alles gut! Oft ist es möglich sich Stress zu entziehen und ich glaube, dass es ein großes Geschenk an mein Kind ist, wenn ich es nicht schon im Bauch -vielleicht unnötigen- negativen Gefühlen aussetze.
Und so erlebte ich eine schöne Schwangerschaft. Ich hatte sicherlich nicht so oft den Kopf mich intensiv damit auseinanderzusetzen, schließlich war Solvei ja da und eindeutig der Mittelpunkt. Und deshalb bin ich froh, dass ich schon durch meine erste Schwangerschaft eine für mich und uns passende Richtung eingeschlagen hatte, die ich nun nur feiner justieren wollte.
Feinjustierung heißt in diesem Fall vorallem: Hausgeburt statt Geburtshaus. Zwischenzeitlich wohnen wir in unserem eigenen Haus. Der Gedanke, dass ich weder die Hinfahrt unter Wehen noch die Rückfahrt, ein bisschen wacklig auf den Beinen mit Geburtsverletzungen im Auto sitzend verbringen zu müssen, war verlockend. Und ganz ehrlich spielte auch der Satz von Elke eine Rolle, den sie mir frei von der Leber weg nach Solveis Geburt sagte: “Super, wie es lief. Dann wird die nächste Geburt eine Hausgeburt.“ Außerdem bot mir Elke an, die Rufbereitschaft alleine zu übernehmen. Fünf Wochen alleine Rufbereitschaft, wer macht das heute noch? Für mich war es ein Riesenluxus, dass ich genau wusste, auf wen ich mich einstellen kann und alle Gedanken die mir so durch den Kopf gingen, direkt mit der passenden Person besprechen konnte.
Eine Zeit lang schien es aber so als könnte die allzu klare Vorstellung im Kopf der Hausgeburt doch noch durchkreuzt werden: Du, kleines Menschlein, hast schon früh deinen eigenen Kopf bewiesen. Viele Wochen probtest du den „Zwergenaufstand“ und saßt in meinem Becken. Bis zum 19.10. – d.h. bis zur 36. Woche. Bis dahin sollten sich die Kinder in Geburtslage gedreht haben… Und so hatten wir am 19.10. ein Termin zur Vorbesprechung zur äußeren Wendung im Klinikum Singen. Danach leuchtete ich dir nochmal ein bisschen den Weg mit der Taschenlampe, da die Ärztin meinte, dein Kopf läge gerade eher schräg. Der Termin für die Wendung sollte am 24.10. sein. Abends vermutete Elke, dass du dich gedreht haben könntest, doch sicher war deine Lage nicht zu tasten und ich konnte es ihr auch irgendwie noch nicht glauben. Wir moxten trotzdem noch ´ne Runde . Der Ultraschall am nächsten Tag bestätigte das Wunder. Du hattest dich gedreht. Hast du gespürt, dass es nun ernst würde und wolltest dich auf keinen Fall einer -dir vermutlich auch nicht so angenehmen- Wendung unterziehen? Oder hast du gemerkt, dass Klinikum blöd ist und du nicht in Beckenendlage spontan in der Klinik auf die Welt kommen wollen würdest (das wäre unser Plan B gewesen)? War es Zufall? Oder, was auch gut sein könnte: Warst du einfach noch nicht so weit und die statistische 36. Woche für Dich eher erst Woche 34?
Danach konnte die „Geburtsvorbereitung“ uneingeschränkt losgehen:
Zum einen durch einen ganz arg tollen Geburtsvorbereitungskurs im s´Hebammenhaus mit Melanie Pfeiffer. Ein Wochenend-Paar-Kurs wovon die meisten Paare ebenfalls eine außerklinische Geburt anstrebten. Ich merkte wieder: Für mich ist der Austausch mit „Gleichgesinnten“ einfach sehr wichtig. Und Melanie war eine tolle Kursleiterin, die es geschafft hat, dass ich mich wieder konkreter auf die Geburt einstellte, mich darauf freute. Melanie besprach mit Elke später, dass sie gerne als Zweithebamme bei der Geburt dabei wäre – ich freute mich über dieses Interesse und zögerte keinen Augenblick zuzustimmen.
Zum anderen richtete ich in den Wochen vorher einen „Geburtsraum“ bei uns zu Hause ein. Wir verfügen bei unserem Haus über einen Anbau, der bisher als Abstellkammer für so etwas wie Rasenmäher und Wäscheständer diente. Das Gute ist – ein Bad grenzt an, er hat Fußbodenheizung und ist gekachelt. Außerdem geht der Schall nicht durch´s ganze Haus, wie es bei unserem offenen Holzhaus sonst wäre. Denn wer weiß – vielleicht würde ja unsere Solvei die Geburt verschlafen, gehütet von meiner Mutter. „Könnte mich schon blockieren, wenn die dann mein Tönen und so mitkriegen…“, dachte ich. Ich richtete den Geburtsraum mit Kerzen und Musik, wir stellten einen von Elke geliehenen nagelneuen Geburtspool auf (der bis zur Geburt Solvei als Hüpfburg diente), Matratze, Sofaelement, Kiste mit Geburtsutensilien wie Handtücher, Wärmflasche etc. – alles beisammen gab dem Raum einen ganz eigenen Charme.
Und so verging die Zeit. Dass du vermutlich nicht früher kämst, dachte ich mir schon. Solvei kam ET+5 und bei dir, Amrei, deuteten auch alle körperlichen Anzeichen wie Fruchtwasser etc. lange noch nicht auf Geburt hin. Meine Frauenärztin ließ sich dann am ET+7 sogar zu der Aussage hinreißen, dass es vom Ultraschall her genauso gut noch eine 37 SSW sein könnte… Trotzdem würde sie dann am ET+11 (28.11.) nicht länger abwarten wollen…
Also war der große Plan nicht mehr zur Frauenärztin zu müssen. So sehr ich davon überzeugt bin, dass Kinder ihre eigene Zeit brauchen und der errechnete Termin eigentlich eine blödsinnige Erfindung ist und vielmehr der fünfwöchige Zeitraum zählt, wusste ich, dass ich „als Laie“ bei Einsatz von medizinischen Totschlag-Fachausdrücken und der Betonung der Risiken schnell nicht mehr so klar auftreten würde können.
Nachdem wir noch das ein oder andere taten, um die Geburt sanft einzuleiten und mich mehrere Nächte ein paar „Wehchen“ unruhig schlafen ließen, war ich am Sonntagmorgen, dem 1. Advent, ein bisschen frustriert. Solvei war mit meiner Mutter zu ihr nach Hause nach Konstanz gefahren und ich betete inständig dafür, dass die Geburt jetzt doch endlich anfangen möge, dass wir unserer kleinen (nachts sehr auf die Mama fixierten) Solvei nicht mehr als eine Nacht ohne eben diese zumuten müssten. Wir ruhten und spazierten durch den Tag und immerhin kamen die Wehen abends mehr oder minder regelmäßig alle 15 Minuten. Elke kam nochmal vorbei, redete mir gut zu, gab mir Caulophyllum und ging wieder. Wir setzten uns vor den „Polizeiruf“, switchten zu „Dr House“ und sagen nun scherzhaft im Nachhinein, dass doch Klinikflair und ein Arzt die Geburt einleiteten. Jedenfalls kamen die Wehen gegen 21.15 Uhr ca. alle 5 Minuten – ich musste mir unterschiedliche Positionen suchen, damit sie weniger schmerzhaft waren. Wie bei Solveis Geburt stellte sich heraus, dass der starke Druck am Steißbein mit Wärmflasche mir am meisten half – eingeklemmt im Türrahmen konnte ich die Wehen ruhig und gut veratmen und freute mich tatsächlich darauf, wenn die nächste kam. So hieß es doch, dass die Geburt nun wirklich da war. Mein Mann Thom informierte Elke, damit sie sich bereithielte, um kurz vor 22 Uhr war sie dann bereits bei uns. Die Intuition von Hebammen und hier von Elke ist einfach wahnsinnig gut. Sie spürte wohl, dass die Geburt schnell richtig in Gang kommen würde und war sofort losgefahren.
Thom kümmerte sich darum, dass warmes Wasser in den Geburtspool kam, was sich zwischenzeitlich als schwierig herausstellte, weil unser Wassertank „nur“ 300 Liter fasst und der Geburtspool knapp 1000. Also mussten wir ein bisschen zuwarten, was aber nicht schlimm war, denn Türrahmen und Wärmflasche waren weiterhin meine Wahl um den Wehen zu begegnen.
Elke informierte recht bald die Zweithebamme Melanie – ich war verwundert: Warum denn jetzt schon? Melanie war aus dem „tiefen Schwarzwald“ angereist und war gegen halb 12 da.
Kurz darauf merkte auch ich, dass die Geburt spürbar vorangeschritten war. „Nur atmen“ reichte mir nicht – um einigermaßen ruhig zu bleiben, tönte ich, bewegte das Becken auf und ab (und dies alles eingeklemmt im Türrahmen, ohne dass die Wärmflasche runterfiel!).
Irgendwann dann muss ich wohl in den Geburtspool gegangen sein und von da ab, wird alles unklarer in meiner Erinnerung. Ich weiß, dass ich mich unter einer Wehen immer im Vierfüßlerstand am Tuch, das von der Decke hing, festhielt. Ich begann die Wehen nicht mehr nur zu vertönen, sondern gemischt mit einem Summlaut oder einem Schnauben/Prusten lange auszuatmen, weil ich das Ausatmen aushaltbarer empfand als das Einatmen. Thom war an meinem Kopf, redete mir gut zu, Elke drückte die Wärmflasche an mein Kreuzbein. Von Wasser umgeben, von zwei Menschen, denen ich vertraue, gestützt – es gibt wahrscheinlich keine besseren Rahmenbedingungen. Und trotzdem – die Schmerzen wurden schlimmer und ich verhehle nicht, dass ich auch dieses Mal dachte, welch tolle Erfindung doch ein geplanter Kaiserschnitt oder zumindest eine PDA ist und ob ich nicht doch – für´s nächste Mal- dies endlich mal ernsthaft in Erwägung ziehen sollte...
Ich vermeide es auch dieses Mal (wie im letzten Geburtsbericht) von „Wellen“ (statt „Wehen“) zu schreiben. Für mich ist nun klar: Ich glaube nicht, dass ich je dahin kommen werde, „Geburtskontraktionen“ schmerzfrei zu erleben (ich hatte mich auch dieses Mal wieder mit Hypnobirthing intensiver auseinandergesetzt). Wehen tun mir weh! Klar sind sie wie Wellen, aber eben doch auch Wehen… und eine Geburt bleibt ein Ereignis an dem ich an meine körperlichen und auch psychischen Grenzen stoße.
Was dieses Mal wirklich besser war: Ich hatte Pausen, echte gefühlt lange Pausen in denen ich gut entspannen konnte. Und ich wusste – wenn ich schon so weit bin, ist das Ziel nicht mehr fern. Und tatsächlich, bald spürte ich den Druck nach unten, den Drang mitzuschieben. Ich konnte schon das Köpfchen erfühlen.
Ich bin wieder beeindruckt, wie stark man sich in dieser Situation aktiv miteinbringen kann. Ja, auch dieses Mal war das Gefühl, dass ich dazu beitragen kann „diesen ganzen Schlamassel“ hinter mich zu bringen, stark ausgeprägt (Elke im Nachhinein: „Du hast gepresst wie ein Ochse.“). Und ich schob und schob und merkte nach jeder Wehe den Erfolg. Am liebsten hätte ich einfach auf einmal das Kind rausgeschoben, doch die Wehen waren dafür zu kurz und Elke riet mir dann, dass ich „die Wehen gehen lassen sollte“. Kurze Entspannung und weiter ging es. Im Nachhinein erfuhr ich, dass diese letzte Geburtsphase wohl 30 Minuten dauerte. Ich hätte es kürzer eingeschätzt. Die vorletzte Wehe ging und ich hatte den Eindruck als hätten zwei Millimeter gefehlt, dass der Kopf austritt. Ich stellte mein Bein an, wie Elke mir riet, und so konnte unter der nächsten Wehe unser Kind recht einfach mit dem Kopf geboren werden und -wenn ich mich nicht täusche- in derselben Wehe noch ganz. Um Punkt 1 Uhr war es da. Es wurde ins Wasser geboren, ich setzte mich zurück, nahm es selbst hoch. Es fing zaghaft an zu schreien, hatte wohl noch etwas Schleim im Rachen…
Die Augen guckten mich an. Meine Mama. Mein Kind. Mein Kind war da! Wir hatten es gemeinsam geschafft. Thom weinte. Dann schauten wir: Ein Mädchen! Wir hatten irgendwie mit einem Jungen gerechnet. Gemartert, erleichtert, erstaunt und glücklich. Ein Mädchen, ein Schwesterchen für Solvei. Solvei war im Kopf gleich mit dabei. Elke „Ist ja auch so ´ne Süße wie Solvei.“ Ich „Ja, nur pausbäckiger.“ Thom „Solvei hat mehr geschrien.“.
Ich gebar schnell die Plazenta und die Nachwehen kamen und gingen. Ich habe das Gefühl, um das Glücksgefühl nach der Geburt ein bisschen betrogen worden zu sein, weil ich einfach noch weiter mit den Wehen umgehen musste. Doch die Oxytoxine und Endorphine taten trotzdem ihren Dienst. Ich verliebte mich. Und tue es weiterhin jede Stunde mehr.
Ja, auch ich habe daran gezweifelt. Kann ein „neues und fremdes“ Kind so geliebt sein, wie man das erste Kind sofort geliebt hat? Geht es wirklich diese Liebe zu teilen? Es geht. Ab der ersten Stunde.
Alles was danach kam, gehört nun zum neuen Lebensabschnitt. Als Familie zu viert. Als zweifache Mama. Geburt vergeht. Heilung findet merklich statt. Von den Verletzungen, von den eindrücklichen Erinnerungen an die Schmerzen. Was bleibt? Ein ganzes Leben für Dich, mein kleines Mädchen, das ich die ersten Jahre intensiv mit dir teilen darf. Darauf freue ich mich unglaublich.

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25.11.16

Lotta Vittorianoire

Eine Anreise von einer Stunde und 40 Minuten, beim zweiten Kind - fast alle um uns herum haben uns schräg angeschaut oder uns heftig davon abgeraten. Weil es doch oft beim zweiten Kind ganz schnell gehen kann. Nur die Hebammen vom s`Hebammenhaus konnten gar nichts Merkwürdiges daran finden und meinten unaufgeregt, das Kind wartet schon, bis wir ankommen.

Geburtsbericht Lotta Vittorianoire
am 25. November 2016 im s`Hebammenhaus in Villingen

Eine Anreise von einer Stunde und 40 Minuten, beim zweiten Kind - fast alle um uns herum haben uns schräg angeschaut oder uns heftig davon abgeraten. Weil es doch oft beim zweiten Kind ganz schnell gehen kann. Nur die Hebammen vom s`Hebammenhaus konnten gar nichts Merkwürdiges daran finden und meinten unaufgeregt, das Kind wartet schon, bis wir ankommen.

Wir wollten doch so gerne nochmal ins s‘Hebammenhaus, vor allem auch, weil die Geburt unserer ersten Tochter im Jahr zuvor dort so gut losging. Sie kam zwar in der Klinik auf die Welt, aber wir hatten trotzdem das Gefühl, die Geburt fand zu einem großen Teil im Geburtshaus statt und lief in der Klinik auch deswegen nur so gut, weil wir von dort kamen.
(Und bei unserem Nachgespräch meinte die Christiane: na, dann kommt Ihr einfach wieder zu uns, in zwei Jahren oder schon früher und bekommt hier Eure zweite Tochter. Tja, wie wusste sie das nur?)
Nach jedem unserer Besuche und Vorgespräche im s`Hebammenhaus kamen wir beruhigter raus. Jede Hebamme sprach andere Themen an und jedes Mal wieder war ich begeistert und überrascht, wie gut mir und uns diese Besuche getan haben.

Also gab es für uns keine Zweifel, dass wir die weite Anfahrt auf uns nehmen wollten.
Am 25. November in der Früh fuhren wir los, zunächst im schönsten Sonnenschein, dann durch Nebel und als wir ankamen, war alles schon für uns vorbereitet. Eine warme Wanne, Kerzen überall.
Und die Geburt zog und zog sich. Zumindest fühlte es sich so an. Wahrscheinlich auch, weil ich die ganze Zeit gehofft hatte, es würde schneller gehen oder Angst davor hatte, dass sich nicht genug tut und wir wieder in die Klinik müssen. Aber die beiden wundervollen Hebammen Christina und Melanie, die abwechselnd oder gleichzeitig bei uns waren und beide unterschiedliche und in ihrer eigenen Art unglaublich hilfreiche Tips hatten, konnten meiner Besorgnis in keinem Moment zustimmen. Die wussten, dass es voran ging.
Abends, 13 Minuten nach 9 Uhr, das Ganze dauerte ähnlich lang wie bei unserer ersten Tochter, kam unsere Lotta auf die Welt, im Kerzenschein und in der wundervoll warmen Atmosphäre und der liebevollen Umsorgung der beiden Hebammen.
Es schien, als freute sich das ganze s`Hebammenhaus mit uns - sogar Frau Schnee, die Sekretärin, liess uns wissen, dass sie den ganzen Tag mitgefiebert hat -, dass es beim zweiten Mal geklappt hat.
Welch Geschenk, wenn man die Möglichkeit bekommt, seine Kinder an einem so wunderbaren Ort auf die Welt bringen zu können.

Die vier Stunden nach der Geburt waren zu schnell rum. Wir hatten gehofft, wir könnten noch bis zum Morgengrauen mit unserem Aufbruch warten und mussten doch um halb zwei in der Nacht los. So fanden wir uns ein bisschen überwältigt in unserem Bus wieder, der uns, extremst langsam fahrend, durch tiefsten Nebel, nach Hause bringen sollte. Wahrscheinlich fuhren wir zu langsam. Auf der Landstrasse hielt uns die Polizei an, wir wurden mit Taschenlampen angeleuchtet.
Als ich sagte, dass das doch eine erzählenswerte Geschichte ist, gerade mal 4 Stunden alt und schon die erste Polizeikontrolle, sahen die beiden Polizisten ein bisschen erschrocken aus und wünschten uns schnell eine gute Heimfahrt.
Die hatten wir und zu Hause gab`s eine, ich muss sagen, etwas magische Nachtfeier bis 5 in der Früh: die amerikanische Oma und unsere eineinhalb Jährige Roberta waren hellwach, als wir ankamen und sie begrüßten unsere Lotta und uns mit großer Begeisterung.

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08.11.16

Janina

Es war eine geplante Hausgeburt und wir sind überglücklich, dass alles so toll geklappt hat. Schon im Vorfeld waren wir durch die Betreuung des Hebammenhauses bestens unterstützt und gewappnet.

Janina - geboren am 08.11.2016

Janina Sophie kam am Dienstag den 8.11.2016 in unserer Wohnung zur Welt.

Es war eine geplante Hausgeburt und wir sind überglücklich, dass alles so toll geklappt hat. Schon im Vorfeld waren wir durch die Betreuung des Hebammenhauses bestens unterstützt und gewappnet.

Ich als Frau möchte noch hinzufügen, dass mir die Hebammen sehr viel Sicherheit und Vertrauen in meinen Körper und die Natur vermittelt haben. Das zu behalten ist in der heutigen Zeit gar nicht so einfach.

Ich war sehr froh mich immer wieder an die Hebammen wenden zu können. Das hat mich und Janina vor einigem bewahrt. Die Geburt Zuhause war für uns ein unbeschreibliches Ereignis. Die Geborgenheit und Wärme die das eigene Zuhause ausstrahlt ist mit nichts zu ersetzen.

Die enge Zusammenarbeit zwischen Hebamme Partner und Mir gab mir sehr viel Kraft und ein Bündnis aus Vertrauen das ich für die Geburt brauche um los zu lassen und mich zu öffnen.

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23.10.16

Sophie Marie

Der schönste Unfall meines Lebens
Diese Schwangerschaft war meine erste und war ganz ungeplant. Ich habe anfangs gar nicht gemerkt, dass ich Schwanger war.

Sophie Marie - geboren am 23.10.2016

Der schönste Unfall meines Lebens
Diese Schwangerschaft war meine erste und war ganz ungeplant. Ich habe anfangs gar nicht gemerkt, dass ich Schwanger war. Ich war auf einmal ständig müde und meine Motivation ging verloren. Zuerst dachte ich es ist die Frühjahrsmüdigkeit, die ich nun noch schlimmer als sonst erlebte. Ich war im Außendienst tätig, heißt ich habe weite Strecken mit dem Auto zurückgelegt. Plötzlich bekam ich Unterleib schmerzen, mein Hausarzt untersuchte mich mit dem Ultraschal und sagte noch zum Spaß „Ha, also schwanger bist du schon mal nicht!“ bei der Urinprobe, die ich abgegeben habe stellte er eine Harnwegenzündung fest und ich bekam Antibiotika. Es vergingen einige Wochen, meine Motivation blieb aber im Keller. Dann kam die Übelkeit, ich nahm an die kam durch den Stress bei der Arbeit und nahm es so hin, irgendwann wird die schon wieder verschwinden. Als endlich mein Urlaub kam war ich ziemlich glücklich, nur wurde meine Übelkeit immer schlimmer. Irgendwann dachte ich mir, ich mach jetzt mal einen Schwangerschaftstest. Der dann natürlich gleich positiv ausgefallen ist. Ich machte im Hebammenhaus dann gleich einen Termin für einen Blutest aus, der natürlich auch positiv war. Nur war laut Bluttest Ende November der errechnete Geburtstermin, aber beim ersten Ultraschal stellte sich heraus ich bin schon weiter und so wurde der Geburtstermin Ende Oktober. Außer die Übelkeit hatte ich groß keine Beschwerden zum Ende hin ein bisschen Wasser in den Beinen aber sonst war ich recht zufrieden. Den Geburtsvorbereitungskurs habe ich zusammen mit meinem Partner auch im Hebammenhaus gemacht, wir waren sehr zufrieden und es hat mir geholfen mich auf die Geburt vorzubereiten und einzustellen. Da mein errechneter Termin ein Samstag war hatte ich ein Problem, weil man sollte ja auf dem errechneten Termin eine Untersuchung beim FA machen, falls die kleine noch nicht da ist. Da Samstags aber kein FA auf hat sind wir an unserem errechneten Termin ins Krankenhaus um die Untersuchung dort machen zulassen. Ich war positiv überrascht, wie freundlich wir dort behandelt wurden obwohl ich vom Hebammenhaus begleitet wurde. Einen anderen FA musste ich mir auch suchen der die 3 Ultraschalbilder macht (und nun bin ich wieder auf der Suche nach einem neuen FA weil der, der mich in der SS betreut hat voll ist). Die Ärztin im KH sagte mir das alles super sei, der Muttermund sei offen und sonst ist auch alles super. Nach dem Krankenhausbesuch telefonierte ich gleich mit dem Hebammenhaus um zu berichten, auch die Hebamme sagte mir das es super Nachrichten seien und sie sich auch darüber freute das die im KH so nett zu mir waren. In dieser Nacht ging es dann auch schon los. Um kurz vor 2 Uhr bin ich aufgewacht, von Bauchschmerzen bin aber wieder eingeschlafen bis um 3 Uhr dann merkte ich das es anders wird. Ich weckte dann auch meinen Partner und wir fingen an die Übungen zumachen, die wir im Geburtsvorbereitungskurs gelernt haben. Um 5 Uhr riefen wir im Hebammenhaus an um Bescheid zugeben das sich hier was tut, die Hebamme sagte uns wenn ich mich Daheim nicht mehr wohlfühle, dann soll ich nochmal anrufen und dann ins Hebammenhaus kommen. Um 7 Uhr hielte Ichs nicht mehr aus und wir riefen an, das wir dem nächst eintreffen. Bis wir alles im Auto hatten und im Hebammenhaus ankamen war es kurz vor 8 Uhr. Die Betreuung der Hebammen war super, sie haben uns machen lassen und wenn ich was gebraucht habe unterstützt. Um 15:09 Uhr erblickte unser Sonnenschein bei Regenwetter das Licht der Welt und ich war einfach nur glücklich dass es vorbei war und ich sie gesund in den Armen halten konnte. Mein Partner nahm mit der Hebamme die Plazenta genau unter die Lupe und schnitt ein Stück heraus, weil wir davon Globulis herstellen ließen. Nach ein paar Stunden als alles erledigt war und es mir gut ging packten wir unsere Sachen und unsere Prinzessin ein und fuhren Heim. Ich war einfach nur glücklich, endlich mein Bett und in meinem Zuhause zu sein. Genau deswegen kam das KH nur im Notfall für mich in Frage. Ich hätte mich da nicht wohlgefühlt und das war mir sehr wichtig. Ich vertraue den Hebammen voll, wäre was nicht in Ordnung gewesen wusste ich das KH ist nicht weit, aber ich hatte nicht einmal das Gefühl das ich am falschen Platz bin. Deswegen kann ich das Hebammenhaus nur empfehlen und positiv bewerten weil ich so super betreut wurde, auch im Wochenbett ging die Betreuung super weiter. Da auch der Kinderarzt voll mit uns zufrieden ist, weiss ich dass ich alles richtig gemacht habe und würde es auch wieder so tun.
Liebe Grüße an das Hebammenhaus
Franzi, Chris & Sophie

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20.10.16

Arian

Unsere Freude war denkbar riesig ein gesundes und munteres kleines Kind in den Armen halten zu dürfen.

Geburtsbericht Arian, geboren am 20.10.2016

Am 20.10.2016 um 04:52 Uhr erblickte unser erstes Kind, Arian, das Licht der Welt.
Unsere Freude war denkbar riesig ein gesundes und munteres kleines Kind in den Armen halten zu dürfen.
Der Kleine hat die Welt sofort mit einem lauten Schrei begrüßt. Sobald er sich etwas beruhigt hatte, hat e sich dann auch sogleich neugierig umgeschaut und mit seinem Blick hat er sofort die Herzen seiner Eltern erobert.

Wie es dazu kam:
Schon früh in der Schwangerschaft haben wir uns über den „richtigen“ Geburtsort Gedanken gemacht. Es fühlte sich irgendwie falsch an für die Geburt in ein Krankenhaus zu gehen. Eine Schwangerschaft und eine Geburt sind doch nichts krankes! Ganz im Gegenteil!
Außerdem haben wir die Atmosphäre in den Krankenhäusern und Kliniken insgesamt als eher unangenehm empfunden.

Also haben wir uns nach Alternativen umgesehen. Dabei sind wir schließlich auf das Geburtshaus gekommen.
Wir haben uns entschlossen, an einer Informationsveranstaltung teilzunehmen.
Was wir dort hörten und sahen hat uns sofort gut gefallen.
Von unserem Wohnort bei Singen bis nach Villingen benötigt man eine Fahrzeit von etwa 40 Minuten. Wir waren uns nicht sicher, ob es eine gute Idee wäre unter Geburtswehen so weit zu fahren.
Die Hebammen im Geburtshaus versicherten uns jedoch, dass das keine Problem sei. Sie hätten in der Vergangenheit schon oft Frauen mit ähnlichen Anfahrtszeiten betreut. Das habe noch nie zu Schwierigkeiten geführt.
Damit stand unser Entschluss fest.

Im weiteren Verlauf der Schwangerschaft waren wir immer mal wieder im Geburtshaus. Einige der Vorsorgeuntersuchungen wurden dort durchgeführt. Zusätzlich haben wir auch an einem Geburtsvorbereitungskurs teilgenommen.
Auf diese Art konnten wir einen Großteil der Hebammen im Vorfeld einmal kennen lernen.

Allmählich rückte der große Tag immer näher. Der errechnete Geburtstermin ist natürlich nur eine grobe Orientierung. Das hatte man uns oft genug gesagt. Doch wenn dieser Tag erst einmal verstrichen ist und noch immer überhaupt nichts passiert, dann wird man allmählich ungeduldig.
Unser Arian hat sich schließlich 12 Tage über den ursprünglich errechneten Termin Zeit gelassen.
Wir befürchteten schon, am Ende doch noch in die Klinik gehen zu müssen...

Dann setzten endlich die Wehen ein.
Die Nummer des Bereitschaftstelefons war stets in Reichweite, die Geburtstasche schon längst gepackt.
Am Telefon wurden uns von der diensthabenden Hebamme ein paar Fragen zur Intensität der Wehen und dem allgemeinen Befinden gestellt.
Anfangs vertröstete sie uns noch und erklärte uns welche weiteren Schritte uns erwarten würden.
Sie bat uns später wieder anzurufen.

Das hat uns zunächst einmal verblüfft, sollte sich dann aber als genau richtig so herausstellen. Wären wir gleich bei den ersten Anzeichen los gefahren, hätte sich der Aufenthalt im Geburtshaus nur unnötig in die Länge gezogen.
So konnten wir einfach noch etwas länger in der vertrauten Umgebung bleiben.

Irgendwann beim 2. oder 3. Anruf kam dann das „Startsignal“ Es war für uns an der Zeit los zu fahren.
Jetzt wurde es also endgültig ernst!

Die Fahrt zum Geburtshaus verlief absolut reibungslos und unproblematisch, genau wie die Hebammen es „vorhergesagt“ hatten.

Wir kamen gleichzeitig mit der Hebamme Julia Steinmann an.
Sie war die Einzige, die wir im Vorfeld nicht kennen gelernt hatten. Ausgerechnet!

Aber das machte überhaupt nichts!!

Der weitere Geburtsverlauf war natürlich anstrengend, aber verlief ohne Komplikationen.
Die Hebamme Julia Steinmann strahlte eine routinierte Gelassenheit und sehr viel Zuversichtlichkeit aus. Damit hat sie wesentlich zu einer sehr angenehmen Atmosphäre beigetragen.

Ihre Hauptarbeit bestand zunächst aus ganz viel abwarten und aufmerksam beobachten. Gelegentlich hat sie eine andere Körperhaltung empfohlen. Darüber hinaus hat sie quasi überhaupt nicht in den Geburtsverlauf eingreifen müssen.

Gegen Ende waren dann doch ein paar Handgriffe erforderlich. Wie von Zauberhand war sie immer zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle. Dabei wurde sie von einer zweiten Hebamme (Grit Schwirz) unterstützt, die erst gegen Ende dazugekommen war.

Nach der Geburt war ausreichend Zeit, um den kleinen Erdenbürger in unserer Mitte zu begrüßen.
Außerdem wurden noch einige neugierige Fragen zur Plazenta und Nabelschnur freudig beantwortet.

In unserer Geburtstasche befand sich auch etwas Proviant. So zum Beispiel eine Hühnersuppe.
Das war auch gut so. Eine Stärkung kam nach den Strapazen der vorangegangenen Stunden gerade recht.

Danach war es auch schon Zeit alles wieder zusammen zu packen und den Heimweg als Familie anzutreten.
Nur wenige Stunden nach der Geburt!

Das war auch gut so, denn schon auf dem Weg nach Hause sollte uns die Müdigkeit einholen.
So kamen wir denn als kleine glücklich aber hundemüde Familie zu Hause an und genehmigten uns erst mal eine Mütze voll Schlaf.

Unser Fazit:
Die Entscheidung, ins Geburtshaus zu gehen, haben wir keine Sekunde bereut. Wir würden alles genauso wieder machen!

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12.10.16

Lena

Bei der Geburt von Lena, war es wie Ende 2012 bei unserem Sohn, dass man noch so viel planen kann, wie man möchte, dass Leben geht aber gerne mal andere Wege für einen.

Lena - geboren am 12.10.2016

… und dann kam zum Glück alles anders

Bei der Geburt von Lena, war es wie Ende 2012 bei unserem Sohn, dass man noch so viel planen kann, wie man möchte, dass Leben geht aber gerne mal andere Wege für einen.
Im April hatte ich bei Christina Hügl ein erstes Gespräch, mich nach diesem aber leider (so denke ich seit Lenas Geburt), gegen das s`Hebammenhaus entschieden. Unser Sohn kam damals 11 Wochen zu früh und benötigte, wie ich, viel medizinische Hilfe. Daher war meine Angst sehr groß und ich wollte auch dieses Mal medizinische Hilfe (Klinik), in greifbarer Nähe haben.
Ich hatte dieses Mal eine tolle, unbeschreiblich schöne Schwangerschaft. Allerdings war Lena ab August immer wieder auffällig, da ihr Gewicht bzw. sie als “klein und zierlich“ eingestuft wurde.
Am 11.10.16 erfuhren wir beim Frauenarzt, dass der Muttermund 2 cm geöffnet ist; alles andere war in Ordnung. Am Nachmittag bekam ich leichte Blutungen und wurde unruhig. Am Abend gingen wir zur Kontrolle in die Klinik. Dort wurden wir wieder entlassen, mit der Info, dass Lena noch leichter als gedacht ist und wenig Fruchtwasser hat.
Aber dann Zuhause hatten mein Mann und ich bereits eine Stunde später das Gefühl, wir haben einen schlechten Traum, der wahnsinnig gut endete.
Um 23:06 Uhr kam beim Einschlafen, der berühmte Plöpp der Fruchtblase und ich rannte schnell auf die Toilette. Bereits 23:25 Uhr hatte ich alle 2 Minuten so heftige Wehen, dass auf Anraten des Kreißsaals, ein Rettungswagen gerufen wurde. Die beiden Sanitäter kümmerten sich toll um uns. Da ich aber den Kopf schon ertasten konnte, wurde entschieden, dass wir zuhause entbinden. Dann wurde weitere Unterstützung (Kindernotarzt, Inkubator und eine Hebamme) angefordert.

(Anmerkung: die Rettungsleitstelle kann in solchen Fällen über die Rufbereitschaftsnummer die Diensthabende freiberufliche Hebamme des s’HebammenhausTeams hinzurufen)

Als Unterstützung,….. da nicht klar war, wie schwer Lena nun wirklich ist, wurde so viel Hilfe angefordert.
Als kurze Zeit später die Tür aufging und Katja hereinkam, fiel uns allen ein riesiger Stein vom Herzen, (ich kannte sie von der Homepage und den hier geschriebenen Geburtsberichten). In kurzer Zeit gelang es ihr eine so schöne Atmosphäre zu schaffen, dass ich heute noch weinen könnte, so schön war die Geburt, trotz der vielen Menschen in und vor unserer Wohnung.
Nach nur 30 min wurde unsere Tochter geboren. Da zum großen Glück alles gut verlief, durften wir gemeinsam entscheiden, ob wir in die Klinik mit möchten oder zuhause bleiben wollen. Rückwirkend war es die beste Entscheidung daheim zu bleiben. Im Wochenbett war mein Mann immer greifbar, unser Sohn konnte sich mit einbringen und sich an die neue Situation gewöhnen. Noch heute erleben wir Lenas erste Tage als sehr entspannt. Sie wirkt ausgeglichen und sie nimmt rasant an Gewicht zu.
Wir als Familie sind unendlich froh und dankbar, nun so eine rundum tolle Geburt mit allen Menschen erlebt zu haben, die uns rund um die Geburt und die Wochenbettzeit begleiten/begleitet haben.

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02.10.16

Luisa

Am Abend des 01.10.2016 ging es dann langsam los. Nachdem die Wehen alle 5-6 Minuten kamen, machten wir uns auf den Weg nach Villingen in das Geburtshaus. Leider tat sich in der Zeit von 01:30 Uhr bis 7:00 Uhr morgens nicht viel und Christina und Christiane legten uns nahe, nochmal nach Hause zu fahren, gut zu frühstücken und uns für die Geburt nochmal zu erholen.

Louisa - geboren am 02.10.2016

Geburt im Wellnesshotel ;)

Im Januar 2016 haben wir erfahren, dass wir Eltern werden. Die Freude über diese schöne Nachricht wurde jedoch schnell getrübt, als meine Frauenärztin mir mitteilte, dass ich eine starke Schilddrüsenunterfunktion habe, die dringend behandlungsbedürftig sei. Innerhalb weniger Minuten verordnete Sie mehrere Medikamente und überwies mich zum Endokrinologen (Facharzt für Hormonbehandlung). Erklären wollte uns niemand, welche Folgen die Einnahme dieser Medikamente für mich haben würden und mir wurde erklärt, dass es in der Schwangerschaft nicht mehr um mich, sondern ausschließlich um das Kind gehen würde. Sollte ich die verordneten Medikamente jedoch nicht einnehmen, drohe eine Früh- oder Fehlgeburt. Sollte es das Kind doch schaffen, würde es ein sehr niedriges Geburtsgewicht haben und die kognitive Entwicklung würde stark beeinträchtigt.
Uns machte diese schnelle Diagnose sehr stutzig. Zumal die Medikation allein an einem Wert festgemacht wurde und wichtige Werte gar nicht im Blutbild festgestellt wurden.
Unser Bauchgefühl sagte uns, dass etwas nicht stimmte und wir uns eine zweite Meinung einholen sollten.
Ich habe mich dann auf die Suche nach einer Hebamme gemacht. Wenn dieser Wert so kritisch sein sollte, dachte ich mir, müsste das eine Hebamme doch am allerbesten wissen.
Diese Suche gestaltete sich allerdings in der Bodenseeregion sehr schwierig. Ich hatte den Wunsch nicht im Krankenhaus zu entbinden und das erschwerte die Suche zudem. Umso glücklicher war ich dann, als ich das s'Hebammenhaus in Villingen gefunden habe.
Anfang März habe ich den ersten Termin mit Christina vereinbart. In diesem Termin wurden mir dann viele Sorgen genommen und ich konnte erleichtert und endlich „guter Hoffnung“ nach Hause fahren.
Ich habe meine Blutwerte dann im 4-Wochentakt kontrollieren lassen und wie sich herausstellte, litt ich weder unter Hashimoto noch unter einer Schilddrüsenunterfunktion. Mein einziges Problem war, dass meine Werte nicht „studienkonform“ waren...

Auch in den letzten Wochen vor der Entbindung, als meine Schwester ihr Baby in der 36. SSW verlor, wurden wir mit sehr hilfreichen Gesprächen im s'Hebammenhaus aufgefangen und wir konnten trotz dieses Schicksalsschlages neue Kraft für die anstehende Geburt sammeln.
Ich hatte ab dem Zeitpunkt, an dem ich die Betreuung und Vorsorge meiner Schwangerschaft in die Hände der Hebammen vom s'Hebammenhaus gelegt habe, eine absolut komplikationsfreie und schöne Schwangerschaft. Wir konnten über alles reden und haben immer einen konstruktiven Rat bekommen, wenn wir danach gefragt haben. Wurden nie in eine Richtung gedrängt. Wir hatten das Gefühl es ging um uns. Um uns „DREI“.

Am Abend des 01.10.2016 ging es dann langsam los. Nachdem die Wehen alle 5-6 Minuten kamen, machten wir uns auf den Weg nach Villingen in das Geburtshaus. Leider tat sich in der Zeit von 01:30 Uhr bis 7:00 Uhr morgens nicht viel und Christina und Christiane legten uns nahe, nochmal nach Hause zu fahren, gut zu frühstücken und uns für die Geburt nochmal zu erholen.

Das haben wir dann auch getan; und … das war die beste Entscheidung. Trotz der relativ langen Fahrt von ca. 1 h, vor der ich anfangs wirklich Respekt hatte, konnte ich mich nach dem Frühstück zu Hause in die Badewanne legen und mich entspannen und Timo konnte den fehlenden Schlaf aus der vergangen Nacht nachholen.
In Absprache mit Christina und Christiane schaute dann gegen 13:00 Uhr meine Wochenbett Hebamme vorbei. Obwohl ich nicht damit gerechnet hatte und ich die Wehen als unverändert zum Morgen empfand, hatte sich der Muttermund bereits auf 7 cm geöffnet und meine Wochenbett Hebamme telefonierte mit Julia aus dem s'Hebammenhaus um sich zu besprechen und schickte uns dann sofort los. Da die Wehen plötzlich immer stärker wurden, stieg meine Mutter noch mit ins Auto um mich auf der Fahrt zu unterstützen.

Als wir um 14:30 im s'Hebammenhaus ankamen, hatte Julia bereits alles vorbereitet.
Das Zimmer war wohlig warm und abgedunkelt. Es brannten Kerzen und es roch herrlich nach Orange. Auch die Badewanne hatte sie bereits eingelassen.
Ich setzte mich dann in die Badewanne. Julia blieb die gesamte Zeit im Bad dabei und gab mir sehr wertvolle Tipps zur Atmung, legte mir immer wieder ein warmes Handtuch auf den Rücken und holte mich dann für eine kurze Zeit nochmal aus der Wanne um den Blasensprung durch die Schwerkraft zu provozieren. Alles verlief wie Julia es voraus sagte. Sie kontrollierte regelmäßig die Herztöne unserer Tochter und half mir dabei in mich und meine Kraft zu vertrauen.
Um 16:35 Uhr wurde dann auch meine Mutter ins Bad geholt um bei der Geburt dabei sein zu können. An dieser Stelle möchte ich noch erwähnen, dass sich meine Mutter heute noch darüber freut, wie herzlich auch sie in dieser Situation von Julia und Melanie betreut wurde.
Um 16:42 Uhr war es dann soweit. Unsere kleine Louisa Gabriella kam auf die Welt. Und so klein war sie gar nicht... 56 cm und 3860 g . Keine Spur von Untergewicht und 3 Tage über dem errechneten Termin... nichts von dem was die Ärztin mir zu Beginn der Schwangerschaft prophezeit hatte ist eingetreten.
Nach dem ich Louisa dann das erste mal in der Badewanne gestillt habe, haben wir uns gemeinsam ins Bett gelegt und uns erst mal kennen gelernt.
Bevor wir uns um 20:00 Uhr wieder auf den Heimweg gemacht haben, haben wir alle noch gemeinsam angestoßen und Louisa hat ihre erstes Geburtstagstörtchen von Julia und Melanie bekommen.

Für uns war es eine absolute Traumgeburt in einer Atmosphäre und Stimmung wie ich es mir schöner nicht hätte vorstellen können. Und wenn wir gefragt werden, wie unsere Geburt war und wo wir entbunden haben, dann sagen wir immer … „im Wellnesshotel ;)“

Vielen Dank für die tolle Begleitung!  

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26.08.16

Lenz Jaron

Es begann am 25.08.2016 mit regelmäßigen Übungswehen an Nachmittag und Abend, die Abstände waren regelmäßig, verkürzten sich jedoch nicht unter 8 min. In der Hoffnung, die Geburt in Gang zu bringen – immerhin war der errechnete Termin überschritten und meine Lust, schwanger zu sein, allmählich sinkend – war ich sehr viel spazieren und habe die restliche Zeit schlafend in einem abgedunkelten Raum zugebracht.

Geburtsbericht Lenz Jaron 26.08.2016

Die Vorbereitung
Es begann am 25.08.2016 mit regelmäßigen Übungswehen an Nachmittag und Abend, die Abstände waren regelmäßig, verkürzten sich jedoch nicht unter 8 min. In der Hoffnung, die Geburt in Gang zu bringen – immerhin war der errechnete Termin überschritten und meine Lust, schwanger zu sein, allmählich sinkend – war ich sehr viel spazieren und habe die restliche Zeit schlafend in einem abgedunkelten Raum zugebracht. Durch den vielen Mittagsschlaf war ich in der Nacht auf den 26.08. zeitweise wach und fit, freute mich aber daran, dass die Wehen vom Vorabend verblieben waren. Als ich das Gefühl hatte, sie würden schwinden, entschloss ich mich, noch einmal spazieren zu gehen. Es war ziemlich genau 5 Uhr morgens des 26.08.2016, ich sagte meinem Partner Bescheid, dass und welche Runde ich gehen würde, im Anschluss lief ich los. Im Nachhinein war die Route nicht ideal gewählt, das nächtliche Umrunden unseres kleinen, uralten Friedhofs ließ mir ein wenig Bange werden und auch den Wachhund eines Hofes weckte ich. Die Wehen kamen jedoch wieder verstärkt und als ich um 5:40 h nach Hause kam, fühlte ich mich weiter im Glauben bestärkt, es würde an diesem Tag losgehen, die Wehen wurden jedoch erneut schwächer.
Mein Partner, wieder einmal extrem müde, war dank meiner Ankündigungen davon ausgegangen, aufgrund von Kindesgeburt zu Hause zu bleiben. Ich sagte ihm, ich sei mir nicht mehr sicher, er jedoch gab seinem Chef dennoch Bescheid, er werde wegen der Geburt nicht kommen – und legte sich schlafen. Ich fühlte mich als Ausrede für weitere Stunden Schlaf genutzt. Ein kleines Gespräch brachte den spontanen Vorschlag auf, den Tag über gemeinsam die große Wanderstrecke zu gehen, die wir uns seit Monaten vorgenommen hatten. Nach einem Frühstück und mit ordentlich Vesper gingen wir los. Es waren über 30 °C, sodass wir bald entschlossen, den betonierten Pfad gegen schattiges über Stock und Stein zu tauschen. Wir liefen nicht die gesamte Strecke, erklommen dafür jedoch zusätzlich einen hohen Aussichtsturm. Insgesamt waren wir zwei Stunden unterwegs und legten dabei gute 11 km zurück. Wir waren gerade auf dem Weg ins Auto, als die erste wirklich schmerzhafte Geburtswehe einsetzte.

Bestätigung des Geburtsstartes
Auf dem Weg nach Hause folgten noch drei weitere heftige Wehen, jeweils in einem Abstand von etwa 8 min. Zu Hause überblickten wir noch einmal die Geburtstasche, ich brauchte jedoch immer wieder die Unterstützung meines Partners, um die Wehen gut zu veratmen. Er stütze und streichelte mich, zudem gab er mir zählend einen Rhythmus an, zu dem ich atmen konnte. Vier Sekunden lang durch die Nase tief in den Bauch atmen, acht Sekunden lang durch den Mund wieder aus. Dieses gemeinsame Überstehen der Wehen – er überprüft meine Atmung und berührt mich sanft, ich atme tief zum Kind ein und konzentriere mich auf seine Berührung statt auf den Schmerz – zog sich bis ganz zum Schluss durch unsere Geburt. Die ersten Wehen zu Hause halfen uns dabei, einen gemeinsamen Rhythmus zu finden und einander zu verstehen zu geben, was benötigt wurde – und was nicht.
Wir stoppten die Wehenintervalle, als wir bei 4-5 min Pause angelangt waren, bat ich ihn, die Rufbereitschaftsnummer des s'Hebammenhauses zu wählen. Unsere Wochenbetthebamme hatte uns am 16.08. mitgeteilt, dass sie vom 24.08. bis zum 11.09. im Urlaub sei und welche Kollegin sie für diese Zeit, sollte der Kleine auf die Welt kommen, für das Wochenbett vertrete. Eben jene Kollegin hatte Bereitschaft; Freude machte sich auf der einen Seite breit, dass wir eine nahtlose Begleitung haben würden und gleich die Erfahrung von zwei Hebammen aufschnappen würden, jedoch auf der anderen Seite auch ein Hauch von Sorge; wir hatten besagte Kollegin das erste und letzte Mal im Januar getroffen und kannten sie nicht halb so gut. Ich schilderte ihr die Wehen, gab Auskunft über die Intervalle und sie gab Bescheid, sie werde innerhalb der nächsten halben Stunde für einen Hausbesuch vorbeikommen und mich dort noch einmal untersuchen. Sie kam pünktlich, zu diesem Zeitpunkt waren die Abstände zwischen den Wehen jedoch nur noch geschätzte 2 min. Sie versuchte uns klarzumachen, dass eine Geburt nichts Schnelles sei, weswegen wir uns für die Geburt in eine gesonderte Zone begeben sollten, innerhalb welcher wir nicht auf die Zeit achteten. Zudem wollte sie wissen, ob ich noch daheimbleiben oder bereits ins Geburtshaus gehen wollte. Daheim waren wir einer Fliegenplage ausgesetzt und mein ganzer Körper schrie: „Es geht los!“, sodass ich Bescheid gab, sofort losfahren zu wollen. Sie fuhr voraus und wir in unserem Tempo und mit unserem Gepäck im eigenen Auto hinterher. Mittlerweile waren die Abstände nur noch knapp länger als eine Minute. Nach nicht einmal 7 min Fahrt, kamen wir jedoch wohlauf und bereit an unserem Wunschgeburtsort an.

Die Eröffnungsphase
Die zweite diensthabende Geburtshebamme hatte während unserer Abwesenheit bereits alles für die Geburt hergerichtet, wir waren das einzige Pärchen, das dort an diesem Tag sein Kind begrüßen sollte. Der große Hauptgeburtsraum war abgedunkelt und mit Kerzenlicht erhellt worden, Gläser mit kühlem Wasser standen bereit und allerlei Utensilien wie Gebärhocker und Sitzball lagen bereit. Im Badezimmer, das an den Raum anschloss, hörten wir, wie das Wasser in die Wanne gelassen wurde. Wir hatten bereits im Voraus angekündigt, eine Wassergeburt zu wünschen, und ich wollte direkt in die Badewanne. Die zweite Hebamme ließ mich die Wassertemperatur so einstellen, dass es mir angenehm war, und füllte das Wasser mit einer Packung Totes Meer Salz. Man brachte einen CD-Spieler, in welchen mein Partner die CD einlegte, auf die wir uns als Geburtsplaylist geeinigt hatten – der Soundtrack des Spieles „Life is Strange“ – und die Ersthebamme brachte den Gebärhocker, sodass mein Freund sich bequem neben die Wanne setzen konnte. Die Zweithebamme verabschiedete sich noch einmal von uns, sie käme bald wieder, ich stieg aus meiner Kleidung und in die Wanne. Im Vorhinein hatte ich den Wunsch geäußert, während der Geburt nicht angeleitet zu werden. Ich hatte gelesen, die Instinkte der Frauen griffen bei der Geburt (außer man stimuliert ihren Neokortex durch komplexe Gedanken und Anweisungen) und man wisse intuitiv, was wann zu tun sei – und das wollte ich selbst erleben. Meinem Wunsch nachkommend, nahm die Hebamme deshalb auf der anderen Seite des Raumes Platz. Ich glaube, sie las ein Buch. Solange wir zurechtkamen und alles lief, würde sie sich nicht einbringen, außer um in regelmäßigen Abständen die Herztöne des Kleinen zu horchen – auch hier sorgte sie, wie gewünscht, dafür, dass wir dies nicht mitbekamen, solange alles in bester Ordnung war. In der Wanne konzentrierte ich mich voll und ganz auf die Musik, den Handdruck meines Freundes, sein leises zählen und darauf, wie er mir während der Wehen das Dekolleté mit Wasser aus der Wanne
massierte. In den Pausen der Wehen war ich so entspannt, dass mein Freund meinte, mich ermahnen zu müssen, ich solle nicht einschlafen. Die erste Stunde überstand ich die Wehen auf diese Weise sehr gut, Vertönen war nicht notwendig und ich gab mein bestes, die Wehen als etwas Gutes und Nutzbringendes anzunehmen, selbst wenn sie mir wehtaten. In regelmäßigen Abständen tastete ich und gab der Hebamme Bescheid, wie tief das Köpfchen bereits saß. Als der Kopf nur noch geschätzte drei Zentimeter vom Ausgang entfernt war, merkte ich, dass die Fruchtblase noch immer nicht geplatzt war. Sie umspannte das Köpfchen wie eine pralle Wasserbombe. Ich gab der Hebamme darüber Bescheid, nahm die Fruchtblase und brachte sie dazu zu platzen. Im Anschluss zog ich die Fruchtblase in Stücken heraus. Endlich konnte ich den Kopf des Kleinen direkt tasten. Ich teilte meinem Partner glücklich mit, dass er Haare hatte – und wunderte mich darüber, dass sich das Getastete gar nicht nach Köpfchen anfühlte, eher nach einem wulstigen Kamm. Immer wieder spürte ich, wie es meinen Körper unwillkürlich anhob und das Kind gen Ausgang presste, dies geschah jedoch eher automatisch, aktiv presste ich gar nicht, sondern konzentrierte mich darauf, die Wehen zuzulassen und tief zu atmen. Wir machten weiter wie gehabt, in den letzten 20 min der Eröffnungsphase hatte ich extrem zittrige Beine gehabt und mich schwach gefühlt. Ich fragte, nach einem Mittel, das mir helfen würde, den zittrigen Unterkörper auszublenden, es störte mich und machte es mir schwieriger. Schließlich brachte man mir ein Glas mit aufgelöster Kalzium-Tablette, die Hebammenschülerin, die ich bereits aus dem Geburtsvorbereitungskurs kannte, war es – mit ihr hatte ich mich immer blendend verstanden. Die folgenden Wehen brachten das Köpfchen noch tiefer, ich spürte, dass es direkt vorm Ausgang stand. Es spannte so sehr, dass ich glaubte, es passe niemals hindurch.

Austreibungsphase
Ich weiß nicht genau, wie lange diese Phase dauerte. Mindestens eine Viertelstunde, maximal eine halbe. Beim Tasten versuchte ich das Köpfchen so anzudrücken, dass es den Damm möglichst nicht belastete, aber alles spannte. Die darauffolgenden Wehen waren die schlimmsten. Bis hierhin hatte ich mit angewinkelte und gespreizten Beinen in der Wanne relativ aufrecht gelegen, ein bequemes Kissen im Nacken. Nun trieb es mich dazu, die Schwerkraft miteinzubeziehen und in einen Vierfüßlerstand zu wechseln. Ich lehnte den Oberkörper aus der Wanne hinaus und legte meine Unterarme auf den Schoß meines Partners, dieser begann, mir sanft den Rücken zu streicheln. In gewohnter Manier machten wir weiter, die Schmerzen waren jedoch so stark, dass ich unverhohlen mitschrie. Es gelang mir auch nicht mehr, das Gesicht während der Wehe zu entspannen. In der Hoffnung, es dann schneller hinter mir zu haben, versuchte ich das Köpfchen auch in den völlig schmerzfreien Pausen, die mir unglaublich lang vorkamen, in die richtige Richtung zu befördern, wenn auch ganz sanft. Ich versuchte, jede Wehe so stark wie möglich zu nutzen, auch wenn es schmerzte – immer in der Hoffnung, dass dadurch weniger folgen mögen. Ich weiß nicht mehr genau, wie viele Wehen es benötigte, bis das Köpfchen geboren war, vier oder fünf werden es gewesen sein. Mein Partner wies schließlich daraufhin, dass der Kopf geboren war, als der gesamte Körper in einer Bewegung hinterherschoss. Es spielte Amanda Palmers „In My Mind“. Wie eine kleine Forelle machte er eine kreisförmige Bewegung in der Wanne, die Hebamme und ihre Schülerin, welche für die letzten Wehen ebenfalls am Rand der Wanne Platz genommen hatten, hielten bereits warme, nasse Tücher. Die Ersthebamme griff ins Wasser und gab mir diesen nassen, leicht schleimigen und extrem weichen Körper, er bewegte sich und rutschte mir aus
den Händen, die Hebamme fing ihn, verlor ebenfalls den Halt und er rutschte mir direkt in die Arme und auf die Brust. Er machte ein leises Geräusch, dann schrie er aus voller Lunge, beruhigte sich aber schnell wieder. Mit einem Mal war der Schmerz und jeglicher Druck weg und die Aufmerksamkeit lag ganz auf diesem kleinen Wesen, welches sich nun endlich beruhigte. Durch den Schwimmzug in der Wanne war er komplett sauber, keine Käseschmiere, nicht blau angelaufen. Man packte ihn in die warmen, nassen Tücher ein. Ich blieb noch eine Viertelstunde mit dem Kleinen in der Wanne liegen, dann merkte ich, dass das Wasser rot verfärbt war, mir wurde langsam kühl und meine Beine fühlten sich noch immer schwach an. Wir lagen noch in der Wanne, als die Zweithebamme wiederkam. Als man ihr sagte, sie habe die Geburt bereits verpasst, war sie total überrascht, meine Frage, warum sie überhaupt gegangen sei, wurde mit Lachen quittiert. Meine Versuche, die Nachgeburt durch Zug an der Plazenta herauszuholen, waren zudem mit keinem Erfolg gekrönt. Man half mir dabei, den Kleinen im Arm aus der Wanne zu steigen und mich im Hauptraum auf das große Bett zu legen, die Hebammen wickelten mich in Handtücher und halfen mir dabei, den Kleinen anzulegen. Mein Freund saß neben dem Bett und war weiterhin für uns da. Während ich den Halbling stillte, kam die Nachgeburt. Die U1 machte man neben mir auf dem Bett, sodass ich den Kleinen nicht weggeben musste. Im Anschluss wurde nach Verletzungen bei mir gesehen. Ich hatte den Damm völlig unversehrt, aber eine Schamlippe war oberflächlich gerissen und die Hebamme wollte es mit einem Stich fixieren. Dieser eine Stich war für mich noch einmal schlimmer als die gesamte Geburt, so sehr bauschte ich ihn auf. Betäubt wurde ich mit einer Salbe. Während ich inspiziert und genäht wurde, durften Vater und Sohn neben dem Bett, auf welchem ich lag, in einem großen, bequemen Ohrsessel kuscheln. Im Anschluss ließ man uns drei alleine, während die Hebammen den Papierkram erledigten, zuvor brachte man mir auf meinen Wunsch einen kalten Kakao und mein Partner packte ein Gebäckstück für mich aus.

Wir kuschelten und erholten uns einfach von der Geburt. Als die Hebammen hereinkamen, trugen sie ein Tablett, auf dem ein Stück Kuchen lag mit genau einer Kerze darin, sowie ein Sektglas Orangensaft für jeden von uns. Wir wurden angewiesen, uns jeder etwas für den Kleinen zu wünschen und die Kerze auszupusten, im Anschluss gab es Kuchen. Wir bekamen noch kleine Geschenke, Dokumente und Karten mit den Daten zu unserem Kleinen; alles in allem blieben wir noch etwa drei Stunden im Geburtshaus, nachdem der Kleine geboren worden war, danach zogen wir ihn an, bekamen Utensilien und Tipps von den Hebammen und brachten unser kleines Familienglück zum ersten Mal mit nach Hause. Nach nur 2 h und 10 min war aus uns eine Familie geworden.

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25.07.16

Tom

Ich erzählte meinem Frauenarzt von unserer Entscheidung. Dieser war sofort begeistert und empfahl mir eine gemeinsame Vorsorge mit den Hebammen. Ich hatte ein paar Termine, um die anderen Hebammen kennenzulernen. Die Vorsorgetermine im s´Hebammenhaus sind nicht mit denen beim Arzt zu vergleichen. Ich kam mir nicht wie eine Nummer vor. Jede einzelne nahm sich viel Zeit für meine Fragen und Ängste. Ich fühlte mich sehr gut aufgehoben und ging immer mit einem guten, sicheren, Gefühl nach Hause! So verging Woche für Woche, Monat um Monat…

Tom - geboren am 25.07.2016

Letzten Sommer war ich zum ersten Mal schwanger. Über eine Freundin erfuhr ich von einem Geburtsvorbereitungskurs und lernte meine Hebamme, Elke, kenne. Sie kam zu einem Kennenlern- und Infogespräch zu uns nach Hause. Da erfuhr ich vom s´Hebammenhaus und liebäugelte sofort mit der Möglichkeit, mein Kind dort zur Welt zu bringen. Schließlich ist das Krankenhaus für kranke Menschen und ich wollte ein gesundes Baby, so natürlich wie möglich gebären…

Doch dann spielte uns das Schicksal einen üblen Streich. In der 23. Woche kam unsere Kim als Totgeburt zur Welt. Elke ließ mich mit dieser schier unerträglichen Situation nicht alleine. Sie kam mich regelmäßig im Wochenbett besuchen. Als sie zum letzten Mal nach mir schaute, wusste ich, dass es kein Abschied für immer sein würde. Auch wenn wir den Boden unter den Füßen verloren hatten, wollten mein Mann und ich unseren größten Traum nicht aufgeben! So war ich 4 Monate später wieder schwanger. Wir konnten es kaum glauben. Natürlich war die Angst unser ständiger Begleiter durch die ganze Schwangerschaft. Doch eine innere Stimme sagte mir, alles wird gutgehen.

Ziemlich schnell meldete ich mich wieder bei Elke zu einem Geburtsvorbereitungskurs an. Mein Mann war anfangs eher skeptisch, was die Geburt außerhalb der vermeintlichen Sicherheit eines Krankenhauses anging. Dann schauten wir uns gemeinsam (dies gehörte zum Geburtsvorbereitungskurs) das s´Hebammenhaus an und er informiertet sich genauestens im Internet. Danach war auch er voll und ganz davon überzeugt, dass dies die beste Lösung für uns sein würde.

Ich erzählte meinem Frauenarzt von unserer Entscheidung. Dieser war sofort begeistert und empfahl mir eine gemeinsame Vorsorge mit den Hebammen. Ich hatte ein paar Termine, um die anderen Hebammen kennenzulernen. Die Vorsorgetermine im s´Hebammenhaus sind nicht mit denen beim Arzt zu vergleichen. Ich kam mir nicht wie eine Nummer vor. Jede einzelne nahm sich viel Zeit für meine Fragen und Ängste. Ich fühlte mich sehr gut aufgehoben und ging immer mit einem guten, sicheren, Gefühl nach Hause! So verging Woche für Woche, Monat um Monat…

Dann, 10 Tage vor dem errechneten Geburtstermin, spürte ich etwas nassen zwischen den Beinen. Es war nur sehr wenig und ich dachte mir erst nichts dabei. Es kann ja mal gegen Ende passieren, dass das Baby auf die Blase drückt. Doch nachts um 03.00Uhr wachte ich in einer Pfütze auf. Mein Mann rief Elke an und obwohl es mitten in der Nacht war, ging es nicht lange, bis es an der Tür klingelte. Meine Fruchtblase war gesprungen. Wehen hatte ich jedoch keine. Dies blieb auch bis zu Elkes nächsten Besuch morgens gegen 11.00Uhr so. Sie riet mir, viel zu laufen, massierte mir den Bauch und machte Akkupunktur an den Kleinenzehen um die Wehen in Gang zu bringen. Doch bis 18.00Uhr, als sie wieder kam, tat sich nichts. Dann untersuchte sie mich und stellte fest, dass mein Muttermund bereits 3cm offen war. Sie gab mir ein homöopathisches Mittel und ich sollte mir Rührei mit Rizinusöl machen und nochmal stramm spazieren gehen. Ich befolgte alles, so stellte Elke um 22.30Uhr zufrieden fest, dass der Muttermund sich weiter geöffnet hatte. Von den Wehen habe ich jedoch nichts gespürt. Wir besprachen, dass wir mit der Verlegung ins Krankenhaus noch bis zum nächsten Morgen warten wollten. Ich sollte mich zum Kraft tanken für die Geburt schlafen legen, was ich dann auch tat.

Um 01.00Uhr weckten mich dann die Wehen, die mittlerweile alle 3 Minuten kamen. Mein Mann rief sofort Elke an. Sie machte sich auf den Weg zu uns, denn ins s´Hebammenhaus würden wir es nicht mehr schaffen. Die Wehen wurden immer heftiger und ich hatte das Gefühl ich müsste pressen, hatte jedoch Angst, dass unser Kleiner dann vor Elke da sein würde, schließlich konnte ich selber schon das Köpfchen tasten. Als sie dann da war, ging alles ganz schnell. Noch ein paar wenige Presswehen und unser kleiner Tom lag in meinen Armen! Es war der schönste Moment meines Lebens und der Blick in die Augen meines Mannes verriete mir, dass es ihm genauso ging. Unglaublich, nach gerade mal 45 Minuten Wehen war unser größter Wunsch in Erfüllung gegangen. Wir waren Eltern! Elke wartete bis die Nabelschnur auspulsiert hatte und ließ sie meinen Mann dann durchschneiden. Als die Plazenta dann geboren und Tom soweit war, half sie mir ihn das erste Mal zum Stillen an die Brust zu legen. Es war ein irrsinnig schönes Gefühl. Sie blieb noch eine Weile und ließ uns 3 dann glücklich vereint zurück.
Eigentlich hatten wir uns das alles anders vorgestellt. Doch es war genau richtig so wie es war. Beim nächsten Mal würden wir uns gleich für eine Hausgeburt und natürlich wieder für die Begleitung durch s´Hebammenhaus entscheiden. Die leisten wirklich tolle Arbeit!

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24.04.16

Charlize

Die Geburt von mir war wirklich etwas besonderes, so wie ich das eben auch bin.
Lasst mich erzählen, wie ich die neue, große Welt in den ersten Stunden erlebt habe.

Nach 41 Wochen und 2 Tagen wurde mir die zwar behaglich warme, doch andererseits dunkle Welt in meiner Mami zu klein und ich beschloss, den Weg in eine neue, große und bunte Welt anzutreten. Neben meiner Mami haben mich hierbei auch insbesondere Melanie und Christiane begleitet. In der Nacht von Samstag auf Sonntag fasst ich dann den Mut um den Weg in die neue Welt anzutreten.

Charlize - geboren am 24.04.2016

Mein Name ist Charlize und ich bin am 24.04.2016
um 6.20 Uhr zuhause in Gutach geboren.

Meine Daten sind, 3.110 Gramm Gewicht, die sich auf 50cm Länge ideal verteilen.

Die Geburt von mir war wirklich etwas besonderes, so wie ich das eben auch bin.
Lasst mich erzählen, wie ich die neue, große Welt in den ersten Stunden erlebt habe.

Nach 41 Wochen und 2 Tagen wurde mir die zwar behaglich warme, doch andererseits dunkle Welt in meiner Mami zu klein und ich beschloss, den Weg in eine neue, große und bunte Welt anzutreten. Neben meiner Mami haben mich hierbei auch insbesondere Melanie und Christiane begleitet. In der Nacht von Samstag auf Sonntag fasst ich dann den Mut um den Weg in die neue Welt anzutreten.

Mami hatte ab 3 Uhr zwar schon ein wenig Schmerzen, doch all zu sehr weh machen wollte ich ihr auch nicht. So wollte sie Papa nicht gleich wecken, der zu dieser Zeit noch friedlich schlummerte.
Mama war so ein bisschen verwirrt, fühlte sie sich doch heiss und dann wieder kalt und wieder heiß. Sie beschloss, eine Runde um das Haus zu gehen. Kaum zurück, hatte sie wieder Schmerzen und den Drang dringend ein großes Pipi machen zu müssen.

Inzwischen war es schon etwa 4 Uhr und Mama fühlt sich weiterhin seltsam, aber nicht zu schmerzvoll. Ich arbeitete daran, die mich noch immer umschlossene Fruchtblase irgendwie aufzubrechen um endlich in die ersehnte bunte Welt eintreten zu können. Doch ein wenig Zeit brauchte ich noch. Mama war noch immer hin und her gerissen, ob sie nun Papa aufwecken sollte, oder nicht. Dass ich so schnell sein würde, hätte sie sich nicht vorgestellt.

Um 5.30 Uhr und nachdem Mama mehrere Male zum Pipi machen aufs Klo gerannt ist, wurde Papa dann endlich wach. Gleich wollte er Mama stressen, als er sie mit Schmerzen sah und das Hebammenteam anrufen. Doch Mama meinte, wir sollten noch etwas warten. Um etwa 6 Uhr kamen die starken Schmerzen dann zurück und Mama konnte kaum noch antworten. Ich arbeitete hart an der mich umschließenden Hülle, aber bald konnte ich es schaffen. Ich bewegte mich weiter, vor und zurück. Irgendwie muss die doch mal nachgeben. Mama beschloss, nochmal aufs Klo zu gehen. Mmmh….. wie oft denn noch? Papa beschloss dann doch die Hebamme anzurufen und hatte dann Katja am Telefon, die wichtige Fragen stellte.

Und dann…. Booom… nach langem Kampf konnte ich endlich diese Hülle zum Bersten bringen. Mama konnte den größten Teil davon in der Kloschüssel unterbringen. Papa reinigte indes den Boden. Plötzlich waren alle ganz hektisch. Katja fragte Papa, wie stark die Schmerzen sind und gab gute Ratschläge, während Mama nur noch schmerzvoll schrie. Ich beschloss, einfach den schnellsten Weg zu nehmen und nicht mehr auf unsere Hebamme Christiane zu warten, die von Katja bereits auf die Reise zu uns geschickt worden war. Doch warten wollte ich jetzt nicht mehr. Die finale Reise hatte ich angetreten und jetzt wollte ich mich auch auf keinen Fall mehr aufhalten lassen. Mama ging dann in die Hocke und schrie Papa an, dass ich schon fast da bin und sie den Kopf fühlen konnte, presste und presste. Papa, noch immer am Telefon musste jetzt auch noch mithelfen. Schwupp schon war ich mit dem Kopf in der Freiheit und Mama und Papa hielten mich fest. Als Papa da war, mich in Empfang zu nehmen, half mir Mama noch, den Rest meines Körpers in die neue, in diesem Moment sehr helle Welt anzutreten. Doch nur wenige Sekunden und ich war da. Papa musste die Nabelschnur noch von meinem Hals entfernen und so konnte ich wohlbehalten Mama und Papa in der neuen Welt begrüßen. Ich tat das mit einem kräftigen und lauten Schrei. Papa, Mama und Katja am Telefon waren ganz schön erleichtert. Katja meinte, wir hätten uns jetzt erst einmal eine Pause verdient. So verharrten wir ein wenig auf dem Fußboden und meine Eltern reinigten mich erst einmal ein wenig und auch den Fußboden, der doch ganz schön schmutzig war. Und schon kam Christine zu uns und begrüßte mich dann auch gleich warmherzig in den Arm nahm und mich erst einmal etwas schick und zurecht machte.

Inzwischen war es dann schon nach 7 Uhr morgens und die ersten Sonnenstrahlen lugten zwischen den Bergen hervor. Puuuh, ganz schön hell. Daran muss ich mich erst noch gewöhnen.

Aber da ist noch ganz viel, an das ich mich von jetzt an erst noch gewöhnen muss. Aber Mama und Papa sind ja erst einmal da und helfen mir, wenn es Schwierigkeiten gibt. Auch Melanie kommt jeden Tag und himmelt mich an. Auch gibt sie Mama und Papa noch Tipps, sie sie mit mir noch besser umgehen können.

Jetzt bin ich vom vielen Schreiben erst einmal hungrig geworden muss mich erst einmal stärken.

Ich möchte aber nicht vermissen ein Herzliches Dankeschön an alle sagen, die mich auf der ganz schön langen Reise in die neue Welt begleitet haben.

Bestimmt sehen wir uns bald.

Liebe Grüße von Charlize, Susan und Peter aus Gutach

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20.03.16

Tom

Es war Sommer als wir erfuhren, dass ich Schwanger war. Welch‘ eine freudige Nachricht. Voller Freude auf das kommende Abenteuer schossen uns sofort tausende Fragen durch den Kopf. Eine der wichtigsten Fragen: Wie und wo wollen wir unseren Schatz auf die Welt bringen?

Tom - geboren am 20.03.2016

Herzlich Willkommen kleiner Tom!
Es war Sommer als wir erfuhren, dass ich Schwanger war. Welch‘ eine freudige Nachricht. Voller Freude auf das kommende Abenteuer schossen uns sofort tausende Fragen durch den Kopf. Eine der wichtigsten Fragen: Wie und wo wollen wir unseren Schatz auf die Welt bringen?
Ich selbst bin ein sehr naturverbundener Mensch und habe auch in meinem Beruf mit Tieren zu tun. Ich hatte schon das Glück viele Tiergeburten beobachten zu dürfen. Immer wieder zeigte sich das gleiche Bild: Je weniger eingegriffen wurde und je entspannter die Atmosphäre, desto problemloser verliefen auch die Geburt. Diese Natürlichkeit und Ruhe wollte ich auch für meine Geburt.
Von sehr guten Freunden erfuhren wir vom s’Hebammenhaus – wir waren sofort begeistert. Nach einem Besuch und der Teilnahme an einem Infoabend war uns klar - HIER soll unser Kind auf die Welt kommen. Wir freuten uns zu hören, dass wir auch die Vorsorgeuntersuchungen im Hebammenhaus durchführen lassen konnten, eine schöne Möglichkeit alle kennenzulernen. Das ganze Team stand uns während meiner Schwangerschaft mit Rat und Tat, aber vor allem mit viel Zeit zur Seite. Gelassenheit, Ruhe und jeder Zeit ein offenes Ohr– genau das was man braucht.
Um mir über meine eigenen Fähigkeiten im Klaren zu werden, entschied ich mich zusätzlich für die Selbsthypnose bei Anne Haas. Für mich eine weitere wichtige Möglichkeit mich zu entspannen, meine innere Ruhe zu finden und zu lernen auf meine Instinkte zu vertrauen.
Die Wochen vergingen und mein Bauch wuchs immer weiter. Bis zum Schluss erfreute ich mich bester Gesundheit und genoss wunderschöne lange Spaziergänge und Ausritte mit unserem Hund und unserem Pferd.
Unserem kleinen Zwerg gefiel es viel zu gut in Mamas Bauch. 11 Tagen über dem errechneten Geburtstermin entschlossen wir uns ihn sanft mit Akupunktur, Geburtstee und einem warmen Bad zu bitten auf diese Welt zu kommen.
Unser Bitten wurde schon in der folgenden Nacht erhört. Um 3 Uhr wachte ich mit leichtem ziehen auf. Eine Stunde später waren die Kontraktionen schon stärker zu spüren und ich beschloss meinen Mann aufzuwecken. Mit einem Abstand zwischen den Kontraktionen von ca. 5 Minuten machten wir uns auf den Weg ins Geburtshaus, 30min Fahrt lagen vor uns.
Im Hebammenhaus angekommen wurden wir bereits von Christiane erwartet. Zur Entspannung legte ich mich erst mal in die warme Badewanne und fühlte mich sofort sehr gut aufgehoben. Mein Mann und Christiane gaben mir die notwendige Sicherheit und Ruhe die ich brauchte um mit den Kontraktionen umzugehen und mich in den Pausen zu entspannen. Auch Anne war mental dabei sie begleitete uns im Hintergrund über eine CD mit entspannenden Worten.
Als es so aussah als würde die Geburt dem Ende entgegen gehen kam ebenfalls Christina und auch die Hebammenschülerin Elisabeth zur Unterstützung dazu. Leider ging es doch nicht so schnell wie erhofft und wir entschlossen uns aus der Badewanne heraus, zurück in den Geburtsraum zu gehen. Um wieder Power in den Geburtsprozess zu bekommen wurden wir im Hintergrund von Bob Marley´s „Get up Stand up for your rights“ begleitet. So tanzten wir zur Musik und wechselten die Geburtspositionen – sitzen, liegen, stehen. Nachdem der Kopf schon zu sehen war, versuchten wir mit dem öffnen der Fruchtblase unserem Zwerg den Weg auf die Welt zu erleichtern. Weitere Minuten vergingen und wir wechselten wieder zwischen den Geburtspositionen um die Wehen anzukurbeln. Da die Geburt bereits über mehrere Stunden andauerte und es nicht aussah als könnte ich es alleine schaffen, entschlossen wir uns als letzten Ausweg zu einem Dammschnitt.
Mit den nächsten Wehen kam dann endlich unser Sohn TOM um 13.13 Uhr zur Welt. Ein Gefühl – nicht in Worte zu fassen. Christiane legte ihn mir auf die Brust, Mama und Papa konnten die Tränen nicht zurück halten. Welch ein Wunder!
Tom war eine ganze Stunde noch mit mir und meiner Plazenta verbunden. Erst als die Nabelschnur aufhörte zu pulsieren durfte Papa unser Band trennen. Und wie als wüsste Tom genau was zu tun ist kam er direkt an meine Brust zum ersten Stillen. Dadurch wurden die Nachwehen ausgelöst, welche auch meine Plazenta auf die Welt brachten.
Tom wurde einmal komplett von Christina durchgecheckt. Die Untersuchung sowie das Wiegen fanden direkt bei mir im Bett statt, Tom und ich waren nie voneinander getrennt. Tom erfreute sich bester Gesundheit mit einem Geburtsgewicht von 3660g, 51 cm Länge und 38 cm Kopfumfang.
Anschließend feierten wir gemeinsam mit Christiane, Christina und Elisabeth Tom’s ersten Geburtstag. Es gab einen süßen Kuchen mit einer Kerze und Orangensaft aus Sektgläsern. Welch‘ ein tolles Ritual. Ein Erlebnis, dass wir nie vergessen werden. Schon auf dem Heimweg wussten wir, genauso war es richtig und wir würden es immer wieder so machen.
Vielen Herzlichen Dank an euch alle!!!

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09.03.16

Lio

An diesem Abend lag ich auf dem Sofa und schaute etwas TV, unsere große kleine Tochter war im Bett und mein Mann saß noch arbeitend am Computer. Gegen 22h verspürte ich schmerzhafte Senkwehen, dachte aber nicht daran es ernst zu nehmen, denn es war nur sehr leicht. Nachdem es jedoch ca. alle 10 bis 15 min der Fall war, nahm ich es schon ernster und sagte meinem Mann mal Bescheid, dass ich -glaube ich- grade richtige Wehen habe. Aber ich war immer noch unsicher. Gegen 11 sind wir dann ins Bett und haben vorsichtshalber mal den Schwiegereltern bescheid gegeben, dass jemand kommt um auf unsere Große aufzupassen wenn wir doch noch ins Geburtshaus fahren müssen. An richtig Schlafen war jedoch nicht zu denken.

Lio - geboren am 09.03.2016

An diesem Dienstag ging es mir das erste mal in diesem Winter etwas schlechter, eine Erkältung bahnte sich an… na toll…
Ich war in der 39. SSW und hatte meiner Meinung nach noch genug Zeit um zu genesen, bis die Geburt von unserem Jungen anstand. Dachte ich…

An diesem Abend lag ich auf dem Sofa und schaute etwas TV, unsere große kleine Tochter war im Bett und mein Mann saß noch arbeitend am Computer. Gegen 22h verspürte ich schmerzhafte Senkwehen, dachte aber nicht daran es ernst zu nehmen, denn es war nur sehr leicht. Nachdem es jedoch ca. alle 10 bis 15 min der Fall war, nahm ich es schon ernster und sagte meinem Mann mal Bescheid, dass ich -glaube ich- grade richtige Wehen habe. Aber ich war immer noch unsicher. Gegen 11 sind wir dann ins Bett und haben vorsichtshalber mal den Schwiegereltern bescheid gegeben, dass jemand kommt um auf unsere Große aufzupassen wenn wir doch noch ins Geburtshaus fahren müssen. An richtig Schlafen war jedoch nicht zu denken.

Auch der Hebamme gaben wir vorsichtshalber mal bescheid, aber die Abstände der Wehen waren noch zu weit auseinander. Als ich nach dem Telefonat dann aufs Klo musste und der Schleimtropf inkl. Blut abging, war es mir klar: Es geht los. Ganz ungewohnt -von der ersten Geburt meiner Tochter- ging es hier wohl „langsam“ los. Sogar das Öffnen des Muttermundes nahm ich mit einem Schmerz war.
Um halb 3 nachts als die Wehen alle 4 Minuten auftraten, fuhren wir Richtung Geburtshaus, nachdem wir Elke (die schon bei einer anderen Geburt war) bescheid gegeben haben, los. Jedoch sollte Julia im Geburtshaus auf uns warten und schon alles vorbereiten. Auch der Schwiegerpapa war da um auf unsere Tochter aufzupassen.

Als wir nach 25 Minuten im Geburtshaus ankamen und die Wehen im Auto auch schon „heftiger“ wurden, war ich froh dort anzukommen. Die Atmosphäre war schön und eine Kerze brannte vor der Eingangstür für uns.
Unsere Geburt- immer wieder ein unglaubliches Ereignis. Julia, welche ich vorher noch nicht kennengelernt hatte, empfang uns herzlich, und ich fühlte mich trotzdem wohl. Elke sollte bald auch dazustoßen.

Wie ich schon erwähnt hatte war ich „normale" Wehen von der ersten Geburt meiner Tochter nicht gewohnt, da damals alles sehr schnell und heftig war. Deshalb habe ich mir schon Sorgen gemacht, dass wir tagelang im Geburtshaus verbringen werden :-) Das Badewasser war schon vorbereitet, da ich unheimlich gerne wieder in die Wanne wollte. Kerzen brannten und eine angenehme Musik lief im Hintergrund. Ich und mein Mann fühlten uns wohl.

In der Wanne waren die Wehen gut auszuhalten, jedoch musste mich mein Mann immer tatkräftig unterstützen, dass ich nicht davonrutsche :-) -> und dann ging doch alles schneller als gedacht, als die Presswehen anfingen benötigte es nur eine um die Blase zum Platzen zu bringen und in der nächsten war Lio Samuel auch schon da. 5:29 Geburtszeit und Überglückliche Eltern! Lio war gleich wohl auf und hat wohl die Geburt verschlafen, da er die Augen erst einige Minuten später aufgemacht hatte.-> wir waren überglücklich und das Gefühl ihn im Arm zu halten war ein wunderbares Gefühl.

Nach der Geburt durften wir uns erstmal auf dem Bett gemütlich machen und die Nachgeburt abwarten, mit Lio kuscheln und etwas ausruhen. Die Hebammen haben uns immer sehr viel Ruhe gegönnt und haben später noch die erste Untersuchung von Lio auf dem Bett gemacht, sodass wir ihn nicht „hergeben“ mussten. Elke musste mich mit wenigen Stichen noch nähen, aber das war nicht schlimm, wobei ich davor immer Angst hatte, es war schmerzfrei. Auch das Anlegen hat dann gleich geklappt und Lio wurde schon etwas munterer mit lauter Stimme. Alles perfekt.

Nach einer Dusche und ein warmes Essen zum Frühstück sowie das Anstossen mit den Hebammen, konnten wir uns für den Nachhauseweg fertig machen, es war schon richtig hell draussen und wir freuten uns, Lio seiner grossen Schwester vorzustellen. Als wir zu Hause ankamen wartete sie schon sehnsüchtig auf uns. Es war geschafft!

Vielen Dank an die Hebammen Elke und Julia die uns stets ein wohliges Gefühl gaben.

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06.03.16

Arnulf

In den Morgenstunden am 06.03.16 um 6 Uhr musste ich zu Toilette und habe gemerkt, dass ich ein ziehen im Bauch habe. Durch meine erlernte Bauchatmung gingen diese dann aber wieder weg.

Arnulf - geboren am 06.03.2016

In den Morgenstunden am 06.03.16 um 6 Uhr musste ich zu Toilette und habe gemerkt, dass ich ein ziehen im Bauch habe. Durch meine erlernte Bauchatmung gingen diese dann aber wieder weg. Um 9 Uhr war das Ziehen stärker und ich habe im s'Hebammenhaus angerufen und die Lage Katja geschildert. Es war aber zu dem Zeitpunkt noch nicht ganz sicher, ob es losgeht oder ob es sich um Vorwehen handelt. ET wäre der 09.03.2016 gewesen. Katja meinte, ich soll mich nochmal hinlegen und ausruhen. Um 11 Uhr musste ich dann wieder zur Toilette, hatte Durchfall und eine Schmierblutung. Da ich mir nicht sicher war, ob ich nicht doch losfahren muss, hab ich wieder bei Katja angerufen. Sie konnte mir dann bestätigen, dass mein Körper alles richtig macht und zum Anfang einer Geburt nichts im Wege steht, aber das ich mich trotzdem nochmal hinlegen soll. So gegen 13 Uhr war der Wehenschmerz dann doch schon intensiver, daher hat mein Mann mit Katja telefoniert. Ich durfte trotzdem nochmal bißchen ruhen.

Gegen 14 Uhr dann habe ich das Gefühl bekommen, dass ich losfahren möchte, da wir doch noch 45 min. Fahrzeit berechnen mussten. Um 14:45 Uhr hat uns dann Christiane herzlich empfangen. Von dort aus wollte ich dann gleich in die Badewanne, da ich das Gefühl hatte, dass ich mich dort besser entspannen kann, was auch eine gute Idee war. Mein Mann und Christiane waren immer bei mir. Christiane hat meinem Mann auch verschiedene Aufgaben gegeben was er gutes für mich tun kann. Während den Wehen war ich froh, dass ich seine Hand fast zerquetschen durfte. Christiane hat immer wieder nach den Herztönen geschaut, welche immer in Ordnung waren. Irgendwann hat sie mir gesagt, dass die Wehenschmerzen jetzt nicht mehr schlimmer werden, was mich sehr beruhigt hat und auch so war. Was mir auch sehr geholfen hat, war die durchgehende Anwesenheit von Christiane.

Nach ca. 2 Stunden in der Wanne musste ich auf die Toilette. Da habe ich festgestellt, dass der Druck bei den Wehen sich anders angefühlt hatte im Gegensatz zur Wanne. Christiane hat mir dann den Gebärhocker empfohlen, welchen ich dann auch in Anspruch genommen hab. Es kam dann Elke als 2. Hebamme hinzu, dann wusste ich, dass es jetzt voll "rund" gehen würde :-).

Von dort aus ging es gefühlsmäßig alles sehr schnell für mich und unser kleiner Arnulf kam um 17:40 Uhr zur Welt. Das war wirklich ein wunderschöner Moment, den ich auch nicht vergessen werde! Ich habe ihn dann erstmal auf die Brust gelegt bekommen und mein Mann und ich durften den Moment genießen. Da sich Christiane verabschiedet hatte, hat Katja bei allem was noch gemacht werden musste, mitgeholfen. Die Plazenta hat noch etwas auf sich warten lassen was aber kein Problem war. Dem kleinen Arnulf und mir wurde gezeigt, wie gestillt werden muss was auch gleich geklappt hatte. Da mein Damm gerissen war, musste dieser noch von Katja genäht werden. Es wurden dann noch div. schriftliche Angelegenheiten geklärt, wir haben unser mitgebrachtes Essen genossen und ganz zum Schluss mit einem Törtchen mit einer Kerze drin Arnulfs Geburtstag gefeiert.

Ein herzliches Dankeschön nochmal an Christiane, Elke und Katja für den schönen Verlauf von der Geburt und natürlich auch die verschiedenen Aufklärungsgespräche, welche jedes mal sehr angenehm verlaufen sind.
Alles in allem kann ich s´Hebammenhaus sehr gerne weiterempfehlen und wer weiß, vielleicht habe ich in Zukunft das Glück und darf es nochmal in Anspruch nehmen!

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05.03.16

Taya

In der Nacht zum Samstag wachte ich, wie öfters in den letzten Wochen, zur allnächtlichen Pippi-Pause auf und ging zur Toilette. Es war 03:30 Uhr und während ich da so auf der Toilette saß, bemerkte ich, dass auf dem Klopapier ein zarter rosa Farbton zu sehen war, dazu kam ein seltsames Ziehen im Bauch. Ging es jetzt also los? Ich streichelte über meinen Kugelbauch und war schon ein bisschen aufgeregt - ungewiss, was jetzt wohl passieren würde.

Taya - geboren am 05.03.2016

In der Nacht zum Samstag wachte ich, wie öfters in den letzten Wochen, zur allnächtlichen Pippi-Pause auf und ging zur Toilette. Es war 03:30 Uhr und während ich da so auf der Toilette saß, bemerkte ich, dass auf dem Klopapier ein zarter rosa Farbton zu sehen war, dazu kam ein seltsames Ziehen im Bauch. Ging es jetzt also los? Ich streichelte über meinen Kugelbauch und war schon ein bisschen aufgeregt - ungewiss, was jetzt wohl passieren würde. Bei der ersten Schwangerschaft weiß man ja gar nicht, was da auf einen zukommt.
Da ich sehr müde war, legte ich mich wieder ins Bett und versuchte noch etwas zu schlafen, doch die Nacht sollte für uns zu Ende gewesen sein. Nachdem die Bauchkrämpfe immer stärker wurden und ich überrascht feststellte, dass sie alle fünf Minuten wiederkamen, weckte ich meinen Mann und sagte: „Du, ich glaube, es geht los.“ Da waren sie also die Wehen und so fühlen sie sich an. Da sich das mit dem Schlafen erledigt hatte, gingen wir ins Bad. Ich musste schon wieder auf's Klo. Mein Mann rief dann die Rufbereitschaftsnummer des s'Hebammenhauses an. Christiane ging ans Telefon und riet uns, es doch erst noch mit einem Bad zu versuchen. Wenn es anschließend besser und erträglicher wäre, hätten wir noch ein bisschen Zeit. Also legte ich mich in die Wanne. Das warme Wasser tat mir sehr gut, allerdings wurde die Entspannung alle 3-4 Minuten unterbrochen, bis dann die nächste Wehe kam und ich mich hinstellen musste. Wie kann ich das beschreiben? Es ist ein unglaublich starkes innerliches Ziehen oder Verkrampfen im Bauch. In diesem Moment kannst du nicht mehr Denken - Reden sowieso nicht, es verschlägt einem schier die Sprache und fordert deine ganze Energie. Das einzige, das hilft, ist atmen, so wie ich es im Geburtsvorbereitungskurs von Julia gesagt bekommen habe.
Daraufhin riefen wir ein zweites Mal bei Christiane an und machten uns anschließend auf zum Geburtshaus. Auf dem Weg zum Auto verspürte ich einen starken Druck zum Pressen, dem ich nachgeben musste. Es ging nicht anders, ich musste pressen und so lief mir ein Schwall Flüssigkeit die Beine herunter. Ach du meine Güte. Wahrscheinlich war es weniger als es sich anfühlte. Schnell noch ein paar Meter weiterlaufen – geschafft! Wir waren am Auto angekommen – und wieder kurz anhalten und atmen. Nach dieser Wehe versuchte ich mich im Auto auf der Rückbank zu platzieren – irgendwie so, wie ich vielleicht doch die Fahrt überstehen konnte. Die Rückenlehne umarmend kniete ich auf dem Sitz und hoffte einfach, dass alles schnell vorbei ging.
In Villingen angekommen, hielt mein Mann an einer Kreuzung an – eine rote Ampel. „Soll ich drüber fahren?“ fragte er nach hinten und nach kurzem Zögern sowie Abschätzen, ob die Straße frei ist, entschied er sich für ein Ja. Im Nachhinein erzählte er mir, dass der Mann im Auto neben ihm, mich auf der Rückbank entdeckt hatte und er in seinem Blick nur ein verständnisvolles Bestärken seines Handelns vernahm. Das war ja wie im Film!

Im Geburtshaus angekommen, klammerte ich mich gleich an das nächste Seiltuch an der Decke, doch das Dranhängen nutze nichts gegen den Schmerz. Christiane platzierte mich kniend und mit den Händen abstützend an das hintere Ende des Bettes. Kurz darauf hörte ich sie telefonieren, wie sie sagte: „Grit, du kannst gleich kommen. Wir haben hier eine von der schnellen Sorte.“ Mein Gott war ich erleichtert, ich bekam ja nicht mehr viel mit, aber das klang wie Honig in meinen Ohren! Super, das würde hier zum Glück doch keine zwölf Stunden dauern.

Es dauerte nicht lange bis Grit, die zweite Hebamme, die immer erst zum letzten Geburtsteil hinzugerufen wird, da war und mir ein Tuch mit warmem Massageöl auf den Damm hielt. Das tat gut. Da mir das warme Wasser in den wehenfreien Minuten sehr gut getan hat, fiel mir wieder die Badewanne ein und ich fragte, ob ich in die schöne große Wanne darf. Generell fand ich die Vorstellung einer Wassergeburt schon im Vorhinein recht sympathisch. Gesagt – getan. Das Wasser lief ein und ich hörte es plätschern. Als das Bad für mich angerichtet war, halfen mir Christiane und Grit ins Badezimmer und ich genoss die wohltuende Wärme des Wassers. Mein Partner setzte sich ans Kopfende der Wanne und so konnte ich perfekt seine Hand festhalten oder besser gesagt „zerquetschen“ wenn sich eine Wehe anbahnte. Das gab mir unendlich viel Kraft. Grit saß neben dran und machte mir immer wieder Mut. Es tat sehr gut, jemanden zu haben, der die Situation einschätzen konnte und wusste, wie der Hase läuft.

Nach einiger Zeit des Pressens, spürte ich, dass sich Tayas Kopf langsam immer weiter durch mein Becken bewegte und nach und nach Richtung Scheidenausgang rutschte. Gefühlt ging es zwar schneller als es dann tatsächlich war, aber dennoch, das schmerzhafte Ertragen der Wehen hatte einen Sinn. Nach jeder einzelnen spürte ich aber auch, dass das Köpfchen wieder ein kleines Stück zurückwanderte. Auf meine Besorgnis hin erklärte mir Grit, ich solle mir keine Sorgen machen und erzählte die nette Geschichte mit dem „Teig rollen“. Es sei wie ein Teig, den man ausrollt. Er zieht sich zwar immer wieder ein Stück zusammen und rollt zurück, aber was einmal ausgerollt und geweitet ist, bleibt so und dehnt sich ganz schnell wieder aus, sodass sich Babys Köpfchen dann schneller immer weiter durchschieben kann. Ich musste kurz schmunzeln und freute mich über den witzigen Vergleich. Nach einiger Zeit sagte sie mir, man könne schon den Kopf und die Haare sehen und ob ich nicht mal selbst fühlen wolle. Wahrhaftig, da kam ein kleines Menschlein durch meinen Unterleib aus meinem Bauch! Was für ein kleines Wunder!

Nach einer Weile sagte Christiane, das ich es fast geschafft hätte – noch eins, zwei Wehen und dann sei Babys Kopf draußen. Oh mein Gott, ich konnte es kaum glauben und das alles ging doch eigentlich recht schnell. Also wartete ich auf die nächste Wehe und konnte es nun kaum noch abwarten, bald erlöst zu sein und es wirklich geschafft zu haben. Nach einer kurzen Wartezeit, kam sie dann und nach einem kräftigen, intensiven Pressen machte es gefühlt „plopp“ und etwas ganz weiches, zartes rutschte durch mich hinaus. Ein unvergesslicher Augenblick in meinem Leben. Ein paar Sekunden später lag ein wunderschönes, kleines Menschlein auf meiner Brust und schaute mich mit winzigen Äuglein an – selbst etwas überwältigt, erschöpft und zugleich doch zufrieden und gespannt, was denn nun nach diesem Marathon geschehen würde... Was für ein Wunder der Natur! Mein Mann und ich waren hingerissen – ein Moment, in dem die Zeit still zu stehen schien. Jetzt sind wir also Mama und Papa – kaum zu glauben!

Anschließend halfen mir Christiane und Grit aus der Badewanne, mein Kreislauf brauchte noch eine Weile, bis er sich von den Anstrengungen erholt hatte. Unglaublich, welche unbeschreiblichen Kräfte Frau bei einer Geburt entwickelt.

Nun durfte wir drei uns erst mal im schönen großen Bett ausruhen und uns über unser Glück freuen. Dann wurde Geburtstag gefeiert und die Hebammen überraschten uns mit einem liebevollen Törtchen mit Kerze und Orangensaft zum Anstoßen. Da Grit leider weg musste, kam Christina Hügel zur Ablösung und regelte alle Formalitäten mit uns.

Ein ganz besonders großes Dankeschön an Christiane, Grit und Christina für die wundervolle Unterstützung während Tayas Geburt und auch an Christina Decker, die uns ein gemütliches Wochenbett ermöglichte und uns auch danach sehr gut betreute. Wir sind sehr glücklich, dass es das s'Hebammenhaus gibt und somit werdende Mütter und deren Familie die Chance haben, ihr Kind in einer heimischen Atmosphäre mit liebevoller Betreuung und so viel Zeit, wie sie brauchen, zur Welt zu bringen...und das ganz ohne medizinische Hilfsmittel. Wir kommen wieder! Vielen Dank und alles Liebe!

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22.02.16

Leonie

Nach 8 Tagen über ET warteten alle gespannt darauf wann es endlich los gehen wird.
Am Morgen des 22.02.2016 wachte ich um 4 Uhr auf und hatte ein seltsames Gefühl im Bauch, es war anderst als die letzten Wochen.

Leonie - geboren am 22.02.2016
Nach 8 Tagen über ET warteten alle gespannt darauf wann es endlich los gehen wird.
Am Morgen des 22.02.2016 wachte ich um 4 Uhr auf und hatte ein seltsames Gefühl im Bauch, es war anderst als die letzten Wochen. Nach mehrmaligem drehen wanderte ich auf den Sofa im Wohnzimmer um meinen Mann nicht zu wecken. Als um 6 Uhr der Feuerwehrpiepser ging, warnte ich meinen Mann vorsorglich vor und schickte ihn anschließend zur Arbeit. Zwischenzeitlich hatte ich schon Christina Hügel kontaktiert und sie riet mir, mich aus zu ruhen. So legte ich mich zum Ausruhen aufs Sofa.
Gegen die Mittagszeit nahm die Intensität der Wehen zu und ich konnte diese nicht mehr im Liegen bewältigen. Ich lief durchs Haus und kniete im Vierfüßlerstand um die Wehen zu verarbeiten. Mit Christina besprach ich, dass ich weiterhin zu hause bleibe, da es noch gut geht. Gegen 14 Uhr nahmen die Wehen nochmals an Stärke und in kürzeren Abständen zu, nach Rücksprache mit Christina rief ich meinen Mann von der Arbeit nach Hause. Mein Mann war um 14:30 Uhr zu Hause, packte alles ins Auto und machte sich selbst startklar. Gegen 15 Uhr merkte ich wie mir die Fruchtblase platze, kurz bevor wir 30 Minuten später aufbrachen, informierte ich Christina. Mir war ununterbrochen kalt und warm abwechselnd.
Kurz nach 16 Uhr erreichten wir den Parkplatz des s'Hebammenhaus. An der Tür brannte das Licht in der Laterne. Christina führte uns ins Geburtszimmer, hier kontrollierte sie den Muttermund und die Herztöne. Zwischendurch musste ich in den Vierfüßlerstand, um die Wehen zu veratmen. Nach ein paar mal auf und ab und warm und kalt im Zimmer, entschloss ich mich in die Wanne zu steigen. Das Wasser tat mir sehr gut. Zuerst sitzend konnte ich die Wehen besser verarbeiten, als diese zunahmen und ich einen enormen Druck zum Pressen verspürte, kniete ich vorn über in der Wanne. Mein Mann hielt ständig meine Hand und gab mir etwas zu trinken. Christina kontrollierte die Herztöne und sprach mit mir. Später informierte sie Monja.
Als Monja kam, teilte ihr Christina alles mit und Monja führte Protokoll. Ich sagte zu den beiden ich habe das Gefühl das Köpfchen ist fast draußen, es fühlte sich an als ob es nicht mehr lange dauern würde. Christina sagte zu mir, ob ich schon etwas fühlen könne und tatsächlich ich konnte es. Leider merkte ich wie die Stärke der Wehen nachließen und Monja hielt mir Eisenkraut unter die Nase. Es half, da kam eine Wehe und ich merkte wie das Köpfchen zwischen mir steckte. Wieder eine Pause um zu verschnaufen und nochmals Eisenkraut. Christina half mir meine Position in die Hocke zu verändern und dann ging alles ruck zuck. Das Köpfchen und der Druck war weg.
Dann ging alles relativ schnell und das kleine Wesen war um 18:14 Uhr geboren. Christina reichte es mir und hüllte es in ein Handtuch. Kurz darauf fragte Monja uns ob wir eigentlich wissen was es ist. Daran hatten wir vor Freude und Wunder gar nicht gedacht. Ein Blick unter die Decke zeigte uns, dass es ein Mädchen war. Mein Mann kommt zu uns an den Wannenrand. Dann fragte man mich ob ich das Pulsieren der Nabelschnur noch spüren kann. Leider konnte ich das nicht, da es mich schon wieder fror. Mein Mann übernahm dies und durchtrennte wenig später die Nabelschnur. Dann wurde wir ins Bett verlagert, dort genossen wir die Zeit zu Dritt.
Als ich eine halbe Stunde später einen Druck verspürte wurde die Plazenta geboren. Wir wurden liebevoll mit Tee und Kaffee versorgt und unsere kleine Leonie ruhte auf meiner Brust. Gegen halb acht kochte mein Mann unser Essen und wir stärkten uns. Anschließend kuscheln wir noch etwas bevor wir den Geburtstag zusammen mit Christina und Monja feiern. Es war so wunderschön! Mein Mann zog seine Tochter an und um 21:45 Uhr machten wir uns nach einer Verabschiedung auf den Weg nach Hause.

Vielen Dank an Christina und Monja für die sehr, sehr gute Betreuung, das tolle Geburtserlebnis, die schönen Stunden und die wunderbare Atmosphäre im Geburtshaus.

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14.02.16

Lina

Wir erwarteten unser erstes Kind. Meine Schwangerschaft ist im Großen und Ganzen komplikationslos verlaufen und wir freuten uns auf die Geburt. Ungefähr vier Wochen vorher hatte sich mein Bauch gesenkt und Woche für Woche wurde es schwieriger die Winterjacke zu schließen. Eine Woche vor Geburt hatte ich immer häufiger Senkwehen wahrgenommen. Der errechnete Termin, der 09.02.2016 verstrich allerdings ereignislos. So lange hatte man dieses Datum im Kopf und dann ist der Tag einfach so vorbeigegangen. Trotzdem war ich mir irgendwie sicher, dass es diese Woche noch passieren wird.

Lina - geboren am 14.02.2016

Wir erwarteten unser erstes Kind. Meine Schwangerschaft ist im Großen und Ganzen komplikationslos verlaufen und wir freuten uns auf die Geburt. Ungefähr vier Wochen vorher hatte sich mein Bauch gesenkt und Woche für Woche wurde es schwieriger die Winterjacke zu schließen. Eine Woche vor Geburt hatte ich immer häufiger Senkwehen wahrgenommen. Der errechnete Termin, der 09.02.2016 verstrich allerdings ereignislos. So lange hatte man dieses Datum im Kopf und dann ist der Tag einfach so vorbeigegangen. Trotzdem war ich mir irgendwie sicher, dass es diese Woche noch passieren wird.

Am Freitag nahm ich nochmal einen Vorsorgetermin bei Monja in Anspruch und sie stellte fest, dass das Köpfchen noch tiefer in mein Becken gesunken war. Alles war also in die richtige Richtung unterwegs. Da sich aber noch keine konkreten Anzeichen einer Geburt zeigten, haben wir schon den nächsten Vorsorgetermin für Montag vereinbart. Soweit sollte es nicht mehr kommen, denn am nächsten Morgen gegen 09:00 Uhr bemerkte ich ein Ziehen in meinem Unterbauch. Ähnlich wie ich es kannte wenn meine Periode einsetzt. In dem Moment war ich mir sicher, dass es heute losgehen würde. So kam es dann auch. Immer wieder spürte ich im Laufe des Tages dieses Ziehen, doch sehr unregelmäßig und in großen Abständen. Erst gegen 15:30 Uhr am Nachmittag waren die Wehen regelmäßig in 10 min. Abständen und wurden nun von Stunde zu Stunde intensiver und schmerzvoller.

Am Abend um 18:30 Uhr habe ich zum ersten Mal im Hebammenhaus angerufen. Christina Hügel ging ans Telefon. Da es mir gut ging empfahl sie mir noch einen Spaziergang an der frischen Luft zu machen, was ich auch tat und mich wieder zu melden wenn ich das Bedürfnis verspürte. Das war um 22:40 Uhr wieder der Fall. Bis dahin hatte ich noch gemeinsam mit meinem Mann zu Abend gegessen und den Abend über die Wehen veratmet. Zuletzt auf unserem Bett im Vierfüßlerstand mit kreisendem Becken, weil das für mich die einzige Position war um mit dem Schmerz zurechtzukommen. Die Wehen waren jetzt schon heftig, kamen im 5 min. Abstand und mussten von mir lautstark beatmet werden. Trotz allem fühlte ich mich zu Hause immer noch wohl und nach einem erneuten Telefonat mit Christina ging ich wieder zurück aufs Bett. Ich sollte mich einfach wieder melden wenn ich das möchte. Mein Mann wurde inzwischen immer nervöser und fragte ob wir nicht schon los fahren sollten. Zu diesem Zeitpunkt wollte ich das aber noch nicht und habe entschieden meinen Standpunkt vertreten. Um 23:45 Uhr war es dann soweit. Ich wusste genau: Jetzt muss ich gehen. Ohne Umschweife oder meinen Mann zu informieren habe ich zum Handy gegriffen und bei Christina angerufen. Sie teilte mir mit, dass für uns alles vorbereitet ist und wir uns gerne auf den Weg machen dürfen. Wir hatten eine 40 minütige Fahrt vor uns. Dabei hatte ich etliche Wehen zu überstehen, die mittlerweile im 3 min Takt kamen. Dabei hielt ich es nur noch auf den Knien auf dem Rücksitz aus.

Als wir dann schließlich ankamen brannte am Eingang das Geburtslicht für uns und wir wurden von Christina herzlich in Empfang genommen. Wir betraten ein wunderschön vorbereitetes Geburtszimmer in dem gedämpftes Licht und Kerzenschein brannte und der Raum von der Duftlampe erfüllt war. Ich fühlte mich trotz der Schmerzen rundum wohl und geborgen.

Um 01:30 Uhr platzte schließlich die Fruchtblase. Ab da ging es erst richtig los. Der Schmerz veränderte sich, wurde noch intensiver und es kam ein unerträglicher, schmerzvoller Druck nach unten dazu. Jetzt wurde auch die zweite Hebamme, Christina Decker hinzugerufen. Ich war insgeheim erleichtert, weil es nun bestimmt nicht mehr lange dauern würde. Doch leider hatte sich die Geburt dann doch noch länger hingezogen als erwartet. Gegen 04:00 Uhr ließen dann so langsam meine Kräfte nach und ich nahm den Rat von Christina an mich eine zeitlang aufs Bett zu legen um in den Pausen besser entspannen zu können, zumal die Wehenabstände nun wieder etwas länger wurden. Das tat mir gut und mein Körper konnte nochmals neue Kräfte sammeln. Um 05:20 Uhr nahm Christina D. die erste und einzige vaginale Untersuchung vor, wofür ich sehr dankbar bin, um sicher zu gehen, dass die Geburt nicht still stand und sich wirklich was getan hatte, da sich doch alles schon länger hinzog. Erfreulicherweise war unser Baby aber gut vorangekommen und Christina war sich sicher, dass ein Positionswechsel den entscheidenden Anstoß geben würde. So war es dann auch.

Ich begab mich in den Hirtenstand vor das Bett und nun ging endlich die Pressphase los. Jetzt konnte ich auch endlich spüren, dass es vorwärts ging. Um meine Wehentätigkeit zum Schluss zu unterstützen machte Christina ein paar Tropfen Eisenkraut in die Duftlampe neben dem Bett und gab mir div. Globuli. Dadurch konnte ich kurz darauf meine letzten Kräfte mobilisieren und habe schließlich um 06:15 Uhr ein reifes Mädchen geboren. Wir gaben ihr die Namen Lina Emma. Ich durfte sie als erste berühren und selbst hochnehmen und alle halfen uns gemeinsam ins Bett. Dort durften wir gemeinsam mit meinem Mann als Familie erstmal ankommen.

Nachdem die Nabelschnur auspulsiert hatte, wurde nach ca. 20 min. die Plazenta geboren und mein Mann durfte unsere Tochter anschließend abnabeln. Wir durften danach noch lange zu dritt ungestört liegen bleiben. Irgendwann fing Lina auch an nach meiner Brust zu suchen und zum ersten Mal daran zu saugen. Leider hatte ich einen Dammriss erlitten, der von Christina D. mit ein paar Stichen genäht werden musste. Als der ganze Papierkram erledigt war überraschten uns die Hebammen mit Orangensaft in Sektgläsern und einem kleinen Yes-Törtchen mit Kerze drauf, damit wir auch ordentlich auf die Geburt anstoßen konnten. Anschließend fuhren wir nach Hause um das Wochenbett in den eigenen vier Wänden verbringen zu können.

Ich möchte mich an dieser Stelle nochmals herzlich bei meinem Mann bedanken, der mir zwar den Schmerz nicht abnehmen konnte, der aber für mich da war wenn ich ihn brauchte. Außerdem möchte ich mich bei den Hebammen Christina Hügel und Christina Decker für die wunderbare Betreuung während und nach der Geburt bedanken. Durch Ihre Arbeit wurde es uns ermöglicht unserer Tochter einen optimalen Start ins Leben zu ermöglichen. Die Rahmenbedingungen waren perfekt und hätten nicht besser gemacht werden können. Beide Hebammen waren da wenn ich sie brauchte und störten mich nicht wenn ich niemanden brauchte. Wir durften eine echte, „sanfte“ Geburt erleben und für das bin ich aus tiefstem Herzen dankbar.

Viele Grüße von Vanessa, David und Lina aus Rötenberg

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12.01.16

Timon Maurice

Wir kennen das Hebammenhaus schon von unserer ersten Schwangerschaft und der Geburt unserer Tochter im Jahr 2013. Schon damals waren wir von der wunderbaren und persönlichen Betreuung vor, während und nach der Geburt begeistert, sodass für uns klar war, dass auch unser nächstes Kind, wenn möglich, hier zur Welt kommen soll, ganz in Ruhe und ohne unnötige Interventionen.

Geburtsbericht Timon Maurice - geboren am 12.01.2016

Wir kennen das Hebammenhaus schon von unserer ersten Schwangerschaft und der Geburt unserer Tochter im Jahr 2013. Schon damals waren wir von der wunderbaren und persönlichen Betreuung vor, während und nach der Geburt begeistert, sodass für uns klar war, dass auch unser nächstes Kind, wenn möglich, hier zur Welt kommen soll, ganz in Ruhe und ohne unnötige Interventionen.

Der Schwangerschaftsverlauf gestaltete sich Gott sei Dank auch unkompliziert und ich habe bis auf ein paar wenige Ausnahmen die Vorsorge größtenteils in die Hände der Hebammen gelegt. Obwohl dies unser zweites Kind war, hatte ich dieses Mal sehr viel mehr Sorgen und Ängste, ob alles gut gehen würde. Nach jedem Besuch im Hebammenhaus war ich jedoch neu ermutigt und entspannt. Hier hatte ich immer das Gefühl ernst genommen und verstanden zu werden.

Dank des Schiedsspruches zwischen GKV und Deutschem Hebammenverband musste ich jedoch trotzdem am 05.01.16, dem errechneten ET, einen Termin beim Gynäkologen wahrnehmen, der jedoch glücklicherweise nichts fand, was einer Geburtshausgeburt im Wege stehen konnte. Ich hoffte nur inständig, dass unser Kind nicht mehr lange auf sich warten lassen würde. Ich war das schwanger sein müde und wollte auch unbedingt einer Einleitung entgehen.

Nach einigen Achterbahnfahrten der Gefühle, zwei Terminen bei Christina Hügel und Katja und viel Ermutigung durch meinen Mann, Familie und Freunde, war ich schließlich wieder ganz ruhig und ging am Abend des elften Januar, sechs Tage nach ET, ganz entspannt ins Bett. Ich hatte im gesamten letzten Drittel der Schwangerschaft mit Schlafproblemen zu kämpfen gehabt, doch in dieser Nacht schlief ich so gut und tief, wie schon lange nicht mehr. Irgendwann wurde ich jedoch von einem seltsamen Rumpeln gefolgt von einer heftigen Bewegung unseres Kindes geweckt. Ich war sofort hellwach. War das ein Blasensprung gewesen? Ich ging zur Toilette um nachzusehen, denn ich spürte nichts weiter. Und tatsächlich, auf dem Toilettenpapier war eine durchsichtige Flüssigkeit vermischt mit leichtem rosa zu sehen, die auch nach mehrmaligem wischen nicht weniger wurde. Also weckte ich meinen Mann mit den Worten: "Schatz, ich glaube ich hatte gerade einen Blasensprung." Er sprang sofort aus dem Bett und war ganz aufgeregt :-)

Obwohl ich noch keine Wehen hatte, beschloss ich trotzdem die Bereitschaftsnummer anzurufen und die Info schon einmal durchzugeben. Monja meldete sich und fragte, ob ich spürte, dass das Kind sich bewegt. Das tat ich und sie riet mir, noch ein wenig zu schlafen, falls ich könnte. Wir vereinbarten, dass wir uns wieder melden würden sobald sich etwas tun würde. Ich war etwas verunsichert, was ich jetzt machen sollte. Bei meinem ersten Kind war die Fruchtblase ebenfalls zu Hause geplatzt und danach hatten sofort heftige Wehen eingesetzt. Allerdings hatte ich damals schon vor dem Blasensprung drei Stunden regelmäßige Wehen gehabt. Doch dieses mal war bisher alles ruhig.

Trotzdem rief ich bei meinen Eltern an, um meine Mutter zu informieren, die sich bereit erklärt hatte, zu jeder Tages- und Nachtzeit zu kommen, um unsere Tochter zu beaufsichtigen. Sie hat in dieser Nacht übrigens erstaunlicherweise mal wieder durchgeschlafen und von aller Aufregung nichts mitbekommen. Es war kurz nach halb fünf und draußen tobte ein kleiner Schneesturm.
In weiser Voraussicht entschied meine Mutter sich sofort auf den Weg zu uns zu machen. Kurz nach dem Telefonat setzten die Wehen ein, zwar noch gut tolerabel, aber immerhin in regelmäßigen Abständen von 2-3 Minuten. Mein Gefühl riet mir, dass wir uns nicht mehr allzu lange zu Hause aufhalten sollten und so informierte ich Monja, dass wir uns auf den Weg ins Hebammenhaus machen würden, sobald meine Mutter bei uns eingetroffen wäre.

Ich war sehr erleichtert, als sie bei dem Schnee eine halbe Stunde später unbeschadet bei uns angekommen war und wir aufbrechen konnten. Inzwischen musste ich die Wehen nämlich ordentlich veratmen. Die Autofahrt war spannend. Kurz vor dem Ziel musste mein Mann mitten auf der Kreuzung anhalten, weil ich das Ruckeln des Autos während der Wehe nicht ertragen konnte. Gut, dass das Verkehrsaufkommen zu dieser frühen Stunde gleich null war :-)

Im Hebammenhaus erwartete uns dann das, worauf ich mich schon die ganze Zeit gefreut hatte: warmes, gedämpftes Kerzenlicht in allen Räumen, das Geräusch von einlaufendem Wasser in die Wanne, Lavendelduft und Monja, die alles liebevoll vorbereitet hatte und ganz viel Ruhe ausstrahlte. Sie ließ uns erstmal ankommen und rief noch eine Hebammenschülerin, die ich von den Vorsorgen her kannte, dazu. Ich veratmete die Wehen zunächst am Tuch hängend und saß in den Pausen an meinen Mann gelehnt auf dem Bett. Monja prüfte die Herztöne und es tat gut zu hören, dass es dem Baby gut ging.

Kurze Zeit später durfte ich in die Wanne und das warme Wasser war herrlich entspannend. Viel Ruhe blieb uns allerdings nicht, denn die Wehen nahmen jetzt schnell an Intensität zu. Mir wurde hierbei auch ein wenig übel und ich bat meinen Mann um einen kalten Waschlappen für mein Gesicht. Es tat so gut, ihn einfach da zu haben und mich während der Wehen an seinen Händen festzuhalten. Monja und Larissa schauten währenddessen ruhig zu und ließen uns uns dem Lauf der Dinge hingeben. Als die Wehen dann jedoch sehr heftig wurden, war Monja an meiner Seite und sagte, es sei jetzt an der Zeit, die zweite Hebamme Christina Decker dazu zu rufen. Ich freute mich sehr, dass wir so schnell schon so weit waren und zudem war Christina meine Wochenbetthebamme. Dann setzten die Presswehen ein. Vorher hatte ich ganz bewusst versucht, die Wehen anzunehmen und sogar willkommen zu heißen, wissend dass sie mir mein Baby näher brachten. Doch jetzt wäre ich am liebsten davon gelaufen. Monja merkte das und ermutigte mich, trotzdem bewusst dahin zu schieben, wo es am meisten weh tat. Und siehe da, mein Körper entfaltete eine unglaubliche Kraft und Dynamik und nur wenige Minuten später, um 6.51Uhr war unser kleiner Junge da. Ich war zunächst so überrascht und überwältigt, dass ich ihn gar nicht gleich gesehen habe. Doch da lag er unter mir im Wasser, winzig und hilflos. Ich nahm ihn hoch und legte ihn mir auf die Brust, es war ein einzigartiger, unvergesslicher, wunderschöner Moment. Er war ganz ruhig und lag mit offenen Augen da. Monja musste ihn ein bisschen stimulieren, damit er zu schreien anfing. Doch mir war in dem Moment alles egal, ich war einfach nur glücklich, dass es vorbei war und ich unseren Sohn in den Armen halten durfte.

Wir zogen aufs Bett um, wo der Kleine sich dann lange lautstark zu Wort meldete und wurden von den Hebammen zunächst zum Kennenlernen und Kuscheln allein gelassen. Als sie wieder kamen, wurde die Plazenta vollständig und ohne Schwierigkeiten geboren und mein Mann durfte die Nabelschnur durchtrennen. Gemeinsam feierten wir die Ankunft unseres Kindes und dann wurde Timon von Monja direkt neben uns untersucht. Auch alle wichtigen Formalitäten wurden noch ganz in Ruhe besprochen. Mein Mann ging noch Frühstück holen und nachdem ich gestärkt und der Kleine angezogen war, durften wir um kurz vor 10 das Hebammenhaus zu dritt wieder verlassen und nach Hause fahren. Dort erwartete uns unsere jetzt großeTochter, die ihren kleinen Bruder ganz wunderbar lieb begrüßte und gleich mit uns gekuschelt hat.

Uns ist bewusst, dass eine so schnelle und unkomplizierte Geburt keine Selbstverständlichkeit ist, deswegen danken wir in erster Linie Gott, an den wir glauben und von dem wir uns reich beschenkt wissen. Ein riesengroßes Dankeschön aber auch an das gesamte Team des Hebammenhauses für die super Betreuung schon in der Schwangerschaft und insbesondere an Monja, die uns während und nach der Geburt so einfühlsam und wunderbar begleitet hat. Auch an Christina Decker ein großes Lob und Danke für deine Betreuung bei der Geburt und im Wochenbett. Wir sind überzeugt, es gibt keinen besseren Ort, um Kinder auf die Welt zu bringen, als bei euch!!!

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01.01.16

Paul

„Diesmal wird's gleich eine Hausgeburt, oder?“

wurden wir im Hebammenhaus lachend gefragt.
Bei unserer Tochter Leonie war eigentlich die Geburt im Geburtshaus geplant, aber ich hatte mich während der Geburt um entschieden.

Paul - geboren am 01.01.2016

„Diesmal wird's gleich eine Hausgeburt, oder?“

wurden wir im Hebammenhaus lachend gefragt.
Bei unserer Tochter Leonie war eigentlich die Geburt im Geburtshaus geplant, aber ich hatte mich während der Geburt um entschieden. Die Geburt schritt schnell voran und die Wehenarbeit war schon sehr intensiv. Kurzum, ich konnte mir 'um's Verrecken' nicht vorstellen mich nun ins Auto zu setzen und dort Wehen zu veratmen - und so kam Katja mit ihrem Geburtskoffer und wir hatten das wunderbarste Geburtserlebnis überhaupt!
Beim Aufklärungsgespräch zur Geburt mit Monja sagten mein Mann und ich also aus tiefstem Herzen: „Ja!“
(Ich glaube ja, die Wenigsten, die schon eine Geburt zu Hause erlebt haben, würden sich jemals freiwillig wieder für etwas Anderes entscheiden.)
„Ihr seid aber mutig!“ bekamen wir öfters zu hören und meist klangen diese Worte sogar wohlwollend bis anerkennend. „Mutig“ - so kam ich mir überhaupt nicht vor. Es fühlt sich...einfach STIMMIG an.
Gebären und nicht „entbunden“ werden.
Auf Sicherheitsaspekte brauche ich hier nicht eingehen.
Ich finde es wichtig, dass jede Frau, jedes Paar, das ein Kind erwartet, eine durch Fachpersonen umfassend informierte Entscheidung für die Geburt trifft.
Die Verantwortung für und Kenntnis über sich und das kleine neue Leben in sich gibt man weder an der Tür zum Geburtshaus, noch im heimischen Schlafzimmer und auch nicht an einer Kreißsaaltür ab. Informiert euch einfach und sucht das Gespräch mit den Fachleuten Eures Vertrauens!
Der Geburt selbst schauten wir ganz unaufgeregt entgegen, wir alten Hasen, wir. Der „Termin“ sollte der 31.12.2015 sein. Bei den älteren Geschwistern war ich jeweils ein paar Tage über Termin gegangen – aber wer weiß, vielleicht macht sich der junge Mann ja früher auf den Weg. Sehr recht wäre es mir zu diesem Zeitpunkt, denn die geforderte ET+3 – Untersuchung schwebte ein klein wenig wie ein Damoklesschwert über mir. Natürlich fiel dieser Termin auch noch auf einen Sonntag, so dass ich nicht mal zum mir bekannten Frauenarzt würde gehen können…
Ein kleines Stimmchen flüsterte mir schon früh den 28.12. als möglichen Geburtstermin in Ohr, aber es kam anders.
Am ersten Samstag im Dezember, gute drei Wochen vor Termin, bat ich meinen Mann doch bitte j-e-t-z-t mal vorsorglich die Geburtskiste zu packen und mir die Rufbereitschaftsnummer rauszulegen, weil ich jetzt auch nicht wüsste, was das wehentechnisch wird. Während wir mit meiner ältesten Tochter noch etwas Fernsehen schauen, veratme ich doch tatsächlich unauffällig ein paar Wehen. Später, als sich die Wehen dann wieder verzogen haben, wird mir bewusst, dass die Rufbereitschaft ja erst am 10.12. beginnt...und da bin ich froh, dass die Kiste zwar schon gepackt ist, aber ich wohl (hoffentlich) noch ein paar Tage schwanger sein werde. Ab da, jede Woche die gleichen wilden Wehen. Ich nehm‘s schon gar nicht mehr ernst. Bin aber, je näher der Termin rückt, verunsichert.
Am 28.12., ich habe lange Kontraktionen, richtig Schüttelfrost und Mann und Kinder aus dem Haus geschickt, rufe ich leicht emotional meine Hebamme Anja an und meine: „Mensch, jetzt habe ich zwei Kinder bekommen und beim dritten kann ich plötzlich nicht mehr einschätzen, ob‘s jetzt losgeht oder nicht.“ Sie beruhigt mich und meint: „Das ist beim dritten Kind oft so. Die wissen nicht, was sie wollen.“
Also genieße ich diese besondere Zeit zwischen den Jahren mit meiner Familie nun nur noch. Ich verabschiede mich in Ruhe von dieser Schwangerschaft und heiße meinen vielgeliebten Sohn willkommen.
An Silvester liege ich um elf im Bett. Vom Feuerwerk geweckt, stehe ich doch nochmal auf und stoße mit meinem Mann mit O-Saft an: „Ein 2015er Kind wird’s nicht mehr.“ Gegen zwei Uhr gehen wir ins Bett. Um fünf stehe ich auf, weil ich aufs Klo muss. Verschlafen lege ich mir eine große Vorlage in die Hose, ich ahne wohl schon, dass heute der Tag ist. Ich döse noch etwas vor mich hin, dann reißt die Fruchtblase und rosa Fruchtwasser geht ab. Während ich noch schnell dusche beginnen die Wehen. Eindeutig Geburtswehen. Ich schicke meinen Mann auch noch schnell duschen. Der Arme...so früh am Morgen...aber später wird dafür keine Zeit mehr sein. Währenddessen rufe ich die Nummer der Rufbereitschaft an, Christiane geht ans Telefon. (Die Arme...so früh am Morgen.) Ich freue mich, denn sie hat mich bei der Geburt meiner ersten Tochter bis ins Krankenhaus begleitet. Und heute wird der Babysohn zu Hause geboren. Wir bringen das diesmal gemeinsam „zu Ende“.
Ich lasse mich nun ganz auf die Geburt ein und wehe mich im Wohnzimmer ein. Dort steht der Tannenbaum und verbreitet wohliges Licht. Auf den Ohren habe ich eine Entspannungsübung aus dem Hypnobirthing. Diese Entspannungsübung habe ich im letzten Drittel der Schwangerschaft immer zum Einschlafen gehört. Nie bis zu Ende...nach fünf Minuten war ich spätestens weg. Im passenden Buch habe ich ein bisschen quergelesen und mir eine bestimmte Atemtechnik angeeignet. Wirklich eingehend damit beschäftigt habe ich mich nicht. Und doch werde ich richtiggehend durch die Eröffnungsphase getragen. Ich bin total entspannt und konzentriert bei mir und ich nehme die Wehen ausschließlich als kraftvoll war. Als sie schneller aufeinander folgen und noch intensiver werden, brumme ich etwas unter den Wehen. Ich bewege mich frei und mache, was mir gut tut. Monja und Christiane sind da, sitzen am Küchentisch, unterhalten sich, hören ab und zu die Herztöne vom Baby. Alles ist, wie es sein soll.
Irgendwann werden die Wehen anders, ich kann sie weiterhin veratmen, aber sie überrollen mich, reißen mich fast mit sich in die Tiefe. Ich werde sauer, ich schimpfe, ich will was trinken, ich will mich hinlegen, springe aber doch ständig wieder auf, weil die nächste Wehe anrollt, mir ist heiß, ich brauche die Wärmflasche am Rücken...und die Entspannungsübung kann mich jetzt sowieso mal. Ich habe schon etwas Pressdrang und schiebe, aber ich denke mir: „Das Gras wächst nicht schneller indem man dran zieht.“ Und auch Christiane sagt: „Spar dir deine Kräfte.“ Also Lokomotivatmung...Abwechselnd sind Christiane und mein Mann an meiner Seite. Monja muss zu einer anderen Geburt.
Inzwischen höre ich meine Bauchtanz-CD, darauf ist ein Lied, das zur Situation gerade passt – danke, Anne.
Irgendwann beginne ich wieder mitzuschieben, allerdings kommt das Köpfchen nicht wirklich tiefer. Christiane soll mich untersuchen. Ein winziger Saum steht noch am Muttermund. Sie hält ihn unter der Wehe fest und ratz-fatz schiebt sich der Kopf vorbei. Innerhalb von zwei Presswehen gebäre ich Paul im Stehen.
Nach sagenhaften sechs Stunden Geburt beginnt der Zauber des Kennenlernens. Nach einiger, eher kurzen, Zeit holen wir die „großen“ Schwestern dazu - Mama und das Brüderchen sind hübsch drapiert.
Ein magischer Moment voller Freude und Staunen. Hach!

Danke, Christiane und Monja für Eure Begleitung!
Danke an alle Hebammen, dafür, dass ihr immer weiter macht, obwohl die Umstände immer widriger werden.

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28.12.15

Fabio

Nicht nur, dass er als 1001. Kind im s‘ Hebammenhaus zur Welt kam, es war wie die 1001 Nacht für mich. Ich habe mit Fabio gekämpft und die Bindung war direkt eine Andere. Dieses Glück, dieser Stolz, diese Zufriedenheit,… Ein Wunder!

1001 Nacht…

Fabio ist unser zweiter Sohn. Diesmal sollte alles anders ablaufen.

Die Geburt unseres ersten Sohnes lief anders als erwartet. Geplant war eine natürliche Geburt und zwei Wochen vor ET wurde mir gesagt, dass unser Sohn Tiago schlechte Herztöne habe. Nach langen Stunden am CTG wurde entschieden, dass Tiago per Kaiserschnitt kommen müsse. Da ich während der Schwangerschaft Clexane spritzen musste, kam nur eine Vollnarkose in Frage. Komplett überrumpelt, ängstlich und traurig zugleich, hörte ich auf die Ärzte.

Tiago war da. Aber es war nicht wie ich es mir vorstellte. Ich noch total benebelt und voller Schmerzen, mein Mann völlig durcheinander und unser Sohn in einem Brutkasten mit vielen Schläuchen. Ein ‚kurzes‘ in den Arm nehmen und Anliegen und er musste in die Kinderklinik.

Was folgte waren viele weinende Stunden. Ein Kaiserschnitt kam für mich nie in Frage. Die Bindung zu Beginn war nicht so wie ich es von all den Müttern hörte. Es dauerte Monate und brauchte einige Gespräche bis ich all das was geschehen war annehmen konnte und richtige Mutterliebe aufbauen konnte.

Im März 2015 erfuhr ich von meiner zweiten Schwangerschaft. Freude und Ängste waren zugleich da.
Im Oktober hatte ich das erste Gespräch mit meiner Hebamme. Wir kamen darauf zu sprechen wo ich entbinden wolle und sie erzählte mir etwas übers s’Hebammenhaus. Der Gedanke gefiel mir. Mein Mann allerdings hatte viele Ängste. Was, wenn wieder die Herztöne schlecht waren oder Ähnliches? Es gibt so viele Horrorgeschichten…

Dennoch… Mein Mann kam mit und wir hatten – wenn auch bereits alles sehr kurzfristig war – einige Gespräche mit diversen Hebammen. Bei jedem Mal wurde ich ruhiger und ruhiger und fühlte mich in meiner Entscheidung bestätigt. Mein zweites Kind soll im s’Hebammenhaus zur Welt kommen! Mein Mann war einverstanden. Nichts sollte mehr im Weg stehen.

28.12.2015 01:00 Uhr - die Wehen waren bereits sehr stark als Christiane, die Hebamme in Bereitschaft, zu mir kam um nachzusehen, ob wir schon an dem Punkt waren, wo es besser wäre ins Hebammenhaus zu kommen. Sie gab mir den Rat noch etwas daheim zu bleiben und zu versuchen mich etwas auszuruhen. Um 04:00 ging es dann ins s’Hebammenhaus. Christiane hatte mir bereits Badewasser einlaufen lassen. Ein wenig Entspannung… Doch außerhalb des Wasser s fühlte ich mich wohler. Es war eine gemütliche Atmosphäre. Dunkel und all die Kerzenlichter. Man ging total auf mich ein. Musik – ja oder nein? Massage? Eine Hand? Kalter Waschlappen? Wasser?... Sie spürten, wenn meine Kräfte nachließen und gaben mir Tipps. Alles in einer Seelenruhe und nicht aufdringlich. Entscheiden konnte ICH. Mein Tempo, meine Stellung, alles nach meinem Gefühl. Nach vier Stunden, um 08:08 Uhr, war Fabio da!

Nicht nur, dass er als 1001. Kind im s‘ Hebammenhaus zur Welt kam, es war wie die 1001 Nacht für mich. Ich habe mit Fabio gekämpft und die Bindung war direkt eine Andere. Dieses Glück, dieser Stolz, diese Zufriedenheit,… Ein Wunder!

Mein Mann und ich sind so glücklich über die Entscheidung. Ich danke meinem Mann dafür, dass er auf mich vertraut hat, jeder Hebamme, die uns durch die Gespräche bestärkt hat, Grit für den Denkanstoß im Hebammenhaus zu entbinden, dem gesamten Team für so viel Geduld, Zeit, Vertrauen, Einfühlungsvermögen und das Gefühl jederzeit Willkommen zu sein!

Wir können euch nur weiterempfehlen!

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27.12.15

Amos

Amos, das Gottesgeschenk seiner Eltern - die 1.000ste Geburt in Begleitung des Hebammenteams...

Unser kleines Gottesgeschenk

Unser Sohn sollte eigentlich am 15.1.16 kommen. Stattdessen entschied er sich fast 3 Wochen früher am 27.12.2015 zu kommen.
Morgens um 1.00 Uhr platzte meine Fruchtblase. Es war ein komisches Gefühl, so als ob man seine Blase nicht mehr im Griff hätte... Ich entschied mich, bei der Rufbereitschaftsnummer des Hebammenhauses anzurufen. Katja ging ans Telefon. Sie beruhigte mich und fragte, ob alles in Ordnung sei. Da sowohl das Fruchtwasser klar war und die Wehen noch nicht eingesetzt hatten, meinte sie, dass ich noch mal versuchen sollte zu schlafen. Nach einiger Zeit konnten mein Mann und ich tatsächlich wieder einschlafen. Wir schliefen bis ca. 9.00 Uhr. Da hatte ich schon alle 5-7 Minuten Wehen, aber noch keine starken.
Ich rief nochmals bei Katja an. Sie meinte, dass wir noch etwas abwarten sollten.
Mittags kam Katja vorbei, um zu schauen, ob alles in Ordnung ist und um sich den Verlauf der Wehen anzuschauen.
So um 13.00 Uhr legten wir uns nochmal hin, da wir beide total müde waren. Wir konnten sogar nochmal schlafen. Währenddessen hatte ich nur alle 15 Minuten meine Wehen, aber die Dritte war dann so stark, dass ich nicht mehr liegen konnte und aufstehen musste.
Nun wurden die Wehen immer stärker und ich wusste, dass ich bald nicht mehr im Auto mitfahren konnte, da sitzen sehr unangenehm war. Also rief ich Katja an und wir verabredeten uns für halb vier im Hebammenhaus.
Als mein Mann und ich ankamen hatte Katja schon alles vorbereitet. Das Wasser lief gerade in die Badewanne. So konnte ich gleich baden gehen. Ich hatte mich schon sehr darauf gefreut, nur leider konnte ich die Wehen dort nicht so gut verarbeiten, so dass ich bald wieder raus musste.
Es kam noch eine Hebammenschülerin dazu.
Nun wurden die Wehen immer stärker und ich war froh, dass mein Mann dabei war um mich zu unterstützen.
Ab und zu gab mir Katja wertvolle Tipps und bei den Wehen schaute sie sich die Herztöne an und wie bzw. ob sich unser Baby drehte.
Kurz bevor es so weit war, kam noch Christina dazu. Als es dann so weit war, hatte ich das Gefühl dringend auf Toilette zu müssen. Stattdessen konnte ich ziemlich schnell schon den Kopf unseres Sohnes fühlen, der sich ganz weich anfühlte. Dies gab mir dann noch mal Kraft und ganz viel Vorfreude. Gleich darauf war er dann auch schon da, um, um 18.28 Uhr, und ich legt mich mit ihm aufs Bett. Wir gaben ihm den Namen Amos. Die Nabelschnur war etwas kurz, so dass er nicht gut auf mir liegen konnte und so legten wir ihn dann neben mich. Der Mutterkuchen kam eine halbe Stunde später und mein Mann durfte die Nabelschnur durchschneiden. Christina machte die U1.
Dann wurden mein Mann und ich mit Amos allein gelassen. Wir warteten ab, ob er nicht etwas trinken wollte, aber es dauerte und wir brauchten mehrere Anläufe. Am Schluss trank Amos ein paar Schlücke.
Nach einer kurzen Zeit kamen die 3 wieder und wir feierten die Geburt von Amos, was sehr schön war und uns sehr gefreut hat!
Danach zog mein Mann Amos an und wir machten uns um kurz nach 21.00 Uhr auf den Heimweg.
Kurz nachdem wir zu Hause waren rief Katja an. Sie fragte, ob wir gut angekommen sind und erzählte uns, dass Amos die 1000. Geburt im Hebammenhaus sei.
Im Nachhinein können wir sagen, dass es die richtige Entscheidung war Amos dort auf die Welt zu bringen. Wir fühlten uns die ganze Zeit sehr wohl und sehr gut betreut, dadurch konnten wir auch sehr ruhig bleiben und wurden zu keinem Zeitpunkt nervös oder gestresst. So können wir auch von einer wirklich schönen Geburt sprechen. Beim nächsten Kind werden wir auf jeden Fall wieder ins Hebammenhaus gehen :)
Wir sind dankbar für die gute Betreuung vor, während und nach der Geburt durch s'Team!

Kerstin + Richard mit Amos Hanke

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04.11.15

Nils

Ich war total überwältigt von den Vorsorgeterminen, bei denen ich alle Hebammen nach und nach kennenlernen durfte. Ich fühlte mich sofort verstanden und sehr gut betreut. Allein die Zeit, die sich jede einzelne Hebamme für unsere Vorsorge nahm hat mich total umgehauen.

Nach einer klassischen Krankenhausgeburt mit PDA und einem Gefühl des total ausgeliefert seins bei der Geburt unserer Tochter Viktoria 2013 hatte ich während der Schwangerschaft mit Nils schon öfter mit dem Gedanken gespielt im Hebammenhaus zu entbinden. Den Stein des Anstoßes gab mir dann endgültig ein hässlicher Streit mit meinem Gynäkologen über „nötige“ IGEL Leistungen. Ich beschloss daraufhin die Vorsorge nur noch im Hebammenhaus zu machen und, sofern alles gut läuft, auch dort die Geburt zu erleben.
Ich war total überwältigt von den Vorsorgeterminen, bei denen ich alle Hebammen nach und nach kennenlernen durfte. Ich fühlte mich sofort verstanden und sehr gut betreut. Allein die Zeit, die sich jede einzelne Hebamme für unsere Vorsorge nahm hat mich total umgehauen.
Als dann der Geburtstermin verstrich und sich nicht wirklich was tat wurde ich ziemlich nervös, doch haben mir die Gespräche mit Monja, die auch unsere Nachsorge übernehmen würde, die Angst genommen. Nach zwei Fehlalarmen merkte ich am 03.11. wieder beginnende Wehen, wollte aber warten um nicht wieder alle auf zu schrecken. Gegen 18 Uhr wurden die Wehen dann stärker und regelmäßiger und wir riefen unseren Babysitter an. Gegen 20:30 rief ich dann die Bereitschaftsnummer an und hatte Monja am Apparat. Sie riet uns ins Hebammenhaus zu kommen, was wir dann auch einen halbe Stunde später taten.
Monja empfing uns zusammen mit Jasmin in wunderschöner Atmosphäre (gedämmtes Licht und wohlig warm) und bereits einlaufendem Wasser für die Wanne. Bis das Bad soweit war lief ich wehenveratmend durch den Raum und machte mich mit den Hilfsmitteln (Hocker und Tuch etc.) vertraut. Dann erst einmal ins entspannende Bad. Anfangs scherzten mein Mann und ich noch bis die Wehen dann stärker wurden und auch Elke dann zur Geburt eintraf.
Ich wollte dann ganz plötzlich unbedingt aus der Wanne raus und mich bewegen. Ich hatte schon ein sehr starkes Bedürfnis zu drücken, was ich dann auch tat. Leider war der Muttermund noch nicht ganz auf weshalb ich mich zum erneuten veratmen erstmal aufs Bett legte. Mein Mann und Elke halfen mir dabei die starken Wehen aus zu halten.
Nach einer Weile wollte ich unbedingt wieder drücken und mich bewegen. Also hing ich mich an das Tuch und drückte. Bis dahin war die Fruchtblase immer noch intakt und ich hatte auch nicht das Gefühl, dass sich Nils schon weiter nach unten geschoben hat. Elke und Monja kontrollierten immer wieder die Herztöne und meinten nach einer Weile, dass sie mir jetzt gern die Fruchtblase öffnen würden, weil die Herztöne etwas Sorgen bereiten würden. Ich willigte dankbar ein und Monja öffnete die Fruchtblase. Ich merkte sofort, dass sich was tat. Ich kniete mittlerweile vor dem Bett und stützte mich mit den Armen auf dem Bett ab. Ich konnte richtig fühlen wie sich Nils Kopf seinen Weg bahnte. 3 Wehen später war unser kleiner Nils um 0:51 am 04.11. auch schon da.
Alle halfen mir und Nils hoch und wir legten uns zusammen ins Bett. Es dauerte auch nicht lange bis die Nabelschnur aufhörte zu pulsieren und die Plazenta dann kam. Ich war nicht gerissen, somit musste nichts genäht werden und die U1 bei Nils war auch ok. Die Hebammen verließen den Raum damit wir uns kennenlernen konnten. Nach einer Weile kamen sie wieder mit Orangensaft und Kuchen und wir feierten erstmal Geburtstag. Gegen 4 Uhr verließen wir dann das Hebammenhaus und fuhren nach Hause mit unserem neuen Familienmitglied.
Wir möchten uns auf diesem Wege nochmal ganz herzlich bei den Hebammen vom s‘Hebammenhaus und im speziellen bei Monja und Elke für dieses unvergessliche Erlebnis bedanken. Wir haben uns die ganze Vorsorge und Geburt über kompetent und liebevoll betreut gefühlt und würden es jederzeit jedem empfehlen.
An Monja: Vielen, vielen Dank für die fantastische Nachsorge. Hab mich jedes Mal auf deinen Besuch gefreut und war wirklich traurig, als die Nachsorge beendet war. Wir wünschen dir noch alles erdenklich Gute für dich und dein Baby und ich hoffe wir sehen uns mal wieder.

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09.10.15

Nea

Auch dieses Mal fühlten wir uns rund um die Schwangerschaft und Geburt kompetent und liebevoll betreut und wir sind unendlich dankbar, dass auch unser zweites Kind an solch einem schönen Ort geboren werden durfte!

Seit der Geburt unseres Sohnes vor knapp drei Jahren im Hebammenhaus sind wir auch im Nachhinein immer noch wahnsinnig glücklich und dankbar, dass er so einen natürlichen und schönen Start ins Leben hatte.
So schauten wir in dieser Schwangerschaft zwar die neue Klinik mal noch an (man weiß ja nie, ob man sie nicht doch braucht), hofften aber sehr, dass es auch dieses Mal wieder mit einer Geburt in der intimen Atmosphäre des Geburtshauses (diesmal in den neuen Räumen) klappen würde. Zum Glück sprach im Schwangerschaftsverlauf nichts dagegen und wir fühlten uns auch dieses Mal wieder bei den Vorsorgeterminen und den Beratungsgesprächen gut aufgehoben. Da wir das von unserem Großen schon kannten, war ich auch in den Tagen nach dem errechneten Termin noch entspannt und fühlte mich gut. Nach einer Woche war ich nochmal bei meiner Ärztin zum Ultraschall, die mir versicherte, dass das Baby noch genug Fruchtwasser hat und gut versorgt ist. Leichte Wehen waren auf dem CTG zu sehen. Unser Großer übernachtete vorsorglich bei Oma und Opa. In der Nacht hatte ich dann auch wieder Wehen - allerdings noch sehr unregelmäßig - und hoffte, dass diese sich steigern würden. Da sie morgens wieder eher nachgelassen hatte, schickte ich meinen Mann zur Arbeit und legte mich nochmal ins Bett.
Als wir uns um die Mittagszeit bei Heike zur Akupunktur trafen, war meine Gelassenheit plötzlich weg. Ich war frustriert, dass die Wehen wieder weg waren und wollte nicht plötzlich vor der Entscheidung stehen, evtl. doch in eine Klinik gehen zu müssen und die Geburt einleiten zu lassen, wie die ärztliche Empfehlung ist. Zu Hause kochten wir dann den Wehentee, den Heike uns mitgegeben hatte und nach dem Essen kamen die Wehen wieder - recht stark und recht regelmäßig. Anders als bei der ersten Geburt ruhten wir uns dann zuerst nochmal auf dem Sofa aus. Zum Glück entschieden wir uns anschließend für einen sehr kleinen Spaziergang, auf dem ich in recht kurzen Abständen starke Wehen und dann den legendären Blasensprung hatte - es fühlte sich an, als würde ein Luftballon platzen, aller Druck loslassen und dann lief es nur noch... Zu Hause wollte ich mich nochmal umziehen und war froh, dass die Haustür zu war, als die nächste Wehe kam - diese war nämlich so stark, dass ich sie nicht mehr unauffällig abatmen konnte. Mein Mann telefonierte mit Katja, die mich im Hintergrund hörte und meinte, wir sollten ins Hebammenhaus kommen.
So fuhren wir gegen sechs los. Dort wurden wir von Katja und Elke in der uns bereits bekannten wohligen Atmosphäre empfangen - und ich hatte sofort eine starke Wehe. Auf diese folgte eine recht lange Pause, die wir nutzten, um uns hinzulegen und unsere Geburts-CD einzulegen. Danach war's mit der Entspannung jedoch vorbei. Nach einer weiteren Wehe entschied ich, in die Wanne zu gehen. Die folgenden Wehen drückten bereits sehr nach unten, und ich war froh, meinen Mann am Wannenrand zu haben, an dem ich mich festhalten konnte und der mir - genau wie Katja - Mut zuredete. Die Wehen nahmen so schnell an Intensität zu, dass ich in den dennoch relativ langen Pausen etwas überfordert war und mich fragte, wie ich das alles aushalten sollte. An solche Pausen konnte ich mich aus der heißen Phase der ersten Geburt gar nicht erinnern. Trotzdem ging diese Geburt noch schneller voran als die unseres Sohnes. Ich konnte es kaum fassen, als Katja sagte, man könne bereits das Köpfchen spüren - ich fühlte es jedoch tatsächlich auch! - und bei der nächsten Wehe sei unser Kind da - ungefähr 45 Minuten nach unserer Ankunft im Geburtshaus. Es war ein überwältigendes Gefühl, unsere kleine Nea aus dem Wasser zu holen und auf den Arm zu nehmen. Anders als die beiden Hebammen realisierte ich in diesem Moment nicht, dass die Kleine etwas länger brauchte, um auf die Ankunft in dieser Welt zu reagieren. Katja und Elke kitzelten diese Reaktion jedoch mit sicheren Kniffen aus ihr heraus - und als wir dann letztlich gemeinsam im Bett lagen, erholte Nea sich schnell und schrie allen Frust über das zu schnelle Geborenwerden lauthals in die Welt. Als sie dann das erste Mal an meiner Brust saugte, zogen die Hebammen sich diskret zurück und überließen uns unserem Glück über dieses kleine große Wunder!
Etwas später wurden weitere wichtige Aufgaben mit Ruhe und Sorgfalt erledigt: Elke führte die "U1" durch, Katja nähte meinen Dammriss, wir betrachteten gemeinsam die Plazenta und klärten die Formalitäten zur Namensgebung. Wir zogen uns an, packten unsere Sachen und fuhren um zehn Uhr abends nach Hause. In unserem Bett und unserem Zuhause konnten wir in Ruhe unser neues Familienmitglied willkommen heißen und uns gegenseitig kennenlernen.
Auch dieses Mal fühlten wir uns rund um die Schwangerschaft und Geburt kompetent und liebevoll betreut und wir sind unendlich dankbar, dass auch unser zweites Kind an solch einem schönen Ort geboren werden durfte!

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08.10.15

MAthis

Was ich noch wahrnahm, bevor die nächste Wehe mich vor dem Bett in die Knie zwang, war die schöne Geburtskerze vor dem Haus, die für uns brannte und Katja die uns sehr ruhig Willkommen hieß und alles schon so liebevoll vorbereitete hatte.

„ Ein bisschen Papa, ein bisschen Mama und ganz viel WUNDER…!“
Das können wir zu 100% bestätigen, jetzt wo wir unseren kleinen Mathis endlich sehen und anfassen können!
Am 7.10. hatte ich abends so eine komische Vorahnung, ob er nicht doch schon vielleicht heute kommt, obwohl der ET für den 15.10 ausgerechnet war.

So gegen 1.30 Uhr bin ich dann nachts mit einem heftigen Ziehen und Druck im Unterleib aufgewacht.
Als dieses Ziehen heftiger wurde und nicht (wie ich hoffte) mit Gang zur Toilette verschwand, realisierte ich: Es geht tatsächlich los.
Viele Gedanken schossen gleichzeitig durch meinen Kopf.
Ich entschied mich noch mal hinzulegen, um vielleicht noch ein wenig zu ruhen. Aber das war schier unmöglich, da schon die nächste wellenartige Wehe sich aufbaute und mich überrollte, so sehr, dass ich sie nicht mehr geräuschlos veratmen konnte. 1.49 Uhr schnappte ich mir mein Handy und fing an die Abstände zu messen. Irgendwie fühlte es sich für mich alles so schnell an – leicht überrumpelt kam ich mir schon vor :D.
Die Wehen füllten ca. 40 sec wobei die Pausen zwischen 1min 30 und 2 min lagen. Mittlerweile kam auch mein Mann aus dem Schlafzimmer, der dann gleich reagierte und anrief.
Katja ging ans Telefon und riet uns in die Wanne zu steigen. Nachdem ich das tat wurde die Intensität der einzelnen Wehen gefühlt heftiger und ich bat meinen Mann noch mal anzurufen, weil ich das Gefühl hatte, dass nicht mehr viel Zeit bleibt.

Und so machten wir mit Katja aus, uns in einer halben Stunde im Hebammenhaus zu treffen.
Gut das wir schon alles Sachen gepackt und verstaut hatten. Also ab ins Auto und nur noch die Fahrt überstehen. Als wir am Hebammenhaus ankamen, wartete auch schon Katja auf uns.

Was ich noch wahrnahm, bevor die nächste Wehe mich vor dem Bett in die Knie zwang, war die schöne Geburtskerze vor dem Haus, die für uns brannte und Katja die uns sehr ruhig Willkommen hieß und alles schon so liebevoll vorbereitete hatte. Überall brannten Kerzen, liebliche Musik war im Hintergrund wahrzunehmen und ein angenehmer Duft füllte den Raum (bin mir nicht sicher ob es Lavendel war?) sowie das plätschernde Wasser in der Badewanne war zu hören.

Nach einem versuchten Toilettengang stieg ich auch sofort in die Wanne und da blieb ich dann auch drin.
Es tat gut in den Pausen zu entspannen. Mein Mann war die ganze Zeit da und hielt meinen Kopf, sah mich einfach nur an und bestätigte mir immer wieder wie gut ich das mache und dass wir das schaffen. Das hat mir richtig viel Mut und Kraft gegeben, obwohl ich immer wieder während den Wehen zum Ausdruck brachte, wie sehr ich doch Angst hatte und redete immer wieder auf unser Baby ein, es solle doch bitte bitte raus kommen. Auch das Wissen, dass Katja die ganze Zeit da war, immer wieder mal nach den Herztönen schaute und uns versicherte, dass alles in bester Ordnung ist, tat sehr gut. Auch sie weckte in mir das Vertrauen, dass ich das schaffe indem sie mir immer wieder Mut zuredete und mich ganz wie ich fühlte auf alles reagieren lies.Irgendwann dann platzte auch die Fruchblase und nach ein paar Presswehen, war der Kleine dann um 5.58 Uhr da. Der Moment ist mit Worten nicht zu fassen und einfach einmalig, genial.
Diese Geburt war ein sehr besonderes, intensives und wunderschönes Erlebnis und wir sind Gott so sehr dankbar, dass alles so rund und reibungslos verlief und wir einen gesunden Sohn auf dieser Welt begrüßen durften.
Ein sehr großes Dankeschön auch an Katja, die die ganze Zeit so eine Ruhe und Harmonie ausstrahlte und für ihre super Arbeit. Auch danke an Christina Decker, die dann dazu kam und mithalf. Ihr beide habt dazu beigetragen, dass es ein unvergessliches Geburtserlebnis für uns wurde. Es war alles so harmonisch und friedevoll und ruhig und einfach sehr, sehr schön!!DANKE!!

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30.09.15

Neyla

Und dann ENDLICH…lag unser Kind auf meinem Bauch…ich war überglücklich, dass wir solch eine W U N D E R schöne Wassergeburt erleben durften und unser Kind so sanft das Licht der Welt erblickte.

Eine W U N D E R schöne Wassergeburt

Als wir unser zweites Kind erwarteten, war für mich sogleich klar, dass ich alles daran setzen würde, dass dieses Kind im s‘Hebammenhaus das Licht der Welt erblicken könnte. Mein Mann brauchte noch etwas Überzeugungsarbeit, da wir für die Geburt unserer ersten Tochter Somaya wegen zu schwacher Wehen ins Krankenhaus umziehen mussten, was für ihn damals nach der stundenlangen Geburt eine absolute Erlösung war. Für mich zerplatzte damals der Traum von einer sanften Geburt im Hebammenhaus. Glücklicherweise war Somaya nach einer Stunde im Krankenhaus auf der Welt, gesund und munter. So konnten wir kurz danach nach Hause. Dieses Mal war ich mir aber sicher, dass es klappen würde. Ich wünschte mir eine Geburt, bei der ich ganz bewusst alles miterleben konnte.
Die Tage vergingen, der Geburtstermin war schon lange überschritten. Auch wenn ich überzeugt war, dass es dem Kind in meinem Bauch noch gut ginge, war unsere Geduld in diesen letzten Tagen auf eine harte Probe gestellt. Der Wehentee, den ich von den Hebammen bekam, löste immer wieder Wehen aus, mal in regelmäßigen Abständen, mal etwas heftiger, mal weniger heftig. In diesem Zustand verbrachten wir zwei Tage und zwei Nächte (eine davon im Hebammenhaus, wo ich von der Badewanne aus die Mondfinsternis bestaunen konnte. Aber leider war es Fehlalarm und wir fuhren am nächsten Morgen wieder nach Hause).
Nach dem Untersuchungstermin am nächsten Tag (ET+13) wussten wir, dass der Muttermund bis auf einen Finger breit noch geschlossen war. Das war deprimierend. Der Tipp von Hebamme Katja, mal wieder den Alltag in unser Leben einziehen zu lassen, unsere große Tochter nach Hause zu holen, die seit zwei Tagen bei den Großeltern war, und heute Abend mal keine Wehen auslösenden Mittelchen auszuprobieren sondern eher zu entspannen, war wie eine Erlösung für mich.
Gesagt, getan…Kaum war Somaya eingeschlafen, wurden die Wehen regelmäßiger, heftiger und die Abstände kürzer. Um 23 Uhr hielt ich es nicht mehr im Bett aus, rief meine Mutter an, sie solle kommen um bei unserer Tochter zu bleiben. Kurz danach der Anruf im Hebammenhaus. Elke nahm ab, war aber gerade bei einer Hausgeburt. Die zweite Hebamme Julia würde im Geburtshaus auf uns warten. Dort angekommen wurden wir von ihr begrüßt und durften in die wunderschöne, warme Atmosphäre des Geburtshauses eintreten. Meine Angst, dass die Wehen wie beim letzten Mal wieder aufhören würden, war unbegründet. Ich war so glücklich, dass es nun endlich losging. Auch wenn die Schmerzen mittlerweile wirklich heftig waren, konnte ich mich in der Badewanne während den Wehenpausen immer wieder gut entspannen. Meiner Bitte an Julia, dass sie mir doch sage, wenn das Köpfchen fühlbar sei, entgegnete sie, dass ich doch selbst mit den Fingern nachfühlen könne. Und das machte ich. Und ja, ich konnte schon etwas Hartes ertasten. Wahnsinn, das war das Köpfchen, das sich langsam durch den Muttermund drückte. Mittlerweile war ich auf den Knien und hielt mich am Wannenrand fest. Nach jeder Wehe und später auch während der Wehe fühlte ich nach, wie sich das Köpfchen in meinem Becken vorwärts bewegte. Ich konnte genau fühlen, wie es während der Wehe vorwärts drückte um sich danach wieder etwas zurückzuziehen. Jeden Fortschritt erlebte ich so ganz bewusst mit, spürte wie das Köpfchen durch den Muttermund kam und dann den Damm und die Schamlippen dehnte.
Und dann, endlich, hatte ich das Köpfchen mit ganz schwarzen Haaren in meiner eigenen Hand. Das war ein unglaubliches Erlebnis. Eine Schulter flutschte nach, mit der nächsten Wehe die nächste Schulter. Erst jetzt griffen die Hebammen ein, nahmen mir das kleine Wesen, das wie ein Fisch im Wasser schwamm aus der Hand und halfen mir mich in der Wanne zurückzulehnen, sodass der Unterleib des Kindes ohne Probleme nachkommen konnte.
Und dann ENDLICH…lag unser Kind auf meinem Bauch…ich war überglücklich, dass wir solch eine W U N D E R schöne Wassergeburt erleben durften und unser Kind so sanft das Licht der Welt erblickte. Spätestens jetzt war mein Mann ebenfalls zu 100% überzeugt, dass wir richtig entschieden hatten. Denn solch ein Erlebnis mit dieser angenehmen Geburtsatmosphäre ist in keinem Krankenhaus möglich. Ohne einen einzigen Schrei von unserem kleinen Mädchen, das jetzt auf meiner Brust lag, stieg ich mit Hilfe von Julia und Elke aus der Wanne und legte mich ins Bett.
Alles was danach passierte, war ebenso begleitet von absolut achtsamem und ruhigem Verhalten, angefangen von gedimmtem Licht und der angenehm warmen Temperatur im Geburtszimmer, einer vorsichtigen U1-Untersuchung bis hin zu der kleinen Geburtstagsfeier für unsere Tochter Neyla. Einfach nicht vergleichbar zu einer Geburt im Krankenhaus.
Um halb sechs Uhr morgens waren wir wieder zu Hause und ich legte mich zu unserer großen Tochter ins Bett. Meine Mutter wiegte unsere neugeborene Tochter im Arm. Als Somaya aufwachte und ich ihr von der Geburt ihrer kleinen Schwester erzählte, sagte sie schlaftrunken, aber schon freudestrahlend: „DANKE, Mama“.
Liebe Julia, liebe Elke, wir möchten vor allem Euch für dieses wunderschöne Erlebnis danken, von dem wir alle noch sehr lange zehren werden. Ich persönlich bin nach dieser zweiten Geburt noch mehr davon überzeugt, dass es nicht egal ist, wie unsere Kinder das Licht der Welt erblicken…ihr macht eine wundervolle und wertvolle Arbeit im s‘Hebammenhaus und jedes Kind, was bei Euch geboren werden darf, hat einen wunderbaren Start ins Leben!
Macht weiter so…!!!
Eure Ramona, Najib, Somaya und Neyla

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27.09.15

Sebastian

Ihr habt so wunderbar miteinander harmoniert, die Kommunikation lief quasi geräuschlos ab und es war und ist ein Hand-in-Hand-Arbeiten, sodass ich mich nicht ein einziges Mal gestört fühlte.

Schon unsere Tochter haben wir in Begleitung vom s´Hebammenhaus zuhause willkommen heißen dürfen und unser Sohn sollte möglichst auch wieder in den heimischen Räumen das Licht der Welt erblicken.
Die Schwangerschaft war turbulent und verging wie im Flug und wir haben, bis auf wenige Ausnahmen, die Vorsorge mit den Hebammen gemacht. Es war ganz anders als die vorangegangene Schwangerschaft, hier ein Zipperlein da ein Wehwehchen und unser Ziel, bis zur Rufbereitschaftszeit zu kommen. Dann war die 37. Woche da, aber unser Sohn hatte es sich sehr gemütlich gemacht und hatte ja noch Zeit. Ein paar Mal hat er „angeklopft“, aber sobald mein Mann zuhause eintraf, wurden die Wehen wieder weniger und gingen ganz. Unsere Tochter kam sehr rasant, deshalb waren wir ein bisschen in Alarmbereitschaft.
Die 40. Woche war eingeläutet und ich wurde unruhig, weil von allen Seiten ein „na, wann kommt er denn nun endlich!?“ kam und nichts passierte. Also kam Elke und wir machten ein CTG, aber unser Sohn war fit und wollte einfach noch nicht, außerdem konnte ich meine Gedanken ordnen und mithilfe von Elke fiel der Ballast gerade so von mir. Mein Mann hatte sich zwischenzeitlich einen Infekt zugezogen und war krankgeschrieben.
Am Samstag machten wir einen Spaziergang, hörten danach Musik und tanzten ausgelassen durchs Wohnzimmer. Eine letzte Putzaktion meinerseits, ein Abendessen und dann ließen wir den Abend gemütlich ausklingen.
Mein Mann und unsere Tochter waren müde, ich plötzlich total aufgedreht, also schickte ich die beiden ins Bett und ich versumpfte vor dem Fernseher. Gegen 22 Uhr musste ich auf Toilette, danach wunderte ich mich über Tropfen auf unserem Boden. Ein kleines Rinnsal lief mir das Bein hinunter und da war ich mir sicher, dass ist ein Blasensprung. Ich schrieb mit Elke und wir vereinbarten, dass ich schlafen gehe und mich entsprechend im Hebammenhaus melde, wenn es soweit ist.
Folie und Handtücher habe ich vorsichtshalber schon mal vor der Couch ausgebreitet, aber an Schlaf war in diesem Moment nicht zu denken, also noch den Film zu Ende schauen und dann ab ins Bett. Gegen 1 Uhr nachts falle ich in einen tiefen traumlosen Schlaf, welcher um kurz nach vier Uhr mit heftigen Wehen ein jähes Ende findet. Ich gehe ins Bad, veratme die Wehen und schaue auf die Uhr – die Abstände sind bei knapp vier Minuten. Im Schlafzimmer sage ich meinem Mann Bescheid, dass es jetzt tatsächlich losgeht und ich mir erstmal ein Bad einlasse. Er ist plötzlich hellwach und kommt zu mir, beobachtet mich und fragt, ob er was tun könne, was ich aber erstmal verneine. Eine halbe Stunde später kommt unsere Tochter (fast vier Jahre) auch ins Bad und fragt nach, warum ich ein Bad nehme, wo es doch draußen noch so dunkel ist – wir lachen und erklären ihr, was passiert. Sie ist ganz aufgeregt in Anbetracht der Tatsache, dass heute ihr Bruder endlich kommen will.
Um fünf Uhr werden die Wehen intensiver und ich möchte, dass mein Mann im Hebammenhaus anruft, was er umgehend tut. In der Badewanne ist es mir plötzlich unangenehm und ich gehe im Wohnzimmer vor die Couch. Christina Hügel kommt gegen sechs Uhr und ich freue mich, sie zu sehen. Sie schaut kurz nach den Herztönen, wir unterhalten uns immer wieder ganz kurz, mein Mann bekommt seine kleine „Aufgabenliste“ und unsere Tochter sitzt neben mir und bringt mich immer wieder zum Lachen. Als es für sie nicht mehr passte, ist sie nach unten gegangen und hat einen Film anschauen dürfen. Etwa um halb sieben kommt Christina Decker dazu, was mich wiederum auch sehr freut.
Dann ist mir plötzlich wieder nach warmem Wasser, allerdings finde ich kaum Halt in der Badewanne und es wird mir schnell unangenehm, sodass ich abermals vor unserer Couch lande. Erst kniend, dann halb hockend an meinen Mann gelehnt, ich merke selbst, wie unser Sohn mit jeder Wehe tiefer kommt. Beide Christinas bekräftigen mich, die tiefe Hocke auszuprobieren und so sollte es dann auch sein. Ich habe mich an meinen Mann geklammert und dann war der Kopf geboren, eine weitere Wehe und wir konnten unseren Sohn um 07.45 Uhr in die Arme schließen. Mein Mann holte unsere Tochter direkt dazu und sie begrüßte ihren kleinen Bruder, auf den sie so lange warten musste. Etwa zehn Minuten nach unserem Sohn kam auch die Plazenta, welche wir in ein Tuch hüllten. Um halb zehn haben mein Mann und unsere Tochter die Nabelschnur durchtrennt und Christina hat die Plazenta angeschaut und unserer Tochter erklärt.
Wir sind froh, dass ihr wieder diesen Weg mit uns gegangen seid und schätzen euch und eure Arbeit sehr. Ihr habt so wunderbar miteinander harmoniert, die Kommunikation lief quasi geräuschlos ab und es war und ist ein Hand-in-Hand-Arbeiten, sodass ich mich nicht ein einziges Mal gestört fühlte.
Es war wieder eine nahezu perfekte Geburt! Vielen Dank für die Betreuung vor, während und nach der Geburt, es war einfach alles wieder stimmig für uns.

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18.08.15

Paulina

Als wir ankamen, brannten überall Kerzen und es war eine warme und gemütliche Atmosphäre in der man sich gleich pudelwohl fühlte. Monja war sehr beruhigend und gab meinem Mann und mir immer wieder Raum und Zeit gemeinsam die Geburt für uns zu erleben.

Schon bei unserem ersten Kind Lennart war der Wunsch einer Geburt im Hebammenhaus groß. Leider erfuhren wir in der 38.ssw, dass es sich um eine BEL handelt. Ziemlich verzweifelt in dieser Situation half uns das Hebammenhaus wundervoll in dieser Situation weiter, psychisch und beratend! So kam unser Sohn Lennart am 28.08.13 auf natürlichem Wege im Diakoniekrankenhaus Freiburg auf die Welt und es war trotz dem ersten Schock eine wundervolle Geburt.
Bei unserer zweiten Schwangerschaft sollte es endlich klappen. Und tatsächlich war es diesmal eine Steißlage und der Geburt im Hebammenhaus stand nichts mehr im Wege.
Mein Mann und ich schliefen abends auf dem Sofa vor dem Fernseher ein und als wir um halb 00.30 Uhr aufwachten, merkte ich schon dass etwas anders ist. Kurze Zeit später hatte ich schon deutlich spürbare und regelmäßige Wehen. Gegen 2.00 Uhr rief ich die Rufbereitschaft an, wann ich mich auf den Weg machen sollte. Monja beruhigte mich liebevoll und so verbrachte ich noch fast zwei Stunden Zuhause in gewohnter Atmosphäre in der Badewanne bei immer stärker werdenden Wehen.
Kurz nach vier Uhr machten wir uns schließlich auf den Weg. Die Wehen waren mittlerweile sehr stark. Als wir ankamen, brannten überall Kerzen und es war eine warme und gemütliche Atmosphäre in der man sich gleich pudelwohl fühlte. Monja war sehr beruhigend und gab meinem Mann und mir immer wieder Raum und Zeit gemeinsam die Geburt für uns zu erleben. Keine Stunde später um 5.00 Uhr hatte ich einen Blasensprung und um 05.17 Uhr konnten wir unsere wundervolle Tochter Paulina im Arm halten.
Die nächsten Stunden konnten wir dann in Ruhe für uns sein und im gemütlichen Geburtszimmer verbringen. Monja und Elke schauten immer wieder nach uns, hielten sich aber sehr im Hintergrund und gaben uns die Zeit für uns. Gegen acht Uhr kam dann der große Bruder Lennart seine Schwester begrüßen und gemeinsam ging es nach Hause.
Insgesamt fand ich es wundervoll, wie liebevoll und beruhigend Monja und Elke waren. Auch die Atmosphäre wenn man ankommt und das gemütlich hergerichtete Geburtszimmer machen eine Geburt im Hebammenhaus einzigartig toll. Wir würden jederzeit wieder diesen Weg gehen.
Auch die Betreuung im Wochenbett ist sehr fürsorglich und liebevoll und wir sind ein weiteres Mal in der vertrauten liebevollen Betreuung von Christina Hügel.

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15.08.15

Lilli

Ich hatte keine große Angst vor der Geburt. Sie ist für mich ein ganz natürlicher Vorgang, den Millionen von Frauen schon geschafft haben. Daher hatte ich nicht das Bedürfnis einen Arzt oder eine Ärztin dabei haben zu müssen.

Schon zu Beginn der Schwangerschaft war für mich klar, dass ich wenn möglich im s’Hebammenhaus entbinden möchte. Ich hatte keine große Angst vor der Geburt. Sie ist für mich ein ganz natürlicher Vorgang, den Millionen von Frauen schon geschafft haben. Daher hatte ich nicht das Bedürfnis einen Arzt oder eine Ärztin dabei haben zu müssen. Wichtiger war mir, dass die Geburt in einer entspannten Atmosphäre stattfinden würde, so dass ich mich ganz auf mich und die Geburt konzentrieren konnte. Deshalb war es mir wichtig, dass ich die Hebamme schon vorher kannte und wusste es würde kein Schichtwechsel während der Geburt stattfinden und ich mich nicht zwischendurch auf neue Personen einstellen müsste. Außerdem tragen auch die die schönen Räumlichkeiten zu einer entspannten Atmosphäre bei (keine Apparate nichts piept und blinkt).
Mein Mann war anfangs noch etwas skeptisch, nach einen Infoabend im s’Hebammenhaus konnte auch er sich vorstellen, dass unser Kind dort auf die Welt kommen sollte.
Um alle Hebammen, die Geburten begleiten, kennenzulernen, ging ich ab Mitte der Schwanger-schaft abwechselnd zu meiner Frauenärztin und ins s’Hebammenhaus zu Vorsorge.
Ich hatte schon Wochen vor dem Geburtstermin immer wieder, zum Teil auch recht heftig Wehen. Am Abend des 11.8. hatte ich dann sehr regelmäßige Wehen im Abstand von 10 min ungefähr. Sie waren zwar nicht so stark, aber regelmäßig und da es sich über mehrere Stunden zog, dachte ich es würde jetzt endlich losgehen, ich konnte es ja auch kaum erwarten. Also riefen wir die Rufbereit-schaft an und Monja empfahl mir in die Badewanne zu gehen und dann nochmal anzurufen. Dort verkürzte sich der Abstand zwischen den Wehen noch, so dass Monja mitten in der Nacht noch zu uns kam um mich zu untersuchen. Sie sagte, dass wir noch zu Hause bleiben sollten. Nach einer schlaflosen Nacht in der ich immer wieder Wehen hatte, beschlossen wir am Morgen ins s’Hebammenhaus zu fahren. Dort angekommen hatte Monja schon alles vorbereitet und ließ mir Badewasser ein, da ich gerne in die Wanne wollte. In der Wanne hatte ich zwar regelmäßig Wehen, aber weder waren sie sonderlich stark noch hatte man das Gefühl, dass es vorwärts ging. Nachdem ich dann nach ca 2 Std aus der Wanne stieg, hörten die Wehen auch ganz auf und wir mussten - leider – wieder nach Hause fahren.
In den nächsten Tagen passierte nicht viel, Monja rief ab und zu an um nachzufragen wie es mir ging.
Am Abend des 14. hatte ich dann wieder regelmäßig Wehen – diesmal auch unglaublich stark. Wir riefen wieder die Rufbereitschaft an, diesmal war Christiane dran, die auch gleich zu uns gefahren kam, um mich zu untersuchen. Auch diesmal sollten wir aber noch zu Hause bleiben und versuchen zu schlafen. Also blieben wir noch daheim, ich konnte sogar – unterbrochen von Wehen – tatsäch-lich schlafen. Gegen 4 Uhr morgens hatte ich dann aber das Gefühl, wir müssten jetzt losfahren. Ich hatte das Gefühl, dass wenn wir zuhause bleiben würden sich alles raus zögern würde, wenn wir aber losfahren würden es endlich wirklich losgehen würde. Also sagten wir Christiane Bescheid und fuhren um halb 5 los. Wieder war alles vorbereitet als wir ankamen, eine Kerze brannte am Eingang und Christiane erwartete uns. Wieder ging ich zuerst mal in die Badewanne. Alles genau wie 4 Tage zuvor und doch ganz anders. Nach einer Stunde ungefähr stieg ich wieder aus der Badewanne und Christiane meinte wir sollten doch nochmal ein bisschen aufs Bett liegen und versuchen auszuru-hen. Nach einer weiteren halben Stunde ungefähr konnte ich dann nicht mehr liegen und stellte mich vors Bett, so dass ich mich ins Seil hängen konnte. Kurz darauf ging es dann richtig los, unser Baby war jetzt endlich bereit zu kommen. Christiane rief Julia an, zur Unterstützung. Ich kniete mich vor dem Bett auf den Boden, mein Mann saß auf dem Bett und hielt mich an den Händen, so dass ich mich während den Wehen an ihm festhalten konnte und kurze Zeit später war sie da – unser kleines Wunder.
Ich nahm sie hoch und Christiane half mir mich aufs Bett zu legen, so dass wir uns in Ruhe kennen-lernen konnten.
Nachdem wir alle etwas gegessen hatte, fuhren wir gegen 11 Uhr schon wieder nach Hause- dies-mal zu dritt.
Ich danke allen vom Hebammenteam, vor allem natürlich Christiane und Julia und auch Monja, die mich während der Schwangerschaft und der Geburt begleitet haben. Ich habe mich immer gut be-raten und betreut gefühlt. Schöner hätten wir uns die Geburt nicht vorstellen können.

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08.08.15

David Mattis

...so fuhren wir um 10 Uhr los. Die Fahrt war sehr zäh. Ständig hatten wir eine Autokolonne vor uns oder eine rote Ampel. Im Sitzen waren die Wehen schlecht zu verschnaufen, doch unser Kleinwagen bot nicht mehr Bewegungsfreiheit. Mittlerweile lag der Wehenabstand bei 3 Minuten.

Nach einem Kaiserschnitt wegen Beckenendlage im Frühjahr 2009, war mein innigster Wunsch, eine natürliche Geburt zu erleben. Wir wollten keinen großen Altersabstand zwischen unseren Kindern und doch ließ unser zweites Wunschkind lange auf sich warten. Im Sommer 2012 mussten wir in SSW 9 eine Fehlgeburt hinnehmen und erst im Herbst 2014 wurde ich endlich wieder schwanger. Und das Baby blieb bei mir...
Ich erlebte eine sehr schöne, komplikationslose Schwangerschaft. Da ich durch persönliche Vorgeschichten der Schulmedizin eher kritisch gegenüber stehe, versuchte ich während der Schwangerschaft auf mein Gefühl zu hören und lehnte die Bandbreite an Tests und Überwachung (CTG, Glukosetest, Streptokokken…) weitgehend ab. Riesig war die Freude darüber, dass sich unser Baby frühzeitig in Schädellage begab und so blieb.
Anfang SSW 30 machte ich mir verstärkter Gedanken darüber, wo das Kind auf die Welt kommen soll. Ich hatte bereits genaue Vorstellungen und wusste, wenn ich in eine Klinik gehen würde, müsste ich mich ständig wehren. Ob ich dazu mit Wehen in der Lage gewesen wäre?! Für eine Hausgeburt jedoch fehlte mir für die erste Spontangeburt der Mut, da die nächste Klinik 20 km von uns entfernt liegt.
Ein Techniker, der uns wegen einer Telefonstörung geschickt wurde, machte mich aufs Geburtshaus in Villingen aufmerksam, da seine Lebensgefährtin selbst Hebamme im Kreis Villingen-Schwenningen ist. Ich besuchte die Homepage vom „s´Hebammenhaus“ und war gleich beeindruckt. Erst recht als ich die Geburtsberichte las. Genau so, wie die Frauen es im Geburtshaus erlebt hatten, stellte ich mir unser bevorstehendes Ereignis vor. Mein Mann hingegen war anfangs sehr kritisch, zumal wir fast 60 km vom „s´Hebammenhaus“ entfernt wohnen. Ich überredete ihn, mit mir zum Informationsabend zu gehen. Da war ich schon in der 34. SSW. Dieser Abend konnte dann auch ihn überzeugen.
Nach der Anmeldung und den Vorgesprächen mit Vorsorgeuntersuchungen (die letzten Termine beim Arzt sagte ich ab), fühlte ich mich für die Geburt gerüstet. Hauptsächlich weil das Vertrauen an dieses Haus vom ersten Augenblick an da war. Die fünf Hebammen, die ich in dieser Zeit kennengelernt habe, waren alle sehr nett und kompetent. Ich wusste, wenn es mit der Geburt im „s´Hebammenhaus“ klappen würde, dann ganz nach meinen Erwartungen. Über das Vorhaben, im Geburtshaus zu entbinden, sprachen wir mit niemandem, denn ich wollte mich nicht verunsichern lassen. Denn manchmal überkamen mich doch Selbstzweifel, ob ich auch wirklich tapfer genug bin. Ich kannte den Wehenschmerz noch nicht und konnte nicht einschätzen, was auf mich zu kommt. Doch diese Gedanken waren umsonst. 6 Tage nach dem errechneten Entbindungstermin war es endlich soweit...
Um 4.10 Uhr erwachte ich und bemerkte, dass der Schleimpfropf abgegangen war und ich Fruchtwasser in kleineren Mengen verlor. Erfreut legte ich mich zurück ins Bett und befolgte den Rat der Hebammen, mich trotz „Startschuss“ auszuruhen. Klar, an einschlafen war nicht mehr zu denken. Langsam kamen auch leichte Wehen auf, ein gleichmäßiges ziehen vom Rücken hinunter zur Scheide. Zwei Stunden später erwachte mein Mann und erblickte mich erwartungsvoll. Ich flüsterte ihm zu, dass die Fruchtblase gesprungen sei. Er war voller Freude, dass es endlich los ging. Auch unser Sohn, der bei uns lag, erwachte. Die Beiden konnten vor Aufregung nicht mehr schlafen und deckten den Frühstückstisch. Ich blieb entspannt liegen und dachte mir, dass es wahrscheinlich eh noch länger gehen könnte. So um 8 Uhr rief ich die Hebammenrufbereitschaft an, hauptsächlich um zu fragen, ob ich mit Blasensprung ein „Totes-Meer-Salz-Vollbad“ nehmen dürfe, das mir Christina Hügel einen Tag zuvor wegen einseitiger Rückenschmerzen empfohlen hat. Elke meldete sich am Apparat und freute sich sehr, dass es bei uns los ging. Sie meinte, ich könne auf jeden Fall ein Bad nehmen und was die Wehen betreffen, hier solle ich auf mein Gefühl hören, wann für mich der richtige Zeitpunkt ist, ins Hebammenhaus zu kommen. Da bin ich noch weit davon entfernt, dachte ich. Es war ja bisher nur ein leichtes Ziehen. In der Wanne wurden die Wehen dann doch schnell stärker und mit Blick auf die Uhr kamen sie dann alle 5 Minuten. Ich musste sie schon ordentlich veratmen. Um 9.45 Uhr rief ich wieder bei Elke an, die meinte, dass wir kommen sollen. Mein Mann hatte eben die Vorbereitungen fürs „Essen nach der Geburt“ erledigt und meine Mutter holte unseren Sohn ab, so fuhren wir um 10 Uhr los. Die Fahrt war sehr zäh. Ständig hatten wir eine Autokolonne vor uns oder eine rote Ampel. Im Sitzen waren die Wehen schlecht zu verschnaufen, doch unser Kleinwagen bot nicht mehr Bewegungsfreiheit. Mittlerweile lag der Wehenabstand bei 3 Minuten. Um 11 Uhr sind wir endlich im Hebammenhaus angekommen.
Elke empfing mich mit offenen Armen in einer schön vorbereiteten Atmosphäre des Geburtsraumes. Nach dem ersten Toilettengang, ließ ich mich von den Wehen treiben. Elke sagte, ich solle mich im Geburtsraum frei bewegen und probieren, welche Positionen mir gut tun, während sie einfach mal meine Wehen beobachte. Das tat ich, im hängenden Tragetuch, auf dem Bett, im Vierfüßler.... Ich stellte schnell fest, das ich am liebsten auf dem Boden war oder unzählige Male auf dem Klo ;). Mein Mann war ganz nah bei mir, legte Musik nach meinen Wünschen ein, massierte meinen Rücken und das beste, er versorgte mich mit kalten Lappen, da es draußen 34°C hatte. Ich fragte Elke, ob sie nicht mal nachschauen wolle, wie weit der Muttermund geöffnet sei. Sie winke ab „nein, nein, nicht nötig, das sind schon richtig gute Geburtswehen“. Ich schwitzte und schwitzte, sehnte mich nach einer kalten Badewanne oder wenigstens einer kalten Fußdusche. Doch das wäre für die Wehen nicht förderlich gewesen. Also rieb mich mein Mann mit kalten Lappen ab, legte mir welche auf die Stirn, in den Nacken, in den Lendenbereich... . Um 13.30 Uhr war der Muttermund geöffnet. Die zweite Hebamme Christina Decker, die Elke zuvor angerufen hat, kam hinzu. Jetzt konnte es nicht mehr lange dauern. Wir freuten uns, dass die Austreibungsphase schon erreicht war und wir unser Baby bald in den Armen halten konnten. Doch unser Kleiner hatte mit dem letzten wichtigen Dreh im Becken mühe. Christina überprüfte immer wieder die Herztöne. Die Hebammen waren jetzt gefordert, blieben aber ganz ruhig. Sie schlugen mir verschiedene Positionen vor, damit das Baby seinen Weg findet. So versuchten wir es in der tiefen Hocke, auf dem Gebärstuhl, auf der Toilette, in Seitenlage... Irgendetwas hat geholfen, denn bald schon war das Köpfchen sichtbar. Ich war zwischendurch ziemlich erschöpft, wollte am liebsten abliegen. Doch sobald ich mich rührte, kam die nächste Wehe und forderte meinen Krafteinsatz. Ich versuchte lange im Vierfüßlerstand zu pressen. Elke meinte, ich müsse länger pressen und immer genau zu der Stelle, wo es weh tut. Ich merkte schnell einen Unterschied. Elke drückte sacht einen in heißem Wasser getränkten Lappen mit Dammmassageöl auf meinen Damm. Das tat richtig gut. Irgendwann ließen die Wehen nach. Doch auch hier wussten sich die Hebammen auf natürliche Weise zu helfen. Christina hielt mir immer wieder ein Duftfläschchen mit Eisenkraut vor die Nase. Außerdem löste sie ein Globuli in Wasser auf und gab es mir zu trinken. Und tatsächlich, es gab mir neue Kraft und die Wehen kamen wieder verstärkter. Ich wechselte noch einige Male die Positionen, doch wir stellten dann fest, dass ich in der Seitenlage mit angezogenem Bein, die meiste Kraft aufbringen konnte. Der Hinterkopf war schon gut sichtbar. Christina brachte mir einen Spiegel und ich freute mich über das Baby mit den schwarzen Haaren. Es gab mir auch Motivation zu pressen, um das Baby endlich komplett sehen zu können. Mein Damm war sehr fest und in den Wehenpausen verschwand das Köpfchen wieder. Außerdem ließen die Herztöne nach und ich fragte, ob mit dem Baby alles ok ist. Christina meinte, es würde ihm noch gut gehen, aber es wolle jetzt unbedingt raus. Mir wurde bewusst, verbunden mit etwas Angst wegen den abfallenden Herztönen, dass es an mir lag die Geburt zu beenden und ich nahm mir vor, bei den nächsten Wehen alles zu geben. Das tat ich und prompt wurde das Köpfchen geboren.
Und mit der nächsten Wehe war unser Kleiner um 17.30 Uhr komplett da. Er war ziemlich blau und durchs lange im Becken stecken, hatte er einen verformten Schädel. Und doch war es Liebe auf den ersten Blick. Er lag ruhig und besonnen auf meiner Brust. Bis wir mit Hilfe der Hebammen und meinem Mann vom Boden aufs Bett umzogen. Da schrie unser kleiner David lautstark. 35 Minuten später, nach dem Auspulsieren der Nabelschnur, durchschnitt mein Mann diese und nach weiteren 30 Minuten wurde mit Hilfe der Nachwehen die Plazenta problemlos geboren. Diese durften wir mit nach Hause nehmen und auf ihr wächst nun ein Walnussbaum für David in unserem Garten. Dann kochte mir mein Mann Bandnudeln mit Gemüse, wir informierten glücklich und stolz unsere Familien und feierten mit den Hebammen „Geburtstag“. 3 Stunden nach der Geburt machten wir uns auf den Heimweg. In den nachfolgenden Tagen durften wir ein friedvolles Wochenbett in unserem vertrauten Heim genießen.
Die Geburt im s´Hebammenhaus gehört für mich und meinen Mann zu einem unserer emotionalsten und schönsten Erlebnisse. Im Vorfeld habe ich mich, was die Schmerzen angehen, auf das schlimmste eingestellt. Das war nicht so. Es war ein wundervolles Erlebnis, mit auszuhaltenden Schmerzen und einem wundervollen Ergebnis. Das Bewusstsein, die Schmerzen zuzulassen, um ein Stück näher zum Ziel zu kommen, hat mir geholfen. Ich bin sehr glücklich darüber, dass unser Kleiner im s´Hebammenhaus das Licht der Welt erblicken durfte, denn in der Klinik wäre mit großer Wahrscheinlichkeit vieles anders verlaufen. Eine Austreibungsphase mit 4 Stunden wäre dort bestimmt nicht möglich gewesen (üblicherweise gibt es nach 2 Stunden einen Kaiserschnitt). Ebenso entkam ich bei meinem Geburtsprozess im s'Hebammenhaus einem Wehentropf, einem Kaiserschnitt wegen abfallenden Herztönen oder Dammschnitt. Ich verdanke es den beiden Hebammen Elke & Christina, dass sie an mich geglaubt haben, mir soviel Zeit - wie gebraucht wurde - schenkten und mit ihren Globuli, Duftfläschchen, Positionstipps und dem Halten des Damms (hatte dadurch keine Verletzung) diesen natürlichen Geburtsverlauf möglich gemacht haben.
Ich würde auf jeden Fall wieder im Hebammenhaus entbinden, trotz einer Stunde Fahrzeit. Wäre ich näher vor Ort, würde ich natürlich viele Angebote, die das s'Hebammenhaus bietet, nutzen. Wenn ich jemandem über die Geburt oder das Haus erzähle, gerate ich immer ins Schwärmen. Ich hätte mir keine besseren Geburtsbegleiter vorstellen können. Schön, dass es in der heutigen Zeit noch eine so tolle Einrichtung gibt.

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15.07.15

Roberta

Als es hieß, wir müssten daran denken, in die Klinik zu fahren, war ich zunächst sehr enttäuscht. Ich wurde jedoch so gut und rechtzeitig darauf vorbereitet, die Übergabe in die Klinik war so gut, dass ich als es soweit war, völlig einverstanden war.

Ich hatte mir so gewünscht, unser Kind im Geburtshaus auf die Welt zu bringen. Wir haben uns dort bei allen unseren Besuchen sehr wohl gefühlt und das auch, als wir mit Wehen ankamen und gerade die beiden Hebammen antrafen, die wir zuvor noch nicht getroffen hatten, Christiane und Julia.
Als es hieß, wir müssten daran denken, in die Klinik zu fahren, war ich zunächst sehr enttäuscht. Ich wurde jedoch so gut und rechtzeitig darauf vorbereitet, die Übergabe in die Klinik war so gut, dass ich als es soweit war, völlig einverstanden war. Wir wurden anders behandelt in der Klinik, weil wir vom Geburtshaus kamen und obwohl einige Male ein Kaiserschnitt erwähnt wurde, nahmen sich die Ärzte nochmals länger Zeit und ich hatte das Glück, unser Baby ohne Kaiserschnitt auf die Welt bringen zu können.
Eine Nacht blieben wir in der Klink und da wir nicht aus der Gegend stammen, haben wir keine Besucher erwartet. Wir wurden überrascht: Christiane kam (mit ihrer Tochter) vorbei, um unsere Tochter zu sehen und zu begrüßen und so hatten wir nochmals mehr das Gefühl, dass unsere Tochter im Geburtshaus zur Welt kam.
Wir konnten ihr alle Fragen stellen, die für uns sehr viel zufriedenstellender beantwortet wurden als vom Klinikpersonal und so verließen wir die Klinik am gleichen Tag.

Vor Kurzem haben wir den ersten Geburtstag unserer Tochter gefeiert - und sind angemeldet im Geburtshaus für die Geburt unseres zweiten Kindes. Es war für uns von Anfang an klar, dass wir wieder nach Villingen fahren wollen, auch, wenn wir dafür eineinhalb Stunden Fahrt zurücklegen werden.
Und wieder hoffe ich sehr, dass unser Kind im Geburtshaus zur Welt kommen wird - und weiß trotzdem, dass ich auf alle Fälle, wie es auch kommen wird, in guten Händen bin.

Barbara Draeger und Casey James Mulderig
mit Roberta Mulderig

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15.07.15

Roberta

A thousand thank yous and one million offerings of gratitude to the people fighting to keep birthing apart from trauma.

Our baby was not born at the Geburtshaus house, yet I cannot say one bad thing about this place or the people there.

We arrived, and after a somehow timeless 6 hours with waves of progression and pause, the wonderful women in charge decided it was time to move the happenings to the Clinic across town.

The Hebammen at the birth house treated us with such care,and calmness. They acted with a clear and direct voice of reason and kindness, and with remarkable honor and respect. Even with my limited German language skills I understood this and all we needed to do. My partner and the mother of our beautiful new baby agrees entirely that, if we were to have a second baby and were living near enough to make the trip, we would undoubtedly trust the staff here with their assistance in bringing a baby into the world.
A thousand thank yous and one million offerings of gratitude to the people fighting to keep birthing apart from trauma.
We are outsiders to the area and we did not have any visitors at the hospital the day after the birth, but our Hebamme from the the birth house paid us a visit to see how we were. That was the cream on the top of the goodness that goes into the work of the midwives.

When the decision was made to move the birth to the clinic it was without drama or rush. It was with assured logic and wise action in the facts that made them decide that our current situation of mother and child needed perhaps the assistance of some technical assistance that the clinic could provide that the Geburtshaus could not.

The transition or move was smooth and remarkably well done. I thought some about this before my partner and I decided to have our first child here, but I think the level of importance is quite high and this may be of utmost importance with a establishment like this and maybe the deciding factor for some to choose to have (our attempt to have our baby) at a birth house.
We did not have our baby at the Geburtshaus but we began there and we would return there and we would recommend to anyone interested to go and meet the Hebamme in person and see for yourself if it is a match for your family .

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06.07.15

Aliyah Madita

Ich habe übrigens den Besten Mann der Welt, er hat bei der Geburt alles so perfekt für mich gemacht und wusste immer, was wann zu viel oder gut war!

Mein Mann und ich sind Menschen, die gerne nach Alternativen schauen und das „Gewöhnliche“ gerne hinterfragen. Nun kann man sich vorstellen, dass wir so natürlich auch bei der ersten Schwangerschaft und dann auch Geburt so vorgegangen sind und uns so das Hebammenhaus mal näher angeschaut haben. Nachdem wir all unsere kritischen Fragen gestellt haben (von denen wir sehr viele hatten ;) und die Christina Decker auch sehr geduldig beantwortet hat) war für mich schnell klar- hier will ich mein Kind gerne bekommen. Nach einem Besichtigungstermin im Kreissaal (man weiß ja nie...) und Vortrag eines Arztes war uns dann sowas von klar: Wir wollen UNBEDINGT ins Hebammenhaus. Den Geburtsvorbereitungskurs haben wir dann auch zusammen im Hebammenhaus gemacht, was im Nachhinein die Beste Vorbereitung für die Geburt bedeutete und im Vornherein mir die Angst nahm irgendwie zu versagen oder wenn ich nicht mehr kann zu allen im Raum ganz ungehalten zu werden.;) wurde ich zum Glück auch nicht.:)

Nun zur Geburt:
Am 05.07.2015 spürte ich abends, dass irgendetwas mit mir anders war, konnte es aber nicht richtig einordnen. Es waren keine richtigen Wehen, sondern mehr so ein Gefühl der Vorahnung.
Mein Mann und ich sind dann ins Bett gegangen und ich konnte ziemlich gut schlafen. Um 5.00Uhr morgens wachte ich auf und hatte alle 8 Minuten Wehen und der Schleimpropf hatte sich ein wenig gelöst. Ich versuchte noch ein wenig zu schlafen, was mir aber nicht so gut gelang und schickte meinen Mann um 7.00Uhr dann erst mal zur Arbeit.
Ich war mir einfach noch nicht so richtig sicher, ob es sich wirklich um Geburtswehen handelt. Um 9.00Uhr rief ich zum ersten Mal die Rufbereitschaft und meinen Mann an. Beide die Hebamme Christiane und er trafen dann ziemlich zeitgleich bei mir ein.
Und dann kam die Enttäuschung.
Christiane sagte, dass sie sich nicht sicher sind, ob das Geburtswehen sind, da sie zwar regelmäßig kommen (inzwischen alle 4-5 min.) aber nicht so lange sind und das die Uhrzeit für einen Geburtsbeginn ungewöhnlich sei. Für mich war das schwierig, da ich ja eigentlich unsere Kleine endlich im Arm halten wollte. Christiane meinte dann ich solle duschen und dann spazieren gehen und mich dann nochmal melden.
Gesagt, getan... Nach dem duschen hatte ich auf einmal jede Minute eine Wehe. Wir sind trotzdem spazieren gegangen und diesen Spaziergang werde ich nicht mehr so schnell vergessen.
Jede Minute veratmete ich die Wehe in den Armen meines Mannes, immer darauf bedacht, dass die Nachbarschaft insbesondere mein Onkel, der neben uns wohnt nichts von meinen Wehen mitbekommt (ich hatte die Angst, er würde alle informieren und alle würden dann ganz hektisch dauernd anrufen ;).
Nach dem Spaziergang und dem Erfolg des Versteckens riefen wir erneut Christiane an und sie kam erneut vorbei. Als sie mich sah sagte sie nur. „Oh ja das sieht doch nun wirklich nach Geburt aus“.
Sie überprüfte die Herztöne und stellte mir frei noch zu Hause zu bleiben oder mit ins Hebammenhaus zu kommen und gab mir noch ein paar Tipps zu den Wehen.
Wir blieben noch bis 14.30Uhr zu Hause und fuhren dann ins Hebammenhaus, indem gerade schon das Badewasser eingelassen wurde. Nach kurzer Zeit kam Monja dazu, die uns dann die ganze Zeit betreute. Sie beobachtet uns viel und ließ meinen Mann und mich arbeiten (Ich habe übrigens den Besten Mann der Welt, er hat bei der Geburt alles so perfekt für mich gemacht und wusste immer, was wann zu viel oder gut war! -Danke). Wenn ihr etwas auffiehl, was wir bzw. ich anders machen sollen, dann sagte sie es uns. Sie hatte die Lage immer Bestens unter Kontrolle und wusste immer, was als Nächstes passieren würde. Die Wehen wurden in der Wann deutlich schwächer und Monja sagte ich solle die Pausen nutzen, um mich auszuruhen.
Nachdem ich aus der Wanne wollte wurden die Wehen auf einmal wieder sehr oft und sehr stark. Ich hing kurz in den Seilen musste mich dann aber hinlegen, weil das stehen mir zu anstrengend wurde. Nach kurzer Zeit fragte Monja mich, ob mich vor das Bett knien möchte und auf den Schoß meines Mannes liegen möchte. Das taten wir dann auch und kurze Zeit später setzten dann auch die Presswehen ein. Als ich das Köpfchen fühlen durfte gab mir das einen letzten Kraftschub und unsere Kleine wurde geboren.
Zu dem Zeitpunkt war es 18.00Uhr. Ich durfte sie hochnehmen und auf meine Brust legen und wir legten uns zusammen ins Bett.
Unsere Kleine war so schön und klein und zerbrechlich, aber das Größte und schönste Wunder für uns.
Wir sind Jesus sehr dankbar, dass er uns so eine tolle Geburt, Tochter und Gesundheit geschenkt hat. Wir danken Monja und Christiane, die trotz 35° einen perfekten Job gemacht haben!!!

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01.07.15

Emilia

Nie hätte ich mir eine Hausgeburt vorstellen können, und dennoch war es dann das Schönste was hätte passieren können...

Es war ungefähr halb 6 Uhr morgens als mich die erste Wehe weckte.
Ein etwas stärkeres Ziehen, dann schlief ich wieder ein. 20 Minuten später nocheinmal, dann bei der dritten bin ich aufgestanden.
Geht es los? Oder bereitet sich mein Körper einfach nur vor?

Mein großer Junge ist mittlerweile auch schon aufgewacht und ich habe den Papa angerufen, er solle vorsichtshalber nach Hause kommen. Nachdem ich dann die "bekannte Dusche" nehmen wollte, ich es aber nicht mal mehr schaffte mich auszuziehen, beschloss ich die Hebamme anzurufen. Die Wehen kamen nun alle fünf Minuten u das sehr heftig. Der Papa brachte den Großen zu Opa und Oma - wenn alles erledigt ist können wir in s'Hebammenhaus kommen.

Ich warf noch mit letzter Kraft alles in die Geburtstasche und verharrte dann im Vierfüßlerstand vor dem Sofa. So konnte ich die Wehen am besten veratmen.

Ich merkte schon das sie anders sind als bei der ersten Geburt...
Diese ging 18 Stunden...
Jetzt war es anders, die Wehen stärker, und ich hatte schon einen starken Druck nach unten.
Die Zeit in der ich alleine war kam mir ewig vor. Mittlerweile waren über 2 Stunden vergangen. Mein Freund kam dann endlich nach Hause, doch wir schafften es nicht mal mehr bis zur Haustür. Ich sackte vor dem Bett im Schlafzimmer zusammen und er rief sofort im s'Hebammenhaus an, die Hebammen sollen kommen. Kurz bevor die Beiden da waren platzte auch schon die Fruchtblase. Der Druck wurde immer stärker und ich war sehr froh als Katja und Julia dann eintrafen. Die beiden hatten sofort alles im Blick.

Als die Wehen immer stärker wurden und mein Geschrei immer lauter, blieben beide trotzdem immer ruhig. Katja redete mit mir, beruhigte mich und trotzdem gab sie mir nicht vor was ich zu tun hatte, sondern vertraute darauf das ich weiß, was wann am besten ist. Stetig an meiner Seite war mein Freund.
Er durfte mich nicht anfassen und trotzdem war er allein durch seine Anwesenheit eine grosse Hilfe. Schatz, ich danke auch dir!

...Eine halbe Stunde später (nach insgesamt 3h) war Emilia dann geboren.
Sie wurde von den beiden entgegen genommen und wir durften uns alle erst einmal in Ruhe kennenlernen, bevor wir dann beide auf ein Leben zusammen vorbereitet wurden. Ich danke Katja und Julia für das Vertrauen das sie in mich hatten, mir somit ermöglichten es aus eigener Kraft zu schaffen. Für die Ruhe die sie hatten, weshalb es eine sehr harmonische Geburt war. Ich danke euch auch für diese unglaublich herzliche Betreuung nach der Geburt.

Die Geburt meines ersten Kindes war keine schöne Erfahrung, da damals viel schief lief. Ich werde dies nie vergessen, aber mit dieser zweiten Geburt wurde vieles wieder hergestellt in mir.
Nie hätte ich mir eine Hausgeburt vorstellen können, und dennoch war es dann das Schönste was hätte passieren können...

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28.06.15

Sophia

Alles verlief reibungslos und wir haben es alle sehr genossen die ganze Zeit unsere Wohnung nicht verlassen zu müssen und in der gewohnten Umgebung zu sein.

Liebe Sophia,

nun bist du schon seit 3 Monaten bei uns und wir genießen jeden Augenblick mit dir. Gerne denke ich auch an die Schwangerschaft und deine Geburt zurück.
Als du dich ankündigt hast war für uns schnell klar, dass wir nicht wollen, dass du im Krankenhaus zur Welt kommst. Stattdessen haben wir uns das Hebammenhaus in Villingen angeschaut. Wir haben uns dann aber dazu entschieden, dass du bei uns Zuhause das Licht der Welt erblicken sollst. Mit Elke haben wir im Team des Hebammenhauses eine Hebamme gefunden die den Weg der Hausgeburt mit uns gehen wollte. So nahmen die Vorbereitungen ihren Lauf. Elke kam regelmäßig zu den Vorsorgen zu uns nach Hause, auch sehr zur Freude deiner großen Schwester, weil sie so viel aktiver dabei sein konnte. Aus der Erfahrung von Johannas Geburt konnten wir nun überlegen, was wir bei dir gerne anders machen wollten.
Wir entschieden uns bei Dir für eine Lotusgeburt, das heißt, wir haben Dich nicht abgenabelt, sondern die Verbindung zur Plazenta bestehen lassen bis der Nabel abfiel.
Nach einer tollen und unkomplizierten Schwangerschaft hast Du uns am Ende ganz schön warten lassen. Während wir alle immer ungeduldiger wurden hattest Du die Ruhe weg. Scheinbar hat es Dir sehr gut bei mir im Bauch gefallen. Elke musste in dieser Zeit u. a. dafür sorgen, mich im Warten zu stärken und mich in Geduld zu mahnen. Als Du dann aber endlich bereit warst zu uns zu kommen ging alles recht zügig. Schon in der Nacht von Samstag auf Sonntag gab es vereinzelt Wehen. Richtig los ging es dann sonntagmorgens, so dass ich dann Kontakt mit Elke aufnahm, die dann im Laufe des Vormittages zu uns kam. Und so sehr Du uns hast warten lassen bis es endlich losging, so schnell lief dann die Geburt. Schon mittags konnten wir Dich überglücklich in die Arme schließen. Alles verlief reibungslos und wir haben es alle sehr genossen die ganze Zeit unsere Wohnung nicht verlassen zu müssen und in der gewohnten Umgebung zu sein. Christina, die als zweite Hebamme dazu kam, blieb nur Dich mit uns willkommen zu heißen.
Deine Ankunft hast Du erst einmal lautstark untermauert und die ersten Minuten geschimpft. Ich hatte den Eindruck, dass es Dir zu schnell gegangen war. Aber als Du dann festgestellt hast wie sehr wir uns freuen, hast Du aufgehört zu schimpfen.
Es war toll, auf dem eigenen Sofa zu liegen und Dich einfach nur auf der nackten Haut zu spüren. Auch beim zweiten Kind, scheint dieses Wunder nicht kleiner. Direkt in den ersten Stunden wurde die Entscheidung zur Lotusgeburt auf die Probe gestellt. Um Dich hoch zu nehmen, musste man gleichzeitig Deinen Plazentazwilling mit hochnehmen, das war schon etwas umständlich. Was hingegen wenig Umstände bereitete war die Pflege der Plazenta, die mir im Vorfeld viele Sorgen gemacht hat. Wir haben sie die ersten 24 Stunden in einem Sieb gelassen und dann regelmäßig mit Salz und Kräutern behandelt und in einem Stoffbeutel aufbewahrt.
Der Lotusgeburt werden viele positive Effekte nachgesagt. Dass Die Kinder ruhiger und zufriedener sind, weniger Gewicht verlieren, gestärkter sind, der Nabel besser und schneller abheilt, es keine Anpassungsschwierigkeiten gibt. All das trifft auf Dich zu. Ob es nun tatsächlich an der Lotusgeburt oder an der Hausgeburt oder an der Dir eigenen, auf diese Welt mitgebrachten Konstitution liegt ist wohl schwer zu sagen. Was aber ganz sicher ein positiver Effekt der Lotusgeburt war, ist, dass Deine Nabelschnur schon am zweiten Tag abfiel und einen schönen Nabel zurückließ. Neben der Lotusgeburt hatten wir uns im Vorfeld auch etwas überlegt, was wir diesmal anders machen wollten. So hatten wir überlegt bei Dir windelfrei auszuprobieren und Dich abzuhalten anstatt zu Wickeln. Die Idee hatten wir bei Johanna auch schon, haben sie aber verworfen, da sie im Winter geboren ist und uns das dann Kleidertechnisch zu kompliziert war. Bei Dir hingegen waren die äußeren Rahmenbedingungen perfekt. Da Du ja im wärmsten Sommer seit, keine Ahnung wann, geboren bist, wo wir wochenlang Temperaturen von 30° und mehr hatten, mussten wir uns über Kleidung anfänglich keine Gedanken machen. Und so verbrachtest Du das gesamte Frühwochenbett nackt bei mir im Bett. Nur bedeckt mit einer Spuckwindel. In dieser Zeit habe ich Dich abgehalten, oder Du hast, wenn ich zu spät war, auf eine Unterlage gemacht. Als wir dann anfingen unser Nest zu verlassen und ich Dich dafür auch anzog wurden immer wieder „Windelausnahmen“ gemacht. Mit unserem Umzug Ende Juli wurden die Windeln dann eher zur Regel und das Abhalten zur Ausnahme.
Wenn ich nun zurückblicke bin ich erfüllt von ganz viel Freude und Dankbarkeit, dass Du einen so tollen Start in Dein Leben hattest und ich hoffe du wirst dein ganzes Leben davon zehren. Auch ich möchte diese tolle Erfahrung niemals missen.
Schön das Du jetzt bei uns bist liebe Sophia.

Deine Mama  

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03.06.15

Amalia

Die Hebammen haben mich aber immer ermutigt und unterstützt und auch meine Schimpferei nicht persönlich genommen.

Meine erste Tochter wurde neun Tage über dem errechneten Termin im Hebammenhaus geboren. Deswegen und weil auch die Hebammen der Meinung waren, ging ich eigentlich davon aus, dass auch mein nächstes Kind wohl eher über den Termin gehen würde.
Am 2. Juni hatte ich noch einen Vorsorgetermin, bei dem mir Heike geburtsvorbereitende Akupunktur gab. Akkupunktur wirkt bei mir sehr gut, aber es wäre mir nie eingefallen, dass das Kind tatsächlich am nächsten Tag auch auf die Welt kommen würde. Es war etwas unklar mit einem nächsten Vorsorgetermin, darum rief ich Christina Hügel direkt an um einen Termin für Freitag auszumachen. Ich ging fest davon aus, dass ich diesen Termin noch brauchen würde.
Es war eine relativ stressige Zeit, da wir alle Wiesen gemäht hatten und der 60. Geburtstag meiner Mutter anstand. Ich war überzeugt davon, dass das Kind erst danach kommen würde. Allerdings musste der Papa am Geburtstag meiner Mutter für sechs Tage verreisen. In der Nacht vom 2. auf den 3. hatte ich immer mal wieder ganz leichte Wehen. Senkwehen dachte ich. Vormittags waren sie weg. Ich trug mit meiner großen Tochter noch die Blumenkästen auf den Balkon. Am späten Nachmittag zwickte es dann irgendwann leicht aber schon regelmäßig. Senkwehen. Ich rief im Hebammenhaus an, um mitzuteilen, dass ich wohl Senkwehen habe und sich auf jeden Fall was tut. Die Wehen wurden immer stärker. Aber Senkwehen dachte ich immer noch.
Um 18.30 Uhr rief ich den Papa an, dass er doch bitte nach der Arbeit direkt zu uns kommen soll, ich dachte, dass er dann auf die große Tochter aufpassen sollte, da ich ja mit diesen starken Senkwehen zu tun hatte. Um 18.40 Uhr schrieb ich meiner Schwester eine SMS, dass ich glaube doch Wehen habe. Ich hängte mir flugs ein Tragetuch an einen Haken an der Decke und veratmete die Wehen entweder da oder in den Türrahmen geklemmt. Die Abstände waren schon von Beginn an recht kurz, die Wehen aber auch. Daher dachte ich, dass die ja noch gar nicht so wirksam sein können.
Ich rief um kurz nach 21 Uhr nochmal im Hebammenhaus an, um mitzuteilen, dass ich Wehen habe. Ich sagte, dass die Wehenabstände sehr kurz seien, die Wehen auch, aber trotzdem schon recht intensiv. Christina Hügel meinte ich solle gleich losfahren. Leider war es zuhause recht hektisch, da ich in den Wehenpausen noch dies und jenes tun wollte, die Wehen aber in so kurzen Abständen kamen. Ich hatte auch nicht so dieses super Pause-Gefühl in den Wehenpausen, eher so als ob alles noch etwas angespannt sei. Ich wollte so lange wie möglich und so lange ich mich wohlfühlte zu Hause bleiben.
Meine Mutter fuhr mich, meine große Tochter und den Papa nach Villingen. Die große Tochter ist recht bald eingeschlafen. Auf dem Weg (35 Minuten) hatte ich alle 2-3 Minuten Wehen, die im Auto recht ungemütlich zu veratmen waren. Es drückte auch schon kräftig. Ich wollte noch anhalten, aber meine Mutter weigerte sich =). Dann waren wir dort um kurz vor 22 Uhr und ich sollte mich erst aufs Bett legen um die Kindslage vom Bauch her zu tasten und um die Herztöne zu hören, was ich nicht gut fand, aber trotzdem tat. Dann musste ich aber doch endlich noch auf s Klo. Als ich da die Wehen immer lauter veratmete, kamen die Hebammen und meinten ich solle jetzt in den Geburtsraum, da es sich so anhöre, als ob das Kind gleich käme.
Ich bin in den Geburtsraum gegangen und habe mich da eigentlich gleich hingekniet und auf den Papa gestützt das Kind geboren um kurz vor 22.30 Uhr. Es ging alles sehr schnell und war auch etwas schmerzhaft, weil ich keine richtigen Pausen hatte. Die Hebammen haben mich aber immer ermutigt und unterstützt und auch meine Schimpferei nicht persönlich genommen. Bis die Plazenta geboren war dauerte es dann noch recht lange und sie wollte auch nicht so recht, schlussendlich kam sie aber auch ohne Komplikationen.
Meine große Tochter und meine Mutter kamen, um das Baby anzuschauen und waren auch freudig. Ich wurde noch versorgt, aß die mitgebrachte Suppe und dann sausten wir auch schon nach Hause.
Wir freuten und freuen uns immer noch über alle Maßen, dass alles so gut lief. Ich bin sehr froh und dankbar, dass ich eine so gute Geburt ohne jegliche Interventionen in meinem Tempo erleben durfte. Die betreuenden Hebammen waren genau richtig für mich, für diese Geburt!
Ich habe die Geburt in sehr guter Erinnerung und habe noch im Frühwochenbett gemeint, dass ich mir durchaus auch weitere Kinder vorstellen kann, was ich schon als Qualitätsmerkmal für die Betreuung ansehen würde =).

Vielen, vielen Dank für Alles, ihr leistet großartige Arbeit, die eigentlich unbezahlbar ist!!!

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03.06.15

Mia

Eine Geburt ist ein natürlicher Prozess und die Natur traut einem Körper nur dass zu, was er auch bewältigen kann.

Eine natürliche Geburt. Ganz im Sinne von Mutter Natur.
Am 03.06.2015 wurde unsere Tochter Mia in ihren eigenen vier Wänden geboren. Obwohl unsere Maus 8 Tage über Termin auf die Welt kam, verlief die Geburt sehr ruhig, schnell und vertrauensvoll.
Aber nun alles der Reihe nach.
Vor der Geburt
Im November 2014 befassten wir uns, auch nach Gesprächen mit dem Frauenarzt damit wie und wo wir unser Kind gerne zur Welt bringen möchten. Uns war von vornherein klar, dass es so natürlich und normal wie möglich sein soll. Wir zogen also ein Geburtenhaus vor. Ein Krankenhaus war für uns keine Option, da wir der Natur vertrauen und dem eigenen Körpergefühl gegenüber offen sind. Auch nach späteren Gesprächen mit unseren Hebammen fühlten wir uns bestätigt das Richtige zu tun.
Eine Geburt ist ein natürlicher Prozess und die Natur traut einem Körper nur dass zu, was er auch bewältigen kann.
Also riefen wir nach Recherche im Internet beim Hebammenhaus in Villingen an und vereinbarten einen Termin.
Bei einem ersten Kennenlerngespräch mit Christiane Klinger haben wir auch nach der Option gefragt, unser Kind eventuell zuhause bekommen zu können. Da dies natürlich auch ein bisschen der Wohnsituation und Örtlichkeit geschuldet ist, folgte gleich ein zweiter Termin zur Wohnungsbesichtigung. Hier schaute sich das Team in weiteren Terminen die Wohnung an damit alle wussten wo wir wohnen und wie die Situation bei uns ist.
Aber schnell war klar, dass einer Hausgeburt nichts im Wege stand. An den weiteren Terminen wurden wir sehr gut über Risiken und keine Risiken aufgeklärt. Nun stand unserem Wunsch der Hausgeburt nichts mehr im Wege.
Die Geburt
Am Dienstag den 02.06.2015 war ich nun schon 7 Tage über Termin. Den ganzen Tag über spürte ich in kürzeren Abständen Verhärtungen am ganzen Bauch. Auch unser Baby regte sich an diesem Tag nicht oft. Ich schenkte dieser Sache jedoch keine große Aufmerksamkeit und ging meiner gewohnten Tätigkeit nach.
Der Tag lief wie gewohnt und ohne große Auffälligkeiten. Gegen Mitternacht drehte sich das Blatt von Sekunde zu Sekunde.
Am Spätabend um 23:00 Uhr nahm ich noch eine heiße Dusche und wollte mich dann schlafen legen. Doch dazu kam ich nicht. Ich hatte das Gefühl als hätte ich etwas falsches gegessen. Im Leben kam ich nicht auf die ersten Wehenanzeichen. Es entstand ein Druckgefühl im Bauch, was mich nicht schlafen ließ. Daraufhin fing ich im Internet an nach ersten Wehenanzeichen zu recherchieren, da ich dies nicht richtig einordnen konnte. Ich kam nicht all zu weit.
Kurz nach 00.00 Uhr wurde mein Bauch noch härter und der Druck verstärkte sich- da musste ich schon sehr tief atmen. Nun riefen wir das erste Mal die Rufbereitschaftsnummer an und Elke Hohner fragte und informierte sich über meinen Zustand und empfahl mir ein warmes Bad zur Entspannung. Gesagt – getan !!!
Da ich noch keinen Anlass sah und ich keine richtigen Wehen hatte, brauchten wir auch noch keine Hebamme.
Das mit dem Bad war dann aber noch Wehen förderlicher und es fühlte ich unangenehm an worauf ich auch schnell wieder raus ging. Nun keine 20min später stellten sich weitere, stärkere Wehen ein, die nun alle 7 Minuten und dann schnell auf 4-5 min kamen und mich gut zum Atmen brachten. Die Intensität nahm nun rasch zu und wir riefen erneut bei Elke Hohner an und baten Sie, nach Rückfrage, bitte so schnell es geht zu kommen.
Elke war dann binnen 30min da, während die Wehen sich schon auf 2-3 min in Ihren Abständen reduzierten. Nun war Elke ganz in Ihrem Element und tat das was eine gute Hebamme tut, Sie beruhigt, spricht Mut zu und hat ein prüfendes Auge auf alle Umstände und Gegebenheiten. Dabei untersuchten Sie auch die Herztöne des Babys.
Hierbei stellten sich keine Unregelmäßigkeiten ein und Elke konnte weiter Unterstützend mitwirken. Die Wehen reduzierten sich erneut auf nun 1-2 Minuten, welcher in Intensität deutlich höher waren als zuvor. Nun kam auch die zweite vom Team Hebammenhaus, Frau Julia Schmitt, dazu, da Sie noch Unterlagen und Equipment aus Villingen mitbringen musste.
Julia kümmerte sich auch um meinen Partner, richtete mit Ihm das Schlafzimmer ein und bereitete weitere Utensilien vor, für die Zeit nach der Geburt, sodass sich Mama und Baby zurückziehen und ausruhen können.
Gegen 02:00 stellten sich die Wehen nun alle 60sek. ein, sodass ich kaum eine Pause hatte. Regelmäßig kontrollierte Julia die Herztöne und Elke half mir und versorgte und beobachte mich wie die Wehen wirkten und wie ich mich verhielt. Das setzte sich bis ca. 03:30 Uhr so fort und nun verspürte ich einen unbeschreiblichen, stechenden Schmerz im Unterleib und Rückenbereich.
Kurz darauf hatte ich das Gefühl, das etwas drückt, als würde der Kopf unmittelbar herauskommen. Als wäre das Baby im Geburtskanal schon vorbei. Ich fühlte zudem eine Wölbung und fragte, mit letzter Kraft ob alles in Ordnung ist. Elke beruhigte mich umgehend und unterstütze mich vorgehend um genau so weiter zu machen. Sie motivierte mich so sehr und half mir so gut, sodass ich meine letzten Kraftreserven bündelte und einfach weiter machte. Julia kontrollierte nun, wie zigmal zuvor erneut die Herztöne. Wieder spürte ich eine Wölbung und tastete sie ab. Ich spürte einen Kopf, was mir einen richtigen Energiestoß auslöste um mich auf die letzten Presswehen zu konzentrieren. Mit Elkes Hilfe und mit letzter Kraft stemmte ich die letzte Presswehe und unsere Tochter kam um 04:06 gesund zur Welt.
Nach der Geburt
Mia war nun auf der Welt. Unsere Tochter war geboren und ein Sturm von Glücksgefühlen, Stolz und Ehrfurcht vor Mutter Natur schossen durch uns durch. Dieses kleine Wunder in seinen ersten Minuten auf der Welt. Elke und Julia kümmerten sich nun um uns 3, bereiteten die Nachsorge vor, führten Buch und ließen uns für 30 Minuten alleine. Die ersten Minuten vergingen wie im Flug. Die ersten Freudentränen waren getrocknet und wir kamen aus dem Staunen gar nicht heraus. Auch das Gefühl, dass alles gut gelaufen ist, dass Mutter und Kind wohl auf Sinn, realisierten wir und waren einfach nur dankbar. Von Müdigkeit, war im Übrigen nichts zu spüren.
Im Anschluss durfte Papa die Nabenschnur durchtrennen und Elke kümmerte sich um die Mama und die letzten Nachwehen. Fürsorglich und wohl behütet wurden wir bei der Geburt begleitet und ziehen jetzt im Anschluss das Resümee, dass genau deswegen, wegen der Ruhe und der Unterstützung, die Geburt so gut und so unkompliziert von statten ging.
Wir danken dem ganzen Team, für die Aufklärung, die Unterstützung, die Mühen, die Hilfe und das Engagement.
Wir werden, wenn neuer Nachwuchs in Sicht ist, definitiv wieder kommen.
Mit lieben Grüßen
Miriam, Mia und Daniel

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13.05.15

Tessa

Vom ersten Tag an war ich so gespannt auf unsere kleine. Ich wollte wissen wie sie riecht, wie ihre Augen funkeln, ob sie Haare hat und, und und. ...

Tessa, so heißt unser kleines Wunder.
Vom ersten Tag an war ich so gespannt auf unsere kleine. Ich wollte wissen wie sie riecht, wie ihre Augen funkeln, ob sie Haare hat und, und und. Und Genau 41 Wochen hat sie es sich in meinem Bauch gut gehen lassen. Wir haben in dieser Zeit schon viel zusammen erlebt und ich fuhr mehr als einmal mit meinen Gefühlen Achterbahn. Ängste überkamen mich ob ich eine gute Mutter werden könne, ob ich sie nicht zu warm oder kalt anziehen werde. Ich machte mir Sorgen, dass ich sie vielleicht im Krankenhaus bekommen müsste.
Dann war es soweit. Am 13.05.2015 um 16:04Uhr kam sie auf die Welt. Und als sie geboren war, war alles Perfekt. Sie war ( ist) Perfekt.

Während meiner ganzen Schwangerschaft fühlte ich mich im Hebammenhaus immer sehr geborgen und verstanden. Schon bei meinem ersten Vorstellungstermin wusste ich; „In diesem gelben Zimmer möchte ich meine Tochter bekommen“. Die Atmosphäre ist einfach unbeschreiblich. Das Team war immer sehr ehrlich, professionell , freundlich und sehr sehr unterstützend. Wir hätten uns keinen besseren Platz vorstellen und kein anderes Team wünschen können. Die Hebammen und das ganze Team haben uns am schönsten, aufregendsten und faszinierendsten Tag unseren Lebens begleitet und behütet. Und dafür DANKEN wir!

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12.05.15

Linnéa

Nach einem kurzen Blick auf die Uhr 12.05. 00:03 Uhr: „Ach, Ralf alles Gute zum Geburtstag“ mit einem Kuss und einer Umarmung, war der Geburtstag dann auch für die nächsten Stunden vergessen, denn langsam kamen die Wehen.

11.05 – heute gehen wir mal wieder früher ins Bett, nicht wie die letzten Tage um elf, sondern um zehn. Die Nacht war dafür aber sehr kurz: 22:57 Uhr wachte ich auf und merkte, wie es plötzlich nass wurde. „Ralf wach auf, es ist alles nass. Bringe mir bitte Handtücher, ich kann nicht aufstehen.“
Mit drei Handtüchern habe ich den Weg auf die Toilette geschafft und sagte: „Ich glaube die Fruchtblase ist geplatzt“. Der Blick in die Kloschüssel bestätigte mir meine Vermutung. Eine weiß/rosé farbene Flüssigkeit war zu sehen, die Handtücher haben die weißen Flocken aufgehalten. Wir machten uns auf, die Sachen für den Großen zusammen zu suchen, es lief weiter Fruchtwasser aus, aber von Wehen spürte ich noch nichts. Oma kam an und wir packten Ben in den Sitz mit Decke und seiner Reisetasche ins Auto – wir waren noch entspannt und machten noch locker Witze.
Nach einem kurzen Blick auf die Uhr 12.05 00:03 Uhr: „Ach Ralf alles Gute zum Geburtstag“ mit einem Kuss und einer Umarmung, war der Geburtstag dann auch für die nächsten Stunden vergessen, denn langsam kamen die Wehen. Zur Sicherheit riefen wir die Rufbereitschaftsnummer an, um schon mal mitzuteilen, dass es losging und wer Bereitschaft hat, nicht, dass die Anfahrt eine Stunde dauern würde (Wehen zu dieser Zeit alle 6-8 Minuten). Kurz darauf fingen die Wehen stärken an zu schmerzen und ich nutzte die Türzarge zum Bad um diese zu veratmen. Die Entspannungsmusik half mir mich locker darauf einzulassen. Ich bat Ralf noch um die Kerzen von unten und um ein angenehmes Licht im Bad. Eine weitere halbe Stunde später ließ Ralf mir das Bad ein um die Schmerzen besser zu ertragen. Die Wehen kamen alle 4 Minuten als er ein weiteres Mal anrief um die aktuelle Situation zu schildern.
Es dauerte eine dreiviertel Stunde bis Christina Hügel bei uns eintraf, kurz darauf kam Monja. In der Zwischenzeit saß Ralf vor mir. Ich klammerte mich um seine Oberarme um meinen Oberkörper zu fixieren und mit dem Becken zu kreisen, in den Pausen drückte Ralf mir das Becken. Der leichte Drang war da um mit zuschieben. Christina kontrollierte die Herztöne, alles gut. Selbstsicher fühlte ich nach dem Köpfchen, ich fühlte dieses zwar im Becken, war aber noch weit weg.
Doch dann ging alles ganz schnell. Die Presswehen kamen ganz schnell hintereinander und mit einer Heftigkeit, die ich nicht erwartet hatte. Doch bei der zweiten Wehe merkte ich schon das Köpfchen, es ist gleich soweit.
Eine weitere Wehe und du warst da 2:45 Uhr. Christina holte dich aus dem Wasser und gab dich mir gleich in die Arme. „Hallo meine kleine Maus, meine Süße…“ Mit einem Handtuch umwickelt wollte ich aufstehen um ins Bett zu gehen, als schon gleich die Plazenta geboren wurde. Gestützt gingen wir ins Bett und du lagst in meinen Armen. Ich brauchte einen kleinen Moment um die Geburt zu realisieren, da alles so schnell ging. Christina und Monja kümmerten sich um das Drumherum und nähten den Damm, untersuchten dich und ließen uns in unserem Bett dich genießen.

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04.05.15

Sebastian

She helped me when I needed it, giving encouragement, and she knew when to step back when I needed a break.

I will begin by saying that preparing to have a homebirth in a foreign country is daunting to say the least.
But I had had an amazing experience with my first birth (also a homebirth back in the US) and I was determined to do whatever I could to give my second child the same beautiful entry into the world. With that being said, I contacted every midwife in the area who would service Tuttlingen and found two who would provide a homebirth. Elke was the first midwife we interviewed and after meeting her I was so relieved, I knew that we had found a way to have a homebirth abroad. Doing my due dilagiance we also interviewed the second midwife, and while she seemed qualified and nice, it made me that much more confident that Elke was the right midwife for us.
From that very first meeting, Elke was so open, friendly, and warm. She put both myself and my husband at ease and she was also great with our 3 year-old son. At first I was nervous that the language barrier would be a problem. My German is improving, but it is still very rudimentary. This was not the case. Elke was great at going slow and making sure I understood her. And when I had trouble with a word in German she would be able to either describe what she was telling me in other words I would understand or she would know the English word.
Elke was amazing at the birth. She was so calm and suportive. She helped me when I needed it, giving encouragement, and she knew when to step back when I needed a break. This birth was different than my first. Very intense and (relatively) quick. She worked with me throughout to make sure I was as comfortable as possible and accomodated my needs even when it perhaps made things a bit more difficult for her. For example, I find that I need dark, quiet space when I give birth - she was able to let me have this and still make sure she could do what needed being done.
The birth was perfect. My little boy is perfect. And my recovery was quicker than the first time. I can't express how thankful I am that we found Elke. She was the support we needed and helped us bring a beautiful baby into this world.
My only qualm is that we were unable to do our post-natal support with Elke. As we live in Tuttlingen, we are too far away to make it practical. (Most of the post-natal visits are less than 30 minutes and we live farther away than 30 minutes, so it just wasn't practical.) She did help us find a great post-natal midwife in Tuttlingen, but I would have preferred to have worked continuously with Elke.
I can not recommend Elke highly enough. She is a great midwife and a terrific support and I would not hesitate to call her again if we were to have another child here in Germany.

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10.04.15

Cataleya

Nach all diesen positiven Eindrücken und Informationen war für mich klar unser Kind im Hebammenhaus auf die Welt zu bringen. Wichtig dabei war mir, unser Kind so natürlich und stressfrei zu gebären.

Cataleya ist unser erstes Kind.
Durch Erzählungen über die Arbeit und die Möglichkeiten in einem Hebammenhaus war für mich von Anfang an klar mich genauer damit zu beschäftigen. Ich nahm an unterschiedlichen Kursen wie Mama-Fitness, Yoga für Schwangere und natürlich am Geburtsvorbereitungskurs teil. Durch die vorangegangenen Termine für Akupunktur und intensiven Gesprächen sowie Austausch mit anderen werdenden Müttern bekam ich das volle Vertrauen in die Arbeit der Hebammen. Auch durch meine Wochenbetthebamme Heike, wurde ich vorweg sehr gut über die Geburt, die Risiken und Vorteile aufgeklärt. Nach all diesen positiven Eindrücken und Informationen war für mich klar unser Kind im Hebammenhaus auf die Welt zu bringen. Wichtig dabei war mir, unser Kind so natürlich und stressfrei zu gebären. Mein Mann war anfangs sehr skeptisch. Er machte sich darüber Sorgen was in einem Notfall passiert. Wie schnell kann man reagieren wenn ein Notfall eintritt? Welche Notfälle könnten kritisch werden?
Nach dem ersten Infoabend über die Geburt im Hebammenhaus konnte sich mein Mann das ganze schon eher vorstellen. Wir machten anschließend einen zweiten Termin in dem wir über die Vorteile und die Risiken nochmals sehr detailiert aufgeklärt wurden. Zusätzlich durch die angenehme Atmosphäre der Geburtsräume sowie die Arbeit und Unterstützung der Hebammen bei der Geburt war auch mein Mann vollends überzeugt unser Kind im s’Hebammenhaus auf die Welt zu bringen. Allerdings wurde unsere Entscheidung unser erstes Kind im Hebammenhaus auf die Welt zu bringen immer wieder kritisiert. Vor allem weil es vorangegangen durch eine Ärztin geheißen habe unser Kind sei zu klein und unterversorgt. Auch die gesamte Schwangerschaft durchzog sich nur mit unangenehmen Dingen. Trotz alledem haben wir das Vertrauen in uns und in die Hebammen nie verloren, vor allem wurden wir bei allen Sorgen und Ängsten immer wieder durch ihr Fachwissen aufgebaut. Der errechnete Geburtstermin war der 25.04.15. Am 09.04.15 ging ich noch mit Schmerzen zur Akupunktur um mir Erleichterung zu verschaffen. (...)
Am 10.04.15 wachte ich nachts um fünf auf und merkte dass die Blase gesprungen war, 15 Tage vor dem errechneten Termin. Nach dem Anruf bei Bereitschaftshebamme Christiane sollten wir, wenn noch keine Wehen eintreten, gegen 9:00 nochmal anrufen. Gegen 7:00 morgens traten dann die die ersten Wehen ein. Nachdem sie immer regelmäßiger wurden bestellte uns Christiane auf 8:00 ins Hebammenhaus ein. Zwischenzeitlich habe ich noch geduscht, wobei die Wehen anschließend immer stärker wurden. Im s'Geburtshaus angekommen erwartete uns ein liebevoll eingerichteter Raum, die Heizung war aufgedreht und überall Kerzen aufgestellt. Christiane war ganz ruhig während wir die weiteren Wehen im Bett verarbeiteten. Anfangs waren wir für uns, um sich so entspannt wie möglich darauf vorbereiten zu können. Nachdem die Wehen zunahmen war auch Christiane regelmäßig an unserer Seite. Ihr Vorschlag zur Entspannung in die Badewanne zu gehen war für uns ungewohnt aber im Nachhinein wirklich entspannend, vor allem in den Pausen der Wehen. Durch das warme Bad wurden auch die Wehen immer stärker und die Abstände wurden kürzer. Zwei Stunden lang verbrachten wir bis zur Übergangsphase in der Badewanne. Währenddessen kam auch die zweite Hebamme Christina Decker, welche uns genauso einfühlsam wie Christiane unterstütze und mir immer wieder gut zuredete. Irgendwann verlor ich die Kraft mich in der Wanne abzustützen und das Knien wurde auch unangenehmer. Christiane bat uns doch in den Geburtstraum zu gehen. Die erste Zeit verbrachte ich in der Seitenlage. Nachdem Christiane wollte, dass die kleine eher mit der Schwerkraft kommt, ging es in den Vierfüßlerstand. Nach weiterem Fortschritt unserer kleinen, hockte ich mich vor das Bett und mein Mann hielt mich von hinten fest. Nun kamen die richtigen Presswehen. Nach vielen starken Wehen sah man schon das kleine Köpfchen. Zwischendurch wechselten wir wieder in den Vierfüßlerstand vor dem Bett. Die Schmerzen nahmen zu und die Kräfte ließen nach. Meine zwei Hebammen arbeiteten mit allen Hilfsmitteln die kleine voran zu bringen und mir die Schmerzen so gut wie möglich zu erleichtern. Die eine massierte mir den Bauch mit einem Öl, während die andere mit Kaffeekompressen die Durchblutung und die Dehnung unterstützte. Auch die Herztöne wurden immer regelmäßig von Ihnen geprüft. Zusätzlich wendeten sie das Dammmassageöl an um einen Einriss am Damm zu vermeiden und das Durchkommen des Köpfchens zu erleichtern. Der Kopf war bei einigen Wehen schon mehrmals zu sehen. Natürlich machte sich das auch bei unserm Kind bemerkbar, da die Herztöne leicht absanken. Christiane meinte „wenn das Kleine jetzt nicht kommt muss ich schneiden“ und prompt half diese Drohung die letzten Kräfte mobil zu machen. Und schon war sie da, und wir waren um 12:09 überglückliche Eltern einen kleinen Tochter.
Die nächsten 2,5 Stunden verbrachten wir drei gemeinsam im Bett um uns vor der Heimreise zur erholen und uns kennen zu lernen. Christiane machte abschließend die U1 Untersuchung und wir durften unsere Kleine das erste Mal anziehen. Voller Freude unser erstes Kind mit einer absolut tollen Unterstützung der Hebammen natürlich auf die Welt gebracht zu haben, fuhren wir drei um 15:30 nach Hause.
Wir sind dem gesamten Team des s´Hebammenhauses und vor allem Christiane und Christina Decker, die uns während der Geburt begleitet haben, unendlich dankbar. Ihr habt uns den Moment der Geburt zum einmaligen Erlebnis gemacht und das in einer unglaublich schönen Atmosphäre.
Ein besonderer Dank auch an alle Hebammen, die uns während der Schwangerschaft mit Freundlichkeit, Offenheit und viel Vertrauen begegnet sind und nicht zuletzt Heike, die uns während der gesamten Wochenbettzeit liebevoll mit Rat und Tat zu Seite stand bzw. steht.

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30.03.15

Lukas

Lange wollte ich kein Kind weil ich so Angst vor den Schmerzen hatte. Dann las ich das erste mal von „Hypnobirthing“. Und ich las von so vielen Frauen die ihre Geburt als etwas Wunderbares und teils sogar Schmerzfreies erlebten.
Das nahm mir die Angst und lies den Wunsch nach einem Kind wachsen.

Und dann war es ganz anders ...
Ich habe mich schon vor meiner Schwangerschaft sehr viel über unterschiedliche Geburtsmethoden informiert.
Lange wollte ich kein Kind weil ich so Angst vor den Schmerzen hatte. Dann las ich das erste mal von „Hypnobirthing“. Und ich las von so vielen Frauen die ihre Geburt als etwas Wunderbares und teils sogar Schmerzfreies erlebten.
Das nahm mir die Angst und lies den Wunsch nach einem Kind wachsen. Es stand aber schon vor der Schwangerschaft fest in einer Klinik gebären? Nein das will ich nicht. Ich schwankte noch zwischen Hausgeburt und Geburtshaus. Zeitweise spielte ich sogar mit dem Gedanken einer Alleingeburt. Da aber auch mein Mann mit von der Partie war und ihm eine Alleingeburt zu riskant war, entschieden wir uns für das Geburtshaus.

Vor dem ersten Termin waren wir sehr nervös. Ob man auch auf uns eingehen würde? Ober man unsere Bedürfnisse und Wünsche verstehen würde? Jetzt kann ich diese Frage ganz klar mit „JA“ beantworten. Wir hatten dann noch vor der Geburt mehrere Termine im Hebammenhaus und ab Woche 32 machten die Hebammen dort die komplette Vorsorge. Jede Hebammen war super nett, hat sich viel Zeit genommen und ich konnte ganz entspannt auf die Geburt blicken.
Dann 5 Tage nach dem errechneten ET setzten Abends um 22.40 die Wehen ein. Ich hatte in der Schwangerschaft oft starke Senkwehen aber dieses Ziehen fühlte sich ganz anders an. Zwar ganz zart und leicht, aber anders. Ich sagte meinem Mann noch nichts sondern schaute weiter mit ihm fern. Als ich aber anfing regelmäßig auf die Uhr zu schauen um die Abstände der Wehen zu beobachten, fragte er nach und war ab da ganz aufgeregt. Um 12 sagte ich ich werde noch ein wenig versuchen zu schlafen, sollte es denn tatsächlich noch losgehen (Ich konnte noch nicht so recht dran glauben) Wir sind also ins Bett gegangen, aber an Schlaf war nicht zu denken.
Die Wehen wurden schnell stärker und ich stand wieder auf. Ab halb 3 ca musste ich die Wehen dann veratmen und um 3 ca rief ich dann auf mehrfache Bitte meines Mannes das erste Mal die Rufbereitschaftsnummer des Hebammenhauses an. Es meldete sich Katja (da war erst mal Freude, denn ich hoffte sie bei der Geburt zu haben) Sie sagte, dass ich noch etwas Zeit hätte und ob ich noch zu Hause bleiben möchte (wollte ich) und meinte ich solle wieder anrufen wenn was ist. Dann gab sie mir noch ein paar Tipps für die Wehen. Nachdem Katja bestätigte dass es kein Fehlalarm ist, war an Schlaf natürlich nicht mehr zu denken. Ich veratmete also weiter brav meine Wehen die ca. im 5 Minutenabstand kamen (mal bisschen mehr mal bisschen weniger)
Um 6/halb 7 ca. hatte ich dann das Bedürfnis ins Hebammenhaus zu fahren, da ich nun auch während den Wehen laut schreien musste weil ich nicht wusste wohin mit mir. (mit Hypnobirthing war nichts mehr, trotz vielem Vorbereiten und Üben). Also habe ich erneut Katja angerufen und mit ihr ausgemacht wir treffen uns frühstens um halb 7. Um 7 waren wir dann da. Es waren Kerzen angezündet, die Wanne lief voll und Entspannungsmusik lief. Katja sprach beruhigend und sagte ich mache das gut.Als die Wanne voll war stieg ich hinein und genoss erstmal die Entspannung die sich sofort breit machte. Ich war jedoch schon soo müde und wollte es nur noch hinter mir haben. Aber Katja macht mir Mut. Nach einer Weile wollte ich wieder aus der Wanne raus da es anfing unangenehm und unbequem zu werden. Die Stunden danach waren einfach nur so anstrengend. Es tat weh und ich sagte so oft „ich kann nicht mehr und mag nicht mehr“ Aber Katja machte mir immer wieder Mut. Der erste Lichtblick war als Katja mit anbot dass ich schauen könne wo er schon ist. Ich ertaste recht weit unten sein Köpfchen und Katja sagte „wir haben den Endspurt“ Leider hatten wir unterschiedliche Auffassungen von Endspurt. Wo ich hoffte es nun in ein paar Wehen geschafft zu haben, meinte Katja dass ich lediglich die Eröffnungsphase überstanden habe. Also kämpfte ich mich weiter durch mit Katjas Unterstützung. Irgendwann schickte sie mich aufs Klo und ich stellte fest dass die Wehen leichter sind wenn ich sitze. Wir versuchten also den Geburtshocker und das Seil, aber alles war nichts von der Höhe, also wieder ab aufs Klo, da das die perfekte Höhe hatte. Irgendwann merkte ich wie der Kopf immer wieder ein Stück rausschaute bei den Wehen und ich fragte Katja zum gefühlten 1000sten mal „Habe ich es JETZT bald geschafft? Das war doch der Kopf oder?“ Sie bejahte und ich schöpfte neuen Mut. Als endlich der halbe Kopf da war ( jaaa nur der halbe ^^) konnte ich die vielen Haare meines Sohnes ertasten und sammelte ein letztes mal alle Kräfte für die nächste (und letzte) Wehe. Ich stand auf und schrie laut, Katja rief „ Du musst atmen“ ich atmete also ein und schwupp war er, nach fast 13 Stunden, endlich da und wurde von Katja, im wahrsten Sinne des Wortes, aufgefangen. Ich bekam meinen kleinen Schatz sofort in die Arme und es war ein überwältigendes Gefühl. Er war einfach so perfekt. Katja fragte meinen Mann und mich ob wir uns hinlegen wollten, und das wollte ich! Ich war so so erschöpft und so glücklich über meinen perfekten wunderschönen Sohn. Sie schaute noch mit Elke ob ich genäht werden muss (musste ich nicht) und dann durften mein Mann und ich unseren Sohn in Ruhe willkommen heißen.
Auch wenn es so anders war als ich es mir vorgestellt hatte, bin ich so dankbar für Katjas Hilfe, Unterstützung und Mut machende Worte und würde jederzeit wieder im Hebammenhaus gebären.

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26.01.15

Kate

Da wir uns bei Michelle unserer 1. Tochter, gleich für´s Hebammenhaus entschieden haben, wollten wir diesmal am Tag X die Situation abwarten und spontan entscheiden ob wir ins Hebammenhaus fahren oder doch zu Hause gebären.

Alles ist so spannend, aufregend und doch so vertraut.
Wir erwarten voller Vorfreude sehnsüchtig unsere 2. Tochter.
Da wir uns bei Michelle unserer 1. Tochter, gleich für´s Hebammenhaus entschieden haben, wollten wir diesmal am Tag X die Situation abwarten und spontan entscheiden ob wir ins Hebammenhaus fahren oder doch zu Hause gebären.

Am 26.01.2015 war es dann soweit.
3:00 Uhr morgens kündigten sich die ersten leichten Wehen an, die ich nicht wirklich wahr genommen habe. Wach gemacht haben sie mich, wollte mich dennoch wieder ins Bett legen und versuchen zu schlafen, was nicht funktionierte, also stand ich auf und tigerte etwas durch die Wohnung.
Mein Verdacht, das sich unser Töchterchen auf dem Weg machte verstärkte sich erst, als ich festgestellte habe, das ich immer wieder Fruchtwasser verlor, allerdings in sehr geringen Mengen, sodass ich den Gedanken ignoriert habe, das die Geburt los geht!
Ich weckte meinen Mann, ging danach duschen und rief ca. um 5:00 Uhr morgens Elke, meine zuständige Hebamme, mit der Vorwarnung sie solle sich mit einem Fehlalarm einstellen, an, aber lieber vorbei kommen um Entwarnung zu geben.

Nachdem Elke eingetroffen war, untersuchte sie mich gleich und meinte der Muttermund wäre schon 5 cm auf!
Also doch kein Fehlalarm, jetzt waren wir natürlich sehr aufgeregt und konnten es kaum abwarten, bis es richtig los ging.
Wir entschieden uns zu Hause zu bleiben, denn draußen herrschte typisches Winterwetter und ins Chaos wollten wir uns nicht stürzen sondern alles ganz gemütlich angehen.
Viertel vor sechs wurde dann unsere 3 jährige Tochter wach, sie merkte schnell, das heute ein etwas anderer Morgen als sonst war und sie hielt Abstand zu mir , irgendwie spürte sie das ich mich in einem sehr außergewöhnlichen Zustand befand.
Opa wurde dann um sechs alarmiert um Michelle abzuholen, in der Zwischenzeit gab ich meinem Mann noch Anweisungen, worüber sich Elke sehr amüsierte, was er alles für den Kindergarten herrichten sollte und stellte ihr noch die Anziehsachen zusammen.
Opa traf Viertel nach sechs ein, wir verabschiedeten unsere Tochter und konzentrierten uns weiter auf die anstehende Geburt.
Leider mußte Elke um halb sieben gehen und Christina Hügel traf ein und übernahm, wobei die Wehen zu dem Zeitpunkt so stark waren das ich nichts mehr um mich herum wahr genommen habe.
Mein Mann stand hilflos da, denn jede Berührung war in jenem Moment zuviel.
Der Gedanke, das er dabei ist tat gut und war völlig ausreichend!

Es ging alles so schnell, der Druck war so groß und heftig und um 6.59 Uhr ist unsere süße Kate geboren, alles ging gut!
Mein Wunsch zu Hause zu gebären, war schön, unbeschreiblich und überwältigend!!

Ca.2 min später traf Grit ein, eigentlich sollte sie die Geburt mit begleiten, aber Kate wollte nicht warten, sorry ;-) !
Als erstes bekam natürlich unsere Michelle einen Anruf, das ihre Schwester nun da ist, so konnte sie gleich am Morgen im Kindergarten die freudige Nachricht verkünden!

An dieser Stelle nochmal ein großes Lob und Danke für eine zweite, wundervolle, unvergessliche, außerklinische Geburt an Elke, Christina Hügel, Grit und die tolle Betreuung durch´s s´Hebammenhaus und natürlich auch an meinen Mann und Michelle für die schöne Zeit während der Schwangerschaft!

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16.01.15

Phi-Hung

"Hausgeburt? Nein, so etwas kommt nicht in Frage!".....
Letztendlich hatten wir eine ungeplante Hausgeburt. UND das war die beste und schönste Entscheidung, die wir je getroffen haben.

"Hausgeburt? Nein, so etwas kommt nicht in Frage!".....
Letztendlich hatten wir eine ungeplante Hausgeburt. UND das war die beste und schönste Entscheidung, die wir je getroffen haben.
Rückblickend hatte ich eine sehr entspannte und tolle Schwangerschaft. Ohne Beschwerden, ohne Stress, ohne Probleme und ohne Sorgen. Bis zu dem Tag, wo ich mich im Krankenhaus vorstellen musste. Es hieß auf einmal dass mein Kind zu groß ist, das Gewicht wurde auf 3800g geschätzt und mein voraussichtlicher Geburtstermin wäre erst in einer Woche. Bis dahin wächst mein Kind ständig weiter. Darum sollte ich mich schnell dazu entscheiden, die Geburt einzuleiten.
Ich habe mich schlecht gefühlt und zugleich gestresst und besorgt. Also rief ich die liebe Elke an und fragte Sie um Rat. Nachdem ich so mich schlecht gefühlt habe und ich durch Elke wieder sorgenfrei war, wurde mir sofort klar dass wir im s`Hebammenhaus gebären werden.
Natürlich macht man sich Gedanken darüber, dass etwas während oder nach der Geburt mit dem Kind passieren könnte. Aber meine Schwägerin bestärkte mich indem Sie sagte: "Was würde das für eine Geburt sein, wenn du immer vom schlechten ausgehst. Denk positiv."
Nun ein Tag vor dem Geburtstermin, setzten die Wehen ein. Früh morgens um 7 Uhr .
Mein Mann stand schon mit der Christina in Kontakt und Sie kam dann vorbei um nach mir zu sehen.
Wir entschieden uns gleich daheim zu bleiben, da ich unter diesen Schmerzen nirgends wo mehr hin wollte. Elke kam dann später hinzu. Nach ca. 5 Stunden kam unser kleiner gesunder Wonneproppen mit 3560g zur Welt. Da war es um mich geschehen und alle Schmerzen waren sofort vergessen.
Und wenn ich zurückblicke, dann habe ich mich sehr wohl gefühlt in meinen zu Hause mit sehr guten, erfahrenden Hebammen und natürlich einen tollen Mann an meiner Seite. Wir sind so überglücklich, dass wir uns für eine spontane Hausgeburt entschieden haben. Wir bedanken uns an Elke und Christina für die tolle Unterstützung für die unvergessliche Geburt unseres Sohnes.

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01.11.14

Mädchen

„Es passiert hier nichts, wofür unsere Körper nicht gemacht sind!“

„Es passiert hier nichts, wofür unsere Körper nicht gemacht sind!“

Im Mai diesen Jahres beendeten mein Mann Sebastian und ich unser Medizinstudium an der Uni in Freiburg.
Wir sind also beide studierte Ärzte.
Ende Oktober erwarteten wir unser erstes Kind.
Für mich und uns war, nach kurzer und intensiver Auseinandersetzung mit dem Für und Wider, recht bald klar: Wir würden am liebsten in der Sicherheit und Geborgenheit des eigenen Heimes entbinden wollen.
Eine Hausgeburt also.
„Ja habt ihr denn keine Angst zu Hause zu entbinden?“
Ich kann gar nicht zählen, wie häufig diese Frage mir im Laufe meiner Schwangerschaft gestellt wurde. Und doch konnte ich bis zuletzt weder in mir noch in irgendeiner Statistik ein Argument finden, das diese Angst hätte untermauern können.
Ich fürchtete – vermutlich gerade weil mir meine Ausbildung einen tieferen Einblick ins System gewährte – viel mehr eine eventuelle Entmündigung während meines Geburtsprozesses, fürchtete unempathische Betreuung durch gestresstes Personal, fürchtete unnötige Eingriffe aufgrund von Leitlinien oder Zeitdruck, statt aufgrund meiner individuellen Bedürfnisse.
Um Missverständnissen gleich zuvorzukommen: Ich will die Schulmedizin in keiner Weise schlecht oder klein machen.
Ich schätze sie sehr und bin uneingeschränkt dankbar um all die hilfreichen Methoden, die sie einem in gesundheitsgefährdenden Situationen anzubieten hat.
Für mich ist und bleibt eine Geburt im Anschluss an eine unkomplizierte Schwangerschaft ohne Risikofaktoren jedoch zunächst kein gesundheitsgefährdendes Ereignis! Im Gegenteil: Geburt ist zu allererst ein ganz und gar natürliches, ein leben -und nicht todbringendes Ereignis!
Und also solches wollte ich es auch gerne betreut wissen.
Mit dem Fokus ganz klar gerichtet auf das Gesunde, auf die 98 % der Statistiken in denen alles gut geht, nicht auf jene 2%, die die moderne Hochsicherheitsbetreuung bedingen. Natürlich in den Wissen und Vertrauen, dass mir genau diese Errungenschaften der modernen Medizin ja dennoch zur Verfügung stehen, sollte einer jener seltenen Fälle einstellen, da nicht alles gefahrenlos verläuft.
Ich will betonen: Zu dieser Entscheidung fand ich. Es ist und bleibt jedoch gewiss eine individuelle Entscheidung und ich will hier in keiner Weise eine Patentlösung für jede Frau anpreisen.
Letztlich kommt es meiner Ansicht nach vor allem auf eines an: Jede Frau sollte dort entbinden, wo sie selbst sich am wohlsten und am sichersten fühlt.
Denn das hat sich mir in dieser Geburtserfahrung gewiss gezeigt: Mit der Unsicherheit und der Angst, mit den Zweifeln und dem Widerstand steigern sich die Schmerzen, erhöht sich die Spannung im Unterleib und verzögert sich der Geburtsprozess.

Für mich war die Betreuung im Hebammenhaus – und dafür ist ebenso die Begleitung vor der Geburt entscheidend! – in all diesen Punkten ungemein wertvoll. Ich fühlte mich in meinen Bedürfnissen und Fragen ernst genommen, fühlte mich liebe-, respektvoll und vor allem auch sehr kompetent begleitet.
All das wirkt schließlich angstlösend, mutmachend und stärkte mich in meinem Vertrauen in mich selbst und in meine Kräfte als Frau. Als genau diese Herausforderung habe ich meine ganze Schwangerschaft begriffen: Es ging darum, meine ungeahnten Stärken und Kräfte als Frau kennen und für die Geburt nutzen zu lernen. Dabei hilft einem kein Studium und kein Wissen dieser Welt. Das braucht andere Hilfestellungen. Eben diese fand ich in meiner Betreuung durch die Hebammen und dafür bin ich ungemein dankbar. Wie auch immer man sich für die Geburt letztlich entscheiden mag, wer die Möglichkeit hat, sich vor und nach der Geburt außerklinisch von einer Hebamme betreuen zu lassen, der sollte diese unbedingt wahrnehmen.

Ich weiß: Dies soll ein Geburtsbericht sein und werden. Ich wollte mit diesem Plädoyer für die Arbeit der Hebammen keineswegs abschweifen.
Ich konnte es jedoch nicht auslassen, denn beim Schreiben wurde mir immer klarer, dass die Geburt nicht einfach mit dem Beginn der Wehen losgeht.
Nein: Vieles nimmt schon im Vorfeld mental seinen Anfang.
Und die Ruhe und Angstfreiheit, mit der ich schließlich meine Wehen willkommen heißen konnte, schöpfte sich, wie ich glaube, vor allem aus dem zuvor Durchlebten und Erfahrenen, aus den zuvor beschwichtigten Ängsten und der zuvor erlangten Zuversicht und Kraft.
Der geburtsvorbereitende Bauchtanz bei Anne Haas, die zahllosen Gespräche und Zuwendungen der Hebammen bei jeder Vorsorgeuntersuchung, ihr offenes Ohr bei jedweder Unsicherheit, ihre ermutigende Zuversicht während dieser 10 anstrengenden Tage jenseits des Geburtstermines und schließlich Christianes stärkende Anwesenheit während der heißen Phase´ der Geburt – all das wirkte meiner Überzeugung nach zusammen, um mir eine Geburt in unseren eigenen 4 Wänden zu schenken, die alles andere als traumatisch war. Ein überwältigendes, wuchtiges, ja stärkendes und eigentlich wunderschönes Ereignis. Dieser Teil ist letztlich schnell erzählt: Nachdem ich seit Wochen schon gespannt auf Wehen wartete und jegliches Ziepen immer mit freudiger Erwartung begrüßte (schließlich weiß man als Erstgebärende nicht so recht worauf man da eigentlich wartet), ging es in der Nacht zum 1.11. um 22.30 Uhr dann schließlich unmissverständlich los: Intensives, einem heftigen Regelschmerz nicht unähnliches Ziehen im Unterbauch stellte sich in zweifellos rhythmischem 5-minütigem Abstand ein. Endlich konnten wir die ´Geburtskerze anzünden, die seit Tagen verheißungsvoll und unangetastet neben unserem Bett stand.
Ich konzentrierte mich auf Annes wertvollen Hinweis aus der Geburtsvorbereitung: Eine Wehe dauert maximal 90 Sekunden. Gefolgt von 5 Minuten Pause. Pause! Zeit der völligen Schmerzfreiheit! Zeit zu entspannen! „Eine-Stunde-Wehen-haben“ heißt also genau genommen 48 Minuten Pause und 12 Minuten lang heftige Empfindungen zu haben.
Das klang eigentlich nicht so übel!
Und so hieß ich atmend eine jede Welle der Empfindung willkommen und verabschiedete sie atmend wieder, mich selbst der viel längeren Pause widmend. In Uhren gemessene Zeit war schließlich ohnehin kein Maß mehr für das Folgende. Längst fühlte ich mich mitgerissen in einer Art Fluss des Erlebens und konnte gar nicht anders, als mich diesem hinzugeben. Minuten und Sekunden verloren in dieser Matrix jegliche Bedeutung. Überhaupt fand ich meine Aufmerksamkeit derart von überwältigenden, körperlichen Empfindungen absorbiert, dass alles sonst an Bedeutung verlor. Selbst die gesellschaftlich geprägte Gepflogenheit sein Geschäft auf der dafür vorgesehenen Toilette zu verrichten, schien mir in diesem Moment unangebracht, denn sämtiche Regungen überkamen mich derart plötzlich, dass ich mich ständig in der Nähe der Toilette aufhalten oder mich auf dem Weg dorthin wieder und wieder verkrampfen hätte müssen. Da ich die Toilette als kein besonders lauschiges Örtchen befand, um meine Wehen zu verarbeiten, erklärte ich kurzerhand einen Putzeimer im Schlafzimmer als Toilettenersatz, dessen Inhalt Sebastian dann regelmäßig leeren durfte.
Ja, denke ich mir im Nachhinein, ein entspanntes Verhältnis zu sämtlichen Körperfunktionen ist für den archaischen Akt des Gebärens auf jeden Fall von Vorteil und unser gesellschaftlich anerzogener Hygienewahn kann da durchaus hinderlich wirken. Auch hierfür genoss ich es im Übrigen meine eigenen 4 Wände und nur mir vertraute Menschen um mich zu haben. Sebastian und ich fanden seinen Eimer-leer-Job jedenfalls eher lustig als peinlich.
Humor hilft einem auf jeden Fall auch beim Gebären über so einiges hinweg...

Nach gerademal 4 Stunden der Wehen, begann die Frequenz und die Heftigkeit der Empfindung deutlich anzuziehen. Ich hatte das Gefühl plötzlich gab es kaum noch diese heilige Pause zum Durchatmen und wusste: Wenn ich in die Klinik fahren müsste, dann würde ich das jetzt tun! Es war also Zeit die diensthabende Hebamme anzurufen. Zugleich erinnere ich noch, wie dankbar ich in diesem Moment war eben gerade jetzt, da sich alles intensivierte, nicht mehr das Haus verlassen und meinen „flow“ unterbrechen zu müssen.
Christianes Ankunft und Anwesenheit bemerkte ich nur am Rande meines Bewusstseins. Ich registrierte nur immer wieder ihre gewohnte Gelassenheit, Routine und Entspanntheit, die sie ungebrochen ausstrahlte. Mehr brauchte ich nicht als gelegentliche Rückversicherung, um wieder voller Vertrauen in den mitreißenden Strom des Erlebens einzutauchen. Nicht lange nach Christianes Eintreffen bei uns, spürte ich plötzlich wie sich von innen heraus ein enormer Druck auf meinen Unterleib aufbaute, den mich Christiane ermunterte ruhig zuzulassen. Mit dem Ergebnis, dass ein gewaltiger, wassergefüllter Luftballon in meinem Innern platzte und literweise klare Flüssigkeit auf den Fußboden pflatschte. Aha. Das war also ein Blasensprung.
Wieder so ein wuchtiger Moment.
Des Öfteren ertappte ich mich dabei, wie mich die Heftigkeit und Archaik dieser Momente eher amüsierte, als mich zu ängstigen. Diesen Abzweig der leicht distanzierten, amüsierten Verwunderung über den Lauf der Dinge kann ich jeder Frau im Geburtsprozess nur wärmstens anraten zu nehmen, wannimmer sich in den Strom der Ereignisse der Verstand einzuschalten versucht und den Zweifel sät, ob etwas derart „krasses“ und „heftiges“ noch „normal“ sein könne...
Mit der geplatzten Fruchtblase ging die Geburt definitiv in eine neue Phase über und ich spürte mit einer Mischung aus teils Entsetzen, teils unbändigbarer Freude, dass es nun langsam aber sicher ans Gebären ginge. Das starke, rhythmische Ziehen der Wehen war nun irgendwie weg oder schlicht überlagert von einer Empfindung, die ich als viel heftiger wahrnahm: Immer wieder baute sich ohne jeglichen Einfluss meinerseits ein immenser Druck in mir auf, der meinem Erleben nach mehr als einem aktiven Pressvorgang dem ununterdrückbaren Impuls des Erbrechens ähnelte. Zur aktiven Teilnahme an dem Pressvorgang sah ich mich keineswegs im Stande, spürte aber, dass ich in jedem Augenblick des Druckaufbaus mich ganz und gar öffnen und weiten musste, um keine Schmerzen zu empfinden.
In dieser Phase der Presswehen wurde mir erstmals wirklich körperlich bewusst: Jetzt kommt dieses ganze Kind aus dir heraus!
Und das ist bei Leibe eine Empfindung, die bisweilen geradezu schockierend wirkt. Aus einem dieser Momente des Entsetzens, in dem ich kurz herausfiel aus meiner demütigen Hingabe an den Lauf der Dinge, stammt auch Christianes ruhige Entgegnung: „Nina, es passiert hier nichts wofür unsere Körper nicht gemacht sind.“
Da hat sie recht, musste ich mir sagen.
Und übergab mich, diesen Satz wie ein Mantra meinem Verstand entgegnend, wieder dem Tun meines Körpers. Und dieser brachte schließlich tatsächlich das Unglaubliche, hätte ich es selbst nicht erlebt, würde ich sagen das Unmögliche hervor: Ein Kind. Unser Kind. Ein kleines Mädchen. Nie werde ich diesen Anblick vergessen. Wie dieses Kind friedlich, ein bisschen verwirrt, der Natur der Sache gemäß blutverschmiert und ganz gewiss lebendig zwischen meinen Beinen liegt. Ich hatte sie in der Hocke geboren, Sebstian hinter mir, mich fest haltend und die ganze Gewalt dieser letzten Wehen mit mir tragend. Ich selbst realisierte eigentlich erst als er vor Rührung und Überwältigung plötzlich laut schluchzte, dass ich das Kind schon fast geboren hatte und sie mit der nächsten Wehe tatsächlich in der Welt war.

Was folgt ist in der Erinnerung wieder ein einziger zeitloser Film von Bildern, die mich noch heute zu Tränen rühren können.
Zeitlos und doch ist mir die Zeit im Sinne von ganz und gar hektikfreien, entschleunigten Augenblicken als das Kostbarste in Erinnerung geblieben. Niemand, der hopplahoppla die Nabelschnur durchtrennt, niemand der das Kind schnellen Handgriffs untersucht, wiegt, von A nach B trägt. Kein grelles Licht. Keine wuselige, arbeitsame Atmosphäre. Nur das stille Wunder des Augenblicks und wir mittendrin. Die Anwesenheit der Hebammen in diesen Momenen ist mir kaum noch präsent und das ist wohl ein Zeichen extrem guter Arbeit. Ich weiß sie waren da, um uns alle drei ins Bett zu begleiten; sie waren da, um mir ein weng später zu helfen, das Kind an die Brust zu legen; sie waren da, um doch schließlich eine auspulsierte Nabelschnur zu durchtrennen bzw. von Sebastian durchtrennen zu lassen und sie waren da, um bei der Geburt der Plazenta zu helfen. Und ich weiß auch, letzten Endes waren sämtliche Formulare ausgefüllt und mussten nur noch unterschrieben werden, die Waschmaschiene war mit der Wäsche befüllt und der fertig geschnürte Müllsack stand an der Türe. All das geschah so taktvoll und still, als seien es die Meinzelmännchen höchstpersönlich gewesen
und nichts von Alledem war im geringsten im Stande uns in unserer heiligen Seifenblase der Seeligkeit zu stören.
Was bleibt anderes zu sagen als:
Danke Hebammenhaus!! Wir freuen uns aufs nächste Mal!!

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06.10.14

Solvei Merle

Gestern Abend haben Papa und ich dir ein Geburtstagsliedchen gesungen um 21.10h, denn da warst du gerade eine Woche alt geworden.
Und wir haben uns gewundert wie schnell deine erste Woche vorbeigegangen ist und wie unvorstellbar leer ein Leben nun ohne dich wäre.

Deine Geburt (aus Sicht der Mutter)
Gestern Abend haben Papa und ich dir ein Geburtstagsliedchen gesungen um 21.10h, denn da warst du gerade eine Woche alt geworden.
Und wir haben uns gewundert wie schnell deine erste Woche vorbeigegangen ist und wie unvorstellbar leer ein Leben nun ohne dich wäre.

Wie ein Wunder liegt du neben uns, liebst und atmest Zauber in uns hinein, manchmal übertrifft die Wirklichkeit den Traum

  • dieser Spruch wird auf deiner Geburtsanzeige stehen und dies trifft einfach sehr gut mein Gefühl, wenn ich dich neben mir liegen habe, stillend oder schlafend...
    Ein kleiner Engel!
    Mein Gefühl für dich war sofort so groß und tief, ich habe dich so lieb mein kleines Bündel Mensch, kleine Solvei, kleiner Sonnenweg.

Wir konnten es am Schluss kaum noch erwarten dich zu sehen.
Im Vorfeld sagte ich sehr gelassen, dass du sicher später als der angesetzte Entbindungstermin auf die Welt kommen wollen würdest.
So wie alle Kinder der nahen Verwandtschaft.

Doch als der 1.Oktober sich näherte und dann sogar verstrich, wurde ich doch ungeduldiger.
Ich hatte insgesamt drei Nächte Wehen, unregelmäßig und nicht sehr stark, jedoch für mich immer Anzeichen, dass es jetzt bald losgehen sollte.
Immer wieder war ich enttäuscht, wenn ich dann morgens in die Badewanne stieg und die Wehen nachließen. Das wäre dann nämlich ein Anzeichen für „echte Geburtswehen“ gewesen.

Nach einer langen, gefühlt schlaflosen Nacht, wegen einigen Wehen vom 4. auf den 5. Oktober entschlossen wir uns am Sonntagabend nicht mehr zum Tatortabend zu unseren Freunden zu gehen, so wie sonst immer.
Ich glaube das war gut, denn Thom und ich hatten so noch einen ruhigen Abend.
Um 24 Uhr wachte ich dann auf, weil meine Unterhose nass wurde, ich untersuchte nach Anzeichen eines Blasensprungs (die Flüssigkeit war farblos und roch nicht nach Urin, jedoch auch nicht süßlich) und ich wählte das erste Mal die Rufbereitschaftsnummer des s’Hebammenhauses.
Christina Hügel hielt den Ball flach und sagte, ich solle eine Binde einlegen und möglichst versuchen zu schlafen, wir würden am nächsten Morgen dann wieder telefonieren.
Nach einer eher unruhigen Nacht mit -im Vergleich zu den davor gekannten- relativ starken Wehen, telefonierten wir und sie empfahl mir mich nun mich möglichst fit zu halten und zu tun, was mir gut täte.
Gut Frühstücken, Spazierengehen, Badewanne, schlafen....
Ich war überzeugt, dass die Geburt nun langsam in Gang kommen würde, schließlich hatte ich alle 20' Wehen. Später würde ich darüber lächeln, da tatsächlich diese Wehen noch nicht so bezeichnet werden konnten: Zu schwach, zu wenig Kraft...

Wir taten, wie uns geheißen, die Wehen kamen und gingen, veränderten aber nicht ihre Intensität.
Um 14.00 Uhr kam dann Christina zu uns nach Hause, vermittelte weiterhin Ruhe und Gelassenheit, betonte aber, dass langsam die Zeit gegen uns liefe wegen des Blasensprungs und dass bis nachts die Geburt schon richtig in Gang kommen müsse, sonst müsse ich in die Klinik.
Der Muttermund war zu dieser Zeit noch nicht fühlbar offen und der Gebärmutterhals kaum verstrichen... Enttäuschend.

Christina setzte eine Akupunkturnadel, gab mir ein Homöopathisches Mittel und massierte meinen Bauch mit „Ut-Öl“ (ein Nelken-Ingwer-Zimt-Gemisch)... Sie ging und wir vereinbarten, dass wir später eventuell in s’Hebammenhaus kommen sollten, um weitere sanfte Einleitungsmethoden zu versuchen.
Thom und ich machten gleich (mal wieder) einen Spaziergang (übrigens war ein wunderschön sonniger Herbsttag) und danach ölte er mich auch noch mal ein.

Die Wehen waren davor schon etwas heftiger geworden doch immer noch relativ selten, doch nach der nächsten Bauchmassage wurden sie häufiger. Die Abstände steigerten sich nun sehr schnell von 10 auf 3-4 Minuten. Die Intensität wurde noch stärker, so dass ich die Wehen nun nur noch mit einer sehr heißen Wärmflasche, zwischen den Türrahmen eingekeilt, veratmen konnte.
Auch das Tönen auf „A“ und mein Mantra aus der Hypnosevorbereitung halfen mir beim Verarbeiten, ebenso, dass ich immer versuchte zum Schmerz hinzuatmen. Da die Wehen-Wellen so schnell hintereinander kamen, etwa alle 3 Minuten, bekam ich langsam Angst davor ins Hebammenhaus zu fahren und die Fahrt auszuhalten (Rottweil-Villingen).
So entschlossen wir uns nach Absprache mit Christina, gegen 17.30h loszufahren.
Im Auto hörten wir noch ein paar Lieder der Reinhard Mey-„Mein Apfelbäumchen“-CD, und ich versuchte mir immer wieder das Bild der glücklichen Geburt, das ich mir im Vorfeld überlegt hatte, vor Augen zu rufen:

Du liegst auf meiner Brust, kleines Mädchen, gerade auf die Welt gekommen, Thom liegt nahe neben uns, wir flüstern mit dir, heißen dich willkommen, können unser Glück kaum fassen.

Zwölf Wehen zählte Thom auf der dreißigminütigen Fahrt.
Es war Hochbetrieb auf dem Schwimmbadparkplatz als wir ankamen –so sehr eingenommen von der Geburt war ich wohl noch nicht, dass mir das egal war.
So ging ich schnell nach einer vergangenen Welle aus dem Auto ins Haus, um nicht auf dem Parkplatz diese laut tönend verarbeiten zu müssen. Es war so schön ins Geburtshaus zu kommen, Windlichter hießen uns schon am Eingang willkommen, im Gebärzimmer brannten ebenfalls Kerzen und es lief leise Entspannungsmusik.

Christina untersuchte mich, immerhin war der Muttermund nun 2cm offen und der Gebärmutterhals verstrichen… Ich bekam auf meinen Wunsch hin einen Einlauf, da der Durchfall ausgeblieben war.Es war ca. 18:30 Uhr.

Wir unternahmen noch einen kleinen Spaziergang im Park und verschreckten sicher einige Jogger und Skater :), wenn ich, an Bäume gelehnt die Wehen verarbeitete. Teilweise liefen wir nur 3 Meter zwischen jeder Wehe - die Abstände wurden immer kürzer...
Die Wehen waren dafür nicht so lang, aber nicht minder heftig.Es muss etwa 19:30 Uhr gewesen sein, als ich in die Badewanne stieg und mit längeren Wehenpausen belohnt wurde, allerdings wurden die Wehen dann stärker und ich musste erstmal eine gute Position finden, um mich ihnen nicht völlig ausgeliefert zu fühlen.
Diese fand ich im Vierfüßlerstand auf dem Badewannenrand abgestützt. Thom war da, atmete mit, sagte mir mein Mantra vor. Ich hatte das Gefühl, dass jede Wehe heftiger würde, ich fühlte mich ihnen bald ausgeliefert und es kam immer wieder vor, dass ich schrie oder schluchzte, statt laut zu tönen.
Immer wieder half mir die Vorstellung der Welle, die einen Höhepunkt hat, so dass ich in der Mitte dieser mich schon auf das Abklingen „freuen“ konnte.
Manchmal habe ich versucht, „unter der Welle durchzutauchen“ oder „auf ihr zu reiten", was genial war, wenn es funktionierte, was ich aber nicht oft schaffte. Meist begrüßte ich die Wehen nicht mit einem „Ja!" sondern mit „Sch***, schon wieder!“.
Irgendwann gegen 20:30 Uhr war Schichtwechsel, ich nahm ihn halb in Trance wahr, Christiane kam. Sie nahm neben uns Platz, Christina verabschiedete sich und von Christiane ist mir vor allem der Satz im Kopf, den sie immer wieder sagte, wenn ich fast außer mir geriet, überwältigt von einer Wehe: „Ja, das ist eine große Kraft."

Ich nahm halb wahr, dass sie die Zweithebamme rief und ich weiß noch, dass ich mich kurz gewundert hatte, denn ich rechnete nicht damit, dass die letzte Geburtsphase schon in Sicht sei.
Doch kurz darauf hatte ich tatsächlich das überwältigende Gefühl stark pressen zu müssen. Ich klammerte mich inzwischen im halben Vierfüßlerstand am Tuch bei der Badewanne fest und schafft es nicht mehr mich in den Wehenpausen ins warme Wasser gleiten zu lassen.
Christina Decker kam dann irgendwann in dieser Phase, Christiane holte einen Spiegel und schaute wohl nach dem Köpfchen und zeigte es Thom –ich spürte dein Köpfchen allerdings noch nicht.
Ich war fest davon überzeugt, dass die Geburt noch länger andauern würde, bis ich das Köpfchen, wie einen Ball zwischen den Beinen mit einem extremen Druck wahrnahm.
Christiane versicherte mir, dass ich so viel schieben dürfte, wie ich könne und wolle. Und so nahm ich nach 2-3 Presswehen nachdem ich das Köpfchen gespürt hatte, alle Kraft zusammen und schob deinen kleinen Kopf, kleine Solvei, aus mir heraus.
Ich habe tatsächlich den Eindruck, als sei dieser Moment vor allem ein Willensakt von mir gewesen, aus Sehnsucht nach Dir, mein Kind, und aus Angst vor weiteren Wehen.
Im Moment des Austritts hatte ich das Gefühl, als zerreiße es meinen kompletten Damm und meine Scheide, die nächste schwächere Wehe gebar dann dein Körperchen, ich ließ mich in die Wanne sinken und durfte dich an meiner Brust in Empfang nehmen.
Ein kurzes Schreien und ein verwundertes Aufblicken in meine Augen, deine ersten Lebenszeichen…
Tiefe Freude, Erleichterung und ein großer Beschützerinstinkt waren wohl meine ersten Empfindungen.

Die ganze Geburt war für mich „zeitlos“ gewesen, ich kann nun auch nicht mehr einschätzen, wie lange ich dich in der Wanne bei mir hatte, und wann wir ins Bett des Gebärzimmers gingen. Waren es 2 Minuten, waren es 20?

In warme rote Tücher gehüllt, trug ich die Kleine ins Bett, warmes Kerzenlicht und rote Bettwäsche empfingen uns dort. Melanie, eine Hebamme in Ausbildung, kam dann irgendwann noch dazu.
Sie hatte die Geburt verpasst, weil niemand damit gerechnet hatte, dass es am Schluss so schnell gehen würde. Auch der Schichtwechsel eine Dreiviertelstunde vor Geburt wäre überflüssig gewesen.
Gut dass Christina Decker so nah wohnt, sonst wäre Christiane alleine gewesen.

Du, meine Kleine, suchtest bald nach meiner Brust und wusstest wie du richtig saugen musst.Nun beschreibe ich, was alle beschreiben, die im Geburtshaus entbinden. Wir als kleine Familie bekamen Zeit für uns, irgendwann kam Christiane wieder, damit die Plazenta noch geboren würde. Für diese hatte ich nachdem ich nun unser kleines Mädchen bei uns hatte, überhaupt keinen Kopf mehr...

Doch die Nachgeburt klappte dann doch irgendwie, alles war dran und nun können wir nächstes Frühjahr einen Baum drauf pflanzen... Thom schnitt die Nabelschnur durch, wir entschieden uns endgültig für deinen Namen („Solvei Merle“ und nicht „Merle Solvei“), wir stießen mit Sekt und Orangensaft auf dein kleines Wunder Leben an und irgendwann musste ich noch genäht werden.

Obwohl Christiane und Melanie dies sicher hervorragend und sanft taten, war es die einzig unschöne Erinnerung an die Stunden nach der Geburt: Ich brauchte mehrere Stiche an allen möglichen Stellen und jammerte als hätte ich noch nie wirkliche Schmerzen gehabt...
Irgendwann kochte mir Thom unsere mitgebrachten Ravioli und Solvei wurde liebevoll ein wenig gesäubert und angezogen mit Papas Hilfe.
Mein Kreislauf war ein wenig wacklig – ich aß Solveis Geburtstags-Yes-Törtchen und konnte mich dann auch bald abfahrtsbereit machen.
In der Heckscheibe unseres Autos prangt seitdem stolz das Schild: „Babys tanken umsonst… Muttermilch“ – ein Werbeslogan der Weltstillwoche.
So fuhren wir kurz nach Mitternacht nach Hause und erlebten eine verzauberte erste Nacht mit unserem kleinen Mädchen zwischen uns in unserem zu Hause. Thom schlief wie ein Stein, während ich jeden Atemzug unserer Tochter halbwach wahrnahm und jede Regung bewunderte.
Meine Mutter hatte einige Stunde vor der Geburt noch gesagt, dass sie es so erstaunlich gefunden habe, dass mit der Geburt jeder Schmerz vergessen sei…
Ich erlebte dies nicht so. Bauchnabelabwärts fühlte ich mich, als wär ich überfahren worden und die Wehen hatte ich die ersten Tage in schrecklicher Erinnerung, so dass ich halb scherzhaft, halb ernsthaft sagte, die nächste Geburt als geplanten Kaiserschnitt vollziehen zu wollen.

Jetzt, zwischenzeitlich zwei Wochen nach Geburt, bin ich fest davon überzeugt noch weitere Kinder haben zu wollen und diese mit Hilfe des Hebammenhauses zur Welt zu bringen.

Elke, meine Nachsorgehebamme, empfahl mir (als Steigerung) für nächstes Mal die Hausgeburt…

Ich fühlte mich in meiner ganzen Schwangerschaft, rund um die Geburt und jetzt im Wochenbett wirklich sehr gut betreut von Euch Hebammen.
Mir tat unglaublich gut, dass ich zu jeder Zeit das Gefühl hatte, dass Ihr umsichtig, dennoch nicht zu vorsichtig handelt, da seid, aber im Hintergrund bleibt und ständig vertrauensvoll den von der Natur so wunderbar eigenrichteten Prozess des Menschwerdens begleitet, ohne zu schnell einzugreifen.
Alles war gut gegangen – die erste Geburt, trotz Blasensprung letztlich doch schnell und ohne weitere Komplikationen im Geburtshaus erlebt zu haben, ist für mich ein großes Geschenk!

Für unsere kleine Familie war eine Betreuung durch das Hebammenhaus genau das Richtige.
Von Herzen vielen Dank!  

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05.10.14

Emanuel

Die sonnige Straße ist voll Sonntagsfahrer. Wir brauchen eine gute halbe Stunde. Vor dem Eingang des Geburtshauses brennt ein Windlicht. Wie schön! Ich versuche aufrecht zu gehen, mein Mann stützt mich.

Friedlich schlafend liegt mein Sohn neben mir, bald wird er einen Monat alt. Das Händchen zum Mund geführt, den Mund leicht geöffnet, hin und wieder Schmatzgeräusche. Ich kann mir vorstellen was du träumst, mein Sohn. Ich schaue in den sonnigen Nachmittag hinaus und lasse die Gedanken schweifen zu jenem sonnigen Nachmittag, an dem du geboren wurdest.
Obwohl du unser zweites Kind bist, habe ich vergessen, wie sich Wehen anfühlen. Mehrmals rufe ich Elke, unsere Hebamme an – Fehlalarm. Aber er kommt sicher, sicher früher, Hana kam auch früher, versuche ich mich zu entschuldigen. Und das schon Mitte September. Du dagegen hast alle Zeit der Welt. Der Termin verstreicht. Mein Bauch wird mir schwer. Na, denke ich am ersten Samstag im Oktober, dann gehe ich halt doch zum Basar. Ich wollte immer dahin, aber eigentlich mit dir.
<Der nächste Tag war wieder ein Sonntag>. Ich fühle mich wie die Raupe Nimmerstatt in Hanas Lieblingsbuch. Früh erwache ich, angle nach dem Handy: 6:00. Zu früh für einen Sonntag. Da dämmert es mir plötzlich: DAS sind Wehen.
Ich entspanne mich, bereite vor auf das, was kommt. Erst mal kommt gar nichts. Ich dusche warm um mich zu vergewissern, dass ich die liebe Elke nicht auch an einem Sonntag für nichts und wieder nichts zu uns zitiere. Alle 10 Minuten leichte Wehen, so vergeht der Morgen. Ich beginne zu Kochen – essen müssen wir trotzdem. Am Herd werden sie stärker die Wehen. Um halb eins rufe ich Elke an. Sie kommt – war eh unterwegs. Natürlich kann ich ihr keine starke Wehe demonstrieren. Ich fühle mich langsam hilflos. Hana, sage ich, war vier Stunden nach der ersten Wehe auf der Welt… Ja, ja , das Vergleichen, wie oft werde ich noch darüber stolpern. Jedes Kind ist wunderbar und einzigartig. Du, geliebter Sohn, bist einzigartig. Deine Augenlider zucken im Schlaf, bald wirst du deinen Traum realisieren wollen.
Um halb drei fahren wir schließlich los. Die sonnige Straße ist voll Sonntagsfahrer. Wir brauchen eine gute halbe Stunde. Vor dem Eingang des Geburtshauses brennt ein Windlicht. Wie schön! Ich versuche aufrecht zu gehen, mein Mann stützt mich. Hana und Omi, die uns herbrachten, gehen zum Spielplatz, wir dem Windlicht entgegen. Elke wartet auf uns.
Der Raum ist ruhig, leicht abgedunkelt. Ich setze mich an den Tisch und wir beginnen uns zu unterhalten. Fühl dich ruhig frei, sagt Elke, willst du in die Badewanne? Musik? Nein, nein, sage ich, ich will nur, dass es rauskommt… ich knie mich auf den Boden, die Wehen kommen in kürzeren Abständen, werde stärker. Vor dem Bett hat Elke eine Matte ausgebreitet. Mein Mann stützt mich, während der Presswehen berge ich mein Gesicht in seinem Schoß, er schreit mit mir – ich habe ihn gebissen.
Und dann plötzlich schreist auch du. Die Fruchtblase platzt. Mit zwei Wehen kommt dein Köpfchen und du schreist deine Empörung laut in die Welt: Ich komme aber warum ist es hier so kalt? Leise schleicht da die zweite Hebamme, Christiane, ins Zimmer. Ich atme erschöpft durch, dann kommt die dritte Wehe: sie bringt dich ganz zu uns.
Da liegst du in meinen Armen und schreist. Ich gehe zum Bett, hieve mich hinein. Ziehe dich ganz eng an mich: glücklich, erleichtet. Und dann kommt, was wirklich keiner vermutet hat: 4040 g bist du schwer, 53 cm lang, es ist vier Uhr. Auf Papas Arm wirst du ruhig. Du öffnest ein Auge, vorsichtig, kritisch. Noch eines. Jeden musterst du, wir staunen dich nur an. Erst am Abend zu Hause wirst du deine Augen nochmal aufmachen. Als deine laute große Schwester plötzlich ganz still wird und dein winziges Gesicht mit Küssen bedeckt. Bevor wir aber fahren, darf ich mich ausruhen, wir dürfen dich bestaunen und feiern: mit Orangensaft und Yes-Törtchen. Söckchen und ein Halstuch bekommst du geschenkt von den beiden Hebammen.
Ein mäkeln, verschlafen erst, dann fordernd, bringt mich in den heutigen Nachmittag zurück. Während du an meiner Brust laut schmatzt, denke ich leise: Also Hana hat damals…. Ach was. Wunder- wunderschön bist du, geliebtes Wunderkind. Dankbar und voller Freude sind wir über dich, Emanuel.

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30.09.14

Samu

Es war eine wunderschöne Erfahrung und ich bin stolz auf mich, diese Geburt komplett alleine gemeistert zu haben…..und allen Zweiflern gezeigt zu haben, dass es auch anders geht.

Nachdem gegen 8.30 Uhr die Fruchtblase geplatzt ist und ich noch genügend Zeit hatte Mann und Oma zu kontaktieren sind wir um 12:00 Uhr nach Villingen ins Geburtshaus gefahren. Christiane hat uns gleich in Empfang genommen und erstmal meinen Zustand und den des Kindes kontrolliert, indem sie die Herztöne überprüfte. Da die Wehen noch recht unregelmäßig kamen hat sie uns zu einem Spaziergang durch den anliegenden Park geschickt. Nach ca. 30 Minuten zügigem Gehen kamen die Wehen im 2 Minuten Takt und so stark, dass ich anhalten musste um diese „veratmen“ zu können. Also zurück in s’Hebammenhaus. Dort hat Christiane wieder die Herztöne des Babys kontrolliert. Ich konnte nicht mehr ruhig sitzen und bin im Zimmer hin und her gelaufen. Während Christiane schon mal Wasser in die Wanne laufen ließ ruhte ich mich auf dem Bett aus. Als zweite Hebamme hat sie dann Elke hinzugerufen. Um ca. 13:45 bin ich in die Wanne gestiegen. Die Wehen waren mittlerweile schon ziemlich stark und ich musste die Zähne zusammenbeißen. Die Wehen wurden immer stärker und ich bekam das Bedürfnis mitzuschieben. Christiane meinte allerdings, dass die äußeren Anzeichen noch nicht darauf hindeuten und es hierfür noch zu früh sei. Ich hatte nicht das Gefühl, dass dies eine schnelle Geburt wird. Christiane hat nach jeder Wehe die Herztöne des Kleinen kontrolliert. Alles OK… Der Drang zu Pressen wurde immer stärker, Christiane kontrollierte den Muttermund, er ist noch nicht vollständig geöffnet, nicht pressen. Ein paar Wehen später konnte ich dem Drang nicht mehr nachgeben und musste mitschieben. Christiane meinte, dass nun auch die äußeren Anzeichen hierfür da seien. Bei Ihrer nächsten Kontrolle sagte sie: „Jetzt sind es nur noch ein paar Wehen, die kann man an einer Hand abzählen.“ Und 3 Wehen später sah man auch schon das Köpfchen unseres Sohnes. Mit der nächsten Wehe kam der restliche Kerl zum Vorschein. Sofort wurde er mir auf die Brust gelegt. Nach einer Weile haben Christiane und Elke mich ins Bett verlegt. Hier konnten wir dann in Ruhe weiter kuscheln und den kleinen das erste Mal anlegen. Leider wollte sich die Plazenta nicht lösen, wie schon bei der ersten Geburt. Dank Christianes Engagement hat es aber doch noch geklappt und wir konnten, die bereits gerufenen Sanitäter, wieder unverrichteter Dinge weg schicken. Somit konnten wir uns weiter ausruhen und ich bin um eine manuelle Lösung der Plazenta im Krankenhaus herum gekommen. Gegen 17:00 Uhr meinte Christiane, dass wir, wenn wir wollen, nach Hause fahren können. Im Auto kam es uns ziemlich surreal vor, keine 6 Stunden zuvor sind wir ja erst in s’Hebammenhaus gefahren. Einfach cool.
Die Zeit, die man im s’Hebammenhaus für sich und sein Kind bekommt ist einfach toll. Man wird nicht gestört aber ist trotzdem rundum versorgt. Für mich war die Entscheidung ins Geburtshaus zu gehen genau die Richtige. Die Reaktionen in meinem Umfeld waren verhalten. Die erste Geburt war im Krankenhaus. Was auch vollkommen in Ordnung für mich war. Allerdings habe ich mich im s’Hebammenhaus ohne die ganzen medizinischen Gerätschaften viel wohler gefühlt und war die ganze Zeit Herr über die Situation und meiner selbst.
Vielen Dank an Christiane und Elkefür die hervorragende Betreuung und Unterstützung während der Geburt unseres Sohnes. Es war eine wunderschöne Erfahrung und ich bin stolz auf mich, diese Geburt komplett alleine gemeistert zu haben…..und allen Zweiflern gezeigt zu haben, dass es auch anders geht.

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27.09.14

Julie

Völlig unerwartet wird Julie's Papa zum "Entbindungspfleger"...Julie ist da, in meinen Armen. Meine Haende zittern. Ich versuche sie in etwas warmes zu wickeln. Schaffe es gerade so. Miho legt sich auf den Boden und ich lege ihr unsere Tochter auf die Brust....

  • aus der Sicht des Vaters -

Nach der tollen Erfahrung bei der Geburt unserer ersten Tochter Hana im S’Hebammenhaus im Mai 2012, stand fuer uns von Anfang an fest, dass unsere zweite Tochter, Julie, auch im Hebammenhaus in Villingen zur Welt kommen sollte. Hana’s Geburt verlief so toll, meinte mal Leonie, dass der Vater gar nicht im Geburtsbericht auftaucht. Darauf komme ich am Ende dieses Berichtes zurueck.

Diese zweite Schwangerschaft Miho’s verlief ohne groessere Probleme, sodass wir nach den ueblichen Vorsorgen beim Arzt und Vorgespraechen im Hebammenhaus ruhig auf den Entbindungstermin am 24.09. warteten.
Wir gingen eher davon aus, dass Julie, wie auch ihre grosse Schwester Hana, ein paar Tage vor dem Termin kommen wuerde.

Letztendlich, sollte alles etwas anders kommen, als geplant.

Die Ruhe vor dem Sturm zog sich in die Laenge; bis tief in den September kaum Vorwehen, ab und zu mal ein Ziehen, aber das war es dann auch schon.
Auch am geplanten Entbindungstermin passierte erstmal nichts. Wir sahen es schon kommen, dass wir die Wehen irgendwie einleiten muessten. Nicht unbedingt die schoenste Vorstellung, da wir sehr auf eine erneut natuerliche Geburt ohne “Mittelchen” hofften.

Freitag Abend gehe ich gewoehnlich etwas spaeter schlafen. Miho schlaeft schon, wenn ich ins Bett gehe. Unsere Hana ist dismal bei Oma und Opa ueber’s Wochenende.

Gegen 5 Uhr frueh am Samstag, den 27. September, wache ich auf. Miho scheint aufgestanden zu sein und trainiert wohl fuer die Entbindung; ich hoere sie tief ein- und ausatmen. Ab und zu wird das Atmen lauter und wandelt sich in leises stoehnen, fast ein singen. Keine Frage: sie trainiert sehr fleissig. Wie Japaner halt so sind, ja, fleissig.

Es ist nun 5h20, graduell wird es lauter, sodass ich mich entschliesse aufzustehen. Miho kniet vor dem Sofa und und ich verstehe schnell, dass das wohl doch kein Training ist. Ich rufe gleich die Bereitschaftsnummer an. Leonie antwortet, Hausgeburt in Schwenningen. Sie organisiert und ruft gleich zurueck.

Keine zwei Minuten sind vergangen, der Rueckruf: Christiane ist unterwegs ins Hebammenhaus und wir sollen uns auch auf den Weg machen.
Das ist schoen, denke ich und treffe 1-2 schnelle Vorbereitungen. Alles nach Plan.

5h30 sage ich zu Miho: “komm, wir koennen ins Hebammenhaus”. Meine Frau antwortet mit Ja, bewegt sich aber nicht vom Fleck. Die Wehen sind nun extrem stark und bieten anscheinend kaum noch Zeit zum Erholen. Wie soll ich sie denn ueberhaupt bis ins Auto kriegen?
Ich entschliesse mich, Christiane zurueckzurufen. Sie soll doch bitte direkt herkommen. Ich glaube wir haben keine Zeit mehr.

5h34: Ich teile Miho mit: “Christiane kommt her”. Sie antwortet: “Die Fruchtblase platzt”. Ich lege schnell ein Tuch hin. “Ich glaube Julie kommt” fuegt sie dann hinzu.

5h36: Wie war das gerade? Ich schaue hin, und weiss erstmal nicht so recht wo ich hingucken soll. Eine starke Wehe hoere ich und auf einmal sehe ich Julie’s Koepfchen, kurz darauf: der Rest des Fruchtwassers. “Ich sehe das Koepfchen!”

5h38: Die naechste Wehe, Miho schiebt mit, Julie ist da, in meinen Armen. Meine Haende zittern. Ich versuche sie in etwas warmes zu wickeln. Schaffe es gerade so. Miho legt sich auf den Boden und ich lege ihr unsere Tochter auf die Brust.

5h45: Christiane kommt an und stellt fest: alle wohl auf. Sie versorgt Miho und die Kleine, die wir beide ins Schlafzimmer verlegen. Ich torkele herum zwischen den Zimmern und versuche etwas nuetzliches zu machen.

6h00: Das ist der Moment um meine Kochkuenste anzubieten. Aber das mit dem Essen hat dann doch ein bisschen Zeit. Ich schaue einfach zu wie sich die beiden erholen. Miho nach den (relativ) kurzen, dafuer aber sehr intensiven Wehen, und die Kleine, Julie nach ihrem express trip hinaus.

Einen herzlichen Dank an das ganze Hebammenteam fuer die Vorsorge und Unterstuetzung.
Speziellen Dank an Christiane fuer das schnelle Kommen zu uns nach Hause auch wenn nicht im Dienst, Vorsorge, Nachsorge, Tips, uvm.
Ebenfalls danke an Leonie fuer das schnelle Organisieren; das mit der Rolle des Vaters, in diesem Geburtsbericht zumindest, waere dann wohl geklaert.

Schliesslich auch Danke an Dich, Miho. Dass Du so stark bist, macht mich stolz und gluecklich.

Sammy Rauch

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25.09.14

Anni

Schade, dass die Familienplanung für uns abgeschlossen ist. Es war so toll bei Euch, das ich jetzt öfter vor eurer Türe "warte"(unsere Kinder sind oft im Schwimmbad) und eifersüchtig die kugeligen Mädels beneide, die bei euch aus und eingehen.

Ein Jahr später...

schaffe ich es endlich, den lang im Kopf mit mir herumgetragenen Geburtsbericht unseres 4. Kindes Anni zu verfassen. Unglaublich ist, das sie morgen schon ein Jahr alt wird!

Ich bin sehr glücklich, das ich unser "letztes" Kind im Geburtenhaus zur Welt bringen durfte und denke sehr oft an diesen besonderen Moment in unserem Leben zurück. Die drei Geschwister sind im Villinger Krankenhaus dank sehr guter Hebammenbetreuung auch spontan und zweimal ambulant geboren worden. Dennoch hatte jede innerklinische Geburt so seine Tücken. Als unerfahrene Erstgebährende war es außer Frage gestanden im KH zu entbinden und es gab damals auch noch keine Alternative. Mein sehnlichster und fast einzigster Wunsch nach einer Wassergeburt wurde mir erfüllt, da die diensthabende Hebamme sehr erfahren war und mich zufällig in der Vorbereitung begleitet hat. Dies empfand ich als so schmerzlindernd, das mir dieses Thema in jeder Schwangerschaft erneut wichtig war und dennoch hat es leider nur noch einmal geklappt (im Hebammenhaus).

Ich versuche in knappen Sätzen meine Machtkämpfe mit den Ärzten/ dem KH wiederzugeben:

Kind 1:

  • Plazentabeschleuniger ohne Absprache
  • falsche Stillanleitung
  • keine Tipps, um mit dem Milcheinschuss daheim klar zu kommen

Kind 2:

  • eine Woche täglich 2 CTG´s
  • ohne Einwilligung einen Termin zur Einleitung festgesetzt und nur mit Unterschrift und auf eigene Gefahr wurde ich wieder "freigelassen"
  • trotz intensiver Ablehnung Zugang gelegt bekommen
  • wegen Streptokokken (diesen Test unbedingt vermeiden!)unter Geburt Antibiotika zwangsverabreicht bekommen und die ambulante Geburt in Frage gestellt ...nach Geburt hat es niemanden mehr interessiert?!?
  • wegen grünem Fruchtwasser keine Wassergeburt (komisch, das meine Kleine Stress hatte, oder?!?)

Kind 3:

  • bin ich wegen der Rufbereitschaftskosten, die die KK nicht übernommen hat, leider wieder im KH gelandet (ich habe alles versucht: Telefonate, emails, persönliches Vorsprechen, Vitamin B)
  • den Zugang konnte ich dieses Mal mit Händen und Füßen abwehren, aber mir wurde gedroht ihn doch noch zu legen
  • mein großer Bauch war für die Ärztin mit bloßem Auge und ohne Untersuchung Grund genug, mich bei den Übergangswehen komplett aus der Bahn zu werfen.
    Konnte nur noch heulen anstatt atmen! Die Wassergeburt wird mit 4,5 kg Kindern nichts und ich sollte froh sein, wenn ich keinen Kaiserschnitt bekäme ...sie war mein zartestes Kind mit 3940 gr
  • Steptokokkentest hatte ich nicht gemacht, dann ging sie die Richtlinien nachlesen ob sie mir auch noch die ambulante Geburt verbieten könnte.
    ...nach der Geburt habe ich dieser Person gesagt, das das die letzte Geburt für mich im KK war und das ich das nächste Baby zur Not in Indien im Ganges auf die Welt bringen werde!!!

und nun kommt Kind 4:

Die Vorsorgetermine waren so relaxt!!! Keine CTG´s, keine vaginalen Untersuchungen, keine unnötigen Zusatztermine nur weil man wie immer 7 Tage über Termin geht, tolle Räume, gute Gespräche, Kennenlernen jeder Hebamme, die bei Geburt dabei sein könnte, Tipps für alle Fragen, Parkplätze...
und dann war es soweit:

wie immer und erwartet 7 Tage über Termin, bekam ich Wehen. Doch ganz anders als bei den Dreien davor keine "Wellen" sondern Gebirgsanstiege, die nur 4 Sekunden anhielten. Kurz und heftig. Ich wusste damit nichts anzufangen.

Nachdem ich mich nochmal ausruhen wollte und mit meiner großen Tochter Mittagsschläfle machen wollte, konnte ich diese komischen Wehen doch nicht mehr als unnötig abtun und bat meinen Mann im Hebammenhaus anzurufen. Julia B. war am Apparat und fragte, wann wir denn kommen wollten. Mein erfahrener Mann sagte ihr, sie solle schnell die Geburtswanne voll laufen lassen, wir brauchen 10 Minuten. Ich fand das völlig übertrieben und mir war es peinlich, so einen Stress zu verursachen.
Nachdem ER auch noch duschen war, waren wir 11 Minuten später vor Ort.

Ich beschrieb Julia die komischen Wehen und sie empfahl mir gelassen und in ihrer beruhigenden Art, das ich schon in die Wanne dürfe, wenn ich möchte. 10 Minuten nach Ankunft lag ich drin.

Die Sonne schien und spiegelte sich auf dem Wasser. Ich war gefühlt wie im Urlaub am Strand und bekam ein paar Wehen. Nach 7 Minuten dann der Blasensprung und weitere 6 Minuten später war unsere Anni da!
Alles in allem also genau 38 wundersame Minuten und eine tolle Geburt, von denen die Meisten nur träumen! Postnatal haben wir dann das Tempo rausgenommen und unsere Süße ankommen lassen. Die Nabelschnur durfte auspulsieren, die Nachgeburt kam als sie wollte und wir verbrachten schöne Stunden zu dritt mit Julia und Leonie. Auf Wunsch blieben wir sogar noch ein Stündchen länger, um unserem Erstgeborenen die Chance zu geben seine Schwester in Ruhe vor Ort zu begrüßen, da daheim 5 Kinder und 3 Verwandte auf 90 qm auf uns warteten.

Unsere Anni hatte übrigens 4240 gr und kam ohne jegliche Eingriffe und ohne Verletzungen für mich zur Welt.
Dafür bin ich unendlich dankbar und feier jetzt mit einem Gläschen Sekt unsere Einjährige und euch Hebammen, bis das Babyphon nach mir ruft!!!!

Schade, dass die Familienplanung für uns abgeschlossen ist. Es war so toll bei Euch, das ich jetzt öfter vor eurer Türe "warte"(unsere Kinder sind oft im Schwimmbad) und eifersüchtig die kugeligen Mädels beneide, die bei euch aus und eingehen.

Ich und auch mein liebster Gatte (Gott sei Dank stresst er ab und an;-) )wünschen Euch weiterhin viel Erfolg und bedanken uns hiermit nochmals herzlich!!!

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22.09.14

Anni

...und wir liefen ca eine 3/4 Stunde übers nächtliche Hubenloch. Es war mittlerweile ca 23 Uhr, es regnete und windete. Es war eben wundervolles Hui Bu Wetter!

Der erste Kontakt zum Hebammenhaus entstand durch eine Fehlgeburt, die ich 2013 durchleben musste.
In dieser schweren Zeit wurde ich von Julia Steinmann und als diese ihr Studium begann von Heike Kaltenbrunner rührend, verständnisvoll und kompetent begleitet.
Das Hebammenhaus war schon in dieser Zeit ein Zufluchtsort geworden, an dem ich mich stets geborgen, verstanden und ernst genommen fühlte. Als ich wieder Schwanger wurde keimte in mir bereits der Wunsch im Hebammenhaus zu entbinden.
Natürlich hatte ich auch Ängste und Zweifel, doch der Wunsch wuchs mit jeder Geburtsgeschichte (…)
Die einzige normale und komplikationslose Geburt von der ich im letzten Jahr im Bekanntenkreis hörte war eine Hausgeburt. Da stellte sich mir die Frage: Sind wir nicht auch nur Tiere, die fähig sind zu Gebären? 
Die Geburt meines Sohnes, fand in einer Klinik in Köln statt. Ohne Schmerzmittel, PDA, oder Wehenmittel. Es ging alles gut, doch war der Vater meines Sohnes kein aktives Mitglied der Geburt, er war eben da. Meine Geburtsposition durfte ich nicht selbst wählen, die Nabelschnur durfte nicht auspulsieren und bevor ich in Ruhe mein Kind betrachten durfte, wurde mir etwas gespritzt (ohne zu fragen!!!), damit die Plazenta geboren werden konnte und ich wurde erst genäht.
Das wollte ich dieses Mal anders haben. Ob in der Klinik oder im Hebammenhaus.
Für meinen Mann war es die erste Geburt und ich konnte mir nicht vorstellen, dass eine außerklinische Geburt für ihn in Frage käme.
Mir war klar, dass ich nicht im Hebammenhaus entbinden würde, wenn er nicht voll und ganz hinter der Entscheidung stehen konnte und versuchte mich bereits damit abzufinden, dass ich wohl doch eine Klinikgeburt erleben würde. Umso überraschter und glücklicher war ich, als er nach einem Gespräch mit Heike und dem Besuch des Infoabends bei Leonie meinte, er würde sich hier im Hebammenhaus so wohl und sicher fühlen, es gäbe für uns doch keinen besseren Ort für eine Entbindung! Um die letzten Zweifel auszuräumen, mussten natürlich noch Fakten, Zahlen und Statistiken auf den Tisch. Diese sprachen für sich und somit stand die Entscheidung felsenfest! (…)
Nun waren wir glücklich und überzeugt von unserer Entscheidung, es gab aber noch ein Problem. Unsere kleine "Hui Bu", wie sie Heike liebevoll getauft hatte, da sie es so gut verstand sich unsichtbar zu machen :-) , wollte sich nicht umdrehen. Es schien als befände sie sich in einem Sitzstreik. Wir versuchten alles! Glöckchen am Hosenbund, Taschenlampe, Musik, Vierfüßlerstand, indische Brücke, Osteopathie... Letztendlich waren es wohl Heikes Künste beim Moxen, die unser Kind überzeugen konnten einen Purzelbaum zu machen. An dieser Stelle nochmal ein herzliches Dankeschön Heike fürs immer da sein, für die Akkupunktur bei jeglichen Wehwehchen, für offene Ohren für jedes Problem und vor allem für viel herzliches Gelächter!

Es war 16 Tage vor errechnetem Termin, als ich die ersten leicht schmerzhaften Wehen hatte, sie kamen alle 10min, waren aber noch gut erträglich. Als die Wehen schon einige Stunden anhielten, erlitt ich einen Hörsturz mit Drehschwindel. Ich konnte nicht aufhören zu erbrechen, hielt mich am Boden fest, weil der Raum sich zu drehen schien. Kurzum, ich fühlte mich nicht gerade danach jetzt ein Kind zu entbinden... Ich redete innerlich mit meinem Baby und bat es jetzt bitte noch nicht zu kommen, da es sonst ein Kaiserschnitt würde, ich bat es noch einen Tag zu bleiben, mir noch eine Nacht Erholung zu geben und die Wehen hörten tatsächlich auf. 24Stunden später kamen sie zurück. Der Hörsturz war vorbei, ich hatte die Nacht ausreichend Schlaf bekommen und fühlte mich fit.
Danke mein Kind!
Wir waren an diesem Mittag bei Freunden zum Grillen eingeladen und ich freute mich über diese Ablenkung. Noch war ich mir nicht wirklich sicher, ob es losging, sagte meinem Mann also noch nichts.
Um 15.30 hatte ich die erste Wehe, die mich sicher sein lies, dass es tatsächlich Richtung Geburt ging. Ca um 19.30 (wir hatten durch unseren lieben Verzögerungskünstler und jetzigen Patenonkel noch nicht gegrillt und noch nicht einmal Feuer gemacht :-)) beschlossen wir, das Fleisch lieber in die Pfanne zu schmeißen, da ich dann doch irgendwann nach Hause wollte um noch einige Dinge einzupacken und mit dem Babysitter für den Großen zu sprechen.Zu Hause ging ich dann, als alles erledigt war erst einmal in die Badewanne um den Wehentest zu machen. Wie war das? Die Wehen werden weniger, wenn es keine Echten sind und werden mehr, wenn es Echte sind... Was ist, wenn sie genau gleich bleiben???
Also raus aus der Badewanne. Auf einmal kamen die Wehen so heftig alle 3min, dass kein Zweifel mehr bestand.
Nun war ich ziemlich nervös und rief im Hebammenhaus an. Als ich Julia Béraud am Telefon hatte wurde ich gleich ruhiger. Bei Julia hatten wir den Geburtsvorbereitungskurs besucht. Dieser war allerdings noch nicht abgeschossen und Julia meinte wir müssten dann wohl nachsitzen :-). Es tat unglaublich gut, mit jemandem zu sprechen, der einen schon kennt. Wir vereinbarten, dass wir uns nochmal melden würden, wenn wir losfahren. 
Meinem Mann sagte ich, dass wir nur mal fahren um schauen zu lassen, und dann möglicherweise nochmal nach Hause fahren. Ich wollte, dass er so ruhig wie möglich ins Hebammenhaus fährt. An der letzten Ampel war ich gerade dabei eine heftige Wehe zu veratmen, als mein Mann mich ansah und sagte: "Wir fahren nicht mehr nach Hause oder?" - "Nein Schatz, wir fahren nicht mehr nach Hause!"
Als wir am Hebammenhaus ankamen, waren überall schon Kerzen aufgestellt. Es war eine wundervoll friedliche Atmosphäre. Wir wurden von Julia und Christiane empfangen und fühlten uns sofort zu Hause. (…)
Ich bat Christiane nachzusehen, ob sich der Muttermund schon geöffnet hätte. Er war noch verschlossen, aber der Gebärmutterhals war bereits verstrichen. Christiane fragte mich, ob ich nochmal in die Wanne wollte, doch ich wollte unbedingt mit meinem Mann noch eine Runde laufen. Also organisierte sie uns einen Schirm und wir liefen ca eine 3/4 Stunde übers nächtliche Hubenloch. Es war mittlerweile ca 23 Uhr, es regnete und windete. Es war eben wundervolles Hui Bu Wetter!
Alle paar Meter hing ich an meinem Mann um die nächste Wehe zu veratmen. Ich genoss die Zweisamkeit und die Ruhe. Als wir zurück kamen waren wir ausreichend geerdet und bereit für das, was kommen würde. Ich ging nun in die Badewanne. Die Wehen wurden zusehends heftiger.
Da ich bei der Geburt meines Sohnes während der Eröffnungsphase keine Pausen hatte, war ich für die Pausen zwischen den Wehen unglaublich dankbar. Ich genoss es durchatmen zu können und sagte nach jeder Wehe : Pausen sind super! Mein Mann hielt die ganze Zeit meine Hand, redete mir gut zu und sagte mir, wie gut ich das mache, ich sagte ihm mehrfach, wie froh ich bin, dass er bei mir ist. Wir waren ein Team, wir machten das gemeinsam.
Christiane kontrollierte zwischendurch die Herztöne, wartete aber immer, bis die Wehe vorbei war und fragte mich, ob es in Ordnung sei. Mit allem was ich brauchte war sie stets zur Stelle, ob Tee, warmes Wasser für die Wanne, oder Schale zum Übergeben, alles war sofort parat.
Ich war noch nicht lange in der Wanne, vielleicht 1,5 Stunden, doch ich hatte das Gefühl, dass die Wehen so intensiv waren, dass alles unter 5cm absolut inakzeptabel war.
Ich war schon ziemlich laut und mein Mann dachte schon, dass wir im Hinblick auf die Schmerzen, das Schlimmste erreicht hätten. Er sollte bald eines besseren belehrt werden.
Ich fragte Christiane, ob sie nochmal schauen könnte, wie weit der Muttermund schon offen sei und sie sagte mir, dass es nicht schneller ginge, wenn sie nachsah. Ich meinte, das sei mir klar, aber wenn sie sagen würde, es wären erst 2 cm würde ich einen Wutanfall bekommen. Das geplante Grinsen, um ihr zu zeigen, dass es ein Scherz war, fiel der nächsten Wehe zum Opfer. Sie untersuchte mich: 7cm du hast es fast geschafft! Christiane bat mich aus der Wanne zu kommen, und noch einmal auf die Toilette zu gehen. Dort platzte dann meine Fruchtblase. Christiane sagte ich müsse mich jetzt entscheiden, ob ich in der Wanne oder draußen entbinden wolle.
Echt? Wow, das ging ja schneller, als ich gehofft hatte.
Ich wollte nicht zurück in die Wanne, also gingen wir in das Geburtszimmer. Ich ging in den Vierfüßlerstand und legte den Kopf bei meinem Mann in den Schoß. Christiane strahlte die ganze Zeit eine enorme Ruhe und Sicherheit aus, es gab nicht einen Moment an dem ich Angst hatte. Als die erste Presswehe kam, schrie ich enorm laut.
Bei der Geburt meines Sohnes habe ich mich geschämt zu schreien, nun fühlte ich keine Scham, es tat gut zu schreien und ich zügelte mich nicht. Für meinen Mann war das sehr hart, wie ich später erfuhr, weinte er als ich in seinem Schoß brüllte. Christiane war hinter mir, Ich bekam nicht wirklich mit, was sie tat, ich spürte aber, dass sie da war und das tat gut. Ich weiß nicht wie lange es ging, ich weiß nicht, wie viele Wehen es waren. Ich weiß nur noch wie meine Tochter (um 3.46 Uhr)vor mir lag.
Oh Gott! Mein Baby! Ich nahm sie hoch und sah meinen Mann an, wir waren überwältigt.
Ich kann nicht in Worte fassen, welches Glück wir fühlten. Wir legten uns zu dritt aufs Bett und genossen es in Ruhe unsere Tochter zu betrachten und das erste Mal zu stillen. Es war herrlich. Die Nabelschnur pulsierte mindestens noch eine halbe Stunde. Die Plazenta wurde danach ohne Probleme geboren. Wir feierten mit Christiane und Julia Geburtstag, die mit Yes-Törtchen, Kerze und Orangensaft ins Zimmer kamen. Keine Hektik, kein Stress, kein an einem rum gezerre.
Der Raum war erfüllt von einer friedlichen dankbaren Atmosphäre. (…)
Nun konnte ich es kaum erwarten nach Hause zu kommen und dem großen Bruder das erste Mal seine Schwester in die Arme zu legen. Die letzte Stunde des Geburtsvorbereitungskurses besuchten wir dann mit Kind eine Woche später.
Die Geburt unserer Tochter im Hebammenhaus war das schönste Erlebnis unseres Lebens. Die Hebammen sind währenddessen so präsent, dass man sich sicher fühlt und gleichzeitig so unsichtbar, dass man das Gefühl hat, diese Herausforderung alleine zu meistern.So und nicht anders soll es sein!
Dem ganzen Team möchten wir von Herzen danken!


Allen, die eine Geburt vor sich haben, möchten wir Mut machen, hier zu entbinden! In bessere Hände könnt ihr euch nicht begeben. (…)

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19.09.14

Jonas

Eine Geburt ist eine spannende und prägende Erfahrung und ich bin glücklich, dass ich alle 3 Geburten im sHebammenhaus erleben durfte und meinen Kindern dadurch einen wunderschönen Start ins Leben schenken konnte.

Spitzenbetreuung im sHebammenhaus - Wenn schon Geburt - dann hier!!!
Auch unser 3. Kind konnten wir hier in die Arme schließen.
Eine Geburt ist eine spannende und prägende Erfahrung und ich bin glücklich, dass ich alle 3 Geburten im sHebammenhaus erleben durfte und meinen Kindern dadurch einen wunderschönen Start ins Leben schenken konnte.

Meine beiden ersten Kinder sind schon im Hebammenhaus zur Welt gekommen (s. Bericht Sebastian 28.08.09, Emilia 24.06.11) und da war es für uns ganz klar, dass auch unser 3. Kind im sHebammenhaus auf die Welt kommen soll. Der kleine Mann hat es allerdings spannend gemacht und sich relativ spät in die richtige Lage gedreht und ich hatte schon die Befürchtung, dass es diesmal nicht so hinhaut, wie ich es mir vorstellte. Weil ich mich mit einer Alternative so gar nicht anfreunden konnte, habe ich alle Tipps die das Baby zur Drehung animieren können penibel umgesetzt. Die Fugen in meinen Bodenfliesen haben noch nie so sauber ausgesehen wie in diesen Tagen!
Auf jeden Fall hat es sich gelohnt und der kleine Mann lag dann endlich in richtiger
Position und ich war überglücklich, dass es nun doch wieder möglich ist im Hebammenhaus mein Kind in die Arme zu nehmen. Schon bei Beginn der Schwangerschaft habe ich mich ans Hebammenhaus gewandt und den Schwangerschaftstest dort machen lassen. Mein Vertrauen in das Team ist grenzenlos und ich wußte genau, dass ich hier auf jeden Fall die beste Betreuung für die Schwangerschaft und auch für die Geburt bekommen werde. Bis auf die Ultraschalluntersuchungen habe ich alle Vorsorgeuntersuchungen im sHebammenhaus machen lassen. Es ist hier alles viel entspannter und meiner Ansicht nach wird die Kirche im Dorf gelassen und nicht alles mit viel Technik und Tam Tam hinterfragt. Besonders wenn man als Mama altersmäßig Richtung 40. geht, wird einem beim Frauenarzt sehr viel „Angst“ gemacht, in dem man einem mit den vielen Untersuchungsmöglichkeiten, die man zusätzlich zur Kassenleistung wählen kann, konfrontiert. Im Hebammenhaus zähle ich und das Baby und man nimmt sich wirklich noch Zeit für einen und genau dies tut unwahrscheinlich gut. Sehr gelassen habe ich die Zeit bis zur Geburt abgewartet und da meine beiden ersten Kinder schon mit Verspätung auf die Welt gekommen sind, habe ich mir schon gedacht, dass dies diesmal wohl auch wieder so sein wird. Der Kleine Mann kam dann auch tatsächlich wie seine Geschwister ein paar Tage über Termin und zwar auch an einem Freitag auf die Welt. Ich hatte lediglich etwas Bedenken mit der Fahrzeit, da ich von zu Hause gute 35 Minuten benötige um beim Hebammenhaus anzukommen. Beim 3. Kind könnte es alles ja etwas schneller gehen als bei den beiden ersten Kindern. Es wurde mir zugesichert, dass man auch noch kurzfristig eine Hausgeburt machen könnte, wenn ich merken würde, dass es nicht mehr bis ins Hebammenhaus reicht. Mit dieser Gewissheit war ich beruhigt und wartete ab, wie es wohl diesmal sein wird. Irgendwas ist im Busch, dachte ich am Donnerstagabend und war froh, als ich die beiden älteren Kinder ins Bett gebracht hatte und dann erst mal ein entspannendes Bad in der Badewanne nehmen konnte. Ja, es sind tatsächlich Wehen also geht es bald los. Ich erkundigte mich gegen ca. 22 Uhr über das Rufbereitschaftstelefon wer den heute Dienst hat, da ich gespannt war, wer mich wohl begleiten wird. Ich freute mich sehr als ich erfuhr, dass Christiane Dienst hatte, da sie mich in dieser Schwangerschaft bei den meisten Vorsorgeterminen betreut hatte und ich sie bereits seit 2009 kenne. Von mir aus konnte es also losgehen -ich war bereit. Allerdings wollte ich nicht so früh ins Hebammenhaus gehen, da ich meine beiden größeren Kinder noch betreuen wollte, falls sie aufwachen würden. Sie wurden allerdings schon von mir informiert, dass es ggf. heute sein könnte, dass wir Jonas abholen werden und wenn sie aufwachen nicht Mama und Papa sondern Gette und Gotte bei ihnen sein werden und sie dann auch in den Kindergarten bringen. Die Wehen wurden immer etwas stärker und kamen in kürzeren Abständen, ich habe mich mit Hausarbeit abgelenkt und mit Christiane telefoniert und beraten, ob soweit noch alles im grünen Bereich ist und wann sie meinte, dass ich kommen sollte. Wir haben abgemacht, dass ich mich wieder melden werde, wenn ich losfahren möchte, da Christiane auch einen Anfahrtsweg hat. Gegen 3:30 Uhr wurden die Wehen/Wellen dann so intensiv, dass ich mich lieber auf den Weg machen wollte und ich mußte ja auch noch erst die „Babysitter“ für die beiden größeren Kinder alarmieren und warten, bis diese eingetroffen sind. Gegen 4 Uhr nachts fuhren wir dann los zum Hebammenhaus. Beim Eintreffen leuchtete mir die Kerze im Eingangsbereich zu und alles war wieder sehr einladend und ich wußte, jetzt bin ich angekommen, jetzt darf das Kind kommen, alles wird gut. Nachdem Christiane sich ein Bild von der aktuellen „Lage“ gemacht hat, lief ich etwas mit meinem Mann spazieren, während sie mir ein Bad einließ. Es gab nicht so viele Haltemöglichkeiten die mir bei der Veratmung der Wellen auf dem Spaziergang helfen konnten und daher war es mir lieber wieder ins Hebammenhaus zu gehen. Das Bad hat gut getan aber ab einem bestimmten Wellengang ist mir die Wanne zu eng und ich muss mich frei bewegen können. Ich laufe daher wie schon bei den ersten Kindern, wie ein Tiger im Käfig, hin und her und warte der Dinge ab, die da noch kommen. Mein Ziel war auf jeden Fall eine kürzere Geburt zu haben als bei den beiden ersten Kindern und somit sollte das Kind auf jeden Fall vor 11 Uhr auf die Welt kommen. Ich habe mit Mantra und der erlernten Selbsthypnose versucht meine Wellen zu begrüßen und mich so gut es ging zu entspannen. Die Rückenmassage meines Mannes, die mit jeder Welle so gut wie zeitgleich kam, hat auch sehr geholfen die Wellen besser ertragen zu können. Ich
hatte das Glück, dass ich zur Hebamme Christiane noch die Hebamme Melanie
dazubekommen hatte, da Melanie vor erneutem Einsatz noch ein paar Geburten begleiten sollte und mit tatkräftiger Unterstützung von Melanie und nach einiger Zeit auch noch von meinem Mann wurden meine doch sehr hohen Töne, wenigstens manchmal, wieder sehr sehr tief und es war einfach super, dass man nicht alleine die Musik machte, sondern dass man tatkräftig unterstützt wurde. Irgendwie ist mein Muttermund ziemlich zäh und er geht einfach sehr - sehr langsam auf. Nachdem ich ein Zäpfchen bekommen hatte ging es etwas besser von statten und es dauerte dann auch nicht mehr so lange und die Fruchtblase ist geplatzt und von da ab ging alles recht zügig und mein kleiner Jonas war innerhalb von 9 Minuten (vom Platzen der Fruchtblase gerechnet) auf der Welt. Papa war dann mit telefonieren und fotografieren beschäftigt, Jonas war eifrig am trinken und ich hab mich von der Plazenta verabschiedet. Der kleine ist kerngesund, die Plazenta komplett und ich hatte das große Glück, dass ich auch bei dieser Geburt keinerlei Geburtsverletzungen davongetragen hatte. Dass es keine Geburtsverletzungen (Riß oder ähnliches) gab, habe ich garantiert der umsichtigen Anleitung „meiner“ Hebammen zu verdanken, die mir im entscheidenden Moment sagten ob ich nun mit Kraft oder Zurückhaltung walten sollte und die mir die Zeit für die Geburt gelassen haben, die ich benötigte, die sich im Hintergrund gehalten haben aber jederzeit da waren, wenn Unterstützung gut getan hat und die einfach wussten, wann was das Richtige ist!
Ungefähr 2 1/2 Std. nach der Geburt, durften wir dann nach Hause fahren und uns in unser eigenes Bett kuscheln und das kleine Wunder bestaunen. Dem gesamten Team und diesmal vor allem CHRISTIANE UND MELANIE ein ganz HERZLICHES DANKESCHÖN

  • IHR SEID EINFACH SPITZE - Ich bin froh Euch gefunden zu haben!
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19.09.14

Line

Es war wundervoll als wir davor standen sodass mir fast die Tränen vor Freude runtergelaufen sind, denn Christina hatte schon vor dem Haus Kerzen aufgestellt die die Atmosphäre einfach wunderbar machten. Genau das ist unter anderem ein Grund warum ich diesen Ort so lieben.

Hallo liebes s'Hebammenhaus Team,
Es waren schon 4 Tage über errechneten Termin verstrichen. Es war Freitag der 19.09.2014 als die Wehen
langsam einsetzten. Wir saßen noch beim Abendessen mit unserem drei Jahre alten Sohn ( der auch im sHebammenhause geboren worde ist ) und es war ca. 18 Uhr. So gegen 18:15 Uhr bekam ich meine erste kleine Wehe die noch nicht sehr schmerzhaft war. Jedoch muss ich sagen, dass ich schon den ganzen Tag über einen brettharten Bauch hatte. Aus diesem Grund habe ich auch noch um ca. 15:30 ein schönes warmes Bad genommen in der Hoffnung das meine Bauchschmerzen sich etwas lindern. Es war den ganzen Tag über ein Gefühl wie Magen Darm Grippe. Mein Mann hatte sich dann morgens im Internet noch erkundigt ob das Anzeichen wären für die anstehende Geburt. Er sollte recht haben. Wie gesagt begann die erste Wehe so gegen 18:15 Uhr. Kontinuierlich wurden sie immer etwas stärker in einem Abstand von 7 bis 10 Minuten. Mir war klar das es sich eventuell um die Geburtswehen handelt denn als es 20 Uhr geschlagen hat wurden die Wehen so stark das ich mich doch mal irgendwo festhalten musste. Wir haben dann nochmal eine Stunde mit heftigeren Wehen verstreichen lassen um dann mal langsam unseren Babysitter aus Rottweil anzuforden. Mittlerweile hatten wir auch schon 2 mal mit Christina Hügel telefoniert. Um 21 Uhr war mir klar das die Geburt definitiv stattfinden wir weil die Wehen so stark waren das ich sie nur noch in gebückter Haltung verschnaufen konnte. Gegen 21:25 ist unser Babysitter dann eingetroffen und wir haben uns sofort auf den Weg gemacht in sHebammenhaus. Während der Fahr von Hochemmingen nach Villingen hatte ich nochmal 3 sehr sehr heftige Wehen wie ich es nicht kannte von meiner ersten Geburt. Da ging alles deutlich langsamer von statten. Die Autofahrt waren ca. 11 Minuten. In Villingen angekommen musste ich noch ein wenig im Auto sitzen bleiben da ich es noch nicht geschafft habe sofort aufzustehen um ins sHebammenhaus zu laufen. Nach 2-3 Minuten sind wir dann in einem sehr langsam Tempo in sHebammenhaus gelaufen. Es war wundervoll als wir davor standen sodass mir fast die Tränen vor Freude runtergelaufen sind, denn Christina hatte schon vor dem Haus Kerzen aufgestellt die die Atmosphäre einfach wunderbar machten. Genau das ist unter anderem ein Grund warum ich diesen Ort so lieben. Mein Mann, Baby und Ich wurden sehr herzlich von Christina Hügel empfangen. Auch das Geburtszimmer war komplett mit Kerzen dekoriert sodass eine traumhafte Atmosphäre da war. So wie ich mir das gewünscht habe. Es war jetzt ungefähr 22Uhr. Die Wehen wurden von mal zu mal stärker. Leider hatte ich nie wirklich eine Pause um die Wehen zu veratmen. Wie von Anfang waren sie immer da. Mir wurde keine Pause gegönnt. Ich habe keine Position gefunden die mir richtig gut tat. Deshalb schlug mir Christina vor doch mal in die Badewanne zu gehen. Das habe ich dann auch gemacht. Als ich in der Badewanne kniete hatte ich dann doch ein bisschen besseres Gefühl zwischen den Wehen. Doch die Wehen wurden dann so richtig heftig, sodass ich mich auch übergeben musste. Und mein Mann auch fast. :-).... Das war der einzige Moment als mein Mann mal kurz von meiner Seite weichen musste. Nachdem er von der Zweithebamme Christina Decker gut aufgefangen wurde war er dann nach paar Minuten wieder bereit mich beim Finale zu unterstützen. Wie aus dem Nichts kamen auf einmal die Presswehen. Zuvor war meine Fruchtblase geplatzt. Wie einer kleiner Knall im Körper. Ich wollte unbedingt aus der Wanne raus, da ich mir nie im Leben hätte Träumen können ein Kind in der Wann zu gebären. Ich schrie das mir Christina bitte helfen sollte aus der Wanne zu kommen ... Aber sie meinte nur... das es meine Wehen sind die ich so aktzeptieren soll und sie gehen lassen soll...Nach einer Presswehen sagte Christina das ich es gleich geschafft habe.... Mein Mann fragte nur... ERNSTHAFT ??? Christina nickte ab. Nach der zweiten Presswehe war die kleine dann rausgekommen und schwamm in Christinas Händen. Es war unglaublich für mich. Ich musste weinen und schrie das ich es geschafft habe das Kind im sHebammenhaus zu gebären. Zwei Wochen davor war das noch undenkbar, da man noch eine "Äussere Wendung" in Freiburg machen musste da die Kleine noch falsch rum gelegen ist. Ich war überglücklich und fasziniert wie schnell eine Geburt verlaufen konnte. Schließlich war ich eine 16 Stunden Geburt gewöhnt. Ich und mein Mann waren so froh. Wir lagen noch lange in der Wanne bis die Nabelschnur auspulsiert hatte bis mein Mann uns dann getrennt hat. Leider gab es noch ein bisschen Probleme mit der Plazenta. Sie kam nicht 100 Prozent raus sodass wir dann doch noch in Krankenhaus mussten um eine Ausschabung zu machen. Aber auch dorthin wurden wir von Christina und Leonie super betreut und begleitet. Aber auch im Krankenhaus war es sehr nett und hat uns dann auch nicht die Geburt negativ beeinflusst. Es gab noch ein tolles Frühstück.Noch am gleich Tag nach der Op durften wir zusammen nach Hause und unsere Line willkommen heißen.

Vielen an das super sHebammenhaus Team.
Ihr seid alle zusammen so wunderbar.
Familie Maus

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31.07.14

Samu

Mein Körper konnte selbst herausfinden, wann welcher Schritt getan werden musste, um es Samu und mir so leicht wie möglich zu machen und die Zeit zu geben, die wir brauchten.

Ich habe mich erst in der 30. SSW-Woche für s’Hebammenhaus entschieden, da ich nach einer Not-OP aufgrund einer Eileiterschwangerschaft sicher war mein Kind nur im Krankenhaus auf die Welt bringen zu können.
Durch einen Artikel in der Zeitschrift ELTERN wurde ich auf das Geburtshaus aufmerksam.
Hier haben 4 Paare ihre vier unterschiedlichen Geburtswege beschrieben und ich war sofort Feuer und Flamme. Vier Tage später haben wir uns beim Infoabend das Geburtshaus angeschaut und da war es auch schon um mich geschehen.
Mein Mann war noch etwas skeptisch, doch er stand von Anfang an hinter mir. Schließlich musste ich mich wohlfühlen.

Was mich am Meisten gepackt hatte, waren die wunderschönen Räume, in denen die neuen Erdenbürger das Licht der Welt erblicken. Wir haben uns die Räume angeschaut und ich fühlte mich sofort geborgen und wohl. Außerdem waren das, was die Hebammen erzählt haben, eigentlich genau das, wie ich mir meine Geburt vorgestellt hatte.
Keine Infusion, nur homöopathische- bis gar keine Schmerzmittel (es muss ja nicht schneller gehen als die Natur es will), Wohlfühlatmosphäre und die Konzentration auf mein Kind und mich!
Somit war entschieden, dass unser Sohn im s’Hebammenhaus auf die Welt kommen soll.

In der Nacht vom 29. auf den 30.07. hatte ich die ersten kleinen Übungswehen, habe mir aber noch nicht allzu viele Gedanken gemacht, schließlich wollte mein Mann gerne ein Augustkind.
Im Laufe des Tages hatten sie auch wieder deutlich nachgelassen, bis ab halb fünf die ersten kleinen Wehen einsetzten.
Als wüsste unser Sohn, dass sein Papa gleich nach Hause kommt und auf Mama aufpassen kann, damit er sich auf den Weg machen kann.
Gegen 21 Uhr habe ich erstmals im s’Hebammenhaus angerufen und Katja hat mir gut zugeredet.
Sobald ich mich unwohl fühle oder etwas ist, solle ich mich wieder melden, in der Zwischenzeit versuchen, noch etwas auszuruhen und vielleicht zu duschen.
Gegen Mitternacht habe ich Katja erneut angerufen, da die Wehen in kürzeren Abständen kamen und die Schmerzen stärker wurden.
Sie hat sich meine Atmung angehört und mir empfohlen, mich nochmals auszuruhen und die Wehen zu veratmen und mich wieder zu melden, sobald ich mich daheim nicht mehr wohlfühlte.
Dies war 20 min. später der Fall.
Da es meine erste Geburt war, war ich mir doch etwas unsicher und wollte daher lieber ins s’Hebammenhaus, um bei Katja vor Ort zu sein.
Um 1 Uhr sind wir in Villingen angekommen und der Empfang war für mich und meinen Mann schon wie „nach Hause kommen“.
Es war kein Licht an und überall waren Kerzen aufgestellt. Wir haben uns super wohl gefühlt!
Ich habe dann verschiedene Stellungen ausprobiert, um die Wehen zu veratmen.
Nach einer Stunde habe ich mich in die Wanne gelegt, in der ich fast die ganze Nacht lag.
Katja hat immer wieder die Herztöne gemessen und mein Mann war einfach für mich da, indem er bei mir war. Die Wehen waren am Anfang in relativ kurzen Abständen und kräftig, jedoch noch zu kurz, damit es wirklich vorangehen konnte.
Morgens gegen 8 Uhr kam Christiane dazu und erst gegen Mittag ging es immer mehr Richtung Geburt. Um 15.03 Uhr durften wir unseren Samu endlich in den Armen halten.

Die Geburt ging zwar für mich lange, jedoch habe ich nie gedacht, dass ich nicht mehr kann, sondern nur nicht mehr will.
Mein Mann, Katja und Christiane haben mir nie das Gefühl gegeben, dass es nicht vorwärtsgeht oder ich es nicht schaffe.
Ich habe mich immer aufgehoben gefühlt und gewusst, dass alles gut geht!
Nachdem Samu auf der Welt war, war erst einmal Kuschelzeit angesagt.
Nach über einer Stunde erst hat die Nabelschnur aufgehört zu pulsieren und mein Mann hat Sie durchtrennt.
Wir wussten, dass er sich nun alle Nährstoffe, die er gebraucht hat, nochmals getankt hatte und er nun „alleine“ bereit für die Welt war.
Allein diese Tatsache, wäre im Krankenhaus wahrscheinlich nicht möglich gewesen, obwohl es ja einen Grund gibt, dass die Nabelschnur entsprechend lange pulsiert.
Danach kam die Plazenta und nun war erst einmal Essenszeit angesagt, für mich und Samu.
Als Katja ihn dann gewogen hat, war ich etwas sprachlos, 3880 g und 57 cm. Wow!

Ich bin so froh und stolz, dass wir unseren kleinen Sternengucker im s’Hebammenhaus Willkommen heißen durften und bereue die Entscheidung keine Sekunde.
Die Geburt war so selbstbestimmt wie ich es mir erhofft hatte.
Die Hebammen waren begleitende Stütze und Wegweiser, aber nicht Chef im Geburtsraum, sondern der Chef war ich.
Mein Körper konnte selbst herausfinden, wann welcher Schritt getan werden musste, um es Samu und mir so leicht wie möglich zu machen und die Zeit zu geben, die wir brauchten.
Ich habe mir immer gesagt, dass die Schwangerschaft gut verlaufen ist und die Geburt nun ebenso gut verlaufen wird, auch ohne Ärzte.
Schließlich schaffen das Tausende von Frauen auch ohne „medizinische Hilfe“, oder?

Vielen Dank an meine zwei super Geburtsbegleiterinnen Christiane und Katja. Es war ein unbeschreibliches Erlebnis und ich freue mich schon auf die Geburt eines Geschwisterchens =)

Zum Abschluss noch das Fazit meines Mannes: „Die Geburt war viel schöner, als ich es je gedacht hatte!“

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04.07.14

Edwin

Dass die Reise ins Hebammenaus so unverhofft und unvorbereitet stattfindet, hätte ich (also relativ organisierter Mensch) niemals erwartet.

Ein Leben geht zu Ende – ein Neues beginnt
Sechs Tage vor ihrem 90. Geburtstag starb meine Oma – zu Hause im Kreise ihrer Familie schlief sie friedlich nach einem langen, erfüllten und sehr ereignisreichen Leben ein... aber das ist eine andere Geschichte.
Drei Tage später wurde die Beerdigung auf den 4. Juli um 11 Uhr angesetzt; das war 12 Tage vor dem ermittelten Geburtstermin unseres Babys. An diesem Freitag Morgen stellte ich zum ersten mal während meiner Schwangerschaft beim morgendlichen Stuhlgang etwas Blut in Schlieren-Form im Urin fest. Das war für mich ein Grund erstmalig von der Rufbereitschaftsnummer Gebrauch zu machen. Christina meldete sich und hörte aufmerksam meiner Schilderung zu. Ihre Fragen nach Wehen oder Schmerzen konnte ich beide mit „Nein“ beantworten. Ich fühlte mich – wie während der gesamten Schwangerschaft – fit und konnte keine Wehentätigkeit feststellen; außer meiner Traurigkeit aufgrund der anstehenden Beerdigung ging es mir körperlich gut.
Vormittag: Mein Mann und ich fuhren auf den Rottweiler Friedhof. Während der nachfolgenden Stunden in der Kapelle, beim Begräbnis und dem anschließenden Familienessen hatte ich den geringen morgendlichen Blutausfluss längst vergessen. Zumal mein Mann und ich am Vorabend sogar noch einen routinemäßigen Vorsorgetermin im Hebammenhaus hatten, bei dem uns Katja darauf einstimmte, ruhig mit ein paar Tagen Verzögerung zu rechnen, was den rechnerisch ermittelten Geburtstermin betrifft. Da „Geduld & Warten“ nicht gerade zu meinen vorherrschenden Eigenschaften gehört, nahm ich diese Empfehlung wirklich ernst und wollte mich innerlich auf 1-2 Wochen „Verzug“ einstellen.
Nachmittag: Erschöpft von den traurigen Ereignissen des Tages und legte mich wieder zu Hause angekommen ins Bett, um mir eine Runde Schlaf zu gönnen.
Allerdings fand ich dort keine Ruhe, hatte aber den Eindruck, dass sich irgendetwas im Unterleib verändert. Ich kam allerdings nicht auf die Idee, dass sich ganz langsam aber sicher die ersten spürbaren Wehen einstellten und damit den Geburtsvorgang einläuteten. Merkwürdig war auch irgendwie, dass ich an diesem Nachmittag nun schon zum dritten mal auf Toilette musste und meinen Darm ziemlich gründlich leerte.
Gegen 16:30 Uhr
Mir stand der Sinn nach einem warmen Vollbad; obwohl draußen ganz angenehme sommerliche Temperaturen herrschten. Das warme, mit Mandelöl aromatisierte Badewasser entspannte mich. Und in der Wanne konnte ich die regelmäßige Wehentätigkeit dann wirklich nicht mehr ignorieren. Ich rief meinem Mann immer wieder zu wenn eine Wehe anrollte, damit er die Abstände zeitlich einordnen konnte. Allerdings war überhaupt kein Rhythmus festzustellen, denn die Wehenabstände reduzierten sich rasant von ca. 10 auf 8, dann 5 Minuten.
Mein Mann rief Christina an, um sie über die schnelle Wehenentwicklung zu informieren. Sie wollte sich auf den Weg zu uns nach Hause machen, um sich ein Bild zu verschaffen.
17:00 Uhr
Die Wehentätigkeit hat sich kräftig erhöht, alle zwei Minuten rollte eine neue „Welle“ an, die ich über den Badewannenrand gelehnt immer wieder verschnaufen konnte. Mein Mann erkannte durchaus die Brisanz der Lage: er flitze durch das Haus und kam immer wieder zu mir ins Bad um nach mir zu sehen. So sammelte er innerhalb weniger Minuten alle notwendigen Geburts-Utensilien ein, da ich bislang noch keine Tasche gepackt hatte (bis auf die Familienstammbuch, das ich schonmal aus dem Büroschrank geholt hatte).
Kurz nach 17:30 Uhr
Uns war klar, dass wir so schnell wie möglich ins Hebammenhaus fahren mussten, wenn wir keine Hausgeburt wollten. Mein Mann stütze mich in der Badewanne und ließ das Wasser ab. Dann platze mit einem lauten Knall die Fruchtblase und lief dem restlichen Badewasser hinterher...
Mein Mann informierte Christina umgehend über den Blasensprung; sie wies meinen Mann an, mich sofort ins Hebammenhaus zu fahren.
Aus der Wanne zu steigen und in meine Klamotten zu schlüpfen war garnicht so einfach, denn während einer Wehe konnte ich mich kaum bewegen. Also wartete ich stets eine Wehenpause ab, die jetzt vielleicht nur alle 1-2 Min. eintraf und auch nicht allzulang dauerte. So versuchte ich so schnell wie möglich, aber vorsichtig aus der Wanner heraus zu steigen. In der Eile habe ich dann mein Kleidchen natürlich falschrum angezogen (Hose wäre viel zu kompliziert gewesen); egal... Dann musste ich nochmal auf Toilette sitzen weil ich den dringenden Wunsch zum Stuhlgang hatte. Mein Mann half mir die Stufen herunter zur Haustüre und die wenigen Meter zur Beifahrerseite vom Auto. Geburtstasche & Maxicosi hatte er bereits eingepackt. Dass die Reise ins Hebammenaus so unverhofft und unvorbereitet stattfindet, hätte ich (also relativ organisierter Mensch) niemals erwartet.
18 Uhr
Mein Mann düste mit mir ins Geburtshaus. Das Glück war auf unserer Seite, denn um 18 Uhr begann das WM-Fussballspiel Deutschland : Frankreich, das wir eigentlich auf keinen Fall verpassen wollten. Aber so waren zumindest die Strassen frei, weil alle vor der Kiste saßen. In der Villinger Innenstadt waren trotzdem noch ein paar Schnarchnasen unterwegs, die mein Mann dann kurzerhand (und natürlich total verkehrssicher) überholte... ich selbst habe das nur am Rande mitbekommen, da ich ausschließlich mit den Wehen und Atmen beschäftigt war, die ich angeschnallt im Sitzen aushalten musste. Außerdem hatte ich während der 13-minütigen Fahrt den Eindruck zu verdursten. Also musste mein Chauffeur mir zwischen all den Trödlern auch noch die Wasserflasche aus der Tasche rauskramen. Ich war einfach nur heilfroh, als unser Wagen vor dem Geburtshaus parkte!
Christina empfing uns draußen; sie half mir aus dem Wagen und begleitete mich ins Geburtszimmer. Ich glaube, in diesem Moment hatte sie fast noch mehr Mitleid mit meinem Mann, der wohl völlig schweißgebadet, aber erleichtert aus dem Wagen stieg.
18:15 Uhr
Im Geburtshaus nahm ich den Geruch von frisch aufgebrühtem Café wahr und ließ mich kniend vor dem Bett nieder. Als zweite Hebamme kam Julia dazu. Mein Mann unterstützte mich sowohl mental durch Mut zusprechen und körperlich indem er mich festhielt und stütze. Diese körperliche Nähe tat mir sehr gut!
18:30 Uhr
Mit der Zeit empfand ich das Knien nicht mehr so bequem, deshalb habe ich meine Position noch einmal verändert, indem ich in die tiefe Hocke ging. Mein Mann saß hinter mir auf der Bettkante, so dass ich mich auf seine Oberschenkel abstützen konnte. Zusätzlich bot Christina mir neben ganz viel positivem Zuspruch einen niedrigen Schemel an. So positionierte ich mich bequem und konnte mich voll und ganz auf das tiefe Atmen konzentrieren. (Ich führte ganz brav die Atemtechnik durch, die ich durch meine Hebamme gelernt hatte). Die Atmosphäre in dem Raum war zwar konzentriert und zielgerichtet, aber trotzdem entspannt und keineswegs hektisch. Ich fühlte mich wohl und gut aufgehoben. Die warmen Caféwickel entspannten mich zusätzlich. Und obwohl der gesamte Geburtsvorgang in einem recht rasanten Tempo ablief, kamen mir diese letzten Minuten unendlich lange vor, da ich jegliches Zeitgefühl komplett verloren hatte. Ich fühlte mich wahnsinnig erschöpft und hatte großen Durst! Kurz darauf zeigte sich auch schon das Köpfchen; Christina fragte mich ob ich es anfassen möchte: „Ooooh, der Zwerg!!“ Das kleine Köpfchen mit meiner eigenen Hand spüren zu dürfen, gab mir eine unheimlich große Portion Energie, die nächsten intensiven Wehen zu kontrollieren.
Im linken Oberschenkel spürte ich einen heftigen Krampf, den Julia behutsam ausstrich.
Kurz vor 19 Uhr
Das Köpfchen rutscht immer wieder vor und zurück. Die Gewissheit, dass es immer ein kleines Stückchen weiter geht und nicht mehr viel bis zur vollständigen Geburt fehlt, gab mir einen weiteren Energieschub! Während des gesamten Geburtsvorgangs überprüften beide Hebammen immer wieder den Herzschlag; alles in bester Ordnung! Das alles passierte fast schon beiläufig, ja unauffällig ganz ohne große medizinische Gerätschaft, sondern eben natürlich.
19:04 Uhr
Mit einem letzten Wehenstoß rutschte nun der gesamte kleine Körper aus der Öffnung. Der Junge schrie auch sofort kräftig los! Christina legte mir unseren Sohn in meine Arme und bettete uns dann bequem auf das große Bett; jetzt sind wir eine kleine Familie und können das junge Glück noch garnicht richtig begreifen. Wir genießen einfach nur den Moment und bewundern das frische Leben, das uns selbst wie ein großes Wunder erscheint.
Einige Minuten später wurde mit Unterstützung von wesentlich abgeschwächten Wehen die vollständige Plazenta geboren, die die Hebamme sorgfältig prüfte und uns einige Details dazu erläuterte. Im Anschluss untersuchte sie noch den Genitalbereich, versorgte alles sehr professionell und gab uns dazu Auskunft, so dass ich mich ebenfalls sehr gut versorgt fühlte.
19:40 Uhr
Die nächste Stunde gehörte einfach nur uns drei. Die Hebammen ließen uns mit dem Neugeborenen in aller Ruhe im Bett kuscheln und das kleine Wunder bestaunen. Der kleine Mann begann sogar schon an meiner Brust zu nuckeln!
Danach wurde die U1 durchgeführt und dokumentiert.
Gemeinsam mit Julia suchte mein Mann passende Babyklamotten aus der eilig gepackten Geburtstasche aus, und sie zogen dem Zwerg Edwin etwas Warmes an. Dann bin auch ich langsam aus dem Bett aufgestanden und habe mich für die Heimreise gerichtet.
22:30 Uhr
Christina und Julia verabschiedeten uns sehr herzlich; und wir - immer noch etwas benommen von den überwältigenden Ereignissen des Tages - traten als überglückliche Eltern mit Edwin die kurze Heimreise an. Dort kamen wir gerade noch rechtzeitig an, bevor das heftige Sommergewitter mit Regen, Blitz und Donner ausbrach. Doch der kleine Edwin ließ sich davon nicht beeindrucken und schlief ganz friedlich die ganze Nacht durch, während er mit seiner winzigen Hand meinen Finger festhielt.

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29.05.14

Isabelle

Eher durch Zufall kam ich zum s´Hebammenhaus. Klar, man hat schon mal gehört dass es so was gibt, aber wer erkundigt sich danach schon wenn man nicht schwanger ist?

Eher durch Zufall kam ich zum s´Hebammenhaus. Klar, man hat schon mal gehört dass es so was gibt, aber wer erkundigt sich danach schon wenn man nicht schwanger ist? Und wenn´s dann soweit ist treten einen die Mühlen doch ganz automatisch Richtung Krankenhaus, weil man das halt so macht. Zu unserem Glück traf ich noch innerhalb der ersten drei Monate auf Steffi vom Sekretariat und aufgrund gewisser Umstände musste ich ganz inoffiziell verraten dass ich schwanger bin. Die erste Frage darauf war: "Hast Du schon ne Hebamme?". Naja, soweit hatte ich noch gar nicht gedacht, schließlich war es zur Geburt noch eine ganze Weile hin. Aber Steffi meinte ich sollte mich möglichst früh darum kümmern, sonst ist keine mehr zu haben. Oder noch besser: sie schaut und ich soll einfach in der nächsten Woche anrufen. Genau das tat ich dann auch. Nach diesem Telefonat hatte ich einen Kennenlerntermin mit meiner Nachsorgehebamme, den nächsten Termin für den Infoabend im s´Hebammenhaus, einen Säuglingspflegekurs und den Geburtsvorbereitungskurs gebucht. Und beim Infoabend gefiel uns das was wir sahen eigentlich ganz gut. Dann waren da aber wieder gewisse Zweifel: schließlich ist es das erste Kind, ich kenne niemanden der das schon mal gemacht hat, und was ist wenn doch was ist und ein Arzt dringend nötig sein sollte?
(...)
Einige Informationen und Erlebnisse weiter konnten wir sagen:
Und die Entscheidung war gefallen.
Ganz super fand ich die Vorstellungstermine um alle Geburtshebammen kennenzulernen.
Das bekommt man nur in der Hebammenbetreuung vor der Geburt.
Regelmäßig einen Termin an dem immer ein spezieller Punkt durchgegangen wird, Formulare erklärt und Gesundheitsfragen für Schwangere und später Baby angesprochen werden. Zudem konnte man Fragen aller Art stellen, von der Bagatelle bis hin zu fast ethischen Grundsatzthemen.
Der Entbindungstermin rückte nun immer näher. Zwei Wochen vorher fragte mich der Frauenarzt schon ob ich denn jetzt bei ihm entbinden wolle, so tolle Wehen wie ich hab. Wehen? Dabei hab ich doch gar nichts gespürt. OK, wieder nach Hause, die restlichen Vorsorgetermine hatte ich im s´Hebammenhaus. Dann kam der errechnete Entbindungstermin. Und fast wie pünktlich hatte ich in der Nacht einen Schleimabgang und vormittags einen sehr flüssigen Ausfluss. War das jetzt Fruchtwasser und ich hatte einen Blasensprung? Gegen Mittag rief ich vorsichtshalber mal doch die Notrufnummer an und wurde ins s´Hebammenhaus beordert. Dort war man sich nicht sicher. Könnte sein, aber im Endeffekt zeigte auch der Testsreifen ein negatives Ergebnis an. Also wohl doch nicht, sondern nur verdünnter Ausfluss. Also wieder nach Hause, aber mit einem Termin für den nächsten Tag. Auch dort zeichnete das CTG schöne Wehen auf, aber auch da hab ich nur die ein oder andere leicht gespürt. Also wieder nach Hause mit einem Vorsorgetermin für den nächsten Tag. Eine Stunde vor diesem Termin hab ich dann endlich Wehen gespürt. Leicht, aber in regelmäßigen Abständen von ca. 15 Minuten. Also ab zum Termin, nochmal CTG mit schönen Wehen, und wieder nach Hause weil es noch keine richtigen Eröffnungswehen waren. Aber am gleichen Tag um 17 Uhr ging's dann los. Diesmal ganz sicher ein Blasensprung, das "Plopp" habe ich genau gespürt und eine Menge Fruchtwasser ging ab. Also wieder die Notrufnummer angerufen. Damit war ich angekündigt und sollte kommen wenn ich wegen der Wehen meine Tätigkeiten unterbrechen musste, spätesten zwei Stunden später nochmal. Aber solange konnte ich nicht warten, eine Stunde später bat ich meinen Mann anzurufen da ich ins s´Hebammenhaus wollte. Also kam Julia zu uns nach Hause und überwachte mich, aber auch sie meinte kurz darauf dass wir jetzt besser ins s´Geburtshaus fahren sollten. Also gemeinsam im Konvoi ab nach Villingen. Julia konnte uns leider aus organisatorischen Gründen nicht über die gesamte Geburt begleiten, sodass mich kurz darauf Katja sozusagen "übernommen" hat, um mich die Geburt über zu begleiten. Wenn die gewusst hätte auf was sie sich da einlässt....
Erstmal ging´s ab in die Badewanne zum Entspannen und Wehen antreiben. Oder eine Wassergeburt? Warum nicht, soll ja gut sein für Mama und Kind. Aber irgendwie ging's dann nicht weiter vorwärts. Ich spürte zwar die Wehen, aber so richtig und vor allem wie man es sich vorstellt und gehört hat dann doch nicht. Nach einiger Zeit also wieder raus aus der Wanne und ein bisschen rum laufen. Verschiedene Möglichkeiten bzw. Stellungen ausprobiert an und im Bett, Hocker oder Tuch. Ob ich auf Toilette müsste? Eigentlich nicht, aber wir probieren es mal. Aber auch das brachte mich bzw. mein Kind nicht weiter. Unter der ganzen Geburt gab's immer wieder diverse Kügelchen und ätherische Öle, sogar Akupunktur zum Loslassen hab ich später noch bekommen. Dem ungeachtet ließen die Wehen aber immer weiter nach. Ich spürte fast nichts mehr wurde immer verzweifelter weil das Kleine ja kommen sollte. Ich hab natürlich nicht auf die Uhr geschaut, aber es war eine lange Zeit in der überhaupt nichts mehr ging. Dann ging die Überlegung los ob wir doch in die Klinik sollten und ein Wehentropf den ganzen Vorgang wieder in Schwung bringen konnte. Die Herztöne des kleinen waren immer gut und kräftig, sodass dies ohne Sorge möglich gewesen wäre. Aber eigentlich wollte ich doch da gar nicht dorthin. Aber vielleicht wäre es ja besser, schließlich ging es einfach nicht mehr vorwärts? Das große Problem war, dass wir meine Handtasche mit allen benötigten Unterlagen in der Eile daheim vergessen hatten. Also hab ich meinen Mann los geschickt um alles nötige zu besorgen (oder war das Katja weil ich nur noch die fehlenden Unterlagen im Kopf hatte?). In der Zwischenzeit hat mich Katja noch mal in die Wanne gesteckt. An diese Zeit kann ich mich nicht mehr genau erinnern, ich war wohl irgendwie im Delirium. Ich weiß nur noch dass dann irgendwann mein Mann wiederkam und wir eigentlich die Entscheidung zur Verlegung ins Klinikum treffen sollten. Aber ich wollte nicht. Und dann kam Katja und meinte dass wenn ich richtig mitarbeite wir es auch mit meinen wenigen schwachen Wehen schaffen könnten. Ich konnte das Köpfchen schon mit meinen eigenen Fingern im Geburtskanal spüren. Es war ja schon fast da..... Und sowohl Katja als auch mein Mann waren im Gegensatz zu vorher relativ ruhig. Keine großen langen "Anfeuerungen", schließlich musste ich das jetzt ganz mit mir allein ausmachen. Also wieder raus aus der Wanne. Und ich habe versucht zu pressen wann immer ich meinte eine Wehe zu spüren. Irgendwann zwischendurch kam auch wieder die Frage wegen der Toilette, aber trotz dem sonst eigentlich bekannten Druck spürte ich genau dass es das Kind war, das da drückte. Und dennoch ging es immer noch nur langsam vorwärts. Ich musste meine Gebärposition finden, hab wieder alles ausprobiert und trotzdem nichts richtig gefunden. Inzwischen war das Kind so weit dass ich es praktisch zwischen meinen Beinen gespürt habe, beim Laufen und beim Liegen. Es war doch schon so weit, warum schaffte ich es nicht das Kleine raus zu drücken? Schließlich legte ich mich (oder Katja? das weiß ich nicht mehr genau) ins Bett mit dem Haufen Kissen im Rücken. Dann übernahm Katja wieder das Geschehen und gab genaue Anweisungen. Beine außen an je ein Kissen lehnen und vor allem ganz locker lassen. Auch beim Pressen. In der Zwischenzeit hab ich nämlich versucht zu pressen wie ein Weltmeister, auch bei der geringsten Andeutung einer Wehe.Erst mit Katja´s "Beine locker lassen" und "von oben drücken" kam der Wechsel und ich habe wohl nicht mehr einfach den ganzen Bauch angespannt sondern wirklich richtig von oben raus gepresst. Laut meinem Mann waren dass dann Wellen die von oben nach untern gearbeitet haben. So richtig mitbekommen habe ich das nicht. Das war wohl der wirkliche Wendepunkt und es ging weiter. Irgendwann war das Köpfchen dann raus. Das war übrigens der Zeitpunkt wo es "endlich" weh getan hat. Und dann kam auch der Rest des Kindes raus, das ging dann einfach eher wie ein "Flutsch" und das Kind war da (wenn man die ganze Vorarbeit anschaut). Das Kind ist da! So richtig realisieren konnte ich es noch nicht. Klar, ich habe das schon mitbekommen und den kleinen Körper gesehen, aber das war's jetzt endlich? Irgendwie war da noch alles wie im Traum.
Katja hat die Kleine dann angeschaut, alles war in Ordnung. Und es war ein Mädchen, wir hatten uns ja überraschen lassen.
Es hat dann bestimmt noch mal anderthalb Stunden gedauert bis die Plazenta dann endlich draußen war. Das war übrigens so gegen halb sieben Uhr morgens und ich habe das erste Mal wieder auf die Uhr geschaut. Und nebenbei war es passenderweise Vatertag.

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29.05.14

Isabelle

Ich glaubte ich sei auf alles vorbereitet, ich glaubte ich sei abgebrüht und rational genug die richtigen Dinge zur rechten Zeit zu entscheiden und "das werde ich schon schaukeln". Ich wurde eines besseren belehrt,

Eigentlich hatte der Tag ganz normal begonnen, aufgestanden, zur Arbeit gegangen. Am frühen Nachmittag gegen 15Uhr Feierabend gemacht, noch kurz beim Bäcker vorbei und für den Feiertag eingekauft. Als ich gegen 16Uhr zuhause ankam merkte ich schon, dass nicht alles so war wie immer. War ja auch Zeit, waren ja schon 3 Tage über Termin. Trotzdem hatte ich keine Vorstellung, was uns diese Nacht alles abverlangen würde, sowohl körperlich als auch emotional. Meine Frau sagte schon dass sie Wehen habe, aber dass es noch nicht so schlimm sei. Kurz vor 17Uhr dann kam der Startschuss, der Blasensprung. Ran ans Telefon, die Hebammen-Hotline angerufen und Julia erzählt was passiert war. Knappe 30 Minuten später war Sie bei uns, kurzer Checkup, Herztöne des Kindes abhören und dann die Ansage, dass wir jetzt ins s'Hebammenhaus fahren. Die Wehen meiner Frau waren schon stärker und in kurzen 3-4 min. Intervallen. In Windeseile die gepackten Taschen geschnappt, Auto beladen, Frau eingeladen und ab ins Hebammenhaus. Es waren nur 20 Minuten Fahrt, aber die kamen mir vor wie eine Ewigkeit. Noch nie hatte ich meine Frau in solchen Schmerzen gesehen. Ich versuchte über gutes Zureden ihre Pein zu lindern und - wie in den Kursen gelernt - die Wehen mit ihr nehmen und über gezielte Atmung zu kompensieren. Mehr konnte ich garnicht tun, ich musste mich ja auch auf Fahren konzentrieren, aber es klappte eigentlich ganz gut. Nach dieser kleinen Ewigkeit kamen wir im Hebammenhaus an und gingen ohne Umweg direkt ins große Geburtszimmer. Noch schnell die Taschen ausgeladen und dann das Auto abgestellt. Die Geburt war zu diesem Zeit eigentlich schon richtig im Gang. Zusammen mit Julia versuchten wir, eine angenehme Position für meine Frau zu finden und probierten wirklich alles aus was das Geburtszimmer bot, vom Bett über Boden in die Tuchschlingen bis wir schließlich in der Badewanne landeten. Da meine Frau nicht unbedingt eine Wasserratte war hätte ich das nie für möglich gehalten, es war jedoch eine spürbare Erleichterung für Sie die immer stärker werdenden Wehen im angenehm warmen Wasser zu nehmen. Während der ganzen Zeit habe ich ihr immer - wie ein Mantra - zugeredet wie gut Sie das macht, wie wir mit Schwung die nächste Wehe nehmen und dass wir mit jeder Wehe unserer Kind näher zu uns bringen. Ich glaube, soviel und so anhaltend habe ich noch nie in meinem Leben einen Monolog gehalten. In der Wanne kämpften wir dann gemeinsam mit jeder Wehe, und es ist nicht übertrieben wenn es heißt, dass Frauen während der Geburt extreme Kräfte entwickeln. Einmal habe ich beim Gegenhalten nicht rechtzeitig Gegenzug gegeben und wäre beinahe selbst in der Wanne gelandet. Während dieser Zeit mussten wir Julia leider aus organisatorischen Gründen verabschieden, dafür Stand uns dann Katja mit Kraft und Ruhe zur Seite. Immer wieder wurden die Herztöne des Babys gelesen, immer mit positivem Ergebnis. Die Wehen waren stark und ich erwartete schon, dass wir noch vor Mitternacht unser Kind in den Händen halten würden. Doch damit lag ich ganz schön daneben.
Irgendwann - so genau weiß ich gar nicht mehr wann es war - kam die Geburt ins Stocken. Meine Frau mühte sich redlich, in der Wanne, in der Schlinge, im Bett aber es ging nicht mehr vorwärts. Katja unterstützte uns mit allen Mitteln, von den Globulis über den "Becken-Shaker" bis hin zur Akupunktur um den Kopf frei von Blockaden zu bekommen. Immer wieder die Herztonkontrolle - alles gut - wir haben noch Zeit. Unser Kind war schon weit unten im Geburtskanal und konnte auch nicht mehr zurück. Katja meinte auch, dass es da unten "weit genug" sei und wir das Kind ruhig kommen lassen sollten. Meine Frau konnte das Köpfchen sogar schon selbst mit den Fingern ertasten. Also ging der Reigen immer weiter, wieder ins Bett, vors Bett, auf den Hocker, in die Schlinge, jedoch mit keinem Erfolg. Es ging weder vor noch zurück. Das war wohl die schlimmste Zeit für mich während der ganzen Geburt. Zum ersten Mal konnte ich wirklich garnicht mehr helfen, auch das gute Zureden brachte keinen Erfolg. Ich war machtlos, verdammt ein Zuschauer zu sein, obwohl ich doch helfen wollte. Ich driftete zwischen traurig und wütend, zwischen resignierend und agierend hin und her, ich wusste nicht wie ich mit der Situation umgehen sollte, ich verlor den Zugang zur Situation. Es breitete sich eine Art unterschwellige Angst in mir aus, die mich echt runterzog. Mittlerweile waren schon über drei Stunden ohne Vorwärtskommen hinter uns und es sah nicht so aus, als ob es aufgrund der inneren Kräfte meiner Frau wieder in Gang kommen würde. Der Geist war willig aber der Körper schwach. Die einzige die den Zugang zu meiner Frau behielt war Katja, sowohl auf körperlicher als auch auf psychischer Ebene. Ich hörte immer wieder ihre leisen, gewählt und dezidiert gesprochenen Worte, mit der Sie meine Frau motivierte und begleitete. Bald darauf kamen wir jedoch an einen Wendepunkte der ganzen Geburt. Wir mussten uns mit der Möglichkeit auseinandersetzen, ins Krankenhaus zu verlegen um die Wehen mit einem Wehentropf wieder zu aktivieren. Mit dieser Situation hatten wir nicht gerechnet. Wir waren uns einig, dass wir eigentlich nicht ins Krankenhaus wollen. Jedoch wollten wir auch nichts riskieren und uns war klar, dass es sein muss, wenn wir nicht auf natürlichem Weg weiterkommen. Da ich natürlich die wichtigste Tasche mit Mutterpass und Versicherungskarte zu Hause vergessen hatte führ ich kurz nach Hause um für den Notfall gewappnet zu sein. Genau 40min war ich unterwegs, nachts mit mir und meinen Gedanken allein. Was würde mich erwarten wenn ich wieder im Geburtshaus ankomme? Werde ich doch schon Vater sein oder wird es noch so sein wie vorhin? Nun, ich kam an und die Situation war unverändert. Katja sagte mir, dass wir uns langsam entscheiden müssten, da die Zeit gegen uns arbeitet. Ich schlich zu meiner Frau an die Wanne und wir sprachen das miteinander durch, so gut wir das konnten. Wie auch immer, kurz darauf setzten wir gemeinsam mit Katja zu einem letzten Anlauf an unser Kind ohne weitere Hilfen zu gebären. Was dann in der letzten knappen Stunde ablief ist für mich immer noch kaum mit Worten und Emotionen zu fassen. Mit Katjas Unterstützung ging es langsam wieder vorwärts, aber es war alles andere als einfach, zumal ich selbst immer noch kaum was machen konnte. Katja und meine Frau gingen mit vollem Körpereinsatz ran. Die Emotionen gingen in mir rauf und runter, Angst, Hilflosigkeit, Verzweiflung, Enttäuschung.... die ganze Palette rauf und runter, wobei die Angst um Mutter und Kind mit jeder Minute auf irrationale Weise zunahm. An diese Zeit habe ich sonst kaum Erinnerungen. Und plötzlich war es da, unsere kleines Kind, nackt, nass, und lebendig. In diesem Moment brachen dann die Gefühle aus mir raus, ich heulte wie ein kleines Kind, das ich irgendwie in diesem Moment auch psychisch war. Die Angst und die Verzweiflung wichen Erleichterung und Freude, das Auf und Ab hatte endlich ein Ende - und ein Gutes allemal. Das Baby blieb noch eine Weile an der Nabelschnur auf dem Bauch meiner Frau bis ich dann die Abnabelung machen durfte. Und dann schauten wir auch zum ersten Mal nach, ob wir ein Mädchen oder einen Jungen geboren hatten. Nach der Geburt der Plazenta konnten wir dann erstmal ein wenig ausruhen und erste Energien wieder sammeln. Um 13Uhr traten wir dann zu dritt den Weg nach Hause an.

Die Erfahrungen, die ich während der Geburt unserer Tochter gemacht habe waren einmalig und prägend, und trotz der emotionalen Achterbahnfahrt möchte ich keine Minute missen. Ich glaubte ich sei auf alles vorbereitet, ich glaubte ich sei abgebrüht und rational genug die richtigen Dinge zur rechten Zeit zu entscheiden und "das werde ich schon schaukeln". Ich wurde eines besseren belehrt, das Leben schreibt seine eigenen Episoden und du kannst nicht auf alles vorbereitet sein. Und genau an diesem Punkt geht mein großer, ehrlicher und herzlicher Dank an Katja, die uns mit klaren Worten, physischer und psychischer Unterstützung durch die schweren Stunden begleitet hat und uns den positiven Impuls gegeben hat, die Geburt nach unserem Wunsch durchzuziehen. Ohne Sie bin ich sicher wären die Dinge nicht so gelaufen, wie sie es sind. Danke!

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02.03.14

Lynn Sunniva

Die Stunden im Hebammenhaus waren wunderschön und sind bestimmt unvergesslich!

Wir haben von einer Bekannten vom Geburtenhaus erfahren. Nach einer Recherche im Internet über das Angebot vom s'Hebammenhaus war uns klar, dass wir dort entbinden wollen. Bei unserem Vorstellungsgespräch lernten wir die erste Hebamme kennen und die Räumlichkeiten wurden uns gezeigt.
Das Ambiente sprach uns gleich sehr an. Wir lernten nach und nach vier Hebammen kennen und hatten auch drei Vorsorgetermine im Hebammenhaus.
Was uns besonders beeindruckte war, dass sich jede Hebamme genügend Zeit nahm um unsere Fragen zu beantworten und alles nötige ausführlich zu besprechen. Nachdem wir die Bereitschaftsnummer erhalten hatten, warteten wir gespannt das wir sie endlich anrufen dürfen. Unser Töchterlein aber lies sich noch ein wenig Zeit. Zehn Tage über dem Termin wurde nach ein paar Wehentees und Nelkentampons die Akupunktur vorgeschlagen. Die Akupunktur wurde von einer Hebamme in unserer Nähe (Fr. Becherer) durchgeführt. Drei Sitzungen an einem Tag zeigten ihre Wirkung und abends um 23 Uhr kamen die ersten Wehen, juhuu!! Um kurz nach 24 Uhr riefen wir unsere Hebamme Katja an. Sie fragte uns ruhig ein paar Dinge, um die Situation einschätzen zu können. Wir wurden aufgefordert noch ein wenig zu warten. Um 00:30 Uhr wurden die Wehen dann so stark das wir uns entschlossen nach Villingen zu fahren. Eine gute Stunde später waren wir im Hebammenhaus. Wir wurden herzlich begrüßt und machten es uns im Geburtsraum 1 bequem. Der Raum war nur mit Kerzen beleuchtet und die Atmosphäre war sehr schön. Nach vielen Wehen und einer warmen Badewanne ging es um 6 Uhr morgens los. Das Köpfchen konnte man so gegen halb sieben das erste Mal sehen. Wir durften zusammen auf dem Bett liegen und konnten so gemeinsam dem großen Ereignis entgegen fiebern. Um 8:26 Uhr kam dann endlich unser Sonntagsbaby! Ein großes Lob sei hier auch Hebamme Elke ausgesprochen-tolle Teamarbeit!
Der frisch gebackene Papa war sogar so nah dabei, dass seine ganze Hose voll mit Fruchtwasser war. Nachdem die Kleine auf der Welt war durfte sie erstmal auf Mamas Brust liegen, das war sehr emotional. Als die Nabelschnur auspulsiert war, nabelte Papa sie mit einem Schnitt ab.Unser kleines Menschenkind durfte das erste Mal an die Brust, während der Papa Frühstück vom Bäcker holte. Wir stießen noch mit den Hebammen Elke und Katja auf diesen freudigen Anlass an. Anschließend wurden alle fein gerichtet und ins Auto verfrachtet.
Die Plazenta haben wir mitgenommen weil die Mama evtl. wenn sie sich traut ein Stücken davon probieren möchte. Pünktlich zur Mittagszeit waren wir dann Zuhause. Wir schliefen erstmal bis abends. Nun begann das Wochenbett.....Die Stunden im Hebammenhaus waren wunderschön und sind bestimmt unvergesslich!

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27.02.14

Mika

Natürlich kann man sich überraschen lassen aber wenn man dann doch ein bisschen wunderfitzig ist und ab und zu beim Frauenarzt die Möglichkeit hat das Geschlecht zu erfahren, dann lässt man es sich eben sagen. Man wird mit dem Gedanken vertraut und packt schon mal alle Mädchensachen von der ersten Tochter aus....

Die Geburt von Lea..... äähh ich meinte Mika...

Natürlich kann man sich überraschen lassen aber wenn man dann doch ein bisschen wunderfitzig ist und ab und zu beim Frauenarzt die Möglichkeit hat das Geschlecht zu erfahren, dann lässt man es sich eben sagen. Man wird mit dem Gedanken vertraut und packt schon mal alle Mädchensachen von der ersten Tochter aus und legt alles bereit.

Ja, mit diesem Gedanken bereitet ich mich auf die Geburt im Hebammenhaus vor, wir würden eine zweite Tochter bekommen. Diesmal nicht mit PDA und Kinderklinik, so wie es bei der Geburt meiner Tochter in den USA vor 16 Monaten war.

Nein diesmal will ich die komplette natürliche Geburt auf ganzer Linie.
Und wehedem ich muss doch in die Klinik und mir mein Kind abnehmen lassen und es 10 Tage auf der Neo besuchen.
Nein, ich schaffe das so (wirklich??!! Sch.... ich hab Angst) Dieser Gedanke war mein Begleiter, 39+5 Woche lang!

Schon die ganze Schwangerschaft wusste ich, dass ich mein Kind auch diesmal früher bekommen würde. ET war 1.3.14. Und wenn wir so drüber gesprochen hatten, wann sich denn "die Kleine" wohl auf den Weg machen würde hatte ich immer so im Hinterkopf die Zahl 27.... ich glaube an Gott und ich glaube er hat mir einen Tipp damit gegeben... wer weiß ...

Als ich dann aber am 25.2 so ein leichtes Ziehen im Rücken verspürte war ich mir auf einmal nicht mehr sicher.
Sind das Wehen? Sollen wir Oma und Opa schon mal anrufen, dass sie von Bonndorf nach Donau kommen? Vielleicht doch erst die Hebamme?

Das Ziehen zog sich so über den ganzen Tag hin, war aber gleichbleibend schwach. Ich konnte es einfach nicht einschätzen. Mein Mann meinte, dass wir einfach mal auf Nummer sicher gehen und gleich mal alle anrufen.

Oma und Opa waren auf dem Weg um Lilly zu bespaßen und Christiane war auf dem Weg zu mir um mal zu schauen was ich so machte.
Naja im Endeffekt wurde daraus eine kleine Vorsorgeuntersuchung mit Befund: Muttermund komplett geschlossen, leicht verkürzt.
Was ich zwei Tage später wieder gesagt bekam, dazu aber später.

Oma und Opa waren also nicht zur Geburt gekommen, sondern um einen Tag mit uns Dreien zu verbringen, was wir dann auf dem Spielplatz taten.
Meine "Wehen" waren auf einmal wieder weg. (Christiane meinte nur, dass es auch noch 2-3 Wochen gehen könnte, vielleicht waren es nochmal ein paar Senkwehen.... und ich nur so hä??? nee, glaub ich nicht...)

Am 27.2.2014 nachts um 0 Uhr wachte ich wieder auf, mit den leichten Wehen wie schon vor 2 Tagen aber doch irgendwie anders. Und ich dachte mir nur: och nö nicht schon wieder Fehlalarm.

Ich stand auf und ging ein bisschen in der Wohnung spazieren und glaubte zu träumen als ich am Fenster vorbei kam. Schnee?? Sooo viel??
Die letzten Tage waren so sonnig und warm gewesen, da kam mir der Schnee im Februar ganz fremd vor.

Ich versuchte mich dann ein bisschen mit Anne zu entspannen ( CD von Annemarie Haas, bei der ich die Selbsthypnose erlernt hatte) und gegen 3 Uhr nahm ich ein schönes kaltes Lavendelvollbad, weil das Warmwasser nachts abgestellt wird. Aber es entspannt mich mich trotzdem, es war noch ein bisschen lauwarm übrig gewesen. Ich konnte dann später sogar noch ein bisschen schlafen.

Am Morgen nach dem Frühstück gingen wir zum Familienschneeschippen raus und bauten mit Lilly einen Schneemann. Meine Wehen kamen sehr unregelmäßig und waren nicht unangenehm oder so gewesen, einfach ein leichtes Ziehen.

Gegen 11 Uhr sind wir dann wieder reingegangen und auf einmal wurden die Wehen stärker. Ich fing an im Flur auf und ab zu Gehen und die ersten Wehen zu veratmen.
Und wieder stellte ich mir die Fragen, sollen wir alle anrufen? geht es heute los? ich war verunsichert und auf einmal kam auch wieder die Angst, dass ich es nicht schaffen würde mein Kind ganz ohne Medizin und PDA auf die Welt zu bringen. Und ganz bestimmt würde wieder jemand kommen und mir mein Kind weg nehmen....

Ich wählte ann erstmal die Bereitschaftsnummer und hatte Katja am Telefon (ich habe jetzt schon recht viele Geburtsberichte hier gelesen, Katja war bei allen dabei oder? :-))

Wir vereinbarten, dass ich noch ein bisschen warten solle und falls ich sie bräuchte sollte ich nochmal anrufen.

Über den Nachmittag hin wurden die Wehen regelmäßiger?
Mhhh vielleicht, aber auf jeden Fall stärker. (Ich habe nach der Geburt erfahren, dass es beim 2. Kind ganz normal sein kann dass die Wehen nicht mehr so regelmäßig kommen wie man dass vom ersten Kind kennt. )

Jedenfalls musste ich dann mit der Zeit immer mehr die Wehen veratmen und um 17 Uhr riefen wir dann Oma und Opa an, dass wir sie für die Nachtschicht für unsere kleine Maus bräuchten.
Ich hatte dann auch wieder Katja angerufen, die mich dann um 18 Uhr mal besuchte. Katja meinte, dass ich auf jeden Fall Geburtswehen hätte aber auch diese können von ganz alleine einfach wieder so aufhören, ich hatte immer noch ein ziemlich schlechtes Gewissen ob ich nicht schon wieder alle umsonst angerufen hatte.
Katja beruhigte mich auch nochmal mit der Angst es nicht schaffen zu können und falls ich wirklich ins Krankenhaus müsste und man mir wirklich mein Kind auf die Kinderstation bringen müsste, könnte ich ja immer bei "ihr" sein und nicht von ihrer Seite weichen. (Katja ist so neutral ehrlich....)
Ich musste erstmal schlucken, dass wollte ich nicht hören aber es therapierte mich im nu. Wir vereinbarten, dass wir nach dem zu Bett bringen von Lilly dann mal ins Hebammenhaus kommen würden. Das wäre so um 19Uhr gewesen.
Katja ist dann gegen 18.15Uhr wieder gefahren, um 18.30 saßen wir im Auto nach Villingen, weil ich auf einmal das Gefühl hatte, dass mir 19Uhr nicht mehr reichen würde. Also mussten Oma und Opa das zu Bett gehen übernehmen (Meine Gedanken waren bei Lilly: Ohje klappt das mit Oma und Opa? sie ist doch nachts noch so schwierig mit ihrer Fläschenwirtschaft..... Natürlich ging alles reibungslos und ohne Weinen :-))

Gegen 19Uhr kamen wir dann mal im Geburtshaus an, Katja hatte schon die Wanne eingelassen und nachdem ich noch 1-2 Wehen im Geburtsraum veratmen musste, halb auf meinen Mann, halb am Tuch hängend, habe ich mich ausgezogen und bin ich die Wanne gestiegen.

Tja und auf einmal wurden aus vielen starken Wehen, wenige bis garkeine Wehen alle 20 Minuten. Nach 1 Stunde entspannen kam Katja und meinte dass sie mich mal abtasten würde, wie weit denn der Muttermund ist.
Die Wehen waren ja so eindeutig zurück gegangen und Katja hätte mich dann gerne wieder nachhause geschickt.

Mann, hatte ich ein schlechtes Gewissen, dass schon wieder alles nach Fehlalarm aussah.

Also schaute Katja mal nach dem Muttermund. Und hier wieder der Satz von vor zwei Tagen, „Muttermund verschlossen, leicht verkürzt“.

Ich stellte mir nur die Frage, was dass dann heute den ganzen Tag für Wehen waren?? Ich meinte zu Katja, dass es bestimmt wieder stärker wird, wenn ich aus der Wanne raussteige.

Katja war da glaub anderer Meinung, aber ich konnte es nicht glauben.

Also stieg ich aus der Wanne, es war 20Uhr und als ob ich einen Impuls an meinen Körper gesendet hätte, dass wir nicht mehr nach Hause fahren ohne unser Baby, musste ich schon beim Heraussteigen 2 Wehen hintereinander veratmen.
Das Abtrockenen und schnelle Anziehen wurde durch immer stärkere Wehen unterbrochen.
Mein Mann und ich gingen dann in den Geburtsraum zurück und ich hatte so starke Wehen, wenn die eine aufhörte war die nächste schon am Start.
Und mir wurde so schwindelig weil ich so stark atmete. Ich dachte wirklich ich würde gleich umkippen. Der Gymnastikball, nachdem ich gefragt hatte, um mich kurz mal auszuruhen wurde nicht benutzt.
Ich konnte die Wehen nur im Stehen irgendwie an meinen Mann gekrampft veratmen. Katja war glaub draußen zum Telefonieren mit Christiane, die den nächsten Dienst hatte. Praktikantin Manuela stand uns so lang zur Seite bzw. hörte sich mein Geheule und Gestöhne an :-)

Und auf einmal verspürte ich so den Drang auf Toilette zu müssen und während dessen ich eine starke sehr schmerzhafte Wehe erlebte schrie ich nur " Oh man, ich muss so pippi" und schnappte meinen Mann der mit mir auf Toilette flitzte. Aber komisch, dort angekommen kam nichts raus außer noch mehr Wehen, Geschrei und Gejammer meinerseits.
Katja und Manuela kamen dann nach und ich schrie nur "Katja, ich schaff das nicht, es tut so weh"
Und es tat höllisch weh, ich weiß auch nicht aber es war einfach eine extreme Randerfahrung für mich. Und ich dachte wirklich in dem Moment, dass ich es nicht schaffen würde. Aber bis ich ins Krankenhaus gefahren wäre, wäre ich vorher gestorben. Ich war verzweifelt und die Wehen würden ja noch ewig so gehen, der Muttermund war ja grad noch ganz verschlossen.

Und auf einmal verspürte ich so einen Druck und ich dachte nur, na toll jetzt kommt auch erstmal noch Stuhlgang vorm Baby. Aber ich saß ja Gott sei dank immer noch auf Toilette ...

Also gab ich ein bisschen Druck nach hinten und naja, jetzt im nachhinein kommt es mir natürlich auch logisch vor aber natürlich hab ich unser Baby raus gedrückt und keinen Stuhlgang :-). Obwohl mir dass erst klar war als das Köpfchen raus kam ...

Noch eine Presswehe (Der Ruf von Katja zu meinem Mann: Markus mach den Klodeckel zu!) und dann kam auch schon der kleine Körper.

Es war 21.10 Uhr.
Von "Muttermund zu" bis "Kind da" 1 Stunde 10Minuten.

Ich war so erleichtert, dass ich es wirklich geschafft hatte. Und ich war überrascht, dass es dann wirklich so schnell ging.

Ich nahm mein Kind in den Arm und wir liefen, noch mit Plazenta in mir und Nabelschnur am Kind zum Bett in den Geburtsraum. Unser Baby war anscheinend ein bisschen geschockt von der schnellen Geburt und der Atem war ein bisschen stöhnend. Wie schön, dass die Nabelschnur nicht gleich abgeschnitten wird im Hebammenhaus und daß abgewartet wird bis sie nicht mehr pulsiert (Was bei mir dann ca. 1 Stunde später war) So bekam unser Baby genug Sauerstoff von mir zusätzlich, außerdem eine Atemstimulierende Massage und Globuli und nach 20 Minuten atmete es ganz normal.(...)

Ich war so endlos glücklich, dass ich mich für das Hebammenhaus und die Hebammen entschieden hatte!

Ja, und während dessen wir so auf dem Bett dann lagen und Christiane und Katja so bei mir und dem Baby standen und sich um uns kümmerten meinte Christiane nur, ich sollte "Ihn" mal kurz anders hinlegen, damit sie besser dran kommt. Und mein Mann und ich nur "IHN??"
Wir schauten nach, und wirklich, der Arzt hatte sich getäuscht und wir wurden mit einem kleinen Jungen beschenkt, der am 27.02.2014 um 21.10Uhr mit 3020g und 54cm im Geburtshaus in Villingen zur Welt kam.

Um 1 Uhr sind wir dann glücklich und voller Freude nach Hause gefahren.

(Wir hatten uns schon vor der 18. SSW einen Jungennamen überlegt, der dann einfach wieder zum Einsatz kam :-))

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09.02.14

Martha

„Tu langsam“, sagte ich, als wir aus dem Dorf hinaus waren und Richtung Horgen fuhren, „bis ins Hebammenhaus reicht´s uns allemal“. Aber Jane schien mir das nicht abzunehmen. Sie raste nicht, aber sie schien entschlossen, nicht eine Sekunde länger zu brauchen als unbedingt notwendig.

Nach dieser Veranstaltung, hatte ich mir gedacht, würde ich mich erst einmal aus Wirtschaft und Theater zurückziehen und mich in die Babypause verabschieden.
Und eigentlich hatte schon dieser Geburtstag in Frage gestanden – es wagen oder nicht?
Was, wenn die Wehen einsetzten und es losginge?
Dann würde Peter, obwohl er nicht mitkäme, alle hinauswerfen, Anton hüten und auf den erlösenden Anruf warten. Eine Unsicherheit, die die Jubilarin zu Recht umtrieb. „Es wird schon nicht ausgerechnet da kommen“, sagte ich, „zwei Wochen vor dem Termin“, und befand, man könne es frohen Mutes wagen.
Während ich Anton an diesem Abend zu Bett brachte, überlegte ich mir, wann das Baby denn kommen sollte. „Diese Woche ist´s noch nicht geschickt“, dachte ich.
Es gab noch ein paar Kleinigkeiten vorzubereiten, und ich wollte auch erst einmal ein paar Tage völliger Ruhe in dem Gefühl auf mich wirken lassen, dass alles, wirklich alles bereit war.
„Vielleicht die Woche darauf, oder noch besser, die übernächste?“ Bis ich mir der Unsinnigkeit dieser Überlegungen bewusst wurde.
Und dann waren die Gäste da und das Fest war in vollem Gange und ich spürte, wie sich diese Übungswehen, die ich schon lange Zeit und oft gehabt hatte, veränderten. Es war nicht schmerzhaft, es war nur ein deutlich vehementeres Ziehen, und alles wurde so hart, dass ich meinte, ein wenig nach vorn zu kippen und darunter zu versteifen. Und ich ließ mir nichts anmerken und lachte, wenn jemand mahnte „schaff nicht so viel“. Drei Gläser durch die Wirtschaft zu tragen, sei nicht wirklich Schwerstarbeit, entgegnete ich dann, und was solle schon passieren? - dass die Wehen begännen? Was wäre verkehrt daran?
(Im Übrigen glaube ich nicht, dass Gehen und Heben Wehen auslösen, denn wäre es so, dann bräuchten Frauen, bei denen der errechnete Geburtstermin überschritten ist, bloß mal eben tüchtig ranzuklotzen, und schon wären sämtliche Wehentröpfe arbeitslos).
Gegen Mitternacht zog ich mich zurück und war froh, meine Ruhe zu haben. Schlafen aber konnte ich lange Zeit nicht. Die Geräusche des Festes und die Wehen begleiteten mich noch eine ganze Weile.
Martha wollte zur Welt kommen, „bald“, dachte ich. Also gut. Das Wichtigste war getan; ich war bereit. Es war, als legte ich einen Schalter um und schaltete auf Geburtsmodus.
Vielleicht ein paar Tage noch, keinesfalls Wochen. Vor dem Übertragen bräuchte ich mich jedenfalls nicht zu fürchten. „Heute allerdings auch nicht“, da war ich mir sicher. Es würde vielleicht so sein wie bei Anton, mutmaßte ich: abends Wehen, die über die Nacht nachließen, und tagsüber ein unregelmäßiges Ziehen, dem ich mich gut hingeben und derweil dezent vorbereiten konnte. Der Schleimpfropf musste sich ja auch noch lösen; auch das hatte sich bei Anton über mehrere Tage erstreckt.
Trotzdem war ich aufgeregt. Es war Anfang 39. Woche; ich hatte noch nicht damit gerechnet. Vorsichtshalber schlich ich in den Stall und holte Kohlen hoch; falls man doch ein Feuer am Brennen halten müsste. Auch legte ich mir einen Plan für die nächsten Tage zurecht, der allen Eventualitäten Rechnung trug. Endlich schlief ich ein, es mag etwa 4 Uhr gewesen sein, und ohne Wehen wachte ich morgens um acht auf.

Den Samstag über kam das Ziehen wie erwartet deutlich schwächer und unregelmäßig - ich kümmerte mich nicht darum. Kurz war ich versucht, allen mitzuteilen, dass es nicht mehr lange gehen würde. Aber dann war der Tag zu geschäftig und nüchternen Arbeiten gewidmet. Und ich fand keinen günstigen Moment und genoss auch mein Wissen als ein süßes Geheimnis. Außerdem kamen mir die Wehen im Nachhinein vor wie ein Hirngespinst, in das ich mich hineingesteigert hatte und ich traute mir selbst nicht. Ich nahm mir Zeit für einen Mittagsschlaf – falls die kommende Nacht schlaflos würde – aber im Übrigen räumte ich das Fest auf, putzte die Küche, bezog das Bett frisch, legte die Babybettsachen heraus, und werkelte und rumorte bis spät am Abend.
Nestbau nennt man anscheinend dies Putzen und Aufräumen und dichtet dem eine gewisse -amüsante - Hysterie an. Ich meinte, es ist die reine Vernunft. Wenn jeden Moment das Leben aus den Angeln gehoben werden kann - wer weiß schon, wozu er in der nächsten Zeit überhaupt noch kommt.
Dann ging ich ins Bad und aufs Klo. Da sah ich, dass ein erstes zartes Rosa das Lösen des Schleimpfropfens andeutete.
„Also doch!“
Ich war irritiert. Ich hatte gedacht, bereit zu sein, aber nun, als es sich so unmissverständlich ankündigte, war ich doch überrascht und meinte, noch ein wenig Vorbereitungszeit zu brauchen. Wenigstens ein oder zwei Tage. Die, meinte ich, müssten auch noch drin liegen. Das Baby hatte sich zwar schon etwas gesenkt, aber nicht so richtig; jedenfalls hatte ich immer noch häufig Sodbrennen und geriet schnell außer Atem.
Ich hatte mehr als eine halbe Schwangerschaft Zeit gehabt, mich auf dies Baby und die Geburt einzustellen und hatte die Zeit so gut mir möglich war, auch effektiv dafür genutzt.
Trotzdem und nicht zu leugnen war da dies tiefsitzende Noch-nicht-Gefühl, und die Angst, ich könnte etwas übersehen haben, das es unbedingt noch vorzubereiten galt und das besser nicht das Wochenbett belastete.
Und ganz bestimmt war das mit ein Grund, weshalb ich alle Jetzt!-Anzeichen übersah.

Um zehn saß ich dann mit Buch in der Hand auf dem Sofa. Aber ich las nicht sehr aufmerksam;
ich studierte die Wehen. Sie kamen so alle zehn Minuten bis Viertelstunde.
Das Ziehen ging um den ganzen Bauch und den Rücken herum und war schon sehr ausgeprägt.
Mir war, als müsste ich den Atem regelrecht durch den steifen Leib schieben. Aber der Steiß, von wo die Wehen vor Antons Geburt ausgegangen waren, blieb so unbeteiligt wie das Tischbein, an dem man sich den Fuß anhaut. Überhaupt tat alles nicht sonderlich weh und ich ordnete dies Ziehen daher auch gar nicht als ernstzunehmende Wehe ein. Ich wusste, dass die zweite Geburt häufig schneller ging und man gut beraten war, frühzeitig aufzubrechen. Aber ich ging davon aus, dass es sich ähnlich anfühlte; der Vorgang immerhin blieb ja derselbe.
Dabei hatte ich auch Peters Schwester Luzia im Kopf, die vier Kinder geboren hat, und die einmal erzählt hatte, sie habe sich an einer der Folgegeburten gewundert „was – soo weh hat das getan?“ Das machte Sinn – der Schmerz müsste derselbe sein. Die Muskeln verrichten dieselben Kontraktionen. Weshalb sollten die sich einmal so, einmal anders anfühlen?

Aber ich hatte ich mir vorgenommen, Schmerz gar nicht als solchen zu empfinden. Ich hatte mir gedacht, ich würde mir ganz einfach sagen „so fühlt es sich eben an, wenn man ein Kind zur Welt bringt“, und mir bildlich vorstellen, wie der Muttermund sich öffnete und die Muskeln um die Gebärmutter sich zusammenzogen. Das war ein Vorgang, kein Schmerz.
Ich würde mich dem nicht entgegenstellen.
Und wenn es dann eben doch weh täte, dann würde ich den Schmerz halt ebenfalls annehmen und mich auch gegen diesen nicht wehren. Ich würde ihn begrüßen wie einen guten, alten Freund.
Und auf jeden Fall würde ich ein Fest daraus machen, ein Fest von Martha und mir, der Hebamme, meiner Schwester und zwei Freundinnen.
So hatte ich es beschlossen, so wollte ich es handhaben.

Um halb zwölf Uhr kamen diese ominösen irgendwie doch nicht so richtigen Wehen mindestens alle zehn Minuten. Anton schlief selig, Peter war bei sich in der Stube und sah fern, und ich saß und war verunsichert.
Ich schwankte zwischen der Überzeugung hysterisch überzureagieren und der Angst, den Anfang zu verpassen.
Ich rief im Hebammenhaus an und sprach mit Katja. Sie hätte Bereitschaft bis Sonntagabend, sagte sie, und das freute mich so, dass ich augenblicklich die zwei Tage erwünschten Aufschub über Bord schmiss und erklärte, „fein – dann schau´n wir zu, dass wir´s bis dahin schaffen!“
Sie war auch bei Antons Geburt dabei gewesen, und das war eine so schöne Geburt geworden, so entspannt und harmonisch. Es müsste schön sein, dies mit größerer Vertrautheit voneinander und unter neuen Vorzeichen noch einmal zu erleben, dachte ich.
Aber auch ihr gegenüber bestand ich darauf, dass das noch keine richtigen Wehen seien, nicht die, bei denen man sofort los müsse, und ich mich nochmals hinlegen wolle. Tatschlich dachte ich da noch, sie ließen vielleicht wieder nach über die Nacht. Und keinesfalls wollte ich umsonst oder auch nur Aufs-gerate-wohl aufbrechen.
Danach rief ich Jane und Christine an. Jane würde sich bereithalten und das Telefon in Hörweite legen, Christine konnte in dieser Nacht nicht, weil ihr Mann Frühdienst hatte und sie niemanden, der auf die kleine Lina aufpasste. Sie könnte ab dem folgenden Nachmittag wieder. Also noch Annemie angerufen, eine Freundin aus Jugendtagen. Mit ihr hatte ich, um ihr zum Geburtstag zu gratulieren, an diesem Nachmittag gesprochen, und sie hatte freimütig erklärt, dass sie, wenn es irgend ginge, auch gerne dabei wäre. Ich hatte in den letzten Wochen selbst so manches Mal daran gedacht, sie zu fragen, aber Abstand genommen, weil sie immer viel zu tun hat, und weil ich mir nicht sicher war, ob ich nicht an offene Wunden rühren würde: Annemie hätte vor wenigen Jahren auch gerne noch ein Kind bekommen, aber es hatte nicht sein sollen, und sie hat damit und danach so viel aushalten müssen, dass uns allen ihren Freundinnen heute noch beim bloßen Gedanken daran das Herz blutet. Gerade noch rechtzeitig also hatte sie diese Bedenken beiseite geräumt. Sie hätte anderntags frei, und ihr Handy läge ebenfalls neben dem Bett. Und meiner Schwester Sabine ließ ich ausrichten, sie möge es ebenso handhaben.
Dann ging ich zu Peter und sagte auch ihm, dass fortan alle in Bereitschaft seien.
(Wir haben uns für eine Art ´Familien-WG´ entschieden, inklusive getrennten Wohnbereichen, und sehen uns eher als Eltern denn als Paar, was einem verträglichen Miteinander-Auskommen durchaus nicht abträglich ist. Über unsere Elternschaft freuen wir uns, obwohl jeweils ungeplant, dabei beide gleichermaßen.)
Er war natürlich sehr aufgeregt – für ihn kam das immerhin ohne Vorwarnung und sehr plötzlich. „Was? Echt? Jetzt schon?“ Aber sofort schaltete er, wie ich auch, in einen coolen Alles-im-Griff-Tonfall; wir waren ja alte Hasen im Kinderkrieggeschäft.

Danach legte ich mich aufs Sofa, vorsichtshalber, um Anton nicht zu stören, falls ich mich doch bewegen müsste. Noch immer war ich mir nicht sicher, ob das überhaupt richtige Wehen waren. Aber ich stand schnell wieder auf. Sei es, dass das intensivierte Darauf-Achten die Wahrnehmung der Wehen veränderte, oder wurde das Ziehen tatsächlich stärker - ich war versucht zu stöhnen. Ich stand auf und ging im Zimmer auf und ab, ließ das Becken kreisen und fing an zu tönen. Innerhalb von Minuten wurden daraus indianisch anmutende Gesänge, die immer lauter wurden. Anton ließ sich davon nicht stören. So ließen sich die Wehen problemlos aushalten.
Die Uhr tickte; es wurde Mitternacht, halb eins, ein Uhr. Und ich war nicht mehr imstande, die Lage adäquat einzuschätzen. Ich kreiste und sang und ließ es geschehen und dachte immer noch, es tut nicht arg weh, es sind Vorläufer.
Dann, ganz plötzlich, wie mir scheinen wollte, kamen die Wehen so rasch aufeinander, dass mir schwindelig wurde. Und im nächsten Moment registrierte ich, dass der Schwindel vom Kreislauf herrührte, der drauf und dran war, in sich zusammenzufallen. Und auch der schon von Antons Geburt bekannte Schüttelfrost setzte ein, samt einer leichten Übelkeit.
Ich erschrak.
Es erschien mir absurd.
Birgit, die Hebamme, bei der ich diverse Gymnastik- und Yogakurse besucht hatte, hatte mir das als Zeichen beschrieben, dass der Geburtsverlauf schon weit fortgeschritten war. Und bei Anton war das auch ganz genau so gewesen. Damals hatte mich diese Kreislaufschwäche in Panik versetzt. Nun wusste ich, was sie bedeutete – und erschrak trotzdem.
Also doch. Kein Geplänkel, kein „vielleicht heute, vielleicht morgen“. Kein Aufschub. Es galt.

Es war ein Uhr. Sofort rief ich im Hebammenhaus und den Frauen wieder an. Jane würde Annemie Bescheid geben. Die sprang um 1.12 Uhr aus dem Bett. Diesmal war auch meine Schwester selbst am Telefon. „Brauchst aber nicht zu hetzen“, sagte ich noch zu ihr. Sie kam aus Freiburg, und ich dachte, sie solle nicht meinen, Gas geben zu müssen, weil sie den weitesten Weg hatte. Ich rechnete auch durchaus damit, dass sie zur Geburt auch ohne Eile würde da sein können. Alle machten sich sofort auf den Weg.
Mit weichen Knien ging ich aufs Klo. Der Schleimpfropf löste sich jetzt ohne Federlesens. Eindeutiger ging es nicht.
Ich ging erneut zu Peter und sagte ihm Bescheid. Er war völlig aus dem Häuschen. „Du bekommst jetzt ein Kind? Einfach so? - Jetzt?“
Ich blieb gelassen, „ja“, aber im Grunde ging es mir genauso.
Jetzt also sollte es einfach so losgehen, ohne weitere Verschnaufpause, ohne nochmaliges Sich-darauf-einstellen. Es war nicht zu fassen.
Peter eilte, machte die Haustür auf, kam zu mir in die Stube, fragte, was er tun könne. Holz nachlegen.
Da saß und lehnte ich bereits auf dem Sofa, ließ mich mit den rasch aufeinanderfolgenden Wehen jeweils zur Seite fallen und versuchte, jede Muskelanspannung zu vermeiden, weil auf Anstrengung eine umso heftigere Wehe folgte.
Um kurz vor halb zwei Uhr kamen Jane und Annemie. Sie mussten geflogen sein.
Aus den Indianergesängen war ein monotones „Jajaja“ geworden. ´Jajaja´, so ähnlich wie das ´Alles ist gut´, das ich immer beruhigend in Endlosschleife wiederholte, wenn Anton unruhig schlief, eine Art Mantra, das bis in seine Träume drang. „Jajaja“ hieß „lass es geschehen, lass es kommen“, so etwa. Es half ja eh nichts; jetzt war es so, überraschend oder nicht, und also sollte es auch so sein.
Anton ließ sich auch von meinen ´Jajajas´ nicht stören.
In den kurzen Pausen zwischen den Wehen halfen mir die beiden Freundinnen, mich umzuziehen. Es mussten kurze Bewegungen sein, roboterhaft Gelenk für Gelenk, ruckweise und zügig, jeweils abrupt unterbrochen: ein Arm ins T-shirt – eine Wehe – der andere Arm – eine Wehe – der Kopf – eine Wehe, …usw.. Dabei erwies sich als großer Gewinn, dass Annemie als Altenpflegerin eben darin sehr geübt war; ohne Mühen und Verrenkungen meinerseits schob sie mich geschickt in T-shirt, Hose und Pullover.
Und wieder die Diskussion wie vor Antons Geburt, weshalb ich die guten Winterstiefel angezogen haben wollte - als beantwortete ein diskreter Blick auf meine abgenagten Hausschuhe das nicht von selbst. Natürlich wollte ich eigentlich in der Wanne gebären und blieben die Schuhe im Vorraum, aber der Anlass verlangte anständigen Auftritt, basta. Bei langer Unterhose und Socken ließ ich mit mir reden - ich wollte aufbrechen. Peter holte Mantel und Tasche, tat nach meinen Anweisungen noch dies und jenes hinein, dann konnte es losgehen.
Die nächste Wehe kam schon auf der Veranda, keine drei Schritte von der Stubentür entfernt. Ich blieb stehen, stützte mich an der Wand ab und bejahte ein paar Mal schicksalsergeben den Stand der Dinge.
Das tat ich auf dem Weg die Treppe hinab und den Hausflur entlang noch ein paar Mal. Endlich saß ich.
Peter beugte sich ins Auto, wollte sich mit Küsschen verabschieden, irgendetwas in der Art, mir war der Gedanke schrecklich, „weg!“ schrie ich auf - und hoffte hinterher, er habe das nicht auf sich bezogen, denn es galt wirklich und wahrhaftig nicht ihm, sondern der Angst vor Berührung. Schon die Vorstellung, dass ich den Gurt würde umlegen müssen, war schauderhaft; eine Umarmung hatte mir da gerade noch gefehlt. Er trat zurück, Jane klickte den Gurt ein und drückte aufs Gas.
Es war kurz nach halb zwei.

„Tu langsam“, sagte ich, als wir aus dem Dorf hinaus waren und Richtung Horgen fuhren, „bis ins Hebammenhaus reicht´s uns allemal“. Aber Jane schien mir das nicht abzunehmen. Sie raste nicht, aber sie schien entschlossen, nicht eine Sekunde länger zu brauchen als unbedingt notwendig.

Die Straßen waren frei und trocken, die Luft war glasklar. Aber es lag etwas Tückisches über dem Asphalt. Es hätte einen nicht gewundert, hinter der nächsten Biegung plötzlich auf Eis oder Schnee zu stoßen. Wir schienen allein auf der Welt, als wüssten alle anderen, dass es gute Gründe gab in dieser Nacht zuhause zu bleiben.

Im Auto, auf der Fahrt, da war ich mir sicher, würden die Wehen schon nachlassen. Das war beim letzten Mal auch so gewesen, und so hatte es doch damals auch im Vorbereitungskurs geheißen – auf der Fahrt weiß der Körper, dass er langsam tun muss, dass es jetzt nicht geht. Fluchtinstinkt; zuerst sich in Sicherheit bringen, dann gebären.
Meiner wusste das nicht mehr; der folgte längst seinen eigenen Plänen.
Eine Wehe folgte auf die andere und ich kam aus meinen ´Jajajas´ gar nicht mehr hinaus. Es mag ein ziemlich eintöniger Vortrag gewesen sein, den die Freundinnen da geboten bekamen. Bald konnte ich nicht mehr aufrecht sitzen und hing schräg auf Janes Schulter ohne mich zunächst darum zu sorgen, ob sie so überhaupt fahren könne; (ich habe erst kurz vor Erreichen des Hebammenhauses gefragt). Versuchte ich mich aufzurichten, fühlte es sich an als setzte ich mich auf einen heißen Stein, der in die Höhle zwischen meinen Schenkeln drückte. Jane ihrerseits legte sich immer kühner in die Kurven, und die wie aus der Verankerung gerissene Gebärmutter schwappte jedes Mal mit und quittierte die Eile mit einer Wehe.
Ich bat Annemie im Hebammenhaus anzurufen, Katja möge das Wasser gleich einlassen. Mittlerweile war mir immerhin klar, dass es keine Zeit mehr zu vertrödeln gab.
Es war 1.44 Uhr, wir waren zwischen Kappel und Niedereschach, oder auch zwischen Nieder – und Obereschach.
Während meiner Jajajamonologe versank ich in meditative Abwesenheit. Zwischendurch aber hielt ich die Augen auf dem Weg und war froh über jedes Ortschild, das wir hinter uns ließen. Dies „es wird uns schon reichen“ kam mir mittlerweile selbst vollmundig vor – ich war mir nicht mehr sicher. Ich empfand nach wie vor keinen Schmerz und war vom Verlauf dieser Geburt einigermaßen verwirrt, aber den Druck im Unterleib nicht ernst zu nehmen wäre so leichtfertig gewesen, als versuchte man einen aufgeweichten Damm mit Gutzureden vom Brechen zu hindern.
„Jane, fahr bis vor die Tür, Annemie, Du rennst rein und holst Katja raus – ich weiß nicht, ob ich noch alleine gehen kann.“ Der Weg von Parkplatz zu Eingang jedenfalls war ausgeschlossen.
Die Uhr tickte, und ich spürte jede Sekunde.
In Villingen wies ich den Weg, weil durch den Umzug des Klinikums die frühere Beschilderung – einfach dem roten Kreuz folgen – nicht mehr galt. Seltsamerweise ließen sich die meditativen Jajajamantras mühelos an Ampeln und Kreuzungen unterbrechen, um die Richtung zu weisen. Trotzdem war ich einmal kurz unsicher: hatte ich zu früh „rechts abbiegen“ gesagt? Wenn wir uns jetzt verführen, dann konnte gut sein, es reichte nicht mehr, wir kurvten suchend durch Villingen und am Ende käme das Baby zwischen Lidl und Rewe auf dem Parkplatz zur Welt. Ich versuchte, mich dem Horror dieser Vorstellung nicht weiter hinzugeben. Dann erkannte ich die Tankstelle, an der ich immer vorbeigekommen war. Wir waren richtig. Ich atmete auf.

Um 1.58 Uhr waren wir am Hebammenhaus. Jane fuhr bis vor die Tür, Katja kam heraus.
Ich wollte aussteigen, richtete mich auf, zog mich hoch, hatte den Fuß noch nicht auf dem Boden, da spürte ich ihn rutschen: „Der Kopf! Der Kopf kommt!“
Er war hinabgeglitten wie eine Murmel, die endlich in die richtige Bahn gefunden hat und drückte nun in die Hose. Ich geriet in Panik.
Manche Sachen gehen nicht.
Es ist eine Menge vorstellbar auf der Welt und im Leben, aber man kann nicht den Kopf eines gerade-zu-Gebärenden sich in die Jeanshose drücken lassen. Das geht einfach nicht.
Katja fragte „willst Du´s gleich hier bekommen?“
Natürlich war das eine Möglichkeit, aber mir war das in diesem Moment genauso unvorstellbar - gebären auf dem Beifahrersitz bei geöffneter Tür - im Februar - auf dem Hof vor dem städtischen Hallenbad… Aufstehen und einfach Reingehen aber ging auch nicht. Zerrieb ich da nicht das zarte Köpfchen im harten Schritt der Hose? Ich konnte nicht überlegen, nicht entscheiden und auch nicht antworten.
Katja hat´s entschieden, auf die beste Art und Weise: sie zog mich aus dem Wagen – so nehme ich es zumindest an, ich kann mich nicht genau daran erinnern - und dann trug und schob sie mich von hinten, zog Jane von vorn und stolperte ich breitbeinig dazwischen die letzten Meter bis hinein in die neuen Räume.
Ich fiel auf das Bettende, fiel nach hintenüber und vereinte Kräfte zerrten mir Schuhe und Hose vom Leib.
Ich fragte „ist der Kopf schon da?“
„Nein, aber man sieht ihn schon.“
Ich hatte gerade noch Zeit froh zu sein, dass ich ihn somit immerhin nicht zerquetscht hatte. Und im nächsten Moment spürte ich, wie er durchrutschte als hätte einer eine Schleuse geöffnet, ein kurzes Innehalten und Erschlaffen, und im übernächsten Moment folgte der kleine Leib. Sie war da.
Es war genau zwei Uhr.

Ich lachte. Und alle stimmten mit ein. Ich weiß nicht, ob es Freude, Glück, Verwunderung oder einfach nachlassende Anspannung war, die mich zum Lachen gereizt hatte. Vielleicht eine Mischung aus allem. Es antwortete ein kleiner Schrei, ein Quäken eher. Martha.
„Wie schön sie ist“, sagte Annemie.
Ich war benommen, als wachte ich eben aus einem besonders intensiven Traum auf.
Gerade noch geschafft.
Fehlte nur noch meine Schwester Sabine. Schade, dachte ich: wenn sie kommt, in einer halben Stunde, vielleicht auch etwas länger, ist alles schon vorbei.

Katja wickelte Martha die Nabelschnur von der Schulter.
Ich lag wie ein Käfer auf dem Rücken und sah nichts.
„Willst Du Dich aufrichten?“ fragte sie.
Ich bat, dass jemand sich hinter mich setze, und sofort stützte Annemie mich ab.
Und kaum war ich einigermaßen aufrecht, flutschte auch schon die Plazenta hinterher, so leicht und beiläufig wie ein Kleks Gelee aus einem gestürzten Glas.
Die Nabelschnur sei kurz, bemerkte Katja, und das erklärte, weshalb Martha sie gleichsam huckepack mitgebracht hatte. Annemie durchtrennte sie; die Schere bekamen wir beim Abschied mit - ´zum Basteln´.
Neue Hygienevorschriften verlangten, dass sie nicht sterilisiert und mehrmals benützt werden dürften. Vergeudegesetze. Werden wir dereinst also basteln müssen - damit sie sich trotzdem lohnt.
Katja half mir aus Pulli und T-shirt und gab mir Martha an den Bauch. Ich sah nur einen schwarzen Haarschopf und ein winziges Häufchen Mensch. Zum ersten Mal hielt ich meine Tochter im Arm. Allein für solche Momente will man eigentlich immer wieder Babys bekommen; es sind Momente totaler Zufriedenheit, in denen überdies vermutlich jedes Baby das Schönste und Liebste ist, und wenn es Ringelschwänzchen, Rüsselnase und Schweinsohren hätte. So gesehen muss man eigentlich auch dies „Hauptsache gesund“ ersetzen durch „Hauptsache willkommen“.

So saßen wir und kamen ein wenig zur Ruhe und beschnupperten uns.
Und warteten auf Sabine.

Es war keine Vollmond-, aber eine helle Nacht. Und es war nicht allzu kalt, aber die Luft klirrte. Und stellenweise gefror sie am Asphalt. Es sollte bald schneien.
„Brauchst Dich nicht zu hetzen“, hatte ich zu ihr gesagt, dabei fuhr sie ohnehin immer vorsichtig.
Um drei fand ich seltsam, dass sie immer noch nicht da war.
Aber die Nacht blieb still, und lautlos kamen die Schneewolken.

Da sind diese tückischen Stellen im Schwarzwald, dunkle Wälder, in denen der Boden immer ein wenig kälter ist als anderswo, und wo schon Eis liegt, wenn anderswo noch die Sonne die Haut wärmt. Man fährt in die Kurve, und auf einmal ist es da, das Eis, man versucht zu lenken, zu spät fällt es einem ein, dass man genau das nicht tun soll, und schon trägt es einen davon, runter von der Straße, im Überschlag den Abhang hinab, auf die Bäume und Bäche zu. Dann hat man entweder Glück, und schrammt an den Bäumen vorbei, oder man hat Pech, und landet genau so, dass der Sitz auf einen Stamm aufschlägt.

Ich schob den Gedanken weg, wir tranken Tee, aßen Kekse, bewunderten Martha, die problemlos getrunken hatte, schlief und nur ein Mal protestiert hatte, als ich sie vielleicht etwas ungeschickt bewegte, unterhielten uns und ordneten und sortierten Lage und Sauerei. Baby, Plazenta, Nabelschnur, ein Blutbad, alles war da, nur das Fruchtwasser fehlte. Wo war das Fruchtwasser geblieben? Es war nicht in der Hose, nicht im Auto, nicht im Bett und auch nicht daheim geblieben.
Es ist mir bis heute ein Rätsel.

Es wurde vier Uhr.
Sabine fehlte noch immer. Drei Stunden von Freiburg nach Villingen brauchte man nicht mal im stärksten Schneegestöber. Und sie hatte sich auch nicht gemeldet; ich hatte ihr doch die Telefonnummer gegeben.
Ich drängte die Bilder zurück, von Autos an Baumstämmen, oder umgedreht im Bach liegend. Darum der stumme, dunkle Wald, und keine Menschenseele, die half. Mir war unwohl. Ich dachte an Werner, an jenen Sonntag im Januar vor 28 Jahren, als die Straßen stellenweise verschneit, stellenweise frei waren, so dass man nie hat wissen können, worauf man traf. Der Gedanke war zu monströs. Man soll nicht gleich nicht mit dem Schlimmsten rechnen, aber Ängste kommen ohne Einladung. Und das Leben kann fies sein.

Zu der Zeit war die Unfallstelle bereits geräumt, der Wagen geborgen und auf dem Weg zum Schrottplatz. Die Polizei hatte lange gebraucht, um dort zu sein, es war weder der erste, noch der einzige und letzte Unfall dieser Nacht, und der erste Polizist am Unfallort war einer, der eigentlich Feierabend hatte und auf dem Weg nach Hause war. Auch er konnte eigentlich nicht mehr tun, als zu warten, bis die Kollegen kamen.

Ich sagte zu Jane. „Ruf sie mal an; das kann doch jetzt nicht mehr sein.“
Wir suchten die Nummer, ich hörte das Tuten. Endlos.
Dann hörte ich Bines Stimme.

Sie hatte Glück gehabt. Das Auto hatte sich exakt so gedreht, dass es den einzig möglichen schmalen Streifen erwischte zwischen Abhang und Wald, auf dem es kaum Steine und nur Baumstümpfe gab, an denen sie ebenfalls vorüberschlitterte. Ein Stück weit war das Auto frei durch die Luft geflogen; die Spuren verloren sich auf einer Länge von einigen Metern. Als es aufkam, überschlug es sich, landete schließlich wieder auf den Rädern und rutschte weiter.
„Jetzt ist´s vorbei“ hatte sie im Augenblick des Aufpralles nach dem Flug gedacht. Dann war sie erst wieder zu sich gekommen als das Auto stand, ein Stück weit vom Bach entfernt, am Fuß des Hanges, zehn Zentimeter vom nächsten Baum. Das Führerhaus war zerdrückt, das Dach aufgesprungen, und ihre Brille fehlte. Aber sie konnte auf den Rücksitz klettern und eine der hinteren Türen öffnen. Sie war unverletzt und nicht in einem der auf der Strecke häufigen Funklöcher; sie konnte Hilfe holen.
´Gerade brächte die Polizei sie zum Hebammenhaus; sie sei gleich da.´
Wir vergossen Tränen der Erleichterung, als sie endlich ankam.

Wir kennen sie ja nicht, diese Welt von Engeln und Feen, Göttern und Geistern. Wir glauben ja nur, dass es sie gibt, geben muss, weil manches sich so ineinanderfügt, dass der Glaube an jemanden, der im Hintergrund mitgewirkt hat, leichter fällt als die Vorstellung bloßen Zufalls. Jedenfalls glauben Bine und ich, dass Martha am Ende so eilig hat kommen müssen, damit diesem guten Geist Zeit blieb um weiterzueilen zu ihr. So hätten sich, zumindest und auf jeden Fall für diese Nacht, Bine und Martha einen Schutzengel geteilt - ein Band, das meine Schwester spürt, Martha hoffentlich dereinst auch, und eines, von dem ich hoffe, dass es auch dann noch hält, wenn die Geburt längst eine olle Kamelle ist.

Bald darauf zogen wir Martha an. Es war alles viel zu groß, sie war 48 Zentimeter klein, mit 2340 Gramm ein wahres Fliegengewicht und versank im Babysafe.
Der Abschied von Katja rührte mich ans Herz. Ich hätte gerne mehr Zeit mit ihr verbracht.
Gegen sechs Uhr machten wir uns auf die Heimfahrt, alle dichtgedrängt in einem Auto. Die Welt war in jungfräuliches Weiß gehüllt, die Straßen schillerten wie mit Edelsteinen besetzt. Wir ließen uns Zeit. In der Adlerküche gab´s noch einen Schluck Sekt, als Trost für das entfallene Fest und die ausgestandenen Aufregungen und Ängste.

Im ersten Moment war ich versucht gewesen, enttäuscht zu sein. So schnell war vorbei, was ich doch hatte zelebrieren und auskosten wollen. So schnell war es gegangen, dass man kaum hatte erleben und mitkommen können.
Wie schön hatte ich mir dies Frauenfest vorgestellt. Und so gerne hätte ich hinterher und hier geschrieben „dann kam die Welle“, ein Rauschen und Tosen, Abheben und Fliegen, ein Glück, das die Brust sprengte und das Universum erahnen ließ; vielfach versprochen - so jedenfalls hatte ich die Beschreibung der nachgeburtlichen Glücksgefühle interpretiert, die ich gehört hatte - aber schon bei Anton war sie ausgeblieben.
Aber natürlich kam sie nicht. Riesenwellen folgen Riesenkräften. Diese Geburt hatte keine Riesenkräfte gebraucht. Denn eigentlich ging´s von allein; Martha hat sich selbst geboren, ich habe es nur geschehen, hab sie kommen lassen.
Dann schalt ich mich; ´sei´s drum´, dann halt keine Welle. Vielleicht gab es die ja auch gar nicht; vielleicht existierte die ja auch bloß in meinem Kopf, denn so richtig hautnah erlebt und von einer Welle berichtet hatte keine der von mir befragten Mütter.
Außerdem - wenn es so leicht geht, so ohne jedes Mühen, Pressen und Drücken, ohne Schmerz und Not, dann darf man nicht klagen. Dann muss man sich glücklich schätzen.
Es war zwar kein Fest geworden - ich hatte schlicht dessen Anfang verpasst - aber eine so kinderleichte Geburt, wie ich sie nicht für möglich gehalten hatte.

Ich hatte bei beiden Schwangerschaften und Geburten kaum fassbares Glück gehabt. Manches habe ich vielleicht selbst ganz geschickt angegangen, (beileibe nicht alles, wie nun zutage trat). Hauptsächlich aber standen mir mit den Hebammen großartige und kluge Frauen zur Seite, denen ich meine Kinder und mich selbst gerne anvertraut habe.
Die Verbundenheit, die ich ihnen gegenüber empfinde, lässt sich eigentlich nicht in Worte fassen.

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06.02.14

Nina

Unser Schlafzimmer hatten Katja und Julia auch blitzschnell „geburtstauglich“ hergerichtet – mit Kerzenlicht und Duftöl schafften sie eine gemütliche Atmosphäre, was ich persönlich erst nach der Geburt richtig wahrnehmen und würdigen konnte.

Vor drei Jahren im Februar sollte unsere erste Tochter im Hebammenhaus geboren werden. Leider musste ich während der Geburt in die Klinik umziehen. Es ging einfach nicht voran in der Eröffnungsphase und mein Wunsch nach einer natürlichen Geburt ging letztendlich nicht in Erfüllung.
Gute zwei Jahre später kündigte sich erneut Nachwuchs an – der errechnete Entbindungstermin sollte der 31.01.2014 sein. Ich war mir sehr sicher, dass dieses Kind natürlich geboren werden wird und verschlang alle Informationen zum Thema spontane Geburt nach Kaiserschnitt. Wichtig nach einem Kaiserschnitt ist vor allem eine interventionsarme Geburtshilfe, da ein verfrühtes medizinisches oder medikamentöses Eingreifen wieder einen Kaiserschnitt nach sich ziehen kann.
Also war das s'Hebammenhaus wieder genau der richtige Ort zum Gebären und das Hebammenteam machte mir zusätzlich Mut, da sie schon einige Frauen nach Kaiserschnitt erfolgreich betreut hatten.
Am errechneten Termin war ich zur Vorsorge und geburtsvorbereitenden Akupunktur im Hebammenhaus. Heike „nadelte“ mich auch gegen die mehr werdenden Wassereinlagerungen und meinte, ich spräche so gut auf die Nadeln an, dass ich den nächsten Vorsorgetermin bestimmt nicht mehr brauchen würde.
Und tatsächlich produzierte mein Körper kleinere, etwas schmerzhaftere Wehen und ich war gespannt, ob sich daraus regelmäßige Geburtswehen entwickeln würden...
Pustekuchen – an diesem Wochenende wurde das große Geschwisterkind krank und fiebrig und die schwangere Mama war auch am Husten – da verschwanden die Wehen wieder.
So ging ich mehrere Tage über ET, ging brav zur Vorsorge und nochmal zur Akupunktur bei meiner Hebamme vor Ort. Dem Baby ging es Bestens, aber sonst blieb alles ruhig. Ich machte mir etwas Sorgen, wie ich die Geburt erkältet bewältigen sollte, hörte aber, dass die Symptome unter der Geburt ruhen. Mein Körper wird schon wissen, was er tut. Er ist stark genug, sagte ich mir voller Vertrauen.
Am 5.2. schließlich, einem Mittwoch, ging ich nochmal zur Vorsorge bei Christiane.
Unsere kleine Familie hatte einen richtig gemütlichen Nachmittag und Abend. Wir erledigten einige Einkäufe und bestellten uns abends chinesisches Essen. Gegen halb zwölf ging ich zu Bett. Ich war total ruhig und entspannt. Beim einschlafen merkte ich eine Wehe und dachte: aha, da sind sie ja wieder, vielleicht tut sich ja jetzt was. Aber erst mal schlafen! Noch Eine. Ok. Etwas später, noch Eine und Rumpel, pumpel, peng...peng? Was wird denn hier so nass?
Oh, das wird wohl die Fruchtblase sein. Also aufgestanden und ab aufs Klo. Die Wehen bekamen auch gleich richtig Wucht und ich musste sie erstmals veratmen. In den Pausen wischte ich noch ein bisschen den Boden auf und zog mich um. Um 0 Uhr 45 rief ich die Rufbereitschaftsnummer an. Nach einmal klingeln hatte ich Katja am Telefon und ich erzählte ihr vom Blasensprung eine dreiviertel Stunde zuvor. Sie fragte mich, wie ich mich fühle und ob ich mich noch etwas ausruhen wolle. Ich meinte, ja, denn ich sei müde und wolle es einfach mal probieren, wisse aber noch nicht, ob es geht. Wir vereinbarten, ich würde mich dann einfach wieder melden.
Ich legte mich hin, sprang aber sofort bei der nächsten Wehe wieder auf. Diese hatte nochmal eine ganz andere Intensität. Nun musste ich während der Wehen schon tönen und weckte damit meinen Mann. Ich wollte die Wehen dann in der Wanne veratmen und er ließ mir Wasser ein. Im Wasser sitzen wollte ich aber dann plötzlich nicht mehr; die Wehen wurden mir zu stark. Also veratmete ich sie im warmen Wasser stehend auf meinen Mann gestützt. Irgendwann wollte ich wieder raus aus dem Wasser und eigentlich nichts dringender als Katja nochmal anzurufen, aber ich war zu sehr mit atmen beschäftigt. Mein Mann setzte mich aufs Bett und rief sie an.
Katja hörte, dass die Wehen nun schon viel stärker und länger waren und meinte, wir sollten uns deshalb jetzt auf den Weg ins Geburtshaus machen. Ich dachte nur: „Nein, ich kann und will hier nicht weg!“ Katja fragte dann die alles entscheidende Frage: „Oder muss ich meinen Koffer mitbringen. Wird das eine Hausgeburt?“
Für meine Antwort brauchte ich dann noch etwas, aber während Katja wieder mit meinem Mann sprach, rief ich: „Komm her.“
Und das tat sie. Und bald darauf auch Julia. Als Katja ankam war ich schon leicht am mitschieben und vor allem verzweifelt – was, wenn ich mir die starken Wehen nur einbilde und in Wirklichkeit gar nichts vorangeht?! Katja beobachtete mich ruhig und war einfach nur an meiner Seite und meinte: „Das ist die Übergangsphase.“
Unser Schlafzimmer hatten Katja und Julia auch blitzschnell „geburtstauglich“ hergerichtet – mit Kerzenlicht und Duftöl schafften sie eine gemütliche Atmosphäre, was ich persönlich erst nach der Geburt richtig wahrnehmen und würdigen konnte. Mein Mann sorgte auf Anleitung für ausreichend Handtücher und wasserdichtes Malervlies für den Boden, das wir vom letzten Renovieren noch im Keller hatten.
Bald kniete ich auf meinen Mann gestützt vor dem Bett und presste kräftig. Die Pressphase dauerte dann doch einige Zeit. Katja und Julia hielten sich aktiv beobachtend im Hintergrund und unterstützten und motivierten mich immer wieder zur rechten Zeit. Z. B. mit Bildern („In deinem Becken ist ganz viel Platz für dein Baby“/ „Denk an Dein Baby, spür' ganz genau hin und atme zu ihm hin“). Katja setzte mir noch eine Akupunkturnadel und regte mich zu zahlreichen Positionswechseln an. So ging die Geburt Stück für Stück voran. Zum „Endspurt“ durfte ich nochmal Duftöl schnuppern (ich tippe auf Bergamotte?!) und so arbeitete Leonie sich auf die Welt. Morgens um kurz nach sieben halb in Vierfüßlerstand und halb in Hockstellung von mir aktiv geboren!
Unsere „große“ Tochter weckte mein Mann ein Stündchen später. Sie hatte die Nacht über seelenruhig geschlafen und begrüßte freudig ihr Geschwisterchen. Wir hatten viel Ruhe und Zeit zum Kennenlernen zu Viert! Zu Hause!
Vielen Dank, liebe Katja, liebe Julia für diese sehr spontane und absolut wunderbare Hausgeburt!
Vielen Dank auch ans gesamte Team des s'Hebammenhaus! Und an unsere Vor-/Nachsorge- Hebamme Anja!

Während der gesamten Schwangerschaft und auch jetzt im Wochenbett habe ich als Mutter, haben wir als Familie, nahezu ausschließlich Hebammenhilfe in Anspruch genommen! Und das bedeutet: feste Termine ohne Wartezeiten, aber dafür mit viel Zeit und Menschlichkeit, Kompetenz, Erfahrung und Sachverstand.
Zahlreiche Hausbesuche – welcher niedergelassene Arzt würde das leisten (können)? Und: die freie Wahl des Geburtsortes, die in den letzten Jahren durch die stetige Erhöhung der Haftpflicht schon beträchtlich eingeschränkt wurde!
Ab 2015, mit der wirksamen Kündigung des letzten Haftpflichtversicherers der Hebammen, müssten alle Familien in Deutschland auf dieses Privileg und ihr gesetzlich verankertes Recht auf Hebammenhilfe verzichten!
Wir mögen uns das gar nicht vorstellen und wünschen uns, dass der Gesundheitsminister schnell und kompetent handelt.

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31.01.14

Linda

Es war ein wunderschöner, sonniger und frostiger Wintermorgen - alles war mit Raureif bedeckt und hat geglitzert.

Ich weiß nicht mehr, wie genau ich vom s‘Hebammenhaus erfahren habe - es muss mir wohl bei einer meiner ausführlichen Internet-Recherchen während der Schwangerschaft aufgefallen sein.
Zunächst war ich recht skeptisch eingestellt. Es ist ja heutzutage völlig normal, zur Geburt ins Krankenhaus zu fahren. Man wird immer gefragt „In welches Krankenhaus geht ihr?“. Deswegen hatten wir uns eigentlich schon recht fest auf das Krankenhaus Tuttlingen eingefahren, welches wir im Rahmen einer Kreissaalbesichtigung kennen gelernt haben.
Nichtsdestotrotz wollte ich mir den Infoabend im Hebammenhaus doch einmal anhören - man weiß ja nie.
An dem Infoabend haben uns Christina Decker und Christiane das Hebammenhaus vorgestellt. Als ich nach Hause gefahren bin, war ich immer noch recht skeptisch, je länger ich mir das ganze aber in den nächsten Tagen durch den Kopf habe gehen lassen und je mehr ich mich über Geburtshäuser und die ambulante Geburt im Internet informiert habe, desto begeisterter bin ich geworden. Mein Mann stand dem ganzen ebenfalls sehr offen gegenüber.
Somit habe ich mich eine Woche nach dem Infoabend voll auf eine Geburt im Hebammenhaus eingeschossen - ich wollte nichts mehr anderes!
Auf die nun regelmäßigen Termine, in denen alles Wichtige zum Geburtsablauf besprochen wurden, habe ich immer hingefiebert. Wir fühlten uns jederzeit super beraten, sehr gut aufgehoben und unglaublich wohl.
Da im Ultraschall Probleme mit der Plazenta festgestellt wurden, war meine Frauenärztin meist recht kritisch einer Entbindung im Hebammenhaus gegenüber eingestellt. Das war das einzige, was meine Vorfreude etwas gedämpft hat. Die Hebammen haben mir jedoch jederzeit meine Ängste genommen.
Genau eine Woche vor dem errechneten Termin hatte mein Mann Geburtstag und wir haben bis spät Abends mit unserer Familie gefeiert. Als wir dann um 22:00 Uhr ins Bett gegangen sind, waren noch keine Anzeichen für Wehen vorhanden. Die Tage vorher hatte ich zwar mehr oder weniger starke Vorwehen, da ich jedoch schon seit Oktober Übungswehen hatte, dachte ich mir nichts dabei.
Kurze Zeit nachdem wir ins Bett gegangen sind, haben wieder Wehen eingesetzt. Ich dachte, das wären wieder Vorwehen und wollte weiter schlafen. Nach einer halben Stunde, waren die Wehen jedoch schon stärker geworden und ich folgte dem Rat, den Leonie mir einige Tage vorher gegeben hatte, und habe mir ein warmes Bad eingelassen.
In der Badewanne sind die Wehen dann immer stärker geworden und die Abstände immer kürzer. Ich hatte mittlerweile die Befürchtung, dass es doch richtige Wehen sind. Um halb 2 Uhr Nachts habe ich dann das erste mal bei der Bereitschaftsnummer angerufen. Christina Hügel hat mich beruhigt und gemeint, dass das noch ein längerer Weg werden könnte und ich tun solle, was mir gut tut.
Ich lag dann weiter in der Badewanne und die Wehen sind immer noch stärker und in noch kürzeren Abständen gekommen. Um 2:14 Uhr habe ich Christina erneut angerufen und meinte, dass es wahrscheinlich nicht mehr lange dauern wird.
Nachdem wir alle Sachen im Auto verstaut hatten, haben wir uns auf den Weg nach Villingen gemacht. Die Wehen waren im Auto kaum zu ertragen, trotz liegender Position auf der Rückbank.
Um kurz vor 3 sind wir dann am Hebammenhaus angekommen. Christina und Julia haben uns empfangen. Das Geburtszimmer war wunderschön mit Kerzen beleuchtet - eine richtig wohlige Atmosphäre.
Nachdem ich ein paar Wehen auf und vor dem Bett verbracht habe, hat Christina mir die Badewanne eingelassen.
Die Wehen sind dann immer noch stärker geworden und zu diesem Zeitpunkt wollte ich nicht mehr weiter. Die Schmerzen waren so stark, dass ich nicht wusste, wie ich die Geburt überstehen sollte. Christina und Julia haben mir aber ständig Mut zugesprochen - mein Körper wisse, was er mache - nur mein Kopf wolle nicht mehr.
Als dann die Presswehen eingesetzt haben, kam Christina Decker hinzu. Ich wusste, dass sobald die zweite Hebamme hinzugezogen wird, es nicht mehr lange dauern würde, und habe mich richtig gefreut. Ab den Presswehen war ich auch wieder klarer im Kopf.
Christina hat mir noch zu einer anderen Position in der Badewanne geraten, die ich dankend eingenommen habe.
Um 5:42 Uhr hat dann unsere kleine süße Tochter Linda das Licht der Welt erblickt. Da wir vorher nicht wussten, ob es ein Mädchen oder ein Junge wird, war dieser Moment noch schöner wie gedacht. Nach einer kleinen Verwirrung bezüglich der Nabelschnur stand dann fest - es ist ein Mädchen!
Wir wurden beide aus der Badewanne ins Bett gebracht und ich konnte das erste mal mit meiner süßen Kleinen kuscheln. In diesem Moment würde ich am liebsten ewig verweilen - es war einfach perfekt. Draußen war es noch dunkel, im Geburtszimmer alles mit Kerzen beleuchtet, unsere kleine perfekte Tochter auf meinem Bauch - es hätte schöner nicht sein können.
Nachdem ich versorgt wurde, hatten mein Mann und ich Zeit, um mit Linda zu kuscheln. Mit der Plazenta war dann (trotz negativem Ultraschallbefund) alles in bester Ordnung! Als draußen die Sonne aufgegangen ist, hat mein Mann mich dann noch mit Suppe und seinem restlichen Geburtstagskuchen gefüttert.
Um 9:30 Uhr durften wir nach Hause gehen. Es war ein wunderschöner, sonniger und frostiger Wintermorgen - alles war mit Raureif bedeckt und hat geglitzert.
Um 10 Uhr haben wir daheim das Wochenbett bezogen.
Die Entscheidung, im Hebammenhaus zu entbinden und das Wochenbett daheim zu verbringen, war die beste, die wir hätten treffen können. Es war einfach perfekt, harmonisch und wir konnten uns in aller Ruhe an unsere kleine Linda gewöhnen - und sie sich an uns.
Vielen Dank den Hebammen Christina Hügel, Christina Decker und Julia Béraud! Ihr habt uns supergut betreut, wir haben uns jederzeit total wohl gefühlt und ihr habt die Geburt unserer Tochter zum schönsten Erlebnis unseres bisherigen Lebens gemacht! DANKE!!

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20.01.14

Nele Marie

Ich konnte die Geburt sehr bewusst wahrnehmen. Die Hebammen ließen mich einfach mit meinen Wehen so mitarbeiten, wie sie gerade kamen und ich hatte das Gefühl, dass die Geburt ganz von alleine fließt!

Nele Marie ist unser zweites Kind. (…)
Dieses Mal wollten wir es anders machen und entschieden uns für s’Hebammenhaus. Auch die letzten Vorsorgen ließ ich von den Hebammen durchführen und war äußerst zufrieden.
Drei Tage vor ET machte sich unsere Kleine dann auf den Weg. Es war Sonntag und ich hatte schon seit Freitag so ein Gefühl, dass es bald los gehen wird... Am Sonntag morgen wachte ich mit Wehen auf und dachte, ok, jetzt geht es wirklich los. Ich freute mich, dass die Kleine noch auf meine Zwillingsschwester gewartet hatte, die bei der Geburt dieses mal dabei sein wollte (sie reiste einen Tag vorher an).
Ich ging also erst mal Duschen und Frühstücken. Leider verabschiedeten sich die Wehen am Vormittag wieder. Nachmittags ging jedoch mein Schleimpfropf ab und ich war wieder guter Dinge, dass es jetzt nun doch los ginge.
Um 0:30 Uhr (ich konnte davor schon nicht schlafen) kamen die Wehen, schön kräftig und schon in ziemlich kurzen Abständen. Um 2.00 Uhr entschieden wir uns meinen Papa anzurufen, da er auf unseren Sohn aufpassen wollte wenn es so weit ist. Dann riefen wir die Bereitschaftsnummer an. Es meldete sich Christina. Sie sagte, ich solle erst mal in die Badewanne und mich dann wieder melden. So tat ich das auch, fühlte mich aber in der Wanne nicht so wohl und bin dann bis um ca. 4:00 Uhr um den Wohnzimmertisch gelaufen und hab im Vierfüßler Stand die Wehen vor dem Sofa veratmet. Die Wehen wurden dann heftiger und wir riefen Christina wieder an. Da ich die meiste Zeit zu Hause verbringen wollte, kam Christina erst mal zu uns nach Hause, um mich zu untersuchen. Ich rechnete damit, dass der Muttermund bei max. 3-4 cm auf sein würde und zu meiner Überraschung, sagte Christina, ich sei schon komplett auf. Ich freute mich total und wir fuhren daraufhin ins s’Hebammenhaus. Dort angekommen, ging ich wieder gleich in den Vierfüßler Stand vor dem Bett und wartete auf die Presswehen, die kurze Zeit später auch einsetzten. Ziemlich schnell traf auch Elke ein, die zweite Bereitschaft hatte, worüber ich mich sehr freute, da sie uns schon bei unserem ersten Kind im Wochenbett betreut hatte. Meine Schwester saß auf dem Bett und hielt mir die Hand und mein Mann massierte meinen Rücken. Wir waren zusammen mit den Hebammen ein super Team!!
Um zehn vor sieben wurde dann unsere kleine Nele geboren.
Ich legte mich gleich mit ihr auf das Bett und wir konnten erst mal kuscheln. Nach kurzer Zeit löste sich dann auch die Plazenta und ich musste noch genäht werden. Die Verletzung verheilte sehr gut. Nachdem wir gefrühstückt hatten, durften wir auch schon Heim. Unser Großer freute sich riesig, als wir mit unserem neuen Familienmitglied nach Hause kamen.
Ich konnte die Geburt sehr bewusst wahrnehmen. Die Hebammen ließen mich einfach mit meinen Wehen so mitarbeiten, wie sie gerade kamen und ich hatte das Gefühl, dass die Geburt ganz von alleine fließt! Es war eine so schöne Geburt, dass ich mir überlege irgendwann nochmal ein drittes Kind zu bekommen, obwohl wir nur zwei geplant hatten.
Ich hoffe, dass dann das s’Hebammenhaus noch so existiert, wie es jetzt ist und dass die Politik etwas für unsere Hebammen tut, damit sie weiterhin versichert sind!
Danke liebe Christina und liebe Elke für die wunderschöne Geburt bei Euch! Ihr wart einfach Klasse, mit eurer Ruhe und Einfühlsamkeit habe ich mich zu jeder Zeit sicher und gut betreut gefühlt!

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25.12.13

Jonathan

Voller Vertrauen und mit einer inneren Ruhe und Zuversicht entschieden wir und dann unser Baby im s´Hebammenhaus zur Welt zu bringen.

Jonathan ist unser ersten Kind und bereits während der Schwangerschaft stellte sich uns die Frage wie wir unserem Wunschkind eine möglichst natürliche Geburt und somit einen schönen Start ins Leben ermöglichen können. Jedoch war uns lange Zeit nicht bewusst, dass es neben einer klinischen Geburt auch die Möglichkeit gibt außerklinisch und in guten Händen zu entbinden.

Das s´Hebammenhaus zog aufgrund des umfangreichen Kursprogramms bereits während der Schwangerschaft unsere Aufmerksamkeit auf sich. Nach einer Infoveranstaltung in der nicht nur die Arbeit und die Räumlichkeiten vorgestellt wurden, sondern auch näher auf die Philosophie „voller Vertrauen in die Kraft der Frau“ eine natürliche Geburt zu ermöglichen, entschied ich mich zunächst verschiedene Kurse im s´Hebammenhaus zu besuchen. So konnte ich nicht nur meinem Baby und mir etwas Gutes tun, sondern auch erste Einblicke in die Arbeit der Hebammen gewinnen und mich mit anderen Schwangeren austauschen.

Voller Vertrauen und mit einer inneren Ruhe und Zuversicht entschieden wir und dann unser Baby im s´Hebammenhaus zur Welt zu bringen. Diese Zuversicht wurde jedoch auf die immer wieder gestellte Frage in welchem Krankenhaus wir entbinden werden, auf eine harte Probe gestellt. Schon unsere Antwort, dass wir uns eine ambulante Geburt für unser Kind zu wünschen, konnte teilweise nicht nachvollzogen werden und des Öfteren wurde diese Entscheidung als sehr mutig (!) tituliert. Trotz allem haben wir das Vertrauen und die Sicherheit in die Arbeit des gesamten s`Hebammenhaus-Teams nicht verloren.

11 Tage vor dem errechneten Geburtstermins war es dann soweit. Bereits abends wurde ich immer unruhiger und merkte schnell, dass sich irgendetwas in meinem Bauch tat, so war es auch nicht verwunderlich, dass bereits nachts die ersten Wehen einsetzten. Da ich nicht genau wusste, was ich tun sollte, nahm ich all meinen Mut zusammen und rief im s`Hebammenhaus an. Die diensthabende Hebamme Katja versicherte mir, dass alles in Ordnung sei und ich ein warmes Bad nehmen könnte und nochmals versuchen soll zu schlafen, da die Wehen doch noch sehr unregelmäßig kamen. Diesen Rat nahm ich dankend an und versuchte mich den Rest der Nacht nochmals zu entspannen.

Gegen 5.30 Uhr wurden die Wehen jedoch stärker und wir entschieden uns, nach einem weiteren Telefonat mit Katja, uns auf den Weg in s`Hebammehaus zu machen. Als wir in Villingen ankamen, war Katja bereits da und hatte auch schon den Geburtsraum vorbereitet und für eine entspannte Atmosphäre mit Kerzenlicht und Musik gesorgt. Nach zwei Stunden unregelmäßiger Wehen, bot Katja uns an noch einmal nach Hause zu fahren um dort noch einmal im gewohnten Umfeld Kraft zu tanken. Somit fuhren wir nach diesem „Fehlalarm“ zunächst wieder nach Hause.

Mittags gegen 13.00 Uhr kamen die Wehen dann in regelmäßigen und immer kürzer werdenden Abständen, so dass mein Mann Katja anrief und sie bat zu uns nach Hause zu kommen. Allein die Anwesenheit von Katja in meinem gewohnten Umfeld halft mir währende der einzelnen Wehen zu entspannen.

Gegen 15.00 Uhr entschlossen wir uns in s´Hebammenhaus zu fahren. Nach unzähligen Wehen setzten dann die Presswehen ein. Während ich die Wehen zunächst gut wegatmen konnte, setzten mir die Presswehen deutlich zu. Die von Katja vorgeschlagenen Positionswechsel halfen mir die Presswehen zu meistern. Auch die regelmäßigen Kontrollen der Herztöne nahmen mir meine aufkommende Angst die Wehen nicht durchstehen zu können. Eine Erleichterung verschaffte mir dann auch Katjas Vorschlag in die Badewanne zu gehen. Durch die positiven Rückmeldungen, Katjas ausgestrahlte Ruhe und Sicherheit und nicht zuletzt der Rückhalt meines Mannes konnte ich neue Kraft tanken um die letzten Presswehen zu meistern. So erblickte unser Sohn Jonathan um 18.41 Uhr das Licht der Welt. Der emotionalste und glücklichste Moment in unserem Leben.

Wir sind dem gesamten Team des s´Hebammenhauses und vor allem Katja und Elke, die uns während der Geburt begleitet haben, unendlich dankbar. Ihr habt uns den Moment der Geburt zum einmaligen Erlebnis gemacht und das in einer unglaublich schönen Atmosphäre.

Vielen Dank auch für die erste Zeit nach der Geburt, die wir zu dritt genießen durften und die uns half als kleine Familie zusammen zu wachsen.

Ein besonderer Dank auch an alle Hebammen, die uns während der Schwangerschaft mit Freundlichkeit, Offenheit und viel Vertrauen begegnet sind und nicht zuletzt Christiane, die uns während der gesamten Wochenbettzeit liebevoll mit Rat und Tat zu Seite stand.

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17.11.13

Miriam

Lästige Schwangerschaftszipperlein wie Übelkeit, Schwindel, Sodbrennen – ich hab sie alle mitgenommen. Dafür blieb ich von echten Komplikationen verschont, so stand einer Geburt im s`Hebammenhaus nichts im Wege.

Den ersten Kontakt mit dem sHebammenhaus hatte ich bereits in der 14. Woche. Lästige Schwangerschaftszipperlein wie Übelkeit, Schwindel, Sodbrennen – ich hab sie alle mitgenommen. Dafür blieb ich von echten Komplikationen verschont, so stand einer Geburt im sHebammenhaus nichts im Wege.
Ich wollte von Anfang an nicht zur Geburt in die Klinik, zuhause hatte ich da noch etwas Überzeugungsarbeit zu leisten. An die Diskussion kann ich mich gut erinnern:

„Schatzi, bist du sicher dass du das willst? Im Krankenhaus ist es doch viel sicherer. Da ist ein Arzt und für den Notfall ein OP und so. Was ist wenn du im Notfall verlegt werden musst? Da zählt jede Sekunde!“

„Ich kann dich beruhigen, wenn`s in der Klinik schief läuft dauert´s auch ein paar Minuten bis einer kommt, wenn dann noch der OP belegt ist, ist der Zeitvorteil ratzfatz im Eimer.“

„DAS beruhigt mich aber nicht!“

Heike hatte an unserem ersten Termin etwas mehr diplomatisches Feingefühl. Während ich, ihrer Akupunkturnadeln sei Dank, auf Wolke 7 schwebte, ging sie auf Magnus` Fragen ein und so stand er bereits nach diesem Nachmittag voll und ganz hinter meinem Wunsch.

Die Geburt hat lange gedauert. Bereits am Donnerstag hatte ich die ersten kräftigen Vorwehen. Als am Samstag Christiane vorbei kam und fröhlich meinte „Du siehst noch nicht nach Geburt aus. Lass dir mal für Montag einen Vorsorgetermin geben.“ dachte ich für einen Moment echt, die veräppelt mich doch! Doch gegen 20 Uhr spürte ich dann eine deutliche Veränderung und kurz vor Mitternacht holten wir Katja, die mittlerweile den Rufdienst übernommen hatte.
Gemeinsam fuhren wir ins s`Hebammenhaus, wo ich in der Badewanne etwas entspannen durfte.
Da ich bereits zwei schlaflose Nächte hinter mir hatte schlief ich zweimal ein, mein Körper musste einfach Kraft tanken.
Irgendwann gegen 5 Uhr kam Heike noch dazu, und um 10:20 war unsere kleine Miriam endlich da. Wir drei durften erst mal ausgiebig kuscheln und sind dabei prompt eingeschlafen. Magnus durfte die Nabelschnur durchschneiden und die Kleine anziehen. Nach drei Stunden durften wir nach Hause, wo uns noch am selben Tag unsere Wochenbett-Hebamme Christina besuchte.

Ich würde jederzeit wieder ins s`Hebammenhaus gehen, denn eine so entspannte Geburt wäre in einem Krankenhaus vermutlich nicht möglich gewesen. Wir sind den beiden sehr dankbar, denn sie haben uns die Zeit gegeben, die wir gebraucht haben.

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07.10.13

Philippa

Warum eigentlich ins Krankenhaus, ich bin doch nicht krank?! Ich will doch „nur“ ein Kind gebären.
Diese Frage beschäftigte mich eigentlich schon vor meiner Schwangerschaft. Ich wusste dass es nur wenige Geburtshäuser gibt, wo man in Ruhe natürlich gebären kann.

Warum eigentlich ins Krankenhaus, ich bin doch nicht krank?! Ich will doch „nur“ ein Kind gebären.
Diese Frage beschäftigte mich eigentlich schon vor meiner Schwangerschaft. Ich wusste dass es nur wenige Geburtshäuser gibt, wo man in Ruhe natürlich gebären kann. Über das Internet habe ich s’Hebammenhaus gefunden. Vom umfangreichen Angebot war ich gleich beeindruckt. Am Infoabend wurden alle Fragen von den Hebammen souverän beantwortet. Somit war für mein Mann und mich klar, hier soll unser Kind auf die Welt kommen.
Bereits ab der 10. SSW habe ich alle Vorsorgeuntersuchungen im Hebammenhaus wahrgenommen, sowie einen Geburtsvorbereitungskurs als auch ein individueller GV-Kurs mit Hypnose. Aufgrund der regelmäßigen Besuche im Hebammenhaus wurden wir immer vertrauter mit dem wundervollen Ort, der tollen Atmosphäre und natürlich den fürsorglichen Hebammen. Es blieb immer genügend Raum und Zeit für tiefgründige Gespräche bei welchen ganz offen über alle Ängste und Sorgen gesprochen wurden. Auch die weite Distanz von 50 km und einer Fahrzeit von ca. einer Stunde war es uns wert, die rundum individuelle Betreuung wahr zu nehmen. Man hat jederzeit das Gefühl wirklich als Individuum betreut zu werden. Selbst unsere betreuende Hebamme Christina Hügel scheute nicht die lange Wegstrecke morgens um 6 Uhr zu uns, als wir die Bereitschaftsnummer wählten.
Aufgrund des regelmäßigen Übens der Atem-/ Entspannungs- und Visualisierungstechnik sowie meinen Yogaübungen und den positiven Affirmationssätzen fühlte ich mich gut vorbereitet auf die Geburt und ging absolut zuversichtlich und gelassen ins Hebammenhaus. Der Geburtsverlauf im Hebammenhaus hat sich etwas in die Länge gezogen. Mehrmals wechselte ich auf Anregung der Hebammen die Positionen. Mein Mann war stets bei mir und hat mir Mut zugesprochen. Die „Wellen“ kamen und gingen, ich hatte absolutes Vertrauen in unser Baby und meinen Körper. In den Wehenpausen konnte ich ziemlich gut entspannen, lediglich während den Wehen musste ich mich auf meine Atmung konzentrieren, sodass ich keine grossen Schmerzen hatte. Zum entsprechenden Geburtsfortschritt empfahlen mir die Hebammen die Atemtechnik zu verändern und das Baby nach unten zuschieben. Zuerst wusste ich nicht richtig wie genau das ging, aber als ich dann gemerkt habe dass durch das Pressen der Druck ziemlich enorm und der Schmerz größer wurde, habe ich mich irgendwie davor gescheut weiter zu pressen. Ich dachte das könnte auch so wie bisher fortgehen. In meinem Kopf war ich einfach nicht dazu bereit mitzupressen. Schlussendlich hat Christina mich abends kurz vor halb acht aus meiner Tiefenentspannung herausgeholt und Tacheles mit mir geredet. Sie erklärte dass wir nun einen Geburtsstillstand hätten und nun müsse es deutlich vorangehen, ansonsten müsse ich mit den Konsequenzen leben. Abrupt war ich aus meinem Trancezustand aufgewacht, und wusste dass es nun ernst war. Vor meinen Augen lief schon einen Film ab, indem ich mich mit der Ambulanz vorm Hebammenhaus abtransportieren sah. Das wollte ich auf gar keinen Fall! Also packte ich all meinen Mut zusammen, überwindete mich und habe bei jeder Wehe mitgepresst und versuchte mich nicht gegen den Schmerz zu wehren. Glücklicherweise ging es ab dort ziemlich schnell mit 3-4 Presswehen war unsere kleine Tochter Philippa um kurz vor acht Uhr abends zur Welt gekommen. Überglücklich dass es nun endlich vorbei war und total überwältigt nahmen wir unsere Tochter in Empfang.
Wir sind überglücklich dass alles noch so gut geklappt hat und wir eine selbstbestimmte Geburt erleben durften. Unsere Tochter hat die Geburt gut überstanden sie ist ein total ruhiges, ausgeglichenes und zufriedenes Baby. Ich bin davon überzeugt, dass nicht zuletzt unsere sanfte Geburt sich auf ihr Wesen übertragen hat. Dies war nur durch die sehr geduldigen Hebammen möglich. Ich bin mir sicher, im Krankenhaus hätten wir nie die Zeit bekommen die wir beide gemeinsam gebraucht haben. Auch bin ich Christina überaus dankbar, dass sie mir deutlich ins Gewissen geredet hatte. Ich dachte, ich könne ewig so weiter machen. In meinem total ekstatischen Zustand voll mit Adrenalin, merkte ich nicht dass mein Körper total erschöpft war.
Nach der Geburt war mein Kreislauf sehr instabil und der erste Versuch nach vier Stunden nach Hause zu gehen schlug fehl. Christiane, welche uns zum Schichtwechsel betreut hatte, entschied kurzerhand, dass wir alle drei im Hebammenhaus übernachten durften und morgens nach dem Frühstück wenn sich der Kreislauf stabilisiert hat, nach Hause zu fahren.
Schlussendlich war es eine wunderschöne Geburt was ich dank Annemarie Haas, meiner Geburtsvorbereitungslehrerin mit Hypnose, auch selbstbewusst so weitererzählen kann. Von den Müttern selbst wird leider viel zu oft nur von den schrecklichen Erlebnissen einer Geburt berichtet welche werdenden Mütter nur zusehends verunsichern. Annemarie hat mich dazu ermutig meine positiven Erfahrungen ohne schlechtes Gewissen kundzutun.
Unsere tiefste Dankbarkeit und Respekt gebührt unseren Hebammen Christina Hügel, Christina Decker, Elke Hohner und Christiane Paul-Klinger, die uns den nötigen Raum und die Zeit gaben in unserem Tempo selbstbestimmt zu gebären und uns dennoch stets handlungsbewusst und sehr verantwortungsvoll begleitet haben. Wir sind überaus glücklich dass wir im Hebammenhaus gebären durften und unsere Gefühle dort vertrauensvoll offenbaren konnten. Wir können s’Hebammenhaus wirklich uneingeschränkt weiterempfehlen.

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23.08.13

Benja

Dieses Mal also bitte eine natürliche Geburt!

Wann beginnt eine Geburt?
Abends gegen 19:00 Uhr wurden die Wehen wieder häufiger und heftiger.
Wieder – ich hatte seit zehn Tagen mal mehr und mal weniger Wehen, zeitweise auch einen halben Tag Pause dazwischen.
Da die ersten Wehen gut drei Wochen vor dem Geburtstermin auftraten waren das wohl alles Übungs-/Senk-/Vorbereitungswehen. Trotzdem waren sie zeitweise so heftig dass ich in zwei Nächten während dieser Zeit kurz davor war ins Krankenhaus zu fahren und mir irgendwas gegen die Schmerzen geben zu lassen.
Die gute Betreuung durch sHebammenhausteam hat mich davor bewahrt. Eine spontane, natürliche Geburt wünschte ich mir dieses Mal mehr als alles andere. Bei unserem ersten Kind begann die Geburt auch im s’Hebammenhaus, wegen dem Missverhältnis zwischen Kind und Becken (so der Arzt später) senkte sich unser Sohn damals aber nicht tief genug ins Becken, so dass sich der Muttermund nicht weit genug öffnete und ich nach 24h Wehen doch ins Krankenhaus verlegt wurde. Nach PDA und Wehentropf dort tat sich nach vielen weiteren Stunden immer noch nichts so dass ein Kaiserschnitt gemacht wurde den ich als extrem unangenehme Erfahrung abgespeichert habe. Dieses Mal also bitte eine natürliche Geburt! Gegen Abend also meldeten sich die Wehen intensiv zurück. Kurz nach 21 Uhr riefen wir die Bereitschaftshebamme an – zum ersten Mal in diesen zehn Tagen war Leonie am Telefon. Mein Mann Thomas traf sich mit ihr um 22 Uhr am sHebammenhaus und bekam verschiedene rezeptfreie Medikamente für mich, um die Schmerzen erträglicher zu halten.
Eine leichte Hilfe war das auch, nach 24 Uhr aber schickte ich meinen Mann wieder zum Telefon.
So gegen 1 Uhr kam dann Leonie und setzte sich zu mir an die Badewanne.
Nach einer kurzen Untersuchung verkündete sie der Muttermund sei so ca. 4-5cm weit geöffnet und es könnte gut sein dass das jetzt endlich Geburtswehen seien. Allein Ihre Anwesenheit half mir in dieser Stunde sehr. Morgens um 6 Uhr hielt ich es nicht mehr länger aus und Tom rief wieder Leonie herbei.
Als sie mir um 7 Uhr verkündete der Muttermund sei weiter aufgegangen und wir sollten in sHebammenhaus aufbrechen flossen ein paar Tränen der Erleichterung. Endlich geht es voran! Die Schwiegereltern holten unseren vom Gestöhne und Geschrei der Mutter etwas verwirrten Sohn ab und wir waren um 8 Uhr im sHebammenhaus.
Seit Leonie mir eröffnet hatte dass die Geburt vorangeht waren die Wehen noch heftiger geworden.
Im gemütlich hergerichteten Geburtsraum lag ich zuerst noch eine Weile im Bett, um mich zwischen den Wehen ausruhen zu können.
Dann ließ mir Leonie die Badewanne volllaufen, wo ich die nächsten Stunden verbrachte. Das warme Wasser tat gut, und das Tuch darüber zum reinhängen entlastete Thomas, an dem ich mich bisher während der Wehen festgekrallt hatte.
Leonies Gegenwart und Zuspruch und vor allem mich an ihren Augen ‚festhalten‘ zu können während der Wehen halfen mir zu diesem Zeitpunkt sehr viel.
Gegen Mittag war der Muttermund dann so weit geöffnet dass ich mitpressen durfte.
Die erste richtige Presswehe jagte mir allerdings richtig Angst ein. Mit dieser Heftigkeit und diesem Schmerz hatte ich nicht gerechnet.
Und hatte ich bisher schon den Eindruck das Hebammenhaus zusammenzuschreien wurde es jetzt noch eine Stufe mehr.
Mein einziger Trost war, dass ich wusste dass es manchmal gar nicht viele Presswehen braucht um ein Kind zu gebären. Leonie schlug vor von der Wanne zum Gebärhocker bzw. in den Vierfüßlerstand zu wechseln, was meinem Mann dann wieder meine ganze Last aufbürdete.
Meine Angst vor den Schmerzen und auch davor zu reißen zogen die Austreibungsphase allerdings stark in die Länge.
Ich konnte nicht richtig loslassen und mich öffnen. Mittlerweile dachte ich fast sehnsuchtsvoll an meinen Kaiserschnitt zurück ….. .
Irgendwann wurde ich wütend dass es nicht richtig voranging und das half trotz dem Gefühl gleich zu zerreißen, mitzupressen. Schließlich meinte Christiane (die mittlerweile auch eingetroffen war) der Kopf sei schon zu 1/3tel draußen und mit einer der nächsten Wehen rutsche Benja dann auch komplett heraus.
Fast drei Stunden hatten wir da gebraucht. Es war 14:32 Uhr. Mein einziger Gedanke in dem Moment war ‚Endlich – vorbei‘.
Ich nahm Benja sofort in die Arme und die Hebammen halfen mir ins Bett.
Tom kuschelte sich zu uns und wir bewunderten unsere kleine Tochter, die die ganze Zeit über mit stabilen Herztönen und Kopfbewegungen gut mitgearbeitet hatte.
Nach dem ersten Stillen und der Geburt der Plazenta ging es ans Nähen, wobei glücklicherweise nicht viel zu nähen war. Mein Damm war intakt geblieben (dank Leonies ständiger Kaffee- und Ölbehandlung), nur zwei kleine Risse im Scheidengewebe waren zu nähen – vermutlich von Benjas Händen, die sie gleich mit dem Kopf hinausgeschoben hatte.
Ich war völlig entkräftet aber auch heilfroh mein Ziel erreicht zu haben – Benja war auf natürlichem Weg auf die Welt gekommen.
Tom kochte noch im Hebammenhaus Nudeln, die Soße hatten wir mitgebracht, so dass ich was im Bauch hatte bevor wir heimgingen. Allerdings konnte ich nicht viel essen.
So um 17 Uhr brachen wir auf nach Hause, wo uns mittlerweile meine Eltern erwarteten.

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08.07.13

Kian

Kian wurde so liebevoll auf dieser Welt begrüßt wie man es sich nur wünschen kann. Diese besondere Atmosphäre und Ruhe sind etwas so besonderes und angenehmes man fühlt sich direkt wie zu Hause.

Der Entschluss unseren Sohn im sHebammenhaus zu Welt zu bringen kam zugegebenermaßen etwas kurzfristig denn es waren gerade noch 5 wochen bis zum errechneten Entbindungstermin. Dennoch wurde uns die Möglichkeit gegeben, diese wundervolle Erfahrung zu machen. Die „kennen lern Gespräche“ musste aufgrund des nahenden Termins nun in „geballter Form“ stattfinden. Denn ich sollte ja trotzdem alle Hebammen kennenlernen. Die Geburt von Kian war wunderschön( wer hätte gedacht das ich die über eine Geburt sagen kann)Im sHebammenhaus hat man diese besondere Atmosphäre und Ruhe was einem die ganze „Situation“ viel angenehmer erscheinen lässt
Die Hebammen unterstützen einen wenn es angebracht ist ansonsten darf man sich so bewegen sitzen, stehen liegen was auch immer „Frau“ es für angenehm empfindet .Mutter und Kind dürfen bestimmen was für sie der richtige Weg ist.Was meiner Meinung nach richtig toll ist.
Kian wurde so liebevoll auf dieser Welt begrüßt wie man es sich nur wünschen kann. Diese besondere Atmosphäre und Ruhe sind etwas so besonderes und angenehmes man fühlt sich direkt wie zu Hause.
Auch die Nachsorge und Hilfe bei dem ein oder anderen Problem war super. Hier ist man rundum versorgt von Anfang an oder eben erst gegen Ende…
Hätte ich gewusst wie schön eine Geburt sein kann hätte ich Meinen ersten Sohn mit Sicherheit auch hier zu Welt gebracht.
Ein ganz besonderer Dank Geht an Christina und Christiane für die wundervolle Geburt.
Christina für die Nachsorge. Heike für die Akupunktur vor ,während und nach der Geburt. Julia das sie mir die Entscheidung etwas leichter gemacht hat und natürlich auch allem anderen ihr seit ein ganz tolles Team so dass man sich sofort richtig aufgehoben fühlt.
Vielen Dank für alles Fabienne &Stefan mit Noel& Kian

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07.07.13

Ben

Es hieß, wenn die Zweithebamme kommt, ist das Kind bald da – das gab mir Hoffnung.

Was mit vermuteten Senkwehen begann, endete mit einem kleinen Wunder
Ralf kam um 24 Uhr ins Bett, was mich aufwachen lies. Er schlummerte sofort ein, wohingegen ich ein Ziehen in der Leistengegend spürte. Meine erste Vermutung waren Übungskontraktionen oder Senkwehen. Als es nach einer Stunde nicht aufhörte stand ich auf um in einem Buch die Eigenschaften von Senkwehen nachzulesen. Die Beschreibung hätte gut passen können, was der Grund war, dass ich um 01:30 Uhr mich noch einmal schlafen legte. Nach 1,5 Stunden wachte ich wieder auf mit dem selben Ziehen, das nun aber etwas stärker wurde. Ich machte mir immer noch keine Gedanken, dass es schon wehen sein könnten und lies aus diesem Grund Ralf weiter schlafen. Nachdem aber mein Rücken zu schmerzen begann, weckte ich ihn schließlich doch auf, damit er mich massieren konnte. Nach einer kurzen Weile schickte ich ihn wieder schlafen, damit er sich ausruhen konnte - ich hatte es immer noch nicht realisiert, dass es „ernst“ wurde. Der Blick auf die Uhr verriet mir, dass die Wehen doch alle 10 Minuten kamen, diese waren aber immer noch liegend im Bett erträglich. Dies änderte sich dahingehend, dass ich mich am Türrahmen festhielt und die Wehen verathmen musste – ich ließ ihn immer noch schlafen. Um 05:00 Uhr weckte ich ihn letztendlich doch, um ein Bad zu nehmen. Die Wehen könnten ja immer noch aufhören. Zu diesem Zeitpunkt kamen die Wehen schon alle 5 Minuten. Das änderte sich im Bad auch nicht. Gefühlt öffnete sich dort der Muttermund. Jetzt wurde es klar: die Geburt begann. Ich wollte keine Hebamme zu einer unmenschlichen Zeit wecken, da die Geburt von Erstgebährenden bekanntlich länger gehen kann. Um ca. sieben Uhr riefen wir an und es meldete sich Katja Vögele. Wir vereinbahrten, dass Sie zuerst zu uns fährt – als Sie eintraf, kamen die Wehen schon alle 3 Minuten. Der Vorschlag noch ein Bad zu nehmen, nahm ich gerne an. Jedoch aus Platzgründen nicht in der eigenen Badewanne. Wir beschlossen ins s‘Hebammenhaus zu fahren. Katja fuhr voraus um die Vorbereitungen zu treffen. Wir packten noch die restlichen Utensilien in die Tasche und fuhren langsamen mit einem Zwischenstopp beim Bäcker los.
Im s’Hebammenhaus angekommen empfand ich ein WoW-Gefühl als ich ins Zimmer eintrat: die Vorhänge waren verschlossen, Teelichter brannten, die Duftlampe und die leise Musik machten die Ankunft perfekt. Ich konnte gleich die vollgelaufene Wanne nutzen. Ralf saß vor der Badewanne und konnte mich so in den Pausen massieren und mein Becken drücken. Katja zog sich in den Hintergrund und wir hatten das Gefühl, dass es nur Ralf und mich gab. Katja sagte mit einer angenehmen Stimme, dass ich mich an einen Kraftort zurückziehen soll und ganz auf meinen Körper hören solle. Gefühlt habe ich bei der halben Geburt die Augen geschlossen gehabt. Die Presswehen begannen und die Wehen wurden heftiger. Am Rande bekam ich mit, dass Heike Kaltenbrunner durch die Tür kam. Es hieß, wenn die Zweithebamme kommt, ist das Kind bald da – das gab mir Hoffnung. Ebenfalls als ich sah, dass Katja die Handschuhe anzog. Doch der kleine Mann ließ auf sich warten: Wir probierten noch den Vierfüssler aus, bei dem mir Heike noch zwei Akkupunturnadeln setzte. Immer war Ralf an meiner Seite und redete mir gut zu. Zu keiner Minute hat er meine Seite verlassen. Ich konnte mich an ihm festhalten und durch ihn Kraft schöpfen. Katja und Heike redeten mir ebenfalls gut zu, als ich keine Kraft mehr hatte. In der Hocke war es dann so weit, nach 2,5 Stunden im s’Hebammenhaus wurde unser Sohn geboren. Er lag vor mir und ich konnte ihn als erstes auf dieser Welt in die Arme nehmen und ihn zu mir an die Brust holen. Gestützt legten wir uns gemeinsam ins Bett und begannen langsam das Glück zu realisieren, das wir in den Händen hielten. Ich konnte ihn gleich anlegen und anschließend hatten wir auch die Zeit, dass er auf Papas Brust liegen durfte. Auch war ich froh, dass Heike und Katja vor mir standen, als meine Wunden versorgt wurden, denn diese Personen sind mir durch die vorbereitenden Gespräche und Akkupunktursitzungen bekannt und vertraut geworden.
Im Nachgang war ich überglücklich, dass ich ins s’Hebammenhaus gegangen bin. Es war eine harmonische Atmosphäre, die nicht durch das Kommen und Gehen von Ärzten und Krankenschwestern gestört wurde. Es waren auch keine fremden Personen anwesend. Ich konnte mich zurückziehen um komplett auf meinen Körper hören und so unserem Sohn Ben eine natürliche und entspannte Geburt ermöglichen.

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29.06.13

Valeria

Da ich bereits wusste, dass ich als männlicher Part eh nicht viel machen konnte, als einfach bloß dabei zu sein und dann zu helfen, wenn es mich brauchen würde, beschränkten sich meine Aufgaben ausschließlich darauf, meiner Frau Trinkwasser zu reichen, wenn sie danach fragte. Ich machte es mir dann irgendwann bequem, zog eine bequemere Hose an und wartete.

Zugegeben, zu Beginn war ich mehr als skeptisch: „s’Hebammenhaus“. Was soll das?! Ist das überhaupt ein Gebäude mit Wänden und Dach oder irgendeine Höhle in den unendlichen Tiefen des Schwarzwaldes, wo ein paar alte Weiber mit großen, spitzen und pickeligen Nasen hausen, die zudem stundenlang über einem brodelnden Kochkessel gebeugt die ganze Welt verwünschen, während sie Krötenblut und Spinnenbeine in das Gefäß werfen?
Oder ist es ein einfacher Bretterverschlag in den Slums von Villingen, wo arme Mägde heimlich ihren Nachwuchs zur Welt bringen, um diesen dann schnell loszuwerden?

Und dann noch der Name. „s’Hebammenhaus“. „S“ mit Apostroph… Was soll das?!
Nun gut, da ich ja eigentlich ein aufgeschlossener Mensch bin, auch ab und zu schon mal wenn es notwendig ist freiwillig zu Globuli greife, und begriffen habe, dass die Rosenquarze in unserer Wasserkaraffe daheim nicht Gift versprühen und die darin enthaltene Flüssigkeit irgendwie „glücklicher“ machen sollen, meinte ich zu meiner Frau, als sie mit der Idee einer Geburt im s`Hebammenhaus zu mir kam, dass wir es doch mal versuchen könnten.
Zudem hatten wir einige teilweise sehr negative Erfahrungsberichte aus dem engen Bekanntenkreis erhalten, welche zur Geburt in hiesigen Krankenhäusern waren. So was wollte ich definitiv nicht.

Nach den ersten Besuchen im sHebammenhaus, welche gar nicht weh getan hatten und sogar richtig angenehm waren, entschieden wir uns zum Missfallen des Frauenarztes, die Vorsorgeuntersuchungen nicht mehr bei ihm zu machen und diese durch die Hebammen durchführen zu lassen. Einzig einmal kamen bei mir Zweifel auf, als wir nach dem letzten Ultraschall beim Frauenarzt kurz darauf nochmal im sHebammenhaus waren. Die zuständige Hebamme kam durch Tasten auf etwa die gleiche Körpergröße und das gleiche Gewicht, welches der Arzt zuvor durch Technik rausgefunden hatte. Sogleich rief meine aufgeklärte Seele: „Aufs Feuer mit ihnen, brennen sollen sie! Alles Hexen!“. Meine Frau konnte mich in letzter Sekunde davon abhalten, ein Inquisitionsgericht einzuberufen.

Als Geburtsvorbereitungskurs wählten wir die Wochenend-Kurs-Variante im s`Hebammenhaus. Auch wenn wir bereits viel Vorwissen hatten, war der Kursbesuch eine gute Vorbereitung. Zudem schmeckte das Mittagessen vorzüglich. Die einzige Enttäuschung war, dass mir bewusst gemacht wurde, dass heutzutage nicht mehr so „gehechelt“ wird, wie man es aus Filmen kennt. Dabei hatte ich mich doch die ganze Schwangerschaft über darauf gefreut…

Bei der Geburt hat alles von Anfang bis Ende gepasst. Als es losging und wir uns kurz vor Anbruch der Geisterstunde dem verlassen scheinenden Haus näherten, begrüßte uns der flackernde Schein eines Teelichtes im Eingangsbereich. Wie ein Leuchtturm wies es uns den Weg in s`Hebammenhaus. Das ganze Haus war mit Teelichtern sanft beleuchtet und eine angenehme, leise CD war eingelegt. Leonie, die diensthabende Hebamme, empfing uns und bat, dass wir es uns erst mal gemütlich machen sollten. Es war ein richtiges „Ankommen“.

Da ich bereits wusste, dass ich als männlicher Part eh nicht viel machen konnte, als einfach bloß dabei zu sein und dann zu helfen, wenn es mich brauchen würde, beschränkten sich meine Aufgaben ausschließlich darauf, meiner Frau Trinkwasser zu reichen, wenn sie danach fragte. Ich machte es mir dann irgendwann bequem, zog eine bequemere Hose an und wartete.
Als es in den Endspurt ging, konnte ich dann trotzdem noch aktiv mithelfen, so dass wir nach etwa drei Stunden unsere kleine Tochter begrüßen durften.
Nachdem wir ausgiebig zu Dritt gekuschelt hatten, die Kleine und meine Frau untersucht wurden, betraten Leonie und die für die Schlussphase hinzugezogene Christina unser Zimmer. Sie hatten vier Gläschen Sekt, ein Yes-Törtchen mit einer brennenden Kerze und Geschenke dabei. Es war sehr rührend, wie wir da in den frühen Morgenstunden den Geburtstag unserer Tochter feierten.
Kurz darauf verabschiedeten wir uns und fuhren heim, wo wir uns glücklich, erschöpft und überwältigt ins Bett legten und uns etwas ausruhten.

Fazit: Sicherlich auch durch die ablehnende Reaktion des Frauenarztes beeinflusst, vor allem aber weil alles super toll lief, kann ich das s`Hebammenhaus in Villingen jederzeit wärmstens weiterempfehlen. Es ist eine sehr schöne Alternative zu Krankenhäusern. Hier findet man immer ein offenes Ohr, eine gute Atmosphäre und den Privatraum, den eine Geburt verdient.

Was ich jedoch mit dem Fläschchen mit getrocknetem Krötenblut und der Klaue eines schwarzen Gockels machen soll, welche man mir mitgegeben hat, weiß ich nach wie vor nicht… ;-)

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22.05.13

Mele

Auf dem Weg ins s´Hebammenhaus machte ich mir selbst noch Vorwürfe dass ich
vermutlich Gott und die Welt völlig um sonst schalu mache… Vor lauter Kopfkino
hatte ich auch auf der ganzen Fahrt (30 Minuten) keine einzige Wehe…

Bereits bei der Schwangerschaft unserer ersten Tochter hatten wir uns für eine Geburt im s´Hebammenhaus entschieden. Leider ging diese Wunsch nicht in
Erfüllung da mein Körper trotz aller Bemühungen der Hebammen einfach keine
Wehen produzieren wollte und so blieb uns am 14. Tag über ET nur der Gang ins
Krankenhaus übrig. Dort konnte ich zwar ambulant entbinden und die Hebammen
waren auch sehr um uns bemüht, haben unsere Wünsche so gut es ging erfüllt und
doch war es eine Enttäuschung für uns weil wir uns das ganze einfach anders
vorgestellt hatten.

Bei der Schwangerschaft unserer Tochter Mele machten mir nun die Hebammen
immerzu Mut an mich und meinen Körper zu glauben – diesmal würde es klappen
mit den Wehen – ich würde im s´Hebammenhaus entbinden… Ich war bis zum 7. Tag über ET auch wirklich sehr zuversichtlich! Am Abend des 6. Tages über ET hatte
ich leichte Wehen und ich war überglücklich denn ich dachte jetzt geht’s los.
Nach einem Telefonat mit Julia machten wir aus dass ich mich wieder melden
soll wenn die Wehen stärker und öfter kommen. Leider war der Spuk nach zwei
Stunden vorbei und ich bin enttäuscht am nächsten Tag zur Vorsorge ins
s´Hebammenhaus gefahren. Als ich dort allerdings sah dass eine andere Frau die
Glückliche war, die in dieser Nacht ihr Kind zur Welt gebracht hat, war es
vorbei mit meinen Nerven… Ich freute mich sehr für die Eltern, aber ich habe
den Mut und den Glauben an mich und meinen Körper verloren…

Wiederum zwei Tage später nachts um 1:30 Uhr bin ich aufgewacht weil ich
Wehen hatte. Diesmal war ich nicht gleich Feuer und Flamme denn ich dachte mir
„lieber mal warten vielleicht ist in zwei Stunden wieder alles vorbei“! Die
Wehen kamen alle 10 Minuten waren nicht wirklich schlimm aber so dass ich
nicht mehr schlafen konnte. Also stand ich nach einer Stunde auf und bin im
Haus herumgegeistert.

So ca um 3:15 habe ich dann meinen Mut zusammen genommen und nochmal bei der
Julia angerufen – wir vereinbarten wieder dass ich mich melden würde wenn die
Wehen stärker werden.

Aus Sorge die Wehen könnten doch aufhören beschloss ich einen Wehentee zu
trinken. Da dieser ja so fürchterlich schmeckt habe ich ihn auch zwei Stunden
später wieder erbrochen…

So verging die Nacht aber bei mir tat sich nicht mehr und nicht weniger.

Um 6:00 Uhr morgens rief ich erneut bei der Julia an – ich wollte im
s´Hebammenhaus vorbei kommen weil ich einfach wissen wollte ob die Wehen
irgendetwas bewirken, ob es los geht, oder nicht. Also verabredeten wir uns
auf 7:30 Uhr. In der Zwischenzeit kam auch die Oma zu uns um auf unsere
Tochter aufzupassen.

Auf dem Weg ins s´Hebammenhaus machte ich mir selbst noch Vorwürfe dass ich
vermutlich Gott und die Welt völlig um sonst schalu mache… Vor lauter Kopfkino
hatte ich auch auf der ganzen Fahrt (30 Minuten) keine einzige Wehe…

Im s´Hebammenhaus angekommen erzählte ich Julia von der Nacht, sie schaute
nach dem Baby, schrieb ein CTG und tastete auf meinen Wunsch hin nach dem
Muttermund. Dann die erlösende Nachricht: 3-4 cm! Da vielen mir tausend Steine
vom Herzen denn ich wusste „jawohl jetzt geht’s los!“ Auch Julia bestärkte uns
und sagte dass das Kind heute kommen wird.
Damit die Wehen stärker wurden schickte Julia mich und mein Mann erstmal eine
Runde spazieren, während sie uns das Geburtszimmer richtete.
Also wir wieder zurückkamen empfing uns Julia mit einem liebevoll
hergerichteten Geburtsraum! Ich wollte sofort in die Wanne – was ich natürlich
auch gleich durfte. Ab jetzt kamen die Wehen öfter und waren auch deutlich
stärker. Wir wurden während der ganzen Zeit wunderbar umsorgt, mein Mann bekam
Kaffee, ich Wasser. Julia war mal da, mal draußen, gab mal Tips, ließ uns aber
auch alleine ausprobieren, immer gerade so wie es passend war. Nach nun ca 2,5
Stunden Wehenarbeit kamen die Presswehen. Kurz zuvor holte Julia auch
Christiane dazu da wusste ich jetzt geht es nicht mehr lange. Ich ging in die
Hocke überkreuzte mit meinem Mann die Hände so dass ich bei den Presswehen
mich gut an ihm halten konnte und Julia legte einen Spiegel zwischen meine
Beine – so dass alle sehen konnte was passiert. Selbst ich habe zwischen den
Wehen geschaut – was ich als motivierend empfunden habe! Nach der zweiten
Presswehe spürte ich wie der Kopf in den Geburtskanal gerutscht ist. Ich
wollte dass das Kind kommt aber ich wollte diesen Schmerz nicht. Mich überkam
eine Angst weil plötzlich die Erinnerung an die Geburt unserer ersten Tochter
so präsent war… Christiane gab mir ein paar Homöopathische Kügelchen und sagte
zu mir ich sollte den Kopf ganz vorsichtig raus schieben. Und tatsächlich
konnte ich mich bei der nächsten Wehe nur auf das vorsichtige schieben
konzentrieren. Ja und dann war sie da, schaute mich schon unter Wasser mir
großen Augen an – ich war überwältigt! Julia reichte mir unsere Tochter, legte
sie mir auf die Brust und wir waren einfach nur fasziniert von diesem
Augenblick. Mele war ganz ruhig, sehr aufmerksam schaute sie sich um, gluckste
und schmatze.

Nach ein paar Minuten ging ich mit Hilfe aller ins Bett wo wir dann in aller
Ruhe die Nabelschnur durchgeschnitten haben und ich Mele anlegte.

Nach dem die Nachgeburt entbunden war brachten Julia und Christiane Sekt und
eine kleine Torte und wir „feierten“ Meles Geburtstag.

Der ganze Ablauf nach der Geburt war einfach nur entspannt! Mein Mann machte
Essen, dann zog er unsere Tochter an. Christiane kümmerte sich um mich und
nach knapp drei Stunden waren wir schon auf dem Heimweg…

Ich bin allen Hebammen so dankbar dass sie das Vertrauen in mich und meinen
Körper nicht aufgegeben haben und mir immerzu Mut machten denn es hat
geholfen. Besonderst Dankbar bin ich der Julia die mich am Schluss intensiv
begleitet hat und es uns ermöglicht hat diese Geburt als etwas so positives in
Erinnerung zu behalten. Auch im Namen unserer Tochter Mele möchte ich mich bei
ihr bedanken denn im Wochenbett habe ich jeden Tag erleben dürfen wie sich
diese sanfte Geburt auf sie ausgewirkt hat! Wenn man so ins Leben starten darf
dann ist das ein großes Glück!

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28.12.12

Linus

Das Gefühl, als Familie zu dritt im Bett zu liegen, war überwältigend.

Seitdem ich das s‘Hebammenhaus übers Internet, den Infoabend und Erzählungen von Bekannten kennen gelernt hatte, fand ich die Vorstellung, mein Kind dort auf die Welt zu bringen, sehr schön. Im Laufe der Beratungsgespräche, bei denen wir alle Bedenken und Fragen besprechen konnten, wurden mein Mann und ich uns immer sicherer, dass unser Kind dort geboren werden sollte. Wir waren sehr froh, dass im Schwangerschaftsverlauf nichts dagegen sprach, und ich fühlte mich auch in den Tagen nach dem errechneten Geburtstermin noch gut und entspannt.
Über die Weihnachtsfeiertage hatte ich dann regelmäßig Kontakt zu den jeweils diensthabenden Bereitschaftshebammen – Telefonate und Vorsorgetermine. Am Donnerstag war ich noch zur geburtsvorbereitenden Akupunktur bei Heike im s‘Hebammenhaus. Sie aktivierte auch die „Rausschmeißerpunkte“. Ich ernährte mich kohlenhydratarm, aß abends Chili und trank Yogitee… Alles Maßnahmen, die die Geburt in Gang setzen sollten. Das Wissen, dass in der Klinik ab einer Woche nach dem Termin empfohlen wird, die Geburt einzuleiten, setzte mich dann plötzlich ziemlich unter Druck.
In der Nacht auf Freitag wachte ich dann so gegen vier Uhr zum ersten Mal an einem Ziehen im Unterleib auf und hatte das Gefühl, dass das Wehen sein könnten. Diese kamen dann morgens schon relativ regelmäßig ungefähr alle Viertelstunde. In Absprache mit den Hebammen ging ich am Vormittag trotzdem noch zu einer Kontrolluntersuchung in die Klinik, wo wir beim Ultraschall und CTG noch einmal die Gewissheit bekamen, dass es unserem Kind nach wie vor gut geht und es noch gut versorgt ist. Mein Muttermund war weich, aber noch nicht geöffnet, und die regelmäßigen Wehen waren auch auf dem CTG zu erkennen. Es wurde mir dann tatsächlich empfohlen, am nächsten Tag zur Einleitung wieder zu kommen. Ich war mir zu diesem Zeitpunkt jedoch sicher, abzuwarten, wie sich die Wehen weiterentwickeln würden und mit den Hebammen aus dem s‘Hebammenhaus auf eine natürliche Geburt hinzuarbeiten. Das alles hatten wir telefonisch mit Leonie abgesprochen.
Nachmittgas machten wir einen kleinen Spaziergang, auf dem die Wehen immer stärker und häufiger wurden – ich musste immer mal wieder stehen bleiben. Zu Hause versuchte ich dann, mich nochmal ein bisschen auszuruhen, was jedoch nur bedingt (in den kurzen Wehenpausen) gelang. Abends kamen die Wehen dann schon viel häufiger, teilweise im Abstand von nur fünf Minuten. So riefen wir bei Leonie an, um sie zu fragen, wie wir weiter vorgehen sollten. Sie schlug vor, ca. zwei Stunden später bei uns vorbei zu kommen. Ungefähr um acht war Leonie dann da. Ich saß auf dem Sofa und musste die Wehen schon ziemlich abatmen. Leonie wollte in einer Wehenpause meinen Muttermund untersuchen, doch da kam der legendäre Blasensprung dazwischen. Nachdem wir mich „trockengelegt“ hatten, tastete sie, dass der Muttermund 7 cm geöffnet war. Die Herztöne unseres Babys waren auch gut.
Die Ruhe, mich daheim nochmal in die Badewanne zu legen, hatte ich zu diesem Zeitpunkt nicht mehr, und so entschieden wir gemeinsam, zum s‘Hebammenhaus zu fahren. Mein Mann packte noch schnell ein paar Sachen zusammen und ich brauchte ziemlich lange, um vom Sofa aufzustehen und mich anzuziehen. Auch auf dem Weg zum Auto musste ich mehrmals stehen bleiben, um Wehen abzuatmen. Ich war sehr froh, dass unsere Autofahrt zum s‘Hebammenhaus nur wenige Minuten dauerte. Als wir um halb zehn ankamen, hatte Leonie schon alles vorbereitet; sie empfing uns in einer angenehmen Atmosphäre von Kerzenlicht, Düften und ruhiger Musik. Viel Zeit, dies alles wirken zu lassen, hatten wir jedoch nicht. Meine Wehen kamen sehr schnell nacheinander und waren sehr stark. Zu diesem Zeitpunkt hätte ich mir gewünscht, zwischendurch nochmal etwas Ruhe zu haben und Kraft tanken zu können, aber ich Nachhinein war es gut, dass alles so zügig voranging. Auf Leonies Vorschlag verbrachte ich einige Wehen in der Badewanne – sie und mein Mann stützten mich dabei von außen. Ich war sehr dankbar für die Unterstützung, die Leonie uns beiden gab, und nahm ihre Vorschläge für Positionswechsel gerne an. Regelmäßig kontrollierte sie auch die Herztöne, die immer gut waren. Dies gab mir das Gefühl, dass wir ein starkes Kind haben und das mit der Geburt alle gemeinsam gut hinbekommen würden. Als Christiane dazu kam, verbrachte ich gerade zwei Wehen auf der Toilette. Mit deren Unterstützung hockte ich mich dann vors Bett – gehalten und gestützt von meinem Mann, der hinter mir saß. In diese Position kam Linus dann auch zur Welt. In der harten Phase des Pressens gaben Leonie und Christiane mir das Gefühl, meine Schmerzen nachempfinden zu können, aber sie sprachen mir auch ganz viel Mut zu und brachten mich durch ihre aufmunternden Worte dazu, durchzuhalten und die Geburt kraftvoll zu Ende zu bringen.
Das Gefühl, als Familie zu dritt im Bett zu liegen, war überwältigend. Wir durften diesen Moment in Ruhe genießen und bekamen neben den Lebkuchen, die ich in mich hineinstopfte (endlich wieder Kohlenhydrate!), einen ersten kleinen Geburtstagskuchen für unseren Linus und stießen mit Sekt auf seine Geburt an.
Nachdem wir uns ein bisschen ausgeruht hatten, kümmerte sich Christiane mit meinem Mann um Linus, während Leonie nach mir schaute. Meinen Dammriss nähte sie professionell, sodass ich hiermit auch im Nachhinein keinerlei Probleme hatte. Um drei Uhr nachts fuhren wir dann nach Hause und verbrachten den Rest der Nacht damit, uns unser kleines großes Wunder anzuschauen und zu bestaunen.
So wie wir uns während der Geburt von Leonie und Christiane bestens betreut fühlten, so begleitete uns anschließend zu Hause Christina auf sehr wertschätzende Art. Wir fühlten uns zu keinem Zeitpunkt überfordert oder allein, da wir in kleinen Schritten in unserem Alltag und unserem Umfeld bei unserem neuen Leben zu dritt unterstützt wurden. So hatten wir schon nach wenigen Tagen eine gewisse Routine entwickelt, konnten aber trotzdem noch lange, lange mit allen Fragen und Sorgen zu Christina kommen und bekamen hilfreiche Tipps, und aber auch immer wieder das Gefühl, dass wir das schon richtig machen und auf einem guten Weg sind.
Danke, liebes s‘Hebammenhaus-Team, für die Rundumbetreuung vor, während und nach der Geburt! Wir haben uns bei Euch immer gut aufgehoben und verstanden gefühlt und haben diese aufregende Zeit mit Eurer Hilfe gut gemeistert…

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26.11.12

Lasse

Die Entscheidung im s`Hebammenhaus unser zweites Kind zur Welt zu bringen, ist nach dem Besuch eines Infoabends gefallen. Eigentlich wollte ich mich an diesem Abend nur über das Angebot zur Geburtsvorbereitung informieren, ging dann aber mit dem Bauchgefühl nach Hause: „Das ist der Ort und die Art, wie unser Baby geboren werden soll.“

Die Entscheidung im sHebammenhaus unser zweites Kind zur Welt zu bringen, ist nach dem Besuch eines Infoabends gefallen. Eigentlich wollte ich mich an diesem Abend nur über das Angebot zur Geburtsvorbereitung informieren, ging dann aber mit dem Bauchgefühl nach Hause: „Das ist der Ort und die Art, wie unser Baby geboren werden soll.“ Die Gespräche mit den vier „Erst-Hebammen“, die dann folgten bestärkten meinen Mann und mich in unserem Entschluss. Entscheidend dazu beigetragen, dass ich sehr entspannt und angstfrei in die Geburt gestartet bin, hat auch das Hypnose-Training bei Julia Steinmann, das ich sehr empfehlen kann. Am Tag der Geburt (5 Tage vor dem errechneten Termin) bin ich morgens ausgeschlafen und fit aufgestanden und dachte mir, wenn unser Baby heute kommen würde, wäre ich bereit dafür. Die ersten Anzeichen, dass sich tatsächlich etwas tut, kamen aber erst nach dem Mittagessen. Ich bekam ein leichtes Ziehen, vergleichbar mit Regelschmerzen und musste noch häufiger zur Toilette als bisher. Bis zum späten Nachmittag wurden aus dem gleichmäßigen Ziehen dann regelmäßige Kontraktionen, die aber immer noch nicht besonders schmerzhaft waren. Zur Sicherheit rief ich aber doch meinen Mann an, dass er etwas früher nach Hause kommen soll. So gegen 18 Uhr hatte ich bereits alle 7 Minuten Wehen, die aber immer noch gut auszuhalten waren, so dass wir erst einmal beschlossen in Ruhe zu Abend zu essen. Um 19 Uhr hatte ich dann doch das Bedürfnis im sHebammenhaus anzurufen, um mich mit der Hebamme zu besprechen. Die Schmerzen waren zwar immer noch nicht sehr stark, aber die Wehen kamen jetzt schon alle 3 Minuten, was mich doch etwas irritierte.
Am Telefon war Christina Hügel, die mir ein Wannenbad vorschlug, um zu sehen, ob die Wehen stärker werden würden. Kaum war ich in der Wanne, gings dann auch richtig los und ich hatte sehr schnell den Wunsch in sHebammenhaus zu fahren. Um 19.45 Uhr war meine Mutter da um auf unseren großen Sohn Finn aufzupassen und wir konnten los. Zum Glück wohnen wir nur fünf Minuten Autofahrt vom sHebammenhaus entfernt und die Wehen, die jetzt in sehr kurzen Abständen kamen, ließen mir im Auto eine kurze Verschnaufpause. Darüber war ich sehr froh, da ich die Wehen zu diesem Zeitpunkt im Sitzen nur schwer aushalten konnte. Christina wartete schon auf uns und ich war sehr erleichtert, als ich mich im Geburtszimmer auf das schöne große Bett legen konnte. Christina tastete in einer Wehenpause kurz meinen Bauch ab, um zu sehen wo sich der Kopf unseres Babys befand und hörte seine Herztöne ab. Das reichte ihr, um zu wissen wie weit die Geburt schon vorangeschritten war und sie rief Leonie dazu, die wir auch schon von einem der Vorgespräche her kannten. Das machte mir Mut, da ich wusste, dass die zweite Hebamme erst gerufen wird, wenn die Geburt unmittelbar bevorsteht. Bis die Fruchtblase geplatzt ist, habe ich die Wehen dann einige Zeit auf der Seite liegend veratmet. Der Druck nach unten wurde jetzt zunehmend stärker. Da war die Kreuzbein-Massage von meinem Mann, die ihm Christina vorgeschlagen hat, eine wahre Wohltat. Christina und Leonie waren die ganze Zeit in der Nähe, haben mir in den Wehenpausen Wasser mit einem Strohhalm zu trinken gegeben, mich ansonsten aber meine Geburtsarbeit, so wie ich es mir gewünscht hatte, ungestört machen lassen. Als die Fruchtblase geplatzt ist, hatte ich gleich einen sehr starken Pressdrang. Mein Mann hat sich dann aufs Bett gesetzt und ich habe mich vor ihn gekniet. So konnte ich mich während der Wehen an ihm festhalten und in den kurzen Pausen in seinem Schoß etwas verschnaufen. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich nur noch das ganz starke Bedürfnis den Kopf meines Babys hinauszuschieben. Das war sehr anstrengend und zugleich auch sehr erleichternd, da ich nun aktiv mitarbeiten konnte. Leonie leitete mich in den Pausen immer wieder an, ganz tief in den Bauch, zu meinem Baby hin zu atmen und mich zu entspannen. Das ging ganz gut und dennoch verließ mich in dieser Position schließlich die Kraft. Nach einer Wehe auf dem Gebärhocker, auf dem ich mich gar nicht wohl fühlte, legte ich mich wieder aufs Bett auf die Seite. Jetzt waren es nur noch wenige Presswehen bis der Kopf unseres Sohnes geboren wurde. Unser kleiner Schatz fing, noch nicht ganz geboren, zu meckern an und ich streichelte sanft seinen kleinen Kopf. Das war ein ganz besonderer Moment, als ich mein Baby das erste Mal anfassen konnte. Bei der nächsten Wehe, um 21.13 Uhr, kam dann der ganze Kerl auf die Welt: rosig, schreiend und mit vielen schwarzen Haaren. Überglücklich und wie berauscht habe ich auch unseren zweiten Sohn Lasse gleich zu mir genommen. Leonie half mir mein T-Shirt auszuziehen, damit ich ihn auf der nackten Haut spüren konnte. Ich war auch dieses Mal sehr erleichtert, mein Kind aus eigener Kraft geboren zu haben und mir (anders als bei meiner ersten Geburt) ein Dammschnitt erspart geblieben ist. Als dann auch noch die Plazenta problemlos geboren war und wir sie mit Christina und Leonie ausführlich inspiziert hatten, bekamen wir von Leonie endlich die Erlaubnis :-) zu Hause Bescheid geben zu dürfen, dass das kleine Brüderchen gut und gesund gelandet ist. Unsere beiden Hebammen ließen uns viel Zeit, um mit unserem Kind zu kuscheln und diese ersten besonderen Augenblicke zu genießen. Sie überraschten uns schließlich mit einem kleinen Geburtstagskuchen und Sekt und feierten so mit uns die Ankunft von Lasse. Nachdem Christina meine Geburtsverletzungen sorgfältig genäht hatte, Lasse von Leonie gemessen und gewogen und von seinem Papa angezogen war und ich meine mitgebrachte Nudel-Suppe gegessen hatte, machten wir uns so gegen 00.15 Uhr zu dritt auf den Nachhauseweg. Es war wunderschön, die erste Nacht gemeinsam im eigenen Bett verbringen zu können und unserem kleinen Schatz beim Schlafen zuzusehen. Abschließend möchten wir uns auch an dieser Stelle ganz herzlich bei Christina und Leonie für eine rundum gelungene Geburt bedanken. Wir haben uns im sHebammenhaus von Anfang an sehr wohl und gut aufgehoben gefühlt und würden uns auf jeden Fall wieder für eine Geburt in dieser schönen Umgebung entscheiden.

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14.11.12

Béla

Habt Mut und verlasst euch auf euer Gefühl und eure Intuition und nicht auf die typische Vorgehensweise in unserer Gesellschaft. Wäre eine Geburt ein so großes Risiko, würde die Welt wohl kaum so gut bevölkert sein…

Béla ist unser zweites Kind. Die erste Geburt war im Krankenhaus. Bereits damals dachte ich über eine außerklinische Geburt nach. Muss aber ehrlich zugeben, dass wir nicht den Mut hatten.
Nach Bélas Geburt im Hebammenhaus muss ich sagen, dass man eher den Mut haben sollte im Krankenhaus zu entbinden als umgekehrt. Leider ist unsere Gesellschaft so gestrickt, dass sie viele natürliche und schöne Dinge automatisch mit Angst verbindet, wie auch die Geburt. Was ich damit sagen will ist: Habt Mut und verlasst euch auf euer Gefühl und eure Intuition und nicht auf die typische Vorgehensweise in unserer Gesellschaft. Wäre eine Geburt ein so großes Risiko, würde die Welt wohl kaum so gut bevölkert sein…
Bei meiner ersten Geburt ließ ich viele Dinge zu, die ich im Nachhinein nicht gemacht hätte bzw. auch schon im Voraus nicht wollte.
All dies wurde uns im s‘HH erspart. Die Zeit die wir benötigt haben wurde uns gegeben. Im KH kam ich mir sehr gehetzt vor, obwohl ich die Einzige war die an diesem Morgen entbunden hat und eigentlich alle Zeit hätte haben sollen. Unmittelbar vor der Geburt kam der Schichtwechsel noch hinzu.
Gerade bei einer Geburt ist Individualität unheimlich wichtig. Nur so kann das Geburtserlebnis wirklich wunderbar und auch Schmerzfreier von statten gehen. Naja, schmerzfreier als mit Wehentropf und in einer Position, die einem nicht gut tut.
Das Personal im KH (bei meiner 1. Geburt - Anmerkung Hebamme) war unheimlich nett, sie haben sich bemüht und gut gekümmert, aber im s‘HH war es um ein vielfaches menschlicher, individueller und intimer für uns drei. Dank Julia konnte ich meinen kleinen Engel bereits im Geburtskanal durch ein Streicheln am Kopf berühren und ihn willkommen heißen.
Liebe Julia, liebe Christiane nochmals vielen Dank für dieses wunderbar schöne Erlebnis und die Möglichkeit, natürlich zu entbinden.
Ach ja, wenn man gut beraten sein möchte rund um das Thema Schwangerschaft, Geburt, Baby und die Zeit danach wird man wohl kaum einen besseren Ort finden wie das s‘HH. Bei all meinen Fragen wurde ich sehr gut beraten. Mein Frauenarzt ist zwar gut, aber kommt um Längen nicht an die Hebammen im s‘HH ran.

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15.10.12

Isabella

Eine Geburt sollte stets als etwas Einmaliges betrachtet werden, würdevoll ablaufen und man sollte den nötigen Respekt davor haben- das alles macht es zu etwas ganz wundervollem.

Isabella ist ein echtes Wunschkind und die Freude über den positiven Schwangerschaftstest im Januar 2012 war riesig. Gleichzeitig aber kamen schon dort die ersten Ängste bezüglich der Geburt auf.
Die Geburt unserer großen Tochter Sophia vor 3 Jahren war nicht einfach- es dauerte ewig, die Schmerzen waren zermürbend und mein Mann und ich hatten uns während der langen Geburt sehr alleine gefühlt. Zu allem Überfluss musste Sophia dann auch noch in die Kinderklinik verlegt werden und die Tage auf der Wochenstation waren für mich der reinste Horror- ich konnte nicht schlafen, ich fand keine Ruhe und war total überfordert. Ich hatte lange Zeit gebraucht, um das alles zu verarbeiten.
Nun war das Geschwisterchen unterwegs und wir standen wieder vor der Frage, wie das mit der Geburt laufen sollte. Mein Mann und ich waren uns diesmal einig, dass es auch eine schönere Art geben muss, ein Kind auf die Welt zu bringen.
Da ich schon in der örtlichen Krabbelgruppe vom sHebammenhaus gehört hatte, informierte ich mich im Internet und machte einfach mal einen Termin aus- da war ich gerade mal in der 10 oder 11. Schwangerschaftswoche. Leonie nahm sich damals sehr viel Zeit für mich und alle meine Fragen und so begann der Wunsch nach einer Geburt im sHebammenhaus in uns zu wachsen.
Es gab viele Gegenstimmen in meinem privaten Umfeld und auch in meinem eigenen Kopf und so hatte ich gedanklich viel zu tun während der gesamten Schwangerschaft. Da mir die Hebammen sehr sympathisch waren und ich mich im sHebammenhaus sehr wohl fühlte, machte ich ab da auch die Vorsorgeuntersuchungen dort mit Ausnahme der Ultraschalls beim Arzt.
Gegen Ende der Schwangerschaft waren wir uns dann ganz sicher, dass unser Kind dort geboren werden sollte. Also warteten wir gespannt auf die Wehen, der errechnete Geburtstermin rückte immer näher und wir hatten alles für die ambulante Geburt vorbereitet- doch es passierte erstmal gar nichts. Der Termin am 6.10. verstrich und unser Baby machte keine Anstalten zu kommen. Dafür kam ich nun jeden zweiten Tag ins sHebammenhaus, wurde dort gut umsorgt und beruhigt.
Mit jedem Tag wuchsen jedoch auch die Ängste, dass die Entscheidung vielleicht doch falsch gewesen war, das Baby deswegen nicht kommen wollte und zu allem Überfluss gab der Frauenarzt mir dann noch eine Überweisung fürs Krankenhaus zur Einleitung der Geburt für den kommenden Montag.
Es war Freitag und wir waren frustriert, fast resigniert hatten wir uns quasi schon damit abgefunden evt. Doch ins Krankenhaus zu gehen- doch dann kam Julia, die da wohl etwas dagegen hatte.
Das ganze Wochenende über war sie bei uns zu Hause und zusammen haben wir alles mögliche versucht, um die Geburt in Gang zu setzen, am Montag dann noch mal und endlich nach einem strammen Spaziergang hatte ich tatsächlich Wehen bekommen, die sich schon ganz produktiv anfühlten- wir waren also wieder voller Hoffnung als Julia uns gegen Mittag verließ. Nachdem wir beschlossen hatten unsere Große vom Opa abholen zu lassen, haben mein Mann und ich noch das Haus durchgesaugt und nass aufgewischt- schon dabei begann ich langsam die Wehen veratmen zu müssen.
Um 15Uhr dann kam Julia noch mal vorbei und die Wehen waren inzwischen ganz schön schmerzhaft geworden, so dass es mir ab und an die Tränen in die Augen trieb. Wir wollten dann so gegen 17 Uhr noch mal mit Julia telefonieren, um die Lage zu besprechen. Die nächsten Stunden verbrachte ich mit Wehen veratmen, hielt mich dabei an meinem Mann fest und freute mich, dass es endlich losging. Um 17.30Uhr kam Julia dann wieder vorbei, sie schaute dann mal nach dem Muttermund, der immerhin schon 5cm offen war- die Wehen waren inzwischen wirklich schmerzhaft und so verabredeten wir uns dann um 18.30Uhr im sHebammenhaus. Julia war kaum zur Tür raus als ich zu meinem Mann sagte, wir müssen dann auch gleich losfahren, es drückt schon so sehr nach unten.
Also packten wir schnell noch alles zusammen und fuhren los, die Autofahrt war schrecklich! Ich hatte alle 2min heftige Wehen, die ich im Sitzen kaum aushalten konnte- also schnallte ich mich ab und kniete mich auf den Beifahrersitz. Endlich kamen wir im sHebammenhaus an.
Empfangen wurden wir dann von Julia und Leonie, die uns ins Geburtszimmer führten, wo schon das Wasser in die Badewanne einlief. Es war eine beruhigende Atmosphäre, überall Kerzenlicht, ein angenehmer Duft in der Luft, gedämpftes Licht und zwei absolut relaxte Hebammen- beste Voraussetzungen also für eine schöne Geburt.
Die Zwei ließen uns kurz allein, damit wir erstmal ankommen konnten- aber dafür war irgendwie keine Zeit, denn dann ging es Schlag auf Schlag. Mit der nächsten Wehe hatte ich schon den Blasensprung, worauf die Wehen noch heftiger wurden, als ich dann endlich in die Wanne durfte und auf Entspannung und Schmerzlinderung hoffte, ging´s aber schon zügig mit den Wehen weiter und kurz darauf spürte ich schon die erste Presswehe- ich war total überrumpelt- so hatte ich mir das nicht vorgestellt! Ich war fest davon ausgegangen, dass ich noch einige Stunden Zeit hatte bis zur Geburt und jetzt schon Presswehen? Die nächsten Minuten in der Badewanne vergingen schnell und langsam zugleich- mein Zeitgefühl hatte nun endgültig den Geist aufgegeben und ich wollte einfach nur noch, dass die Schmerzen aufhörten, also versuchte ich mich immer wieder auf das zu konzentrieren, was Julia, Leonie und mein Mann mir unaufhörlich vorbeteten: „Du schaffst das, du kannst das. Der Kopf ist gleich da usw.“ Und letztendlich hatte ich es dann doch geschafft und das Gefühl der Erleichterung war riesig, als ich unser Kind endlich geboren hatte und mir Julia meine Tochter aus dem warmen Wasser auf die Brust legte.
Es ist ein Wahnsinnsmoment gewesen als die kleine Isabella auf meiner Brust lag, sie hatte die Augen geöffnet und war ganz ruhig- passte auf jeden Fall zur allgemein sehr entspannten Atmosphäre in diesem Moment. Julia saugte ihr noch schnell das Fruchtwasser aus Nase und Mund, sodass sie gut atmen konnte. Wir staunten über diesen wunderschönen Anblick unserer Tochter, die vielen Haare und den perfekten Augenblick ihrer Geburt; dann halfen mir mein Mann und Julia aus der Wanne. Alle drei wurden wir dann erstmal ins Bett gepackt, wo wir die ersten Minuten im Leben der Kleinen bewundern durften.
Ich war total überwältigt und habe die ersten Minuten erstmal nur schrecklich heulen können, da kam so viel auf einmal- die ganze Erleichterung darüber, dass ich nun doch eine Geburt im Geburtshaus erleben durfte (ich hatte nämlich schon nicht mehr dran geglaubt), das ganze Geschehen, die Schmerzen- alles musste da plötzlich rausgeheult werden, darunter auch viele, viele Tränen des Glücks und der Freude über unser neues Familienmitglied.
Anschließend kamen Julia und Leonie mit einem Geburtstagskuchen und Sekt zu uns und wir feierten nochmals die Ankunft von Isabella. Sie wurde dann auch abgenabelt, mein Mann und Leonie führten die U1 durch, meine Geburtswunden wurden genäht und wir stärkten uns mit Maultaschensuppe und geschnittenem Obst!
Bereits wenige Stunden nach der Geburt konnten wir 3 das Geburtshaus gesund, glücklich und entspannt wieder verlassen und erlebten eine unvergessliche erste Nacht mit unserer Isabella. Am nächsten Tag durfte dann auch unsere große Tochter Sophia ihre kleine Schwester begrüßen.

Wir sind so dankbar für diese Momente, die wir im Geburtshaus erleben durften, für die Fürsorge und Wärme, die Geduld und Gelassenheit der Hebammen. Nur so konnten wir die Geburt als ein wahrlich glückliches, einmaliges Ereignis erleben, an das wir uns gerne zurückerinnern. Es gab nichts negatives daran, es ist toll, dass es diese Möglichkeit zur Geburt gibt und wir sind froh, dass wir den Mut und die Zuversicht hatten, unser Kind so in die Welt zu gebären- einfach entspannt und natürlich!
Daher gilt unser Dank vor allem Julia, die nicht aufgegeben hat, als wir es schon lange getan hatten und natürlich auch Leonie- vielen, vielen Dank für eure erstklassige Arbeit! Eine Geburt sollte stets als etwas Einmaliges betrachtet werden, würdevoll ablaufen und man sollte den nötigen Respekt davor haben- das alles macht es zu etwas ganz wundervollem.

Vielen Dank an das sHebammenhaus für eine tolle Zeit in der Schwangerschaft, während und nach der Geburt!

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28.09.12

Sienna

Die letzten Zeilen gehen an die Engel vom s’Hebammenhaus

Da ich fest damit gerechnet hatte, dass unsere Tochter nach dem ET (13.10.2012) kommt, dachte ich mir nicht viel, als ich am 28.09.2012 um 2.30Uhr von menstruationsartigen Schmerzen erwachte. -Das müssen bestimmt Senkwehen sein- gut auszuhalten aber immerhin schon regelmäßig alle 10 Minuten, beschloss ich mich in die Badewanne zu legen. Linderung brachte es nicht, aber schlimmer wurde es auch nicht. Etwas irritiert, aber keinesfalls der Gedanke an eine bevorstehende Geburt, beschloss ich mich noch mal hinzulegen. An dieser Stelle ist vielleicht anzumerken, dass mein lieber Mann von alldem gar nichts mitbekam und seelenruhig schlief. Tja, an schlafen war leider nicht mehr zu denken, da die Wehen mich doch auf trapp hielten, also ging es runter ins Wohnzimmer bis 7 Uhr morgens. Mein Mann staunte nicht schlecht, als ich ihm erzählte, dass ich bereits seit halb 3 Uhr in der Nacht wach war, aber ihn mit ruhigen Gewissen in die Arbeit schickte. Um halb 10 Uhr rief ich meine Cousine an, die bereits mit ihrem zweiten Kind schwanger war und dementsprechend sich auch mit Wehen auskennen musste. Diese legte mir doch ans Herz die Bereitschaftsnummer zu wählen und mal nachzufragen. Zu diesem Zeitpunkt kam mir das erste Mal in den Sinn, dass es wirklich echte Geburtswehen sein könnten. Etwas aufgeregt rief ich dann Christina Hügel an, die mir versprach in der nächsten Stunde vorbei zukommen, der zweite Anruf ging dann an meinen Mann, der doch bitte nach Hause kommen sollte, weil es eventuell los geht. Als Christina mich untersuchte war doch tatsächlich mein Muttermund bereits 5 cm geöffnet! Ich konnte es nicht fassen, wenn überhaupt dachte ich an 2 cm! Da es mir aber zu diesem Zeitpunkt noch wirklich gut ging und die Wehen sehr gut zu veratmen waren, beschlossen wir erst ins Hebammenhaus zu fahren, wenn ich mich Zuhause nicht mehr wohl fühlte.
Das war so um 12 Uhr gewesen… bereits eine Stunde später schlugen meine Wehen um und ich wusste, jetzt wird es Zeit für s’Hebammenhaus. Da wir in Weigheim wohnen, kalkulierten wir eine Fahrzeit von ungefähr 20 min. Leider hatten wir an diesem Tag kein Glück und gerieten in einen Stau! Ich kam mir vor wie im Film. Mit meiner Erlaubnis drehte Thomas auf der Bundesstraße um und überfuhr gleich mehrfach rote Ampeln, da die Wehen zwischenzeitlich alle 2-3 Minuten sehr heftig kamen. Auf dem Beifahrersitz Platz zu nehmen, war keine gute Idee gewesen, denn ich hatte das Gefühl als käme mein Kind jeden Augenblick und so versuchte ich die gewaltigen Wehen so gut wie es nur ging sitzend und auf allen vieren kniend zu veratmen. Unglaublich froh endlich angekommen zu sein, wollte ich nur noch ins Geburtszimmer. Zu diesem Zeitpunkt war mein Muttermund bereits vollständig geöffnet. Von der ersten Minute an fühlte ich mich unglaublich wohl und sicher, so konnte ich mich meinen Wehen hingeben und ohne Angst 3 Stunden später unsere wundervolle Tochter Sienna in die Arme schließen. Die Zeit nach der Geburt war einfach unbeschreiblich. Wir hatten genügend Zeit Sienna willkommen zu heißen, Christina und Christiane bemühten sich sehr, dass es uns an nichts fehlte. Und so konnten wir um 20 Uhr als kleine glückliche Familie nach Hause fahren.

Die letzten Zeilen gehen an die Engel vom s’Hebammenhaus:

Liebe Julia,
Dir möchte ich besonders danken. Durch Deinen wunderbaren Hypnosekurs habe ich gelernt auf mich und vor allem auf meine Fähigkeiten als Frau zu hören und es geschehen zu lassen. Der Adrenalinspiegel blieb bis zum Schluss ganz weit unten :-)

Liebe Christina,
Du warst mein Fels in der Brandung und hast mich auch ohne Worte verstanden. Ich habe Dir von Anfang an vertraut und konnte so unser Kind mit Deiner tatkräftigen Hilfe in einer wundervollen Atmosphäre gebären. Danke!

Liebe Christiane,
Du kamst am Ende der Geburt dazu und ich weiß noch genau wie du sagtest: „So jetzt nimm deinen ganzen Mut zusammen und press dahin wo es am meisten weh tut.“ Schon 2 Wehen später lag Sienna in meinen Armen. Ich hätte mir keine bessere 2. Hebamme vorstellen können. Danke für Deine tolle Unterstützung und natürlich für die Nudeln in unserer Suppe ;-).

Liebe Elke,
Du warst unsere Nachsorgehebamme und wir hätten uns keine Bessere gewünscht. Wir konnten zu jeder Tages- und Nachtzeit mit dir rechnen. Deine Tipps waren Gold wert und mit Deiner Hilfe meistern wir den Alltag leichter und verstehen unser Kind besser :-). Vielen herzlichen Dank!

Es war zweifelsohne die beste Entscheidung unser Kind im s´Hebammenhaus auf die Welt zu bringen.
Daniela, Thomas und Sienna Gläser

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22.09.12

Jule

...ich war etwas skeptisch am Anfang. Das lag vieleicht auch daran, dass diese Schwangerschaft etwas kompliziert war, aber mit jedem Besuch wurde ich mir sicherer, dass es das ist was ich wollte. Ich wollte im Hebammenhaus unsere 2. Kind zur Welt bringen.

Lasst mich so anfangen, Jule ist mein 2. Kind (Geschlecht wussten wir bis zur Geburt nicht), und die Große kam im Krankenhaus zur Welt. Das war auch ok so für die 1. Geburt, aber absolut kein Vergleich. Wer schon mal in einem KH war, weiß was ich meine: laut, hektisch und man hat nicht seine Ruhe.
Naja, egal, denn nun weiß ich, dass es auch anders geht. Aber ich muss auch ehrlich sagen, ich war etwas skeptisch am Anfang. Das lag vieleicht auch daran, dass diese Schwangerschaft etwas kompliziert war, aber mit jedem Besuch wurde ich mir sicherer, dass es das ist was ich wollte. Ich wollte im Hebammenhaus unsere 2. Kind zur Welt bringen.
So lernte ich alle Hebammen kennen, und wir konnten es kaum erwarten, bis sie sich auf den Weg machte! Ein wenig Angst hatte ich schon immer noch, ob das alles so klappt, aber ich wollte es auf mich zukommen lassen. Nun hatte es unser Kind nicht sehr eilig, und ich dachte ganz oft jetzt geht es los, doch leider nicht. Der Bauch hatte zum Schluss beachtliche 115 cm und war einfach immer im Weg.
Nun kam endlich die Nacht des 22.09.2012, und ich merkte am 21.09.2012 schon das irgendwas anders war, ich war sehr nervös. Ich wachte auf und dachte, na ja es fühlte sich aber diesmal anders an - das ziehen in der Leistengegend. So hielt ich das bis um 5 Uhr aus, ging dann noch Duschen und weckte dann meine Mann. Inzwischen rief ich die Rufbereitschaft an - das war Christina. Die wiederum rief die 2. Hebamme an - das war meine betreuende Hebamme die Elke.
Elke kam, sah mich und sagte zu meine Mann heute nehmen wir sie mit Mein Mann brachte unsere große Tochter noch zu Oma und Opa und dann fuhren wir auch endlich los, denn die Wehen waren sehr heftig.
Im Hebammenhaus angekommen, durfte ich mich erst mal hinlegen. Mittlerweile war es schon 7 Uhr. Was ich ganz wunderbar fand, dass immer eine Hebamme bei mir war, das hat mir ein sicheres Gefühl gegeben. Ich hatte immer wieder Presswehen, aber es ging nicht voran (was ich bei der Großen schon hatte: ich hatte keine Lust zum Reden). Nach geschlagenen 2 Stunden, Schmerzen, Schreien, Verzweiflung gab mir Elke eine Brausetablette mit Kalzium. Das hat tatsächlich geholfen, es ging endlich was - dachte ich. Elke meinte, ich soll mal probieren, vor das Bett zu knien. So wie ich das probierte, gingen die Wehen weg. Also wieder zurück ins Bett, aber der Kopf wollte halt so auch nicht. Elke meinte, dann gehen wir mal auf die Toilette. Ich kam mir sehr blöd vor, aber ich hatte solche Schmerzen, dass ich fast alles getan hätte, Hauptsache das Kind kommt endlich. So war es dann auch - 2 Presswehen und der Kopf war da, doch unser Kind hatte so einen langen Rücken, dass die Schulter hing. Also raus zum Bett und das Bein hoch, was aber nur mit Hilfe ging und alle halfen mit.
Und so kam unser Kind um 10.29 Uhr auf die Welt. Ich war wie benommen und bekam gar nicht richtig mit, dass unsere Tochter nicht richtig atmete. Sie wurde abgesaugt und 2- bis 3-mal beatmet. Sie war ganz blau grau. Die Hebammen überlegten kurz, ob sie einen Kinderarzt dazu rufen sollten. Doch Gott sei Dank nach Ansprache von mir und meinem Mann hat sie richtig angefangen zu atmen, sie wurde rosig, und wir konnten auf den Arzt verzichten. So kam unsere Tochter zu mir auf die Brust und wir konnten kuscheln.
Elke blieb noch kurz bei uns und hat uns dann ankommen lassen. So haben wir unsere Tochter Jule Anne genannt und ich war unendlich froh, dass sie da war.
Nun noch die Nachgeburt, Nähen (leider musste das sein), Jule wiegen, anschauen und Mama musste noch was essen und trinken. Davor durften wir nicht Nachhause. Die Nachgeburt tat auch nochmal echt weh und die Nachwehen auch, gar nicht zu urteilen vom Nähen, aber wer ein Baby geboren hat, steht das auch noch durch. Das habe ich ja dann auch, dann kam Jule dran, wiegen, messen - alles ok.
Nach all dem bekam ich was zum Essen und einen Tee und mein Mann verpflegte mich. Die beiden Hebammen machten noch die Papiere fertig und dann langsam konnten wir dran denken Nachhause zu fahren. Als Überraschung kamen beide Hebammen mit Sekt und einem Törtchen und Geschenken, Jule bekam eine super grüne s‘Hebammenhaus Mützchen, Ronja unsere Große bekam ein Buch usw. Christina zog Jule an und Elke half mir mich anzuziehen, mein Mann holte das Auto direkt vors Haus. Mein Kreislauf naja war so lala, aber ich war einfach froh, Nachhause zu dürfen. Elke und Christina umarmten uns und Elke sagte dann noch bis später.
So machten wir uns auf den Weg, mit unserer Tochter Jule und keinem dicken Bauch mehr. Ich muss einfach sagen, dass ich diese Erfahrung im Hebammenhaus nicht missen möchte. Es war eine Erfahrung, die einmalig war. Die ganze Angst war einfach überflüssig. Ganz anders gesagt, würde ich nie wieder in ein KH gehen zum Entbinden. Ich kann es nur jedem empfehlen, auch die Nachsorge funktioniert einwandfrei. So ist meine /unsere Erfahrung.
Vielen vielen Dank an alle die dabei waren.

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12.09.12

Johanna

da ich weder sitzen noch liegen konnte bin ich auf "allen vieren" auf der Rückbank gekniet und hab mich an die Rücklehne geklammert (war bestimmt ein Bild für Götter für den Fahrer hinter uns)...

Angefangen hat alles Nachts um 1 Uhr (SSW 37) da bin ich von einem leichten Ziehen wach geworden, dachte mir das sind bestimmt Senkwehen ! Bei meinem letzten Termin beim Frauenarzt meinte er "Ich denke ihr Kind kommt nicht früher, sie ist noch nicht mal im Becken unten".... also machte ich mir gar keine großen Gedanken daß es an diesem Tag soweit sein könnte... hatte dann auch um 9 Uhr noch nen Termin beim FA und als ich von dem Ziehen erzählte das immer noch da war meinte er na ja der Muttermund ist 2 cm offen aber auf dem CTG sieht man nichts ich kann ihnen für heute noch keine Hoffnung machen...
Zuhause angekommen machte ich mit dem Haushalt weiter und merkte immer wieder dieses Ziehen das immer regelmäßiger und auch stärker wurde. So gegen 12 Uhr war es mir doch nicht mehr so wohl da ich ganz alleine im Haus war... also hab ich auf der Bereitschaftsnr. vom s`Hebammenhaus angerufen, Julia hatte Dienst ! ich erzählte ihr alles vom Morgen und sie meinte ich soll mal in die Wanne schauen was passiert und mich dann wieder melden... also gesagt getan... UIH ich war nicht lang drin ! die Wehen wurden wirklich heftig und ich bin kaum noch aus der Wanne gekommen ! Hab mir nur ein Handtuch umgewickelt und gleich wieder bei Julia angerufen um Alarm zu schlagen! sie sagte daß sie gleich vorbei kommen würde und dann schauen wir weiter... habe gleich meinen Mann angerufen daß er von der Arbeit nach Hause kommen soll "ES TUT SICH WAS" !!!
Als Julia und mein Mann kurz hintereinander eintrafen hing ich schon schnaufend über dem Sessel die Wehen hatten sich seit dem baden verstärkt und ich mußte schon richtig feste mitatmen...
Julia schaute nach meinen Muttermund und meinte "ja da könnte heute noch was gehen wir können Richtung Hebammenhaus fahren, ich fahr vor und lass dir Wasser in die Wanne" ich dachte wunderbar hoffentlich bald weil inzwischen war meine Atmung von schönem "mitatmen" in "richtiges tiefes "prusten" übergegangen !!! An liegen oder sitzen war die ganze Zeit nicht zu denken ich hatte einen unglaublichen Bewegungsdrang und bin die ganze Zeit hin und her gelaufen bei einer Wehe hab ich mich dann immer über den Sessel gehängt und mit dem Becken gewackelt ! das schlimmste an der ganzen Geburt waren die 15 Min. Autofahrt !!! da ich weder sitzen noch liegen konnte bin ich auf "allen vieren" auf der Rückbank gekniet und hab mich an die Rücklehne geklammert (war bestimmt ein Bild für Götter für den Fahrer hinter uns)... endlich im Geburtshaus angekommen hat uns Julia schon an der Tür in Empfang genommen ich bin noch kurz auf Toilette weil ich die ganze Zeit meinte "ich muß mal" und bin dann gleich in die Wanne gestiegen. Das warme Wasser tat sehr gut ! Ich erzählte Julia daß ich im Auto das Gefühl hatte daß unser Kind gleich rausfallen wird... sie lächelte mich an und meinte "ich wollte dich Zuhause nicht beunruhigen aber dein Muttermund war da schon ganz auf" !
Inzwischen ist dann noch Karin ins Zimmer gekommen und somit war es also soweit es konnte nicht mehr lange gehen denn aus den anderen Geburtsberichten die ich gelesen hatte wusste ich daß die zweite Hebamme meist erst dazu kommt wenn das Kind gleich kommt...
ICH KONNTE ES GAR NICHT FASSEN es waren grad mal gute 3,5 Std. vergangen (von dem Zeitpunkt an wo ich das Ziehen als Wehe bezeichnen würde) und dann ging alles ganz schnell ich bin die ganze Zeit in der Wanne gekniet und hab mich an ein Tuch geklammert das von der Decke hing so konnte ich die Wehen gut veratmen, mein Mann saß auf dem Wannenrand hat mir den Rücken massiert und konnte die Geburt prima miterleben und sehen da Julia eine Spiegelfliese auf den Wannenboden gelegt hatte !!! ich hatte glaub dann noch 4 oder 5 Wehen UND DANN WAR SIE DA !!! ES WAR EIN UNGLAUBLICHES GEFÜHL !!!
Als wir dann aus der Wanne raus waren und auf dem Bett lagen um uns zu beschnuppern kam Marina noch dazu ! Sie hat dann später mit meinem Mann zusammen Johanna gewogen, die U1 gemacht und sie angezogen (in dieser Zeit hat Julia meinen Damm genäht).

Ich bin so froh und glücklich daß wir uns für das s´Hebammenhaus entschieden haben die Betreuung war einfach spitzte ich hab mich super wohl und sicher gefühlt EIN DICKES LOB UND VIELEN LIEBEN DANK AN JULIA KARIN UND MARINA !!!

was ich abschließend noch sagen möchte ist daß es natürlich weh tut alles andere wäre gelogen aber ich hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl daß ich es nicht aushalten kann !! ein Tipp von einer lieben Freundin (selbst Mama von 3 Kinder) hat mir sehr geholfen ! sie sagte: "du darft dich nicht verkrampfen immer die Wehe zulassen, mitgehen und ganz wichtig: Hände und Stirn locker lassen" !!!
Also ihr lieben werdenden Mamas macht euch nicht verrückt es ist ein WUNDERSCHÖNES UND UNVERGESSLICHES ERLEBNIS EIN KIND AUF DIE WELT ZU BRINGEN !!!!!

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06.06.12

Marven

Ganz schön kuschelig in Mammas Bauch. Aber langsam wird es ganz schön eng, das Essen wird knapp und mein Hautschutz ist ebenfalls vom Fruchtwasser fast abgewaschen....

Ganz schön kuschelig in Mammas Bauch. Aber langsam wird es ganz schön eng, das Essen wird knapp und mein Hautschutz ist ebenfalls vom Fruchtwasser fast abgewaschen. Heute bin ich den ganzen Tag immer wieder gedrückt worden, weil meine Mama mit meinen Geschwistern ein paar Termine mit dem Auto erledigen musste.
Gegen 18.30h:
Zeit, etwas zu ändern: jetzt möchte ich die Welt da draußen kennenlernen!
19.00h – ca. 21.30h:
Meine Mama ahnt, dass ich auf die Welt möchte, denkt aber immer noch, sie könnte sich weiter um ganz normale Alltagsdinge kümmern…
Gegen 21.45h: Jetzt will sich meine Mama sogar noch gemütlich auf’s Sofa setzten. Das geht gar nicht! Ich stehe nun allein im Vordergrund, und da hat sie sich gefälligst nur noch um meine Geburt zu kümmern! Endlich ruft sie auch die Hebamme an.
Bis 23.30h:
Mein Papa hat sich erst um meine Geschwister gekümmert – bis auf meine größte Schwester schlafen sie inzwischen - und zwischendurch meiner Mama ein paar Wünsche erfüllt: den Pezziball gebracht, ein Kirschkernsäckchen warm gemacht sowie angefangen, die direkten Vorbereitungen anhand der Checkliste zu treffen. Leonie ist pünktlich bei uns eingetroffen. Sie verständigt noch Christina.
Bis 23.50h:
So Leute, mein Weg ist frei. Zuerst platze ich noch meine Schutzhülle. Mama, jetzt muss Du Dich noch mal ein bisschen anstrengen, um mich nach draußen zu schieben. 1, 2, 3, 4 Presswehen und
23.50h:
ich bin ganz auf der Welt!

23.50h – ca. 02.30h:
Mein Papa nimmt mich und wir gehen zum Bett. Da ich noch an meiner Nabelschnur hänge, brauchen wir ein wenig Zeit für die paar Meter. In so einem Handtuch kann es auch kuschelig sein! Mama lässt sich etwas Zeit, meine „rund-um-Versorgungseinheit“, die Plazenta, zu gebären. So nutze ich die Gelegenheit, alle meine Geschwister kennen zu lernen: Nathalie, die nimmt mich sogar schon auf den Arm, Marisa und Nico bewundern mich als ihren Bruder. Mit dabei ist noch Manuela, eine Freundin meiner Eltern. Sie hatte sich erst um Nathalie gekümmert, die zwar nicht direkt bei der Geburt dabei sein sollte, aber trotzdem nichts verpassen und wach bleiben wollte, und nach meiner Geburt um alle Geschwister. So hatten Leonie, Christina und mein Papa Zeit, sich um mich und meine Mama zu kümmern. Die Plazenta ist nun auch da. Jetzt kuscheln Mama und ich erst mal „in Ruhe“. Christina nimmt mich dann noch mal zu sich, um mich zu messen, zu wiegen und anzuschauen. Während alle möglichen Formalitäten von Leonie und Christina erledigt werden, liege ich wieder gemütlich bei meiner Mama auf dem Bauch. Meine Geschwister gehen zurück in ihre Zimmer. Langsam packen die Hebammen ihre Sachen zusammen und verabschieden sich. Ich schlafe nun auch erst mal ein. Morgen sind erstens noch Pfingstferien in Kindergarten und Schule und dazu noch ein Feiertag. Deshalb wird es gemütlich weitergehen.

07.06., ca. 23h:
Eben konnten sich meine Eltern auf meinen Namen einigen: ich werde MARVEN heißen.

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29.05.12

Raphael

Um 5:30 Uhr wachte unser Großer auf. Er war begeistert von den Hebammen im Wohnzimmer und vom Baby. Er wollte gleich kuscheln – es war toll sofort die gesamte Familie auf dem Sofa zu haben und dass der Große gleich den kleinen Bruder sehen konnte...

Abends bin ich ohne Wehen gegen 21 Uhr ins Bett - wir sahen noch fern und ich schlief wie immer ein. Die Wochen davor hatte ich jeden Abend bis zu 4 Stunden Wehen, teilweise im 3-Minuten-Abstand, die dann aber irgendwann von jetzt auf gleich aufhörten.

Gegen 23:00 Uhr kam unser Großer an unser Bett und war knallheiß – Fieber. Na super. Und damit bekam ich Wehen, wie jeden Abend – aber dieses Mal mit Fieberkind hatte ich einfach keine Lust darauf. Die Wehen wurden stärker und ich konnte nicht mehr liegen, sondern musste aufstehen. Ich wollte nicht, dass mein Sohn mitbekommt, dass ich nicht komplett für ihn da sein kann. Ich sagte meinem Mann, dass er sich um den Großen kümmern müsse, ich ginge wegen der Wehen ins Wohnzimmer und käme, wenn sie wieder weniger/weg sind.
23:30 Uhr war ich im Wohnzimmer und telefonierte mit meiner Schwester. Mit ihr veratmete ich ein paar Wehen und dann bat sie mich die Rufbereitschaft anzurufen. Meine Schwester nötigte mich eher dazu, ich fand es "normal", dass ich nun bei den Wehen aufstehen musste, mich abstützen musste und das Beckenkreisen den Schmerz fast wegnahm.
Ich wählte die Nummer der Rufbereitschaft und Leonie nahm ab. Gemeinsam versuchten wir zu erörtern, was ich für Wehen habe, wo ich stehe und ob sie vielleicht auch wieder aufhören. Wir haben recht lange telefoniert und dabei wurden dieWehen auch weniger. Ich hatte das Gefühl, ich habe sie wegen nichts und wieder nichts geweckt. Leonie schickte mich dann in die Wanne – mit der Betonung, dass ich nicht alleine gehen solle, sondern meinen Mann wecken müsse. Ich fand das komisch… ich war bisher doch immer bei den Wehen in der Wanne und immer alleine. Also bin ich hoch und sagte meinem Mann Bescheid, dass wir in die Wanne müssen. Als mein Mann ins Bad kam, hielt ich ihn innerlich für verrückt. Weshalb hat er sich angezogen??? Ich habe doch nur ein paar Wehen, die gehen schon wieder weg. Gesagt habe ich nichts. Also bin ich ins Wasser und schon nach 2 oder 3 Wehen bat ich ihn, Leonie wieder anzurufen – ich wollte sie hier haben. Da war es 0:40 Uhr. Leonie machte sich auf den Weg – ich wusste, dass sie ungefähr eine Stunde zu uns braucht. Das Wissen beruhigte mich – denn eine Stunde ist mit Wehen sehr schnell vorbei. Das Veratmen der Wehen ging gut. Mein Mann hat mich am Becken massiert und ich kniete in der Badewanne – so waren die Wehen sehr gut aushaltbar. Ich war einfach nur froh, dass er da war. Bei der Geburt des Großen durfte er mich nicht anfassen und schon gar nicht mit mir reden. Nun war das ganz anders. Er machte mir jede Wehe erträglich, massierte mich und redete mir ruhig zu, ich solle atmen, ruhig atmen, mich öffnen. Es war wundervoll ihn so bei mir zuhaben. Zwischendurch bat ich ihn dann noch mir die Duftlampe zu bringen mit dem Entbindungsduft. Dann zündete er noch eine Kerze vor der Haustür an, steckte den Schlüssel von außen an die Haustür und schrieb Leonie einen Zettel, dass wir im Bad seien. Ich kann gar nicht sagen, wann ich begriff, dass unser Kind unterwegs ist.
Zwischendurch beruhigte mein Mann noch den Großen, der fiebernd aus dem Bett kam. Mich brachte das zum Glück nicht aus den Wehen, ich konnte weiterhin gut veratmen, auch alleine war es noch erträglich. Ich merkte die Zeit nicht. Ich wunderte mich irgendwann nur, weshalb das Wasser kalt sei. Mein Mann meinte, ich sei jetzt schon eine Stunde in der Wanne – gut, dann darf es kalt werden. Zweimal ließ ich warmes Wasser nachlaufen.
Um kurz vor 2:00 Uhr kam Leonie. Sie ging erst mal mit ins Bad und schaute mir einfach zu. Es war angenehm, sie so ruhig da sitzen zu sehen, ohne Anspannung. Das gab mir nochmal Sicherheit. Schon bald wollte ich aus der Wanne raus. Die Wehen wurden arg, teilweise ohne Wehenpause – 3 Wehen hintereinander ohne den „Normalzustand“ dazwischen.
Ich wollte runter ins Wohnzimmer und mich an das Tragetuch hängen. Und ich wollte wissen, wie weit der Muttermund ist. Ich konnte gut aus der Wanne klettern, Leonie hat mich abgetupft und mir beim Anziehen geholfen. Das Runterlaufen ging sehrgut. Vor der Treppe eine Wehe, danach wieder eine...
Unten ging ich sofort zum Tragetuch und versuchte wie es mir am angenehmsten ist. Am Tragetuch hängen ging gar nicht, ich habe mich mit den Unterarmen an der Rückenlehne des Hängesessels abgestützt, der zum Glück auch noch am Haken hing.Während der nächsten Wehe platze die Fruchtblase. Ich bat Leonie nach dem Muttermund zu schauen. Da die Wehenabstände so kurz waren, brauchte sie mehrere Anläufe. Ich hatte Angst, dass sie sagt:"2cm". Aber von ihr kam ein wunderbares: "8cm". Mein Mann breitete währenddessen Folien aus, legte Laken aus und machte alles soweit fertig.
Die Wehen wurden sofort heftiger und ich hatte das Gefühl pressen zumüssen. Leonie meinte, ich solle atmen, nicht pressen. Es sei noch nicht soweit. Sie fragte mich, ob sie eine Hebammenschülerin dazu rufen dürfe. Klar, aber die schafft es doch gar nicht mehr, bis das Kind kommt! Die zweite Hebamme, Elke, wurde auch angerufen und ich presste währenddessen - immer mit den Worten von Leonie im Ohr: Atmen! Während Leonie telefonierte hielt sie meine Hand.
Ich musste pressen... und ich merkte den Kopf und wollte tasten. Leonie ging hinter mich um beim Kind zu sein, mein Mann hielt meine Hand weiter. Als der Kopf geboren war, merkte ich, wie sich das Baby wand und bewegte. Leonie bat mich nochmal zu pressen, ich schob etwas und das Kind war da. Für den obligatorischen Dammschutz-Kaffee war keine Zeit mehr.
Vom Muttermund-Befund bis zum geborenen Baby vergingen nur etwa 10 Wehen. Um 2:59 Uhr erblickte unser Baby das Wohnzimmerlicht.
Das Baby hat kurz einen Ton von sich gegeben und war aber gleich ruhig und zufrieden. Wir kuschelten uns auf das Sofa und begrüßten unseren Sohn ganz in Ruhe. Das Stillen klappte auf Anhieb ... perfekt.
Unser Sohn trank lange und schlief dann ruhig und zufrieden ein.
Um 5:30 Uhr wachte unser Großer auf. Er war begeistert von den Hebammen im Wohnzimmer und vom Baby. Er wollte gleich kuscheln – es war toll sofort die gesamte Familie auf dem Sofa zu haben und dass der Große gleich den kleinen Bruder sehen konnte.
Vielen Dank an s’Hebammenhaus und vor allem an Leonie für dieses wunderbare Erlebnis!

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04.04.12

Mara

Ich habe die ganze Geburt rückblickend als sehr entspannt und unhektisch empfunden. Vor allem war genug Raum für mich und das was mein Körper machen wollte vorhanden.

Über die Geburt selber hatte ich mir nie Gedanken gemacht, bis meine Mutter einmal zu mir meinte: „Du wirst in ein Geburtshaus gehen oder? In Villingen gibt’s eins, da war die Simone auch.“(Simone ist die Frau meines Cousins). Da für mich von Anfang an da ich mich mit dem Thema Geburt auseinandersetzte, klar war, dass ich nicht in einer Klinik entbinden möchte, informierte ich mich im Internet über das Geburtshaus und machte einen Termin aus. Ich fühlte mich in den Räumlichkeiten sofort wohl und nach einer Weile auch mit den Hebammen. Da mein Freund einer außerklinischen Geburt etwas skeptisch gegenüber stand, beschloss ich, dass ich auch einen Kreißsaal anschauen würde (...), doch für mich war das einfach nicht das Richtige.
Mein Kind ließ sich etwas Zeit, aber wirklich Angst, dass die Geburt doch noch in der Klinik enden würde hatte ich nicht. Ich dachte, dass das Kind das schon richtig machen wird alles. Ich fing an alles mögliche wehenfördernde Zeugs zu tun, und am Tag vor der Geburt arbeitete ich die ganze Zeit fröhlich um das Haus herum. Abends beim Staubsaugen bemerkte ich ein sich wiederholendes Ziehen im Bauch. Ich hatte schon öfter ein Ziehen verspürt, das war aber immer wieder weggegangen und auch nicht regelmäßig. Aber dieses Ziehen weitete sich aus und wurde immer regelmäßiger. Am nächsten Morgen hatten wir noch einen Vorsorge-Termin, aber wir gingen noch einmal nach Hause. Um viertel vor sechs wollte ich dann doch aufbrechen, da die Wehen schon recht heftig und in kurzen Abständen kamen. Um viertel vor Sieben waren wir dann im Hebammenhaus, und anderthalb Stunden später war unsere Tochter auf der Welt. Julia hat mich die ganze Zeit genau das machen lassen, was ich wollte und sich eigentlich überhaupt nicht eingemischt. Ich habe auf meinen Körper vertraut, der sich schon die ganze Schwangerschaft über so tapfer bewährt hatte. Mein Freund half mir sehr gut, worüber ich auch sehr dankbar bin. Ich habe die ganze Geburt rückblickend als sehr entspannt und unhektisch empfunden. Vor allem war genug Raum für mich und das was mein Körper machen wollte vorhanden. Ich würde auf jeden Fall wieder die Hilfe der Hebammen vom Hebammenhaus in Anspruch nehmen. Diese Geburt war einfach perfekt. Ich würde nichts daran ändern wollen! (...)Vielen, vielen Dank dafür!

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11.02.12

Anton

Es gehört etwas dazu, gegen, milder ausgedrückt neben, etablierten, institutionalisierten Einrichtungen eine Sache nur aus sich selbst heraus und für sich selbst zu tun. Dem Hebammenhaus Villingen verdanken bei uns Mutter und Kind eine - neben dem natürlichen - stressfreie Geburt. Großer Stein im Brett.

Ich hatte seit Mitternacht starke Wehen, und weil es meine erste Geburt war und ich mit 43 Jahren nicht mehr die Jüngste, rechnete ich mit noch etlichen Stunden mehr. Ich war daher unsicher, ob wir nicht voreilig aufgebrochen waren. Es war halb fünf Uhr nachts.
Natürlich wusste ich, dass wir nicht nur willkommen, sondern erwartet waren, und die Kerze im Fenster zeigte uns den Weg. Trotzdem fremdelte ich zunächst mit dem Ort, den ich ja nun unter neuen Bedingungen betrat.

Katja führte uns in den Geburtsraum, ich setzte mich aufs Bett, und Peter, mein Mann, und Jane, meine Freundin aus Jugendtagen, standen ein wenig unschlüssig umher. Sie gingen dann erst einmal rauchen, während Katja sich nochmal den bisherigen Verlauf berichten ließ und Antons Herztöne abhörte. Die waren in Ordnung. Und Katja schien auch überhaupt nicht überrascht, dass die Wehen mit der Fahrt seltener und schwächer geworden waren. Mir dagegen war das peinlich und mir war, als müsste ich mich dafür entschuldigen. Ich glaube, ich saß wie eine arme Sünderin auf dem Bett, und ich hoffte, die Wehen würden recht bald zurückkommen und mein Drängen rechtfertigen. So saßen wir, redeten und warteten, das Kerzenlicht war gedämpft und genauso unsere Stimmen.
Es ergab sich, dass ich da weitermachte, wo ich auf dem heimischen Sofa aufgehört hatte - auf dem Bett zur Seite in den Kissen ruhend während der Pausen, und aufrecht knieend, die Ellbogen auf den Sims gestützt, die Wehen veratmend. Ich bemühte mich, die Bewegungen möglichst klein und schonend zu halten. So gelagert musste ich nicht allzu lange auf die Rückkehr der Wehen warten. Recht bald waren sie wieder so häufig und stark wie vor Aufbruch.
Mir wurde warm, und ich zog Pulli und Jeans aus. Rollkragen und Strumpfhose behielt ich an und musste also nicht frieren, dennoch blieb eine innere, schüttelfrostartige Anspannung bestehen, wie eine Warnung, dass irgendetwas noch nicht stimmte.

Katja fragte, ob ich ein Bad nehmen wolle.
Ich brauchte nicht lange drüber nachzudenken. Ja, ich wollte.
Ich erwartete nur eine Weile im Wasser zu bleiben und dann wieder aus der Wanne zu steigen und auf dem Trockenen die Geburt zu vollenden. Ein Bad könnte mir die Zeit bis dahin immerhin leichter und kürzer machen, dachte ich.
An eine Wassergeburt hatte ich aber nie gedacht.
Das Wasser lief ein, und ich konnte es kaum mehr abwarten, es schien ewig zu laufen. Ich war so froh, als Katja sagte, ´Du kannst jetzt!". Flugs war ich ausgezogen und im Wasser.

Ich wusste sofort: jetzt bin ich angekommen! Jetzt stimmt alles!
Das war es: Wasser!
Schlagartig löste sich die Anspannung. Der Schüttelfrost, das innere Beben - wie weggeblasen. Ich schien mich in alle Richtungen zu dehnen, und plötzlich konnte ich mich wieder bewegen und war nicht auf die zaghafte Drehung von Po auf Knie und zurück beschränkt.
Ich wusste, ich würde nicht mehr aufstehen. In dieser Wanne würde ich lange bleiben. Aus dieser Wanne würde ich erst mit Kind wieder aussteigen. Nirgends stieß ich an, das Wasser trug mich, und mein Körper bestrafte nicht jede Berührung mit Schmerz.
Die Wehen ließ ich erst bäuchlings schwebend kommen, mal legte ich auch ein Bein auf den Beckenrand, und mal den Kopf. Und in den Pausen ruhte ich mit dem Kopf auf einem Polster, immer fest gehalten von Peter.

Es verblüfft mich noch immer, dieser krasse Wechsel von starkem Schmerz und Entspannung. Andere Schmerzen ziehen langsam ab, klingen nach und lassen immer wie eine Mahnung den Hauch einer Erinnerung zurück. Die Wehen aber kündigten sich an, so dass ich Zeit hatte, mich darauf einzustellen, und sie gingen unvermittelt, waren einfach weg und so spurlos verschwunden, als wären sie nie dagewesen. Wehen, fand ich, sind so gesehen freundliche Schmerzen.
Das Gute an diesem Schmerz ist ausserdem, dass man weiß, woher er kommt, und dass er nicht mit Verzweiflung und Angst, wie bei Krankheit oder Unfall, verbunden ist, sondern mit etwas Schönem. Dies Wissen macht den Schmerz so annehmbar. Wozu sich wehren?
In der ganzen Zeit hatte ich mich noch nicht ein einziges Mal gegen den Schmerz gestellt. Mein Körper spannte nicht mehr an, als er musste, und er tat dies ohne mein Zutun und nicht von mir daran gehindert. Ich wusste, dass ich bis zum Schluß gut würde aushalten können.
Auch die Angst, ich würde nicht atmen können im Schmerz, stellte sich als unbegründet heraus. Es ließ sich ganz problemlos atmen, tief in den Bauch und nach unten aus,;alles nach unten, unten unten - nach unten atmen, nach unten stöhnen, nach unten denken und fühlen. Und in den Pausen konnte ich den Schmerz so restlos vergessen, dass ich mich gut erholen und neue Kraft für die nächste Wehe schöpfen konnte.
Ich stellte mir vor, wie der Muttermund sich öffnete, wie ein Ring, der an seiner Naht immer weiter aufging. Ich stellte mir vor, wie sich alles weitete und das Baby sich in den Geburtskanal senkte. Vielleicht stellte ich mir alles ganz falsch vor, aber das machte nichts - die Bilder halfen mir, so anatomisch verkehrt sie gewesen sein mochten.

Die Intensität der Wehen steigerte sich von Mal zu Mal, und nur einen Moment war ich ein wenig verzagt, als ich "oh je" sagte. ´Oh je´ - was würde da noch alles kommen.
Irgendwann - mein Zeitgefühl hatte mich verlassen, aber ich sah, dass es langsam dämmerte - meinte Katja, wenn ich das Gefühl hätte, nachhelfen zu wollen, mit einer Wehe mitschieben zu wollen, dann könne ich das jetzt tun.
Ich war überrascht. Was, so weit waren wir schon?
Ich durfte pressen. Eine wilde Freude durchfuhr mich: Jetzt bringe ich mein Kind zur Welt!
Ich presste. Es tat weh, und es war wunderbar. Dieser Schmerz ließ sich gut leiden. Etwas Ekstatisches lag darin. Dies war mein Moment, meiner und Antons, und uns beiden war jede Schamlosigkeit und jede Skrupellosigkeit erlaubt. Ich brüllte wie ein Stier, mit jeder Wehe mehr. Ich brüllte mir den Schmerz nach unten und aus dem Leib und half meinem Baby auf seinem Weg. Jane und Peter saßen vor mir, reichten mir das Wasserglas, wenn ich trinken wollte, hielten meine Hand oder ich deren Schenkel, und an ihnen zog ich mich mit den Wehen hoch. In den Pausen ließ ich mich entspannt zurücksinken.
Ich spürte, wie der Schmerz sich steigerte, die Wehen immer stärker wurden, und mein Brüllen erst lauter, kräftiger, dann kehliger wurde. Ich zog mich immer höher, beugte mich bisweilen halb aus der Wanne, Katja ließ Wasser nachlaufen, und ich schob, so gut ich konnte.
Die Pausen waren verblüffend lang, und wenn ich versuchte, die nächste Wehe herbeizupressen, dann spürte ich, wie sie halbgar blieb und wirkungslos. Es ließ sich also nicht erzwingen.
Irgendwann schienen sich die Wehen auf einem Level eingependelt zu haben, auf dem sie nicht stärker und nicht schwächer wurden, und in dem sich nichts weiter bewegte. Ich konnte, wie Katja es mich hieß, hinfassen und den Kopf spüren. Da war eine unglaublich weiche, wie geleeartige Kuppel zwischen meinen Schenkeln. Das also sollte der Kopf sein? Wenn ich presste, schob er sich nach vorn, und wenn die Wehe vorbei war, zog er sich wieder zurück. Und so schien das nun ewig gehen zu wollen, vor und zurück, vor und zurück.
Ich wollte die Spannung halten, den Kopf vorn halten bis zu nächsten Wehe, und von dort aus weiterschieben. Aber es ging nicht. Mit der Pause zog sich die Kuppel wieder zurück.
Es schien mir, als würden die Wehenpausen länger; das beunruhigte mich. Und ausserdem sorgte ich mich, ob mir wohl die Kraft ausging. Ich fühlte mich nicht erschöpft, schien aber auch nicht zu einer Steigerung in der Lage, und den Presswehen fehlte offenbar ein letztes Quentchen Kraft.
Oder Mut.
War es Furcht? Der Druck war gewaltig, und im Pressen war der Schmerz so enorm, dass ich mir nicht vorstellen konnte, diesen noch zu steigern. Hielt ich deshalb zurück?
Katja brachte mir eine Calciumlösung und empfahl mir, mal die Stellung zu wechseln.
Die Fruchtblase war noch nicht geplatzt. Ich fragte Katja, ob das, was ich ´da unten´ spürte, vielleicht nicht der Kopf, sondern die Fruchtblase war; es war doch auch so weich, so glitschig, so gar nicht wie ein Schädel. Ich fragte, ob man die Fruchtblase, so es denn die wäre, nicht anpieksen könne. Wie einen Luftballon, der dann in sich zusammenschnurrte. Ich stellte mir vor, wie das Volumen, das es durch die Öffnung zu schieben galt, dadurch vielviel kleiner würde. Aber Katja erklärte mir, dass das Wasser darin zur Seite verdrängt würde, die Fruchtblase den Geburtsverlauf weder verlangsamte noch erschwerte, und sie vielmehr ein Schutz sei. Anpieksen könne man, natürlich, aber wozu? Sie bot an nachzusehen, aber ich verstand auch so. Das war also keine Lösung. Ich streckte mal ein Bein, drehte mich mal hierum und darum, und es ging vor, und zurück, und vor, und zurück.
Dann rief ich im Geiste Werner, meinen einst geliebten, aber jung gestorbenen Bruder, von dem Anton seinen Zweitnamen hat, und meine Cousine Gaby zu Hilfe. Die hatte nur wenige Tage zuvor in einem Telefonat gemeint, "ich beneide Dich. Ich hätte gerne mal eine Geburt erlebt. Erzähl mir, wie´s war, und schick mir von den Schmerzen, wenn´s Dir zuviel wird. Ich nehm Dir was ab."
Die beiden, die sich zu Werners Lebzeiten auch in herzlicher Freundschaft verbunden waren, würden mir drücken helfen; gemeinsam würden wir es dann schon schaffen.
Und so war es dann auch.
Natürlich war das nur ein dummer und billiger Trick, ein Selbstbetrug und äußerst bescheuert dazu. Das war mir im selben Moment klar. Aber in Extremsituationen war auch Bescheuertes erlaubt.
Dann lag ich mit dem Rücken zum Fenster, hinter mir Jane, die bald darauf den Platz mit Peter tauschte. Der hielt mich hoch und ich klammerte mich beim Pressen an ihm fest. Mit jeder Wehe kam ich ein bisschen höher.
Einmal umfasste ich auch Katjas Unterarm und war selbst erstaunt über diesen Impuls. Sie aber sah mich an, direkt und ruhig, und mit einem Blick, in dem nicht nur keine Überraschung, sondern vor allem Verstehen lag - ich war sicher nicht die Erste, die sich mal an ihr festgehalten hatte.
Überhaupt war Katja von wunderbarer, ruhiger, zurückhaltender, souveräner Präsenz. Sie war da und beruhigte mit ihrem unaufgedrängten Wissen, aber sie mischte sich nicht ein, wo ich alleine zurechtkam. Sie war die Meisterin im Hintergrund, ließ mich die Herrin des Geschehens sein und der Geburt ihren ihr eigenen Verlauf. Der war somit absolut stressfrei.
Es ist nicht hoch genug zu bewerten.
Elke, unsere Nachsorgehebamme, gesellte sich dazu. Sie und Katja, sowie Jane zur Seite, und Peter hinter mir - so, spürte ich, so würde es gehen.
Wie lange es noch dauerte, könnte ich nicht mehr sagen. Nicht mehr allzu lange, glaube ich.
Vorn, wo die Klitoris sitzt, brannte es fürchterlich, das ließ mich zaudern, aber es gab nun kein Zurück mehr. Ich glaube, wir drückten alle gemeinam, die An - und die Abwesenden, fester und immer fester, und bei einer der folgenden Wehen platzte die Fruchtblase. Der Kopf - so stelle ich es mir zumindest vor - schoss nach vorn, und ich spürte ein Ratschen. Ich ahnte, dass ich gerissen war, und ich wunderte mich, weil es genau so war, wie man mir häufig erzählt hatte, wie ich es mir aber nicht hatte vorstellen können: dass man das Reißen gar nicht spürte, zumindest nicht als Schmerz. Ich spürte es als mechanischen Vorgang, aber tatsächlich war alles so unter Spannung, dass das Reißen selbst nicht wehtat.
Jemand jubelte, ´er kommt, der Kopf kommt´, und ich blickte nach unten ins Wasser. Ich ahnte mehr, als dass ich es sah, die dunkle Wölbung zwischen meinen Schenkeln. Euphorie kam auf; fast war es geschafft! Es sollte noch ein paar Wehen mehr dauern, das Brennen war schier unerträglich, aber dann wagte ich es doch, zog mich an Peters Schulter hoch, holte tief Luft, brüllte noch lauter und presste noch ein bisschen mehr - und da kam der Kopf, ich spürte, wie die größte Wölbung sich durchschob, die Spannung nachließ, als es zum Hals hin wieder enger wurde, jemand rief ´der Kopf ist da´, eine Erregung erfasste alle, und Jane sagte verwundert ´die Hände sind ja auch schon draussen!´, und das spornte mich an, so dass ich nicht nachließ, weiterpresste und brüllte, als ginge die Luft niemals aus, und dann war ein großes Flutschen, das erst gar nicht aufhören wollte, Peter rief aufgeregt "er kommt", und, als das Flutschen dann doch auf einmal aussetzte, ohne Pause "er ist da, Beate, er ist da!"
Und ich blickte ins Wasser und sah ein ein kleines, graues Wesen zappeln und Katja fasste hinein, wickelte die Nabelschnur vom Hals, hielt es bäuchlings hoch, die Arme und Beine hingen nach unten, ich hörte ein kurzes, klagendes, fragendes Weinen, und Katja legte mir Anton an die Brust, tauchte ein Handtuch ins Wasser und hüllte es um den kleinen Leib.
So hielt ich, morgens um dreiviertel neun, unseren Sohn im Arm.

So schnell war das jetzt gegangen, dass ich gar nicht darauf gefasst war.
Ich freute mich, oh ja, ich freute mich sehr.
Aber ich hatte immer mit einer Freude gerechnet, die einer Art Rausch glich:
"So gut hast du dich noch nie gefühlt", "wie eine Königin", "..diese unglaubliche Power", "das Beste, was Du je erlebt hast", "ein ganz unglaubliches Glück", " Du fliegst". Die schwärmerischen Prophezeiungen ließen nur Superlative erwarten.
Was hatte ich mir vorgestellt? Ich wusste es selbst nicht. Dass alle pränatale Freude, alle Glücksgefühle, sich zusammentäten zu einem großen Gefühl, das mich wegtrüge, das die Macht hätte, mich über mich selbst emporzuheben, das mich ´high´ sein ließ?
Ich hatte auf sofortiges Erkennen gewartet; man blickt das Kind an und weiß - "ja, Du bist´s."
Stattdessen brachte ich dies winzige, zarte Geschöpf überhaupt nicht mit dem zusammen, was monatelang in mir gestrampelt, an das ich mich beim Yoga und in meinen Tagträumen gewandt hatte.
Natürlich freute ich mich, war glücklich, und die Schmerzen waren auch augenblicklich vorbei und vergessen. Nichts interessierte mehr als dieses Menschlein im Arm, das klein und glitschig wie ein Fisch an meiner Brust zitterte, und das bestimmt genauso überrascht und aufgeregt war wie ich. Und stolz war ich, stark fühlte ich mich; ohne falsche Bescheidenheit konnte ich mir bescheinigen, das gut gemacht zu haben.
Aber diese anscheinend so megaspitzensupertolle Glückseligkeit kam nicht.
In meiner Brust teilten sich Zuversicht, Erleichterung, Stolz, Freude und auch Angst den Raum. Im Arm hielt ich ein fremdes Wesen, dessen Bedürfnissen ich nichtsdestotrotz gerecht zu werden hatte.
Dieser kleine Kerl von einem anderen Stern machte mich mit sofortiger Wirkung zur Mutter. Eine Ahnung, wie grundlegend anders das Leben als solche nun wäre, wie neu die Regeln, denen es unterworfen war, flog mich an.
Natürlich war schon vor der Geburt Elke vom Hebammenhaus zu uns nachhause gekommen, hatte vorbereitende Gespräche geführt und die Ausstattung besprochen. (Aus der Zeit danach ist sie überhaupt nicht wegzudenken). Aber weil ohne Baby jedes Gespräch darüber ist wie Trockenschwimmen, war dennoch alles fremd, und ich befürchtete, nicht vorbereitet und allem nicht gewachsen zu sein.

Die ungetrübte Glückseligkeit kam zwei Tage später, nachdem das Stillen zum ersten Mal so richtig geklappt hatte, das erste Wochenbettchaos überstanden war und kurze Momente der Ruhe einkehrten.
Vielleicht - überlege ich manchmal - wenn ich´s nochmal zu tun hätte: das Wochenbett würde ich anders organisieren.
Eines aber würde ich ganz bestimmt nicht anders machen:
Die Geburt würde ich ganz genauso angehen. Und auf jeden Fall im Hebammenhaus.
Es war wunderbar.
Nur eines vielleicht: beim nächsten Mal würde ich früher zu den Hebammen gehen.

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27.01.12

Lena

4 Stunden später verließen wir das Hebammenhaus und legten uns, zu Hause angekommen und auf den Rat der Hebammen, zu dritt ins Bett und schliefen erst einmal 3 Stunden.
(Lenas jüngere Geschwister sind zuhause geboren !)

Die Entscheidung unser Baby im Hebammenhaus zu bekommen fiel, als wir bei einem der Infoabende waren und das erste Mal die Geburtszimmer sahen. In solch einer tollen Atmosphäre gebären zu dürfen, konnten wir uns einfach gut vorstellen und da ich keinerlei Beschwerden in der Schwangerschaft hatte, ist dies auch so geschehen.
Es war für mich ein ganz normaler Tag mit den üblichen Vorwehen, 11 Tage vor dem Geburtstermin. An diesem Tag hatte ich nochmals die gesamte Wohnung geputzt und bin dann noch ins Hebammenhaus zur Akupunktur gelaufen. Die Wehen waren über Mittag etwas stärker geworden, kamen aber nicht regelmäßig. Heike gab mir dann den Tipp, mir ein Lavendelbad zu gönnen und wenn die Wehen dann noch anhalten würden, könnte es irgendwann losgehen. Da ich sowieso sehr müde und kaputt war nach dem Tag stieg ich um 18:00 Uhr in die Badewanne. Da bemerkte ich, dass der Bauch doch ziemlich regelmäßig hart wurde. Mein Mann stoppte dann die Zeit und wir stellten aufgeregt fest, dass ich alle 10 bis 12 Minuten Wehen hatte. Mein Mann ist trotzdem ganz normal ins Fußballtraining gegangen und ich hatte es mir erst einmal auf der Couch bequem gemacht- irgendwie konnte ich es noch nicht fassen. Bis 21:30 Uhr stoppte ich fröhlich die Zeit und entschied mich dann, im Hebammenhaus Bescheid zu geben. Gesagt, getan – Christina gab mir gleich ein sicheres Gefühl und sagte, ich solle mich sofort melden, falls ich ins Hebammenhaus kommen wolle. Ich fühlte mich zu Hause aber sehr wohl. Die Wehen wurden ziemlich schnell stärker, kamen allerdings noch immer nur alle 10 Minuten, als ich um 0:30 Uhr dann erneut Christina anrief. Ich entschied mich trotzdem dazu noch zu Hause zu bleiben und abzuwarten. Mein Mann überredete ich, sich doch noch ein wenig hinzulegen. Um 4:30 Uhr war es dann soweit und die Wehen kamen alle 3-5 Minuten. Also rief ich Christina erneut an, weckte meinen Mann und wir verabredeten uns ins Hebammenhaus. Von da an, ging alles relativ schnell. Der Raum war gemütlich zu recht gemacht und warmes Kerzenlicht erhellte leicht den Raum. Ich fühlte mich sofort sicher und wohl, da platzte auch schon die Fruchtblase und die Presswehen fingen an. 2,5 Stunden später war unsere Tochter Lena geboren. Natürlich gab es auch einen Moment, als ich dachte - das schaffe ich nicht. Mit der nächsten Wehe, 2 Minuten später, war unsere Süße dann da. Es ist kaum in Worte zu fassen, aber die ganze Zeit über fühlten wir uns so aufgehoben und herzlich betreut, dass das Glück wirklich perfekt war. 4 Stunden später verließen wir das Hebammenhaus und legten uns, zu Hause angekommen und auf den Rat der Hebammen, zu dritt ins Bett und schliefen erst einmal 3 Stunden.
Wir würden uns jederzeit wieder für die Geburt im Hebammenhaus entscheiden. Denn das wichtigste ist wohl wirklich, dass man sich sicher, gut und wohl an dem Ort fühlt, an dem man sein Kind zur Welt bringt- das natürlichste der Welt und wohl das schönste Geschenk, dass man bekommen kann. Ein großes Dankeschön an unsere Hebammen Christina und Leonie! Ihr seid spitze!

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24.01.12

Hanna

Ich las einen Artikel über Hausgeburten und war gefesselt von diesem Gedanken. Früher kamen Kinder auch zuhause zur Welt, in gewohnter Umgebung, ohne den ganzen Klinikstress – für mich die perfekte Lösung.

Schon vor meiner Schwangerschaft habe ich mich über Entbindungsmöglichkeiten informiert, da eine Entbindung im Krankenhaus für mich nicht vorstellbar war. Ich las einen Artikel über Hausgeburten und war gefesselt von diesem Gedanken. Früher kamen Kinder auch zuhause zur Welt, in gewohnter Umgebung, ohne den ganzen Klinikstress – für mich die perfekte Lösung. Außerdem erfuhr ich vom s´Hebammenhaus, welches für mich ebenso in Frage kam wie eine Hausgeburt. Alle Hebammen, mit denen ich sprach, befürworteten eine Hausgeburt und bestärkten mich in der Umsetzung. Mein Mann stand von Anfang an hinter mir und unterstütze mich.

Die Vorsorgetermine habe ich im Wechsel im s´Hebammenhaus und beim Frauenarzt wahrgenommen und den Vorbereitungskurs im s´Hebammenhaus besucht. Bei allen Terminen hat man wertvolle Tipps und Informationen bekommen – ein tolles, kompetentes und wertvolles Team!
Am 23.01. war ich bei Julia zum „Windelfrei“-Vortrag und wir haben danach noch über meine letzten Schwangerschaftswochen gesprochen. Wir stellten fest, dass ich die Rufbereitschaftsnummer noch nicht habe und sie meinte nur „Willst du sie heute haben oder reicht es dir morgen Abend beim Vorsorgetermin?“ – „Reicht morgen, so schnell kommt unser Kind ja nun auch wieder nicht!“ –„Naja, falls doch, hast du hiermit die Erlaubnis mich auf dem Handy anzurufen!“.
Ich fuhr nach Hause und aß mit meinem Mann zu Abend. Bald darauf sind wir ins Bett gegangen und ich schlief schnell ein. Gegen drei Uhr nachts bin ich aufgewacht und zur Toilette gegangen, war dann hellwach und wollte meinen Mann nicht mit meiner Unruhe aufwecken, also bin ich auf die Couch ausgewandert. Gegen halb sechs morgens hatte ich das Gefühl unbedingt duschen zu müssen. Als mir das heiße Wasser den Rücken runterlief merkte ich plötzlich heftige Wehen und dachte „Übungswehen sind doch gar nicht so schmerzhaft oder?“ Bin dann schnell aus der Dusche, habe mich abgetrocknet und Elke (meiner Wochenbetthebamme) eine SMS geschrieben. Wir telefonierten und in dem kurzen Gespräch fragte sie nur, wie stark meine Wehen seien „sie sind schon sehr schmerzhaft!“. Elke versicherte mir, gleich loszufahren und nach mir zu sehen. Etwa zehn Minuten später kam sie, mein Mann öffnete die Tür und ich war erleichtert sie zu sehen. Sie half mir die Wehen zu veratmen, da ich zwischenzeitlich das Gefühl hatte, nicht mehr richtig zu atmen, weil die Wehen so schnell aufeinander kamen. Elke informierte Julia (die noch an einen Scherz dachte und sicher noch unser Gespräch vom Vorabend im Kopf hatte), welche sich dann ebenfalls auf den Weg zu uns machte.
Elke beauftragte meinen Mann, die Badewanne zu füllen. Ich freute mich auf das warme Wasser und konnte es kaum erwarten in die Wanne zu dürfen. Im warmen Wasser konnte ich die Wehen besser veratmen und mich auf das Kind konzentrieren. Dann kam Julia dazu, schaute mich an und wir mussten über die Situation und das Gespräch am Abend zuvor lachen.
Es folgte wieder eine Wehe und die beiden Hebammen beobachteten mich, schauten sich an und sprachen ohne große Worte ab, was zu tun war. Ich habe in mich gelauscht, Presswehen verspürt und fragte kleinlaut „Darf ich überhaupt schon pressen?“. Ein Nicken bestätigte mir: ich durfte. Keine der beiden Hebammen gab Anweisungen oder sagte was ich tun muss. Es durfte einfach geschehen.
Fünf Presswehen später um 08.11 Uhr erblickte unsere Tochter das Licht der Welt in der heimischen Badewanne. Nach kurzer Zeit wurden wir ins Bett gebracht, um uns ausgiebig anzuschauen und unsere Tochter auf dieser Welt zu begrüßen. Nachdem die Plazenta geboren und die Nabelschnur auspulsiert war, durfte mein Mann die Nabelschnur durchtrennen. Unsere Tochter wurde versorgt und neben uns im Bett vermessen und gewogen. Elke und Julia waren ruhig und entspannt, was sich auch auf uns auswirkte. Nach ein paar Stunden verabschiedeten sich beide und wir erholten uns weiter von dieser raschen Geburt. Elke kam noch zweimal an diesem Tag und sah nach uns beiden, nahm sich Zeit für uns und unsere Fragen.

Wir möchten uns für diese tolle Erfahrung und die super Betreuung bedanken. Beide Hebammen strahlten Ruhe aus, haben die Geburt geschehen lassen ohne unnötig einzugreifen und haben diesen Tag einmalig werden lassen! Bei einem zweiten Kind würden wir es wieder ganz genauso machen. Vielen vielen Dank!

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22.01.12

Magdalena

"Der Wind bringt's Kind" heißt es im Volksmund und so wunderte es mich nicht, dass in einer stürmischen Nacht gegen 3.30 Uhr die Fruchtblase platzte.

"Der Wind bringt's Kind" heißt es im Volksmund und so wunderte es mich nicht, dass in einer stürmischen Nacht gegen 3.30 Uhr die Fruchtblase platzte. Ausgerechnet in dieser Nacht war mein Schatz nicht daheim, da sein Fasnetsverein dessen große Geisternacht veranstaltete. Also erstmal ihn nach Hause gerufen, dann die Hebammennummer angeklingelt. Da ich aber noch keinerlei Wehen hatte riet man uns einfach noch zu ein paar Stunden Schlaf, um für die Geburt ausgeruht zu sein.
Irgendwann gegen 10 Uhr, ich hatte inzwischen leichte regelmäßige Wehen, beschlossen wir ins Hebammenhaus zu fahren, da ich mich zu Hause einfach eh nicht mehr wohlfühlte. Dort angekommen nahm uns Katja in Empfang und meinte aber ziemlich bald, es könnte wohl noch etwas dauern. Die Wehen setzten irgendwann auch fast ganz aus und so wollten wir sie mit einem Bad wieder anregen. Allerdings passierte das Gegenteil, die Wehen waren weg und mein Kreislauf verabschiedete sich auch in den Keller. Nachdem er wieder stabil war, wollte uns Katja nach Hause schicken, doch da ging es auf einmal los. Jede Wehe wurde heftiger, der Muttermund war fast offen und ich immer unruhiger. Keine Stellung wollte mir richtig behagen. Als zweite Hebamme kam jetzt Christiane dazu, gemeinsam sprachen mir die Beiden Mut zu. Bald konnte man schon das Köpfchen spüren und sehen und nun hieß es pressen. Aber einige Zeit tat sich dann einfach nichts mehr, das Köpfchen wollte einfach nicht raus. Christiane schob mir dann zweimal Globuli in den Mund und ich änderte immer noch ständig meine Position (danke Katja fürs Hinterherkrabbeln!). Irgendwann hatte ich nicht mehr das Gefühl von Wehen und so presste ich einfach nur noch auf Anfeuerung. Mit letzten Kraftanstrengungen und im Knien passierte dann das Wunder und Klein-Magdalena war auf der Welt. Nun wußten wir auch warum das Köpfchen nicht raus wollte, die kleine Maus hatte die Hand vorm Gesicht und damit gebremst... Aber alles ging gut und ohne Verletzungen von sich, das Mädel war gleich putzmunter und trank schon nach wenigen Minuten an meiner Brust.
Es war für uns ein großartiges Erlebnis und wir sind überglücklich es mit Hilfe unserer wundervollen, einfühlsamen Hebammen Katja und Christiane geschafft zu haben. Tausend Dank! Diana + Matthias

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08.01.12

Greta

Als sehr angenehm empfanden wir dabei, dass sich bei
den Terminen viel Zeit für unsere Fragen, Gefühle und Sorgen genommen
wurde. Auf das eigene Gefühl zu hören und sich nicht (allein) auf Daten
zu verlassen -- hierbei wurden wir bestens unterstützt.

Schon von Beginn der Schwangerschaft an waren wir uns einig, dass unser
Kind wenn möglich nicht in einer Klinik zur Welt kommen sollte. Gerade
nach der Geburt wollten wir unter uns sein. Die Atmosphäre im
Hebammenhaus haben wir von Beginn an als sehr angenehm, die Betreuung
als sehr kompetent und wenig dogmatisch empfunden.

Da es glücklicherweise keine Anzeichen für Komplikationen gab und die
Untersuchung mit CTG und Co. uns eher verunsichert hat, haben wir die
Schwangerschaftsvorsorge nach einiger Zeit ganz in die Hände der
Hebammen gelegt. Als sehr angenehm empfanden wir dabei, dass sich bei
den Terminen viel Zeit für unsere Fragen, Gefühle und Sorgen genommen
wurde. Auf das eigene Gefühl zu hören und sich nicht (allein) auf Daten
zu verlassen -- hierbei wurden wir bestens unterstützt.

Ab der ersten Wehe am frühen Morgen des 2.1. dauerte es knapp 30 Stunden
bis zur Geburt. In dieser Zeit wurden wir zuhause von Christina besucht,
die uns dann am Abend im vorbereiteten Geburtszimmer begrüßte. Die
zunehmende Erschöpfung durch die lange Geburtsphase fingen Christina und
Julia durch ihre ruhige Art, sowie homöopathische Unterstützung auf.
Regelmäßig überprüften die Hebammen die Herztöne. Weitere Schritte und
Ideen, die Geburt voranzutreiben, wurden im Austausch mit uns
entschieden. So zeigten in den Morgenstunden ein Spaziergang ums
Hubenloch, die Eröffnung der Fruchtblase und ein heißes Bad die erhoffte
Wirkung. In der Wanne konnte ich mich in den Wehenpausen gut entspannen.
Während der Wehen konnte mich Alex von außen stützen und mir Mut
zureden. Um das Köpfchen mit den dunklen Haaren sehen zu können, legte
mir Christina einen Spiegel auf den Wannenboden. Nachdem das Köpfchen
geboren war, ermutigten mich die Hebammen, ein Bein aufzustellen, so
dass ich das Kind selbst in Empfang nehmen könnte. Mit der nächsten Wehe
rutschte unsere Tochter schon in meine Arme.

Besonders schön war es, dass wir nach der Geburt genügend Zeit hatten,
um unsere kleine Greta in aller Ruhe kennenzulernen. Dass die Geburt am
Ende so reibungslos und ohne Geburtsverletzungen verlief, rechnen wir
auch der Ruhe und der Zeit an, die uns gegeben wurde. Bereits nach drei
Stunden konnten wir das Hebammenhaus verlassen und uns in den eigenen
vier Wänden dem kleinen Wunder zuwenden.

Andrea und Alex

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08.01.12

Mara

... und dann noch diese komischen Rückenschmerzen! Und dann viel
mir mein harter Bauch auf?! ...

So gegen nachts kurz vor 4 Uhr musste ich mal wieder raus auf die Toilette.
Irgendwie hab ich mich da ganz komisch gefühlt. Es hat überall im Bauch
gedrückt und auch gezogen…Mein erster Gedanke war: „Ach nö, schon wieder
Verstopfung!“ Bin dann wieder ins Bett und bin dann aber relativ zügig
wieder Richtung Toilette gewandert, da diese „Verstopfung“ einfach nicht
besser wurde und dann noch diese komischen Rückenschmerzen! Und dann viel
mir mein harter Bauch auf?! Hilfe…hab dann mal mein Schatz geweckt und ihn
gefragt was ich den haben könnte?Wir haben dann unsere ganzen
Schwangerschaftsratgeber nach „Wie fühlen sich Wehen an?“ durchforstet und
mein Mann hat dann mal die Abstände gemessen. Die waren um 5 Uhr schon bei
4 Minuten! Haben dann beschlossen unsere Hebamme im Geburtshaus anzurufen.
Gesagt und getan und sie hat mir dann am Telefon bestätigt, dass dies sehr
wohl Geburtswehen sein können. Am Telefon hat mich meine Hebamme Katja noch
durch die nächste Wehe begleitet und gesagt, dass wir uns in 2 Stunden
wieder melden sollen. Also bin ich mit meinen Wehen bei uns durch die
Wohnung getigert und es war echt schlimm! Die Schmerzen wurden immer
schlimmer und ich immer verzweifelter. So gegen 6 Uhr hab ich es fast
nicht mehr ausgehalten und hab meinen Mann angefleht meine Hebamme Katja
anzurufen, da ich einfach professionelle Unterstützung gebraucht habe.
Katja kam eine Stunde später um 7 Uhr bei uns zu Hause an und da lagen
meine Nerven echt blank. Ich hatte so Angst vor dem weiteren Verlauf. Ich
war felsenfest davon überzeugt, dass ich diese Schmerzen noch stundenlang
aushalten muss und dass ich das ohne PDA nicht schaffen würde. Zum Glück
war Katja total ruhig und hat mich dadurch sehr beruhigt. Wir sind dann
noch bei uns zu Hause in die Wanne und dort hab ich gemerkt, wie gut mir
das tut! Die Wehen wurden immer noch heftiger und Katja hat dann doch mal
meinen Muttermund untersucht und der war da schon 7-8 cm auf. (Das nach 4
Stunden Wehen) Also höchste Eisenbahn fürs Geburtshaus. Mein Mann hat mich
ins Auto gepackt und wir sind die 13 Km bis zum Geburtshaus gefahren und
das mit starken Wehen. Im Geburtshaus angekommen wollte ich nur in die
warme Wanne und bin auch sofort rein. Und dort ist dann auch eine Stunde
später unsere kleine Mara zur Welt gekommen. Das war meine kurze Geburt im
Geburtshaus. Ganz ohne Schmerzmittel und nur mit der Hilfe meiner Hebamme
Katja und meines Mannes. Nach einer Stunde die
Nabelschnur auspulsiert und die Plazenta wurde geboren.
Meine Mara wurde ganz sanft in diese Welt geboren und mein Mann und ich empfinden es als sehr schöne Geburt.
Ich durfte total selbstbestimmt gebären und hab mich wirklich
auf meinen Körper verlassen können. Beim nächsten Kind wollen wir auf
jeden Fall wieder ins Geburtshaus gehen. Auch das Wochenbett gleich zuhause
zu beginnen, war für uns drei die richtige Entscheidung.
Vielen Dank an Katja Vögele, die mich während der Geburt so toll begleitet
hat und auch im Wochenbett eine gute Unterstützung war. Ich hab mich immer
sehr wohl und sicher bei dir gefühlt.

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14.12.11

Marie

Besonders ansprechend am Geburtshaus ist die Tatsache, dass eine Geburt nicht nach einem vorgegebenen Schema abzulaufen hat, sondern sehr individuell gehandhabt wird. Die Wünsche und Vorstellungen der werdenden Eltern – insbesondere der Frau – werden dabei respektiert. Die Gesundheit von Frau und Baby steht an erster Stelle und wird auch ohne technische Geräte während der ganzen Geburt überwacht.

Im fünften Monat meiner Schwangerschaft stellten wir uns die Frage wo unser Kind zur Welt kommen sollte. Da es sich um unser erstes Kind handelte, wollten wir die optimalen Bedingungen für die Geburt schaffen. Zunächst haben wir eine Kreißsaalführung im Krankenhaus gemacht. Von der Krankenhausatmosphäre und den engen, fensterlosen Räumen waren wir sehr geschockt und konnten uns eine Entbindung hier nicht vorstellen. Daher haben wir nach einer Alternative gesucht. Bei unserem ersten Besuch des S’Hebammenhaus waren wir von den Räumlichkeiten und dem warmen Empfang sehr angetan. Bei weiteren Terminen im S’Hebammenhaus haben wir nach und nach alle Hebammen kennen gelernt. Wir haben uns von Anfang an sehr wohl gefühlt und konnten uns eine Geburt im S’Hebammenhaus sehr gut vorstellen.

Der errechnete Geburtstermin war der 14.12.2010. Am Morgen des Tages zuvor wachte ich durch starkes Ziehen im Rücken auf. Da es meine erste Schwangerschaft war, war ich mir nicht sicher, ob es sich nur um Übungs-/Senkungswehen handelte oder bereits um Geburtswehen. Daher wartete ich erstmal ab. Da ich während dieser Zeit immer wieder ein Ziehen verspürte, begann ich ab elf Uhr die Zeiten aufzuschreiben. Bereits vor der Geburt hatte ich mir vorgenommen einen Großteil der Wehen bereits zuhause durchzustehen. Die Häufigkeit der Wehen nahm mit jeder Stunde zu. Um ca. 18 Uhr haben wir das erste Mal das S’Hebammenhaus telefonisch kontaktiert. Wir vereinbarten noch ein bisschen zu warten und uns bei Bedarf erneut zu melden. Nach einem weiteren Telefonat mit dem S’Hebammenhaus – ca. 90 Minuten später – nahm ich ein warmes Bad. Die Wehen kamen anschließend alle drei Minuten und wir machten uns auf den Weg nach Villingen-Schwenningen.

Als wir dort um elf Uhr abends ankamen, waren die Wehen schon ziemlich heftig und ich musste mich auf die Atmung konzentrieren. Im S’Hebammenhaus war bereits alles vorbereitet und ich habe mich sofort wohl gefühlt. Die Hebamme hat uns herzlich empfangen. Der Geburtsraum war angenehm warm und überall standen Kerzen. Noch im Wasser ergab die Voruntersuchung durch die Hebamme, dass der Muttermund bereits vollständig geöffnet war. Da es somit nicht mehr lange dauern konnte, wurde die zweite Hebamme hinzu gerufen. In regelmäßigen Abständen wurde die Herztätigkeit des Babys kontrolliert. Dies habe ich als sehr beruhigend – und keinesfalls störend – empfunden. Anschließend habe ich gemäß Anweisung der Hebammen verschiedene Positionen in der Wanne eingenommen. Ich dachte schon, dass es bald soweit sein würde und war sehr motiviert. Allerdings musste ich nach einigen Wehen später feststellen, dass das Baby – meiner Meinung nach – nicht viel tiefer gerutscht war. Auf Anraten der Hebamme verlies ich die Geburtswanne. Während des Toilettengangs habe ich bemerkt, dass diese Haltung unter den Wehen besonders angenehme war. Daher haben die Hebammen die Nutzung des Geburtshockers empfohlen. Anschließend habe ich mich an meinem Mann festgehalten und einige Presswehen im Stehen durchlebt. Um den Geburtsvorgang weiter zu unterstützen, wurde ich in den Wehen von den Hebammen durch gerüttelt („Äpfelschütteln). Das war eher unangenehm, brachte jedoch den gewünschten Erfolg. Kurz nachdem ich mich in Hockstellung ins Bett begeben hatte, schnitt der Kopf des Babys durch. Um 3:47 Uhr kam unsere Tochter zur Welt. Es war eine Spontangeburt. Sie war hellwach und sah ganz zufrieden aus. Es war für mich der schönste Moment als ich sie endlich hoch nehmen und auf meine Brust legen konnte. Mein Mann konnte mich während der Geburt gut unterstützen und war mir eine große Hilfe

Nach der Geburt war ich sehr schwach. Da mein Kreislauf nicht mitspielte und ich nicht auf Toilette gehen konnte, haben mir die Hebammen eine Infusion mit Kochsalzlösung gelegt. Da ich trotz voller Blase keinen Toilettendrang verspürte, wurde ich zudem katheterisiert. Die Hebammen sprachen die Empfehlung aus, die Labien zu nähen, da diese unter der Geburt eingerissen waren. Allerdings wollte ich keine Naht. Mein Wunsch wurde – ohne argwöhnische Blicke – respektiert. Hierbei sei erwähnt, dass diese Art der Selbstbestimmung im Krankenhaus wohl eher selten möglich ist. Da ich mich auch neun Stunden nach der Geburt nicht in der Lage fühlte allein aufzustehen, entschloss sich eine der Hebammen spontan, mich nach Hause zu fahren. Zuhause angekommen, halfen mir mein Mann und die Hebamme dabei die Treppen bis in den 2. Stock hoch zu kommen. Ich fühlte mich noch immer ziemlich schwach. Jedoch habe ich mich zuhause gleich viel besser gefühlt und erholte mich in meinem eigenen Bett sehr schnell.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ich mich jederzeit wieder für eine Geburt im S’Hebammenhaus entscheiden würde. Besonders ansprechend am Geburtshaus ist die Tatsache, dass eine Geburt nicht nach einem vorgegebenen Schema abzulaufen hat, sondern sehr individuell gehandhabt wird. Die Wünsche und Vorstellungen der werdenden Eltern – insbesondere der Frau – werden dabei respektiert. Die Gesundheit von Frau und Baby steht an erster Stelle und wird auch ohne technische Geräte während der ganzen Geburt überwacht. Alle Hebammen vom S’Hebammenhaus sind sehr kompetent. Besonders positiv möchte ich noch hervorheben, dass die gesamte Geburt im Geburtshaus von ein und dergleichen Hebamme betreut wurde. Da es somit keinen Wechsel beim diensthabenden Personal gibt, kommt schnell eine Vertrautheit und Geborgenheit auf. Genau diese Atmosphäre ist meiner Meinung nach essenziell für einen positiven Geburtsverlauf. Ich möchte mich an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich bei dem Team vom S’Hebammenhaus und dessen toller Arbeit bedanken.

Herzlichst
Familie Pönisch

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29.11.11

Michelle

...das Gefühl von Sicherheit war von Anfang an da und wir haben uns von Außenstehenden nicht beeinflussen lassen.

Mein Mann und ich haben uns vom ersten Gespräch an für eine Geburt im Hebammenhaus entschieden.
Es ist uns nicht schwer gefallen, obwohl es unser erstes Kind war, denn die Vertrautheit und das Gefühl von Sicherheit war von Anfang an da und wir haben uns von Außenstehenden nicht beeinflussen lassen.
Unsere kleine Tochter kam gesund im Hebammenhaus zur Welt. Es war ein schönes Erlebnis, die ruhige Atmosphäre, die aufbauenden Worte der Hebamme und die super Betreuung, es hat einfach alles gestimmt, auch wenn ich keinen Vergleich zum Krankenhaus habe, würde ich wieder ins Hebammenhaus gehen, denn hier haben wir das Gefühl von Geborgenheit bekommen!
Ein großes Lob an die Hebammen, es war ein unvergesslicher Tag!

Karina & Mike

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18.11.11

Emma

Als die zweite Hebamme dann mit dem Hebammenkoffer bei uns eintraf, war unsere Emma schon bei mir auf dem Arm.

Eigentlich wollten wir vieles zu Beginn der Schwangerschaft ganz anders, aber das Leben oder direkter gesagt Emma hatte andere Pläne mit uns ......
Als erster Entbindungsort war Schamberg vorgesehen, aber leider ( oder füür uns zum Glück...) schloss das Krankenhaus noch vor dem Entbindungstermin. So kamen wir auf s´Hebammenhaus. Dort fühlten wir uns gleich so rundherum gut versorgt und aufgehoben, dass wir auch alle Vorsorgeuntersuchungen dort gemacht haben. Diese unterschieden sich enorm von denen in der Arztpraxis. Die Hebammen hatten Zeit und Interesse an der Schwangerschaft. Fragten sehr genau nach.... wirklich prima.
Unser Wunschgeburtstermin war der 13.11.2011 und es ging auch prompt los! Alles war sehr harmonisch, zuerst die Betreuung der Hebamme zu Hause, später im s´Hebammenhaus mit schöner Stimmung immer fürsorglich ohne aufdringlich zu sein. Aber Emma wollte noch nicht kommen, d. h die Wehen hörten wieder auf und wir fuhren ohne Kind im Kindersitz wieder nach Hause. 5 Tage später ( am errechneten Geburtstermin ) ging es dann wieder los mit den Wehen. In den letzten 5 Tagen war unser Vertrauen in uns und das Team vom Hebammenhaus durch die intensive Betreuung so groß geworden, dass wir uns für eine Hausgeburt entschieden haben. Die Geburt ging sehr schnell. Zum Glück fuhr Leonie gleich nach unserm Anruf direkt zu uns nach Hause. Als die zweite Hebamme dann mit dem Hebammenkoffer bei uns eintraf, war unsere Emma schon bei mir auf dem Arm. Sie kam mit der sehr liebevollen, kompetenten und ruhigen Hilfe von Leonie in unserm Schlafzimmer zur Welt. Sehr schön war für mich auch, dass ich nach der Entbindung einfach liegen bleiben konnte. Die Versorgung der zwei Hebammen nach der Geburt war hervorragend. Sie kümmerten sich um uns und um das Umfeld( Aufräumen, Tee kochen......)
Rückblickend sagte auch mein Mann: er kann nur jeder Familie eine Hausgeburt wünschen und empfehlen, vor allem mit dem Team vom s´Hebammenhaus. Es war ein tolles Erlebnis.
Vielen Dank so auch nochmals an alle von Euch.
Daniela und Georg

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30.10.11

Geburt im Herbst 2011

Ich bin dankbar, dass es unserem Kind gut geht und dass ich zumindest den größten Teil der Geburt mit Hebammen von sHebammenhaus verbringen konnte.

Ich habe mich durch die gesamte Schwangerschaft kompetent und liebevoll vom Team des sHebammenhaus begleiten lassen. Ich habe mich sehr wohl gefühlt und kann es nur empfehlen. Auch fiel es mir leicht, ziemlich schnell zu sagen, wo meine Knackpunkte bezüglich Geburt liegen (Angst vorm Krankenhaus, Posttraumatische Belastungsstörung).
Und ich habe mich das Erste mal in meinem Leben nicht für mein Übergewicht geschämt. Ich hatte das Gefühl, dass das kein Thema ist, dass ich nicht verurteilt werde, sondern einfach nur so sein darf, wie ich bin.

Der Errechnete Geburtstermin (ET) rückte näher und ich wurde nervöser, denn mir war klar, dass ich nach ET + 10 nicht im sHebammenhaus gebären kann. So war ich überglücklich, als am Abend von ET+9 die Fruchtblase platze und ich zeitgleich ziemlich starke Wehen bekam. Ich habe mich so gefreut und gleich die Bereitschaftsnummer angerufen. Eine Hebamme hat dann 2 x nach mir gesehen und nach ca 11 Stunden Wehen sind wir ins sHebammenhaus gefahren. Mit Wehen im Auto ist es nicht so lustig, aber es war auszuhalten. Ich hätte schon beim Reingehen fast geweint, so froh war ich, dass ich unser Kind wohl an diesem tollen Ort gebären durfte. Es war sehr gemütlich und angenehm warm. Ich habe gebadet, war auf dem Ball, hing am Seil. Prinzipiell musste ich aber während einer Wehe immer stehen (außer im Wasser), weil ich sie so besser veratmen konnte und die Schmerzen erträglicher waren. Ich habe mich so wohl gefühlt, ich war frei, mich so zu bewegen, wie es für mich angenehm war. Die Hebamme war immer da, wenn ich sie brauchte. Ich fühlte mich absolut sicher, meine Vergangenheit war kein Thema, ich spürte immer den absoluten Respekt mir gegenüber. Wenn ich etwas nicht wollte, wurde es nicht gemacht. Ich wurde gefragt, bevor ich berührt wurde. Ich hatte das Gefühl, die Kontrolle zu behalten. Probleme, die ich sonst mit „medizinischem Personal“ habe, hatte ich gar nicht, z. B. war es kein Problem, mich auszuziehen oder untersucht zu werden, denn da war immer der Respekt und das Gefühl, ich kann „Nein“ sagen und es wird entsprechend gehandelt.

Irgendwann kam dann auch die 2. Hebamme dazu. Mein Mann fuhr zwischendurch mal kurz nach Hause, um nach unseren Haustieren zu sehen (irgendwie ging das Ganze schon länger, als wir gedacht hatten). Dann wurden die Wehen schwächer und die Abstände größer, man hat dann noch manche Mittel ausprobiert aber dann wurden die kindlichen Herztöne schlechter – die 1. Hebamme hat im Krankenhaus angerufen und ist mit uns zusammen ins Krankenhaus gefahren und hat uns in den Kreißsaal gebracht. Bis da hin hatte ich schon ca 23 h Wehen. Dort wurde dann auch noch alles mögliche probiert aber dann musste leider doch ein Kaiserschnitt gemacht werden.

Ich bin dankbar, dass es unserem Kind gut geht und dass ich zumindest den größten Teil der Geburt mit Hebammen von sHebammenhaus verbringen konnte. Auch die Vorsorge und Nachsorge waren absolut super. Ich kann jeder Frau empfehlen, bei der es medizinisch möglich ist, zur Geburt in s'Hebammenhaus zu gehen.

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24.10.11

Femi

Ich muss sagen ich hätte am Anfang nicht gedacht, dass ich es ohne irgendwelche Mittel schaffe, aber es hat geklappt, und auch wenn es wirklich weh tat, es war alles richtig und schön. Ein unvergessliches Erlebnis.

Meine Entscheidung in einem Geburtshaus zu entbinden, stand für mich schon lange fest, da ich nicht gerne ein Krankenhaus von innen sehe und eine Geburt für mich eines der natürlichsten Wunder der Welt ist.
Durch den Infoabend immer am ersten Montag im Monat bin ich zum s´HH gekommen. Besonders die offene Art der Hebammen ist mir sofort aufgefallen, und auch die schönen gemütlichen Räumlichkeiten haben mich gleich wohlfühlen lassen. Nachdem ich mich zur Geburt angemeldet hatte, wurde ich nach und nach mit den Hebammen (in Gesprächen über den Verlauf der Schwangerschaft) bekannt gemacht. Diese Gespräche bzw. Untersuchungen waren unglaublich interessant, aufschlussreich und sehr liebevoll. Ich kann jeder werdenden Mutter nur raten in der Schwangerschaft schon intensiv von einer Hebamme betreut zu werden. Man lernt so viel über das Baby und über sich selbst, und das hilft sehr sehr viel.
Da ich ab dem 6 Monat mit den üblichen Schwangerschaftsbeschwerden zu tun bekam, bin ich im Hebammenhaus zur Akupunktur gegangen. Ich muss ehrlich sagen, ich bin mit gemischten Gefühlen hin, ob es was hilft, da ich eher der Mensch bin: bei Schmerzen Schmerzmittel oder Zähne zusammenbeißen und durch. Naja, und in der Schwangerschaft ging das eben nicht mehr. Und ich muss sagen die Akkupunktur hat geholfen - nicht nur gegen die Schmerzen, sondern man hat einfach auch ein offenes Ohr gefunden, denn die Akupunktur findet mit mehreren Schwangeren statt, mit denen man sich auch austauschen kann und natürlich Heike, die die Nadeln so toll nadelt. Dank ihr habe ich in der Schwangerschaft alles super hinbekommen. Ab Anfang September ging ich dann in den Vorbereitungskurs, kann man auch nur jedem empfehlen, auch wenn wie bei unserem mehr geschwätzt wurde, es war einfach sehr lustig, besonders als die zwei Partnerabende waren.
Am 24.10.2011 war es dann soweit unsere kleine Femi Kathrina wollte auf die Welt. Um halb drei in der Nacht fingen die ersten Wehen an. Diese ließen sich noch gut aushalten, um 6 Uhr rief ich dann bei der Rufbereitschaft an, um zu sagen, dass ich Wehen habe und es heute losgeht, dass sie sich schon mal drauf vorbereiten können. Als meine Hebamme Katja O. um 12 Uhr bei mir vorbeikam, kamen die Wehen schon alle 1-2 Min. und stark. Also beschlossen wir ins s‘HH zu fahren, Katja begleitete uns bis dahin und übergab uns in die Hände von Christina H. und Christiane. Und ab da erlebte ich mit Hilfe dieser 2 Hebammen eine ganz wundervolle und natürliche Geburt. Um ca. 15 Uhr ist die Fruchtblase geplatzt und um 16.28 Uhr war mein größtes Glück da. Ich muss sagen ich hätte am Anfang nicht gedacht, dass ich es ohne irgendwelche Mittel schaffe, aber es hat geklappt, und auch wenn es wirklich weh tat, es war alles richtig und schön. Ein unvergessliches Erlebnis.

Vielen vielen Dank an alle Hebammen die mit uns den Weg gemeinsam gegangen sind.

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12.10.11

Luis

Geburtsbericht zu meiner ersten Geburt. Nicht ganz unproblematisch, ziemlich lang und anstrengend, aber letztendlich erfolgreich :-)
Luis' Mama war schon angezogen und bereit zur Verlegung - da hat Luis es sich anders überlegt...

Da ich Krankenhäuser nicht so sehr mag und Angst vor einer PDA (und dem ganzen Zeugs) hatte, mir aber eine Hausgeburt bei unserer Wohnung nicht vorstellen konnte, kam mir die Info, dass es in Villingen ein Hebammenhaus gibt, grade recht. Nachdem wir beim Infoabend waren, haben wir uns dafür entschieden, falls möglich, dort unser Kind zur Welt zu bringen. Mein Mann war anfangs etwas skeptisch, und hatte seine bedenken, ließ sich aber zum Glück drauf ein. Wir hatten dann die Kennenlerntermine mit den Hebammen im Haus und ein paar Vorsorgetermine. Wir fanden alle kennengelernten Hebammen (bei uns waren es 5) sehr nett und fühlten uns in allen unseren Fragen kompetent und ausführlich beraten.
Da in der Schwangerschaft alles problemlos verlief, stand einer Geburt im Hebammenhaus nichts im Wege. Nach 6 Tagen über Termin fingen nachts um 3 Uhr endlich die Wehen an (allerdings erst alle 20 Min. aber an schlafen war nicht mehr zu denken), morgens wurden sie dann schon stärker aber über Nachmittag wieder schwächer. Ich informierte schon mal das Hebammenhaus, dass es wohl demnächst losgehen würde bei uns. Erst am Abend waren die Wehen abstände alle 2-4 Min. und wir meldeten uns im Hebammenhaus an, dass wir losfahren. Die Fahrt (30 Min.) war auch mit Wehen gut auszuhalten, ich saß hinten und konnte die Wehen auch im sitzen noch gut veratmen. Julia hatte Dienst und hatte schon alles schön vorbereitet, mit frischen Blumen und Kerzen usw. einfach schön!
Meine Wehen zogen sich dann noch ganz schön lange hin und erst vormittags war mein Muttermund 8 cm offen. Hätten wir das früher gewusst hätten wir auch später los fahren können, aber beim ersten Kind ist man da ja nicht so entspannt ;) und übervorsichtig, so „hingen“ wir dort rum, ich atmete tapfer die Wehen weg und wir wurden immer müder, ab und zu konnte ich zwischen den Wehen kurz eindösen. Julia gab mir immer mal wieder Tips welche Stellung ich zum Wehen-Atmen noch ausprobieren könnte und riet meinem Mann, mir immer mal wieder den Rücken zu massieren, was sehr gut tat. Ansonsten hielt Julia sich zurück uns lies mich atmen und dösen, was auch sehr angenehm war.
Ich atmete und atmete Wehen aber irgendwie ging es nicht richtig weiter mit der Geburt, bzw. meine Fruchtblase wollte einfach nicht springen. Inzwischen war es schon Mittagszeit geworden und Julia schlug dann vor, beim Fruchtblasensprung manuell nachzuhelfen, indem Sie es öffnet, da dies die Geburt vorantreiben sollte. Sie ließ uns aber die Entscheidung. Wir waren dafür, schließlich sollte es ja mal voran gehen…
Die Fruchtblase manuell zum Springen zu bringen, tat nicht weh, die Wehen wurden unmittelbar danach jedoch tatsächlich heftiger und das Kind rutschte mehr und mehr in die Startposition. Inzwischen war auch die Zweithebamme Elke eingetroffen. Leider stellten die beiden dann fest, dass das Kind mit dem Kopf im falschen Winkel im Becken lag und eine Geburt so fast nicht möglich wäre. Ich musst „Turnübungen“ machen und mit Kopf nach unten und Becken nach oben mit den Hüften wackeln damit das Kind wieder etwas zurück rutscht. Um noch effektiver mein Becken zu schütteln, kam dann noch die Hebamme Katja dazu (sie war eh grad im Haus), weil sie die Technik besonders gut kann, und schüttelte mein Becken. Dies war sehr schmerzhaft, zumal es während den Wehen sein musste, aber da es ja nötig war biss ich die Zähne zusammen - trotz der Schmerzen, Danke Katja!
Tatsächlich rutschte das Kind auch wieder etwas zurück und konnte sich erneut auf den Weg machen. Nach einem Spaziergang vor dem Hebammenhaus war es dann auch wieder ins Becken gerutscht. Der Kopf lag jetzt im richtigen Winkel, aber der Körper leider nicht. Inzwischen, nach so vielen Stunden Wehen, war mein ganzes Becken schon total verkrampft. Allerdings meinten Julia und Elke ich sollte entspannen, da sich sonst der Körper vom Baby nicht richtig drehen könnte. Da die beiden selber sahen, dass ich fast am Ende meiner Kräfte war, zogen sie sich kurz zur Beratung zurück und teilten uns dann mit, dass wir noch probieren könnten durch ein Bad mein Becken etwas zu entspannen, und wenn das zu keinem Ergebnis führt, würden sie mir raten ins Krankenhaus zu gehen. Dort würde man mir dann eine PDA legen, das würde mich entspannen, was ich bitter nötig hatte, und dann könnte man nach abklingen der PDA mit Wehenförderer das Kind dort zu Welt bringen. Man merkte, dass Sie sich echt alle Mühe gegeben hatten, alles zu probieren, und es tat Ihnen glaube ich wirklich leid, mir diese Nachricht mitzuteilen.
Sie ließen meinen Mann und mich wieder eine kurze Weile alleine, so, dass wir beide über die „Optionen“ nachdenken konnten. Da ich ja nur im äußersten Notfall ins Krankenhaus wollt, entschied ich mich, noch ein letztes Mal es in der Badewanne zu versuchen. Der Versuch war leider äußerst schmerzhaft, da die Wehen in der Badewanne noch unerträglicher wurden und ich leider gar nicht entspannen konnte und wirklich am Ende meiner Kräfte war, beschloss ich letztendlich ins Krankenhaus zu gehen.
Mein Mann packte meine Sachen, und war bereits auf dem Weg unser Auto vor die Türe zu fahren, und ich war gerade wieder angezogen – da änderten sich dann plötzlich meine Wehen und wurden zu Presswehen. Ob das Baden nun doch den letzten Dreh gegeben hatte oder mein Körper die Angst vor dem Krankenhaus gespürt hat, ich weiß es nicht, auf jeden Fall ging es dann los. Julia und Elke waren sichtlich erfreut, darauf hatten wir ja gewartet. Elke rief meinen Mann zurück, der ja schon das Auto holen war, und kaum war er da fing ich auch schon an zu pressen. Auch hier zeigten mir Julia und Elke wieder ein paar Positionen und ließen mich dann in der für mich besten Position pressen. Meinem Mann gaben Sie auch Anweisungen wie er am besten sitzen konnte um mich zu stützen. Sie kümmerten sich bestens um meinen Damm und machten mir Mut richtig zu pressen. So ging es nicht lang und unser süßer Sohn kam endlich um 15:54 Uhr zur Welt.
Sie reichten ihn mir gleich durch die Beine, so dass ich Ihn halten konnte, und ließen uns eine ganze Weile so in Ruhe sitzen. Danach halfen sie mir ins Bett und ließen uns lange Zeit unser Baby zu bewundern. Anschließend durfte mein Mann die Nabelschnur durchtrennen. Auch die U1-Untersuchung und das erste Stillen verliefen in aller Ruhe und sehr entspannt.
Im Anschluss wurde noch gefeiert, mit Törtchen, Kerze, ein Glas Sekt und Glückwunschkarte. Nach etwa 3 Stunden machten wir uns auf den Weg nach Hause. Die Heimfahrt, vor der wir doch etwas Sorgen hatten, verlief völlig problemlos.
Trotz allen Strapazen würde ich jederzeit wieder zur Geburt ins Hebammenhaus gehen. Auch mein Mann hat seine Skepsis verloren und befürwortet das Hebammenhaus. Es war so beruhigend die ganze Zeit eine (später dann sogar zwei) Hebammen bei sich zu haben, die uns mit vollem Einsatz unterstützen und beraten haben. Sie haben sich so viel Mühe gegeben, und über so viele Stunden echte Anstrengungen gehabt, wirklich bewundernswert mit wie viel Herz die Hebammen Ihre Arbeit getan haben. Mein besonderes Dankeschön an Julia und Elke für Euren herzlichen Einsatz!!!!!!

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13.07.11

Amelie

9 Tage vor dem errechneten Geburtstermin, um 4.40 Uhr startete die Geburt unserer Tochter Amelie mit einem Blasensprung. Die ersten Wehen bekam ich ca. eine halbe Stunde später, ...

9 Tage vor dem errechneten Geburtstermin, um 4.40 Uhr startete die Geburt unserer Tochter Amelie mit einem Blasensprung. Die ersten Wehen bekam ich ca. eine halbe Stunde später, diese waren allerdings noch nicht sehr stark.
Wir haben dann um 5.20 Uhr zum ersten Mal mit Julia - die an diesem Tag Dienst hatte – telefoniert, um uns zu erkundigen wie wir weiter vorgehen sollen. Sie wollte dann erst einmal bei uns zu Hause vorbeischauen und kam dann gegen 6.30 Uhr. Die Wehen kamen dann schon ca. alle 4 Minuten, waren aber immer noch gut zu veratmen.
Nachdem sie feststellte, dass die Herztöne des Babys gut waren, frühstückten wir noch gemeinsam. Julia fuhr dann ca. 1 Stunde später ins “S’Hebammenhaus“ und meinte, wir sollen kommen sobald wir uns zu Hause nicht mehr wohl fühlen.
Da ich so lange wie möglich zu Hause bleiben wollte, sind wir dann erst gegen 9.30 Uhr los gefahren, wobei die Wehen dann schon im Abstand von 2-3 Minuten kamen.
Dort angekommen nahm uns Julia in Empfang und wir fühlten uns durch die ruhige und angenehme Atmosphäre gleich wie zu Hause.
Bis Amelie geboren wurde, folgten noch 3 harte Stunden, mit sehr heftigen Wehen, die wirklich an meine Grenzen gingen. Aber durch die tolle Unterstützung von unseren zwei Hebammen Julia und Leonie konnten wir um 12.36 Uhr unsere gesunde Tochter Amelie glücklich in unsere Arme schließen. Danach hatten wir dann erst einmal sehr viel Zeit zu dritt, um das soeben erlebte Wunder zu begreifen und zu genießen, was wunderschön war.
Ca. eine Stunde später kam dann die Nachgeburt und danach wurde meine Geburtsverletzung mit sehr viel Einfühlungsvermögen versorgt.
Da mein Kreislauf noch etwas instabil war, blieben wir noch einige Zeit länger im Hebammenhaus und sind dann gegen 17.20 Uhr wieder zusammen mit unserer Amelie nach Hause gefahren.
3 Stunden später kam dann auch schon Elke, unsere Nachsorgehebamme, und schaute nach dem Rechten. Wir haben uns also in keiner Sekunde allein gelassen gefühlt und würden es genauso wieder machen.

Vielen, vielen Dank für die tolle Betreuung vor, während und nach der Geburt an das gesamte Team vom “S’Hebammenhaus“ und ganz besonders an Julia, Leonie und Elke!

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24.06.11

Emilia

Ich bin vom Hebammenhaus total begeistert und kann es allen Müttern empfehlen, die keine Einmischung in den natürlichen Vorgang einer Geburt wünschen (z.B. Schmerzmittel oder Mittel zur Beschleunigung) und die zu Hause die Unterstützung der Familie haben um im Wochenbett verwöhnt zu werden und auch wirklich ausruhen zu können und nichts machen müssen.

Unser zweiter Nachwuchs war unterwegs und durch die Erfahrungen in der ersten Schwangerschaft, haben wir uns in dieser Schwangerschaft für eine intensivere Betreuung durch das Hebammenhaus und somit auch zur überwiegenden Durchführungen der Vorsorgeuntersuchungen entschieden. (Nur die Ultraschalltermine wurden beim Frauenarzt gemacht) Die Atmosphäre ist einfach viel schöner als in einer Frauenarztpraxis und ich fühlte mich immer sehr gut aufgehoben. Man nimmt sich einfach mehr Zeit für einen und wird nicht einfach so durchgeschleust wie es in der Routine einer Arztpraxis leider meist der Fall ist. Glücklicherweise verlief auch diese Schwangerschaft ohne größere Vorkommnisse und so stand einer Entbindung im Hebammenhaus nichts mehr im Wege. Mein erstes Kind kam im Sommer 2009 ebenfalls im Hebammenhaus zur Welt und wir konnten uns eine Entbindung in einem Krankenhaus schwer vorstellen und waren daher sehr glücklich, dass wir wieder in der nun schon sehr vertrauten Umgebung unseren nächsten Nachwuchs begrüßen dürfen. Leider hatte es auch dieses Kind nicht so eilig und wir waren dann sehr froh, als es 7 Tage nach dem mutmaßlichen Entbindungstermin endlich los ging. Über die „Hotline“ des Hebammenhauses habe ich mich erkundigt ob soweit noch alles im grünen Bereich ist und bis wann ich mich denn auf den Weg machen soll. Immerhin haben wir gute 30 Min. Fahrzeit und es ist ja schon das zweite Kind. (Soll angeblich ja schneller kommen.....)
Wieder war ich über den super Service und die freundliche Hilfe sehr dankbar. Es war schon spät abends und ich habe noch mehrmals bei der Rufbereitschaft angerufen und mich jedesmal wieder sicherer gefühlt, als ich meine Anliegen/Bedenken mit jemandem vom Fach durchsprechen konnte.
Zu meiner Freude, hatte genau die gleiche Hebamme (Marina) Dienst, die mich auch in der ersten Geburt begleitet hatte. Um ca. 1 Uhr nachts haben wir uns dann im Hebammenhaus getroffen und ich habe mich wieder sehr über die liebe Begrüßung und die schöne ruhige und private Atmosphäre im Hebammenhaus gefreut. Meinem Kind hat es wohl auch sehr gefallen und es hatte dann keine große Eile mehr auf die Welt zu kommen..... Entgegen meiner Hoffnung, dass es beim zweiten Kind schneller gehen würde, hatte sich mein Kind erst am kommenden Mittag gegen 13 Uhr entschieden auf die Welt zu kommen. Die Unterstützung in der Zwischenzeit war echt super, da man Hilfe und Unterstützung bekommt wenn man sie möchte und ansonsten darf man einfach das machen, wonach einem gerade so ist. Die Herztöne des Babys werden immer regelmäßig nach stärkeren Wehen überprüft, so dass man sich rundum sicher fühlt. Durch die super Betreuung, die ruhige und entspannte Situation konnte ich nach lediglich 2,5 Std. nach der Geburt, wieder ohne Geburtsverletzungen (Dammschnitt, Riß oder sonstiges..) nach Hause gehen.
Ich bin vom Hebammenhaus total begeistert und kann es allen Müttern empfehlen, die keine Einmischung in den natürlichen Vorgang einer Geburt wünschen (z.B. Schmerzmittel oder Mittel zur Beschleunigung) und die zu Hause die Unterstützung der Familie haben um im Wochenbett verwöhnt zu werden und auch wirklich ausruhen zu können und nichts machen müssen.
Mein Ehemann hatte beim ersten Kind (s. Bericht Sebastian 28.08.09) einige Bedenken bei dem Gedanken an eine Geburt außerhalb des Krankenhauses und dann auch noch ohne Arzt, zwischenzeitlich kann er sich eine Geburt im Krankenhaus nicht mehr vorstellen......
Herzlichen Dank an die Hebammen des Hebammenhauses, besonders an „unsere“ Marina sowie Christina und Katja.

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07.06.11

Leano

Die Hebammen geben einem keine Sekunde das Gefühl "alleine" zu sein.

Also erst mal möchte ich sagen das die Entscheidung, die Geburt im s'Hebammenhaus zu machen die absolut richtige war. Es war von Anfang bis Ende weltklasse. :-)
Meine ersten Wehen bekam ich Abends um 18 Uhr aber ins Hebammenhaus sind wir erst um Mitternacht.
Ich hatte noch wunderbar Zeit die Wohnung aufzuräumen, zu baden ( um zu testen ob es auch die richtigen Wehen sind ) und den Koffer fertig zu packen. Also habt keine Angst vor der Fahrtstrecke, wir haben ca. 20 min gebraucht und
das war völlig ok mit Wehen, obwohl sie da schon alle 2 Minuten kamen.
In Villingen angekommen war unsere Hebamme Marina schon da und bereitete den Raum vor, Kerzen, gedämpftes Licht, Tee, Cafe... und sie strahlte eine Ruhe aus das war unglaublich.
Ich und mein Mann waren dadurch auch sehr entspannt und hatten keine Sorgen oder Ängste.
Die Geburt dauerte dann noch bis morgens kurz vor 10 Uhr. Obwohl es für mich natürlich sehr anstrengend war, konnte ich trotzdem die Geburt genießen. Wir fühlten uns zu jeder Zeit super betreut.
Als Leano geboren war, war es besonders schön, da uns die Hebammen Marina und Christina sehr sehr viel Zeit zu dritt gelassen haben und erst 2 Stunden nach der Geburt wurde er versorgt, also gewaschen, gewogen und so weiter. Sie haben alles so liebevoll gemacht.
Auch das Versorgen der Geburtsverletzung haben sie sehr sanft gemacht und sich viel Mühe gegeben, so das es schon eine Woche später gar nicht mehr weh tat. Ein Traum sag ich euch.
Wir sind dann 4 Stunden nach der Geburt nach Hause gefahren. Ganz ohne Probleme. Die Hebammen geben einem keine Sekunde das Gefühl "alleine" zu sein. Sie helfen einem bis alle im Auto sitzen und alles verstaut ist.
Nach 4 Stunden zuhause kam dann die Hebamme nochmal vorbei um nach dem Rechten zu schauen, also wirklich eine ganz ganz tolle Rundumbetreuung. Die nächste Geburt würde bei uns auf jeden Fall wieder im s'Hebammenhaus stattfinden.
Es ist einfach super.
Vielen Dank an das komplette Hebammenteam. Ihr seid spitze !!!

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30.05.11

Janus

Das Geburtszimmer war indirekt beleuchtet, wir hörten Meditationsklänge und rochen ein ätherisches Öl. Es war gemütlich wie jedes Mal bei unseren Treffen.

Schon bei unserem ersten Kind, Lena, wollten wir im sHebammenhaus entbinden. Daher haben wir uns die Vorsorgetermine aufgeteilt zwischen den verschiedenen Hebammen im sHebammenhaus und unserem Frauenarzt. Bei Lena hat es nicht geklappt da keine brauchbaren Wehen zustande kamen.

Die Ankunft von Janus war zum Glück problemloser. Er ließ sich fünf Tage länger Zeit und klopfte am 29. Mai 2011 an.
Nachts um 23.45 Uhr wachte ich auf und konnte nur noch meinem Mann zurufen: „Hilfe, ich laufe aus!“ Er sprang direkt aus dem Schlaf hoch und holte Handtücher. Es war Fruchtwasser und es wurde nicht weniger. Auch auf dem Weg zur Toilette und dort angekommen lief und lief es.
Eine halbe Stunde später spürte ich so etwas wie Wehen. Sie kamen schon bald in Zehn-Minuten-Abständen, waren aber nicht so schmerzhaft wie die damals bei Lena eingeleiteten Wehen. Wir riefen die Rufbereitschaftsnummer des Hebammenhauses an und erreichten Leonie bei der wir auch am nächsten Tag einen Termin hatten. Sie sagte, dass das Fruchtwasser immer nachproduziert wird und wir auf Wehen warten sollten.
Aber da die natürlichen Wehen nicht so schmerzhaft sein sollen, wollten wir lieber ins Hebammenhaus fahren.

Also weckten wir unsere jetzt fast zweijährige Tochter, riefen unsere Freundin zur Hilfe und fuhren zu dritt los. Wir blieben zwei Stunden, in denen sich nicht viel tat. Leonie legte uns ans Herz lieber nach Hause zu fahren und noch zu schlafen da der Muttermund erst 3 cm offen war.
Gegen drei Uhr fuhren wir wieder zurück und ich merkte im Auto, dass die Wehen stärker wurden. Wir legten uns alle ins Bett. Mein Mann und Lena konnten schlafen, ich veratmete die Wehen noch im Bett. Ab vier Uhr waren die Wehen so stark, dass ich herumlaufen musste und mich aufstützte.

Wir weckten Lena um sechs Uhr und riefen Leonie an. Sie sagte, dass sie zu uns kommen würde, um abzuklären ob es vorwärts ginge. Um sieben Uhr war Leonie bei uns, die Wehen kamen schon alle zwei bis fünf Minuten. Nach ihrer Untersuchung war der Muttermund 8 cm offen und wir hatten noch geradeso Zeit ins Hebammenhaus zu fahren.

Die zwanzig Minuten im Auto waren schrecklich, weil ich mich nicht bewegen konnte. Wir durften bis direkt vor die Tür fahren. Unsere Freundin stand schon vor der Tür und kümmerte sich um Lena.

Im Hebammenhaus warteten schon Leonie und Elke auf uns. Das Geburtszimmer war indirekt beleuchtet, wir hörten Meditationsklänge und rochen ein ätherisches Öl. Es war gemütlich wie jedes Mal bei unseren Treffen.

Ich musste mal wieder auf die Toilette. Leider waren die Wehen so stark und in so kurzen Abständen, dass ich es nicht mehr alleine schaffte von der Toilette runterzukommen. Mittlerweile kam auch schon der Pressdrang. Also halfen mir mein Mann und Leonie von dort weg ins Geburtszimmer. Dort war schon der Geburtshocker vorbereitet, ich war eher skeptisch, ob es bequem wäre. Aber sobald ich darauf saß, fühlte es sich richtig an. Mein Mann setzte sich hinter mich auf das Bett und stützte mich ab. Leonie saß bei uns und Elke schrieb das Protokoll, wie wir später mitbekamen.
Zur Dammschonung hatte Leonie etwas Kaffeekompressen in einer Schüssel vorbereitet. Sie waren lauwarm und fühlten sich gut an. Ich durfte bei jeder Wehe selbst entscheiden wann und wie viel ich presse.
Nach 25 Minuten Teamarbeit war Janus Rouven da, um 8.47 Uhr. Janus wog 3560 g und war 54 cm groß. Er bekam zu Anfang nicht die volle APGAR-Punktzahl weil er die Nabelschnur dreimal um den Hals und um die Schulter gewickelt hatte und daher etwas blau war. Er erholte sich aber sehr rasch und wir legten uns auf das Bett.
Unsere Freundin und Lena kamen dazu und bestaunten Janus. Lena fand Janus sehr faszinierend und guckte ihn genau an. Janus wollte schon nach einer halben Stunde trinken, was er auch zehn Minuten pro Seite tat. So als ob er es schon immer getan hätte.
die Nachwehen setzten ziemlich schnell ein. Eine Stunde später löste sich die Plazenta. Leonie versorgte eine Dammschürfung mit einem Stich. Kurz vor unserer Heimreise feierten wir mit Sekt und einer Minischokoschnitte, auf die sich Lena freudig stürzte. Wir blieben bis elf Uhr und fuhren wieder nach Hause.

Vielen Dank für die wundervolle Geburt. Danke für die Begleitung während beider Schwangerschaften, die tolle Atmosphäre, die Zeit und den Rahmen, in dem wir jede Frage stellen konnten, die uns einfiel. Wir haben uns sehr gut aufgehoben gefühlt.

Familie Wolf

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25.05.11

Hannah

Wow jetzt sind wir zu viert!
Mein Mann und ich genossen trotz den Schwierigkeiten die ersten Stunden im Leben unsere Tochter sehr.

Die Entscheidung für das s`Hebammenhaus war eine der Besten die wir getroffen haben!!

Aber nun von Anfang an:
Die Geburt unseres Sohnes im Krankenhaus (2009) empfand ich als „gefesselt“ auf dem Bett und an Schläuchen angeschlossen als sehr schmerzhaft, fremdbestimmt und fühlte mich zu keinem Zeitpunkt in meinen Bedürfnissen ernst genommen.
Nach der Geburt stand ich regelrecht unter Schock und konnte die ersten Augenblicke zu 3. nicht richtig genießen.

So wollte ich nicht noch einmal entbinden!!!

Als ich mit unserer Tochter schwanger wurde, war mir und meinem Mann sofort klar das wir uns das s`Hebammenhaus anschauen werden.
Schon am Infoabend fühlten wir uns dort richtig wohl und es bedarf keiner Diskussion mehr: Hier wollten wir unsere Tochter auf der Welt willkommen heißen!!!

Interessant fand ich den Geburtsvorbereitungskurs mit Hypnose bei Julia.
Da ich mir noch nicht sehr viel darunter vorstellen konnte ging ich voller Neugier in den Kurs.
Mit Hilfe von „Werkzeugen“ und positiven Gedanken die Julia mir mit auf den Weg gab, konnte ich mir eine natürliche, komplikationslose und schmerzarme Geburt vorstellen.
Ich habe eine andere Einstellung und mehr Vertrauen in mich, meinen Körper und mein Baby bekommen!

Am 25.05.11 um 2.45 Uhr wachte ich durch ein leichtes Ziehen und „Bauchkribbeln“ auf.
Ich wusste heute ist der Tag an dem wir zu viert sein werden!!
Um Kraft zu tanken versuchte ich nochmal einzuschlafen, als mein Sohn dann morgens um 7 Uhr aus dem Bett drängte war ich voller Energie :-)
Mittwochs ist für Moritz immer „Omatag“, so auch praktischerweise heute.
Beim Packen seiner Tasche spürte ich wieder eine leichte Kontraktion. Meine Mutter holte ihn um 8.30 Uhr ab und ich machte einen langen Spaziergang bei blauem Himmel und Sonnenschein, wobei ich schon merkte, dass unser Baby sich auf den Weg macht.
Wieder zu Hause widmete ich mich erstmal dem Haushalt, es soll ja alles hergerichtet sein wenn unsere Tochter nach Hause kommt!
Gegen 13 Uhr rief ich meinen Mann an das er sich so langsam richten und bis spätestens 15 Uhr zu Hause sein sollte. Ab 15 Uhr verarbeitete ich meine immer kräftiger werdende Kontraktionen kreisend auf dem Pezziball, mein Mann traf pünktlich ein, duschte und rasierte sich erst in aller Ruhe (er wollte ja schick sein für seine Tochter :-) ) Anschließend riefen wir die diensthabende Hebamme (Leonie) an und vereinbarten noch abzuwarten da ich mich sehr gut fühlte. Da waren die Kontraktionen ca. alle 2-3 Minuten.
Um 17 Uhr beschlossen wir los zu fahren da wir einen Anfahrtsweg von 35 Minuten hatten.
Leonie empfing uns etwas überrascht im s`Hebammenhaus um 17.45 Uhr.
Stehend, auf dem Pezziball und im Vierfüßler unterstützt von meinem Mann veratmete ich tönend eine Kontraktion nach der anderen (jede Minute).19 Uhr: Ich konnte richtig spüren wie unser Baby durch den Geburtskanal „rutschte“ und wusste „bald ist sie da“ !
Kurz darauf spürte ich den Drang zum Pressen, dem ich auf dem Hocker auch nach geben konnte.

Um 19.34 Uhr war unsere Tochter Hannah auf der Welt, ein unbeschreiblicher Augenblick!!!!

Wow jetzt sind wir zu viert!
Mein Mann und ich genossen trotz den Schwierigkeiten die ersten Stunden im Leben unsere Tochter sehr. Danke Leonie und Marina, dass ihr die Ruhe bewahrt habt und wir erst im Nachhinein richtig wahrgenommen haben das es doch etwas „brenzliger“ war.

Während der ganzen Zeit der Geburt empfand ich die Kontraktionen hauptsächlich als Kraft die mich immer weiter unserem Kind näher brachten!

Danke Julia für die natürliche, vertrauensvolle und positive Einstellung zur Geburt!

Danke Leonie und Marina für die herzliche, verständnisvolle und super Begleitung während und nach der Geburt!

Danke Christina für die weitere Betreuung bei unseren Schwierigkeiten nach der Geburt und die Möglichkeit uns zu Erholen!

Danke Elke für die Nachsorge!

Isabell, Patrick, Moritz und Hannah Andrich

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01.05.11

Annika

Man wird umsorgt, jeder Wunsch wird erfüllt, auch wenn man ihn nicht ausgesprochen hat....

Nach der Geburt unserer Zwillinge vor 2,5 Jahren im Krankenhaus, war dieses Erlebnis der Höhepunkt in unserem derzeitigen Leben. Die Geburt verläuft einfach stressfreier und ist auch persönlicher weil man sich einfach selbst einbringen kann. Man wird umsorgt, jeder Wunsch wird erfüllt, auch wenn man ihn nicht ausgesprochen hat. Leichte Musik und dazu Kerzen, wir konnten in einer sehr ruhigen Atmosphäre unsere Tochter auf die sonst so hektische Welt bringen. Die Zeit im Hebammenhaus war sehr kurzweilig und wir denken beide sehr gerne daran zurück. Es kam nie das Gefühl auf lästig zu sein. Dafür sagen wir EUCH vielen, vielen Dank. Für Sonja und mich war es die richtige Entscheidung, bei Euch unsere Tochter auf die Welt zu bringen.

Stefan und Sonja Brase

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30.04.11

Emma

Endlich zu Viert!! 27. April war errechneter ET und ich war schon darüber. - Kein Grund zur Sorge, doch meine Gedanken waren nicht mehr zu bremsen. Geht alles gut?

Endlich zu Viert!! 27. April war errechneter ET und ich war schon darüber. - Kein Grund zur Sorge, doch meine Gedan-ken waren nicht mehr zu bremsen. Geht alles gut? Muss man einleiten? Wenn ja wie? Und die schlimmste Frage und Angst war: Reicht es noch für sHebammenhaus? Ich beruhigte mich innerlich immer wieder mit einem –Stell dich nicht so an, bleib ruhig – und wie wir dann schnell bemerkten waren alle Bedenken völliger Quatsch!!!! Am 30. April um 3:40 Uhr bemerkte ich leichtes Ziehen im Bauch, das sich auch recht zügig als kräfti-ge Wehen entpuppte. Ich weckte meinen Mann, der auch sogleich mal die Rufbereitschaftsnummer des Hebammenhauses anrief. Ich winkte aber ab und meinte: „Ich will noch hier in die Badewanne. Mir geht’s gut!“ Also gut, rauf zu unseren Freunden, die mir extra die Wohnungsschlüssel dagelassen hatten, um ihre Badewanne zu benützen. Ich hatte mich so darauf gefreut, hatte ich mir dies doch extra aufgehoben, denn wir selber haben nur eine Dusche. Mein Mann rief in der Zwischenzeit meine Eltern an, die für unsere große Tochter (3 Jahre) während der Geburt da sein wollten. In der Badewanne angekommen, wurden die Wehen schon doller, aber für mich gut zu veratmen, Jan, mein Mann, rasierte sich nebenher, damit auch ja beide gut riechend ins Hebammenhaus kommen. Die Wehen wurden doch etwas heftiger und inzwischen waren meine Eltern angekommen. Meine Mutter half mir aus der Badewanne und Jan suchte all unsere Taschen und Sachen zusammen. Die Uhr zeigte 5.30, die Wehen wurden unerträglich; nun drängte ich zu gehen. Auch dass noch! Ich musste aufs Klo und zu meinem Entsetzen hatte ich die erste Presswehe. Ich dachte: „Nicht hier und nicht jetzt“ und veratmete die Wehe. Meine Mutter versuchte mich in irgendwelche Klamotten zu stecken, was sich wirklich als schwierig erwies mit Wehen alle 3 Minuten. Im Hausgang wieder eine Wehe. Aus dem Kinderzimmer von Lina war ein kleines Wimmern zu hören, weil die Türen offen standen: „Sind alle da?“ Meine Mama war so toll! In diesen Momenten kümmerte sie sich sofort um Lina. Jan und ich gingen schreiend von dannen. „Hast du den Foto dabei?“ fragte ich Jan auf dem Weg zum Auto und als er mit „Nein, ist doch egal“ antwortete, fing ich fast an zu weinen. Ich beauftragte ihn, er solle ihn noch holen, wir müssten ja schließlich unser Neugeborenes fotografieren. Er half mir ins Auto - eine Wehe - er holte den Foto - eine Wehe - und die Fahrt in einen neuen Lebensabschnitt begann. Eine Fahrt in sHebammenhaus nach STVO dauert +/- 1O bis 15 Minuten, wir brauchten 4!!!!! Die Autofahrt war angenehm, mein Becken schwang so schön hin und her und Samstagmorgens ist ja um 6:14 Uhr noch so gut wie keiner unterwegs. Ankunftszeit am Hebammenhaus 6:18 Uhr und Leonie empfing uns mit Staunen. Sie öffnete die Tür und begleitete mich nach einer Wehe im Auto ins Geburtszimmer. Drinnen war der Geburtshocker mit Tüchern ausgelegt. Leonie half mir aus den Klamotten in die mich meine Mutter vor ein paar Minuten mühevoll eingekleidet hatte. Ich verarbeitete noch eine Wehe im Vierfüßler, dann nahm ich Platz auf dem Hocker. Jan kam gerade mit all unseren Taschen herein, als Leonie ihn auf den Platz hinter mir einwies. Das Baby komme gleich, meinte Leonie. Er ließ alles fallen, hielt mich stützend von hinten und die nächste Wehe rollte an. Ich presste und der Kopf war da, die nächste und unser Baby war um 6:21 Uhr da.
Nun war er da der Moment - UNSER Moment - unsere EMMA.
Staunend, lächelnd, weinend und glücklich betrachteten wir unsere kleine Tochter, die es dann doch eilig hatte, auf die Welt zu kommen. Wir kuschelten ins Bett, schnupperten und weinten noch ein wenig. Nach einem tollen Frühstück und etwas Ruhe fuhren wir um die Mittagszeit nach Hause.
Diese Geburt war sehr schnell für uns, aber im Hebammenhaus wurden wir wunderbar aufgefangen! Liebe Grüße Jan, Janine, Lina und Emma

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18.04.11

Lorenz

Bemerkung der Oma: Mich hat meine Tochter überzeugt, denn ich war etwas
skeptisch. Schön wäre gewesen, wenn es ein Hebammenhaus schon früher gegeben
hätte.

Schon beim Besuch der Kurse im Hebammenhaus war uns klar, dass ich dort
entbinden werde. Vor allem war auch die Vorbereitung für meinen Ehemann sehr
gut. Wir haben viel gelernt und keine Frage blieb offen.

Am 17.04.11 war mein VET. Am 18.04.11 bin ich früh morgens mit Wehen
aufgewacht. Zufällig hatten wir genau an diesem Tag auch einen Termin um
09.00 Uhr im Hebammenhaus bei Christina. Ihren Vorschlag befolgend machten
wir noch einen ausgiebigen Spaziergang und sind um 14.30 Uhr in das schön
eingerichtete Geburtszimmer im Hebammenhaus. Sämtliche angebotene Positionen
(Badewanne, Tuch, Hocker), die beste Betreuung der Hebammen und die Hilfe
meines Mannes beruhigten mich so, dass die Geburt für mich nicht so
schwierig war, wie ich es mir vorgestellt hatte. Um 19.10 Uhr konnten wir
unseren Sohn Lorenz dankbar in die Arme nehmen. Eine große Überraschung war,
dass die Hebammen Lorenz mit einer brennenden Kerze auf einem kleinen
Törtchen gratulierten. Alle freuten wir uns mit einem Glas Sekt. Nach einem
stärkenden Essen sind wir drei Stunden nach der Geburt überglücklich heim
gefahren. Lorenz schlief die ganze Nacht bei meinem Mann auf dem Bauch bei
uns im Bett. So konnte ich mich gut erholen. Daheim halfen mir die Hebammen
beim Stillen.

Alles verlief reibungslos und auf natürliche Art. Wir sind den Hebammen sehr
dankbar, und freuen uns, dass es diese Einrichtung gibt. Wir empfehlen es
weiter, denn wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Entbindung im
Hebammenhaus vollkommen richtig war.

Herzlichen Dank liebe Christina, Elke und Caroline !! Die Geburt unseres
Sohnes war ein wunderschönes Erlebnis für uns !!

Bemerkung der Oma: Mich hat meine Tochter überzeugt, denn ich war etwas
skeptisch. Schön wäre gewesen, wenn es ein Hebammenhaus schon früher gegeben
hätte.

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14.04.11

Matteo

Je länger Matteo auf sich warten ließ, desto besser konnte ich das annehmen, vor allem auch durch die intensive Hebammenbetreuung – wie war ich froh, die Kontrollen im s‘Hebammenhaus machen zu können.

Am 2.4. wäre nach Ansicht der Gynäkologin ET gewesen – rechnerisch erst der 6.4., aber nachdem Mia, mein zweites Kind, eine Woche früher gekommen war, hatte ich gehofft die Nummer 3 zum Termin zu bekommen.
Aber Matteo ließ mich warten und in der ersten Woche nach ET hangelte ich mich von Termin zu Termin im s‘Hebammenhaus, wo mich die Hebammen ermutigten doch noch Geduld zu haben und mir keine Sorgen zu machen. Ich hatte mich so sehr auf eine Geburt vor oder am Termin eingestellt, dass ich vor den Kontrollen im s‘HH oft mit den Tränen kämpfte, weil es einfach nicht losging – auch nicht mit allen „Überredungsversuchen“ die ich unternahm.
Je länger Matteo auf sich warten ließ, desto besser konnte ich das annehmen, vor allem auch durch die intensive Hebammenbetreuung – wie war ich froh, die Kontrollen im s‘Hebammenhaus machen zu können.
Am 13.4. war ich bei Christiane zur Kontrolle und an diesem Tag voller Geduld und Ruhe Matteo selbst entscheiden zu lassen wann sein Geburtstag sein soll.
Christiane meinte ich könne ihm doch mal sagen, dass alles bereit sei und wir wirklich auf ihn warten und gab mir Wehentee, Uterustonikum und Nelkenöl mit – mit der Anregung Matteo doch mal ganz behutsam zu locken.
Ich fuhr voller Vorfreude und Zuversicht nach Hause und hätte am liebsten sofort mit dem „Anschubsen“ begonnen. Da mein Mann Dirk aber erst um halb 8 daheim sein konnte, musste ich mich noch etwas gedulden.
Als die Großen um 8 im Bett waren legte ich mich mit Wehentee, Uterustonikum und Nelkenöl bei Kerzenschein in die Badewanne. Ich sagte Matteo wirklich ganz ernsthaft, es sei jetzt Zeit für ihn zu kommen, und wir würden ihn so gern sehen. Außerdem wandte ich Christianes Anweisungen an, d.h. ich rieb alle 4 Minuten eine Wehe an.
Nach der Badewanne wartete ich gespannt ob die Wehen bleiben und sie blieben !
Also rief ich um halb 11 Christina an, um sie schon mal vorzuwarnen.
Um halb 12 machten wir uns dann auf den Weg ins s‘Hebammenhaus – meine Befürchtungen die Autofahrt von 25 min. würde schrecklich werden waren unbegründet, ich hatte nur eine kleine Wehe während der Fahrt. Trotzdem waren wir sehr froh im s‘Hebammenhaus anzukommen, wo wir schon von Christina erwartet wurden.
Während der weiteren Stunden von Matteos Geburt ließ mich Christina alles machen was mir gut tat. Es war so gut ohne CTG oder irgendwelche Klinikroutinen durch die Geburt zu gehen. Christina und Dirk ermutigten mich, wenn ich Zweifel bekam und waren einfach da. Ich hatte das Gefühl von totaler Geborgenheit und doch Selbstbestimmtheit.
Matteo wollte zuerst nicht so richtig ins Becken rutschen und ich zweifelte an meinen Kräften, doch dann machte er den Weg nach draußen in wenigen Wehen und um 4.12 Uhr am 14.April war er geboren.
Ich war so dankbar im s‘Hebammenhaus geboren zu haben. Christina hatte mich kein einziges Mal untersucht – das habe ich selbst getan, wenn ich wissen wollte wie es voranging, sie hat nur so oft Matteos Herztöne kontrolliert wie es nötig war und sie hat mich genau so begleitet wie ich es gebraucht habe. DANKE!
Die ersten 2 Stunden mit Matteo vergingen wahnsinnig schnell, wir hatten Ruhe, um uns zu beschnuppern, ausgiebig zu saugen (Matteo) und das Glück über seine Geburt zu spüren (Dirk und ich).
Um halb 7 machten wir uns dann auf den Weg nach Hause, holten unterwegs noch Brötchen und kamen bei unseren Großen an, als die gerade aufgestanden waren, sie hatten unser Wegsein gar nicht bemerkt.

Es war wunderbar und gut im s´Hebammenhaus zu gebären.
Danke an euch alle, dass ihr uns diesen guten Anfang ermöglicht habt!

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08.04.11

Nikolai

Sie haben mir dann aufs Bett geholfen, und das kleine Menschenwesen durfte neben mir liegen, so dass wir uns beide von den Strapazen ein bisschen erholen konnten.

Ab dem voraussichtlichen Geburtstermin, Freitag, 1. April, begann die intensive Warte- und Überwachungszeit. An diesem Tag war ich zur Vorsorge im s‘Hebammenhaus. Am Montag beim Frauenarzt. Alles O.K., das Fruchtwasser ist noch klar und reichlich vorhanden. Am Mittwoch wieder im s‘Hebammenhaus bei Hebamme Leonie Müller. Diese hat zur Unterstützung des Wehenbeginns zwei Mischungen für einen Wehentee und Nelkenöl für Tampons mitgegeben. Nachdem am Mittwoch damit nichts passiert ist war ich am Donnerstag sehr aktiv. Am Nachmittag/Abend wieder Wehentee und Nelkenöltampons und diesmal sogar noch ein kleines Gläschen Rotwein.

Irgendwas scheint angeschlagen zu haben, denn irgendwann nach Mitternacht beginnen Wehen. Ich bin mal aufgestanden und hab mich für eine kurze Zeit in die Badewanne gelegt. Bin dann aber wieder raus, da ich dem Papa Bescheid sagen wollte, bevor ich meine hiesige Hebamme oder im s‘Hebammenhaus anrufe.

Bei der Hebamme ging nach längerem Klingeln eine ihrer Töchter dran und meinte, ihre Mutter sei nicht da. Nachts um ca. halb zwei unter der Woche??? Naja, die Wehen waren mittlerweile schon etwas heftiger und es gab ja auch noch die Rufbereitschaft im s‘Hebammenhaus. Dort ging dann Leonie ans Telefon. Sie meinte, ich solle noch eine viertel- bis halbe Stunde warten nach dem ich aus der Wanne bin, weil manchmal die Wehen dann weniger würden. Bei uns war das aber nicht der Fall, mittlerweile haben sie schon in den Rücken ausgestrahlt, so dass ich es vorne über gebeugt am besten ertragen konnte und mir schon etwas Gedanken wegen der halben Stunde Fahrt nach Villingen machte. Also noch mal Leonie angerufen und unser Kommen angekündigt. Dann bei den Schwiegereltern angerufen, die auch erst nach dem dritten Anruf das Telefon gehört haben. Der Opa ist dann gekommen und bei Tim geblieben, der auch noch aufgewacht ist bevor wir weg waren.

Die Autofahrt ging zum Glück besser als gedacht. Leonies Tipp, sich während der Wehe aufs Ausatmen zu konzentrieren, hat sich als gut erwiesen. So ca. halb drei nachts waren wir wohl im s`Hebammenhaus angekommen. Dort empfing uns Leonie mit gedämpften Licht/Kerzenlicht und Vogelgezwitscher von CD.

Zuerst waren die Wehen vornüber gebeugt auf den Wickeltisch am besten auszuhalten. Gut war auch, wenn mein Mann dabei den unteren Rücken massiert hat.

Ich hatte Leonie gleich mal gesagt, dass ich froh bin, wenn sie immer mal wieder Anregungen zum Atmen, Haltung, Stellung oder so gibt. Das hat sie auch getan und das war gut so. Irgendwie ist man (oder zumindest ich) nachher so mit Wehen veratmen und verarbeiten beschäftigt, dass man gar nicht mehr auf die Idee kommt irgendwas zu verändern, wenn es grad so halbwegs auszuhalten ist.

Die Wehen sind sowieso ziemlich schnell heftig geworden und ich hatte das Gefühl sie waren besonders schlecht auszuhalten, wenn ich nicht rechtzeitig „gerichtet“ war da ich zwischendurch zum Entspannen oft eine andere Position eingenommen habe.

Als nächstes bin ich in die Badewanne gewechselt. Dort ging‘s eine Weile bis wir die ideale Position gefunden haben, aber dann war ich insgesamt recht lang in der Wanne. Letztendlich war es dort während den Wehen am besten, wenn ich auf den Knien die Unterschenkel links und rechts gegen den Badewannenrand gedrückt habe und mein Becken oben zusammengedrückt wurde. Was Leonie gemacht hat, kann ich gar nicht mehr genau sagen. Ich glaube, ich habe mich oben an sie gehängt und sie hat mir auf jeden Fall gut zugeredet: Wir würden das gut machen. Mein Becken wäre weit genug. Das Baby lässt sich durch die Wehen nicht beeindrucken (wenn sie mal wieder die Herztöne abgehört hat).

Irgendwann sind wir zur Erholung/Entspannung aufs Bett gewechselt. Dort bin ich seitlich gelegen und Leonie hat mir während den Wehenpausen den Rücken massiert. Sehr angenehm, fast wie eine PDA. Ich glaube, ich bin auch ein bisschen eingenickt.

Nach dem Bett haben wir dann mal einen Gebärhocker ausprobiert, da bin ich aber irgendwie drauf rumgerutscht.

Letztendlich hat sich mein Mann aufs Bett gesetzt und ich war im Vierfüßler-Stand bzw. habe mich während den Presswehen an ihn gehängt.

Auf einmal glitt etwas aus mir heraus und ich dachte schon: Jetzt hab ich es geschafft. Aber dann war es nur die Fruchtwasserblase. Das heißt die Anstrengung ging weiter. Während der ganzen Geburt hatte ich ja schon immer mal wieder nachgefragt wie denn der aktuelle Stand ist und wie lange es wohl noch gehen würde…

Doch dann hat Leonie mich den Kopf des Kindes fühlen lassen, und kurz darauf waren der Kopf und dann das ganze Kind da. HURRA!

Sie haben mir dann aufs Bett geholfen, und das kleine Menschenwesen durfte neben mir liegen, so dass wir uns beide von den Strapazen ein bisschen erholen konnten.

Erst nach ein paar Minuten hab ich dann nachgefragt, ob es denn nun ein Bub oder ein Mädchen ist. Und siehe da, der liebe Gott hat einen zweiten Sohn für uns vorgesehen.

Herzlich willkommen lieber Nikolai Marcel auf dieser Welt!
(Mittlerweile war es 06.08 Uhr, und es haben richtige Vögel gezwitschert!)

Die ersten Stunden (und auch Tage) verliefen recht gemütlich. Die Nabelschnur wurde erst abgetrennt, als sie auspulsiert und die Nachgeburt da war. Das ging bestimmt
1 - 1 1/2 Stunden. Wir durften gemütlich beieinander liegen und uns ein bisschen kennen lernen.

Die zweite Hebamme Katja Vögele hat es übrigens nicht mehr rechtzeitig vor der Geburt ins s’Hebammenhaus geschafft, da ich Leonie fast nicht hab telefonieren lassen. Aber sie war dann kurz nachher da.

Was ist sonst noch nach der Geburt im Hebammenhaus passiert?

  • erste Schlucke von Nikolai an der Brust
  • Dammriss wurde mit 3 Stichen genäht
  • Sekt, kleines Küchlein mit Kerze und Geschenke vom s’Hebammenhaus
  • U1 bei Nikolai
  • wir haben den ersten Freunden und Verwandten die Geburt bekannt gemacht
  • Mein Mann holt leckere Brötchen und wir frühstücken mit einem guten Appetit
  • der Papa und Leonie ziehen Nikolai an
  • Katja wäscht mich und hilft mir beim Anziehen.

Gegen 11 Uhr brechen wir dann Richtung zuhause auf.

Zuhause machen Nikolai und ich erst mal einen Mittagsschlaf auf dem ausgezogenen Sofa. Um halb drei kam dann meine Hebamme vorbei und hat nach uns zwei geschaut.

Dann ist Tim mit Oma und Opa heimgekommen und durfte seinen kleinen Bruder, das „Baby“, kennen lernen. Das fand ich auch schön für Tim. Dass Mama nicht im Krankenhaus „verschwindet“ und dass er sie und Nikolai nur sieht, wenn er auf Besuch kommt.

Gegen Abend kam dann noch die andere Oma vorbei. Der Besucheransturm hielt sich auch in den nächsten Tagen in Grenzen, außer den Tanten und Onkels und natürlich täglich die Hebamme kam fast niemand. Als ob sich die Leute weniger nach Hause trauen als ins Krankenhaus.

Insgesamt bin ich froh über unsere Entscheidung im Geburtshaus zu entbinden und finde Nikolai hat einen sehr schönen Start ins Leben gehabt mit der Geburt dort und den anschließenden ruhigen Tagen zuhause.

Herzlichen Dank noch mal an meinen Mann und an Leonie und das Hebammenhaus für die gute Unterstützung während der Geburt!

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13.03.11

Theresia

Jetzt genießen wir die Ruhe. Die zweite nun hinzugekommene Hebamme (Elke) versorgt liebevoll unsere kleine Tochter und hilft mir, mich später wieder herzurichten.

Drittes Kind, zwei Kinder bereits spontan in der Klinik geboren; mit einer relativ kurzen Geburtsdauer von vier ein halb Stunden und zwei ein halb Stunden.
erste regelmäßige Wehen sechs Tage vor der Geburt, ausgelöst durch einen kräftigen Magen-Darm-Infekt der unsere gesamte Familie „flachlegte“.

Geburtsbeginn:
Ab 22.30 Uhr (12.03.2011) regelmäßige, flache, kurze Wehen im zehn-Minuten-Abstand; liege bereits im Bett.
Stehe um 23.00 Uhr auf; nun sind die Wehen kurzzeitig weg.
Um 23.30 Uhr stellen sich wieder spürbare Wehen ein, jetzt im fünf-Minuten-Rhythmus, aber noch recht flach und kurz.
Wecke nun um 24.00 Uhr meinen Mann, da ich mir nun sicher sein kann, dass es „losgeht“.
Um 0.30 Uhr (13.03.2011) erstes Telefonat mit der Bereitschaftshebamme (Leonie). Wir sprechen uns ab, dass ich mich noch mal in 30 Minuten melde, um abzuklären, ob sie vorab noch bei uns zur Untersuchung vorbeikommen soll.
Um 01.10 Uhr rufen wir erneut Leonie an und verabreden uns nun direkt im s’Hebammenhaus in 30 Minuten; 10 Minuten später platzt bei mir die Fruchtblase.
Der „Babysitter“ ist da schon bereits auf dem Weg zu uns; die Wehen haben nun deutlich an Stärke und Länge zugenommen, sie kommen im vier-Minuten-Abstand.
Um 01.40 Uhr kommen wir im s’Hebammenhaus an. An der Eingangstür muss ich erst mal eine Wehe veratmen.
Ich wähle den Gymnastikball, lehne mich in der Hocke drauf und als mir die Wehen unerträglich scheinen, setze ich mich und stütze mich auf die Beine meines Mannes, der mir gegenüber sitzt.
Als ich das Bedürfnis habe, zu pressen, sitze ich gerade nicht, und so hänge ich mich stehend an meinen Mann.
Leonie hat kurz zuvor die zweite Hebamme hinzutelefoniert. Alles geht so schnell, dass sie es nicht mehr schafft die Handschuhe anzuziehen.
Ich habe starke, ziehende Schmerzen, verliere den Halt, nur mein Mann hält mich mit aller Kraft rücklings so halber aufrecht.
Der Kopf des Babies kommt zum Vorschein, nun habe ich endlich eine kurze Verschnaufpause, bevor der Druck erneut einsetzt und das Kind vollständig „herausfällt“ - direkt in Leonies Arme.
Ich sinke erschöpft zu Boden und weiß, ich habe es geschafft!
Es ist 02.50 Uhr und ich halte das kleine Wesen aus meinem Bauch in den Armen.
Zusammen ziehen mich Leonie und mein Mann aufs Bett, wo ich mich schon Minuten später wieder ganz gut fühle. Alle Strapazen vergessen, schauen wir nun auf unsere Tochter - sie entschädigt alles davor. Sie ist so klein und zierlich!
Nach kurzer Zeit hört die Nabelschnur auf zu pulsieren, mein Mann trennt sie ab.
Wenige Minuten später presse ich problemlos die Nachgeburt heraus.
Jetzt genießen wir die Ruhe. Die zweite nun hinzugekommene Hebamme (Elke) versorgt liebevoll unsere kleine Tochter und hilft mir, mich später wieder herzurichten.
Ich habe einen Dammriss an der alten Schnittwunde und Leonie näht mit zwei Stichen, alles ohne Probleme und ohne Schmerzen.
Um 06.15 Uhr fahren wir nach Hause. Die Treppe zur Dachgeschoßwohnung ist kein großes Hindernis - wie von mir zuvor befürchtet.
Die großen Geschwister und Oma begrüßen unsere kleine Theresia. Dann fallen wir erst einmal für mehrere Stunden in einen tiefen Schlaf.
Die Geburt unserer Tochter war für meinen Mann und mich eine psychisch und körperlich extreme Grenzerfahrung. Aber im Beisein meines Mannes und einer so tollen Betreuung durch das s’Hebammenhaus für mich doch erträglich und durchstehbar.

Mama M. Herzog

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29.01.11

Lara

Als ich mich zurück lehnte und der Dampf am Fenster empor stieg, hatte ich das Gefühl, im Wellness-Bereich eines Hotels zu liegen. Wären da nicht immer die Wehen zwischendrin gewesen!

Es ist schon eine Weile her, als ich meine Tocher Lara Marie (mein zweites Kind) im Hebammenhaus entbunden habe, aber manche Erlebnisse vergisst man nicht!

Morgens gegen 05:00 Uhr fingen bei mir die Wehen an und meine Vor-Ort-Hebammen schickte mich gegen 08:30 Uhr dann auch ins Hebammenhaus, da mein Muttermund doch schon einige Zentimeter auf war. Die Wehen ließen sich noch gut veratmen.

Im Hebammenhaus angekommen, haben wir erst mal kurz besprochen, wie ich entbinden möchte. Da ich bei der ersten Geburt (im Krankenhaus entbunden) viel zu spät in die Wanne gegangen bin, und dies Entspannung pur war, wollte ich mir das nun nicht entgehen lassen und habe mich auf ein schönes Bad gefreut. So ne große Badewanne hat man ja nicht alle Tage  Die Kerzen und die Steine auf dem Badewannenrand, sowie das angenehme Klima und die schöne Farbgestaltung des Raumes, haben auf mich eine entspannende Wirkung gehabt. Als ich mich zurück lehnte und der Dampf am Fenster empor stieg, hatte ich das Gefühl, im Wellness-Bereich eines Hotels zu liegen. Wären da nicht immer die Wehen zwischendrin gewesen!

Nach ca. einer gefühlten Stunde, bin ich dann auch wieder „an Land“ gegangen. Die Wehen kamen jetzt öfter und heftiger. Christina zeigte mir noch mal ein paar Stellungen, die die Wehen etwas erträglicher gestalten könnten. Schluss endlich habe ich mir für den Vierfüßler-Stand entschieden, da ich hier die Geburtsschmerzen am besten verkraften konnte.

Es ging dann zügig voran und die zweite Hebamme hinzu. Auch eine Hebammenschülerin war von Anfang an dabei, die Geburtserfahrung sammeln wollte. Mit meinem Mann zusammen, waren wir also ein kräftiges Team, um unserem Mädchen auf die Welt zu helfen. Die Übergangsphase (zu den Presswehen hin), habe ich als die schmerzhaftesten empfunden. Was jedoch ganz toll war, als ich gemerkt habe, wie sich mein Baby im Bauch gedreht hat. Und dann ging es auch flott weiter. Die Presswehen haben nicht lange auf sich warten lassen. Was hier prima war, waren die Kaffeekompressen am Damm. Das war – trotz der Schmerzen – richtig angenehm. Nach 3-4 Mal kräftig pressen – und ein paar Bemerkungen zwischen den Presswehen von mir dazu – war unsere süße Maus da.

Christina hat unsere Lara Marie sanft unter mir auf die Matte gelegt und ich durfte Sie dann gleich mit dem Handtuch etwas abtupfen und in die Arme nehmen, als die Nabelschnur noch am auspulsieren war. Das war herrlich! Mein Mann und ich waren total begeistert, wie diese Geburt ablief – ganz anderes als die erste (30 Stunden – Saugglocke – Dammschnitt).

Die Plazenta ließ dann etwas auf sich warten und kam nicht besonders gut raus. Aber auch das wurde gemeistert. Mit einem Gläschen Sekt und einem Yes-Torty mit ner Kerze drauf, wurde die Geburt gefeiert. Glücklich lag ich noch ca. zwei Stunden auf dem Bett und ruhte mich aus, bevor wir drei nach Hause.

Fazit: Eine tolle Geburt, und sollte sich an unserer Familienplanung doch noch etwas ändern, jederzeit gerne wieder.

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10.12.10

Oscar

Gerade will ich wieder einschlafen, als ich ganz leichte, unregelmäßige Wehen im Rücken spüre...

Es ist 4:00 Uhr morgens am 10.12.2010, ich bin 5 Tage über dem errechneten Termin und mein Mann stupst mich im Bett an, weil ich geschnarcht hatte.

Gerade will ich wieder einschlafen, als ich ganz leichte, unregelmäßige Wehen im Rücke spüre. Vor Aufregung finde ich nicht mehr in den Schlaf und döse bis ich um 5:30 Uhr schließlich meinen Mann wecke. Wir schauen noch eine DVD im Bett und nachdem mein Mann mich gefühlte hundert Mal gebeten hat die diensthabende Hebamme anzurufen tue ich das schließlich um 6:30 Uhr.

Leonie geht ans Telefon. Ich bin überzeugt, dass es reichen würde, wenn sie in einer Stunde mal vorbei käme um nach mir zu sehen. Fünf Minuten später korrigiert mein Mann diese Aussage und bittet sie doch lieber gleich zu kommen, doch sie ist so wie so schon unterwegs zu uns.

Wir stehen auf, ich packe die Tasche für unseren zweijährigen und muss während dessen schon starke Wehen veratmen. Beim Frühstück platzt mir die Fruchtblase, was unser Sohn ganz trocken mit „Mama Pipi“ kommentiert. Wir müssen lachen.

Leonie kommt und mein Mann bringt unseren Sohn zu Bekannten. Sie hört die Herztöne des Babys, alles ist okay. Christiane kommt und zieht mir trockene Socken an.

Ich bekomme Kreislaufprobleme während der Wehen und esse ein bisschen Apfel und Traubenzucker. Dadurch wird es schnell wieder besser.

Ich liege im Bett, als mein Mann zurückkommt. Die Wehen sind sehr schmerzhaft mit kurzen Abständen, trotzdem gut aushaltbar. Die Atmosphäre ist sehr entspannt. Ich höre die leisen Stimmen der Hebammen im Hintergrund, trotzdem bin ich ganz für mich und keiner stört.

Kurz vor den Presswehen hocke ich mich auf Anraten von Leonie vor das Bett und schiebe mit sobald ich den Drang dazu verspüre. Niemand bestimmt wann und wie ich pressen soll.

Unser zweiter Sohn Oscar wird schließlich um 8:52 Uhr geboren. Er wiegt 4000g, ist 53 cm groß und hat einen Kopfumfang von 36 cm.

Wir kuscheln uns ins Bett und ich stille ihn zum ersten Mal.

An dieser Stelle tausend Dank Leonie und Christiane für die sehr wohltuende zurückhaltende Geburtshilfe.

Und noch mal tausend Dank Katja O. für die großartige Wochenbettbetreuung.

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31.10.10

Tobias

...ich konnte sie zum ersten Mal sehen. Mama nahm mich in die Arme und krabbelte ins Bett.

Hallo, ich heiße Tobias Maximilian und mein Geburtstag ist der 31.10.2010. Ich möchte Euch von meiner Geburt erzählen.
Eigentlich wäre mein Entbindungstermin der 25.10.2010 gewesen, aber in Mama's Bauch war es so gemütlich, dass ich es mir dort noch ein bisschen gut gehen lassen wollte. Wir mussten aber jeden zweiten Tag zur Kontrolle ins s'Hebammenhaus. Montag und Mittwoch waren wir bei Leonie. Ich fand es ganz lustig, die Hebamme zu verwirren, denn sie konnte meine Lage nicht wirklich ertasten. Am Mittwoch konnte sie meiner Mama aber sicher sagen, dass ich's mir überlegt hatte und schon fest mit dem Kopf im Becken liege. Am Freitag waren wir bei Christiane, und sie beschloss dann, dass Mama Wehentree trinken sollte, was Mama Freitag und Samstag auch tat. Mama bat mich aber darum, dass ich mich doch bald auf den Weg auf die Welt machen sollte, da der Tee ganz furchtbar schmecken würde. Am Samstag Abend merkten Mama und ich dann, dass der Bauch immer wieder hart wurde. Sogar in regelmäßigen Abständen, etwa alle 10 Minuten. Mama dachte sich wohl nicht viel dabei, denn die Wehen taten ihr wohl nicht weh.
Für Sonntag, den 31.10. um 10 Uhr hatten wir dann den nächsten Termin bei Marina ausgemacht. Mama ist nach dem Aufstehen dauernd auf's Klo gerannt, ich wusste gar nicht wirklich warum. Sie hatte wohl was Rosanes auf dem Toilettenpapier gesehen. Sie rief dann so gegen 8 Uhr schon mal bei Marina an, die sie dann wohl auch etwas beruhigte. Marina meinte, dass sich vielleicht der Schleimpfropf lösen könnte. Mir war das egal, denn mir ging es gut.
Um 10 Uhr waren wir dann im s'Hebammenhaus. Marina wollte ein CTG machen, worauf ich so gar keine Lust hatte. Ich hampelte einfach ganz kräftig in Mama's Bauch rum und drehte mich immer weg, wenn sie dachte, dass sie meine Herztöne gefunden hatte. Und dann, was war denn das??? Es macht "plop" und das Fruchtwasser um mich herum verschwand. Mama sagte nur: "Meine Fruchtblase ist gerade geplatzt." Ich glaube, alle waren etwas überrascht, denn es war plötzlich ganz still. Marina war wohl zuversichtlich, dass es nicht ganz so schnell gehen würde und wollte uns vielleicht sogar noch mal nach Hause schicken. Sie untersuchte Mama aber vorsichtshalber vorher nochmal. Tja, ich hatte schon gut vorgearbeitet, denn der Muttermund war schon etwa 7 cm offen. Wir fuhren nicht mehr nach Hause. Ich weiß auch nicht, was dann mit Mama los war, aber sie saß dann eine ganze Weile auf dem Bett, was mir jetzt nicht unbedingt half, auf die Welt zu kommen. Marina überredete sie dann doch dazu aufzustehen. Wir liefen dann mal in den Flur und schauten, was Papa und meine beiden Geschwister so machten. Lilly spielte und Felix war auf Papa's Arm kurz vorm Einschlafen. Und dann merkten Mama und ich, dass es jetzt los ging. Andauernd kamen Wehen und die waren ganz schön stark. Mama wollte mich im Knien vor dem Bett auf die Welt bringen. Mir war das recht, Hauptsache bald raus. Als die Presswehen anfingen, kniete sich Mama hin. Ich hörte, dass jetzt auch die zweite Hebamme, Elke, da war. Mir ging es die ganze Zeit gut, während Mama mich Stück für Stück raus schob. Dann, um 12.42 Uhr hatten Mama und ich es geschafft, ich konnte sie zum ersten Mal sehen. Mama nahm mich in die Arme und krabbelte ins Bett. Da kamen dann auch schon Papa, Lilly und Felix, die ich ja immer nur gehört hatte. Es war so toll, endlich alle sehen zu können.
Nachdem wir uns ausgiebig angeschaut und gekuschelt hatten, kam dann Marina, um mich zu messen und zu wiegen. Ich wog 4220 g, war 56 cm groß und mein Kopfumfang war 37 cm. Marina zog mich dann an und während Mama noch versorgt wurde, schaute ich mir mit Papa das s'Hebammenhaus an. Um ca. 15.45 Uhr fuhren wir dann zu fünft nach Hause.
Wir möchten uns hiermit ganz herzlich bei Marina und Elke für die tolle Betreuung während und nach der Geburt bedanken. Natürilch danken wir auch allen anderen Hebammen für die super Betreuung während der Schwangerschaft. Auch die Geburt des dritten Kindes, zweite Entbindung im s'Hebammenhaus, war eine gute Entscheidung und tolle Erfahrung.
Herzilchen Dank
Tobias mit Mama Nadja, Papa Tino, Schwesterchen Lilly und Brüderchen Felix

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30.10.10

Anna

Unter der Geburt habe ich dann eine unendliche Kraft in mir gespürt, die mich die ganze Zeit über bestärkt hat, nach innen zu hören auf mich und das Kind.

Seit einigen Wochen sind wir zu sechst. Die beiden kleinen Mädchen sind im Hebammenhaus zur Welt gekommen und es war beide Male wunderschön.

Aber von Anfang an. Die Älteste- heute 13- wurde „ganz normal“ in der Klinik geboren. Damals war ich 21 und dachte gar nicht darüber nach, dass man Kinder auch woanders bekommen kann. Ich fand ihre Geburt schrecklich. Obwohl ich vorher zuversichtlich war, dass alles gut gehen würde, hatte ich danach einen richtigen Schock. Alles war irgendwie bedrohlich: die Geräte, der Kreißsaal, die Hektik zum Schluss, der Dammschnitt. Unter der Geburt fühlte ich mich vernachlässigt mit meinen Bedürfnissen. Niemand fragte danach, was für mich bequem oder angenehm wäre. Hinterher musste ich drei Stunden auf die Verlegung warten, in denen mir das Aufstehen untersagt wurde. Nach drei Tagen auf der Wöchnerinnenstation- in denen Sarah ins Babyzimmer musste, hab ich‘s nicht mehr ausgehalten und bin „auf eigene Verantwortung“ nach Hause gegangen, nicht ohne dass mir noch ordentlich Angst gemacht wurde.

Ich habe lange nicht verstanden, warum mir nicht andere Frauen (meine Mutter oder Freundinnen) vorher gesagt haben, was auf mich zu kommt, bis mir klar wurde, jede hält dies für normal beim Gebären.

Sechs Jahre später war ich mit meinem Sohn schwanger und hatte von der ersten Sekunde an panische Angst vor der Geburt. Die Fremdsteuerung bei Sarahs Geburt hatte mir ja unerträgliche Schmerzen bereitet, an die ich mich plötzlich lebhaft erinnern konnte. Ich wollte kein zweites Mal so eine Geburt erleben. Ich fand eine Hebamme, die als Beleghebamme klinische Geburten begleitete. Das war eine deutliche Verbesserung. Ich kannte sie aus der Vorsorge und fühlte mich wohler in ihren vertrauten Händen. Ich entschied mich dafür, eine Nacht in der Klinik zu bleiben, weil ich Angst vor dem Alleinsein mit so einem kleinen Säugling hatte. Irgendwie traute ich mir das immer noch nicht zu. Ich wurde auch nicht gerade bestärkt von der Umgebung und ich kannte niemanden, der außerhalb des Krankenhauses geboren hatte und von deren Erfahrung ich profitieren konnte.

Vergangenes Jahr sollte unser drittes Kind geboren werden und mittlerweile war ich als Mutter überzeugt, dass ich mit allem fertig werde. Schließlich habe ich bisher mit den Großen alles Mögliche erlebt (Krankheiten, Unfälle, Geburtstagspartys, Schulbesuch, Streit mit den Freundinnen etc) und überstanden.

Meine größte Sorge war wieder von Anfang an die Frage, wo sie auf die Welt kommen soll. Ich wollte unbedingt eine ambulante Geburt, weil ja noch Kinder zu Hause waren. Klinik kam sowieso nicht in Frage und zu Hause wollte ich nicht (Nachbarn!). Wir wohnen mittlerweile im Landkreis Tuttlingen und via Internet fand ich das Hebammenhaus. Mein Gynäkologe war überdies von dieser Idee nicht angetan und hat auf jede erdenkliche Weise versucht, mich zur klinischen Geburt zu überreden. (Heute ist er nicht mehr mein Gynäkologe).

Ich besuchte also einen Geburtsvorbereitungskurs und Yoga im Hebammenhaus und fand endlich einen Ort, an dem Frauen stark gemacht werden und aufmerksam für ihre Bedürfnisse und sich uneingeschränkt auf ihr Baby freuen können. Ohne Angst, ohne Statistik, ohne Risikogedanken. Mein Mann hat gleich meine Erleichterung gespürt und die Geborgenheit, die die Räume ausstrahlen.

Unsere Tochter kam dann in der Nacht zum 7. August in der Wanne zur Welt und es war wie gesagt wunderbar. Ich konnte allein entscheiden, mein Mann war ganz natürlich in alles einbezogen. Die Atmosphäre, das Licht und die Ruhe haben mir viel Kraft gegeben. Am schönsten war die Zeit danach. Wir durften mit ihr im Bett liegen und kuscheln, keiner hat uns gestört, der Nabel wurde erst später versorgt.

Nach sechs Stunden war ich zu Hause und fühlte mich fit. Für die ersten Tage hatten wir die Großmutter im Haus, die das Kochen und Waschen übernahm.

Als wir nach kurzer Zeit wieder ein Kind erwarteten, wollte ich es wieder genauso schön haben. Allerdings hatte ich erstaunlicherweise wieder von Anfang an Angst vor der Geburt.

Christiane riet mir zu einem Selbsthypnosekurs, den Julia leiten würde im Hebammenhaus.

Deshalb meldete ich mich diesmal außer zum Yoga noch zu diesem Kurs an. Das Training hatte eine erstaunliche Wirkung. Als würde ich nochmal von vorn anfangen können beim Kinderkriegen. Ich konnte mich überzeugen, dass das Gebären das Natürlichste ist, was eine Frau erleben kann. Die Übungen dienen immer dazu, dich selbst zu stärken, nach innen aufmerksam zu sein. Julia machte uns auf Frauen aufmerksam, die ganz allein gebären. Das hat mi